Kategorie-Archiv: Spiele

Im Krieg gibt es immer Gewinner

Im Jahre 3364 nach Christus hat sich die Menschheit im Universum stark ausgebreitet. Durch die gewaltigen Kolonisationsvorhaben der Erde sind fünf eigenständige Reiche entstanden die zusammen über das von Menschen bewohnte Gebiet, die sogenannte Innere Sphäre herrschen und ständig um die Vorherrschaft in derselben kämpfen. Diese Reiche repräsentieren auch bestimmte Volksgruppen der Erde.

Nicht, dass es schon genug wäre, dass sich diese Gruppen selbst bekämpfen, kommt auch noch die Invasion der Clans dazu, die der Meinung sind, die rechtmäßigen Herrscher der Inneren Sphäre zu sein. Ständig toben brutale Kriege zwischen den Reichen, während auch noch die Clans irgendwie aufgehalten werden müssen. Die Kriege der Zukunft werden zwar auch mit konventionellen Mitteln wie mit Panzern oder Hubschraubern geführt, doch die wahren Könige des Schlachtfeldes sind die Battle-Mechs. Riesige, an die menschliche Statur erinnernde Maschinen. Zehn bis vierzehn Meter groß, zwischen 20 und 100 Tonnen schwer, mit den vernichtendsten Waffen der menschlichen Geschichte ausgestattet und mit tollkühnen Piloten gelten sie als die wahren Entscheidungsträger in jeder Schlacht.

In diesen Zeiten wo immer Mangel an guten Battle-Mech-Fronteinheiten besteht und die Kämpfe in der Inneren Sphäre an ihrem bisherigen Höhepunkt angelangt sind, mischen auch Söldnertruppen mit die gegen entsprechende Bezahlung für jede Seite in die Schlacht ziehen. Wie uns der Titel Mercenaries schon vermuten lässt, zieht man als einer dieser Söldnereinheiten in die Schlacht. Ausnahmsweise gehts auch mal nicht um Ruhm und Ehre sondern um Geld, welches man für jeden erledigten Einsatz kassiert.

Als Einstiegs-Söldner darf ich anfangs ein paar Tutorials mit einem netten Kerl vom MERCNET, der zentralen Söldnervermittlung, durchführen. Nach den recht hilfreichen Lehrstunden gehts noch unter einer letzten Bedingung an die Front. Eine erfahrene Söldnereinheit muss sozusagen die ‚Patronanz‘ über meine kleine Einheit übernehmen, für die ich dann als eine Art Untereinheit dienen und auch deren Insignien tragen darf. Wählbar sind folgende Söldnereinheiten: Kell Hounds, Northwind Highlanders, Wolf’s Dragoner und die Gray Death Legion. Je nach Zugehörigkeit meiner Truppe bekomme ich zum Anfangen verschiedene Mechs und ein mehr oder weniger gefülltes Konto. Ich entscheide mich natürlich für die Gray Death Legion (was für ein Zufall), welche mir acht Millionen C-Bills und eine Mischung aus vier leichten und mittelschweren Mechs zum Start zur Verfügung stellt.

Es gibt fast immer mehrere Einsätze auf verschiedenen Planeten auszuwählen, ich entscheide mich für meinen ersten Kampf auf Eaton. Der Sold ist zwar nicht gerade berauschend, aber ich habe volle Bergungsrechte was dieses Manko wieder ausgleichen sollte. Der Sprung nach Eaton kostet Geld, genauso wie die Bezahlung meiner Mitstreiter und die Erhaltung meiner Battle-Mechs, die je nach Größe meiner Einheit pro Spielwoche einen nicht unerheblichen Betrag von meinem virtuellen Konto abbucht.

Vor dem Einsatz geht’s noch kurz ins Mech-Lab, wo ich jede meiner Maschinen fast ohne Einschränkungen nach eigenem Ermessen mit Bewaffnung, Panzerung und einigen speziellen Features wie z.B. Sprungdüsen oder Raketenabwehrsystemen ausrüsten kann. Das Mech-Lab ist ein sehr wichtiger Bestandteil von Mercenaries. Wer jeden Mech in seiner Standardkonfiguration belässt, kann große Probleme bekommen. Ein Awesome, ein schwerer Angriffsmech mit 80 Tonnen, ist ‚ab Werk‘ mit drei PPK’s (Partikelprojektorkanonen) ausgerüstet, welche zwar sehr effektiv sind aber ein gewaltiges Hitzeproblem verursachen. Energiewaffen verursachen generell, je nach Stärke, Hitze die mit in den Mechs integrierten Wärmetauschern abgebaut werden muss. Sollte man jetzt auf einem glühend heißen Wüstenplaneten die obige Bewaffnung abfeuern, wird der Mech sofort überhitzen und eine Notabschaltung einleiten. So etwas kann in einem wilden Gefecht fatale Folgen haben..

Nachdem ich nun also im Labor meine Mechs den Umständen entsprechend bewaffnet und mich am freien Markt mit passenden Geschützen und Piloten eingedeckt habe, bin ich bereit um den ersten Einsatz am Planeten Eaton zu starten. Kurz vor dem Start teilt mir eine sympathische Frauenstimme noch die Missionsziele mit. In diesem Fall gilt es im Auftrag der Skye Separatisten einen Steiner-Geleitzug zu stoppen, was für den Anfang nicht allzu schwer fallen dürfte.

Video’s oder dergleichen wird man vergeblich
suchen, stattdessen kommt ein In-Game Briefing direkt am Planeten, welches auf der Grafikengine basiert. Die Stimmen wurden in der deutschen Version übrigens vorzüglich synchronisiert, was in meinen Augen eine Seltenheit ist.

Der erste Einsatz kommt einem Inferno gleich – zumindest für meine Gegnerschaft, welche hauptsächlich aus Panzern und Hubschraubern besteht die gegen meine Mechlanze chancenlos sind. Wer sich jetzt Fragen sollte, was eine ‚Lanze‘ ist: Eine Lanze ist eine Einheitsbezeichnung für Gruppen aus vier Battle-Mechs. Bei den Clan Invasoren heisst das selbe Stern und dieser besteht aus Gruppen zu fünf Maschinen.

Die Grafik ist nichts besonderes, aber durchaus okay. Natürlich gibt es Grafikbomben wie Unreal 2 und dergleichen, diese sind aber weder mit Mercenaries direkt vergleichbar noch kommen sie an dessen Spieltiefe heran. Auf den ersten Blick sieht das Spiel von der Storyline zwar unspektakulär aus (keine Videos, sehr kurze Briefings), aber obwohl man eine unabhängige Söldnereinheit verkörpert, muss man im Laufe des Spiels einmal Partei für Haus Steiner oder Victor Steiner-Davion ergreifen. Je nach Entscheidung wird die Story etwas später im Spiel dann in eine gewisse Richtung gelenkt. Wie es mit der Tendenz zu einem Regime steht, lässt sich jederzeit im Befehlszentrum, dem Kommandostand der Einheit, einsehen. Da uns Microsoft die deutsche Version freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat, weiss ich nicht wie es um die Originalstimmen steht, aber wie schon erwähnt, weiss die lokalisierte Version auf voller Linie zu überzeugen und hebt sich wohltuend von Katastrophen à la Unreal 2 ab.

Musikalisch ist das Spiel zwar ebenfalls recht gut ausgestattet, aber Musik wird nur an bestimmten Punkten eingesetzt. Die meiste Zeit muss man also ohne eine Untermahlung auskommen, was aber vielleicht auch besser ist, da die Soundeffekte dafür umso besser rüber kommen. Das Geschützfeuer einer ‚Rotary Autocannon‘ oder den Lärm beim Abschuss von 20 Raketen aus einem ‚Long Range Missile Launcher‘ muss man einfach gehört haben ! Hier zahlen sich gute Boxen aus, allerdings muss man auch hier ein wenig aufpassen, da die Nachbarn sehr schnell ihre Sachen packen und flüchten könnten in der Annahme eine Panzerdivision stößt auf ihre Veranda vor.

Sollte man irgendwann mal die Nase voll vom Singleplayerpart haben, kann man sich mal den Multiplayermodus zu Gemüte führen der viel zu bieten hat. Völlig unkompliziert ist es möglich, direkt über das Hauptmenü von Mercenaries ins Spielgeschehen einzusteigen. Sollte ein Patch benötigt werden, wird er automatisch heruntergeladen. Einen CO-OP Modus findet man erfreulicherweise vor. Besonders viel Spaß machen auch die Teamfight und Capture-The-Flag Modi die actionreiche Kurzweil mit angemessener Brutalität bieten. Auch hier darf man sich, ganz nach eigenem Ermessen, einen Mech zusammenstellen und sich danach sofort ins Geschehen stürzen. Der Unterschied zu Multiplayer Dauerbrennern wie z.B. Unreal Tournament ist, dass die Zusammenstellung des Mechs mit der gewählten Karte zusammenpassen sollte und über Leben und Tod (nach wenigen Sekunden) entscheidet. Wer mit Langstreckenwaffen ausgerüstet versucht, einen Häuserkampf zu führen, wird sehr schnell etwas demotiviert sein..

Mechwarrior: Mercenaries ist keinesfalls eine große Genrerevolution, aber bietet eigendlich alles, was ein Battle-Tech– oder Action-Simulations Fan braucht um sein Herz höher schlagen zu lassen. Eine solide, motivierende Story im Singleplayermodus und die Möglichkeit gegen bis zu 16 menschliche Gegner anzutreten lassen den Adrenalinspiegel gehörig ansteigen. Ich bin mir zwar nicht sicher ob es sich für Besitzer vom ursprünglichen Mechwarrior 4 lohnt umzusteigen, aber jeder der noch keinen Teil dieser Saga zuhause hat, sollte schleunigst zugreifen und in der Inneren Sphäre (gegen Barzahlung, versteht sich) mal kräftig aufräumen.

Also ehrlich gesagt habe ich momentan für ein Fazit keine Zeit, mein Templer-Mech muss noch ausgerüstet werden und ein Betrieb auf Wernke hat gerade um Hilfe gebeten und natürlich bin ich bei einem Sold von über elf Millionen C-Bills nicht abgeneigt, ein paar Steiner Sturmlanzen zu plätten. Aber genug der Lobhudelei.

Grafik und Musik ist zwar nicht wirklich ein Meilenstein, aber die starke Story und (endlich wieder mal) ein überzeugender Multiplayer Modus sind dafür umso besser. Da der Review doch ein wenig spät dran ist, möchte ich aber darauf hinweisen das sich seit der Zeit des Erscheinens von Mercenaries schon einiges am grafischen Sektor getan hat. Trotzdem noch immer gute Mittelklasse. Hätte ich das Spiel vor sechs Monaten bekommen wäre sich wohl ein Rebell Award of Excellence ausgegangen, so reichts „nur“ für eine äußerst gute Bewertung und eine Empfehlung für alle Sci-Fi-, Simulations- oder Action Fans.

Überraschung: Ein Spiel im Zweiten Weltkrieg

Februar 1944, Ganz Europa ist vom Deutschen Reich überrannt worden. Doch eine kleine Insel (Großbritannien) und ein kleines Dorf in DÄNEMARK widersetzen sich den Eroberern. Für diese Aussage würde euch jeder Geschichtslehrer bedingungslos töten doch in Hearts of Iron ist alles möglich.

„Fans“ des Zweiten Weltkriegs müssen langsam aber sicher unter Entzugserscheinungen leiden, erschien doch schon seit mindestens zwei Tagen kein Titel mehr, der in diesem Szenario angesiedelt war. Paradox erlöst diese Spielerschar nun wieder und schickt uns mit Hearts of Iron direkt auf eine strategische Übersichtskarte.

Leider war es das zumindest im grafischen Bereich auch schon. Viel mehr als eine unspektakuläre Landkarte und zahlreiche ansehnliche Tabellen werden einem nicht geboten. Vor dieser optischen Kulisse verbringt man das gesamte Spielgeschehen. Alle wichtigen Mächte des Zweiten Weltkriegs sind dabei spielbar. Unterteilt ist das Spiel in drei Kampagnen die den Weg in den Krieg, die Phase des Blitzkriegs und das Eingreifen der Sowjet Union nachstellen. Natürlich kann man der Geschichte eine vollkommen andere Wendung verpassen und anstatt als deutscher Leithammel in Polen einzumarschieren ist es einfach möglich das Land politisch zu übernehmen. Diplomatie ist generell ziemlich wichtig und dementsprechend umfangreich sind die Möglichkeiten. Vom relativ problemlosen Beeinflussen anderer Nationen bis hin zur Marionettenregierung – trotz des Spruchs „Wo die Diplomatie endet, beginnt der Krieg“, der von der Verpackung prangt, sind die Möglichkeiten von Hearts of Iron vielfältig.

Insgesamt wird man sowieso mit einer Flut an Informationen und Features im Spiel begrüßt die vor allem Anfänger abschrecken dürften. Diese sollten vor dem wirklichen Spielbeginn unbedingt das Handbuch lesen und die zahlreichen Tutorials absolvieren. Trotzdem werden wohl nur Hardcore-Strategen vom etwas langatmigen Spielgeschehen nicht vertrieben werden. Darüber, dass es in HoI etwas längere Perioden gibt wo nichts wirklich Interessantes passiert, kann auch die Möglichkeit die Zeit zu beschleunigen nicht hinwegtäuschen. Das sorgt nämlich oft für ein steigendes Gefühl der Übersichtslosigkeit und Konfusion.

Die eigenen Gebiete werden von einer selbst erstellbaren Regierung geleitet die sich aus verschiedenen Ministern zusammensetzt. Diese haben spezielle Eigenschaften und so steigert ein Minister schon mal die Effizienz des Landes in der Industrie während ein anderer das Volk beruhigt. Ähnlich verhält es sich auch mit den Armeen. Dieser werden von diversen Offizieren geleitet die wiederum jeweils besondere Vorteile besitzen. Es ist auch wichtig die richtigen Generäle und Feldmarschalls einzusetzen, denn es macht keinen Sinn den Panzerspezialisten Rommel als leitenden Kommandanten eines Infanteriechorps einzusetzen. Unterstellt man einem General zuviele Einheiten, dann gibt es deftige Abzüge bei der Kampfstärke.

Apropos Einheiten, davon gibt es auch zahlreiche Varianten. Infanterie, Kavallerie, mechanisierte und motorisierte Trupps, Panzer, Flugeinheiten und Schiffe stehen im Kampf um die Weltherrschaft zur Verfügung. Alle Einheiten sind aufwertbar, sodass der Forschungspart eine gewichtige Rolle einnimmt. Die unendlich vielen Forschungsgebiete steigern dabei nicht unbedingt die Übersicht.

In den Kämpfen wird aber nicht nur die Stärke der Armeen berücksichtigt sondern auch zahlreiche Details wie die strategische Lage (Flüsse, Gebirge etc.), die Tageszeit und vorhandene militärische Infrastruktur wie Land- oder Küstenbefestigungen. Auch der Kommandant spielt hier wieder eine entscheidende Rolle.

Ich gebe es zu! Am Anfang hatten mich die ganzen Möglichkeiten des Spieles überfordert und auch die quasi nicht vorhandene Grafik und der etwas eintönige Sound haben mich nicht unbedingt zum Weiterspielen motiviert. Doch nach einiger Zeit, als ich kapierte, dass ich mich nicht in einem interaktiven Atlas mit vielen sinnlosen Tabellen befinde, erweckte Hearts of Iron doch noch etwas Spielspaß in meiner gequälten Zockerseele! Für begeisterte Strategen vielleicht kein Fehlkauf, für Anfänger ist das neueste Werk von Paradox zu unspektakulär und unübersichtlich.

Ascaron – Qualitätssicherung wird verstärkt

Erbost waren die Reaktionen vieler Fans von Anstoss als der vierte Teil der Serie vor Bugs nur so strotzte. Bei ihren letzten Spielen haben sich die deutschen Entwickler von Ascaron keineswegs mit Ruhm bekleckert. Auch Port Royal und Anstoss 3 waren ja alles andere als fehlerfrei. Sehr positiv waren allerdings die ehrlichen Antworten der Entwickler auf die Anschuldigungen der Fans und vor allem auch der Entschädigungsservice (Bsp.: Gratis Mega-Addon zu Port Royale).

Damit das in Zukunft nicht mehr nötig ist wird Ascaron nun die Belegschaft in der Test-Abteilung vergrößern. Schon für das Action-RPG Sacred und den nächsten Teil der Anstoss-Reihe darf man sich also eine klare Verbesserung der Qualitätssicherung erwarten.

JoWooD überrascht mit cooler Action

Manchmal können wenige Augenblicke den Verlauf eines Lebens komplett verändern. John McAffrey – seines Zeichens Hauptcharakter von Cold Zero – war gerade noch ein angesehener Lebensretter im Dienste der Polizei, als ihm ein fataler Fehler unterlauft. Beim Versuch eine Geisel zu retten erwischt der (mittlerweile Ex-)Scharfschütze leider die zu rettende Person selbst. Sofort folgt die Suspendierung und auch die Medien werfen sich voll Begeisterung auf den Unglücksraben.

Einige Zeit später greift ihr ins Geschehen ein. McAffrey leitet mittlerweile ein äußerst erfolgloses Detektivbüro. Diese Tätigkeit wird ihm schnell zum Verhängnis, denn als er sich ungewollt mit dem Mafiaboss der Stadt anlegt nimmt eine spannende Geschichte ihren Anfang.

Mehr sei aber erstmal nicht zur Story gesagt. In 16 Missionen solltet ihr euch am besten selbst von der Qualität des Spiels überzeugen. Wenn man dieses schnell erklären müsste bleibt wohl nur der Vergleich mit einer Mischung aus Commandos und Diablo zu nennen – geht doch gar nicht? – Geht ja wohl!

Per gelungener Point & Click-Steuerung darf sich McAffrey durch die Kampagne kämpfen und Erfahrungspunkte sammeln die er zum Steigern seiner Skills einsetzt. Dabei trifft er viele Schergen des Bösen die ihn unfreiwillig mit neuer Munition und Ausrüstung versorgen – natürlich erst nachdem John sie zur Strecke gebracht hat.

Das kann er entweder auf leisen Sohlen oder mit Brachialgewalt erreichen. Die zweitere Variante ist dabei meist die einfachere. Der Grund dafür ist die manchmal etwas unübersichtliche Kameraführung. Im Normalfall kann man die Kamera zwar problemlos schwenken und zoomen, leider gibt es aber doch immer wieder Situationen in der man einen Gegner aus dem Blickfeld verliert. In manchen Momenten wünscht man sich auch etwas weiter herauszoomen zu können.

Ist man ganz nah dran am Geschehen, dann bemerkt man die hübsche Optik des Titels. Die 3D-Engine kann sich natürlich nicht mit der eines Unreal 2 messen, hat aber durchaus ihre Reize und weißt keine augenscheinlichen Schwächen auf.

Der Sound ist auch solide umgsetzt worden. Hier bekommt man aber keine echten Highlights aufgetischt. Die Musik passt sich ans Spielgeschehen an und die Stimmen der deutschen Version sind nett gemacht.

Ungefähr hundert Wummen die allesamt mit Goodies wie Schalldämpfern oder ähnlichem aufgemotzt werden können liegen im Spiel parat. Dazu kommen natürlich auch noch zahlreiche Gegenstände wie Handys, Uhren etc. die man zwischen den Missionen beim benachbarten Hehler absetzen kann. Das coolste Ascessoire ist aber zweifellos eine Matrix-ähnliche Lederjacke. Die In Game-Beschreibung dieser erklärt es wohl am besten (sinngemäß): Eine schwarze lange Lederjacke. Nicht unbedingt optimal für heikle Einsätze. Aber HEY! Sie sieht verdammt cool aus.

Aus diesen Sätzen kann man schon entnehmen, dass in Cold Zero auch eine gewisse Prise Humor steckt. Gepaart mit der schönen Optik, der Story und dem teilweise suchterregenden Spielprinzip ergibt das eine der ersten echten Überraschungen 2003.

Es gibt Tage da geschehen noch Zeichen und Wunder. Als Cold Zero in der Redaktion eintrudelte hab‘ ich erst mit einem ziemlichem Trash-Game gerechnet – immerhin hatte man bisher nur selten von dem Actiontitel gehört. Doch die Entwickler von Drago Entertainment haben mich positiv überrascht – und das Kunststück gelingt ja nicht mehr allzu oft in letzter Zeit. Obwohl mir bewusst ist, dass sich nicht allzuviele Innovationen in Cold Zero verstecken, habe ich doch irgendwie das Gefühl endlich wieder einmal etwas zu spielen, das nicht schon viel zu oft da gewesen ist. Schade, dass dem Titel im Vorfeld so wenig Beachtung geschenkt wurde. Actionfans können bedenkenlos zugreifen.

Was ihr bald nicht mehr spielen dürft …

Wir nehmen wieder einmal den Blick in die Releaselisten als Grund her um unsere Kolumne zu untermauern. Hey! Und wieder entdecken wir dasselbe, Shooter wohin das Auge blickt. Wir wollen diesmal aber nicht unbedingt die mangelnde Vielfalt an Spielen hervorheben, wir erklären heute ein Genre für todgeweiht…

Nein! Nicht das Adventuregenre – das kürzlich übrigens von GameSpy zum hoffnungslosesten Genre erklärt wurde – und auch nicht die fast nicht anzutreffenden Simulationen oder rundenbasierenden Strategiespiele sind gemeint. Wir definieren heute das Actiongenre als potentiellen Anwärter für den Untergang.

Unsere Überlegungen begründen sich dabei auf die Macht der Konkurrenz. Wo es viel von einer Sache gibt, da können sich nur die Besten durchsetzen. Und ohne Zweifel gibt es derzeit und in den nächsten Monaten mehr Actionspiele als man unter das spielende Volk bringen kann. Irgendwann werden sich vor allem kleinere Hersteller darauf besinnen, dass ein zu wenig vermarkteter Shooter bei der Spielerschaft einfach nicht den nötigen Anklang findet. Auch große Publisher werden sich die Verkaufszahlen des 21. Actionspiels vor dem Hintergrund des Zweiten Weltkriegs nicht mehr mit anderen teilen wollen.

Was ist also die zwangsläufige Konsequenz? Entweder diese Hersteller hören auf Spiele zu entwickeln oder sie erkennen, dass hunderttausende Adventurefans – die es ja angeblich gar nicht geben soll – quasi nach einem neuen Manny Calavera (Grim Fandango) schreien.

Was lernen wir daraus? Richtig! Es ist absolut sinnlos ein Genre für tot zu erklären. Bestimmte Arten von Spielen können vielleicht vorübergehend untergehen, im Grunde kehren sie aber wieder. Irgendwann werden auch die fanatischsten Actionspieler genug von den ständigen Klonen haben und für einige Jahre wird man vielleicht nur noch drei oder vier Top-Titel des Genres spendiert bekommen. Vielleicht werden sogar die Strategiespieler keine Lust mehr haben 4000 Jahre menschlicher Geschichte in 24 verschiedenen grafischen Ausführungen nachzudaddeln. Dann wird es wieder fette Jahre für Adventurefans geben, mit Spielen die sinnvolle Innovationen in das altbewährte Spielprinzip mischen – bis einem die Vertreter des Genres aus den Ohren hängen weil sich einfach nichts mehr tut. Spätestens dann werden wir uns hier der Sache wieder mit einer Kolumne annehmen…

Was haltet ihr von dieser Kolumne? Unser <a href="http://forum.rebell.at" target="_blank">Forum</a> steht wie immer zur Diskussion bereit.

Activision – Publishing-Abkommen mit Val

Activision – ohnehin schon eine Traditionsfirma mit einem breit gefächerten Angebot an Top-Produkten – hat einen Deal abgeschlossen, der vor allem Fans von Half-Life interessieren dürfte. Die kalifornischen Publisher konnten sich die Rechte an mehreren zukünftigen Spielen der HL-Macher von Valve sichern. Unklar ist bislang, ob darunter auch Titel wie Half-Life 2 oder Team Fortress 2 fallen.

Ein erster Top-Titel aus dieser Kooperation wird im Mai erscheinen. Die beliebte Day of Defeat-Mod für Half-Life kommt da nämlich als eigenständige Version in die Läden. Die wird nicht nur zehn neue Maps sondern auch eine neue Konfliktpartei beinhalten. Die Briten ziehen nun mit in die Schlacht – übrigens in schöneren Kampfstätten, DoD wird grafisch ordentlich aufpoliert und bekommt neue Texturen und Effekte spendiert.

Über den Wolken…

Mit knapp 600 Sachen brettert das Geschwader, bestehend aus 15 Spitfire, in Richtung Frontlinie. Ihr Ziel: Deutsche Jagdbomber und deren Begleitschutz ausschalten, bevor sie die englische Küste erreichen und dort verheerenden Schaden anrichten. Das ist nur eine von vielen möglichen Szenarien von Combat Flight Simulator 3.

Bevor ihr aber gleich eine neue Kampagne beginnt, solltet ihr euch zuerst mit den verschiedenen Flugzeug Typen vertraut machen. Insgesamt gibt es 18 authentische Flugzeug, welche aber in 34 verschiedenen Variationen ausgeführt sind. Darunter befinden sich auch die ersten Kampfjets des Zweiten Weltkrieges. Die beste Möglichkeit, um sich mit den verschiedenen Typen und deren Handling und Bewaffnung vertraut zu machen, ist wohl ein freier Trainingsflug. Keine störenden Feinde und keine Aufgaben die zu bewältigen sind.

Realismus

Zugegeben, anfangs war es etwas schwierig die Flugzeuge während eines Gefechts unter Kontrolle zu halten, da ich alle Einstellungen auf „sehr realistisch“ eingestellt hatte. Als Hobbypilot kann ich aber versichern, dass Flugzeuge auch in Wirklichkeit schwer zu bändigen sind und erst recht solch alte Mühlen aus dem Zweiten Weltkrieg. Kommt man zum Beispiel in Turbulenzen schwankt das Flugzeug hin und her und man muss mit dem Joystick diesen Kräften entgegenwirken. Aber auch die Wettereffekte sind hervorragend gelungen. Denn mit den Jahreszeiten ändert sich auch die Witterung. Da kann es schon mal vorkommen dass man im Winter bei heftigen Schneetreiben Einsätze fliegen muss. Dies ist dann um so schwieriger da man keine moderne Avionik, sprich: Anzeigen wie zum Beispiel bei modernen Kampfjets, an Bord hat.

Grafik

Tja, Grafik mäßig hätte man sicherlich noch einiges verbessern können. Aus großer Höhe sieht die Welt ja recht schön aus jedoch im Tiefflug kann man nur grobe Texturen sehen. Hin und wieder einmal ein Haus oder eine kleine Stadt. Wenigstens bei den Landeplätzen hätte Microsoft etwas mehr Liebe zum Detail zeigen können. Und wenn wir schon bei Liebe zum Detail sind: Auch das Innere des Cockpits ist etwas spartanisch ausgefallen. Gut bei den Instrumenten gibt es nichts zu bemängeln aber die einzelnen Querstreben der Glashaube und die Seitenwände präsentieren sich schon etwas dürftig. Das hat Microsoft schon in der Zivilflug-Simulation Flight Simulator 2002 deutlich besser gelöst. Jedoch sind die einzelnen Bodenziele wie LKWs oder Lokomotiven sehr detailliert ausgefallen. Leider bekommt man die aber eher selten zu Gesicht, denn man rauscht sowieso mit einigen 100 Stundenkilometern über sie hinweg. Bei den Effekten gibt es aber keine Punkteabzüge.

Im Gegenteil, dafür gibt es sogar dicke Pluspunkte. In keiner Simulation habe ich je so schöne Explosionen und Rauchentwicklungen, etc. gesehen. Wenn man zum Beispiel ein Flugzeug am Motor trifft, dann explodiert es nicht sofort, sondern geht in einer riesigen Rauchfontäne Richtung Erde.
Ein Feature ist auch die kleine Sequenz wenn man aus dem Flugzeug springt. Erst dreht sich der Pilot einmal um sich selbst, fliegt einige Zeit, und öffnet danach von selbst die Reißleine.

Gameplay

Für jeden eingefleischten Flugsimulatorfan ist Combat Flight Simulator 3 sicher eine gute Investition, denn auch wenn die Grafik nicht high-end ist hat das Spiel einiges zu bieten. Je eine Kampagne mit den Engländern, USA und Deutschen steht zur Verfügung. Das Ziel einer Kampagne besteht im Zurückdrängen der Frontlinie, also möglichst weit in das Landesinnere des Feindes. Das heißt eure Aktionen im Luftkampf beeinflussen den Verlauf der Frontlinie unmittelbar. Wenn ihr eine Kampagne beginnt, dann fängt sie mit einem Blick auf die Karte Europas an. Dort seht ihr auch die Frontlinie welche in kleine Sektoren eingeteilt ist. Ihr könnt euch nun einen Sektor aussuchen. Dieser Sektor beinhaltet wiederum einige Missionen die ihr fliegen sollt. An der Anzahl der Missionen kann man nichts bemängeln, auch nicht an den Missionsaufgaben. In einigen Einsätzen müsst ihr die eigenen Bomber vor feindlichen Jägern schützen, Schiffe im Tiefflug angreifen, Brücken sowie diverse Bodenziele zerstören und so weiter. Aber auch für Schnelleinsteiger gibt es Missionen, unabhängig von der Kampagne, in denen man keine Zeit und Planung investieren muss. Für geschichtlich interessierte Spieler bietet Comabt Flight Simulator 3 auch einige historische Missionen. Diese sind Szenarien, die tatsächlich stattgefunden haben und auf Erfahrungsberichten von Piloten und offiziellen Aufzeichnungen basieren.

Alles in allem ein durchaus gelungenes Spiel, das nicht nur eingefleischten Simulationsfans schöne Stunden bereiten wird. Trotz der kleinen Grafikmängel bei den Texturen bringt Microsoft Combat Flight Simulator 3 einiges an Nervenkitzel und Spielspaß mit sich.

Krasses RTS/RPG aus dem Hause JoWooD?

Was wird SpellForce wenn’s fertig ist? Was zur Hölle hat Sieder III mit JoWooD am Hut? Wie bekommt ihr eure Wäsche so blütenweiss? Diese und viele andere Fragen haben uns beschäftigt – da der Release nun immer näher rückt, können wir euch nicht im Regen stehen lassen – ein Preview muss her, eure Mission: Lesen!

Die Frage, was SpellForce nun eigentlich werden soll, ist eigentlich recht schnell beantwortet. Vorwiegend handelt es sich um ein Strategiespiel, natürlich in Echtzeit. Das Ganze wird allerdings sehr stark mit Rollenspielbestandteilen untermauert. Man muss sich in etwa wie WarCraft III vorstellen. Neben den normalen Kampfeinheiten, das bedarf eigentlich keiner Erklärung, gibt’s die Helden, diese werden zur Unterstützung der konventionellen Armee eingesetzt – die Helden können allerdings nicht gekauft werden, sondern werden vom Avatar erschaffen. Vorweg, der Avatar ist die eigene Spielfigur – sie wird am Anfang frei nach gewissen Kriterien erstellt: Geschlecht, Rasse und Attribute. Er besitzt eine ganze Reihe an Spezialfähigkeiten und Zaubern. Damit auch der Rollenspielpart besser zur Geltung kommt, kann er Erfahrung sammeln und so in seinem Level aufsteigen. Die Helden können das nicht, sie bleiben immer in dem Level hängen, in dem sie erschaffen wurden – die Vorteile der Helden sind, wie beim Avatar, die Spezialfähigkeiten und Zauber – die maximale Anzahl der Helden beschränkt sich auf 5 Stück.

Hört sich mächtig kompliziert an – ist es auch, genau darum hat sich die Jungs von Phenomic das sogenannte "Click’n’Fight-System" einfallen lassen. Anstatt eine eigene Einheit anzuklicken, die betreffende Aktion auszuwählen und dann ein Opfer in den Reihen der Gegner auszuwählen, zäumt das neue System alles von hinten auf: Man klickt ein potentielles Opfer an und sucht sich die betreffende Aktion, die auf ihn angewendet werden soll aus. Ob das nun ein Zauber ist oder ob 25 Skelettkrieger auf einen Goblin losstürmen ist dabei Nebensache.

Für Abwechslung sorgen sechs verschiedene Rassen und genauso viele Rohstoffe. Menschen, Elfen, Zwerge, Orks, Trolle und Drow – die erste Hälfte ist von guter Gesinnung, die restlichen drei sind böse. Im Spielverlauf wird man die Rassen mischen und kombinieren können. Jede gute Armee braucht schließlich menschliche Paladine, Elfen-Bogenschützen und kleine, grimmige Zwerge mit riesigen Axten. Bei der Kombination der unterschiedlichen Rassen ist allerdings Vorsicht geboten, man will ja nicht, dass sich die eigenen Einheiten zu Brei schlagen, bevor die Schlacht im Gange ist. Jede Rasse hat also unterschiedliche Vor- und Nachteile, so werden zu die Menschen in der Nacht nicht so wirklich gut sehen, Orks werden von Natur aus resistent gegen mechanische Einwirkung sein und Zwerge eben gegen Magie. Um diese Mali auszugleichen, gibts aber Helden und den Avatar.

Das Ressourcensystem fügt sich nahtlos in das Schema der Rassen ein. In Summe wird’s 6 verschiedene Rohstoffe geben: Holz, Stein, Eisen, Mithril, Magische Planzen und ebenso Elixiere. Wichtig ist hierbei, dass nicht jede Rasse alle Rohstoffe abbauen kann. Klingt einleuchtend, ein mädchenhafter Elf wird wohl kaum in einem Bergwerk arbeiten und Erz aus der Wand brechen – da fühlen sich die Zwerge schon eher wie zu Hause. Ebenso die Drow – wer sogut wie niemals an die frische Luft kommt, wird wenig Gelegenheit zum Holz schlagen haben … welche Rasse nun was abbauen kann, ist uns allerdings noch nicht bekannt.

Grafisch setzt SpellForce auf die K.R.A.S.S.-Engine, die viele sicher schon aus Aquanox kennen. Das heißt also alles ist frei schwenkbar, sieht genial aus und hat noch dazu einen genialen Namen …

Was ich jetzt noch immer nicht geklärt habe: was hat jetzt wirklich Sieder III mit der ganzen Geschichte zu tun? Eigentlich ist das ganz einfach: Volker Wertich DER Mann hinter dieser Idee, ist auch maßgeblich an der Entwicklung von SpellForce beteiligt – was uns natürlich hoffen lässt, dass der Wirtschaftspart nicht zu kurz kommt.

Bis zum Juni 2003 müssen wir uns allerdings noch gedulden, es wird also noch etwas dauern – aber JoWooD füttert die schon jetzt recht große Fangemeinde mit ausreichend vielen Infos rund um’s Spiel. Die wöchentlichen Updates der Homepage solltet ihr auch nach unserem Preview nicht außer Acht lassen.

Ein umfangreicher Multiplayer-Teil mit vielen verschiedenen Spielmodi ist übrigens auch geplant – nähere Infos konnten wir aber leider nicht bekommen. Bleibt nur noch die Frage, wie wir unsere Wäsche so strahlend weiss hinbekommen … nun ja, vielleicht ein anderes Mal.

Schlagt mich nicht – aber ich hab so meine Schwierigkeiten bei zu vielen Einheiten mit zu vielen Fähigkeiten – darum kapier ich auch WarCraft III nicht so wirklich. Das Click’n’Fight System sagt mir darum besonders zu – schon allein aus dem Grund, da es eine Neuerung ist, also ein Beweis dafür, dass noch lange nicht alle Ideen ausgeschöpft sind.

Auch wenn Strategie und Rollenspiele nicht so wirklich meine Heimat sind, ist doch ein umfangreicher, durchdachter Singleplayer Part sehr reizvoll. Der Großteil der zur Zeit am Markt befindlichen Spiele ist zu sehr auf Multiplayer und Counter-Strike ausgelegt – da freut man sich doch, wenn mal etwas anderes dabei ist.

Ersteindruck: Gut

Superman war gestern, heute retten wir die Menschheit

Alteingesessene Fans von Taktik-Shootern werden von der Rainbow Six-Reihe natürlich schon gehört haben. In der dritten Fassung von einem der ersten Genrevertreter machen Spieler rund um die Welt nun wieder einmal Jagd auf Terroristen. Ob das auch wirklich Spaß macht erfahrt ihr in unserem Test.

Wir beginnen mit einem kurzen Einblick ins Intro. Im Jahr 1945 zerfällt glücklicherweise das Reich der Nazis, doch obwohl sich bis in die nahe Zukunft alle Welt vor der Bedrohung sicher fühlt ist der Plan der perfiden Rassisten noch nicht vollends durchkreuzt worden. Ein Schwenk ins Jahr 2005, wo der internationale Terrorismus eine der größten Bedrohungen für die Menschheit darstellt. Irgendwo gibt es hier einen Zusammenhang. Wir präsentieren: Rainbow Six 3: Raven Shield.

Die Singleplayer-Kampagne ist eine Abfolge von 15 Einsätzen. Dabei besucht die multikulturelle Anti-Terrortruppe viele schön gestaltete Orte. Während man in einer Ölraffinerie in Venezuela beginnt, kämpft man sich schon bald durch verschneite schweizer Täler, Flughäfen und andere Gebiete rund um den Globus.

Vor dem Beginn einer Mission gilt es andächtig zu planen, denn in Raven Shield hat man mit dem stupiden Reinstürmen-und-Schießen-Prinzip nicht den Hauch einer Chance. Mit bis zu zwölf Kämpen die ihr in vier verschiedene Teams à drei Personen einteilen dürft zieht man durch die Levels. Darunter sind jeweils einige Spezialisten für Sprengsätze, Sturmtruppen und Scharfschützen und andere spezielle Spezialeinheiten.

Welche Leute man mitnimmt, welche Ausrüstung sie anziehen sollen, was für Waffen sie tragen sollen und sogar so kleine Details wie die Munitionsart kann man ebenso bestimmen wie die genaue Vorgangsweise der Trupps. Für Anfänger ist das sicher ein erster Schock, doch die Entwickler haben auch an diese gedacht. Wer will kann einfach auf einen vorgefertigten Plan zurückgreifen. Besonders leicht ist Raven Shield aber auch dann nicht.

Im Spiel selbst gilt es dann die Pläne – sofern man einen ausgewählt hat – zu befolgen. Wer gänzlich ohne Vorgaben in die Schlacht stürzt hat es aber natürlich nicht unbedingt viel einfacher. Man steuert immer ein Mitglied des Trupps, das den anderen fortan Befehle wie „Tür öffnen, Granate und sichern!“ oder „Position halten!“ geben darf. Wenn es die Situation erfordert kann man in den Körper jeder anderen Anti-Terroreinheit schlüpfen die sich über die Karte bewegt.

Das ist auch der Grund warum Raven Shield trotz der neuesten Unreal-Technologie etwas spärlich aussieht – zumindest im Vergleich mit anderen Titeln auf Basis der Engine. Hässlichkeit braucht man dem Spiel aber nicht vorzuwerfen, auch mit einem performancefreundlicheren Detailgrad sind die Levels und vor allem die Models der Waffen und die Charaktere schick anzusehen.

Die Feind-KI stellt sich nicht wirklich blöd an und macht euch das Leben je nach Schwierigkeitsgrad (vorhanden sind drei) schwer. Hin und wieder kann es aber schon mal passieren, dass eure eigenen Kollegen nicht besonders helle agieren. Eine Rauchgranate vor den eigenen Füßen kann schon mal vorkommen. Auch beim Öffnen der Türen und dem anschließenden Hineinwerfen der Granate sind die Mitstreiter nicht unbedingt die Flinkesten. Selbermachen währt am Längsten…

Die Soundeffekte und auch die musikalische Untermahlung sind hervorragend gelungen und vermitteln teilweise Gänsehaut. Wenn Fenster auf und zu klappen und der Wind heult wünscht man sich in der verschneiten Schweiz prasselndes Kaminfeuer und einen romantischen Abend zu zweit – in Raven Shield gibt’s das zwar nicht, dafür aber die Möglichkeit wildgewordenen Terroristen ins Handwerk zu pfuschen.

Die Steuerung geht dabei flott von der Hand. Mit wenigen Shortcuts und dem Mausrad hat man alles fest im Griff. Natürlich wird aufgrund der komplexen Möglichkeiten die unterschiedlichen Teams zu steuern und die Features (wie z.B. schrittweise zu öffnende Türen) zu nutzen ein wenig Einarbeitungszeit vorausgesetzt. Im Grunde bekommt man alles in den ausführlichen Tutorials erklärt.

Wer die Solokampagne durch hat, was je nach Können und Spielart nach einem Wochenende oder einigen Tagen der Fall sein dürfte, wird mit einem umfangreichen Multiplayermodus bei der Stange gehalten. Neben einigen frappierend an Counter-Strike erinnernden Modi wie dem Entschärfen von Bomben ist natürlich auch ein Deathmatchmodus dabei. Die Community des Spiels wächst dabei schnell an weshalb weder der Support noch die Langzeitmotivation für Mehrspielerfans in der nahen Zukunft ausfallen dürften.

Die Erwartungen waren hoch gesteckt und konnten großteils erfüllt werden. Raven Shield macht nach einer annehmbaren Eingewöhnungsphase auch Anfängern Spaß, obwohl diese viele Missionen natürlich öfters starten werden müssen. Wer ein wenig Geduld aufbringen kann und sich für Taktik-Shooter interessiert darf den Titel eigentlich nicht verpassen. Für Profis scheint es ohnehin keinen Weg an dem Spiel vorbei zu geben. Nirgendwo findet man eine dermaßen schlaue Gegner-KI vereint mit einer netten Kampagne und sehr gut designten Levels. Hinzu kommt außerdem ein sehr motivierender Mehrspielerpart der noch über viele Monate hinaus aktuell sein wird.

Day of the Tentacle 2 angekündigt

Jaja, wir wissen es. Es ist der erste April und es ist nicht alles was heute gesagt wird so wirklich wahr. Trotzdem erreichte uns von LucasArts gerade die Pressemeldung „Lucas Entertainment Company reveals Day of the Tentacle 2„. Darin wird bekannt gegeben, dass sich das 3D-Adventure(!) seit fast 14 Monaten in Entwicklung befindet. Einen Releasetermin gibt es natürlich nicht.

Die kalifornischen Traditionshersteller wollen das Spiel für PC und Xbox veröffentlichen. Andere Konsolen werden nicht unterstützt. Laut einem Statement aus der englischen Pressemeldung wird Day of the Tentacle 2 ein „klassisches Adventure mit innovativen Features im Bereich des Rätseldesigns“. Trotzdem lässt die Veröffentlichung für die Xbox darauf schließen, dass es keine Maussteuerung geben wird. Um die Echtheit dieser Meldung zu untermauern präsentieren wir euch die der Pressemeldung beiliegenden ersten Bilder zum Spiel. Diese zeigen eine Szene aus dem Intro und ein Renderbild von Bernard, den Fans von DotT sofort wiedererkennen werden. Für die grafische Darstellung wird aber zumindest nicht vollkommen auf 2D verzichtet. Die Cell Shading-Technologie simuliert ja einen wunderschönen zweidimensionalen Effekt und kommt beispielsweise auch beim kommenden Shooter XIII (Ubi Soft) zum Einsatz kommt.

P.S.: Aufgrund der Mails die uns erreichten und welche die Echtheit dieser Meldung bezweifelten haben wir uns nun dazu entschlossen auch die Pressemeldung zu veröffentlichen:

LUCAS ENTERTAINMENT COMPANY reveals DAY OF THE TENTACLE 2


The evil tentacles from Maniac Mansion and the award-winning Day of the Tentacle are back!


SAN RAFAEL, Calif. — April 1, 2003 – Day of the Tentacle, interactive entertainment’s most beloved alien creatures, celebrate a comeback in a long awaited adventure comedy sequel for Windows PC and Xbox from LucasArts Entertainment Company LLC. The follow up to the critically acclaimed 1993 adventure classic Day of the Tentacle® will provide an extraordinary 3d-style and take advantage of the so called Cell Shading-Technology. Each scene will be packed with humorous dialogues, and brain-busting puzzles.

Day of the Tentacle 2 is an old school adventure which takes the adventure genre a step to the forward by introducing innovative ways of puzzle design.

„Day of the Tentacle is a classic and as close to being a signature game as any LucasArts has ever done,“ says Simon Jeffery, president of LucasArts. „The sequel, much like the recently announced Full Throttle® II, perfectly complements LucasArts‘ renowned adventure game legacy and lends further support to the company’s commitment to investing in and developing more of our original properties.“

About LucasArts
LucasArts Entertainment Company LLC is a leading developer and publisher of interactive entertainment software worldwide. Based in San Rafael, Calif., as well as on the Internet at www.lucasarts.com, LucasArts is one of five companies in the Lucas group which include Lucasfilm Ltd., Lucas Digital Ltd. LLC, Lucas Licensing Ltd., and Lucas Online. Lucasfilm is one of the leading film and entertainment companies in the world. Lucasfilm’s businesses include George Lucas‘ film and television production and distribution activities. Lucas Digital, which consists of Industrial Light & Magic (ILM) and Skywalker Sound, provides visual effects and audio post-production services to the entertainment industry. Lucas Licensing is responsible for the merchandising of all Lucasfilm’s film and television properties. Lucas Online is a digital destination for entertainment, education, reference and e-commerce for Lucasfilm’s intellectual properties and business units.

Alles in einem Game

Eure Aufgabe ist es natürlich die Welt zu retten und zwar vor der Alienrasse namens Breed. Ihr gehört dem Raumschiff USC Darwin an. Doch es haben sich noch nicht alle Menschen unterworfen. Eine kleine Gruppe Rebellen kämpft immer noch tapfer gegen die komplette Invasion der Aliens. Doch die Erde hat sich auch noch in ihrer Umwelt verändert. Denn sie besteht jetzt nur noch aus kleinen Inselgruppen und nicht mehr aus kompletten Kontinenten. Wie schon erwähnt hört sich die Story nicht wirklich spektakulär und auch nicht wirklich innovativ an, doch das Spielprinzip wird es wiederum sein. Breed wird nämlich viele Features aus anderen Shootern sozusagen nachmachen. Doch diese geben in Kombination miteinander nicht nur eine billige Kopie, sondern einen ernst zunehmenden Konkurrenten um die Genrespitze in diesem Jahr.

Breed lebt auch von eigener Innovation. Zwar kennt man dieses Feature schon von Rainbow Six Titeln, aber in einem solchen Action-Game blieb die Funktion, dass man jederzeit in ein anderes Mitglied der Gruppe schlüpfen kann aus. Ihr lauft in den Mission zum Teil alleine und zum Teil im Team durch die Level. Insgesamt gibt es fünf verschiedene Truppentypen, die alle bis auf einem irgendwelche Spezialfähigkeiten haben. Der Scharfschütze schießt dem Alien auf eine riesige Entfernung genau zwischen die Augen und der Heavy Gunner rottet mit seinen dicken Wummen ganze Horden der schleimigen Biester aus. Eine ebenfalls wichtige Persönlichkeit in der Truppe ist der Mechaniker, der schon fast zerstörte Vehikel wieder auf Vordermann bringt. Außerdem kann er Daten von Computern einlesen und Bomben legen. Reparieren tut auch der Sanitäter, nur hilft er nicht Fahrzeugen sondern den menschlichen Mitgliedern. Der Grunt kann dafür alles tun, hat aber nicht die kompletten Spezialfähigkeiten, wie seine Kollegen.

Die Künstliche Intelligenz der Kollegen ist aber keineswegs mickrig. Eher im Gegenteil. Wenn sie etwa in ein heißes Gefecht stürzen, gehen alle Kollegen in Deckung, legen sich auf den Boden oder rollen schnell zur Seite um dem Kugelhagel auszuweichen. Aber ganz ohne ihre Kontrolle kann so ein ganzer Trupp auch nicht funktionieren. Deshalb gibt es in Breed eine Kommandos, die auch sofort ausgeführt werden. Befehle wie „Angriff“ oder „Stellung halten“ können dann schon einmal helfen eine Mission erfolgreich zu bestreiten. Alleine kämpft es sich gegen eine Horde Aliens dann doch nicht so gut…

Ein weiteres nettes Feature ist, dass ihr die gesamte Ausrüstung auch unter den Mitgliedern tauschen könnt. Ihr könnt also egal welcher Truppentyp ihr seit die komplette Ausrüstung der anderen Mitglieder nutzen. Doch ist es nicht sehr klug wenn ihr gerade ein Heavy Gunner seid und ihr versucht mit einem Scharfschützengewehr zu hantieren. Es wird viel schwieriger sein ein Alien damit zu treffen, da das Fadenkreuz dementsprechend mehr zittern wird.

Halo lässt grüßen, denn auch in Breed wird es einige Vehikel geben. Acht an der Zahl und darunter finden sich Panzer, diverse Buggies und auch Flugzeuge. Letztere steuern sich eigentlich relativ einfach per Maus und Tastatur. Da steuert sich ein schwerer Panzer viel schwieriger. In einem solchen habt ihr nämlich gleich mehrere Aufgaben auf einmal zu tun.

Nicht nur dass ihr den großen Boliden steuern müsst, nein, ihr habt auch noch die Aufgabe das Hauptgeschütz abzufeuern. Und hier kommt ebenfalls wieder die schon recht gute KI zur Geltung. Denn maximal zwei Kollegen unterstützen euch mit Maschinengewehrfeuer und helfen sehr gut gegen gegnerische Flankenangriffe. Denn das riesige Geschütz kann nicht so schnell gedreht werden und deshalb sind die beiden extrem wichtig.

Die Grafik von Breed kann locker mit den neusten 3D-Shootern mithalten. Besonders die Außenareale sind riesig und schlagen sogar IGI 2 im Umfang. Das alles verdanken wir der Mercury-Engine, die eigens für das Action-Game entwickelt wurde. Bis zu einer Stunde kann es dauern, von einem Ende der Insel zum anderen zu gelangen. Aber auch die grafischen Details sind enorm cool. Wunderschönes Wasser und hochauflösende Texturen sind nicht alles. Auch die Landschaften sind herrlich detailliert. Hohe Berge und lauschige Plätzchen auf jeder Insel laden eigentlich zu einem kleinen Päuschen ein, welches man sich aber nicht leisten können wird. Auch die schönen Explosionseffekte wie das Feuer aus dem Gewehrlauf brauchen sich nicht vor anderen Games zu verstecken.

Ganz unterschiedlich stellen sich die Missionsziele der 18 Aufträge in Breed dar. Entweder müsst ihr Gefangene befreien, einen Außenposten einnehmen oder gar ein ganzes Mutterschiff auseinandernehmen. Aber auch hier hat man hin und wieder ein Déja Vue, aber was soll man schon machen bei so einem Szenario. Dafür sind die Lösungswege völlig unterschiedlich und auch in den Level wird es viele verschiedene Möglichkeiten geben ans Ziel zu gelangen. Zum Beispiel könnt ihr einen Frontalangriff wagen, indem eure die restlichen Mitglieder drauf gehen könnten, oder ihr geht vorsichtig vor, um so unbeschadet wie möglich durchzukommen. Es kann euch also passieren, dass wenn ihr nicht auf eure Kollegen achtet ihr ganz alleine gegen riesige Mengen kämpfen müsst oder langsam mit allen von hinten in die Basis einbrecht. Meistens müsst ihr auch Missionen mit einer Art Zeitlimit bestehen. Zum Beispiel darf ein bestimmter Gegnertrupp nicht eure Basis erreichen oder euren Konvoi zerstören. Bis die da sind dauert dies eine Zeit lang, aber bevor sie das Ziel erreicht haben müsst ihr es geschafft haben diese Breedtruppe vollkommen zu vernichten.

Zur Zeit ist bekannt, dass insgesamt 16 menschliche Spieler im Coop-Modus in zwölf Missionen zusammen spielen können. Dabei werden sie auch die Wahl zwischen den verschiedenen Truppentypen haben. Vielleicht werden es aber zum Release noch mehr Leute die sich dann im Internet zusammenschließen um die Missionen anzugehen.

Ich bin eigentlich sehr überzeugt davon, dass Breed ein richtiger Action-Hit werden kann, vor allem weil die Erwartungen dann doch nicht allzu hoch sind. Die Spielidee ist zwar nicht neu, genauso wenig wie die Story, aber mit Sicherheit wird es immer noch genau soviel Spaß machen. Die vielen Fahrzeuge und die zahlreichen Möglichkeiten, die sich dadurch bieten werden viel Abwechslung in die Missionen bringen und es hoffentlich nie langweilig werden lassen. Die riesigen und wunderschönen Inseln sollten sehr viel Platz für taktische Manöver und somit auch Langzeitmotivation bieten. Ich hoffe doch sehr, dass Breed ein wirklich guter Shooter dieses Jahr wird und nicht aufgrund der großen Menge an Ego-Shootern die 2003 noch kommen untergehen wird.

Ersteindruck: Gut

Take 2 – Mafia, GTA & Co. zum Budgetprei

Take 2 gab heute die folgenden Reduzierungen bei PC-Spielen aus ihrem Angebot bekannt:

  • Grand Theft Auto 3: 30€ (statt 50)
  • Mafia: 30€ (50)
  • Stronghold Deluxe: 30€ (35)
  • Tropico Gold: 20€ (30)
  • Tropico: 15€ (25)
  • Tropico – Paradise Island: 8€ (15)
  • Airlines 2: 15€ (25)
  • Wir empfehlen vor allem bei unserem Spiel des Jahres 2002 (Mafia) zuzugreifen. Aber auch bei den anderen Titeln können Genrefans nicht allzu viel falsch machen.