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Wozu ist jetzt der Stern auf der Motorhaube?

Grundlegend ist Vice City nicht sonderlich innovativ, im Vergleich zum Vorgänger (GTA III) hat sich bis auf ein paar Features und die 80er-Jahre-Optik hat sich nicht viel geaendert. Aber als Rebell-Leser habt ihr mehr verdient, bessere Grafik, neue Models und ein paar Neuerungen sind längst nicht die Speckschicht … was wirklich Sache ist, erfahrt ihr nur in unserem Review.

Vice City spielt in einer an Miami in den späten 80ern angelehnten Stadt. Ihr schlüpft in die Rolle von Tommy Verchetti, ein Krimineller, der von Liberty City (der Schauplatz des "klassischen" GTA 3) in den Süden geschickt wurde, um ein paar kleine Aufgaben zu erledigen. Schon bald wird klar, dass das alles nicht so einfach ist – die örtlichen Gegebenheiten erfordern immer wieder persönlicher Zuwendung, ab und zu auch mit Waffengewalt.

Anders als Liberty City ist Vice City eine helle und farbenprächtige Stadt – voll mit einer Vielfalt an alten Leufen, Juppies, Kriminellen, Straßengangs und Polizisten. Auf den Streifzügen durch die Stadt kommt es immer wieder vor, dass man Zeuge kleinerer oder größerer "Geschichten" wird – alles wirkt eben etwas lebendiger als im Vorgänger: die Verhaftung eines Temposünders, ein Straßenkampf zweier rivalisierender Gangs usw. Die Stadt bietet auch verschiedenste Einrichtungen zur Freizeitgestaltung wie etwa Strände, Resorts oder Golfclubs – auch das Nachtleben hat einiges zu bieten, diverse Angebote sind einfach nicht auszuschlagen. Auch in punkto Fahrzeugpalette hat sich einiges getan – zwar sind die vier-rädrigen Fahrzeuge nahezu gleich geblieben, dennoch wurden die Models überarbeitet – alles wirkt schöner und runder. Eine wichtige Ergänzung sind auf jeden Fall Motorräder (Straßenmaschinen, Chopper, Cross-Bikes usw.) und Fluggeräte, d.h. steuerbare Flugzeuge und Hubschrauber – in GTA 3 war es sehr schwierig, mit dem einzigen verfügbaren überhaupt zu starten, dies hat man nun gravierend verbessert.

Die nächste wertvolle Erweiterung hat man sich beim Waffenarsenal erlaubt (31 verschiedene Waffen), vom Katana bis zu Shuriken und Schlagringen ist alles dabei – nachdem Ninja und Martial Arts Filme in den 80ern recht beliebt waren – man muss an sich nur Bruce Lee sagen – haben sichs die Jungs von Rockstar nicht nehmen lassen, dieses Flair mit einzubauen. "Konventionelle" Waffen wie etwa Sturmgewehre, Pistolen, Scharfschützen Gewehren oder einfachen Raketenwerfern sind allesamt mit von der Partie. Für jeden ist mit Sicherheit das Richtige dabei – das Aiming-System hat sich zum Vorgänger nicht geändert – im Übrigen ist das Interface schwachsinnig wie zuvor, aber da scheiden sich die Geister, für mich als alten First Person-Spieler sind diese Tomb Raider-Style 3rd Person-Geschichten sowieso nie das Richtige gewesen.

Der Schwierigkeitsgrad hat sich defintiv stark gesenkt, die Frustrationspunkte mit fast unlösbaren Missionen fallen großteils weg – die Aufgaben beschränken sich eher auf primitivere Ziele: töte diese Leufe, bring das dort hin, nimm das von hier mit, blah blah blah – aber das ist alt. Neu ist, dass man sich auch ein paar Standbeine zulegen kann um nebenbei noch ein bißchen abzucashen. Einen Stripclub kaufen oder Crack aus dem Eiscreme-Wagen verdealen – die Möglichkeiten sind breit gefächert.

Während bei den optischen Dingen eher Abstriche gemacht wurden (ok, die Engine ist zumindest soweit, dass sie auf modernen Grafikkarten ruckelfrei läuft – dass die Rockstar Jungs keine vernünftigen 3D-Engines programmieren können, sollte ja hinlänglich bekannt sein), hat man bei den Soundeffekten und Musiktiteln im Autoradio ordentlich zugelegt. Insbesondere Metal-Freunde dürften begeistert sein – im Staraufgebot der Interpreten sind z.B. Iron Maiden oder Molly Hatchet mit dabei. Man hat viel daran gesetzt, den Retro-80er Look recht gut rüberzubringen – wem das nicht genügt, man kann immer noch MP3s in eigene Radiosender packen.

In Summe ist Vice City ein großartiges Spiel und bietet im Vergleich zum Vorgänger einige interessante Featues. Allerdings ist es im Grunde das Selbe – vergleichbar mit dem High Definition Pack zu Half-Life welches mit Blue-Shift ausgeliefert wurde – für Enthusiasten ein Muss, für den "Normalanwender" der GTA 3 bereits kennt rausgeworfenes Geld.

Ein Punkt ist jedoch unbestritten: die neue Stadt ist großgartig und vielfältig. Wem das alte Liberty City schon zu langweilig wird, dem das Spiel an sich aber weiterhin Spaß macht, der sollte auf jeden Fall einen Ausflug nach Vice City in Erwägung ziehen

Mann und Mordsschwert kämpfen gegen das Unrecht

Das Minental von Khorinis war immer schon einer der wichtigsten Orte im Königreich der Menschen. Dort kam das Erz für die mächtigsten und besten Schwerter der königlichen Armee her, ohne das der schon ewig andauernde Krieg gegen die Orks schon lange für die Menschen schlecht ausgegangen wäre. Wenn ihr euch noch an Teil eins erinnern könnt, dort war man Strafgefangener in genau diesem Tal und hat am Ende des Spiels den Schläfer terminiert. Ein Riesenvieh, welches eine ganze Gruppe im Tal zu kiffenden Spinnern gemacht hatte…

Schon die Installation von Gothic II ist super gelungen. Man wird schon zu Beginn auf das bevorstehende Abenteuer mit hübschen Bildchen und netter Musikuntermalung eingestimmt, so dass man es kaum erwarten kann, endlich loslegen zu dürfen. Das ist heutzutage gar nicht mehr so selbstverständlich, haben doch die meisten Games bei der Installationsroutine bis auf ein ‚Please wait until the Files are copied on your Harddrive. This will take several Minutes.‘ nichts mehr zu bieten. Zugegeben, ich hab auch selten ein Spiel installiert, welches dermaßen viel Zeit benötigte um endlich den Weg auf die Festplatte gefunden zu haben. Aber wen stört’s, ist ja (hoffentlich) nicht zu oft der Fall, das Spiel neu installieren zu müssen.

Sollte man nun die 15 Minuten bis zum Spielstart überlebt haben, darf man im Hauptmenü noch ein paar Kunstgriffe bezüglich grafischer Einstellung, Steuerung und so weiter vornehmen. Seid gewarnt: Piranha Bytes ist bei den Hardwareanforderungen nicht gerade zimperlich gewesen. Für ein ordendliches visuelles Erlebnis solltet ihr eine Radeon 9500 oder eine Geforce 4 TI und eine CPU ab ca. 1700Mhz/1700+ AMD euer Eigen nennen. Ich hörte zwar vom Rebell.at Chefredakteur, das Spiel läuft auch gut mit einer Geforce4 MX, doch halte ich so etwas für ein lausiges Gerücht oder sein Anspruch ist wesentlich tiefer als mein Verhalten nach drei Litern Bier..

Ein, wie auch schon beim ersten Teil, eher mässiges Intro stimmt euch auf die kommenden Geschehnisse ein. Der Schläfer ist zwar tot, allerdings hat er in einem letzten Schrei der Verzweiflung noch nach Hilfe und Rache geschrien. Die magische Barriere um das Minental ist zusammengebrochen und die ganzen schweren Jungs abgehauen, doch tun sich nun einige seltsame Sachen im alten Tal. Angeblich sollen dort Drachen aufgetaucht sein, ein alter Mythos, denn noch nie hat ein Einwohner von Khorinis eines dieser Viecher zu Gesicht bekommen. Der Zauberer Xardas weiss jedoch von der Bedrohung und seine einzige Option war, den Helden aus den Trümmern des Schläfertempels zu befreien um ihn in seinen schwarzen Turm zu beamen.

Wenn ihr jetzt glaubt, ihr könnt mit Erzrüstung und Inno’s Zorn(ein brutales Schwert) oder noch besserer Bewaffnung dort weitermachen wo ihr in Teil eins aufgehört habt, werdet ihr eines Besseren belehrt. Welch Zufall, ihr habt alle eure Kräfte verloren, und lauft zu Beginn als besserer Penner mit rostigem Schwert rum. Aber gut, anders wärs eventuell etwas langweilig geworden, so ist es ein leichtes den Entwicklern dies zu verzeihen :-).

Nach einer kurzen Besprechung mit dem Schwarzmagier Xardas ist soweit alles klar. Der Auserwählte muss mal wieder ran um die Katastrophe, die Khorinis hinwegzufegen droht, abzuwenden. Als Hilfe kriegt man erstmal wenigstens alles, was in seinem Turm aufzugabeln ist. Ist zwar nicht viel, aber um ein paar Goblins hinzurichten reichts allemal. Kaum verlässt man den Turm von Xardas, wird man von einer grafischen Pracht erschlagen, die bis dato bei Rollenspielen noch immer ihresgleichen sucht. Technisch hat z.B. Morrowind um einiges mehr zu bieten (Pixelshading beim Wasser usw.), aber man merkt, dass Piranha Bytes wirklich ganze Arbeit geleistet hat. Wälder, Felder, die Stadt Khorinis, eigendlich alles, erstrahlt in einer Vielfalt an Texturen und Details dass einem die Augen übergehen. Ich wollte zwar im Urlaub ein paar Wanderungen und Ausflüge machen, bin aber zum Schluss gekommen das die Aussicht von Xardas‘ Turm oder vom Ork-Pass im alten Minental wesentlich besser und weniger anstrengend ist, als auf irgendeinen komische Berg zu gehen.

Mit dem Auftrag, das Auge Innos‘ von den Paladinen zu holen, um zur Macht zu kommen, die Drachen im Minental zu töten, ausgestattet, marschiert man in die Hafenstadt Khorinis, wo selbiges abzuholen ist. Leider ist das nicht so einfach, wie es sich anhört, da die Wachen am Stadttor schon der Meinung sind, ein Penner hat bei den oberen Zehntausend nichts zu suchen. Also muss man sich zuerst mal eine Arbeit bei den im unteren Viertel ansässigen Betrieben suchen und sich kontinuierlich hocharbeiten.

Natürlich gibt es hier mehrere Wege, um zum gewünschten Ergebnis zu kommen. Mit der Zeit ist es dann möglich, zwischen mehreren Karrieren auswählen zu können. Man darf dann entweder als Zauberer, Paladin oder als Drachentöter ins Finale ziehen, was die Wiederspielbarkeit des Titels enorm erhöht. Sollte man mit dem Paladin schon erfolgreich gewesen sein, kann man immer noch die zwei anderen Möglichkeiten ausprobieren. Die Story ansich bleibt zwar ident, doch ändern sich viele Aufgaben und auch die Stadtbewohner und Bauern haben je nach Auswahl eine Unterschiedliche Gesinnung. Vor allem bei den Bauernhöfen ändert sich die Einstellung der dortigen Arbeiter gewaltig und viele Charaktere in der Stadt sind sofort misstraurisch, wenn ein Söldner in ihren Blickwinkel kommt.

In Gothic I war es noch möglich, dem Charakter von jeder Fähigkeit ein wenig verpassen zu können. Mit dieser Möglichkeit, Mischcharaktere zu machen, haben die Entwickler aufgeräumt. Als Drachentöter ist man ein Nahkampfspezialist, Zaubereien und dergleichen kann man gleich vergessen. Als Paladin kann man recht gut mit der Klinge hantieren und ein paar ausgewählte Zaubereien stehen auch zur Verfügung. Nur wer als Zauberer spielt, verfügt auch über ein ordendliches Arsenal an Sprüchen um seinen Gegnern das Fürchten zu lehren.

Die perfekte Sprachausgabe war schon ein Markenzeichen vom ersten Teil und auch in Gothic II hat sie nichts an ihrer Perfektion eingebüßt. Nur die Stimmlage des Hauptcharakters hat sich leicht geändert, was aber auch nicht unbedingt negativ zu beurteilen ist. Teil zwei wartet nun auch mit einigen neuen Sprechern auf, auch Frauenstimmen – wenn auch sehr wenige – kann man jetzt hören.

Wenn ihr jemals ein Rollenspiel mit einer genialen Musikuntermalung sucht, liegt ihr hier auch richtig. Sound- und Musikmäßig werden Konkurrenztitel wie Morrowind oder Black Isle’s Neverwinter Nights buchstäblich zu Amateurprojekten degradiert. Was man hier Geboten bekommt habe ich noch nicht einmal ansatzweise in irgendeinem Titel der Mitbewerber finden können.

Es ist doch schon einige Zeit her, dass Gothic II in die Läden kam und trotzdem wirkt es grafisch noch in keinster Weise angestaubt. Ich wage sogar zu behaupten, dass es bis jetzt noch kein RPG gibt, welches diesem Meisterwerk das Wasser reichen kann, auch wenn es technisch schon besseres gibt. Es hilft einfach nicht viel, einen Titel der alle möglichen neuen DirectX Features bieten kann zu veröffentlichen wenn die Texturen keine Klasse haben und der Detailreichtum nicht passt. Hier könnten sich einige andere Entwickler mal eine Scheibe abschneiden.

Was oft bemängelt wurde war die komplizierte Steuerung. Das konnte ich allerdings nie nachvollziehen. Es ist zwar etwas gewöhnungbedürftig, mit dem Inventar und dem Kampfsystem richtig umzugehen, aber ich persönlich würde keinen besseren Weg kennen, um durch die fantastischen Landschaften von Gothic II zu streifen.

Das größte Plus verdient sich Gothic II wohl mit der extrem guten, durchdachten Story, die einfach packend und mitreissend von der ersten bis zur letzten Spielminute ist. Glücklicherweise dauert es auch mal etwas mehr als zehn Stunden um das Spiel zu beenden und sogar nachdem man das geschafft hat, sollte man es nicht Versäumen noch die zwei anderen Möglichkeiten auszuprobieren. Ausserdem findet man beim zweiten Versuch oft Sachen und Verstecke, die beim ersten Mal nicht aufgefallen sind.

Bleibt euch nur noch zu sagen, wenn ihr jemals mit irgendeiner Art Rollenspiele irgendwas anfangen konntet, kauft euch Gothic II und nehmt euch zwei Wochen Urlaub – bzw. solltet ihr nicht wissen was in den Sommerferien ansteht habt ihr mit diesem Spiel die Lösung gefunden. Viel Erfolg!

Geile Grafik, Wahnsinns Soundtrack, eine Story die für drei Filme reichen würde – was will ein RPG’ler eigentlich noch mehr? Spontan fällt mir auf diese Frage nur ein: Wo bleibt verdammt nochmal Gothic III ?!. Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, wie man dieses Spiel noch besser hätte machen können als es ist. Vielleicht wäre ein Multiplayer Support mit CO-OP Modus noch interessant gewesen, aber es ist keinesfalls störend, dass diese Option nicht vorhanden ist. Gothic II ist im Singleplayermodus schon dermaßen gut, dass man sowieso nicht auf die Idee kommt sich über sowas aufzuregen.

Wenn ihr nun noch immer nicht von der Genialität des Spiels überzeugt seid, empfehle ich euch, Gothic I zu erstehen und erstmal diesen Titel zu probieren. Kostet €10,– und ist im gut sortierten Fachhandel überall zu haben.

Fight! Fight i say!

Ein wahnsinniger Diktator namens Victor Sopot hat mit Hilfe der Nano-Technologie (® by Ultor aus Teil 1) Übersoldaten geschaffen, die jedem menschlichen Gegenstück Angst und Schrecken einflößen! Sie sind schneller, stärker und besser trainiert als es ein normaler Soldat jemals sein könnte. Sie sind die Stütze des Regimes, ihr Leben besteht aus Krieg, Verwüstung und Kampf. Etwas anderes kennen sie nicht. Leider kriegt Sopot plötzlich Schiss vor seiner eigenen Kreation und lässt alle 2000 von seiner eigenen Elitegarde abmurksen. Als Ersatz hat er hirntote Zombies im Programm, welche wohl pflegeleichter sein dürften oder billiger in der Produktion, wie auch immer…

Alle, bis auf eine kleine Spezialeinheit bestehend aus sechs dieser Soldaten, sind tot. Einer dieser Soldaten nennt sich Alias, welchen man aus der Ego-Perspektive an der Seite seiner Kameraden steuern darf.

Der Diktator erinnert leicht an Saddam Hussein (ob das Absicht ist?) und terrorisiert selbstverständlich seine Bevölkerung mit Hilfe des Militärs, welches ihm treu ergeben ist. Die Red-Faction ist von Teil eins, als sie noch für die Freiheit von unterdrückten Minenarbeitern gekämpft hat, zu einer Organisation gegen das terroristische Regime mutiert. Unsere Nano-Soldaten, die kurz vor dem Tod durch die Regierung gestanden sind, leisten nun der Red Faction treue Dienste im Kampf. Und genau da darf man als Spieler in die Welt von Red-Faction II einsteigen.

Der erste negative Punkt ist die Menüführung, der man genau ansieht, dass sie niemals für den PC gedacht war, sondern 100% für eine Konsole ausgelegt ist. Bei der Umsetzung auf den PC hat sich Volition generell nicht viel angetan. Aber was solls, der Preis rechtfertigt zumindest diese Schlamperei. Wenn man sich nach einigem Herumgequäle durch die Menüführung gekämpft hat, gehts aber wirklich los.

Der Anfang ist etwas verwirrend, beginnt man doch als Regierungstreuer Elitesoldat, der in einem Rebellenstützpunkt ein paar Generatoren sprengen und selbstverständlich massig Rebellenhunde töten muss. Auch ein Intro fehlt zu diesem Zeitpunkt noch, welches einen Level später kommt. Auf jeden Fall ist schon zu Beginn des Spiels massig Action angesagt. Der erste Level ist als eine Art Vorgeschichte gedacht. Hier hat man auch schon die ersten Eindrücke der Geo-Mod-Engine, die das Spiel deutlich von anderen Shootern abheben soll. Geo-Mod bedeutet nichts anderes, als dass es möglich ist fast alles, was im Weg steht, wegsprengen zu können. Sollte man also ein Problem mit einem feindlichen Geschützturm haben – einfach in die Luft jagen und nach Plan weitermachen.

Sollte man nun den ersten Einsatz überlebt haben, was nicht wirklich ein Kunststück ist, darf man im kurz angehaltenem Intro nun seine Kameraden kennenlernen, mit denen man in Zukunft durch dick und dünn gehen wird. Zum Beispiel gibt es da Shrike, einen Waffenspezialisten oder Repta, welcher für schweres Gerät zuständig ist und in brenzligen Situationen Sopot’s Truppen mit Hilfe seiner Minigun ordendlich einheizt.

Wie dem auch sei, nach dem Intro wird man erst mal erkennen, das die Nanotruppe stinkesauer auf Victor Sopot ist und es sie nach Rache gelüstet. So wird man sofort mit der Aufgabe konfrontiert, dem Diktator ehestmöglich das Licht auszublasen. Sollte für ein paar Übersoldaten ansich kein Problem sein, wären da nicht massenhaft Regierungs-Elitetruppen, welche auch nicht gerade auf den Kopf gefallen sind. Die K.I. dieser Kerle ist ganz in Ordnung, was aber wirklich zu Anfang beeindruckend ist, ist die Masse in der man diese Jungs abknallen muss. Es kommt manchmal vor, dass man zehn Minuten in einer großen Halle verbringt, bis diese lästigen Kerle endlich alle assimiliert sind.

Was auch schon eine Besonderheit von Teil eins war, wird man auch hier finden. Die Steuerung aller möglichen Gerätschaften zum Beispiel, die diesmal sogar noch etwas mehr zu bieten hat. Nun kann man Geschütztürme in Flugzeugen (oder was auch immer diese Dinger darstellen sollen), U-Boote und auch so etwas ähnliches wie einen Battle-Mech steuern, was mitunter einige Missionen gewaltig erleichtern kann. Auch die Waffenarsenale dieser Maschinen sind beeindruckend und reichen vom vierfach Maschinengewehr bis zum Doppelraketenwerfer oder Brandgranaten und noch einigem mehr.

Kommen wir zurück zum Problem Victor Sopot. Der Tyrann ist anfangs einfach nicht zu erwischen. Schon zu Beginn schafft er es gerade noch, aus dem Gebäude eines Fernsehsenders zu entkommen in dem er immer seine Propagandareden aufzeichnen und ausstrahlen lässt. Nun, etwa in der Mitte des Spiels angekommen, wird man ihn dann endlich erwischen und ab da gibts der Story noch mal einen ordendlichen Schub. Sobald man ihn nämlich erledigt hat, ist Molov, der Anführer unserer sechs Nanosoldaten, der Meinung, die Macht nun an sich reißen zu müssen. Man sieht, selbst den besten Freunden kann man nie vertrauen (das heißt aber nicht, dass ihr jetzt euren Freundeskreis liquidieren sollt).

Wirkt die Story des Spiels anfangs wirklich wirr und unüberlegt, bekommt das Ganze erst nach einiger Zeit Hand und Fuß. Der Mix aus Machtgier, Größenwahn und dem Kampf für die gute Sache reißt richtig mit, obwohl die PC Umsetzung eigendlich objektiv gesehen sehr lieblos gemacht und nur auf das Nötigste beschränkt wurde.

Die musikalische Untermalung ist durchwegs gut gelungen. Die meisten Einsätze werden von ansprechenden Stücken begleitet, die auch gut zur Situation passen. Trotzdem ist für mich in dieser Hinsicht Red Faction I besser gelungen, da es einfach etwas atmosphärischer war. Auch an der Sprachausgabe gibt’s wenig zu nörgeln, nur schade, dass man in der englischen Version keine Untertitel einstellen kann. Ich verstehe Englisch zwar nicht schlecht, aber manche Stellen sind etwas schwer zu verstehen und man sollte doch wissen, was die Kameraden unter den Einsätzen zu sagen haben. Ist zwar nicht unbedingt notwendig, weil man sich im Endeffekt sowieso überall durchballern kann, aber trotzdem wärs oft nicht schlecht, den Grund für die ungehaltene Zerstörungswut verstehen zu können.

Gute Soundeffekte bei Shootern sind mittlerweile auch schon Standard und auch hier wird euch Red Faction II nicht enttäuschen. Bei den gewaltigen Massen an Gegnern kommt teilweise eine richtig derbe Schlachtfeldatmosphäre auf, weil es die die ganze Zeit überall nur mehr knallt und kracht. Ein Minuspunkt bei der Sounduntermalung ist sicherlich die fehlende Dolby Surround und EAX Unterstützung. Nachdem schon einige Spieler ein 5.1 System haben, weil es jetzt auch preislich schon kein Problem mehr darstellt, wäre es wirklich empfehlenswert gewesen auf solche Features nicht zu vergessen.

Grafisch bekommt man nicht viel geboten, was man nicht schon wo anders schon besser gesehen hätte. Wenigstens gibt es diesmal wesentlich mehr Einheitentypen, was bei Teil eins bei vielen unter euch sicher auf herbe Kritik gestoßen ist. Damals gab es eigendlich bis auf ein paar Ausnahmen nur rote und blaue Kerle mit Schutzhelmen. Diesmal gibts wesentlich mehr zu bewundern, man darf sogar weibliche Spezialeinheiten und Unterseebote ermorden.

Trotz allem kann man bei einer Auflösung von 1280×1024 von einer guten Grafik sprechen, was allerdings extrem System lastig ist. Sogar auf meinem System (Radeon 9700 / Athlon XP2200+) fing es bei Levels in denen es regnete teilweise an zu ruckeln. Auch das ist auf Schlamperei bei der PC Konviertierung zurückzuführen.

Red Faction II wäre wunderbar für Multiplayer-Schlachten geeignet gewesen, aber leider kann man nur langweilige Botmatches machen. Das wird zwar durch ein paar nette Features, wie das Freischalten von Waffen je weiter man im Singleplayer kommt, versüßt, doch hilft es irgendwie nicht darüber hinweg, dass ein Botmatch einfach langweilt.

Mit solchen Goodies wie vorhin beschrieben kann man vielleicht Konsolenspieler befriedigen, ein Egoshooter am PC braucht aber einfach einen Multiplayerpart um Langzeitmotivation zu bringen. In dieser Hinsicht sei euch noch gesagt, dass jeder halbwegs gute Spieler Red Faction II in spätestens zwei Tagen durchgespielt haben wird, aber wenn ihr das schafft könnt ihr ja mal den in der Folge freigeschaltenen Director’s Cut probieren.

Wer sich das Spiel zulegen möchte, sollte auch darauf achten, die englische Version zu kaufen. Da gibt’s ein paar nette Splatter-Effekte, die zwar nicht unbedingt notwendig, aber trotzdem ’schön‘ anzuschauen sind. Und wie fast immer ist die Original-Sprachausgabe dem deutschen Pendant haushoch überlegen.

‚Was ist das bloß für ein Müll?!‘ hab ich mir anfangs gedacht, aber wenn man erst mal ein wenig angespielt hat, kommt doch noch der gewünschte Suchtfaktor, obwohl es einige Durchhänger gibt. Teilweise kommt man sich wie an einem The House of the Dead Automaten vor. Man kauert hinter einer Mauer, steht kurz auf und massakriert Gegner am Gebäude gegenüber – und das zehn Minuten lang. Passiert für meinen Geschmack etwas zu oft. Auch fehlt es ein wenig an Außenarealen, meistens ist man in Hallen oder Gebäuden unterwegs und bekommt nur wenig grün zu sehen. Das der MP-Mode fehlt schmerzt natürlich auch und die Umsetzung ist wirklich alles andere als perfekt. Die englische Version lässt sich ohne Patch auf einem deutschsprachigen Windows XP nicht mal starten.

Trotzdem kriegt man mit Red Faction II um den empfohlenen Verkaufspreis von € 20,– einiges Geboten und es lohnt sich definitiv für jeden Shooterfan den Zwanziger zu bezahlen. Das Wichtigste hat Volition nämlich auf jeder Plattform hingekriegt. Es macht Spaß RF2 zu spielen – zumindest bis man den Singleplayerpart durch hat. Aber dann kann man sich noch immer am Director’s Cut versuchen.

Du bist dumm!

Just Add Monsters verzichtet vollkommen auf Splatter und pseudo-coole Brutalo-Einlagen und setzt voll und ganz auf Humor. Beweist euer Können in Kung Fu Chaos im Kampf mit einem verrücktem Affen, oder auch einem finsteren Banditen. Natürlich gibt es noch viele weitere, kreative Charaktere. Entdeckt bei jedem einzigartige Tricks und Kombinationen, um eure Gegner in die Knie zu zwingen.

Eigentlich handelt das Spiel nur von einem übermotivierten Regisseur, der sein Powerteam in die Schlacht gegen irgendwelche Ninjas schickt, um einen realistischen, actionreichen Film zu produzieren. Da aber nicht genug Drehzeit zur Verfügung steht, muss es auch noch in einem gewissem Zeitraum gelingen, alle Ninjas zu vernichten. Doch als wenn das nicht schon mehr als genug wäre, wird durch das Kämpfen auch noch die Umgebung so strapaziert, dass alles in sich zusammenbricht. Für Action, Spannung und Hektik ist also gesorgt.

Es gibt mehrere verschiedene Spielmodule, die das chaotische Spiel vielfältiger machen. Ein richtiges Partyspiel sozusagen, mit bis zu vier Spielern. Teamwork und rettende Stunts sind gefragt. Diese variantenreichen Welten und abwechslungsreichen Minigames erinnern an Nintendo’s Mario Party. Nur ist Kung Fu Chaos mit Kampftechniken und magischen Schlägen gespickt.

Die Steuerung im Kampf ist sehr einfach gehalten und Kombinationen sind leicht getätigt. Blocks, Tritte, Schläge, Saltos, Ausweichmanöver und – nicht zu vergessen – präzise Konterangriffe erwarten euch – inklusive witziger Einlagen eurer Lieblingskämpfer. Im Spiel geht es oft heiß her und gönnen euch nie Pause. Doch die Steuerung lässt eine problemlose Kontrolle und exakte Körperbeherrschung der neun lustigen Recken zu.

Zusätzlich zu den Bewegungen gibt es noch einen ziemlich wichtigen Button – den Beleidigungsbutton. Diesen braucht ihr, um den Gegner während eines Treffers zu verhöhnen und somit euer Selbstvertrauen zu steigern. Im Optimalfall folgt dann zu einem Powerschlag – eine Art Spezialangriff.

Was kann man zur Grafik sagen? Der gelungene Comicstil ergänzt sich perfekt mit dem lustigen Spielprinzip – es ist immer klar, dass Kung Fu Chaos nicht ernst genommen werden will. Putzige Kampfaffen, Ninjas im rosa Anzug und ähnliche Gags werden toll animiert dargestellt.

Auch für abwechslungsreiche, detailierte Welten und oft wechselnde Umgebungen wurde gesorgt. Bugs wie Clippingfehler oder ähnliches sind uns nicht aufgefallen.

Die Titelmusik ist wirklich cool und passt genau zum Spiel. Die Figuren können reden und wie gewöhnlich bei einem solchen Spiel, Kampflaute von sich geben. Bereits im Menü wird der Regisseur manchmal frech, wenn man sich zum Beispiel längere Zeit nicht für einen Spielmodus entscheidet – er hat ja viel zu wenig Zeit und alles muss unbedingt schnell gehen. Sein Motto: "Zeit ist Geld, und Geld hab ich keines." Weiteres können die Kämpfer, wie bereits erwähnt, viele Beleidigungen von sich lassen. Natürlich ist alles jugendfrei und nicht zu brutal. So hört man ein genial klingendes "Du bist dumm!" als eine der monströseren Beleidigungen.

Ein etwas negativ auffallender Punkt ist , dass es vielleicht mehr Kombinationen geben könnte. Die meisten findet man sofort heraus (Ausnahme: Powerattacken) und so kann der Gegner die Angriffe leicht einschätzen. Auch hat jede(r) einzelne KämpferIn nur einen Wurf parat. Als Bonus hat aber jeder Charakter eigene Vorstellungen den Gegner zu Fall zu bringen und somit gibt es doch noch ausreichend Abwechslung. Das trübt zwar die Langzeitmotivation etwas, ist aber nicht wirklich tragisch.

Voll gelungen ist dafür wiederum der Multiplayermodus. Spielt mit euren Freunden in Teams oder bekämpft euch gegenseitig mit eurer jeweiligen Lieblingsfigur – zu zweit macht es gleich doppelt so viel Spaß.

Bis auf die Kampagnen kann man alle Spielmodule in der Gesellschaft eines Freundes genießen. Training, Teamkämpfe oder ein einfaches Gerangel, wobei jeder gegen jeden kämpft, stehen euch zur Verfügung. Besonders witzig sind die Levels, in denen man ein schnelles Händchen haben muss, wie zum Beispiel in einem Seilsprungähnlichen Spiel. In jeder Welt sind Aufmerksamkeit und Schnelligkeit gefragt.

Meine Erwartungen wurden mit Sicherheit übertroffen. Wie schon anhand meiner Wertung zu sehen ist, ist Kung Fu Chaos ein witziges, hektisches Spiel mit hohem Spaßfaktor. Besonders gut finde ich den Multiplayermodus und auch die Steuerung kann sich sehen lassen. Die Grafik verleiht dem Spiel ein besonderes Flair. Es ist immer wieder eine Herausforderung, die Welten mit eingebauten Fallen und nicht lockerlassenden Gegnern zu meistern und neue Levels frei zu schalten. Wer auf Blut und Eingeweide im Austausch für Spaß verzichten kann – also hoffentlich jeder – sollte KFC eine Chance geben.

Endlich! Die Rebell-Crew hinter Gittern…

Gleich beim Betreten des Parks fällt mir die gnadenlos versaute Präsentation des Zoos auf. Bin ich hier wirklich im Jahr 2003? Glücklicherweise bin ich aber kein Optik-Fetischist und verzichte erstmal auf einen erbosten Anruf beim Zoodirektor. Warum der Wildlife Park technisch bestenfalls auf dem Stand von 1996 ist, weiß aber wohl nicht einmal der. Naja, so kommen wenigstens auch Menschen deren Herz mit einer niedrigeren Taktfrequenz schlägt noch in den Park.

Also weiterspaziert durch die wunderschön angelegten Wege des Zoos. Der clevere Direktor scheint dafür gesorgt zu haben, dass ich und die anderen Leute regelmäßig mit Getränke-, Informations-, Souvenir- und anderen Ständen versorgt sind. Als zufriedener Besucher gibt man doch gleich noch viel mehr Geld aus – wie ich nach einem traurigen Blick ins Geldtascherl feststellen muss.

Beim Tigergehege bewundert die Menge die großzügig angelegte Fläche, welche die drei Männchen und zwei Weibchen hier genießen. Auf den Felsen, dem Kletterturm und im künstlich angelegten Gewässer können sie sich außerdem wunderbar austoben. Hier kommen sich bestimmt so schnell keine Umweltschützer beschweren – anders als im letzten Jahr als den Riesenschildkröten eine tiergerechte Umgebung verwehrt wurde. Es ist ja auch schwierig den Überlick darüber zu behalten, was nun welche der knapp 50 Tierarten frisst oder welche Bäume und Sträucher sie gerne hat.

Die Art, wie hier alles bis ins letzte Detail geplant wird, fasziniert mich. Die Pfleger sorgen dafür, dass immer genug Futter da ist, die Tierärzte versorgen kranke Tiere, die Gärtner und Handwerker halten die Gehege und Zäune auf Vordermann. Der Dresseur dort drüben kommt mir aber ziemlich erschöpft vor. Sein Kollege ist wohl einer Engstelle im Budget zum Opfer gefallen. Es wird schwierig sein, so noch dieselben Kunststücke wie letztes Monat zu bieten. Hoffentlich bleiben die Besucher deswegen nicht aus.

Ein wenig ärgere ich mich über das fade Gedudel, das hier überall zu hören ist. Vermutlich will man die Tiere nicht mit anspruchsvolleren Klängen verschrecken, meine Wenigkeit hingegen schläft bei dieser Musik fast ein.

Äußerst komfortabel finde ich es jedoch, wie man hier problemlos den Überblick behält. Auch in die Finanzakten kann man ohne bürokratische Hindernisse mit wenigen Schritten einblicken – und weil ich ein guter Freund des Zoodirektors bin, weiß ich auch, dass das Anlegen neuer Gehege oder Attraktionen – wie dem eben eröffneten Insektenhaus – sehr schnell geht.

Vielleicht sollte ich auch mal die anderen Parks rund um den Globus besuchen. An Abwechslung würde es erstmal nicht fehlen – und die hässliche Optik sei dem Parkarchitekten deswegen verziehen.

Was ist nur mit den Entwicklern von Aufbauspielen los? Haben die schon jemals was von zeitgemäßer Optik gehört? Wie schon bei den etwas älteren Zoo Tycoon, Rollercoaster Tycoon 2 und ähnlichen Games, wünscht man sich auch bei Wildlife Park eine rosa 3D-Brille, durch die das Geschehen viel besser und interessanter aussehen würde. Negativ fällt auch der miese Soundtrack auf, der sich schnell wiederholt und zudem kein bißchen von der versprochenen exotischen Stimmung aufkommen lässt.

Ansonsten ist Novatrix ein solides Spiel gelungen. Die Steuerung sollte sowohl für Pensionisten als auch den wenig kleveren, neunjährigen Kettenraucher von nebenan zu schaffen sein. Und die miese Grafik hat wenigstens den Vorteil, dass das Spiel auf so gut wie jedem auch nur halbwegs aktuellen System läuft. Damit ist Wildlife Park wohl genau das geworden, was die Entwickler damit erreichen wollten: Ein spaßiges Spiel für Jung und Alt – leider ohne die gewünschten Höhepunkte oder Neuerungen…

Muskelkrampf im Zeigefinger …

Ein riesiger Haufen Blech kreuzt durchs All und in seinem Inneren ist die Hölle los. Das Schiff diente mal einer Art Herrenrasse, die damit Zivilisationen ‚eingesaugt‘ haben um sich mit den netten Dingern, die da so rumlaufen, ein wenig zu amüsieren. Jetzt liegt es brach. Und ich bin auch da drin. Was soll ich bloss machen?

Zuerst wähle ich einen Charakter aus dem futuristisch anmutendem Menü um die Welt von Harbinger betreten zu können. Zur Auswahl stehen ein Mensch, ein ‚Gladiator‘ und eine Culibine (leider weiss ich die genaue Bezeichnung in der Deutschen Version nicht). Der Mensch ist ein typischer Mischcharakter, der mit Nah- und Fernkampfwaffen gleichermassen gut umgehen kann. Der Gladiator ist ein riesiger Roboter, der sehr starke Nahkampfqualitäten hat und die Culibine ist ein mystisches außerirdisches Wesen, welches mit allerlei seltsamen Gerätschaften für den Fernkampf am besten geeignet ist.

Ich lande auf einem kleinen Außenposten am Schiff der von einem menschlichem Forscher names Torvus und einem seltsam anmutendem Roboter namens Ona bevölkert ist. Beide sind daran interessiert, mich als Auftragskiller auf die restliche Schiffsbevölkerung loszulassen um ein paar Sachen für sie zu besorgen. Natürlich braucht man ein wenig Geld zum Überleben und eine andere Möglichkeit sich was zu verdienen gibt’s auf dem Schiff offensichtlich nicht. Also akzeptiere ich die traurige Lage und mache mich auf den Weg um die 100 Levels von Harbinger etwas aufzumischen.

Nun beginnt ein sich ständig wiederholendes Schema. Man betritt ein Level, räumt sämtliche Gegner mittels Fern- oder Nahkampf aus dem Weg und sammelt Gegenstände. Natürlich gibts auch noch eine kleine Story im Spiel, die allerdings eher als seicht anzusehen ist. Klingt langweilig, ist es aber nicht. Ähnlich wie bei Diablo II macht sich ein enormer Suchtfaktor breit. Nur noch ein Level steigern und noch ein wenig durch die Levels streifen, vielleicht findet sich ja etwas Nützliches. Plötzlich ist es drei Uhr morgens, und man wundert sich wo die Zeit geblieben ist. Dabei hat Harbinger auf den ersten Blick eigendlich nichts zu bieten. Die Grafik ist für heutige Standards unter jeder Kritik, die Sounds sind gerademal ausreichend und die Musik ist meistens nicht mehr als ein düsteres Brummen …

Technisch gesehen ist Harbinger einer der schlechtesten Titel des Jahres und ich wage zu behaupten, das die Grafik (bei 800×600) sogar etwas schlechter aussieht als bei Blizzard’s Action-RPG Diablo II, weil es sich meistens einfach nur düster und grau präsentiert. Allerdings hat man dank fortgeschrittener ‚Grafikengine‘ hier sogar die Möglichkeit auf 1024×768 zu spielen! Ein ebenfalls sehr trauriger Fakt ist, dass es keinen Multiplayer-Part gibt. Und das wo solche Spiele doch geradezu danach schreien, im Co-Op Modus gespielt zu werden.

Als ich diesen Review geschrieben habe, wollte ich auch mal wissen, was unsere Mitbewerber von Harbinger halten und siehe da: meistens wurde es von den Reviewern vernichtet und als mieser Klon angeprangert. Nun, Harbinger ist ein eindeutiger D2 Klon, möglicherweise schon dermaßen eindeutig, dass sich Dreamcatcher eine Urheberrechtsverletzungsklage von Blizzard einfängt. ;-) Ein grafischer Rückstand und viele weitere Mängel fallen sofort auf. Sogar das Intro ist nicht gut, da es vom Spiel wenig bis garnichts aussagt und völlig deplaziert wirkt.

Ich weiss ja nicht wie es euch ging, als ihr Blizzards’s Kult-Action-RPG durchgespielt hattet, aber ich wollte mehr. Leider gab es dafür nur Dungeon Siege, welches in meinen Augen schlecht war. Die lächerlichen Versuche, alles mit 3D Grafik aufzumotzen ohne Rücksicht auf Verluste haben mich seit jeher geärgert. Nachdem uns Dreamcatcher aber jetzt eine Ersatzbefriedigung geliefert hat, dürfen wir uns wieder die Hände wund und die Mäuse kaputtklicken.

Jeder der mit Diablo II was anfangen konnte, wird mit Harbinger auch seine Freude haben. Alle anderen sollten vor dem Kauf die Demoversion spielen.

Sega attackiert den EA’schen Sportthron

Bringt euer Lieblingsteam bis an die Spitze in packenden Meisterschaften und liefert den Fans ein atemberaubendes Match – mit vielen Tricks und Einlagen, die alle staunen lassen. Nach diesem Motto sollte man dieses Spiel beginnen. Wie eigentlich jedes Jahr kam ein NBA-Basketballspiel heraus und so ziemlich jedes Jahr erwartet uns das Gleiche – mit Ausnahme von einigen Änderungen, die jedes Mal vorgenommen werden. Jetzt versucht sich SEGA als EA-Konkurrent. Gelingt der Angriff auf den Basketballthron?

Diesmal hat SEGA SPORTS ein wirklich gutes und vor allem spannendes Spiel auf den Markt gebracht. Besonders die Offensiveangriffe wurden mit atemberaubenden Dunks und präzisen 3-Punktewürfen realistisch integriert und auch die Verteidigung ist mit Blocks und Steals gut ins Spiel eingebaut. Ihr könnt natürlich jedes Match in verschiedenen Kameraperspektiven betrachten und vor jedem Spiel bestimmte Feinabstimmung eurer Wahl bei den Spieloptionen einstellen, doch das ist ganz euch überlassen. In eurer Hand liegt, ob ihr ein realistisches Match, mit allen NBA- Regeln, oder einfach zum Spaß einmal alle Regeln vergesst und ohne Out etc. spielt.

Wie jedes ordentliche Basketballgame ist NBA 2K3 mit coolen, verwirrenden und variantenreichen Tricks und Dribblings versehen worden. Jeder Spieler hat bestimmte Dunks drauf, je nach seiner Körpergröße und keinem mangelt es an Einsatz, wenn es ums Ganze geht. Das sieht man bereits, wenn sie verlorenen geglaubten Bällen ins Out nachjagen.

Die Grafik ist eigentlich nicht schlecht, wenn man die Bugs außer Acht lässt. Die Spieler sehen ziemlich realistisch aus und die Bewegungen sind besonders bei spektakulären Dribblings atemberaubend. Und auch Hintergrunddetails wie die Zuseher werden akzeptabel dargestellt. Im Vergleich zur EA Sports-Konkurrenz hinkt die Grafik leicht nach.

Auch einige Bugs sind uns aufgefallen. Einer der hoffentlich nicht oft vorkommt war folgender: Als ich einen Wurf machte, den der Gegner dann sauber in den eigenen Korb dunkte, wurden ihm ganze drei Punkte zugesprochen, die eigentlich mir gehörten. Das war zwar eine Ausnahme, aber sollte doch nicht vorkommen.

Die Steuerung ist hingegen wirklich sehr gut gelungen. Die Bedienung ist schnell erlernt und geht leicht von der Hand. Für offensive Bewegungen sorgen ein Dribble-Button, sowie der Wurf- und gleichzeitig Dunk-Button. Für die Defensive wurden Steal und Blocksprung integriert, wobei die Defensivearbeit wesentlich schwerer und anspruchsvoller, als die der Offensive ist. Aber das ist ja auch im echten Basketball so, sonst würde den Fans zu wenige Körbe gezeigt. Spielt damit die Verteidiger schwindlig oder macht die gegnerischen Angriffe zunichte und macht dadurch das Spiel attraktiver.

Leider ist die KI der Spieler teilweise nicht sehr genial. Beispiel: Die Spieler machen auf Knopfdruck auch wenn sie an der Outlinie stehen Tricks, mit welchen sie ins Out dribbeln. Die gegnerische KI ist jedoch ganz in Ordnung. Die CPU-Gegner lassen die Zeit herunterspielen, werfen 3- Punktewürfe, wenn 2- Punktewürfe nicht mehr für einen Sieg reichen und so weiter.

Ein besonders gelungener Punkt ist der Multiplayermodus, denn da kann man sich wirklich packende und spannende Duelle liefern. Hier kommt es wirklich auf jeden Punkt an und es kann knapp zugehen. Dort kann man sein Können unter Beweis stellen und herausfinden, wer der bessere Basketballspieler ist. Wer ist der Verteidigungskünstler? Wer hat offensiv mehr drauf? – Oder ihr spielt zusammen in einem Team und macht den Computergegner, welcher übrigens drei verschieden einstellbare Stärken hat, mit perfekter Teamarbeit fertig.

Die Zuschauer feuern ihre Mannschaft lautstark an und verschaffen dem Spiel damit eine spannungsgeladene Atmosphäre. In den kurzen Spielunterbrechungen wird auch noch Musik eingespielt, um das Spiel interessanter zu machen. Aber es kommt eigentlich nichts besonderes in Sachen Sound vor.

Zum Spaß gibt es da auch noch Streetballmodus. Auf der Straße, ohne großes Aufsehen zu erregen, spielen vier bis zehn Basketballer, bis eines der Teams eine bestimmte Punkteanzahl erreicht hat. Hier kommt es auf besondere Verteidigungskunst an und ein guter Spieler kann oft schon das Spiel entscheiden. Je ein Wurf zählt einen Punkt und so kann man ein schnelles Spiel auf der virtuellen Straße veranstalten.

Ein gutes Spiel mit viel Spannung, besonders im Multiplayermodus. Mein erster Eindruck vom Gameplay war nicht sehr gut, aber das lag nur daran, dass die Spielgeschwindigkeit auf „Normal“ noch zu langsam ist. Nach der Umstellung auf „Fast“ gefiel es mir gleich viel besser. Und auch mit der Grafik war ich ziemlich zufrieden. Die coolen Dunks und Dribblings versetzen einen immer wieder in eine Spiellaune. Wären da nicht die Bugs, wie zum Beispiel, dass die Spieler abwechselnd Probleme beim Aufheben des Balles haben (und das kann bis zu 20 Sekunden dauern), dann wäre es ein noch viel besseres Spiel. Doch Gott sei dank kommen diese nicht allzu oft vor. NBA 2K3 ist es also durchaus wert gekauft zu werden.

Mach das Blut vor der Haustür weg, ja?

Gewalt, Blut und Eingeweide – hassen wir das nicht auch alle? Gewalt ist aber immer schon ein gutes Kaufargument gewesen – und es wirkt. In einem Land, frei von Indizierung durch die BPjM haben wir natürlich auch keine Probleme damit, euch mit saftigen Infos zu Flaggschiffen des Splatters zu liefern. Viele kennen den "Postal Dude" – jetzt, 6 Jahre nach seinem etzten "Ausflug" hat er eine Freundin, ein Auto, einen Hund und einen Job als Spieleentwickler …

In Postal 2 könnt ihr eine Woche in die Fussstapfen des Postal Dude’s treten – das Minimalziel für den Sieg ist nicht etwa alle lebenden Wesen abzuschlachten … nein, eigentlich beginnt alles ganz harmlos: einkaufen für die Freundin, ein Besuch bei der Bank. Aber das ist nicht immer einfach, in einer Stadt voll mit Grenzgestörten. Auch wenn man wirklich, wirklich brav sein möchte. Es is durchaus möglich das Spiel durchzuspielen, ohne auch nur eine Kugel abzufeuern (oder jemanden in Brand zu stecken) – das ist aber nicht unbedingt empfehlenswert. Es wäre schade, duch Paradise City zu laufen, ohne zumindest einmal mit einem abgetrennten Kopf Hockey gespielt zu haben.

Nicht immer ist Postal 2 politisch oder ethisch so ganz korrekt – wenn sich etwas bewegt, kann man es auch töten. Wie gesagt, man muss nicht – aber frei nach dem Motto "Oh mein Gott, es kommt direkt auf uns zu!" kann man etwas ‚Frieden‘ in die Welt bringen. Über 150 verschiedene Non-Player-Charaktäre finden sich auf den Straßen oder in den Häusern – wenn es gewünscht wird kann jeder einzelne auf ziemlich lustige oder eben ungustiöse Weise seines Lebens beraubt werden.

Der "Hauptfeind" sind wohl Anti-Gewalt Aktivisten (mit fragwürdiger Körperhygiene und einem gewissen Taliban Touch) – diese liefern sich erbittere Schlachten mit den Running with Scissors Programmierern (leicht zur erkennen an den T-Shirts). In der Entwicklungsphase wurde der RWS Präsident Vince Desi immer wieder gefragt, wie es wäre wenn auf ihn eine Waffe gerichtet würde – nun ja, immerhin kann man im Spiel die Hose runterlassen und ihm ans Bein pinkeln, die meisten NPCs sind mit großen, wirklich großen Waffen ausgerüstet …

Apropos urinieren: man darf auf keinen Fall den taktischen Nutzen vom einfachen "Die Boa würgen" außer Acht lassen. In einer Warteschlange zu stehen, kann ziemlich enervierend sein, ein Griff in die Hose und man(n) ist seine Sorgen los. Manchmal geraten auch Dinge in Brand, die eigentlich gar nicht brennen sollen. In solchen Fällen muss ein Mann eben tun, was ein Mann tun muss …

Neben all diesem Spaß und grenzenlosem Schrecken gibt’s ein großes Manko: Paradise ist in mehrere Zonen eingeteilt – zwar sind diese relativ geräumig, möchte man aber seinen täglichen Besorgungen nachkommen, darf man sich auf lange Ladezeiten gefasst machen. Pro "Tag" kommt das sicher einige Male vor. Grafisch und technisch sind keine Diskussionen nötig – die Unreal-Engine mit Karma-Physik Support sollte eigentlich alle Gemüter befriedigen.

Wo sind die Zeiten, in denen wir noch alle geil Rise of the Triad gespielt haben? Lange gab’s keine richtig "guten" Splatter Spiele – mit der Rückkehr des Postal Dude’s in Postal 2 ist die Zeit des Wartens vorbei.

Die spaßige Art virtuelle Menschen zu töten hat mir besonders gut gefallen, alles ist extrem überzogen und ins Lächerliche gerückt. Allein die Anti-Gewalt Lobby, die mit Pistolen bewaffnet ins RWS Gebäude stürmen und dort von den Programmierern mit Sturmgewehren und lächerlichen Grinsern erwartet werden, haben’s in sich. Makabre Einlagen, wie eine Katze als Schalldämpfer für ein Schrotgewehr zu verwenden gehören ebenfalls dazu, wie wahllos Leute mit Benzin zu übergiessen und sie anschließend anzuzünden.

Leider können manche nicht mehr zwischen Realität und Fiktion unterscheiden, man muss bei Postal 2 immer im Hinterkopf behalten, dass es sich hierbei NUR um ein Spiel handelt – also auf keinen Fall zu Hause den Hund anzünden, dem gefällt das nämlich nicht.

Die USK Empfehlung ab 18 ist hier auf jeden Fall angebracht – obwohl selbst ich schon Schlimmeres gesehen hab ;)

Dinozoo selbst gemacht

Baut euch immer neue Attraktionen, von Imbissbuden bis zu "neuen" Dinosaurierarten, welche von euren organisierten Suchtrupps entdeckt werden. Über 25 verschieden Arten erwarten euch.

Zwischen Urwäldern und Bergen könnt ihr eure Dinosaurier entweder in freier Wildnis, oder auch, wenn nötig, in Gehegen verpflegen. Dabei müssen auch anstehende Krankheiten geheilt werden.
Manchmal benötigt ihr auch die Hilfe eures Helikopters, um entflohene und gefährliche Tiere zu besänftigen oder gar zu töten. Eine andere Perspektive ist auch noch der Jeep, mit dem man die Gegend untersuchen kann. Die Steuerung ist ziemlich einfach und schnell hat man herausgefunden, wie alles funktioniert.

Die Besucher können auch ihre persönliche Meinung zum Park abgeben, sprechen ihre Bedürfnisse aus und helfen so eventuelle Mängel zu beseitigen. Auch sehr hilfreich ist euer Team, welches für euch forscht, euch bewertet oder euch wichtige Informationen mitteilt. Es gibt beinahe immer etwas zu tun und man hat kaum Zeit eine Pause zu machen, da man auch den genügenden Geldstand erhalten muss. Doch das erweist sich eigentlich als positiv, da das Spiel dadurch interessant bleibt.

Ein weiterer positiver Punkt an dem gut umgesetzten Spiel, ist, dass es sehr lehrreich über Dinosaurier und Epochen aufklärt. Dafür gibt es sogar eine Dinoenzyklopädie als Menüpunkt und auch während des Spiels bekommt man so einiges von den pflanzen- oder fleischfressenden Kreaturen mit. An Details wird dabei nicht gespart.

Doch ins Spiel wurde auch noch ein kleiner actionreicher Teil eingeführt, in denen man auch viele, kleine und verschiedene Missionen spielen kann, wobei man bei sanfteren nur Fotos schießen , bei brutaleren aber Dinosaurier vom sicheren Helikopter aus abknallen muss.

Dann gilt es natürlich noch den Sound zu erwähnen, der mit der Filmmusik aufgewertet wird. Ab und zu gibt es noch anständig umgesetzte Geräusche aus der Umgebung. Außerdem ist da noch das Team, welches mit euch redet oder auch einfach nur freundlich begrüßt.

Die Grafik ist beim ersten Betrachten eher mäßig, bietet aber wenn man näher ans Geschehen zoomt auch öfters mal kleinere Details. Bäume und Berge sehen zwar nicht besonders überzeugend aus, dafür bietet Operation Genesis schöne Wassereffekte. Dann gibt es da noch das Wetter, vom Regen bis zu Hitzewellen. Das beeinflusst natürlich auch das Spiel, wie zum Beispiel den Konsum der Besucher in Sachen Regenschirmen.

Die Kamera ist mit den beiden Sticks leicht zu bewegen und man kann mit dem Zoombutton so ziemlich jeden Winkel der Insel genauestens untersuchen. Die Steuerung ist leicht zu bedienen und auch die Fahrzeuge hat man gleich im Griff. Ihr könnt all eure Attraktionen schnell be- oder untersuchen.

Mir hat das Spiel sehr gut gefallen, da das einzige etwas misslungene am Spiel, nämlich die Grafik, nicht von entscheidender Bedeutung ist. Außerdem ist Operation Genesis sehr variantenreich, was dazu führt, dass man etwas länger braucht bis man alles herausgefunden hat. Zusätzlich kann man die Landschaft mit der Kamera genau untersuchen und auch die Steuerung ist sehr einfach. Wenn jemanden Dinosaurier besonders interessieren, wird das Spiel gleich noch besser, da man während des Spiels sehr viele kleine Details über die Urvieher erfährt.

The Testbericht has you…

Enorme Produktionskosten, ein riesiger Werbeaufwand, große Versprechungen, Verwebung mit Matrix: Reloaded – insgesamt also ein Actionspiel der Superlative. So wird Enter the Matrix zumindest von Atari angepriesen. In unserem ausführlichen Testbericht sagen wir euch nun ob die Vorschusslorbeeren für das Spiel gerechtfertigt waren.

Wir sind keine Spoiler-Schweine, darum werden wir uns ausnahmsweise mit der Beschreibung der Story von Enter the Matrix zurückhalten, auch um euch nicht zuviel über den derzeit in den Kinos laufenden Film Reloaded zu verraten (ein Review dazu folgt übrigens noch).

In Enter the Matrix schlüpft ihr entweder in die Rolle von Schiffskapitän Niobe oder in die Haut ihres ersten Handlangers Ghost. Die Entscheidung, welchen der beiden Charaktere ihr wählt, hat Auswirkungen auf die folgenden Missionen. Je nachdem wen ihr steuert verlaufen die Einsätze ein wenig anders. Allerdings hebt sich das Spielgeschehen nicht immer frappierend voneinander ab. So ist es beispielsweise während den nervenden Autofahr-Einlagen so, dass Niobe als beste Fahrerin in der Matrix steuert und Ghost derweilen aus dem Fenster ballert. Dass das Auto dabei oft von der Straße abkommt, liegt nicht am alten Vorurteil von wegen "Frau am Steuer – Ungeheuer!", sondern an der doofen KI der Dame bzw. der merkwürdigen Fahrphysik, wenn ihr selbst das Steuer übernehmt. Auf diese Weise bieten die Einlagen zwar Abwechslung, man hätte aber auch gern darauf verzichten können.

Dasselbe gilt für das saudämliche Speichersystem. Wie in so manchem Spiel kann man nicht an jedem Punkt der Handlung speichern. Nur am Beginn von neuen Levels lässt euch Enter the Matrix sichern. Der Vorteil: die Spielzeit verlängert sich künstlich enorm. Der Nachteil: lästige Hüpfeinlagen oder längere Laufwege muss man an schwierigeren Stellen immer wieder machen. So kann es schon mal passieren, dass man ganze Levelabschnitte nochmal spielen muss, nur weil man in einem unachtsamen Moment am Ende der Map in einen kleinen Abgrund gefallen ist. Noch bitterer ist es, wenn man selbst gar nichts dafür kann und die Spielfigur sich einfach einbildet, dass sie in der Wand hängenbleiben oder im Boden versinken muss.

Das kann auch schon mal einem Gegner passieren. Doof ist das vor allem, wenn es bei einem der Endgegner (in Form von Agenten) passiert und der ganze harte Kampf mit einem solchen deswegen umsonst war.

Diese Frustmomente erlebt man leider des öfteren, denn gepaart mit der stellenweise etwas unübersichtlichen Kameraführung findet man sich ab und an in nicht allzu leichten Situationen wieder.

Der Zeitdruck, unter dem Shiny offensichtlich stand, ist dem Spiel anzumerken. Noch ein Monat Bugfixing hätte dem Spiel sicherlich gut getan. So muss man sich mit fehlerhaften Optionseinstellungen, steckenbleibenden Figuren und anderen Kinderkrankheiten herumschlagen. Auch das Menü gewinnt keinen Schönheitspreis, tut aber wenigstens seinen Zweck.

Ein Überbleibsel aus dem Kompromiss, das Spiel für alle Konsolen und den PC zu veröffentlichen ist aber nicht nur das Speichersystem. Auch der Grafik merkt man an, dass sie auf der PlayStation 2 ebenfalls ihre Dienste leisten muss. So findet man sich vor allem zu Beginn des Spiels in textur- und detailarmen Umgebungen wieder. In Zeiten, in denen ein Half-Life 2 mit fotorealistischer Grafik bevorsteht, darf man sich eine solche Optik einfach nicht mehr erlauben. Gerade Enter the Matrix lebt aber seltsamerweise trotzdem von der Grafik, denn die Kämpfe retten dank der guten Animationen und der doch spektakulär anzusehenden Zeitlupeneinlagen (zu aktivieren über den Fokus-Button, ähnlich wie in Max Payne) vieles.

Damit haben wir uns genug über Enter the Matrix ausgelassen und kommen zu den Stärken des Spiels. Die liegen wie schon erwähnt hauptsächlich in den Kampfszenen. Dass diese so leicht von der Hand gehen, verdankt man der simplen Steuerung. Mit drei Knöpfen (Treten, Schlagen, Zeitlupe) hat man jede Situation fest im Griff. Die Waffen spielen dabei schon fast eine Nebenrolle. Zwar ist das Arsenal nicht zu klein, Ghost und Niobe durch Nahkämpfe zu steuern macht aber viel mehr Spaß.

Ein weiterer großer Pluspunkt des Spiels – und das ist eher eine Seltenheit – ist die Lizenz, denn die Verwebung mit dem Film funktioniert, die ca. eine Stunde langen extra gedrehten Movies sind außerdem eine Bereicherung für das Spiel. Sicher! Aus der Matrix-Lizenz lässt sich noch viel mehr herausholen, verglichen mit anderen Filmumsetzungen ist Shiny hier aber ein ordentliches Stück Software gelungen und trotz der vielen Mängel sorgt Enter the Matrix einfach für Kurzweil.

Das mag auch am Sound liegen. Der lässt nicht viel zu wünschen übrig und treibt den Puls an manchen Stellen dank gutem Soundtrack schon mal in die Höhe.

Ein Witz ist allerdings die Installation. Die nimmt 4,3 GB Festplattenspeicher in Anspruch (und dauert dementsprechend lange). CD-Wechslereien erspart man sich zwar dadurch, eine DVD-Version hätte aber sowohl die Festplatte geschohnt, als auch die Installation verkürzt.

Wie gut der Film und die Konsolenfassungen sind sagen wir euch in einigen Tagen in einem ausführlichen Special.

Warum zum Teufel sieht das uralte Messiah besser aus als Enter the Matrix? Schwer zu sagen, liegt aber wohl am Erscheinen auf mehreren Plattformen. Ich hätte gerne noch einen oder zwei Monate länger auf Enter the Matrix gewartet, dann wär‘ vielleicht mehr Zeit geblieben um die ersten Levels grafisch zu tunen (später wird die Optik etwas besser) und einige nervende Bugs zu beseitigen. Auch die Feinmechanik in puncto Kameraführung fehlt deutlich.

Vielleicht helfen ja noch der ein oder andere Patch etwas nach. Grundsätzlich kann man Shiny aber wohl keinen Vorwurf machen. Der Zeitdruck war sicherlich groß und das Ergebnis kann sich durchaus sehen lassen. Matrix-Fans müssen allein wegen der Verschachtelung von Film und Spiel zugreifen und dürfen für sich noch bis zu fünf Spielspaßpunkte draufsetzen. Es wäre sicher viel mehr drinnen gewesen in der Matrix-Lizenz. Aber sei es wie es sei, Enter the Matrix bleibt schlussendlich ein gutes Spiel mit verschenktem Potential und einem saudämlichen Speichersystem. I entered the Matrix – und es hat mir gefallen.

Verdammt wo sind meine Ellbogen?

Jeder Spielehersteller hat seinen Helden, eine Art Vorzeigefigur in der großen Welt der PC- und Konsolenspiele. Eidos hat Lara Croft, hauptberuflich Archäologin mit Hang zu kostbaren Schätzen, Nintendo hat Super Mario, der seit etlichen Jahren über die Konsolen flimmert und nicht abgelöst werden will. Und wen hat Ubisoft? Natürlich! Rayman ist der unübertroffene Star ohne Allüren der gerne Siesta macht aber dennoch immer hilfsbereit seinen Freunden zur Seite steht. Ich als eingefleischter Strategiespieler war anfangs nicht wirklich über dieses Spiel erfreut, gab dem kleinen Kerl aber dennoch eine Chance die sich gelohnt hat …

Wir befinden uns im Land der Träume, einem Ort voller Glückseligkeit und Ruhe, also dem exakten Gegenteil von unserer Welt. Den Bewohnern wird aber nach einiger Zeit so richtig langweilig, sodass etwas passieren muss. Und genau da geschieht etwas Schreckliches: ein roter Lum (ein Bewohner) verwandelt sich in eine kleine schwarze, flauschige Kugel namens Andre der nur nach einem giert: die Welt zu erobern. Er verwandelt alle Lums in solche Wesen und schickt sie aus, um hilflosen Tieren die Felle zu stehlen, um daraus Uniformen zu weben – für die schrecklichste Armee der Welt, den Hoodlums, die sich das Ziel gesetzt haben, das Land der Träume in Unheil zu stürzen. Doch zwei Personen haben da etwas dagegen: Rayman und sein Freund Globox, der am Anfang des Spiels versehentlich Andre verschluckt. Natürlich wollen die Hoodlums ihren Anführer zurück und jagen die Zwei durch die unterschiedlichsten Levels.

Wie es sich in alter Jump`n`Run Manier gehört, müssen Wände erklommen, Schluchten überwunden und Punkte gesammelt werden. Um all diese Dinge zu meistern bedarf es speziellen Superkräften. Die Hoodlums haben Laser-Waschmittel entwickelt, die ihre Kleidung in Kampfanzüge verwandelt. Insgesamt gibt es fünf Stück wie zum Beispiel die Heavy-Metal-Faust, die es Rayman ermöglicht, Gegner mit einem Hieb niederzustrecken oder Türen zu durchschlagen oder die Eisengreifer, mit dessen Hilfe sich unser kleiner Freund an Metallringe hängen kann. Immer mit von der Partie, ausgenommen wenn er nicht gerade wieder entführt wird ist Globox (inklusive Andre) der Rayman des Öfteren beim Besteigen von Anhöhen hilft.

Im Kampf sieht es mit den Items anders aus. Gegner, die auf Stelzen gehen, werden mit der Wirbelfaust schnell wieder auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. Die Eisengreifer dienen auch als Art „Elektroschocker“. Feinde die zu weit von Rayman entfernt sind, nimmt der armlose Held mit der Torpedofaust aufs Korn. Diese ferngesteuerte Rakete wird auch benötigt um Schalter und Türen zu knacken.

Falls gerade keine Power-Ups in der Gegend herumliegen, muss Rayman sich auf seine eigene Kraft verlassen. Er hat keinen Bizeps, jedoch kann er seine Fäuste schleudern um Gegner so außer Gefecht zu setzen. Oft sind diese Power-Ups auch nur versteckt. Wie zum Beispiel von Kleinlingen die in Käfigen gefangen sind. Wenn dieser Käfig zerstört wurde, schenken die Kleinlinge Rayman ein Item oder Edelsteine.

Die Levels würden mit der Zeit etwas zu einfach werden, wenn man keine geheimen Schätze oder ähnliches finden könnte. Deshalb wurde das Punktesystem simpel, aber effizient gestaltet. Überall in den Levels liegen Edelsteine in verschiedenen Farben herum, die nur warten um von Rayman gefunden zu werden. Sobald man einen Edelstein aufgehoben hat, erscheint für kurze Zeit ein Combobalken der den Punktestand erhöht, falls man es schafft, in drei Sekunden einen neuen Edelstein aufzunehmen. Punkte erhält man ebenfalls für das Erledigen von Feinden. Die dritte Möglichkeit ist das Finden von extrem gut versteckten Chamäleons oder Tribellen. Punkte schalten ab einer bestimmten Anzahl kleine Mini-Spiele und Videos frei.

Rayman lässt so gut wie keine Wünsche offen in Sachen Handhabung. Die Steuerung ist kinderleicht und sehr händeschonend belegt. Auch im Bereich Grafik gibt es keine Mängel. Die verschiedenen Levels sind schön detailliert gestaltet und sehr abwechslungsreich. Auch der Humor wird groß geschrieben und wertet das Spiel deutlich auf.

Nachdem ich eher auf dem Gebiet Rollenspiele und Strategie angesiedelt bin, war ich nicht so begeistert dieses Review zu machen. Doch nach einiger Zeit freundete ich mit dem Spiel an und es machte mir sogar richtigen Spaß mit Rayman, Globox und Co. die fiesen Hoodlums zu vermöbeln. Die Grafik stimmt, die Sounduntermalung passt dazu und ist nicht eintönig, die Steuerung simpel und der Spielspass groß. Fortgeschrittenen Spielern wird es aber zu leicht sein da man den Schwierigkeitsmodus nicht einstellen kann. Dennoch bietet Rayman alles was das Zockerherz begehrt.

Ein Freelancer auf Grafiktripp

Magnus Tide hat sich in der Vergangenheit nicht gerade mit Ruhm bekleckert. Der Freelancer hat einen großen Job in den Sand gesetzt und somit auch seine Karriere etwas zurückgeworfen. Jetzt ist er aber wieder da! Mit brandneuem Schiff und einer gehörigen Portion Selbstsicherheit führt ihr ihn als Helden durch die Schlachten des deutschen Actionspiels Yager. Wieviel Spaß das macht erklärt unser Review.

Gleich beim ersten Spielstart fallen mir die Augen raus. Das sieht ja echt klasse aus. Weitläufige, abwechslungsreiche Landschaften, detailliert modellierte Schiffe und schöne Effekte wohin man blickt. Die deutschen Entwickler haben ihr Erstlingswerk in eine traumhafte Grafikengine verpackt. Schade ist nur, dass sich außer den Schiffen so gut wie gar nichts auf den Karten tummelt. Ein wenig Bewegung in Form von umherstreunenden Tieren oder ähnliches hätten nicht geschadet.

Per Tutorial wird uns nun erklärt wie wir uns mit unserem Vehikel, der Sagittarius, fortbewegen können. Und das klappt dann auch ganz gut. Die Steuerung sollte niemandem echte Probleme bereiten. Im Hover-Modus gleitet man langsam über den Bildschirm und kann auch strafen, während man im zweiten Modus mit Vollgas per aus Flugsimulationen gewohnter Steuerung über die Landschaften donnert. Wer die beiden Modi nicht perfekt kombiniert hat in den packenden Luftkämpfen keine Chance. Etwas erschwert wird das Manövrieren lediglich durch die Unmöglichkeit die Tasten frei zu belegen.

Das liegt aber nicht nur an der guten KI der Gegner, Yager ist außerdem stellenweise sauschwer. Das Fehlen einer permanenten Speichermöglichkeit (nur an bestimmten Punkten wird zwischengespeichert) hebt den Schwierigkeitsgrad zusätzlich noch an. Das führt natürlich auch zu einer ansehnlichen Spielzeit. Die 23 Missionen sind kein Happen für Zwischendurch und großteils recht lang ausgefallen.

Während der Einsätze mangelt es nicht an Abwechslungsreichtum. Piratenbasen zertrümmern, Wettrennen mit leicht verrückten Fliegerkollegen und zum Beispiel eine Art Moorhuhn-Passage wechseln sich mit anderen Aufträgen ab. Dadurch, durch die weitgehend nicht-lineare Erledigung der Auftrage und dank der spannenden Story rund um den Konflikt zwischen zwei dominierenden Konzernen wird Yager nie langweilig.

Das ist auch notwendig, denn nach der Solokampagne bleibt nicht viel anderes übrig als die Einzelspielermissionen noch einmal zu spielen. Der Mehrspielermodus fehlt vollkommen, ein Feature das übrigens in der PC-Version zumindest als schmuckes Beiwerk enthalten sein wird.

Sehr spannend was THQ uns da präsentiert. Das Erstlingswerk von Yager Development hat nicht allzuviele Schwächen. Über die Grafik lässt sich nicht meckern, außer dass vielleicht die ein oder andere Bewegung auf den Maps (Vögel, etc.) nicht geschadet hätte.

Eine Unsitte ist allerdings das Speichersystem. Warum Entwickler einen Spieler nicht selbst entscheiden lassen wann er denn speichern möchte ist mir unklar. So versuche ich genervt zehn Mal die Geschütztürme einer Basis zu markieren bevor es endlich klappt. Auch die freie Belegung der Tasten wäre wünschenswert gewesen. Wer vor einem sehr knackigen Schwierigkeitsgrad nicht zurückschreckt darf aber bedenkenlos zugreifen. Yager gehört zu den besten Xbox-Spielen der letzten Zeit.

Dirty Commies!

Wir schreiben das Jahr 1967, als der unheilige Kommunismus sich im Vietnam auszubreiten versucht. Nebenbei wird zufällig noch ein U.S.-Schiff, das zufällig vor der vietnamesischen Küste war, von diesen Kerlen beschossen (das war Absicht und niemand darf sich dazu erdreisten zu vermuten, hinter dem Angriff stehe eine Inszenierung!). Nachdem es nun einen wunderbaren Grund gibt, aus Gründen der Landesverteidigung zirca eine halbe Million Soldaten in Südvietnam zu stationieren, wird dies natürlich von der verantwortungsvollen U.S. Regierung wahrgenommen und die ersten Trupps mit Marines, die schon messerscharf aufs Abschlachten von verhungerten (Kommunisten-)Bauern sind, werden in Marsch gesetzt.

Was lernen wir aus dieser Situation?

1) Die Amerikaner sind immer die Helden

2) Ein PC-Spiel muss her!

Verwunderlich wieso dieses Thema bis jetzt in PC-Spielen eher vernachlässigt wurde, gibt es doch genug Stoff für mindestens 30 Heldenepen her. Vom geschichtlichen Standpunkt her sind solche Spiele (genauso wie auch Spiele in denen es sich um den Zweiten Weltkrieg dreht) relativ kritisch zu betrachten, aber als PC-Spiel geben sie einiges an Action und Abwechslung her. Warum also nicht einfach mal anspielen bevor man Vietcong aufgrund persönlicher politischer Motive wegwirft?

Steve Hawkins ist schon einige Zeit in Vietnam, allerdings im relativ sicheren Süden, wo es ihm langsam aber sicher zu langweilig wird. Schließlich ist er nach Vietnam gekommen um mal ein wenig Action und Abwechslung im Leben zu haben. Stattdessen den ganzen Tag irgendwelche Südvietnamesen in Saigon zu schulen ist nicht wirklich das was er sich gewünscht hatte. Zu seinem Glück kommt bei einem amerikanischen Stützpunkt in Pek-Nui ein Offizier ums Leben und er kann die Gunst der Stunde nutzen um endlich an die Front verlegt zu werden. Das ist der Punkt an dem man als Spieler die Kontrolle über Steve übernehmen darf um den Schlitzaugen mal zu zeigen, was ein waschechter U.S. Patriot so drauf hat.

Nach der Landung darf man sich gleich beim Captain im T.O.C. Bunker vorstellen und kriegt vorerst mal einen eigenen kleinen Bunker zugeteilt. Nach der Besprechung hat man Gelegenheit, sich mal auf Pek-Nui umzusehen. Die meisten Leute die man trifft sind freundliche Südvietnamesen, die von den Amerikanern für den Fronteinsatz ausgebildet werden (natürlich an minderwertigen Waffen). Natürlich finden sich auch recht viele U.S.-Infanteristen, von denen man im Spielverlauf einige kennen und schätzen lernen wird. Der Stützpunkt ist nicht gerade klein und man kann sich gerade Anfangs sogar in den ganzen Gräben und Bunkern richtig verlaufen. Wenigstens lernt man auf diese Weise relativ schnell, mit dem Kompass am rechten oberen Bildschirmrand umzugehen…

Nachdem man nun den Stützpunkt einige Zeit bewundert hat und sich auch schon am Schießstand mit der dort verfügbaren Bewaffnung vergnügen durfte, trifft man auf Sgt. Crocker, den Sanitäter des Stützpunktes, der auf eine kleine Spritztour in eine nahegelegenes Dorf einlädt. Mit dem Captain und Crocker gehts alsdann mit dem Jeep auf die erste Mission. Eigentlich ein Routinerundgang, der nur zur Versorgung von kranken Dorfbewohnern gedacht ist, artet der Ausflug leider in ein Gemetzel aus. Vietcong Scharfschützen beschiessen den Dorfplatz, worauf man mit Sgt. Crocker als Unterstützung das erste mal dem kleinem Feind mit Reishut entgegentreten muss. In einer kurzen, aber heftigen Auseinandersetzung, bringt man die ersten drei Vietcong, die sich in einem kleinen Wäldchen, nicht weit von Dorf versteckt hatten, zur Strecke. Sollte man dem Überaschungseffekt zum Opfer gefallen sein(die Kerle sind im Dickicht relativ schwer zu entdecken), hat man als kleinen Joker Sgt. Crocker zur Seite, der Verletzungen relativ schnell wieder ungeschehen macht.

Hier sieht man auch das erste mal, dass das Spiel auf Teamwork ausgelegt ist. Die NPC’s geben Feuerschutz und haben individuelle Fähigkeiten. Im späteren Spielverlauf hat man meistens ein Team, welches aus bis zu sechs Infanteristen besteht. Darunter sind Sanitäter, Späher, Ingenieure, Fernmelder und auch einfache Soldaten zu finden. Selbst als Anführer hat man einige besondere Fähigkeiten und Pflichten, wie z.B. die Berichterstattung ans Camp und die Möglichkeit Luft- und Artillerieschläge anzufordern. Bei dieser Option ist allerdings größte Vorsicht geboten. Sollte man nicht aufpassen, kann es leicht passieren, dass man aus Versehen mit dem eigenen Team unter Friendly Fire kommt, was besonders bei Artilleriefeuer fatale Folgen haben kann (drücken sie F6 für Quickload)…

Bei Vietcong muss jede Aktion mit Bedacht und Weitsicht geplant werden. Meistens sind die Missionen im dichten Dschungel und jeder Schritt kann einer in eine Tretmine sein, hinter jedem Baum und Stein kann sich der hinterlistige Vietcong verbergen, der nur darauf wartet, dass ein Amerikaner in sein Schussfeld kommt. Oft hat man, besonders bei höheren Schwierigkeitsgraden, im ersten Anlauf kein Chance durchzukommen. Fast immer wird man von den geschickt platzierten Fallen des Gegners kalt erwischt. Dem bestens ausgerüsteten Team wird mit banalsten Sprengfallen, wie Granaten in Bierdosen, der Dschungel zum Albtraum gemacht. Sogar auf freien Feldern verbirgt sich der Feind in kleinen Gräben die sich manchmal über ein riesen Areal ziehen und in gewaltigen Tunnelnetzwerken enden können. Gerade solche Netzwerke sind unter den Amerikanern gefürchtet, da man sie sehr schwer findet und meistens nicht die Möglichkeit besteht, mehr als einen Mann in die Höhle des Löwen zu schicken. Sollte man auf ein solches treffen, beginnt ein mörderischer unterirdischer Einsatz, der von ständigen Überaschungen und einem gewaltigen Haufen Ratten geprägt ist. Dort findet man oft kleine Kerle, die den ganzen Tag unter der Erde graben und gewaltige versteckte Vorratslager anlegen.

Kommen wir zu den technischen Details von Vietcong. Dieses Spiel ist wahrhaft ein grafisches Highlight am Actionsektor, welches vieles auszustechen vermag was momentan am Markt um die Gunst des Spielekäufers wirbt. Um die Authentität der Texturen und Modelle zu gewährleisten, sind die Jungs der tschechischen Spieleschmiede Pterodon sogar eigens nach Vietnam gereist und haben ihre Eindrücke im Spiel sehr gut untergebracht. Oft denkt man in einem Film gelandet zu sein, und das nicht nur mit der besten Hardwareausstattung. Auch auf normalen Grafikeinstellungen und einer Auflösung von 800×600 wird man noch schwer beeindruckt sein was Pterodon uns hier auf den Bildschirm gezaubert hat. Selten gibt es ein paar Bugs, welche aber im Vergleich zu anderen Spielen absolut harmlos sind und garantiert in der nächsten Zeit ‚weggepatcht‘ werden.

Musik ist im Spiel zwar eher eine etwas in den Hintergrund gedrängte Angelegenheit, aber wenn man etwas hört, darf man sich auf Musik à la Full Metal Jacket im 70’s Stil freuen. Durchgängige musikalische Untermalung wäre auch etwas Fehl am Platz, in den Einsätzen ist man um jedes Geräusch froh, das man aus dem Gebüsch aufschnappen kann. Besitzer von Dolby Surround Boxen sind hier auch etwas im Vorteil, da Vietcong dieses System sehr gut zu nutzen weiss.

Soundtechnisch gibt es ebenfalls nichts zu bemängeln, außer dass die Unterhaltungen der Nordvietnamesen absolut unmöglich zu verstehen, wenn auch perfekt aufgenommen, sind. War aber vermutlich Absicht :-).

Interessant ist auch der Realitätsgrad, der beachtlich gut gelungen ist. Vor allem auf der Schwierigkeitsstufe ‚Vietnam‘ wird man merken, das die Computergegner keine Standardkerle sind, die darauf warten eine Kugel in den Kopf zu kriegen. Oft sind sie dermassen wehrhaft, dass die Quickload Taste mit der Zeit die am tiefsten liegende Taste am Keyboard ist. Trotz allem ist Vietcong auch für Taktik-Anfänger (wie mich) sehr gut spielbar, wenn auch manchmal frustrierend durch die geschickte Platzierung von Fallen und Gegnern der Leveldesigner.

Das Leveldesign ist zwar sehr linear, gibt aber meistens das Gefühl überall hin gehen zu können. Oft merkt man die Beschränkungen nicht mal, da man sowieso meistens dem Pointman(Späher) nachläuft, ohne dem man sich oft verirren würde.

Zählen wir alle technischen und spielerischen Fakten zusammen, ist Vietcong ein wahres Taktik-Highlight, welches fast ohne Schwächen auskommt. Die meisten denken sich, immer in Dschungel herumzurennen ist mit der Zeit langweilig, dem ist aber nicht so. Durch die unglaubliche Fülle an Möglichkeiten und das abwechslungsreiche Leveldesign ist die Motivation immer gleichbleibend hoch bis leicht steigend. Selbstverständlich ist auch ein Multiplayerpart vorhanden, bei dem man entweder auf Seiten Nordvietnams oder der U.S.A. in der Botanik menschliche Gegner massakrieren darf. Ebenfalls erwähnenswert: Je weiter man im Singleplayer Modus kommt, umso mehr Waffen darf man in den Quick Matches auswählen.

Vom Stil her ist Vietcong keine Revolution, aber die technische Umsetzung ist Ptderodon sehr gut gelungen und die Spieler erwartet ein exzellenter Taktik Shooter mit fast schon beängstigendem Realitätsgrad.

Eigentlich bin ich kein Spieler, der auf Taktik abfährt, entweder ein gepflegtes RTS, RPG oder ein plumper Shooter. Spiele wie Ghost Recon oder Splinter Cell haben mich seit jeher kalt gelassen und ehrlich gesagt bin ich in diesem Genre auch keine Koryphäe. Trotzdem hat mich mein erstes taktisches Spielerlebnis mit Vietcong äußerst positiv überrascht. Vor allem die Grafik haut einem auf den ersten Blick aus den Socken. Es ist wirklich beeindruckend, wie gut die Welt von Vietcong schon beim Anflug auf den Stützpunkt Nui-Pek mit dem Hubschrauber aussieht – und das ist erst der Anfang.

Wer ein Spiel, das eine gute Story und ein angenehmes visuelles Erlebnis wunderbar verbindet, haben möchte, ist mit diesem Titel bestens beraten. Nur kauft euch bitte die englische Version. Wie fast immer kann die deutsche Übersetzung atmosphärisch nicht annähernd mithalten.