Archiv der Kategorie: PC

New Star Soccer – Football made simple

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Schuss oder Kopfball?
New Star Soccer ist ein Phänomen – keine Fancy Features wie Personality Plus, keine Spielerlizenzen, keine aufwändige Soundkulisse, ja nicht mal grafische Darstellung der Spiele – und trotzden wahnsinnig motivierend. Wir leben im Spiel den Traum eines jeden Hobby-Fußballers, werden Profi und übernehmen die Geschicke unseres virtuellen Konterfeis im zarten Alter von 17 Jahren. Nachdem wir unser Startkontingent an Attributspunkten auf Werte wie Schnelligkeit, Stärke oder Tackling verteilt haben, dürfen wir uns für einen der vielen Clubs als erste Karriere Station entscheiden. Mit von der Partie sind auch deutsche Vereine bis in die Regionalliga.

Einen solchen Verein sollten wir uns auch durchaus für den Start aussuchen, um regelmäßige Einsatzzeit zu bekommen. Haben wir uns für eine Spielvereinigung entschieden und den Vertrag unterzeichnet, geht es dann schon in unsere erste Saison. Um uns auch ganz auf den Fussball konzentrieren zu können, müssen wir nebenbei zahlreiche andere Dinge wie Freunde, Familie und Fans des eigenen Vereins im Auge behalten. Je besser wir uns mit verschiedenen Fraktionen in und um unseren Club stellen, desto größer sind unsere Chancen, eine ganz große Nummer im Weltfußball zu werden. So müssen wir uns zeitweise zwischen Freunden und Arbeit entscheiden und abwägen, ob und wie viel Geld wir unserer Familie für ein neues Haus zuschießen. Autokäufe und Casino-Gänge stehen ebenso auf den Programm und runden das Drumherum ab. So ist auch zwischen den Spieltagen immer etwas zu tun.

Doch was zählt, ist letztendlich auf dem Platz. Und hier wird der Fifa-verwöhnte Fußballer erstmal schlucken müssen – es gibt keine grafische Darstellung der Spiele. Unsere Aufgabe ist es, auf bestimmte Spielsituationen mit verschiedenen Aktionen zu reagieren. Ob diese Aktion schließlich erfolgreich ist, hängt von unseren anfangs verteilten Attributspunkten ab, die wir im Laufe des Spiels durch Training und Spieleinsätze stetig verbessern. Falls wir anfänglich unser Kopfballspiel zu sehr vernachlässigen, können wir uns sicher sein, in Eckball- und Freistoßsituationen keine guten Chancen auf Erfolg zu haben. Dabei müssen wir immer unser Match-Rating im Blick haben. Bei guter Bewertung, winken uns Sponsorenverträge, Angebote von größeren Vereinen und das Wohlwollen unserer Mitspieler, was sich seinerseits in häufigerer Beteiligung an Spielsituationen äußert. Spielen wir über langen Zeitraum schlecht, droht unsere Karriere zu scheitern und wir werden an kleine Vereine weitergereicht.

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Das Hauptmenü

Und auch wenn es nicht so aussieht – das Ganze macht wirklich richtig viel Laune und motiviert über lange Zeit. Bis wir eine ganze Karriere durchgespielt haben, vergehen einige Tage. Und auch danach ist die Motivation hoch, nochmal etwas neues auszuprobieren und den Fokus evtl. mehr auf Schnelligkeit und weniger auf Passgenauigkeit zu setzen oder unseren Startverein dieses Mal beim erstbesten Angebot zu verlassen.

Das Positive an der spartanischen Präsentation ist natürlich, dass New Star Soccer auf jedem Rechner der letzten 10 Jahre problemfrei laufen wird. Darüberhinaus müssen wir keinen müden Cent für das Spiel bezahlen: Auf http://www.newstargames.com/ könnt ihr euch kostenlos registrieren und den Registrations-Key für das Spiel holen. Auf der Homepage des Herstellers werdet ihr auch die jeweiligen Nachfolger finden – inzwischen drei an der Zahl. NSS3 führte eine hübsche 2D Match-Engine ein, NSS2010 ist sogar in 3D. Gestern kündigte Entwickler Simon Read den fünften Teil der Serie für Ende Februar an, der wieder zur Zweidimensionalität zurückkehren wird.

SpeedLink Strike FX – Das kabellose Mauerblümchen

SpeedLink Strike FX

Ein neues Gamepad durfte durch meine neugierigen Griffel wandern. Im Gegensatz zu den bisherigen Testkandidaten (Saitek PS2700, Logic3 PowerPad) kommt der Vertreter der Gamingmarke SpeedLink ohne Kabel daher. Und nicht nur das, er hält auch andere positive wie negative Überraschungen bereit. SpeedLink Strike FX – Das kabellose Mauerblümchen weiterlesen

NightSky – Ein wunderschönes Ballspiel

NightSky

Eine seltsame Kugel am Strand, die von Lebensenergie beseelt scheint. Ein ungenannter Erzähler, der sie mitnimmt. Und wirre Träume. Das Intro ist kurz und wirkt, als wäre es aus einem alten LucasArts Adventure. Ein wenig erinnert es mich an Loom. NightSky selbst hat mit Point and Click nichts zu tun, bietet aber wunderschöne Kniffligkeit. NightSky – Ein wunderschönes Ballspiel weiterlesen

Wir empfehlen das Humble Bundle

The Humble Bundle (Auswahl)

Ich hab mich ja schon gefreut, als vor wenigen Tagen das „Humble Bundle #2“ das Licht der Welt erblickte. Eine Sammlung von fünf Indie-Perlen zum „Pay What You Want“-Prinzip. Fünf tolle Spiele also zum selbstbestimmten Preis. Auch für lau, wenn man geizig oder knapp bei Kasse ist. Wir empfehlen das Humble Bundle weiterlesen

Super Meat Boy – dieses Spiel macht mich krank

Super Meat Boy

Ich habe 10 Euro ausgegeben. Um meine Nerven zu ruinieren, meine Geduld zu massakrieren und um mich zu einem seelisch labilen Wrack zu machen. Ja, wirklich. Wer mich länger beim Spielen von Super Meat Boy beobachtet, würde mich wohl in die Klapse einweisen lassen. Also leide ich allein vor dem Bildschirm und unterdrücke jeden zweiten Schrei – hossa! Super Meat Boy – dieses Spiel macht mich krank weiterlesen

PES 2011 – Patch mit Bundesliga, Premier League & Co

PES 2011 mit PES-EDIT Patch 1.0 (Screenshot von PES-EDIT.com)

Seit zwei Monaten spielt auch Rebell Pro Evolution Soccer 2011. Und natürlich hätte sich das Spiel längst für ein Review angeboten. Aber weil wir gerne zwei Fliegen mit einer Klatsche erschlagen, bringen wir euch den Test von PES 2011 mit der neuesten Ausgabe des PESEdit-Patches.

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Two Worlds II – Was ist Gothic?

Ich darf mich nun seit über 20 Jahren Computerspieler schimpfen. Und trotz ungezählter Stunden Spielzeit kann ich behaupten, dass mich nur eine handvoll Spiele überrascht haben — positiv wohl gemerkt. Das liegt nicht an der fehlenden Qualität, eher daran, dass ich mich bereits in jungen Jahren vorab ausgiebig informiert und getestet habe. Damit blieben mir viele Enttäuschungen erspart, auch wenn es leider noch genug davon gab.

Eine dieser Enttäuschungen war für mich Two Worlds, will sagen der Vorgänger des heutigen Testopfers. Obwohl öfters positiv beschrieben, oh Schreck oh Graus welch Überraschung, war es meinem Empfinden nach eine Katastrophe. Verbugt, lahm, schiach (unschön). Entsprechend ignoriert habe ich auch die Ankündigung des Nachfolgers. Nachdem es aber derart viele wohlwollende, ja teils euphorische, Berichte zum zweiten Teil der zwei Welten Saga gab, wollte ich mir doch selbst meine Meinung bilden. Und, oh Schreck oh Graus welch Überraschung… alles ist Gut. Seit langem also endlich wieder einmal eine positive Überraschung in meiner kleinen Spielewelt.

In der Vorbereitung zu diesem Bericht dachte ich oft an Gothic. Der Vergleich drängt sich auf: Two Worlds 2 ist ein klassisches, westliches Rollenspiel mit allen Vor- und Nachteilen. Und es ist ebenso ein klassisches, westliches Fantasyspiel mit allen erdenklichen Stereotypen. Je länger ich aber in der Welt von Antaloor verbringe — ich bin bei weitem noch nicht durch — desto unwohler wird mir mit dem Vergleich. Two Worlds 2 hat es schlichtweg nicht verdient mit Gothic verglichen zu werden, zumindest nicht mit den jüngsten Auswüchsen dessen. Stattdessen werde ich es adeln mit dem Vergleich zu meinem Genreprimus Dragon Age: Origins. Womit ich schon früh offenbare was ich von Two Worlds 2 halte. Der Lauser hat sich getraut am Thron eines übermächtigen Gegners zu kratzen und ihm dabei sogar die Krone etwas verbogen. Wer nicht viel Zeit hat, kann hier mit dem Lesen aufhören, und das Teil kaufen eilen… wehe dem! Ich verspreche ich halte mich kurz, was angesichts des Spielumfangs schwierig ist.

Wie die Großen?

Wer mich kennt weiß, ich liebe es zu sudern, entsprechend halte ich mich an meinen, mir eigenen Stil und Schimpf bevor ich Hätschel. Wobei es tatsächlich wenig gibt zu tadeln gibt. Technisch gesehen braucht es keinen Vergleich mit Kombattanten höheren Budgets zu scheuen, im Gegenteil! So komplex ein Rollenspiel noch dazu im Open-World Stil auch ist, so beinahe fehlerfrei war es bisher, zumindest in spielerischer Hinsicht. Auch kommt es öfter vor, dass die Überreste gefallener Gegner in den umliegenden Modellen verschwinden, alles nicht allzu tragisch.

Lediglich zwei Dinge sind mir bisher wirklich unangenehm aufgefallen. Zum einen wären da die Ladezeiten. Technisch aktuell wird meist im Hintergrund geladen, lediglich bei schneller Reise per Pferd oder Sprint erscheint das Ladesymbol und es hakelt kurz. Doch wechselt man von Dungeons oder Häusern zurück in die Welt oder benutzt einen der Teleporter sieht man doch einen Ladebildschirm. Der nimmt sich an sich zwar sehr unwichtig und verschwindet auch schnell wieder aus dem Bild, allerdings kommt es oft vor, dass dabei Arbeit liegenbleibt. Anders kann ich mir nicht erklären, dass noch nach dem Ladebildschirm Spielmodelle materialisieren, Effekte aufpoppen und die Steuerung nicht reagiert. Das dauert nur einige Sekunden, die allerdings würden subjektiv weniger stören wäre der Ladeschirm noch im Dienst.

Zum anderen wären da Framedumps, also nicht Einbrüche in der Framerate sondern gleich Verwerfungen eben dieser. Das geschieht wieder beim Sprinten und Pferderlreiten, hängt meiner unqualifizierten Meinung nach also wohl mit dem Hintergrundladen zusammen. Wiederum nicht wirklich tragisch jedoch sehr störend.

Ein Punkt der mich jetzt nicht trifft, *zwinker*, bezieht sich auf die oben erwähnten Stereotypen. Na, wer errät es? Two Worlds 2 ist ein Spiel für Männer… oder Nerds. Eine jede Frauenbeauftragte würde dieses Spiel auf den Index setzen lassen und militante Feministinnen stapeln wohl schon die Holzscheite für ein zünftiges Feuerchen. Während die Testosteron-Fraktion im Spiel sich durchwegs martialisch durchs Leben schnetzelt, verbringt die bessere Hälfte der digitalen Weltbevölkerung die Zeit mit Haushalt. Natürlich spärlich bekleidet, minimum Cup C und generellen Supermodellmaßen. Zudem legen die Damen einen Hüftschwung auf’s staubige Parkett, welcher eher einer Tanne bei Windstärke 9 auf der Beaufortskala als einem anatomisch korrekten Ablauf entspricht. Wohl als Gegengewicht haben die Animateure die laufenden Männer zu X-beinigen Enten gemacht.

Ein Ring sie zu…

…falscher Film! Aber gute Überleitung zum nächsten Thema und damit zum Lobhudeln. Mag man zu Beginn noch denken, dass für die Story einfach rundum bei bekannten Vorlagen wie z.B. Herr der Ringe geklaut wurde, spürt man nach und nach, dass das nicht ganz stimmt. Mal ehrlich, es gibt kaum noch echte Neuheiten im Fantasy Sektor und da erinnert einen schnell etwas an die Größen wie Herr der Ringe. Der Punkt bei Two Worlds 2 ist, dass mit etwas Witz und Ironie von den anderen gespikt wird. Beispiel: gleich im „Tutorial“ finden man das Tagebuch eines Architekten der für den Bau eines Turms „beauftragt“ wurde. Die ersten Skizzen ähneln prompt einem gewissen Turm mit flammendem Auge ob drauf. Die gefallen dem Oberbösewicht allerdings nicht – der Turm sei zu gewöhnlich.

Hervorheben will ich auch die exzellente deutsche Synchronisation. Soweit ich es beurteilen kann, sollte auf meiner Disc auch die englische Sprachausgabe vorhanden sein, allerdings habe ich es mit den üblichen Mitteln noch nicht geschafft, in den Genuss dieser zu kommen. Sollte also jemand von euch das ganze schon in Englisch genossen haben, würde ich mich über ein Kommentar dazu freuen.

Einer der wichtigsten Punkte bei Rollenspielen nach der Story ist wohl das Itemmanagement und der Sammelfaktor. Auch hier gibt es wenig zu bekriteln. Man merkt zwar die direkte Umsetzung vom PC, trotzdem ist das Inventar gut zu steuern. Sehr gut gefallen hat mir das „Schmieden“ und modifizieren der Ausrüstungsgegenstände — so wird selbst aus dem rostigsten Degen ein mächtiger Schaschlikspieß. Veganer aufgepasst, ihr werdet von der Möglichkeit des Tränkebrauens nicht begeistert sein. Jedes erlegte Tierchen hält nämlich auch als Aphotheke auf Beinen her und gemeinsam mit der Flora kann schöne Medizin gebraut werden — Obelix würds freuen. Ein Tip: die Nützlichkeit dessen habe ich selbst erst spät gelernt, also gleich von Anfang an brauen und pantschen!

Zuletzt noch ein Wort zur Schwierigkeit. Glaubt man zu Beginn man kann Conan like quer durch die Savanne hirschen und alles Platt machen, was so kreucht und fleucht, wird man schnell vom nächsten Rhino platt gemacht. Allerdings ist das wirklich nur zu Beginn der Fall. Schnell levelt man hoch und dank fehlender — und das bitte im positiven Sinn betrachtet — Levelanpassung der Feinde wird man Conan auch bald gerecht. Hängt man wo, einfach einen oder zwei Aufträge annehmen und schon wird die lästige Mumienplage zu Mullbinden verarbeitet. Trotzdem wird es nie zu einfach oder gar fad. Zudem gibt es jede Menge Minispielchen mit guten Ideen. Stehlen ist nicht einfach anschleichen und Knopferl drücken, sonder ähnlich dem Schlossknacken muss etwas getüftelt werden. Guitar Hero Fans kommen beim musizieren mit Trommel, Flöte oder Banjo auf ihre Kosten.

Bald fertig?

Sorry für die Länge des Berichts, aber ich hätte gut und gerne noch 1000 Wörter tippen können. Two Worlds 2 begeistert mich wirklich. Es ist bei weitem kein perfektes Spiel, aber es ist bei weitem eines der besten Rollenspiele derzeit. Zudem ist bereits für Dezember ein ausführlicher Patch in Arbeit der die Benutzeroberfläche verbessert und Fehler beseitigt — ich werde berichten.

Und so lange dieser Artikel ist, so lange ist auch die Spielzeit. Ich glaube zwar nicht ganz an die kolportierten 100+ Stunden, aber will man alles entdecken und sämtliche Aufträge über die Bühne bringen, werdens schon 60+ sein. Und hier liegt wohl leider auch der Knackpunkt des Spiels. Wenige werden die Zeit aufbringen, wirklich alles zu erforschen und die Minispielchen ausgieben nutzen. Wem also Fallout oder Fable zu lange war, wird hier nicht glücklich werden.

Gäbe es einen Rebell.at Award dann würde ich hier einen verteilen – gleich den Goldenen bitte. So bleibt mir nur die Kaufempfehlung.

Nachwort: wiederum gibt es einen Multiplayer, den ich nicht angesprochen habe, da nicht wirklich genutzt. Wer Erfahrungen damit hat, bitte gerne kommentieren. Allerdings finde ich die Mehrspielermodi sehr einfallsreich, vielleicht schaffe ich doch noch die ein oder andere Stunde damit.

Gamertitle: TNF Rockaut

Damals, in der Bronzezeit (Verlosung zu Ende)

Bronze

„Bronze“ heisst das neueste Werk der Dreamspike Studios, und vertrieben wird es von den Strategieveteranen von Shrapnel-Games. Hinter der Fassade der wenig spektakulären Grafik – aber immerhin im handgezeichneten Look – verbirgt sich ein kleines Juwel.

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Komisches Flugding (Gewinnspiel beendet)

Nimbus

Wer braucht schon eine Story? So, oder so ähnlich muss der Gedankengang der Entwickler von Noumenon Games gewesen sein, als sie den Beginn von Nimbus entwarfen. Zwei fliegende Geräte von nicht näher definierter Art stehen sich gegenüber. Ein großes Auge entführt eines davon. Und das andere  – Überraschung – bricht auf um es zu retten. Komisches Flugding (Gewinnspiel beendet) weiterlesen

The Ball – Hol das Bällchen

Im Werbetext heißt es: The Ball ist der First-Person-Puzzler, mit dem größten Ball und dem gefährlichsten Affen. Keine Kunst, denn neben Portal ist The Ball tatsächlich der erste nennenswerte Ableger seit langem, der mir unter die Fittiche gekommen ist – entsprechend gespannt war ich natürlich. Die Vorgeschichte des Titels ist dabei ein wenig kurios: Ursprünglich sollte das Ganze eine Total-Conversion zu Unreal Tournament 3 werden. Dann aber haben sich die drei klugen Köpfe dahinter entschieden, das Indie-Studio Teotl Studios zu gründen und das Spiel Standalone zu einem fairen Preis auf den Markt zu bringen. Was dabei herumgekommen ist, habe ich mir angeschaut!

Im Story-Modus schlüpfen wir in die Rolle eines namenlosen Archäologen, der bei einer Ausgrabung in Mexiko in einen Schacht fällt und so von seinen Kameraden abgeschnitten wird. Anstatt aber tatenlos herumzustehen und auf Hilfe zu warten, erkunden wir ganz in Indiana Jones-Manier natürlich die ersten Gänge und Höhlen im Spiel und erfreuen uns an der schönen Ausleuchtung und Atmosphäre. Da kommt richtig Stimmung auf! Schon bald stolpern wir über einen Gegenstand, der sich einfallsreicher Weise „Ancient Weapon“ nennt. Mit diesem können wir unser baldiges Anhängsel wegstoßen oder transportieren. Das Anhängsel ist natürlich kein geringerer als DER BALL, über den wir einige Gänge weiter hinter einer Tür stolpern.

Der Ball wird uns von nun an das gesamte weitere Spiel begleiten und ein wertvoller Weggefährte zur Lösung der Rätsel und Levels sein. Generell gibt es für jedes Level eigentlich nur jeweils eines von zwei Zielen: Den Weg zur Tür mit Hilfe unseres Balles zu finden und zu öffnen – das ist oftmals schwer genug. Oder den dann simplen Weg zur Tür unbeschadet zu überstehen. Dafür benötigen wir ebenfalls den Ball. Einige Spielabschnitte sind hierbei eine wahre Monstergrube. Verrücktgewordene Affen, Riesenwürmer und Mumien wollen uns dabei an den Kragen. Glücklicherweise ist der Ball ein schlagkräftiges Argument, um solcher Probleme habhaft zu werden. Kurzerhand überrollen wir ganze Gegnermassen, nutzen den Ball um über Fallgruben hinwegzusteigen und betätigen Schalter, um Giftgas in bestimmten Gebieten zu deaktivieren, um diese passierbar zu machen.

The Ball 2Wenn keine Monster involviert sind, widmen wir uns den knackigen, aber immer logischen Physikrätseln. Die Lernkurve im Spiel ist dabei wirklich angenehm. Die ersten Level sind so einfach, dass sie ein Tutorial unnötig machen. Später im Spiel tauchen dann Ancient Symbols auf, auf die ihr dringend achten solltet, wenn wir den Abspann zu Gesicht bekommen wollt. Ich hatte diese Symbole Anfangs wohlwollend übersehen und endete irgendwann in endlosen Kreiseln, die ich durch die Ruinen drehte. Erwähnenswert ist übrigens auch noch der zweite Spielmodus „Survival“. Hier geht es darum, gegen neun Gegnerhorden zu bestehen. Diesen können wir unter anderem mit Minen, Gravitationsbomben, Fallen oder natürlich dem Ball zu Leibe rücken. Um einen Eindruck von der Schwierigkeit dieser Spielvariante zu bekommen oder einfach davon, wie erbärmlich ich bin: Ich bin bislang an Gegnerwelle 1 gescheitert – Beweisfotos für bessere Leistungen sind erwünscht :)

Unterm Strich ist The Ball ein wahnsinnig motivierender, spannender und suchtfördernder Ableger seiner dünn gesähten Zunft. Vom Spielablauf erinnert es am ehesten an Portal mit einer guten Portion Serious Sam. Allen Puzzlern und Shooter-Fans, die bislang vor Indie-Games zurückgeschreckt sind, sei dieses schöne Machwerk also ans Herz gelegt, denn selbst die technische Seite ist gut gelungen. Bei Steam oder als Box-Version gibt es das Spiel für günstige 19,99.

Wirklich bemerkenswert, welch schönes Spiel Teotl Studios mit nur drei Entwicklern geschaffen hat. Ich bin jedenfalls auf weitere Titel aus diesem Hause gespannt!