Kategorie-Archiv: PC

…fast so geil wie meine Freundin!

Wieder einmal ging bei ein paar Experimenten irgendetwas gründlich in die Hose und die mobile Forschungsstation Aegis wurde in eine unbekannte Galaxie gesaugt. Als wäre das nicht genug, fehlt nun noch die Hälfte der Crew und das Schiff ist in einem mehr als dürftigen Zustand. Aus dieser Situation gilt es natürlich herauszukommen und der einzige verbleibende Pilot der Aegis steigt in den letzten verbleibenden Jäger, um Materialien für die Reparatur der riesigen Forschungsstation zu besorgen.

Das funktioniert sehr einfach und basiert grundsätzlich auf dem altbekannten Prinzip von Asteroids. Eure primäre Aufgabe ist es, herumfliegende Asteroiden zu beschießen, bis diese auseinanderfallen, um sie anschließend von ihren Schätzen in Form von Mineralien mittels Traktorstrahl zu befreien. Drei verschiedene Arten von Mineralien lassen sich aus diesen Asteroiden gewinnen und alle drei werden für die Weiterverarbeitung auf der Aegis benötigt.

Die Aegis hat zwei Andockrampen für Jagdflugzeuge wie ihr selbst eines steuert. Sie ist eure mobile Basis, und verfügt auch über einen Sprungantrieb, der euch in verschiedene Systeme bringen kann. Die Bewaffnung ist anfangs eher düftig – was wollen ein paar Wissenschaftler auch mit riesigen Knarren auf ihrem Schiff? Ansich wäre das kein Problem, da Asteroiden ja nicht besonders feindselig sind, doch es gibt noch andere Lebensformen in dieser Galaxie als die, die in gestrandete Aegis beherbergt sind. Aliens rauhen Mengen verfolgen das selbe Ziel wie ihr. Abbauen von Mineralien und Einsatz dieser Ressourcen zur Verstärkung der eigenen Kampfkraft. Auch sie verfügen über Sprungantriebe und Kampfflieger und sind nicht gerade glücklich über euer Auftauchen.

Nachdem es eher unwahrscheinlich ist, sich mit schwer bewaffneten Aliens zu einem Konsens über Koexistenz in diesem Teil des Alls zu einigen, hilft nur eines: Die Kampfkraft der Aegis muss erhöht werden und auch euer kleiner Jagdflieger braucht mehr Power. Nebenbei solltet ihr auch noch nach verschollenen Crewmitgliedern suchen. Klingt nach einem Job für Tim Taylor – nachdem der aber nicht verfügbar ist, müsst ihr euch selbst helfen.

Um euch gegen die Alienbrut wehren zu können, ist euer Basisschiff der perfekte Verbündete. Dort könnt ihr bei Gefahr jederzeit andocken, ihr könnt euer kleines Schiff dort reparieren lassen und euren Munitionsvorrat kostenlos nachfüllen lassen. Zusätzlich ermöglichen euch die eingesammelten Mineralien noch eine ganze Reihe anderer Möglichkeiten, unter anderem auch den Bau und die Erforschung neuer Waffensysteme. Diese Bewaffnungen könnt ihr nicht nur für euren kleinen Jäger bauen, sondern auch die Aegis entsprechend ausstatten. So kann man, ohne einen Finger zu rühren, kleinere Mengen an Gegnern problemlos mit den riesigen Geschütztürmen (wenn ihr denn welche baut) eurer mobilen Basis vernichten. Auch wenn ihr Hilfe in Form von noch mehr Feuerkraft braucht könnt ihr per Tastendruck euren großen, dicken Freund rufen. Dieser wird euch dann schnellstmöglich bei der Entfernung aller in Reichweite befindlichen Gegner behilflich sein.

Starscape mit der Tastatur zu steuern ist leider etwas unkomfortabel und kann, vor allem in heißen Gefechten, zum Verhängnis werden. Maussteuerung, wie wir es zum Beispiel von Freelancer kennen, gibt es nicht einmal in den Menüs. Wer ein Joypad besitzt, sollte es hier auf jeden Fall verwenden, da es nicht nur optisch, sondern auch von der Steuerung her aussieht, als wäre es für den Nintendo 64 gemacht worden.

Wer Grafik wie in Far Cry braucht, um glücklich zu werden, hat mit Starscape sicher keine Freude, da 3D-Effekte hier fast nie zum Einsatz kommen. Gespielt wird aus der klassischen Draufsicht, wie wir es von alten Automaten- oder Konsolentiteln kennen. Trotzdem konnte moonpod aus der technischen Basis, die zugegeben der Zeit hinterher hinkt, einiges machen. Geniale Hintergrundgrafiken, farbenfrohe Einheiten und eine sehenswerte Menüführung im Comicstil sind meist über jede Kritik erhaben. Enttäuschend ist nur, dass eine Auflösung höher als 800×600 nicht unterstützt wird.

Die Basisversion von Starscape kommt mit anfangs wirklich mieser Musikqualität, die an ein 96KBit-MP3 erinnert. Nach kurzer Recherche musste ich aber feststellen, dass sich dieser Umstand relativ schnell beheben lässt. In der Demoversion muss man zwar mit mieser Musikqualität leben, wer sich aber zum Kauf entschließt, kann, nach erfolgter Registrierung auf der MoonPod-Website ein Sound-Upgrade-Kit von ungefähr neun Megabyte herunterladen, dass alle Musikstücke qualitativ hochwertiger und auch länger macht. Wer sich die CD-Version kauft, hat sofort den guten Soundtrack inkludiert.

Glücklicherweise haben die Soundeffekte keine derartigen Probleme und sind alle schon von anfang an in guter Qualität. Schade ist nur, dass es für die, mittlerweile schon sehr große, Menge an Besitzern eines Dolby 5.1 Systems keine Unterstützung gibt und die Vertonung rein auf Stereo abgestimmt ist.

Neben dem Kampagnenmodus bietet Starscape noch einige andere Features. So könnt ihr im Hauptmenü noch den ‚Instant Action‘ und den ‚Survival‘ Modus auswählen. Bei Instant Action gilt es, einen Aliensammler schneller zu zerstören, als dieser sämtliche Ressourcen im Sektor einsammeln kann. Klingt einfach, ist aber schon alleine deswegen ein Problem, weil diese Aufgabe mit einem Popelschiff zu bewältigen ist und der riesige Sammler über sehr wirksame Bewaffnung verfügt. Survival ist das, was man sich darunter vorstellt: Ihr fangt mit einem kleinen Schiff an und müsst so schnell wie möglich Ressourcen sammeln um mit diesen euer Schiff zu verstärken. Gleichzeitig werden die Gegnermassen immer größer und letztendlich unbesiegbar. Hier könnt ihr eure Punkte auch auf der offiziellen Website eintragen und euch mit anderen Spielern vergleichen.

Für Leute, die kein Englisch können, gibt es momentan leider noch keine deutsche Version, doch laut Nick Tipping ist, aufgrund des unerwartet hohen Verkaufserfolges in Europa, eine Deutsche Übersetzung bereits in Arbeit. Wir werden euch natürlich informieren, wenn diese verfügbar sein wird.

Starscape vereint mehrere Spielideen in einem Spiel. Genau dass ist es, was mich dazu genötigt hat, oft bis in tiefste Nachtstunden vor meinem Rechner zu sitzen und Mineralien zu sammeln. Das reine Herumfliegen und auf alles Schießen, was sich bewegt, ist nur ein Teil des Ganzen und würde, für sich alleine gesehen, wohl niemanden wirklich interessieren. Wenn man aber zusätzlich noch die Aufgabe bekommt, Mineralien zu Sammeln, um Forschungen und den Bau von neuen Waffensystemen zu ermöglichen, hat man sofort einen Suchteffekt, wie man ihn von Spielen wie Diablo kennt. Man will einfach immer mehr. Mehr geile Vernichtungswerkzeuge, mehr Laderaum, mehr Geschütztürme. Zusätzlich wird das alles noch umgeben von einer brauchbaren Story, die zwar niemand aufgrund ihrer Genialität verfilmen würde, aber einfach wunderbar passt.

Starscape ist, vom Spielspaß her, besser als 90% aller diesjährigen Veröffentlichungen der marktbeherrschenden Publisher EA, UbiSoft, Atari und Konsorten. Es hat nur den Nachteil, nicht in irgendeinem Media Markt Regal herumzuliegen, sondern nur online käuflich zu sein. moonpod und viele andere Online-Only Publisher bringen Spiele auf den Markt, die in Sachen Spielspaß einfach genial sind und brauchen eure Hilfe. Kauft euch doch mal ein Spiel, dass nicht nach ein paar Tagen in der Ecke liegt sondern wirklich Spaß macht! Die Aegis und ihre Crew brauchen eure Hilfe :).

Anchors Aweigh!!!

Salvo! ist ein rundenbasierendes Stategiespiel um das Thema Segelschiffkampf – entwickelt von Sprue Games bietet das Spiel viele taktische Möglichkeiten und wahlweise kurzweilige Geplänkel oder riesige komplexe Seeschlachten.

Gleich nach dem Start tönt dem Spieler Stille entgegen, wie gewöhnlich überprüft man alle Standardfehlerquellen (Lautsprecher nicht eingeschaltet, Regler auf Null gedreht, …) aber findet keinen Fehler, nach etwa 2 bis 3 Minuten hat man realisiert, dass Salvo! über absolut keine – in Zahlen 0 [Null] – Hintergrundmusik verfügt. Später bekommt man aber ein paar sehr billige Geräusche zu hören, eine Kanone klingt beispielsweise etwa so wie der Versuch eines chinesischen Synchronsprechers Deutsch zu sprechen.

Dennoch ist man relativ schnell im Spiel – zur Auswahl steht eine Fülle an Missionen und Szenarien in unterschiedlichsten Schwierigkeitsgraden. Hat man eines ausgewählt kann man auch ohne Umschweife unmittelbar losspielen. Mit wenigen Schiffen, eine Hand voll, gilt es vorwiegend die gegnerischen Schiffe zu versenken. Entscheidend ist hierbei das Timing. Die Schiffe werden nämlich über ein ausgeklügeltes System gesteuert. Jedes Schiff kann in Fahrtrichtung mehrere Manöver durchführen, die mittels Pfeilen dargestellt sind. Wenn wir bei der einfachsten Richtung bleiben (also einfach nach vorn) gibt es schon drei Möglichkeiten: Geschwindigkeit beibehalten, beschleunigen oder langsamer werden. Bei den Wendemanövern sieht es ähnlich aus.

Eine starke Wende oder eine langsame Wende sind die Standardrichtungen, diese können allerdings noch mit den anderen kombiniert werden (also z.B. eine leichte Wende nach Backbord und gleichzeitiges Beschleunigen). All diese Manöver werden durch Pfeile (in verschiedenen Blau- und Weißtönen, welche vom Schiffsrumpf ausgehen) dargestellt. Logischerweise kann pro Zug nur eine Aktion ausgeführt werden (der Gegner kann natürlich auch beschossen werden).

Schade nur, dass das Spiel keine Multiplayer-Unterstützung bietet – insbesondere beim rundenbasierenden Spielen macht das den besonderen Reiz aus.

Grafisch ist Salvo!, wie auch soundtechnisch, nicht wirklich berauschend. Die Optik ist funktionell und dem Titel angemessen. Zwar könnte die Auflösung mancherorts etwas höher sein (insbesondere um die Übersicht über viele Schiffe besser zu behalten) aber durch eine schöne Übersichtskarte wird dieses Problem wieder wett gemacht.

Zugegeben, Salvo! wirkt auf den ersten Blick extrem grottig und spätestens nach zwei Minuten will man nicht mehr spielen – ich habe mir aber dennoch ein Herz gefasst und weiter probiert.

Leider muss ich zugeben, dass meine geistigen Fähigkeiten für diesen Titel nicht ganz reichen – es ist einfach unheimlich kompliziert und erfordert einiges an Denkarbeit an die 50 Schiffe im Auge zu behalten, die einfacheren Missionen am Anfang habe ich problemlos gemeistert, später hab‘ ich dann allerdings resigniert. Ich muss dazusagen, dass ich nicht der Stategiespieler bin – zwar spiele ich diese Spiele ab und an sehr gerne, aber irgendwie liegts mir nicht – aber Doom 2 wurde offiziell auch nur von acht Menschen weltweit auf Nightmare durchgespielt. Ein Fan von Stategietiteln und vor allem Seekampf hat sicher mehr Freude mit Salvo! als ich und darf, wenn er auf technologischen Schnickschnack verzichten kann, getrost zugreifen.

Am Rande sollte man noch erwähnen, dass das Sprue Games-Team zu vier Fünfteln aus Katzen und Hunden besteht …

Nächstes Jahr gibt es Bier für Guybrush!

In diesem Monat ist es 15 Jahre her. 13 krasse Kerle hatten ihr neuestes Baby unter der Flagge von LucasArts (damals Lucasfilm Games) auf den Markt gebracht. Die Rede ist von Monkey Island und die Macher heißen namentlich Tim Schafer, Dave Grossman, Steve Purcell, Mark Ferrari, Mike Ebert, Martin Cameron, Michael Land, Barney Jones, Andy Newell, Patrick Mundy, Aric Wilmunder, Brad Taylor und Ron Gilbert.

Hauptcharakter Guybrush Threepwood feiert also offiziell den 15. Geburtstag (vielleicht verkraftet er nun endlich mal einen Schluck aus dem Grog-O-Mat?) und die Fans haben ihn trotz einer schweinischen Vernachlässigung seiner Person durch Lizenzhalter LucasArts noch nicht vergessen. Das sieht man daran, dass Originalversionen des Spiels bei Ebay 16 Stunden vor dem Angebotsende bei sagenhaften 16€ stehen, dass Leute wie ich Meldungen über diesen stillen Geburtstag schreiben, andere Menschen dafür Emulatoren auf neuen Betriebssystemen und Handhelds schreiben und daran, dass News wie diese hier zu den meistgelesenen zählen.

Happy Birthday Guybrush! Mögest du eines Tages würdig wiederkehren.

Rebell.at vs. Gbase.ch

Österreichs Fußball ist am Boden, die WM in Deutschland wird ohne uns stattfinden. Zeit der Welt zu zeigen, dass man hierzulande vom Runden das ins Eckige muss trotzdem Ahnung hat. In einem hitzigen Ländermatch zwischen Rebell.at (vertreten von Chefredakteur Schaffer) und Gbase.ch (Markus Grunow) konnten wir erste Erfolge für uns verbuchen. Wenn auch nicht im Dress der Rot-Weiß-Roten…

Deutschland (GB) – Österreich (R): 3-0 / 3-0

Die beiden Aufwärmmatches in der letzten Woche wurden auf ungleichem Niveau durchgeführt. Eine stark ersatzgeschwächte österreichische Mannschaft musste zwei unverdient klare Niederlagen hinnehmen. Aber immerhin waren das nur zwei Freundschaftsspiele – keine Aussagekraft. Ein genauer aber von falscher Propaganda durchtränkter <a href="http://www.gbase.ch/pc/news/22514.html" target="_blank">Matchbericht ist hier zu finden.</a>

Schweiz (GB) – Österreich (R): 1-0

Das erste Bewerbsspiel. In einer starken ersten Halbzeit wechselt die Feldüberlegenheit ständig. Chancen auf beiden Seiten führen allerdings zu keinen Toren, weil sich die Torhüter auszeichnen können und die Stürmer nicht die notwendigen Nerven haben. Wer auch nicht immer weiß was er tut ist der Schiedsrichter. Der entscheidet bei einigen Einwürfen in die falsche Richtung, versäumt es die vielen taktischen Fouls der Schweizer auch irgendwann mal mit gelb zu bestrafen und wird mit Verdacht der Trunkenheit am Pfeiferl von der Seitenlinie wild beschimpft.

Der Spielverlauf ändert sich rasch in der zweiten Hälfte, als die Eidgenossen in Führung gehen. Die Österreicher riskieren. Teamchef Schaffer bringt mit Roland Linz einen vierten Stürmer ins Spiel, löst stattdessen die Viererkette auf. Die Devise ist klar: Totale Offensive! Doch die bleibt unbelohnt. Der starke Druck wird von den Schweizern immer wieder mit Entlastungsangriffen gebrochen. Glieder und Wallner vergeben die Chancen auf das erlösende Ausgleichstor. Das durch Lag nicht ganz verschonte Auswärtsspiel auf einem fremden Server geht verloren, doch ein Rückspiel ist bereits angekündigt.

Deutschland (GB) – Niederlande (R): 1- 2

Ein nicht minder prestigeträchtige Duell zwischen den Oranjes und unseren deutschen Freunden ist der Höhepunkt der ersten Begegnungsrunde. Wieder ist der Vertreter von Rebell.at Gast.

Die erste Hälfte wird um etwa 14:30 angepfiffen. Gleich in der ersten Minute zeigt Verteidiger Stam den Hausherren, dass man nicht gewillt ist hier mädchenhaft zu spielen. An der Mittellinie streckt er Baumann nieder, sieht dafür auch gleich die erste Gelbe Karte. Es sollte die erste von vielen sein. Ein Abtasten der beiden Mannschaften ist die Folge. Leicht feldüberlegene Niederländer kommen allerdings zu keinen Chancen, die Deutschen hingegen vergeben ihre beiden Sturmläufe der Anfangsphase allerdings kläglich. Die Holländer werden stärker, kommen nun zu Chancen, einzig Ruud Van Nistelroy scheint zu gut gedeckt und kann bis dato keinerlei Akzente setzen. Nach einem harten Einstieg von Seedorf verletzt sich Frings. Seedorf wird mit einer gelben Karte bedacht, Frings muss ausgetauscht werden. Doch nicht nur die Oranjes können hart spielen, sie machen es nur klüger. In Minute 40 läuft Robben allein auf Torhüter Kahn zu, Hinkel schneidet ihn auf lebensgefährliche Weise von hinten um, und sieht dafür rot.

Jetzt riecht alles nach einem Debakel. Die Holländer, etwas geschockt davon plötzlich in der Überzahl zu sein, spielen das Unentschieden in die Pause. Teamchef Schaffer lässt die Anfangsformation am Platz, vertraut weiter auf den grottig spielenden Van Nistelroy – und er triumphiert. Minute 47, Van Nistelroy bekommt das Leder an der Mittellinie, überläuft drei Gegenspieler und zieht aus gut 25 Metern aus halbrechter Position ab. Der Ball ist ein einziger Strich, prallt an die Stange und von dort ins Tor. 1 zu 0 für die Niederlande. Gleich nach dem Anstoss dann der Schock: 11 Holländer stehen nahezu bewegungslos da (sprich: ein Mörderlag verhindert Reaktionen) als die Deutschen sich nach vorne dribbeln. Der Schuss knallt an die Stange und Seedorf läuft mit der Kugel zur Sicherheit ins Torout. Von diesem Knalleffekt erholen sich die Niederländer erst nach einigen Minuten.

Doch der Druck der deutschen Nationalelf… äh Nationalzehn scheint gebrochen. Der jetzt groß aufspielende Van Nistelroy vergibt die vorzeitige Entscheidung, schießt aus fünf Meter Entfernung den Torhüter an (58.). Doch aus einem scheinbar harmlosen Angriff macht die völlig orientierungslose orange Abwehr rund um Stam ein Desaster: Baumann trifft, die Deutschen sind nach 65 Minuten plötzlich sind wieder im Spiel. Jetzt setzen die zahlenmäßig überlegenen Oranjes alles auf Offensive. Overmars kommt links vorne für Robben, die Angriffe laufen dennoch über die rechte Seite. Van Nistelroy vergibt drei Riesenchancen, Davids verdribbelt sich ebenfalls einmal. Es scheint als würde man an der schlechten Chancenverwertung scheitern auch der deutsche Sturm kann die durchaus vorhandenen Möglichkeiten nicht nützen.

Beide Trainer machen sich gedanklich wohl bereits um eine Nachspielzeit Sorgen – und bei Grunow werden die Stirnfalten zu gewaltigen Alpentälern… Van Nistelroy scheint in Minute 83 auf und davon, den mitgereisten rebellischen Holländerfans steckt der Torschrei bereits im Hals, doch Verteidiger Wörns outet sich als Spielverderber. Er schneidet Van Nistelroy um, der sich am Boden windet. Holland bangt, doch der Stürmer steht auf und kann weiterspielen. Für Wörns ist die Partie allerdings beendet. Er sieht als zweiter Deutscher die Rote Karte.

Die Abwehr ist nun entblößt, das 2:1 abermals durch Van Nistelroy (86.) die logische Konsequenz. Schaffer jubelt, Deutschland reagiert ohnmächtig und muss fast noch das 3:1 hinnehmen. Van Nistelroy läuft in der Nachspielzeit abermals allein auf Kahn zu, Mertesacker schneidet ihn an der Strafraumgrenze. Dafür sieht er als dritter Reutscher rot und muss mit Entsetzen feststellen: Der Referee zeigt auf den Elferpunkt. Eine alte Fußballerweisheit bewährt sich: Der Gefoulte soll den Strafstoß nicht treten. Van Nistelroy setzt den Ball in die Wolken. Doch das tut nicht mehr viel zur Sache, denn mit dem verschossenen Elfer pfeift der Schiedrichter ab. Die Oranjes panieren die Deutschen, die österreichischen Rebellen sind zufrieden.

Beim nächsten Mal werden wir Gastgeber sein. Vielleicht dann schon in Pro Evolution Soccer 5. Und auch Spiele mit anderen Redaktionen sind wahrscheinlich. Auf das sich ein Cordoba eines Tages wiederholen werde!

Liebe auf den zweiten Blick

Fone, Phoney und Smiley Bone haben ein Problem: Sie wurden aus ihrer Heimatstadt gejagt und haben sich nun in der Wüste verlaufen. Aber weil es immer noch schlimmer kommen kann, als es schon ist, jagt sie ein Schwarm bösartiger Insekten auch noch und trennt die kleine Truppe auf. Nach der Flucht finden sie sich in einem unbekannten Tal wieder – dies ist der Anfang von Bone. Für Adventure-Freunde gilt es weiter zu lesen!

Ihr übernehmt zu Beginn von Bone: Out from Boneville die Rolle von Fone Bone. Er ist der ruhige und pragmatische Kerl in der Dreier-Männerrunde. Seine Cousins Phoney (ein notorischer Grantscherben) und Smiley (ein äußerst entspannter Zeitgenosse) teilen mit ihm nicht viel, außer Ähnlichkeiten in der DNS und eine weiße Knubbelnase. Auf jeden Fall seid ihr wie gesagt getrennt, sodass ihr euch im Körper von Fone auf die Suche nach seiner Verwandschaft macht. Dabei trefft ihr auf schräge Charaktere wie das aufgedrehte Blatt… äh, den abgedrehten Käfer Ted und seinen etwas dämlichen und leicht reizbaren großen Bruder. Die beiden erinnern etwas an eine kleine Komödien-Gang, sind aber sehr hilfsbereit und freundlich – zumindest wenn man auch nett zu ihnen ist.

Bone basiert auf einem Comic von Jeff Smith – das merkt man. Die Dialoge sind die große Stärke des Spiels. Sowohl im Körper von Fone, als auch später in dem von Phoney (Smiley steuert ihr nicht), kommt es zu einigen echten Lachern und Schmunzlern. Dabei haben wir es nicht mit Slapstick oder zwanghaftem Brachialhumor zu tun. Dezente Seitenhiebe, Situationskomik und spontane, unerwartete Knaller überraschen den Spieler.

Gekoppelt mit den liebevoll entworfenen Gesprächspartnern machen die Konversationen Telltale’s Adventure-Erstling zu einem Highlight des Genres. Aber auch die Story tut ihren Teil dazu. Obwohl Bone auf Screenshots und auch im Spiel niedlich knuddelig aussieht und auch durchaus einem familienfreundlichen Touch hat, steckt eine ernste Geschichte dahinter, die sich in dieser ersten Episode aber erst zu entfalten beginnt.

Erste Episode? Jawohl. Bone nutzt ein altbekanntes Verkaufsmodell (Shareware – eine 55 Megabyte Demo downloaden und zur Vollversion upgraden lassen) und kombiniert es mit einem neuartigen. Das über das Internet vertriebene Spiel erscheint nicht als komplettes Produkt, sondern in mehreren billigen Kapiteln. Die Kaufabwicklung funktioniert innerhalb von Minuten und macht anders als bei anderen Online-Vertribsplattformen weder großen Aufwand aus, noch gibt es irgendwelche fragwürdigen Vorgänge. Grafisch wirkt sich die kleine Downloadgröße natürlich geringfügig aus. Bone sieht zwar gut aus, ist aber kein technisches Wunderwerk. Besonders die Comic-Elemente haben es uns im Test angetan: Fones Mimik wird eigentlich hauptsächlich über aufpoppende Augenbrauen bestimmt, in manchen Situationen erscheinen Emotionsobjekte über den Köpfen der Charaktere. Das funktioniert fabelhaft und wirkt stets passend.

Die Zielgruppe dürfte das kleine grafische Manko, es gibt nur eine geringe Auflösung (800×600), kaum kümmern. Die setzt sich eindeutig aus Spielern und Liebhabern von alten LucasArts-Adventures zusammen. Bone ist, trotz sinnvoll eingebauter Minigames, ein echtes Point & Click-Adventure, das sehr stark auf die Story und Erlebnisfreudigkeit der Spieler setzt. Auf herkömmliche Rätsel hat man aber Großteils verzichtet. Telltale will eine Geschichte erzählen.

An Musik, englischer Sprachausgabe und auch Steuerung gibt es nichts bis wenig zu meckern. Nur eine Lauffunktion würde der zweiten Episode sicher nicht schaden. Wem nicht klar ist was er zu tun hat, erleichtert eine Hilfe-Funktion das Leben. Klickt man auf ein kleines Fragezeichen am unteren Bildschirmrand, erscheinen Tipps zu aktuellen Aufgaben. Anfangs sind das nur vage Hinweise, wer dadurch immer noch nicht erleuchtet wird, wird mit weiteren Hinweisen näher herangeführt.

Ich mag Bone. Nach den ersten Screenshots war ich skeptisch. "Das ist doch für Kinder!", dachte ich mir – und wurde mit der fertigen Version eines besseren belehrt. Und dann aber auch doch wieder nicht. Für mich ist die Umsetzung von Jeff Smith’s Comic durchaus mit einem Pixar-Film zu vergleichen: die Kleinen werdens mögen, und die Großen auch herzhaft lachen. Leider ist der ganze Spaß nach zwei bis drei Stunden vorbei – was angesichts des Preises aber relativ angemessen erscheint. Bei gleichbleibender Länge, werden wir nach drei Episoden wohl bei 8 bis 10 Spielstunden und 45€ an Kosten stehen. Das ist gängige Preispolitik in der Branche. Ich bin jedenfalls auf die nächsten Kapitel gespannt, hoffe, dass der Schwierigkeitsgrad dann vielleicht noch etwas anzieht und lege Bone: Out from Boneville bis dahin jedem Adventurefan ans Herz. Für Eltern gibt es kaum ein besseres Spiel, das man sich und seinen Kindern gemeinsam zu Weihnachten (oder als kleinen Luxus zwischendurch ;)) schenken könnte.

Selten habe ich mich in ein Spiel auf den zweiten Blick so verliebt, wie hier. Ein schönes Gefühl, zu wissen, dass die Sam & Max-Lizenz in guten Handen ist.

Weiber, Saufen, Plündern!

Das Wikingervolk gehört wohl zu den Völkern, bei denen Alkohol schon vor Jahrhunderten regen Zuspruch fand. Während die Frauen zuhause schuften mussten und ihnen die Kinder noch nebenbei auf die Nerven gingen, waren die Männer auf hoher See unterwegs um an unbekannten Orten anzulanden und die dortige Bevölkerung auszurauben. Nach erfolgreichem Raubzug mit anschließendem Abhauen auf das offene Meer wurde natürlich, zur Feier des Tages, gesoffen. Aber auch auf Schiffen sind Alkolenker ein Problem und so kommt es, dass auch nach jüngstem Raubzug der Steuermann dermaßen blau war, dass er das Schiff in unbekannte Gewässer lenkte. Das alles bekommen die tapferen Wikinger erst mit, als es am nächsten Morgen kracht weil das Schiff an den Klippen einer tropischen Insel zerschellt ist, der Kapitän entführt und sämtliche Beutestücke geklaut wurden. Auch wenn die Wikinger vorerst nicht genau wissen, was sie machen sollten, kommt ihnen nach dem üblichen morgendlichem Saufgelage die Idee: Wenn sie schon an unbekannten Inseln gestrandet sind, dann sollte man die dortige Bevölkerung, die sowieo nur aus ein paar Wilden mit Knochen in der Nase besteht, auch kräftigst ausrauben. Natürlich wollen sich die Wilden das nicht ohne Gegenwehr gefallen lassen, aber einen Nordmann halten derartige Lapalien nicht auf – in den Krieg, Männer!

Zu bauen gibt es in Tribal Trouble nicht viel. Sowohl die Ureinwohner als auch die Wikinger haben drei verschiedene Gebäudetypen, die bei beiden Völkern den selben Zweck erfüllen.

<li>Das Wohnhaus: Schickt zwei oder mehr eurer Männer hinein und sie werden beginnen sich auf wundersame Weise wie die Karnickel zu vermehren. Wie diese Art der gleichgeschlechtlichen Vermehrung funktioniert, wird – und soll (Igitt!) – uns immer ein Rätsel bleiben. Unnötig zu erwähnen, dass sich höhere Zahlenl an Männern schneller vermehren.</li>

<li>Die Schmiede: Schickt hier alle Männer hinein, die ihr vorher in eurem Wohnhaus gezüchtet habt, um sie für Ressourcenabbau, Waffenerzeugung und den Einsatz als Krieger einsetzen zu können.</li>

<li>Der Turm: Eine hervorragende Art, Gegner zu blockieren oder den eigenen kleinen Stützpunkt zu verteidigen. Schickt einen eurer Krieger hinein und er wird das Umland von feindlichen Aktivitäten säubern – bis der Gegner den Turm niederbrennt, was aber einige Zeit dauert.</li>

Das Prinzip des Spiels ist sehr einfach gehalten. Züchtet einfach riesige Mengen an Arbeitern, schickt diese in die Schmiede und erstellt damit ein Heer um die Eingeborenenwelt in Angst und Schrecken zu versetzen. Siegen wird meist der, der es schafft, eine größere Menge an Männern in der Schmiede zu Kriegern zu machen als der andere.

Nicht nur die Menge der Krieger entscheidet eine Schlacht, auch deren Qualität spielt eine gewichtige Rolle.
Ihr könnt vier verschiedene Typen von Einheiten in eurer Schmiede erstellen. Stein-, Eisen- und Hühnchenkrieger, wofür es immer eine gewisse Menge der entsprechenden Ressourcen abzubauen gilt. Wenn ihr jetzt glaubt, dass mit dem Hühnchenkrieger sei ein Scherz, seid ihr daneben. Obige Reihenfolge ist vom schwächsten zum stärksten Einheitentyp sortiert, der Hühnchenkrieger ist also die ultimative Elitekampfmaschine. Die Bewaffnung für diese Killereinheit wird aus den Überresten von tropischen Hühnchen gemacht, die überall auf den Inseln herumlaufen und von euren Arbeitern gefangen werden können. Zusätzlich gibt es noch die Über-Einheit, den Chieftain. Dieser kann in den Wohnhütten aus zehn Arbeitern erstellt werden und beherrscht einige interessante Fähigkeiten, die eure Schlagkraft signifikant erhöhen können.

Technisch ist Tribal Trouble ein Einzelstück. Da es komplett auf Java und OpenGL aufgebaut ist, kann es leicht auf sehr vielen Plattformen angeboten werden – Es gibt Versionen für Windows, Linux und Mac OS. Gerade für Linuxbesitzer ein Segen, da es für diese Plattform lange nicht die Auswahl an Spielen gibt. Die Grafik ist, gemessen an der Installationsgröße von 29 Megabyte, beeindruckend gut geworden und bietet satte Farben und sehenswerte Terraintexturen. Die Einheiten sind ordentlich überzeichnet und verleihen dem Spiel, neben der spaßig erzählten Kampagne, eine kräftige Portion Humor. Schade nur, dass sämtliche Wasserflächen nicht animiert sind und somit eigentlich nur aus optisch ansprechenden, aber unbeweglichen helllauen Flächen bestehen.

Einige böse Gameplayschnitzer geben leider Anlass zur Kritik. Da Tribal Trouble ein Spiel ist, welches Massen von Einheiten als übliches Szenario birgt, ist es schade, dass es keinen Hotkey für untätige Arbeiter gibt. Oft kann man in den Massen an kleinen Männchen keine Übersicht mehr behalten. Wenn es schnell gehen muss, wird man – sollte man vorher nicht bereits Gruppen gebildet haben – seine Arbeiter mit in dem Kampf schicken. Eine Art Sturmglocke, die bei Anwendung alle Arbeiter in die Schmiede zurückschickt, wie wir es aus Age of Empires kennen, hätte hier auch schon gereicht. Ausserdem könnt ihr eure Arbeiter zwar auf die Reise schicken um bestimmte Ressourcen abzubauen, auf die selbe Weise zurückschicken könnt ihr sie aber nicht mehr. Wenn ihr also 15 Mann Holz hacken schickt und später der Meinung seid, zehn würden auch reichen, so müsst ihr diese per Hand wieder in die Schmiede schicken und das kostet Zeit die ihr meistens nicht habt. Zusätzlich fehlt noch eine Minimap, über dessen Bedarf sich natürlich aufgrund der relativ kleinen Inseln auch streiten lässt. Das sind Features, die eigentlich minimalen Programmieraufwand erfordern, aber einfach noch nicht eingebaut wurden – vielleicht wird das ja in späteren Versionen noch nachgereicht?

Beeindruckend, was ein paar dänische Studenten hier geschaffen haben. Manchmal frage ich mich, wieso manche Spieleproduktionen Millionen verschlingen, während Titel wie Tribal Trouble mit minimalem Budget und einer Portion Engagement durchaus mit heutigen Megaprojekten mithalten können. Sicher, Tribal Trouble ist nicht unheimlich komplex, das Gameplay ist simpel und die zwei Kampagnen sind vergleichsweise schnell durchgespielt. Die Spielidee selber ist aber toll und bietet auch für Multiplayerpartien kurzweilige Action – ohne den Einsatz irgendwelcher Drittprogramme wie Gamespy. Die Demo solltet ihr auf jeden Fall ausprobieren. Vor allem der Multiplayermodus ist für ein Spielchen zwischendurch perfekt geeignet, da die Aufbauphase sehr schnell vonstatten geht.

Sollten oben kritisierte Features noch eingebaut werden, wird Tribal Trouble ein wirklich empfehlenswerter Titel, der euch durchaus einige Wochen zu beschäftigen weiss. Da ein Independent Developer wie Oddlabs durchaus ein Ohr für Kritik und Verbesserungsvorschläge hat, ist das sehr wahrscheinlich.

Ich bin wieder hier, in meinem Revier…

Mit Falcon 4.0 Allied Force gehts hoch hinaus, im Cockpit eines F-16 Kampfjets. Aber Moment einmal! "Ein Deja vu!", werden sich eingefleischte Jetpiloten denken. Falsch! Falcon 4.0 gab es zwar schon mal, aber dies hier ist das Remake des Klassikers.

Aufgepeppt durch eine verbesserte Grafik, neue Kampagnen und Szenarien kann man sich noch mehr Spielspaß als im Original erhoffen. Zum Beispiel wurde ein neues Balkan-Szenario mit 18 neuen bzw. aktualisierten Kampagnen hinzugefügt. Ebenso ein erweiterter Mehrspielermodus und eine komfortablere Benutzeroberfläche sind vorhanden.
Im Bezug auf die Grafik hat sich auch einiges getan. Die Texturen sind neu und deutlich schärfer. Die Engine selbst wurde mit modernen Lichteffekten und Shadern aufgemotzt und selbst an den Flugobjekten wurde nachgezeichnet. Neu ist auch ein deutlich überzeugenderes Wettermodell, welche eine bessere Spielatmosphäre verspricht.

Zwar kann das Spiel grafikmäßig mit den anderen modernen Simulatoren nicht ganz mithalten, aber der Spielspass ist so hoch wie anno 1999 als das Urgestein Falcon 4.0 auf dem Markt kam.
An den Flugzeugen selbst, wie vorhin schon erwähnt, wurde auch gearbeitet. Genauere Texturen und Effekte stechen einem schnell ins Auge. Auch das Flugmodell wurde verändert und man kann von einer noch realistischeren Physik sprechen.

Das wahre Gesicht des Spiels zeigt sich aber erst in der Kampagne. Sie ist dynamisch, das heißt es werden immer wieder neue Missionen wie Angriffe auf Luftabwehr oder Bodenziele generiert. Deren Häufigkeit kann man natürlich einstellen bzw. kann man auch selbst Angriffe planen. Die Missionen finden wahlweise auf dem Balkan oder in Korea statt und aufgrund der dynamischen Kampagne gibt es ein Vielzahl von Möglichkeiten welche Mission man im Endeffekt bekommt. Daher kann man sagen, dass jeder Einsatz einzigartig ist.

Das Handbuch des Spiels ist nur mehr als PDF- Datei auf der Disc vorhanden das aber noch immer 716 Seiten stark ist! Darin werden nicht nur Informationen über das Spiel selbst gegeben, auch eine komplette Flugschule ist darin enthalten.

Ein durchaus gelungenes Remake des legendären Falcon 4.0 mit neuen Missionen und Kampagnen. Lediglich die Grafik hinkt dem Spielspass etwas nach und man vermisst das Handbuch, welches nur mehr als PDF vorhanden ist. Zusammenfassend kann man aber sagen, dass das Spiel mit Sicherheit nichts von seinem Glanz verloren hat, ganz im Gegenteil durch die neuen Features ist es noch ansprechender für alle Simulatorenfans.

.. Diablo mit Miezekatze? Süüüß!

Umgeben von dichtem Wald, irgendwo im Nirgendwo, befindet sich ein kleines Dorf namens Grove. Tagelange Reisen muss man in Kauf nehmen, um in dieses Dorf zu kommen das eigentlich absolut nichts zu bieten hat – zumindest nicht an der Oberfläche. Unter diesem Dorf befindet sich ein weit verzweigtes Höhlensysten welches in endlose Tiefen reicht und allerlei ekeliges Getier beherbergt. Wie es weit verzweigte Höhlensysteme so an sich haben, beinhalten sie aber neben Viechern aller Art auch unschätzbaren Reichtum, der nur darauf wartet endlich geborgen zu werden.

Unter Grove befindet sich also ein waschechter Dungeon voller Monster und Schätze. Sobald ein menschliches Wesen das Wort ‚Schätze‘ zu hören bekommt, flammt gewöhnlich die unbezähmbare Gier in dessen Augen auf und es wird versuchen alles zu tun, um in den Besitz dieses ungeborgenen Reichtums zu kommen. Ausnahmen gibt es hierbei wenige, vielleicht den Dalai-Lama – den hat in Grove noch niemand gesehen. Dafür aber eine Menge anderer Abenteurer die sich in die Tiefen des Dungeons wagen, um so viele Klunker wie möglich heraufzuschleppen.

Aus der oben beschrieben Situation lässt sich ein perfekter Diablo-Klon züchten, und genau das ist Fate auch geworden. Wenn ihr neues, innovatives Gameplay oder Originalität erwartet, solltet ihr Fate nicht einmal herunterladen um die Demo zu probieren. Wenn ihr allerdings süchtig nach Diablo, Sacred, Harbinger und ähnlichen Spielen seid, ist Fate genau das Richtige für euch.

Das Spielprinzip ist extrem einfach und macht – zumindest eine gewisse Zielgruppe – absolut süchtig. Man fängt als kleiner Stinker an, der gerade stark genug ist ein Buttermesser zu halten um damit ein paar Fliegen zu zerquetschen und endet als bärenstarker Held mit zwei gigantischen Schwertern und einer Rüstung die 150% des Körpergewichts zu haben scheint. Stärker wird man durch die üblichen Level-Ups, die immer jeweils fünf Punkte für direkte Attribute, wie Stärke, Geschicklichkeit oder Lebenskraft, und zwei für Fähigkeiten, wie Schwertkampf oder Magie zur Verfügung stellen. Eine nette Idee ist das Haustier, wahlweise ein Hund oder eine Katze, die immer mit von der Partie ist um zu helfen und auch um Gegenstände zu transportieren. Zusätzlich kann der kleine Helfer auch noch mittels Fischen, die man ihm bei Bedarf verfüttern kann, zu gar grausig anmutendem Getier transformiert werden. Je nachdem, was man der kleinen Miezekatze zu fressen gibt, kann sie für kurze Zeit zu einer fetten Riesenspinne oder einem Gehirn auf vier Beinen werden, welches auch andere Kampfattribute mit sich bringt.

Um den Spielfluss gegenüber Diablo nochmals zu verbessern gibt es neben den üblichen Heiltränken nun auch sogenannte Heilamulette, die ebenfalls in die kleinen Gürtelslots passen, aber bis zu acht mal verwendet werden können. Zusätzlich gibt auf sehr vielen der 48 Dungeonebenen einen Händler, bei dem man das geraubte Gut sofort in bare Münze umwandeln kann ohne jedesmal per Stadtportal-Buch zurück auf die Oberfläche zu müssen.

Die Grafik ist zwar von den Texturen her eher schlicht, trotzdem aber sehr schön anzusehen. Die meisten mittlerweile üblichen technischen Features wie der Einsatz von Pixelshadern für die Wasserdarstellung und Schatten, sind ebenfalls bereits eingebaut. Ein durchschnittlicher Rechner dürfte kein Problem haben, Fate mit hoher Detailtiefe ohne Ruckeln darzustellen. Generell kann man also von durchaus ansprechender Grafikqualität, die auch auf etwas älteren Systemen noch gute Resultate liefert, sprechen. Sound und Musik sind gut gelungen, auch wenn einige Effekte mit der Zeit etwas zu nerven beginnen – vor allem das ständige Gebell oder Miau der begleitenden Haustiere kann auf Dauer schwere Gehirnperforation verursachen.

Der Multiplayermodus von Fate existiert leider nicht! Skandalös! Wenn man ein Spiel schon derartig unverfroren von Diablo abkupfert, sollte man doch auch wissen, dass genau dieses Spiel im Multiplayer ein Erlebnis war und schon so manchen Koreaner unter die Erde gebracht haben soll. Nein, Fate spielt man nur alleine – das KI gelenkte Haustier hiervon mal ausgenommen. Dafür schlägt sich das Fehlen des MP-Modus auch ordentlich im Preis nieder, der bei umgerechnet circa €16.50 liegt.

Fate ist mit Sicherheit nicht originell, aber Spaß machen tut es trotzdem. Es spricht unseren jahrmillionen alten Jäger- und Sammlertrieb auf technisch ansprechende Weise an. Dazu reicht es einfach, 48 zufällige Dungeons zu generieren, diese mit diversen Monstern und hunderten verschiedenen Items zu befüllen um uns stundenlang zu fesseln. Eine Story gibt es eigentlich nicht, die große Freiheit à la Morrowind auch nicht. Braucht auch keiner, hauptsache mehr mehr MEHR!!! mehr Items sammeln, bessere Waffen und Rüstungen kaufen und brutalere Zaubersprüche lernen. So gesehen wäre eine Story eigentlich sowieso fehl am Platz, da man sie im permanenten Sammelwahn sowieso nicht mitkriegen und/oder ignorieren würde.

Wenn euch Diablo, Sacred oder Harbinger schon zu langweilig ist, weil ihr es schon mehr als zehn mal durchgespielt habt, so ist Fate das nächste was ihr kaufen solltet. Nur der fehlende Multiplayermodus schmerzt zutiefst, aber vielleicht kommt er ja mit Fate 2 ?

Ohne Superlativ nix los

Ein in meinen Augen negativer Aspekt der Spielepresse ist, dass bei jeder Gelegenheit schon im Vorfeld Hypes losgetreten werden. Alle Spiele sind, lange bevor das überhaupt beurteilbar ist, potentielle Hits, kommende Verkaufsschlager oder superinnovative Ausnahmegames. Als Redakteur ist man es irgendwann leid, solche Superlative zu verwenden. Konsequenterweise darf man dann auch bei Titeln, die man für sehr vielversprechend hält, nicht in Lobhudelei verfallen. Mit erschreckenden Ergebnissen auf Spielerseite…

Es ist mir zuletzt bei unserer <a href="http://www.rebell.at/?site=rfull&cnt=show_ps&post_id=466" target="_blank">Preview zu Mount & Blade</a> aufgefallen. Unser Redakteur flint hat dem Spiel in meinen Augen (ich habe die Beta auch gespielt) völlig zurecht den Ersteindruck "Gut" verpasst. Der Indietitel von Taleworlds wird in unserer Vorschau eigentlich ausschließlich gelobt, die negativen Punkte als das bezeichnet, was sie eigentlich sind: Lapalien. Die große Ausnahme: die Technik. In Sachen Sound und Grafik kann das kleine Entwicklerteam großen Produktionen naturgemäß nicht das Wasser reichen. Und die Story (übrigens auch in vergleichbaren Titeln wie Pirates! nur ein unwichtiger Nebenaspekt) fehlt momentan (in der Betaversion) auch noch.

Nun haben wir bei Rebell.at das Ziel, den Hypes abzuschwören und ein wenig kritischer über Spiele zu berichten. Wenn ich dann Kommentare von Lesern zu sehen bekomme wonach das Spiel (also in dem Fall M&B) "wohl nicht so der Renner" ist, oder sowas wie "Mount & Blade war mir bis dato unbekannt. Nachdem ich die Screenshots gesehen hab, hab ich nicht das Gefühl was verpasst zu haben.", frage ich mich, ob wir der Spielebranche damit einen Gefallen tun. Ich halte diese Indieproduktionen für sehr wichtig. Schon heute haben wir eine Marktsituation, wonach die Branche von einer Konzentration einger weniger Publisher beherrscht wird. Ich hoffe und schreibe dafür, dass die Leute auch anfangen das zu sehen was nicht von EA, Take 2 und Ubisoft kommt. Vielleicht sogar ab und zu das, was man gar nicht im Laden, sondern in Internetshops findet. Etwas, über das die Gamestar zwar nicht schreibt, das aber trotzem Spaß macht.

Wir hätten (und haben) Mount & Blade, ebenso wie anderen Spielen in der Vergangenheit, gerne eine Plattform geboten. Ohne aber zu verschweigen, dass es natürlich auch ein paar Schwächen hat. Ohne jetzt gerade nur die allerschönsten Bilder aus dem Spielgeschehen zu zeigen (denn ist ein Spiel nicht mehr als die Summe seiner Höhepunkte?). Ohne in sinnlose Schreiborgasmen zu verfallen.

Das Problem ist, dass man anders scheinbar kaum noch Aufmerksamkeit für ein Spiel erzeugen kann. Viele Spieler schauen bei der Erstankündigung eines Spiels nicht auf die geplanten Features, sondern auf die Screenshots. Wenn in einer News/in einem Artikel nichts von "Es wird DAS Übergame 200X!!1!" steht, lesen die Meistern gar nicht erst weiter.

Was sollen also wir tun? Sollen wir anfangen, jedes "gute" Spiel in den Himmel zu erheben? Dann kommen wir unseren Pflichten als Kritiker nicht nach. Sollen wir so weiter machen? Das ist es was wir tun möchten und werden. Solltet IHR also versuchen, bei einem Spiel (wieder?) mehr als die Anzahl der Spezialeffekte zu sehen? Oder auch mal bei einem "nur guten" Game die ganze Preview zu lesen? Oder auch mal einen hässlichen Screenshot zu durchblicken, und das Spaßige dahinter zu sehen? Wieder(?) anzufangen sowas wie flints Aussage " Bringt am besten schon einmal viel Zeit mit, die ihr allesamt in Mount & Blade investieren solltet. Die Version der ich mich angenommen hab, macht einfach eine Menge Spaß." zu beachten?

Wenn ich mir ansehe, dass sogar in Diskussionen über die Age of Empires 3-Demo 90% der Leute über die (in meinen Augen über jeden Zweifel erhabene) Grafik sprechen, anstatt über das Spielprinzip, dann wünsche ich mir diesen etwas offeneren Blick für das Gute und auch das Unbekannte von und für euch zu Weihnachten (ist ja schon September). Denn ich will beim nächsten Mount & Blade nicht schreiben müssen, dass es geiler als meine Freundin ist, nur um eure Aufmerksamkeit zu erregen!

Nicht spielbar – wollen wir wetten ?

Kaufwarnung: Wir haben in unserer Redaktion zwei Muster von Bet on Soldier zur Verfügung und wollten euch an dieser Stelle bereits einen ausführlichen Test anbieten. Das ist aber gar nicht weiter nötig, wir erachten das Spiel zu diesem Zeitpunkt für nicht testwürdig. Warum? Das erfahrt ihm weiteren Artikel von julian und besux

Julian:

Bet on Soldier schickte sich an ein vielversprechender Shooter zu werden. Die von Kylotonn eigens entwickelte Kt-Engine versprach die Endzeit-Atmosphäre glaubhaft rüber zu bringen und das Bet System brachte einen interessanten neuen Aspekt in das alt eingesessene Genre. Dementsprechend groß war die Vorfreude, als ich das frisch eingetroffene Rezensionsexemplar auspackte. Die Verpackung ist hübsch anzusehen und das Spiel findet auf einer DVD Platz, wodurch die Installation relativ schnell über die Bühne geht. Ich starte die BoS.exe mit einem Doppelklick.

Nach Eingabe meines CD-Keys fordert mich das Kopierschutzprogramm auf den Computer neu zu starten. Gesagt, getan. Ich starte den PC neu und rufe das Spiel nochmals auf. Das Kopierschutzsprogramm lädt ein zweites Mal, zeigt einen Ladebalken, verschwindet wieder und für die nächsten 20 Sekunden passiert nichts. Ich beende das Programm, welches im Hintergrund noch mitläuft, mit Strg+Alt+Entfernen und werfe einen Blick in das Handbuch und werde prompt fündig.

Nach Beenden des Star Force Tests schließt sich das Star Force Menü und Sie sehen ihre Desktop-Oberfläche. Bevor das Intro von Bet on Soldier startet, können 30 Sekunden vergehen.“ Also starte ich ein erneutes Mal und warte ab und welch Wunder: Das Intro öffnet sich. Nun erwartet mich ein nett anzusehendes Render-Video, welches mir die Hintergrundgeschichte des Spiels näher bringt, die ich wie folgt zusammenfasse:

Niemand weiß genau, welches Jahr wir schreiben, aber der Krieg hält nun schon seit 80 Jahren an. Keiner weiß mehr so recht, wer ihn angefangen hat oder wieso er überhaupt ausbrach. Zwei große Förderationen vermarkten den Krieg und benutzen ihn als Geldquelle und Absatzmarkt. Im Actionknaller Bet on Soldier ist dies die bittere Realität. Aufgrund des ständigen Kriegszustandes basiert die komplette Wirtschaft eines Landes auf der Rüstungsindustrie.

Die einzige Möglichkeit, Geld zu verdienen, ist, sich als Söldner oder als Teilnehmer des Bet on Soldier Programs zu behaupten, welches dank verbesserter Reality-TV Technologie auf so ziemlich jedem Fernsehschirm flimmert. Der Titelheld Nolan Danewort wollte mit all dem aber eigentlich nichts zu tun haben. Doch eines Tages wird seine Frau ermordet und den einzigen Anhaltspunkt, den er hat, führt ihn direkt zu den Boryenkas Brothers, den Champions des Bet on Soldier Turniers. Soweit so gut, denke ich mir. Die Story hört sich doch schon mal nach Spaß pur an.

Also stelle ich im Menü die Grafik auf 1024×768 und wähle mittlere Details aus. Nun will ich den Einzelspieler-Modus starten. Die erste Mission nennt sich Patrouille. Als Jungspund werde ich von einem Ausbilder in die grundlegenden Funktionen des Spiels eingewiesen. Nachdem ich alles erfahren habe, muss ich zu einem General, um mir von ihm meinen Auftrag geben zu lassen.

Gerade als ich das Lager nun verlassen will, werden wir von gegnerischen Soldaten angegriffen. Die Tür zum Hintereingang fliegt in die Luft und eine Explosion erhellt die umliegenden Wände. Mitten in dem farbenfrohen Effektfeuerwerk hängt sich das Spiel nun auf…

Nach einem Neustart wage ich einen zweiten Versuch mit niedrigeren Grafik-Einstellungen. Das Spiel sieht nun zwar nicht mehr ganz so gut aus, hängt sich bei selbiger Stelle dafür immer noch auf. Das wird mir doch wirklich langsam zu bunt, denk ich mir, und blättere im Forum der offiziellen deutschen Homepage vom Spiel nach. Und was sehe ich da? Ich bin nicht der einzige mit schwerwiegenden Problemen bei dem Spiel. Es gibt bereits mehrere Beschwerde-Threads, die auf ähnliche Probleme hinweisen.

Der 800 Megabyte schwere 1.1 Patch wurde übrigens gleich beim Release veröffentlicht, schaffte aber für diesen und andere Bugs keine Abhilfe. Auch die Aktualisierung der Grafik- und Soundtreiber brachten mir keine weiteren Erfolge ein. Somit bleibt mir nichts übrig, als auf kommende Patches zu hoffen und abzuwarten.

Besux:

Bei mir läuft der Singleplayermodus (nach der Patchinstallation). Und das was ich da bisher gesehen habe ist immerhin ein solider, geradliniger Shooter, der eine Wertung im 60er-Bereich verdient hätte. Leider hat man alles schon einmal irgendwo gesehen. Das Wett-Prinzip wird quasi nicht ausgenutzt, man ballert sich ganz einfach durch mittelmäßige Levels und verdient für jeden Abschuss Geld, den man in Munition, Ausrüstung oder depperte KI-Mitstreiter investiert. Ebenso intelligent verhalten sich auch die Widersacher. Zwischendurch eingestreute Bossgegner lockern das Geschehen auf, sind aber nur eine größere Herausforderung als das gemeine dumme Fußvolk, weil sie einige Spezialfähigkeiten haben.

Im Multiplayermodus besteht für Bet on Soldier Potential, leider ist der Netzwerkcode aber so mies und verbuggt und die Spielbalance so unausgereift, dass die Server (fünf an der Zahl) so gut wie leer sind. Weil bei zwei Testern, zwei mal der Mehrspieler und einmal der Einzelspielerpart unspielbar waren, und das trotz 800 MB Patch, enthalten wir uns vorerst einer Wertung und sprechen eine Kaufwarnung aus. So darf man ein Spiel, auch ein grafisch durchaus ansehnliches, nicht in den Laden stellen Wenn nachgebessert wird, holen wir das mit einem ausführlichen Test nach.

Eine spannende Story, einen neuartiger Multiplayermodus, dies alles eingepackt in eine hübsche Grafik unterstützt durch jede Menge Action und Effekte. Bleibt bei diesen Versprechungen noch ein Wunsch offen? Wenn Bet on Soldier nicht in einem Beta ähnlichem Stadium auf den Markt gekommen wäre, und all das halten würde, hätte Einiges aus diesem Spiel gemacht werden können. So bleibt für den Spieler und den Support leider nur der Frust über die vielen Fehler im Spiel, die es teilweise unspielbar machen. Wir raten deshalb derzeit vom Kauf ab.

Pirates meets Mittelalter

Wirklich gute und vor allem neuartige Rollenspiele gab es in letzter Zeit kaum. Alle Welt sieht nur noch Online-Rollenspiele. Die Macher von Mount & Blade gehen da einen anderen Weg. Epische Massenschlachten, einsteigerfreundliches Gameplay und unheimlich motivierende Kämpfe, das alles natürlich in Echtzeit. Mehr als ein Grund für uns Rebellen einmal näher hinzuschauen. Wir haben eine Previewversion auf Stärken und Schwächen abgecheckt…

Wir befinden uns in Calradia. Unglücklicherweise ist das ganze Land im totalen Ausnahmezustand. Der Grund dafür ist recht schnell gefunden, schließlich befinden sich die Völker von Calradia im Krieg. Viel mehr Storyline gibt es derzeit eigentlich auch nicht. Macht aber nix, denn langweilig dürfte es euch nie werden. Bevor ihr die Welt betreten dürft, heißt es aber ersteinmal einen Charakter erstellen. Nachdem ihr euer Geschlecht ausgewählt habt (Frauen sind nicht benachteiligt… eine Frechheit!1!), gilt es sich für einen Beruf zu entscheiden. Zur Auswahl stehen: Knappe, Novize, Händler und der Jäger. Je nachdem für wen ihr euch entscheidet, habt ihr andere Startvorraussetzung, das gilt sowohl für die Ausstattung als auch für die Attribute und Talente. Habt ihr eure Entscheidung getroffen, müsst ihr selbst auch noch einige Punkte auf Talente verteilen. Dabei ist es natürlich euch überlassen ob ihr dann beispielsweise Handels- oder Kampftalente verbessert. Es ist allerdings sinnvoll sich schon etwas nach der Klasse zu richten. Jetzt gehts auf meinen absoluten Lieblingsbildschirm: das Aussehen. In Die Sims-Manier bastelt ihr euer Gesicht so zurecht wie ihr es haben wollt. Eurer Fantasie sind dabei keine Grenzen gesetzt, so entsteht schnell mal eine Frau mit Michael Schumacher-Kinn und Maik Krüger-Nase.

Nach ausgiebiger Rumhudelei sollte es aber auch endlich mit dem Spiel losgehen. Und jetzt kommt einer der schwersten Kritikpunkte an der Preview: wurde euch bisher noch mit einem Tutorialtext einigermaßen erzählt, was ihr zu tun und zu lassen habt, müsst ihr von nunan komplett allein klar kommen. Das erschwert den Einstieg dann doch etwas. Doch wer sich auch nur eine halbe Stunde hinsetzt, die Eingewöhnungskämpfe beim Trainer übersteht und anfängt die Welt zu erkunden, der wird die Möglichkeiten die ihr habt schneller intus haben, als ich ein simples Point & Click-Adventure kapiere.

Nach der Eingewöhnungsphase empfiehlt es sich, sich möglichst fix einer der beiden Parteien anzuschließen, denn nur so kommt ihr an lukrative Aufträge, die allerdings meist auch nur aus "Wir brauchen Nachschub, besorg 10 Pferde" oder "Töte diesen Edelmann" bestehen, und bezieht auch ein wöchentliches Gehalt. Natürlich könnt ihr auch fraktionslos auf Piratenjagd gehen und Gefangene machen, die ihr an skrupellose Sklavenhändler verkaufen könnt. Der Handel ist auch eine der zahlreichen Möglichkeiten, sich Rang und Namen in Calradia zu machen.

Aber wer will das schon, wenn man genauso gut plündern und blutrünstig durch die weiten Steppen marschieren kann? Habt ihr das vor, seit aber gewarnt, allein verliert ihr mit Sicherheit den größten Teil eurer Kämpfe (außer ihr seid so hervorragende Spieler wie ich, was bedeutet: setzt den Schwierigkeitsgrad einfach auf die niedrigste Stufe). Kein Problem: in jeder Stadt lässt sich in den Tavernen, übrigens genau wie Händler etc. über einen Auswahlscreen erreichbar, eine Schaar Männer anheuern, allerdings nur unter der Vorraussetzung, dass ihr genug Bares dabei habt. Dazu kommt noch der wöchentliche Sold, den die Männer verlangen. Das kann bei einer mächtigen Armee schon locker mal in die Tausender gehen.

Bis es soweit ist, habt ihr aber nur eine kleine, buckelige Bande von Bauern, die erst noch einiges an Erfahrung braucht. Die erhalten sie nur durchs Kämpfen, übrigens ein großer Bestandteil des Spiels. Sobald ihr auf der großen Übersichtslandkarte einen Feind entdeckt habt, den ihr angreifen möchtet, reicht ein Klick auf diesen und ihr nehmt die Verfolgung auf. Dann, wenn ihr schnell genug gewesein seit um ihn zu fangen, gehts in die 3D-Kampfwelt. Eben noch den Männern über die "O"-Taste einen Befehl wie "Angreifen" gegeben und schon wird gestürmt was das Zeug hällt. Ihr selbst kämpft natürlich auch mit. Außer ihr seid zu feige, in diesem Fall schickt ihr einfach eure Leute in die Schlacht, könnt aber keinen Einfluss auf den Verlauf nehmen. Mittels der linken Maustaste greift ihr an, mit der rechten wird geblockt. Simpler gehts kaum und dennoch sind alle Kämpfe enorm motivierend.

Leider wird weder die Akustik, noch die Grafik dem Spiel gerecht. Denn das tritt durchaus in Konkurrenz zu so namenhaften Titeln wie Pirates! auch wenn einige Features natürlich etwas abgeschaut sind. Zwar klingt die Musik recht annehmbar, doch nur ein Effekt für Pfeil und Bogen geht einem schon sehr bald auf den Keks. Eine Sprachausgabe fehlt derzeit auch noch völlig. Die hölzernen Animationen und wenig hübschen Texturen geben einem dann in Sachen Technik den Rest.

Noch ein kurzes Wort: entscheidet ihr euch jetzt für den Kauf, spart ihr rund 50% des Preises. Derzeit verlangen die Entwickler nämlich nur zwölf Dollar für das komplette Spiel (Beta-Version). Habt ihr bezahlt, könnt ihr nicht nur die Beta spielen, sondern habt auch Zugriff auf alle später folgenden Versionen. Zum Ausprobieren steht eine ausführliche Demo (~35MB) zur Verfügung, die man mit dem gekauften Key, dann einfach in die Vollversion umwandeln kann.

Bringt am besten schon einmal viel Zeit mit, die ihr allesamt in Mount & Blade investieren solltet. Die Version der ich mich angenommen hab, macht einfach eine Menge Spaß. Was derzeit leider noch etwas fehlt ist der rote Faden. Außerdem könnte man den Einstieg enorm erleichtern, wenn die Tutorial-Screens nicht so rar gesät würden. Natürlich ist auch die Grafik nicht die allerschönste, aber darüber blicke ich großzügig hinweg, denn immerhin schaffen die Entwickler es mich so sehr bei der Stange zu halten, dass unser Chef besux mich fast täglich um die Preview angehauen hat. Ich gebs ja zu, ich spiels viel lieber als darüber zu schreiben.

Ersteindruck: Gut

Oh du holde neue Welt

Echtzeitstrategiespiele gibt es wie gebratenen Gockel auf den Tellern deutscher und österreichischer Restaurants: en masse! Allerdings stechen die Wenigsten bei dem Brei an Spielen wirklich ins Auge. Eine Serie welche sich schon seit Jahren behaupten kann, ist die Age of Empires-Reihe. Heute werden wir einen kleinen Blick auf den neuesten Streich der Ensemble Studios werfen.

In dieser Nacht kam nämlich die 374 Megabyte große Demo-Version vom lang erwarteten dritten Teil der Serie raus. Direkt nach dem Aufstehen starte ich also den Download bei dem nächstbesten Mirror und irgendwie kann der Balken dem Ende gar nicht schnell genug entgegenschreiten. Mit drei Kaffees und ebenso vielen Kipferl überwinde ich meine Nervosität. Schließlich ist dieses Martyrium überwunden und nach erfolgter Installation starte ich das Spiel. Die Demo umfasst die zwei Maps "New England" und "Texas" und die zwei Völker Spanien und England. Außerdem gibt es noch zwei Szenario-Karten, die allerdings recht kurz ausgefallen und nicht besonders fordernd sind (kein Wunder, sie sind ja auch die beiden Anfangsmissionen aus der Kampagne des fertigen Spiels). Ich passe die Grafikeinstellungen noch an, wähle die kämpferischen Spanier sowie die Map "New England" aus und starte das Spielgeschehen.

Die Ladezeit ist erfreulich kurz und so kommen mir bei dem Anblick der mir sich dort bietet fast die Tränen. DirectX 9-Shader, Vertex Shader 3.0 oder Pixel Shader 3.0 sind Schlagwörter mit denen die Grafik von Age of Empires III ganz trocken technisch beschrieben wird. Bei den ersten Livebildern die ich auf meinem Monitor bewundern kann merkte ich, was dies optisch bedeutet. Da werfen majestätische Dreimaster Echtzeitschatten auf die realistische Wasseroberfläche. Doch damit nicht genug, spiegeln sich die Seefahrzeuge und Küstenbebauungen auch noch perfekt und detailliert im Wasser.

Die Städte und Siedlungen zeugen mit ihren Gebäuden von einer großen und lebendigen Detailfülle. Die weiten Prärielandschaften, die zerklüfteten Berge oder die satten Wälder sehen sehr schick aus. Auch die Animationen der Arbeiter und Soldaten wirken ziemlich real. Alles in Allem einfach ein sehr gutaussehendes RTS.

Age of Empires ist immer noch Age of Empires und das ist auch gut so! Mit Euren Einheiten baut Ihr Euer Dorfzentrum, trainiert Siedlereinheiten und sammelt die drei Rohstoffe Nahrung, Holz und Geld.

Nahrung bekommt Ihr von gejagten Tieren, Beerenbüschen oder der eigens dafür angelegten Mühlen die mit Siedlern bestückt werden können. Für Holz gibt’s Bäume und für Geld die Silberminen. Sammelstellen für die ergatterten Rohstoffe gibt es nicht. Diese wandern direkt in den Bestand.

Neben den Rohstoffen wollen noch einige Schätze auf den Karten entdeckt werden. Diese werden dann meist von Fieslingen bewacht und warten im Endeffekt nur darauf erobert zu werden. Schätze können Rohstoffe und dergleichen enthalten. Außerdem kann sie nur der Held aufsammeln, deshalb sollte man auf diesen besonders aufpassen. Fällt er doch einmal im Kampf, ist das nicht so wild, da er nach einem gewissen Zeitraum wieder auftaucht.

Neben den üblichen Gebäuden ist es nun möglich Handelsposten zu errichten. Diese bringen euch zum Beispiel zusätzliche Erfahrungspunkte oder ermöglichen auch den Bau indianischer Einheiten. Neben den Rohstoffen spielen nun auch Erfahrungspunkte eine sehr wichtige Rolle. Für erfolgreiche Kämpfe oder gebaute Gebäude füllt sich euer Balken und wenn dieser nun einmal gefüllt ist, dürft ihr einen Trip zu euer Heimatstadt machen und von dort aus Verstärkung wie neue Einheiten oder Ressourcen anfordern.

Aus spielerischer Sicht wurde quasi nichts falsch gemacht. Die Epochen spielen erneut eine wichtige Rolle und ihr System ist gut durchdacht. Die Haupstadt und das Sammeln der Erfahrungspunkte bringen frischen Wind in die Serie und fügen sich gut ins Gameplay ein. Ein paar Gedanken mache ich mir nur, dass Schritte zu simpel werden und dadurch nicht genügend Tiefgang bieten. So kann man Kampfeinheiten keine taktischen Formationen erteilen oder Handelsposten nur an bestimmte Punkte setzen. Dennoch glaube ich an Bruce Shelley und seine Mannen freue mich auf einen stürmischen Herbst mit Age of Empires 3. Die Demo ist den mittlerweile fast schon als moderat zu bezeichnenden Download definitiv wert, bietet sie doch zahlreiche spaßige Spielstunden und einen sehr guten Einblick auf das was uns erwartet.

Guild Wars – Der Hochofen der Betrübnis steht bereit

Gestern Nacht spielten die Jungs von Arena.net ihr erstes großes Update für Guild Wars auf die Server. Hochofen der Betrübnis bringt zum einen zwei riesige neue Gebiete mit sich. Neben dem „Hochofen der Betrübnis“ wartet nun „Grenths Fußabdruck“ auf Erkundung.

Außerdem gibt es neue Quests, Monster und Bosse. Beim einloggen wird das Update automatisch installiert und ist nach einem Neustart sofort verfügbar. Das gute Stück kostet euch übrigens keinen Cent – also ran an den Speck.