Kategorie-Archiv: Spiele

Wenn jeder die Weisheit mit Löffeln frisst

Selten wurde ein Spiel so extrem gehyped und herbei gesehnt wie Half-Life 2, und nur wenige Games wurden so heiß diskutiert. In den letzten Wochen hat es dann aber vermehrt Aktionen gegeben, die zumindest mich sehr aufgeregt haben. Schuld war eigentlich gar nicht Valve, sondern die wartende Spielerschaft, Onlinemagazine und einige Leute die sowieso alles besser wissen.

Nach dem Leak des Source-Codes waren allerorts gar spöttische Kommentare zu lesen, wonach Valve es gar nicht anders verdient hätte. Irgendwie bleibt dabei natürlich jeder die Begründung dafür schuldig. Aja, ich weiß es ja schon: Die Idioten haben doch glatt aus eigener Tasche ein engagiertes Projekt finanziert, um dem Spielern ein Produkt liefern zu können, das jenseits von Publisher-Quartalsberichten liegt und ihren eigenen Ansprüchen genügt. Glaubt man Gabe Newell, dem Ober-Anführer dieser Schurken, hat jeder Entwickler sogar persönlich Opfer dafür bringen müssen. Über ein bißchen Spott würde sich ja keiner beschweren! Wenn es heißt, Valve hätte jetzt mehr Sicherheitskopien des Sourcecodes als ihnen lieb ist, dann muss auch ich schmunzeln, aber viele Kommentare sind einfach nicht überdacht, unqualifiziert und unangebracht.

Als ähnlich kurios erachte ich das Misstrauen, das Valve entgegengebracht wird. Von einem groß angelegten Fake wird gesprochen, "Alles nur um die Verschiebung zu begründen" sagen die einen, oder "Um Vivendi übers Ohr zu hauen" die anderen. Ah ja… Was die spieleschmiedenden Mannen aus den USA der Welt angetan haben, um solchen Anschuldigungen ausgetzt zu sein, bleibt wohl ein Geheimnis. Verschwörungstheorien finde ich ja recht amüsant, aber Valve hat mit Scully und Mulder nichts zu tun!

In eine vergleichbare Schlammschlacht wurde auch nVidia verwickelt. Viele sprechen von einem Racheakt, weil ATI-Karten bei Half-Life 2 besser abschneiden, andere behaupten nVidia hätte die Cracker engagiert um die eigenen Treiber für das Spiel zu optimieren. Aus sicheren Quellen weiß ich übrigens, dass eigentlich Nintendo und Sony dahinter stecken! Da HL 2 nur für PC und Xbox erscheint, will man den Release des Top-Sellers unbedingt noch hinauszögern!

Aber die erschreckende Macht von sensationsgierigen Magazinen hat man im Zusammenhang mit Half-Life 2 schon seit Wochen beobachten können. Obwohl von Valve immer wieder betont wurde, dass Gordon Freeman’s zweites Abenteuer am 30. September erscheinen sollte, wurden konsequent irgendwelche Fantasie-Daten von Online-Shops oder Pressemeldungen anderer Unternehmen als "wichtige Meldung" gebracht. Dass die Verschiebung schlussendlich doch noch beschlossen wurde, ist im Grunde irrelevant, denn vorher hat das ja keiner gewusst.

All das bezeichne ich von nun an als das Half-Life 2-Syndrom – wenn jeder denkt, er habe die Weisheit als Kind literweise inhaliert…

Houston, we have a problem!

Krieg am Boden: Auf Hügeln, in Wäldern und in Höhlen darf man sich mit allerlei Gerät die Fresse polieren. Aber im Weltraum gibt es noch eine dritte Dimension. Auch von oben und unten kann ein Angriff erfolgen. Ist ja auch klar, es gibt ja keinen Boden. Zumindest nicht in Homeworld II.

Damit man sich ein wenig in die Handlung des Spiels versetzen kann, hier ein kleiner Auszug aus der Story:

..die wahre Prüfung für die Hiigaraner liegt möglicherweise nicht allein in der Bedrohung durch die kriegerischen Vaygr, sondern vielmehr in der Prophezeiung, dass Sajuuk, der alles Sein erschaffen hat, zurückkehren und den Beginn vom Ende der Zeit einleiten wird. Wie stets in der Vergangenheit, werden die Hiigaraner durch religiöse Konzepte entzweit: Eine Reihe von Weltuntergangssekten sieht überall die Zeichen des Verhängnisses drohen. Für diese Fanatiker ist das Gerücht, die gegnerischen Vaygr seien eigentlich die Sajuuk-Khar, ein klares Omen und der Beweis für Sajuuks Zorn.

Auf der einen Seite haben wir also das Volk der Hiigaraner, welche ihre neue Heimatwelt gegen Agressoren verteidigen müssen und auf der anderen die wilden Vaygr, welche alles und jeden Erobern, Plündern und töten wollen. Die Vaygr waren schon immer ein Volk von nomadischen Eroberern, doch nun besitzen sie einen der drei in der ganzen Galaxis vorhandenen Hypersprungkerne. Was es heisst, wenn ein Volk von Kriegern einen solchen Kern besitzt, ist wohl klar: Jeder, der ihnen unter die Fuchtel kommt wird sofort angegriffen und vernichtet. Nicht so mit den Hiigaranern. Die wissen sich, nämlich mit Hilfe des Spielers, zu wehren.

Ein riesiges Raumschiff wird auf einem Raumdock in der Umlaufbahn von Hiigara gebaut um den Vaygr Einhalt zu gebieten und diversen anderen Hintergründen nachzugehen. Fast hätte man geschafft, das gigantische Schiff fertigzustellen, als eine Angriffsflotte der Vaygr auftaucht und der Kampf um Hiigara beginnt. Nun gilt es Verstärkung heranzukarren um das Kriegsglück zu wenden.

Dieses riesige Schiff, Mutterschiff genannt, ist ab Spielbeginn die Basis, von der der Spieler alle seine Aktivitäten lenken kann. Der Rohstoffabbau, die Forschung nach neuen Technologien und auch der Bau von riesigen Zerstörern findet dort statt.

Wieso greifen die Vaygr ausgerechnet Hiigara an? Nun, der Grund liegt wohl bei besagten Hypersprungkernen. Eine solcher Kern bedeutet, die Macht zu haben bei praktisch keinem Zeitaufwand überall hinzukommen. Von diesen uralten Artefakten gibt es genau drei Stück. Eines ist im Besitz der Bentusi, einer Händlergilde, eines haben die Vaygr und ein Kern ist im Besitz der Hiigaraner. Da dieser Hypersprungkern nun auch im Mutterschiff eingebaut wurde, kann man glücklicherweise vor der ersten Vaygrflotte flüchten. Doch Hiigara liegt unter schwerem Beschuss und wird nicht lange durchhalten. Also gilt es schnellstens eine Flotte aufzubauen, die die Vaygr das Fürchten lehren wird.

Was hier recht einfach nach Aufbauen, Bunkern und Angreifen klingt ist in der Praxis unmöglich. Ich habe recht viel probiert, Bunkern à la Command & Conquer bedeutet bei Homeworld II den sicheren Tod. Die exzellente gegnerische KI wird sich gnadenlos ausbreiten und jeden verfügbaren Krümel an Rohstoffen einsammeln um eine Flotte zu bauen die den Spieler in die Steinzeit bomben wird. Camper und Leute, die auf Verteidigung spielen, werden mit der Kampagne keine Freude haben. Gewinnen wird der, der agiert. Wer reagiert hat so gut wie verloren.

Zu Bauen gibt es einiges. Das Mutterschiff lässt sich mit mehreren ‚Schächten‘ für verschiedene Schiffstypen ausrüsten. Jäger, Bomber, Torpedofregatten und sogar schwere Zerstörer kommen aus den Hangars des Mutterschiffs mit dem Namen ‚Stolz von Hiigara‘. Auch hier gilt: Einheitsbrei bei den Einheiten wird fast immer mit dem Scheitern der Mission bestraft. Jeder Schiffstyp hat gewisse Stärken und Schwächen die man auch zu nutzen wissen muss. Sollte man mit Abfangjägerstaffeln auf Schlachtschiffe losgehen, wird man bald mit von Depression geprägtem Blick auf den Bildschirm starren und hoffen, dass das letzte Save nicht allzulange her ist. Man muss ein Meister der Kombination sein um überleben zu können. Die KI (oder die geskripteten Ereignisse) ist einfach zu gut, um mit Standardmethoden einen Sieg möglich zu machen. Das nächste Problem was man in den Griff zu kriegen hat, sind die unterschiedlichen Geschwindigkeiten der Einheiten. Dazu gibts die Unterteilung in Gruppen. Sollte man alles in eine Gruppe setzten werden die schnellen Jäger als erstes am Ziel ankommen und aufgerieben, danach werden die nachkommenden grösseren aufgerieben. Also immer ein wenig vor dem Angriffspunkt warten, sonst gibts eine militärische Katastrophe die man sich bei Homeworld II einfach nicht leisten kann.

Kommen wir noch zum Multiplayer. Sowohl über Gamespy als auch über LAN oder TCP/IP Direktverbindung können sich bis zu sechs Spieler gegenseitig bekämpfen. Ich habe bis jetzt nur LAN-Games gespielt und es ist wirklich ein Hammer, wenn zwei Teams gegeneinander und noch zusätzlich zwei computergesteuerte Gegner als Störfaktor mitmachen. Gewaltige Weltraumschlachten mit Ausmassen, die nicht einmal bei Star Trek (sowohl bei den Games als auch bei den Filmen) irgendwann in dieser Qualität vorhanden waren. Es ist einfach ein eindrucksvoller Anblick, wenn zwei Schlachtkreuzer ein feindliches Raumdock unter Feuer nehmen und der gegnerische Spieler noch oben die Textleiste mit Flüchen übersäät.

Grafisch hat uns Relic einen handfesten Grund geliefert, sich eine ordendliche Grafikkarte zuzulegen. Vor allem bei Auflösungen von 1280×1024 oder mehr kann man die Screenshots aus Homeworld II ohne schlechtes Gewissen auf Fotopapier der Nachbarschaft verkaufen. Irgendwie fühlt man sich wie in eine Babylon 5 Serie hineingezogen, vor allem die Jäger- und Bomberstaffeln erinnern immer wieder ein wenig an diesen Serienklassiker. Grafisch also ein mehr als guter Titel mit Blickfang-Qualitäten der Sonderklasse.

Musik und Sound wissen ebenfalls zu überzeugen. Etwas lästig ist nur, dass bei der Sprachausgabe etwas gespart wurde. So hört man eigendlich bei Standardsituationen immer die selben Standardwortmeldungen. Abwechslung, wie z.B. bei Warcraft III gibt es nicht, man hört immer nur das selbe. Nur in Kampfhandlungen wirds ein wenig umfangreicher.

Was bei der Sprachausgabe fehlt ist dafür bei den Effekten umso besser gemacht worden. Die Explosions- und Flugsounds suchen seinesgleichen. Wenn ein Trägerschiff explodiert, gibt es ein langes Achzen von berstendem Metall gefolgt von einer Explosion, die den gesamten Bildschirm in gleissendes Licht taucht. Dies ist nur ein Beispiel von vielen, die beweisen, dass Relic mit Homeworld II einen absoluten RTS-Hit gelandet hat.

Ich werde jetzt kurz und bündig meine persönliche Bewertung aussprechen: Homeworld II ist geil! Ein Strategiespiel mit unglaublichen Möglichkeiten, einem guten Multiplayer und einer Kampagne die zwar nicht durch hochqualitative Videosequenzen glänzt, aber eine durchdachte Story aufweist. Einzig der Schwierigkeitsgrad im Singleplayer ist teilweise richtig derbe und fordert auch RTS Profis ordendlich. Vor allem durch die KI und die sehr gut geskripteten Abläufe kann es teilweise zu schweren Frustmomenten kommen. Wen dies nicht schreckt, der sollte sofort zugreifen, Homeworld II ist sein Geld wert! Zweifler können sich aber auch vorher an Teil eins oder Cataclysm versuchen, welche im gut sortiertem Fachhandel für ca. 10 EUR zu haben sein müssten.

Zuxxez – Gamestar-Krieg geht in die nächste Runde

Es ist kaum zu fassen, mit welchen Problemen sich einige Leute herumschlagen. In der neusten Ausgabe der GameStar findet sich ein Auszug von Zuxxez-Mann Dirk P. Hassinger an den Chefredakteur der GameStar Jörg Langer. Laut Hassinger hätte man diese Ausgabe auch wieder einberufen können, weil sie gegen das Persönlichkeitsrecht verstoße. Nur weil dies einen Imageverlust auf Seiten Zuxxez´s hervorgerufen hätte, wurde dies unterlassen.

Weiterhin stand in der GameStar, dass die Testversion zu KnightShift freigegeben war, und Zuxxez Seriennummern hierzu rausgegeben hatte. Dies wird von Hassinger auch gar nicht angezweifelt, doch habe die GameStar seiner Aussage nach, niemals den Onlinemodus genutzt, was eine Wertung im Multiplayerbereich völlig ausschliesse.

Zusätzlich kommt hinzu, dass diese Betaversion, nur 4 Tage lief, alle Magazine mussten sich danach eine weitere Version besorgen, die GameStar tat dies nicht.

Hier findet ihr übrigens die komplette E-Mail von Herrn Hassinger. Dass war aber noch längst nicht alles. Der eigentliche Hammer ist, dass der stellvertretende Chefredakteur Florian Stangl, nach veröffentlichung des Tests Zuxxez am Telefon etliche Lügengeschichten aufgetischt haben soll. Verlagsleiter Uwe Kielmann soll sogar versucht haben Zuxxez mit Geld und kostenlosen Anzeigen zu besänftigen.

Außerdem schreibt Hassinger, niemals, wie von der GameStar behauptet, eine 80%-Wertung verlangt zu haben. Er will lediglich angemerkt haben, dass von anderen Magazinen eine solche Wertung in Betracht gezogen wird.

Eine Stellungnahme der GameStar steht übrigens noch aus. Auch in der ersten Streitrunde blieb das Magazin eine befriedigende Stellungnahme schuldig.

Wenn ihr wirklich wissen wollt, ob KnightShift sein Geld wert ist, müsst ihr auf das Magazin mit der Extraportion Kompetenz (Rebell.at natürlich) warten, bis es mit der Review rausrückt.

Der Wahnsinn wird 4

Jack und Kuki are back. Nach längerer Wartezeit, melden sich der Producer und der Moderator von You Don’t Know Jack zurück. Diesmal in der insgesamt vierten Auflage. Ob sie immer noch so mitreißend und lustig sind, und ob der Online Modus wirklich spaßig ist, wird sich in diesem Review zeigen…

Eine nette Begrüßung

Gleich nach der Installation und nach dem Start des Spiels ging es sofort mit einer netten Begrüßung von Kuki los. Der erste Eindruck ist wie bei jedem YDKJ Spiel. Ein relativ liebloses Menü, wo nur ausgewählt werden kann, wieviele Spieler mitspielen sollen. Also erstmal einer. Dann die Namenseingabe, woraufhin mich der gute Kuki sofort darauf aufmerksam macht, dass mein Name (Jan) ja eine Rolle in GZSZ hätte. Nun werden die Regeln des Spiels erklärt. Ganz einfach wie immer, wird mir eine Taste zugewiesen, mit der ich mich zu Wort melden kann. Dann auch schon die erste Überraschung: Man kann nämlich nicht, wie in den bisherigen Jack-Teilen, auswählen wie viele Fragen man beantworten möchte, sondern steigt dann auch sofort ein. Insgesamt warten in einer Runde sieben Fragen und Kategorien. Natürlich begrüßt mich Jack auch wieder mit einem "netten" kleinen Spruch und schon konnte es losgehen.

Fragen, die die Menschheit nicht interessieren, oder doch?

Nach einer kleinen poetischen Expedition mit Sprüchen wie z.b. "Wissen ist Macht und Jack weiß alles", welche vor einem grafisch eindrucksvollen schwarzen Bildschirm gezeigt werden, darf man sich wie gewohnt eine von drei Kategorien aussuchen. Darunter befinden sich z.B. Sachen wie: "Lustige Experimente mit dicken Galliern", "Saublöde Kriegshelden" oder "Wirklich kranke Filme". Hat man sich für eine, der wie gewohnt für Quiz Shows nicht ganz üblichen Kategorien, entschieden, wird von Jack die passende Frage dazu gestellt.

Die Steuerung ist wie in den Vorgängern noch immer sehr simpel. Jeder Spieler hat eine Taste, seinen sogenannten Buzzer. Drückt er ihn, muss er die Frage beantworten oder er hat noch einen Nagel und drückt die Taste "n". Dann darf er einen Gegenspieler "Nageln". Dass wars dann auch schon, was man bei der Steuerung wissen muss um YdkJ 4 zu spielen.

Die Fragen glänzen mal wieder durch kreative Ideen und werden wirklich niemals langweilig. Leider sind gerade mal 600 Fragen im Programm enthalten, was ungefähr zwei Drittel des Vorgängers ergibt, sodass man schon nach ein paar Runden auf eine stoßt, die man bereits kennen dürfte. Für jede richtig beantwortete Frage warten dann virtuelle Euros darauf euer Konto zu stürmen. Zwischendurch gibt es immer wieder mal kleinere lustige Spielchen. "Sekt oder Selters", die "Schnickschnack-Frage", "Wann war was?" und der "Buchbabenstalat" warten darauf gelöst zu werden. In der letzten Runde wird aber "Jack Attack" gespielt. Hier müßt ihr zu einem Thema immer so schnell es geht versuchen den passenden Begriff dazu zu buzzern.

Neue und alte Multiplayer Möglichkeiten

Natürlich kann man You Don’t Know Jack nicht nur alleine spielen. Tatsache ist, dass es nur dann wirklich Spaß macht, wenn man mit zwei bis drei Leuten vor einem Bildschirm sitzt. Auch hier bekommt jeder Spieler seinen eigenen Buzzerknopf und zusätzlich noch einen Nagel. Mit dem ist es ihm möglich einen Mitstreiter zu "nageln", was soviel bedeutet wie, dass der "genagelte" Spieler auf die Frage antworten muss, was teilweise eine wirklich fiese Sache ist. An eine Antwort "festnageln", wie es noch im Vorgänger möglich war, ist nicht mehr möglich.

Ein weiteres neues Feature ist wie angekündigt ein Onlinemodus. Er läuft genauso ab wie der Singleplayermodus, mit dem Unterschied, dass man zusätzlich noch chatten kann, wofür man eine kleine vorgefertigte Sprechblasen nutzt. Zudem hat man nicht – wie im Normalfall – einen Buzzer, den man, bevor man eine Frage beantwortet, drückt, sondern betätigt sofort die Zahlen. Für die Minispiele ist dann allerdings die Leertaste reserviert. Für den Fall dass ein Spieler einfach mal so "abhaut", haben die Entwickler dafür gesorgt, dass man auch so immer noch weiterspielen kann. Leider läuft dieser Modus im Moment noch ziemlich inakzeptabel. Wenn man überhaupt mal verbinden kann, kommt es eher selten vor, dass es möglich ist eine komplette Runde durchzuspielen. Denn oft brechen Partien, aus unerfindlichen Gründen mitten im Spiel ab. Leider ist der Onlinemodus auch wirklich nur online nutzbar, denn eine LAN-Funktion ist leider nicht enthalten. Auf kleineren LAN-Partys hätte dieses Feature aber für wirklich eine Menge Fun sorgen können.

Grafik… wo? Sound Oho!

Auch in der vierten Auflage kommt YDKJ 4 ohne wirkliche Grafik aus. Ein paar nette Animationen von Figuren sind das Einzige was mit einer Grafik wirklich zu tun hat. Diese sind aber dafür sehr nett anzuschauen. Die geringe Auflösung von gerade mal 640×480 Bildpunkten kann leider nicht verstellt werden. Überhaupt sind die Optionen in YDKJ 4 auf die Lautstärke des Sounds begrenzt. YDKJ 4 braucht aber auch keine großen Effekte um Spaß zu machen, denn der absolut geniale Sound reißt alles wieder rum. Sprecher für den immer schlecht gelaunten Jack war auch diesmal wieder Kai Taschner. Und er hat schlechtere Laune als je zuvor. Mal brauchen sie ihm einfach zu lange mit der Auswahl ihrer Kategorie und er sucht selber eine aus, mal regt er sich über seine Mitarbeiter auf, belächelt die Kandidaten, weil sie mal wieder eine falsche Antwort gegeben haben und schweift auch sonst sehr gern mal vom Thema ab. Fetzig sind auch die kleinen "Zahlenjingels", welche immer dann, wenn sie in der Kategorieauswahl sind, oder die Rundenzahl bekannt gegeben wird, eingeworfen werden. Im Abspann, also bei der Highscoreliste, sind auch wieder einige lustige Jack-Spots dabei. Wiedermal wird alles was es in der Werbung so gab, schwer durch den Kakao gezogen. Also ist ein bisschen lauschen und ablachen, bei der Highscoreliste angesagt.

Auch wenn der vierte Teil der Jack-Reihe doch einige gröbere Mankos hat, macht You Don’t Know Jack, Spaß wie eh und jeh. Wenn ich an das Spiel nur denke, fange ich schon wieder an zu lachen. Witzige Sprüche und absolut knackige Rätsel geben anspruchsvolle Unterhaltung. „Um zwei Ecken gucken“ muss man schon können um hier nicht zu versagen. Wenn Take 2 den Online Modus jetzt noch mit einem Patch fixt, steht langen Nächten, auch „alleine“ nichts im Wege. Denn ohne gegner macht YDKJ 4 nur halbsoviel Freude, wie es machen könnte. Zockerfreunde können beherzt zugreifen und müssen nicht mit einer Entäuschung rechnen.

Potentieller Superhit aus Deutschland

Trotz der starken Konkurrenz bei den Strategiespielen des Jahres 2002 hat es Soldiers of Anarchy bei unserem Jahresrückblick unter die Top 3 geschafft. In nicht allzu ferner Zukunft versuchen sich die Entwickler von Silver Style im Rollenspiel-Genre. Übrigens zum zweiten Mal nach dem Genre-Geheimtipp von 2001, Gorasul. Wir haben erste Informationen zu The Fall: Last Days of Gaia – und die deuten auf einen weiteren Hit aus den Berliner Studios hin. Ihr wollt nun mehr Details? Unsere Preview verrät euch alles, was es bisher zu wissen gibt!

Man schrieb das Jahr 2062. Die Menschheit war längst daran gewöhnt geklont zu werden, als Spielzeug der Forschung zu dienen. Der Krebs war endlich so gut wie besiegt und die NASA plante die Besiedelung des Mars. Doch kurz vor dem Start der Expedition, die den Roten Planeten bewohnbar machen sollte, kam es zu einem Terrorakt einer Sekte namens „Die Söhne der Lebenden“. Die Terraformer, welche die Atmosphäre am Mars mit CO2 anreichern sollten, wurden gestohlen. Nun begannen die Verhandlungen, doch während diesen kam es, aus Gründen die heute niemand mehr kennt, zur Katastrophe: Die Maschinen begannen CO2 zu produzieren. Die Erdatmosphäre erwärmte sich daraufhin um 10,5 Grad…

Naturkatastrophen waren die Folge: Die Ausbreitung der Wüsten hielt die teils sterbenden und andererseits flüchtenden Menschen in Atem, genauso wie die Überschwemmung der Kontinente, denn die polaren Eiskappen schmolzen schneller als Greenpeace & Co. es uns jemals prophezeit hatten – und der Meeresspiegel stieg beständig.

Heute, 21 Jahre später, rächt die Natur sich immer noch für die Verbrechen, die der Mensch ihr in all den Jahrtausenden angetan hatte. Und die angeblich so überlegene Rasse rafft sich selbst weiter in Kriegen um die letzten Trinkwassergebiete dahin.

Brutale Anarchie herrscht vor – der Stärkste überlebt. Aber ein Funken der Hoffnung beginnt zu glühen: Gerüchten zufolge entsteht im ehemaligen New Mexico gerade eine neue Regierung.

In diesem erschreckend real wirkenden Szenario findet ihr euch als Spieler von The Fall: Last Days of Gaia wieder. Das 3D-Rollenspiel spielt in einer vom Menschen zerstörten Welt, die klare Parallelen zur RPG-Legende Fallout aufweist. Auf unsere Frage hin, ob man mit einem solch kritischen Setting auch ein junges Publikum ansprechen kann antwortete Projektleiter Carsten Strehse: „Unsere Zielgruppe liegt zwischen 16 und 60. Wenn du 16 als jung ansiehst, muss die Antwort auf deine Frage also "ja" heißen.“.

Ihr übernehmt zu diesem Zeitpunkt eine entscheidende Rolle für die Zukunft: Die Unterstützung der neuen Regierungsbildung. Eure Organisation versorgt die nach Frieden dürstenden Menschen mit Wasser und Lebensmitteln und beschützt sie vor machtgierigen und skrupellosen Gangs. Mit einer bis zu sechs Mann starken Party streift ihr über die Erde des späten 21. Jahrhunderts. Dort trefft ihr auf mehr als 1000 NPCs (!), die allesamt realistisch simulierte Tagesabläufe verfolgen.

Natürlich ist in dieser von Angst und Terror geprägten Welt nicht jeder euer Freund, und so wird es nicht zu selten vorkommen, dass man das neue Kampfsystem ausprobieren darf. Das soll nie da gewesene Taktiken ermöglichen und vereint Vorzüge von rundenbasierenden Spielen mit denen der Echtzeit-Fraktion. Man kann das grundsätzlich in Echtzeit ablaufende Geschehen immer pausieren, und während den Unterbrechungen Anweisungen geben. Auf Wunsch erledigt der Computer das Anhalten aber automatisch. Dabei reagiert er je nach gewünschter Einstellung auf 14 verschiedene Ereignisse (z.B.: „jeder Kämpfer hat einmal geschossen“ oder „bei jedem Treffer“).

Wenn man das System mit anderen Spielen vergleichen soll, darf man es wohl als einen Mix aus Baldur’s Gate und Jagged Alliance 2 bezeichnen. Es ist sowohl in Realtime als auch in einem simulierten Rundenmodus spielbar. Das Tolle daran: jeder kann selbst entscheiden, wie er die Kämpfe in The Fall spielen möchte.

Eure charismatischen Recken (z.B.: der hilfsbereite, muskelbepackte Automechaniker Butch oder die ungeduldige, intolerante Schönheit Carmen) dürft ihr mit über 100 verschiedenen Waffen und Rüstungen ausstatten. Mit sechs Attributen (Stärke, Beweglichkeit, Geschick, Konstitution, Intelligenz und Charisma) und vierzehn Fähigkeiten (Nahkampf, Leichte Waffen, Schwere Waffen, Sniper Waffen, Spezial Waffen, Wurfwaffen, Sprengstoffe, Survival, Lautlos bewegen, Taschendiebstahl, Schlösser öffnen, Technik, Fahrgeschick und Medizin.) könnt ihr zugleich dafür sorgen, dass sich die Charaktere auch spielerisch nicht zu sehr gleichen.

Bis an die Zähne bewaffnet folgt ihr mit eurem Team einer nicht-linearen Story, die laut Silver Style epische Ausmaße annehmen wird und sich mit euren Aktionen verändert. Steuerungstechnisch unterstützt euch während dieser Zeit eine konfigurierbare KI. Sollen eure Leute gleich beim Feindkontakt losballern, oder wollt ihr, dass sie sich in jedem Kampf automatisch hinlegen? Auch hier gibt es rund 15 Optionen aus denen man auswählen darf. Carsten Strehse versprach uns gegenüber eine komfortable Menüführung. Fahrzeuge werden übrigens anders gesteuert als Charaktere. Bei den Vehikeln greift man auf eine direkte Steuerung zurück.

Längere Strecken dürft ihr per Fahrzeug oder Hubschrauber zurücklegen, zu weite Reisen finden gar auf einer Karte statt. Das Endzeit-Szenario wird von einer hauseigenen 3D-Engine in Szene gesetzt, die das Spiel grafisch ähnlich wie Gothic 2 wirken lässt, wobei noch mehr detaillierte Objekte zu sehen sind..The Fall dürfte sich in Sachen Optik an aktuellen und kommenden Titeln aus dem Genre messen können, zumal zum Beispiel Vegetation und Spielwelt animiert sind – in 3D-Spielen ist das noch keine Selbstverständlichkeit. Alle In-Game-Texte sollen übrigens mit einer Sprachausgabe hinterlegt werden.

Was es nicht geben wird ist ein Multiplaypart. Sollte sich The Fall aber gut genug verkaufen – und dagegen spricht zumindest rein qualitativ bisher nichts – dann denkt Silver Style über ein Addon nach, der einen solchen Modus integriert.

Im ersten Quartal 2004 sollte es, wenn alles nach Plan läuft, zur Veröffentlichung kommen. Dann kommt übrigens auch Mad Max 4 in die Kinos – ein optimaler Zeitpunkt für die Veröffentlichung des weltweit ersten Endzeit-3D-Rollenspiels.

Ich persönlich liebe es, wenn Spiele nicht dem Einheitsbrei entsprechen. Und The Fall dürfte sich sogar besonders positiv von dem angesprochenen Standard-Mischmasch abheben. Nicht nur, dass die Story erfreulich kritisch und erwachsen klingt. Nein! Auch die anderen Innovationen (wie zum Beispiel das Kampfsystem) hören sich durchdacht und sinnvoll an. Dazu kommt, dass das Endzeit-Szenario Platz für kreative Ideen lässt, und bei weitem nicht so ausgelutscht ist wie das überstrapazierte „Böse Orks – gute Paladine“-Setting. Wer Fallout oder Gothic zu seinen Lieblingsspielen zählt, darf mit The Fall: Last Days of Gaia DEN RPG-Toptitel des kommenden Jahres erwarten. Aber auch wenn nicht, müssen Rollenspieler und Freunde von taktischer Strategie den Titel weiter im Auge behalten.

Sollten alle Versprechen gehalten werden, dann reihe ich Silver Style auf meiner persönlichen Rangliste der besten deutschen Entwickler ganz oben ein. Immerhin genoss schon Soldiers of Anarchy die Lobeshymnen der Fachpresse – konnte sich aber im Gegensatz zum Ausland am deutschen Markt nicht wirklich durchsetzen am Ladentisch. Mit The Fall dürften die Kritiker wieder zahlreiche Jubeltöne und Superlative vom Stapel lassen.

UbiSoft – Releasetermine neu gesetzt

Wie Ubi Soft in der neuesten Pressemeldung bekannt gibt, wird der Comic-Shooter XIII am 6. November erscheinen. Auch Beyond Good & Evil wurde etwas verlegt und wird nun am 20. November in den Läden stehen.

Überhaupt sind vom Publisher zahlreiche interessante Titel in den kommenden Monaten zu erwarten. Neben dem Morrowind-Addon Bloodmoon und dem potentiellen Hit-Adventure In Memorian sind auch noch die Top-Compilation Gold Games 7, URU: Ages Beyond Myst, Warlords 4: Heroes of Etheria Rainbow Six 3: Athema Sword und vor allem FarCry bist Ende November geplant.

Abgeschlossen wird das Jahr bei Ubi Soft ebenfalls mit drei äußerst interessanten Titeln. Sowohl der vierte Teil von Prince of Persia, The Sands of Time, als auch die Flugsimulation Lock On und der WarCraft 3-Konkurrent Lords of EverQuest dürften viele Fans finden.

Gamebusters – Distributor mit neuem Namen

Der seit dem Jahr 2000 zum französichen Ubi Soft-Konzern gehörende einheimische Publisher Gamebuster wird ab sofort unter dem Namen Ubisoft Österreich firmieren.

Mit dieser Umbennung soll die von Ubi Soft vor kurzem gestartete globalen Corporate Identity umgesetzt werden. In Österreich veröffentlich Ubisoft Österreich neben hauseigenen Titeln auch Spieler der Firmen Acclaim, Activision, CDV, rondomedia, Midway, dtp, IMSI, Fenz und Alive.

Ob sich dies nach der Umbennung ändern wird, steht derzeit noch nicht fest.

Ich kann das besser als Valve!

Wirtschaftssimulationen haben in der Geschichte deutscher Spieleentwicklung schon immer eine große Rolle gespielt. Sei es nun Die Planer-Serie von Greenwood oder die Bundesliga Manager-Serie von Software 2000. Nur ist es um die Unternehmen dieser erfolgreichen Spiele in letzter Zeit arg ruhig geworden: Software 2000 ist pleite, Greenwood nachdem mittelmäßigen Far West nur noch eine Tochtergesellschaft von Phenomedia, deren weitere Existenz nachdem Börsenskandal um Bilanzfälschungen im Jahr 2002 auch nicht mehr sicher ist. Und auch Ascaron, der einzig verbliebene deutsche Entwickler der Goldenen Ära der Wirtschaftssimulationen, hat nicht erst seit heute Probleme mit seiner Finanzlage. Zuletzt wurden die Fans derer populären Anstoss-Serie durch ein verbuggtes "Anstoss 4" derb enttäuscht, Anstoss 4 Edition 03/04 soll nun wieder alles zum Guten kehren. Auch die Versuche des mittlerweile insolventen Publishers BlackStar, Fuß im Genre zu fassen, scheiterten, da die Produkte oftmals noch nicht mal mittelmäßig waren. Nun versucht sich mit Game Tycoon ein weiterer kleiner deutscher Entwickler dem deutschesten aller Genres wieder auf die Beine zu helfen. Mit unterdurchschnittlichem Erfolg, wie sich zeigen wird.

Am Anfang …

… stand bekanntlich die Idee. So geht es auch bei der Spieleentwicklung los. Bequem wird per Drag & Drop erst eine Engine festgelegt, wahlweise selbst entwickelt oder zugekauft, und dann wird dem Spiel ein Genre zugewiesen und dieses benannt. Danach legt man noch fest, wieviele Mitarbeiter sich mit dem "Baby" beschäftigen sollen, wie viele Tage das Bugfixing dauern wird, für welche Plattformen das Spiel erscheinen soll und in welchen Sprachen es übersetzt wird. Nun geht man mit dem fertigen Projekt in die Entwicklungsabteilung, wo man nun die einzelnen Mitarbeiter dem Projekt zuteilt. Am Anfang reicht es noch aus, wenn man 2 Programmierer, 1 Grafiker und 1 Komponisten für ein Projekt einsetzt. Im späteren Spielverlauf werden die Spiele nicht nur schöner sondern auch komplexer und so benötigt man leicht einen Stab aus 50 Entwicklern, um ein Projekt noch rechtzeitig fertig zu stellen. Dabei sollte man jedoch nie das Abgabedatum des Publishers verpassen, da es sonst hohe Vertragsstrafen zu zahlen gibt.

Um Entwickler für ein Spiel einzustellen, schaut man einfach am schwarzen Brett der Universität vorbei, wo sich fähige Studenten finden, die man entweder fest oder als freien Programmierer anstellt. Wobei letztere jederzeit kündbar sind, aber dafür mehr kosten. Ist das Spiel dann fertig entwickelt, geht’s mit dem mittlerweile erwachsenen Kind ab zur Produktion, wo man dann anfängt das Spiel in einer der Wertung entsprechenden Auflage zu produzieren. Auf die Preisgestaltung hat man übrigens keinen Einfluss, da diese vom Publisher übernommen wird. Je nach Finanzlage kann auch noch Werbung für das aktuelle Erzeugnis gemacht werden. Danach heißt es dann erst einmal abwarten, wie sich das Produkt verkauft, oder man widmet sich anderen Projekten, die sich zusätzlich in der Pipeline befinden. Denn anders als beim direkten Konkurrenten Software Tycoon von BlackStar können auch mehrere Projekte gleichzeitig entwickelt werden, auch wenn sich die Handhabung dadurch etwas erschwert. Sollte sich das fertige Produkt gut genug verkauft haben, kann man dadurch seine weiteren Projekte finanzieren oder man wagt sich an die Umsetzung einer teuren Fimlizenz oder gönnt sich selber etwas für sein Privatleben.

Das war alles?

Zwar mag der Spielablauf auf den ersten Blick recht komplex erscheinen, trotzdem kommt nach drei, vier Stunden Langeweile auf, da sich die Handgriffe quasi nie unterscheiden und man immer dasselbe macht. Auch die vom Endlosspiel spielerisch nicht abweichende Kampagne bietet nur kurzfristig Abwechslung, die die Aufgaben nicht über das übliche "Mache möglichst viel Geld in XX Jahren" oder "Entwickle in XX Jahren ein Spiel mit einer Wertung von mindestens XX Prozent" hinausgehen. Leider braucht auch die Bedienung etwas Einarbeitungszeit, da sich die Symbole nicht selbst per Quicktext-Einblendung erklären und man erst einmal über die Standbilder mit der Maus hinüberklicken muss. Bis man Alles entdeckt hat kann es dann schon einmal eine gute Stunde dauern. Zudem harkt die Maus in manchen Situation derart stark, dass nur ein nochmaliges Starten des Spiels hilft. Von diesen Schwächen abgesehen, ist die Steuerung sonst aber tadellos und geht gut von der Hand. Leider ist das Spiel wirtschaftssimulations-typisch im technischen Bereich kein Hochgenuss: schwach animierte, wenig detaillierte, dafür aber sauber gezeichnete Standbilder mochten zwar anno 1990, also zu Zeiten des seeligen Mad TV, noch als hübsch durchgehen, hauen heute aber keinen mehr vom Hocker. Genau so wenig wie der Sound, der hauptsächlich aus billiger Digimusik besteht, die einem schon nach zehn Minuten auf die Nerven geht.

Das dicke Ende kommt noch!

All diese Mängel sind noch verzeihbar, doch die richtig fetten Klöpse kommen im weiteren Spielverlauf auf einen zu. Zum einen die Statistiken: es ist zwar schön, dass man über die Menge der noch verfügbaren Spiele im Lager informiert wird, auch die Finanzstatistiken sind recht ausführlich. Nur haben diese keinen wirklichen Nutzen, da sie nicht in Echtzeit aktualisiert werden. So kann man zum Beispiel nicht ausrechnen, ob die Menge der produzierten Spiele noch für diesen Monat ausreicht, auch ist es nicht möglich abzuschätzen, ob die liquiden Mittel noch ausreichen, um diesen Monat zu überstehen, oder ob man doch lieber einen Kredit aufnehmen soll, so wird Game Tycoon teilweise zu einem richtigen Glücksspiel. Zum anderen haben die Entwickler nicht daran gedacht, die Zeit im Schnellvorlauf anzuhalten, wenn ein Spiel fertig ist oder ein Mitarbeiter krank wird. Zudem muss man andauernd nachschauen, ob ein Projekt schon in der Bugfixingphase ist und damit das ganze Team wieder frei verfügbar wird. Eine einfache Mitteilung hätte hier gereicht und schon könnte man sein gesamtes Team noch effizienter einsetzten und Urlaub hat dieses, nach Meinung der Entwickler, sowieso nicht verdient. Letzteren hatte die ganze Mannschaft von enjoy Entertainment aber wohl beim Bugfixing und so treten teilweise Abstürze auf oder das Spiel fängt selbst auf Highendrechnern an zu ruckeln. Des Weiteren ist es anscheinend egal, wie sehr man sich mit seinem Projekt abmüht. Selbst die besten Entwickler, die neueste Engine und die längste Bugfixingphase führen teilweise noch zu richtigen Gurken, wie das logisch begründbar sein soll, wird wohl für ewig ein Mysterium bleiben. Frust ist auf jeden Fall schon einmal vorprogrammiert.

Der Gedanke zählt

Es gibt aber dennoch ein paar kleine Lichtblicke: das Privatleben sorgt wenigstens für kurzzeitige Motivation und auch die Comicgrafik erfreut mit so manch einem Gag das Herz des Spieles, was aber nichts an ihrer wahren Qualität ändert. Die Tests der Magazine bauen wenigstens ein kleines bißchen Atmosphäre auf und die Charaktere haben einzelne Vor- und Nachteile, die zwar kaum Auswirkungen haben, aber immerhin ein nettes Gimmick darstellen. Insgesamt wurden allerdings viele gute Ansätze entweder aufgrund der mittelmäßigen Technik oder wegen der schludrigen Umsetzung zu Grund gerichtet, also doch keine Rettung in Sicht.

Was testen wir hier?

Zum Schluss möchten wir noch sagen, dass wir hier die auf Version 1.1 gepatchte Version von Game Tycoon gespielt und auch getestet haben. Bei der ursprünglichen Verkaufsversion tauchen an manchen Stellen Bugs auf, die ein Weiterspielen unmöglich machen. Außerdem ist in der alten Version der Nutzen der Publisher-Verträge noch geringer, da keine neuen zu den bestehenden hinzu kommen und man dadurch gezwungen wird, alte Spiele aus seinem Sortiement zu nehmen auch wenn diese noch gut laufen, nur damit man sein neues Spiel veröffentlichen kann. Auch verschwanden bei Version 1.0 noch komplette Lagerbestände und einige Komfortfunktionen fehlten gänzlich. Leider funktionieren die alten Spielstände mit der Version 1.1 nicht mehr, darum sollte vor dem ersten Spielen geupdatet werden, den rund 6 MB großen Patch kann man <a href="http://www.enjoy-e.de/download.php?filename=GT-Patch1.1.exe" target="_blank">hier</a> herunterladen.

Redaktionsintern kam es dank eines Missverständnisses zu einem kleinen Kampf um dieses Spiels. Allerdings konnte Flint das, was ihn da erwarten würde, wohl besser voraus berechnen als ich und zog sich freimütig zurück. Gut für ihn, schlecht für mich.

Klar, grottenschlecht ist Game Tycoon sicherlich nicht, aber die schludrige Umsetzung an sich recht guter Ideen, wie zum Beispiel die komplette Statistikabteilung, lassen mich doch arg an dem Können der Programmierer zweifeln. Allerdings denke nicht nur ich alleine so, auch im Support-Forum des Herstellers enjoy Entertainment finden sich viele User, die mit der Qualität, besonders dem Bugfixing, nicht einverstanden sind. Selbst der Patch auf die Version 1.1 behebt nicht alle Fehler.

P.S.: Der von ihnen erwähnte Geldcheat funktioniert übrigens nicht, lieber Entwickler… ;)

Halo – Activision Boss lästert

Da werden die Entwickler bei Gearbox Software wohl die Augen aufgerissen haben, denn heute meldete sich Brian Kelly, seines Zeichens Geschäftsführer und Direktor von Activision, zu Wort.

Und das was er zu sagen hatte, hörte sich nicht nach zuckersüßem Honig an. Er bemängelte die PC-Umsetzung von Halo in vielen Punkten. So seien zum Beispiel die Hardwareanforderungen einfach zu hoch. Das ist aber nicht der einzige Punkt, der ihm nicht gefiel. Der Netcode, der Sound und die Grafik würden eher minderwertig und Halo somit ein: „unfertiges Produkt“ sein.

Entwickler Gearbox Software hatten sich schon mit James Bond: Nightfire weniger mit Ruhm bekleckert. Zudem wurde ihnen die Entwicklung von Counter Strike: Condition Zero von Ritual abgenommen, welche fast komplett von vorne mit der Entwicklung anfangen mussten.

Wir werden euch demnächst eine ausführliche Berichterstattung über Halo liefern. Habt einfach noch etwas Geduld, wenn euch unsere Meinung interessiert. ;)

UbiSoft – Rechtsstreit um Mitarbeiter gegen EA

Heute wurde bekannt, dass Ubi Soft vor einem kanadischen Gericht Klage gegen ehemalige Mitarbeiter eingelegt hat.

Grund hierfür ist, dass fünf Mitarbeiter Ubi Soft´s von deren Standpunkt in Montreal zu Electronic Arts, welche ebenfalls in Montreal vertreten sind, gewechselt haben. Begründet wird diese Klage, welche direkt an die Entwickler, jedoch nicht an Electronic Arts geht damit, dass aus dem Arbeitsvertrag für die Entwickler hervorgeht, dass Mitarbeiter nicht inerhalb eines Jahres zu einem anderen Hersteller wechseln dürften.

Pikant an der Sache ist besonders, dass diese Mitarbeiter an Splinter Cell mitgearbeitet haben.

Half-Life 2 erscheint später

Die Gerüchte bezüglich der Verschiebung des Action-Blokbusters Half-Life 2 wurden nun offiziell von Valve Software bestätigt, so die Kollegen von bluesnews.com.

In dem offiziellen Statement gegenüber bluesnews.com heisst es, man werde den ursprünglichen Release-Termin, der mit dem 30. September 2003 beziffert war, nicht einhalten können. Man versuche stattdessen eine Erscheinung in den Thanksgiving-Ferien anzupeilen.

Den englischen Kommentar könnt ihr hier lesen:
»The previously announced September 30th release date for Half-Life 2 is being pushed back. We are currently targeting a holiday release, but do not have a specific „in-store“ date to share at this time. We will release that information as soon as we have confirmed a new date.«

Die Macht stark in uns ist…

Luke Skywalker und Kyle Katarn haben nach dem Ende der sechsten Star Wars Episode eine Akademie für Jedis eingerichtet. In dieser absolviert ihr gerade eure Ausbildung als Macht-Azubi, als merkwürdige Dinge in der Galaxie geschehen. Wir haben uns mit unserem Lichtschwert aufgemacht, um euch zu berichten, ob der Kauf von Jedi Knight: Jedi Academy empfehlenswert ist.

Der wesentlichste Unterschied zum Vorgänger Jedi Outcast ist, dass man bereits am Anfang ein Lichtschwert besitzen darf. Deshalb wird man schon vor dem Start einige Einstellungen treffen müssen: Vorerst nur eine der drei Stärkestufe (Wie schnell und wie hart sind die Schläge?), den Griff und die Farbe ausgewählen, dazu noch die Optik des gewünschten Charakters einstellen, und schon darf man sich durch einige Missionen im Star Wars-Universum kämpfen.

Dabei betritt man viele aus den Filmen bekannte Orte, kommt zum Beispiel nach Coroscant und Tatooine, wo man auch auf prominente Charaktere wie Chewbacca oder Bobba Fett trifft. Dadurch wird der Reiz der Lizenz sehr gut ausgenutzt.

Auch durch die verstärkte Zentrierung des Geschehens auf die Lichtschwertkämpfe, gewinnt Jedi Academy einiges an Atmosphäre. So darf man sich im Verlauf des Spiels wieder alle drei Stärkestufen aneignen, viele Special Moves erlernen, und vor allem mit einem Doppel- oder zwei Einhandlichtschwertern auf einmal kämpfen.

Anfangs hilft es noch, einfach wild drauflos zu fuchteln, im späteren Spielverlauf häufen sich aber die Gegner, die mit ihrem Lichtschwert gut umgehen können. Der Schwierigkeitsgrad steigt dadurch an, kontrollierte Schläge sind dann gefordert. Zu Spielbeginn darf man übrigens zwischen vier Schwierigkeitsstufen auswählen.

Zwischen den Missionen (nicht alle müssen gespielt werden) dürft ihr immer wieder eure Macht-Skills steigern. Einige Fähigkeiten steigen automatisch, andere müsst ihr selbst verbessern. Leider ist beispielsweise der Würgegriff etwas zu stark geraten. Gegner die an (häufig auftretenden) Abgründen stehen, können einfach in den Tod geworfen werden.

Vor neuen Aufgaben wählt ihr außerdem eure Anfangsbewaffnung aus bis zu elf Waffen aus (zwei sind vorgegeben). Brauchen tut man die aber nur sehr selten.

In vielen Missionen steht euch mit Kyle Katarn der bisherige Held der Serie zur Seite. Er kann im Gegensatz zu anderen KI-Kameraden zwar nicht sterben, ist aber auch keine zu große Hilfe, da er meist hinterherhinkt – oder andere Dinge erledigt und somit am Kampfgeschehen gar nicht teilnimmt. Manchmal gibt er Hinweise über die weitere Vorgehensweise, diese ist aber ohnehin fast immer klar. Es gibt kaum Szenen wo man nicht weiß, wie es weitergeht – und wenn doch eine auftritt, dann hilft die Fähigkeit "Gespür" um Auswege anzuzeigen.

Trotz der Möglichkeit Missionen auszulassen (was sich nicht empfiehlt), läuft Jedi Knight: Jedi Academy äußerst linear ab – mehrere Lösungswege sucht man vergebens. Besonders enttäuschend ist das gegen Ende. Entscheidet man sich für die gute Seite, gibt es zwei letzte Missionen mit zwei Endgegnern, will man böse sein, dann endet das Spiel fasst identisch, nur, dass nun auch gute Jedis und ein weiterer Bossgegner gegen euch antreten – wer das ist, verraten wir natürlich nicht.

Allzu schnell erfährt man es auch selbst, denn Raven hat zwar ein abwechslungsreiches und packendes Actionspiel erschaffen, wirklich lang ist es aber nicht. Geübte Spieler knabbern kaum mehr als ein Wochenende an Jedi Academy. Kurz und knackig ist zwar lobenswert, wir sind allerdings der Meinung, dass ein Vollpreisprodukt ruhig länger fesseln kann. Gerade weil die Story durchaus noch fünf Missionen vertragen hätte, gibt es hier einen Punkteabzug.

Präsentationstechnisch weiß Jedi Academy recht gut zu gefallen. Warum die Missionsauswahl über triste Bildschirme und nicht im Spiel geschieht, ist mir aber unklar. Dadurch verliert sich das "Mittendrin"-Gefühl etwas. Eine Erzähltechnik nach dem Vorbild von Half-Life wäre besser gewesen.

Die Story wird über Sequenzen in der Spielgrafik weitergesponnen. Die sporadisch auftretenden, gerenderten Zwischensequenzen sind für die Geschichte nicht relevant und leider etwas niedrig aufgelöst.

Weiterhin setzt man bei Raven auf die Quake 3-Engine, die natürlich auch schon bessere Tage erlebt hat. Unverständlicherweise frisst Jedi Academy deutlich mehr Hardware als sein Vorgänger, obwohl es nur wenig besser aussieht. Außerdem dürfte beispielsweise Infinity Ward bei Call of Duty deutlich mehr aus der Engine machen.

Trotzdem ist die grafische Präsentation grundsätzlich nicht schlecht geworden. Vor allem die Effekte bei Lichtschwertkämpfen sehen toll aus. Auch die Animationen wissen zu gefallen, was vor allem in Zeitlupe sehr gut rüberkommt. Ob die bei jedem Gegner oder nur beim Abschlachten von feindlichen Jedis aktiviert wird, das dürft ihr selbst entscheiden.

Beim Sound gibt es hingegen nichts zu bemängeln. Offizielle Star Wars-Hymnen und ordentliche Effekte tönen aus den Lautsprechern. Auch die Synchronstimmen passen perfekt.

Die Lichtschwertduelle machen auch im Mehrspielermodus ordentlich Spaß. Gegen Bots und menschliche Mitstreiter darf man in einige Modi antreten. Wer mehr Moves beherrscht gewinnt – so verliert das Spiel trotz der kurzen Spielzeit wenigstens nicht allzu schnell den Reiz.

Jap! Die Jungs von Raven haben im nächsten Anlauf vieles besser gemacht! Unlogisches Leveldesign mit lästigen Hüpfeinlagen bleibt uns großteils erspart. Aber dafür wurden einige – für die Entwickler fast schon typische – Fehler gemacht. Die Spielzeit ist mir einfach zu kurz, die Story dafür nicht packend genug, die Bossgegner sind zu einfallslos, die Grafik insgesamt zu unspektakulär. Außerdem würden die Macht-Fähigkeiten durchaus mehr als lineare Vorgehensweisen erlauben.

Und wann wird man sich in Spielen, die von der Story leben, endlich dieses dämliche Prinzip sparen, dass man über seperate Menüs Bewaffnung und Missionen auswählen soll? Half-Life hat schon vor fünf Jahren vorgemacht wie man solche Stimmungsstörungen weglassen kann. Das alles verwehrt dem Spiel noch höhere Wertungsregionen. Aber vielleicht beim nächsten Mal? Das Ende lässt genügend Platz für Nachfolger …

Hisbollah – Jetzt auch als Spielepublisher!

Seit mehreren Monaten, völlig von europäischen Augen verborgen, hat die Hisbollah in Zusammenarbeit mit der Libanesischen Partei ein PC-Spiel veröffentlich. Special Force ist der Name des aufsehenerregenden Produktes aus dem Libanon.

Warum dazu eine News? Nun, in Special Force geht es darum, als Palästinenser zu versuchen Israelis zu vertreiben und Landsmänner zu retten. Diese Story als Hintergrund verursacht natürlich mächtig viel Wirbel in den „westlichen“ Staaten, da es natürlich eine Frechheit ist, ein solch kriegsverherrlichendes Game zu veröffentlichen wo allen Ernstes Israelis mit Steinen beworfen und über den Haufen geschossen werden müssen.

Am meisten schreien wahrscheinlich die Macher von Israeli Airforce (hier muss man u.a. die palästinensischen Autonomiegebiete bombardieren) und natürlich auch America’s Army (hier darf man u.a. auch heldenhaft Araber schlachten) und natürlich wird Israel wieder von Rassismus sprechen, dass so eine Frechheit von Spiel veröffentlicht wurde. Eventuell bombardiert die Israeli Airforce ja die Hauptquartiere des Developers noch?

Der ganze Wirbel um das Spiel beruht auf einer dreckigen Doppelmoral von vorwiegend westlichen Staaten. Wenn man in Spielen wie Delta Force Araber töten muss, interessiert das natürlich niemanden – es sind ja auch generell alles böse Jungs, oder? Aber in Special Force kämpft man gegen Menschen, und nicht gegen Araber oder Russen – verzeiht mir bitte den Zynismus (als solchen sollt ihr das auch verstehen).

Was haltet ihr davon? Schreibt euch eure Meinung in den Rebell.at Messageboards von der Seele! Wir sind sicher, es wird sich jemand finden, der die Diskussion weiterführen wird.