
Wer abends mal gemeinsam spielen will, kann sich ja in den Kommentaren mit mir verabreden. Besonders Police Quest würde mich mal wieder reizen.

Wer abends mal gemeinsam spielen will, kann sich ja in den Kommentaren mit mir verabreden. Besonders Police Quest würde mich mal wieder reizen.

Außer Vice City und den PSP-Ablegern habe ich bislang alle Teile der GTA-Serie gespielt (bzw. im Fall von GTA IV versucht, ihn zu spielen) aber spätestens seit dem dritten Teil zunehmend die Lust daran verloren. Während die ersten beiden Spiele auf kurzweilige, unkomplizierte Action setzen, wurde das Spiel danach vor allem mit irgendwelchen Features zugemüllt (gut, in Sachen Storytelling hat Rockstar auch ordentlich zugelegt). Höhepunkt dieses Unsinns war wohl San Andreas, wo man seinem Charakter mit verblödetem Buttonmashing spielentscheidende Skills dazulernen musste.
Ich habe einst in der deutschsprachigen Spielewelt einiges Aufsehen erregt, weil ich eben dieses San Andreas mit einer hohen 70er-Wertung benotet habe. Für die Fanboys und „Du musst objektiv werten“-Hardcorianer war nicht ersichtlich, dass es Menschen gibt, die den halbgaren Spielelementen nichts abgewinnen konnten. Also wurde ich damals halt als Profilierungssüchtler beschimpft. Um so schöner ist es, dass ich nun endlich wieder einmal sagen darf, dass ein Teil der GTA-Serie fantastisch gelungen ist.
Es ist kurioserweise jener, der hinter die Zeiten des ersten 3D-Teils zurück geht und der auf der technisch schwächsten aller aktuellen Plattformen erscheint: GTA: Chinatown Wars (hier kaufen) für den NDS. Es ist eines jener zwei bis drei Spiele im Jahr, deretwegen ich den keinen Handheld entstaube und für die nächsten vier Tage überall hin mitnehme.
In Chinatown Wars sind wir zurück in der Vogelperspektive, zurück in der Unkompliziertheit, zurück beim Kern des Spiels: Bei stupider, schneller Action. Alles was in die Quere kommt wird über den Haufen geknallt, die speziellen Features des DS werden ganz natürlich in die Spielerfahrung integriert und wenn man knapp vor dem Ende einer Mission ins Gras beißt dominiert nicht der Frust, sondern die Lust es nochmal zu machen.
Es ist nicht nur das beste GTA seit dem zweiten Teil. Chinatown Wars ist auch der echte dritte Teil.

Kein anderes Spiel konnte mich in den letzten Monaten dermaßen an die Xbox fesseln, wie der Zombieschnetzler Left 4 Dead (Valve). Das Spielprinzip: Vier Überlebende eines Zombieausbruchs kämpfen sich durch eine Horde Untote und versuchen das rettende Levelende zu erreichen. Simple as that. Statt auf schmückendes Story-Beiwerk setzten die Entwickler ganz auf den Multiplayer-Aspekt. Nur durch Kooperation mit den Teammitgliedern hat man eine reelle Chance das Levelende zu erreichen. Einsame Wölfe steuern ihrem sicheren Tod entgegen.
Wenn ich mir nun die monatlichen Xbox Live-Statistiken so anschaue, scheine nicht nur ich vom Zombievirus befallen zu sein: Seit dem Release im November 2008 hat sich Left 4 Dead in die Top 10 der meistgespielten Multiplayerspiele festgebissen. Dank dem in der letzten Woche gratis(!) veröffentlichten Survival-Pack dürfte sich daran in den nächsten Monaten auch nichts ändern. Der namensgebende Spielmodus reduziert dabei das ohnehin simple Spielprinzip auf unseren archaischen Überlebenstrieb. Auf einem abgeschlossenen Areal muss der Spieler, wieder begleitet von drei Teamkameraden, schlichtweg gegen eine Überzahl Zombies um sein Leben kämpfen.
Anders als im Kampagnenmodus wird einem hier jedoch keine Chance gewährt: Der Tod ist eine ausgemachte Sache. Einzig der Zeitpunkt kann herausgezögert werden. Und genau hier liegt der Reiz des Modus. Um möglichst lange unter den Lebenden zu weilen ist die taktische Absprache mit den Teamkollegen unabdingbar. Wo verschanzt man sich auf dem Areal? Wer positioniert sich wo im Unterschlupf? Sollen Sprengfallen gelegt werden oder nicht? Welche Waffen sollen bei der Verteidigung eingesetzt werden? Diese und weitere Fragen sollten tunlichst in der Vorbereitungsphase geklärt werden, möchte man nicht innerhalb kürzester Zeit zu Zombiefutter verkommen.
Was danach kommt ist, trotz aller Vorbereitung, pures Chaos. Denn mit fortlaufender Dauer werden die Intervalle heranstürmender Untoter immer kürzer und die Ausmaße ihrer tödlichen Gier nach Lebenden immer größer. Von der wohlüberlegten Spieltaktik bleibt so nach einigen Minuten nicht mehr viel übrig. Sie weicht dann einem blinden Umsichherschießen im verzweifelten Kampf noch ein paar Sekunden auf der mitlaufenden Highscore-Stoppuhr herauszuschinden.

Eben habe ich mir nochmal die Pressemeldung durchgelesen, in der Pro Evolution Soccer 2010 angekündigt wird. Sie strotzt vor vollmundigen Versprechungen, die sich aber allesamt sinnvoll anhören. Bessere Mitspieler-KI, agilere Goalies, Teamvision 2.0, mehr Taktik am Spielfeld, Rückkehr zur Simulation und die Kontrolle mehrerer Spieler zur selben Zeit. Halt! Da war doch was.
Begonnen hat meine virtuelle Kickerkarriere eigentlich mit der großen Konkurrenz von EA Sports, der FIFA-Reihe, ganz oldschoolig mit Fifa International Soccer, das noch auf Disketten ausgeliefert wurde. Dort blieb ich auch, bis zur Version 2002. Die Version für 1998 und FIFA ’99 mit Sturm Graz waren unterhaltsam, 2000 und 2001 hatten mich enttäuscht, 2002 war der letzte Titel der Reihe mit Simulationsanspruch. Alles was danach kam hatte für mich mehr mit Tischfußball zu tun als mit dem runden Leder.

Polen hat nicht nur erfolgreichen Frauenvolleyball zu bieten, sondern auch ein ganz besonderes Playstation 3-Bundle. Scheinbar ist man dort der Meinung, die Konsole bräuchte angesichts der schwachen Verkaufszahlen Unterstützung von ganz oben und legt dem Paket neben einigen Spielen noch eine Bibel bei. Tatsächlich handelt es sich um ein inoffizielles Bundle, was so nicht von Sony angeboten wird.
Möglich ist natürlich auch, dass man seine virtuell begangenen Sünden mit Hilfe der Bibel direkt nivellieren kann. Wie die Erklärung offizieller Seite auch immer ausfallen mag – Playstation 3 und Jesus passen für mich einfach nicht zusammen.

Zeno Clash (vom ACE Team) ist ein besonderes Spiel. Es wirft mich mir nichts dir nichts in eine bizarre, eigentümlich schöne Fantasiewelt mit Steampunk-Anhauch und verdammt mich dazu, mich dauernd zu prügeln. Wenn ich den Großteil der mir sehr unfreundlich gesinnten Figuren dann auch noch zum engen Verwandtenkreis zählen darf, frag ich mich erst einmal was los ist. Das Spiel erzählt mir eine Geschichte, die mich bis zuletzt verwirrt und trotzdem gefesselt hat.
Was sehr verworren in einem skurrilen Dorf beginnt, endet auch in dem selben und entpuppt sich als Familiendrama der besonderen Sorte. Warum meine Geschwister mir nach dem Leben trachten lässt sich einfach erklären, denn anscheinend habe ich „Father-Mother“ umgebracht. Wies es dazu kam, werde ich an dieser Stelle freilich nicht spoilern.

Wie die meisten Betreiber von Online-Rollenspielen hat auch Blizzard seit Release von World of Wacraft mit Hacks und Goldverkäufern zu kämpfen. Spannend zu beobachten war allerdings, dass man gegen konkrete Cheatprogramme, die Bots, quasi nichts ausrichten konnte. Man versuchte immer wieder sein Anti-Hack System Warden auf den neusten Stand zu bringen, hinkte aber ein ums andere Mal hinterher.
Nach über vier Jahren, in denen Spieler mit Goldverkäufern und Bots gestört wurden, scheint das Studio nun endlich einen durchschlagenden Erfolg gegen Botentwickler feiern zu können. Der Prozess gegen MDY Industries, Macher des größten Botprogramms für World of Warcraft, wurde gewonnen und der Bot musste eingestellt werden. Mehrere andere Botprogramme haben ebenfalls ihre Pforten geschlossen.
Für ehrliche Spieler bedeutet das vermutlich weniger Farmer, weniger Goldangebote, dafür aber mehr echte Mitspieler. Wurde auch Zeit!

Dass Indie-Entwickler eines Tages die Welt retten würden, war uns allen klar. Dass sie es aber auch schaffen, ein neues Monkey Island unter die Leute zu bringen, bevor die Schergen der LucasArts-Rechtsabteilung überhaupt wussten was lost ist, ist erstaunlich. Fabu ist der Held, den ich meine. Mit Monkey Island 5: Escape from ASCII Island reist die Serie in eine Zeit zurück, in der es sie noch gar nicht gab: Guybrush Threepwood wird zum Text-Adventure-Star.
Ich war auf den ersten Versuch hin noch etwas überfordert, aber das wird schon wieder. Kleiner Tipp für die Nicht-Gedächtnisweltmeister: Mitschreiben ist angesagt. Bis dahin dudelt das Spiel erstmal als Tab im Hintergrund meines Browsers um die einfach göttliche Musik der Affeninsel aus meinem Boxensystem schallen zu lassen – allein dafür hat Fabu schon jeden Reichtum der Welt verdient.
In unseren Kommentaren ist natürlich eifriges Lösungen-Austauschen erwünscht. Geschafft hat das Spiel nämlich bislang noch niemand. (via)

Weil ich kürzlich wieder Mafia gespielt habe und es 7 Jahre nach seiner Veröffentlichung immer noch großartig finde, wage ich zu hoffen: Mafia 2 wird absolut humba! Und wenn ich die aktuellen Videos (siehe unten) sehe, dann bin ich mir damit schon ziemlich sicher. Um das Spiel muss man sich wohl keine großen Sorgen machen, Vorfreude reicht. In langen gewaltfreien Passagen baut Mafia 2 Spannug auf, lässt die Atmosphäre knistern, erzählt die Geschichte wie ein Film.
Unser Mafiosi (ist das wieder Tommy?) streift auf der Suche nach einem Opfer durch ein Hotel, sieht sich mit seinem Sidekick noch kurz die stimmige Bar an. Und dann steckt der Kerl ihm eine Waffe zu und die Luft brennt. Präzise wird durch die detailreiche Gegend geschossen, aus Deckungen hervorgesprungen und ich kann mir so richtig vorstellen, wie sich der Puls in dieser Situation anfühlen wird.
Und dann lese ich diesen Kommentar unter dem Video: „lmao! why no bullet decals in bodies? godfather 2 had that„. Schlagartig ist plötzlich klar, dass Mafia 2 nur mies werden kann. Keine Einschusslöcher in den Körpern – unverzeihlich. Seht selbst.
Bitte beim Kommentieren nicht völlig den Verstand verlieren.

Manche Spielprinzipe sind zeitlos. Das musste ich feststellen, als mich vor einigen Wochen das Tower Defense-Fieber packte und nicht wieder losließ. Begonnen hat alles mit GemCraft, einer gut gemachten Flashversion eben dieses Konzeptes (Anm, Februar 2021: wir haben den Link auf eine aktuelle HTML5-Version des Spiels aktualisiert, die ursprüngliche Flash-Version von GemCraft ist aufgrund des ausgelaufenen Supports von Adobe Flash nicht mehr ohne weiteres funktionsfähig). Freilich gibt es tausende weitere Versionen im Netz, die oft kostenfrei erhältlich sind. Als ich dann in einer Einschaltung von Steam zufällig den TD-Klon Defense Grid (Hidden Path Studios) sah, wusste mich die Beschreibung eigentlich nicht sonderlich anzusprechen, und auch das SciFi Szenario war nicht mein Ding. Gekauft hab ichs dann trotzdem – fragt mich nicht warum, denn ich weiß es nicht mehr. Bereut hab ichs glücklicherweise nicht. Weiter lesen Turm schlägt Monster
Guild Wars feiert am 28. April seinen vierten Geburtstag, dennoch gibt es seit heute 21.00 Uhr ein ordentliches Inhalts-Update und die Feierlichkeiten haben um 21.00 Uhr begonnen – herzlichen Glückwunsch!

Das wichtigeste dabei sind ist wohl die Erweiterung der Xunlai Truhen (sprich das accountweite Lager). Man kann die Kiste um vier Tabs erweitern und somit die Kapazität etwa verdoppeln. Allerdings belastet jedes Tab die eigene Geldbörse mit 8,99 Euro. Ebenso erhält jeder Charakter einen Slot für ein Ausrüstungspack – eine Gürteltasche die 5 bis 20 Ausrüstungsgegenstände fasst – diese können aber durch virtuelles Geld gekauft werden. Aktuell läuft übrigens eine Aktion (bis zum 1. Juni 2009) bei der man zusätzlich einen weiteren Tab für die Truhe kostenlos erhält.
Neu im Store ist auch ein Freischaltpaket für Pets sowie zwei Makeover-Pakete (zum Ändern des Erscheinungsbilds oder Geschlechts des Charakters) und ein Paket für die Änderung des Charakternamens. Ein einziger Namenswechsel kostet 12,99 Euro – in meinen Augen ist das Wucher, immerhin bekommt man alle drei Guild-Wars-Kampagnen bereits um ein Butterbrot, sprich 34,99 Euro. Das Makeover-Paket mit fünf Credits erhält man um 8,99 Euro, ebenso das Freischaltpaket für Tiergefährten (Pets).
Natürlich ist klar, dass sich NCsoft finanzieren muss und dass Guild Wars ohne monatliche Gebühren spielbar ist, dennoch: ein einfaches Umbenennen des Charakters mit fast 13 Euro zu beziffern ist wirklich etwas irre – die Hälfte hätt’s auch getan.
Im übrigen ist der heutigen Pressemeldung von NCsoft und ArenaNet zu entnehmen, dass die Verkaufzahlen des Guild-Wars-Franchise die Sechs-Millionen-Marke durchbrochen haben. Wir gratulieren auch hierfür.

Ich musste drei Mal nachsehen, das gestehe ich. Und glaubt mir ruhig, dass ich das auch stets sofort bereut habe. Denn eigentlich war was mir nicht eingefallen ist ja doch immer ganz offensichtlich. Den Rest von Braid habe ich aber geschafft. Ganz alleine. Den nimmt mir jetzt niemand mehr weg.
Ich habe gerätselt und probiert und bin gestolpert und gefallen. Ich bin sehr oft gestolpert und gefallen. Aber dafür wurde ich nie bestraft. Sowas Dummes tut Braid nicht. Es gibt einem einfach diese unbegrenzte Zurückspul-Funktion, mit der man ohne Angst vor negativen Konsequenzen alles ausprobieren darf. Und damit stellt es einen vor eine durchdachte Hürde nach der anderen. Manchmal scheint einen das Spiel so lange zu verspotten, bis man endlich seinen Grips benutzt und die Hürde überwindet.
Und dann verteilt es Belohnungen.
Vordergründig ist der Preis für die „Arbeit“ nicht berauschend. Braid wirft dir ein Bild hin oder einen kleinen Ausschnitt aus seiner wunderbar gedankenreichen Geschichte. Aber dieses gute Gefühl, etwas geschafft zu haben, entblößt viele der aufwändigen und nichtssagenden Cutscenes anderer Spiele als das was sie sind: funkelige Betrügereien.
Nicht das was der Bildschirm zeigt belohnt den Spieler, in dessen Bauch muss das gute Gefühl sein. Jonathan Blow, der Mann der sich all das ausgedacht hat, dürfte das verstanden haben. Denn Braid ist von vorne bis hinten nur darauf ausgerichtet. Es versucht nicht, für jeden etwas zu haben und mit viel Kleingeld um sich zu werden. Dafür ist es viel zu selbstbewusst entworfen worden. Nur bestimmte Menschen haben ihre Freude daran, aber die dafür dann richtig. Menschen, die im Zweifelsfall auch stundenlang an einem kniffligen Sudoku sitzen, weil sie sich einfach nicht abschütteln lassen wollen.
Braid trailer from David Hellman on Vimeo.
Es ist schon ein bisschen cool, wie die Ankündigung von OnLive in der Branche aufgenommen wurde. Kurz waren alle ein bisschen geil darauf. Aber dann ging es schon bald los mit dem Kaputtgerede. Das könne unmöglich gehen. Schließlich könne man da ja nicht hundertprozentig lagfrei spielen. Sogar physikalisch unmöglich sei es, habe ich gehört. Wie könne man so schon ernsthaft und professionell Online-Shooter zocken? Ab und zu würde bei ersten Tests im Bild ja auch noch eine kleine Störung zu sehen sein. Und manche haben sogar noch einige gute Argumente.
Also das ist doch nicht schlecht. OnLive fand immerhin sieben Entwicklungsjahre hindurch Investoren, die es großzügig finanzierten (obwohl es risikoreich war und offensichtlich jeder Freizeit-Geek es nach zwölf etwas angestrengteren Nachdenk-Sekunden als sinnloses Unterfangen entblößen kann). Die wichtigsten Publisher sagten alle „Ok, wir machen da mit“. Direkt am Ort der Ankündigung konnte man (zumindest) ein halbes Jahr vor dem Start sehen, dass es im Großen und Ganzen bereits jetzt ganz gut läuft. (Und obwohl es natürlich nicht so schön aussieht wie auf einem Hightech-Superrechner, sieht es im Vergleich zu den Konfigurationen die ich mit meinem limitierten Aufrüst-Budget nutzen muss geradezu lässig aus.)
Und dennoch: Diele Experten bei Spielemagazinen und in deren Foren, erklären nach 15 Sekunden halbwegs angestrengtem Nachdenken, dass und wieso es nicht klappen kann (und wieso man es nicht auch gar nicht will).
Die IT- und Spielebranche ist eine der dynamischsten und innovativsten Branchen der Welt. Schon viele Menschen sind mit einem „Das kann nicht gehen“ in peinliche Fettnäpfchen getreten, die ihnen ewig nachhingen – und alles was man beim nächsten potentiell größeren Ding hört ist wieder „Geht nicht“.
Ich möchte wissen, wie viele jener, die OnLive jetzt (vielleicht zurecht aber grundlos) im Vorfeld wegzureden versuchen, auch bei der Wii meinten: „Das wird nichts. Das floppt. Das sieht nicht gut genug aus“. Die Foren und Magazine gingen nach einem kurzen „Wuh! Geil!“-Moment in solchen Kommentaren ja geradezu über.
Und jetzt stehen wir über Jahre später (bald in der Mitte des aktuellen Konsolenzykluses) da und es passierte natürlich genau das, was ich einst vorausgesagt hatte (ein kurzes „Ich habs ja gesagt“ sei mir bitte erlaubt. ;)): Die Wii ist die mit Abstand erfolgreichste Konsole dieser Generation. Und lustigerweise ist das einzige Problem mit ihr eines, das (inklusive mir) fast niemand so radikal vorausgesehen hat: Nintendo lässt die sogenannten Hardcoregamer nicht nur ein bisschen sondern völlig links liegen.
Oder um ein Beispiel näher am aktuellen Thema zu nehmen: Wie viele von den Skeptikern haben wohl behauptet, Steam würde sich nie durchsetzen?
Möglich, dass OnLive floppt. Es gibt ein paar Gründe, warum um es so sein könnte. Bis sowas einmal im großen Stil aktuelle Vertriebswege ersetzt, wird es wegen den gegebenen technischen Limitationen auf jeden Fall noch einige Jahre dauern. Aber technische Limitationen sind auch oft schon viel schneller als gedacht niedergerissen worden. Möglicherweise funktioniert OnLive ganz einfach und wir haben wieder ein paar prominente Irrtümer mehr, über die wir in einigen Jahren lachen können.
Es gibt aber eigentlich keinen Grund, dem jetzt schon positiv oder negativ gegenüber zu stehen. Ende des Jahres und in den darauffolgenden 24 Monaten werden wir es ohnehin unausweichlich wissen. Diese oft gesehene, entmutigende Vernichtung von Dingen die niemandem weh tun, lange bevor man es wirklich beurteilen kann, verstehe ich ehrlich gesagt nicht ganz.
Andererseits könnte dann auch niemand jemand anderem ein hämisches „Ich hab es ja gesagt“ unter die Nase reiben. Wäre das nicht schade?