Kategorie-Archiv: PC

Schaffe schaffe, Pyramiden baue..

Die “Nachfolgefirma“ von Impressions, welche Klassiker wie Caesar, Pharao, und Zeus hervorbrachte, Tilted Mill Entertainment, beglückt uns nun mit ihrem Erstling – Immortal Cities: Children of the Nile, welcher das Aufbaugenre nicht nur grafisch, sondern auch inhaltlich mit einem Mix aus altbekanntem Aufbaustrategical sowie Sim-Anteilen aus The Sims oder auch der Sim Park Reihe kombiniert.

To lead or not to lead…

Man übernimmt nun die Rolle des Anführers dieses Stammes und muss aus einigen wenigen, verstreuten Nomaden eine blühende Zivilisation formen, indem wir unsere Reputation durch große Taten (sprich große Gebäude) hegen, pflegen und vor allem vermehren.

Stimmige Musik, kurze Erklärung des Szenarios, welches man in den Schwierigkeitseinstellungen “hart“ oder “normal“ wählen kann und los geht’s!

Die Spielansicht ist gut gemacht und weiß mit einer sehr freien Kameraführung zu gefallen, wenn die Landschaft auch ab und an farblich etwas gewöhnungsbedürftig ist. Menümässig kann man mit nur einigen wenigen Klicks so ziemlich alle wichtigen Aspekte des Reiches erfassen.

Zu Beginn das Wichtigste: das Heim des Pharaos strategisch günstig setzen (mittels tadellos regulierbarer Kamera und der Minimap fällt dies leicht), den Befehl geben, schon beginnt ein emsiger Arbeiter die Aufbauarbeit. Den Status der Gebäude kann man sofort nach Baubeginn abrufen, sobald sie fertig sind zeigt er die Bewohner (grundsätzlich besteht eine Familie aus Vater, Mutter und Kind… die ideale Familie also) deren Stimmung, Sorgen und Nöte sowie alles andere Wissenswerte.
Im weiteren Verlauf kann man sich dann auch über alle gespeicherten Waren informieren, denn jede Familie führt ihren eigenen Haushalt mit Besitz und allem drum und dran.

Die unterhaltsame neue Variante von Children of the Nile ist, meines Erachtens nach, die genaue Darstellung jeder deiner Untertanen, vom kleinen Farmer bis hin natürlich zum Pharao. So kann jeder Bewohner einzeln angeklickt und bei seiner täglichen Tat vom Aufstehen bis zum Schlafengehen beobachtet werden (und das auch noch in nett gemachter 3D Ansicht).

Die Detailliertheit geht soweit dass man jedes Familienmitglied eigens benennen kann sowie den Werdegang der Familie verfolgen kann. So ist also einen gewisser „The Sims“ Grad gegeben durch den man zum Beispiel den Aufstieg seines Lieblingsbauern zum Horuspriester verfolgen kann.

Dies ist auch wichtig da ein guter Pharao immer sein Ohr am Puls (bzw. am Bauch) des Volkes haben muss. Ab und an äußern sie sich aber auch von selbst und lassen einen wissen wie es ihnen geht, vor allem wenn es zum Beispiel eine Hungersnot gibt bekommt man so ziemlich schnell die Ohren vollgejammert.

Des Pharao täglich Brot..
Im Moment können wir nun unserem Pharaonenhaushalt zusehen, während wir das zweitwichtigste in Auftrag geben – nämlich die Bauern welche für die Ernährung unserer Götterboten sorgen sollen.

Während unser Ramses sich nun also in seiner Sänfte durch die Gegend kutschieren lässt, sind gute Stellen für die Farmen zu suchen, welche vor allem auf gute Erde angewiesen sind, also nahe am Wasser gebaut werden sollten, jedoch nicht zu nahe, sonst könnte schon eine kleine Überschwemmung katastrophal sein.

Bis die Farmer ihre erste Ernte einbringen können muss aber gewartet werden bis die Flut zurückgeht und sie ihr mühsam erwirtschaftetes zurückschleppen. Optional dazu können sich die Hungrigen aber auch z.B. von Dattelbäumen ernähren.

Wenn denn endlich Korn in den Kammern ist kann man sich auch an den Aufbau der simplen Geschäfte machen denn auch unsere Bauern möchten sich ab und an bei einem Einkaufsbummel vergnügen… oder besser gesagt, vor allem deren Frauen.

Die Händler leben und versorgen sich übrigens einzig durch ihre Verkäufe, denn das Zahlungsmittel in Children of the Nile ist die erwirtschaftete Nahrung. Deshalb sollten sich die Kaufleute auch zuerst auf die Vorlieben der Farmer, als ihrer noch einzigen Kunden, spezialisieren.. was sie auch automatisch tun, man kann es ihnen aber auch bei vorgeben.

Während also die erste Wirtschaft langsam in Schwung kommt machen wir uns daran mehr Untertanen anzuwerben und unsere Landwirtschaft zu vergrößern.. dazu jedoch brauchen wir auch eine Nobelschicht welche die Untertanen verwaltet… also flugs ein paar Luxusheime gebaut und viele Hütten für die Farmer… unsere Edelleute aber wollen anspruchsvoller einkaufen, also müssen für Sie auch Luxusgüter produziert werden, welche wiederum von Luxushändlern produziert wird

Und so entsteht langsam aber sicher eine Gesellschaft voller Handel und Wandel.. Die
Noblen managen die Farmer und lassen sich von Sklaven bedienen, bauen ihre Heime aus, schwelgen in Luxusgütern – und das wichtigste – zahlen Steuern!
Unsere restlichen Untertanen versuchen es ihnen gleichzutun und möglichst schnell im gesellschaftlichen Rang aufzusteigen.

Gleichzeitig wird nun auch die Profession der Handwerker bzw. Spezialisten eingeführt, der essentiellste hiervon ist der Brickmaker sowie der Brickworker, da alle höheren Gebäude Ziegel benötigen um gebaut zu werden.
Diese sind somit neben der Nahrung das zweite essentielle Gut auf dem unsere Zivilisation gründet.

Mit den Spezialisten und der nun immer wichtiger werdenden Reputation entfaltet das Spiel langsam aber sicher seine Komplexität welche im Bau Tempeln, Schreinen und Obelisken bis hin zu den Pyramiden die eines jeden Pharaos Traum sind hinreichen. Jedoch nicht nur das fröhliche Bauen ist unseres Stammes Ziel.. nein wir wollen auch die rückständigen anderen Völker mit dem Glauben und der Aufgeschlossenheit die unserem Volke eigen sind, beglücken.

Dies können wir indem wir auf der Worldmap nach anderen Zivilisationen Ausschau halten.. und diesen auf die eine oder andere Weise zu ihrem Glück verhelfen. Und sobald man hier die erste Handelsbeziehung geknüpft hat ist man auch schon am Ende der Demo.. die komplexen Dinge wie Pyramidenbau, das Götterwesen oder gar Krieg kann man leider nur im vollen Spiel erfahren.

Ist CoN doch der bessere Pharao ?

Children of the Nile wird schnell zu einer ziemlich komplexen nicht nur Aufbaustrategie sondern schon fast Gesellschaftsimulation hat doch jeder der Bürger seine Bedürfnisse, Wünsche und Ziele.
Auch die Abhängigkeit eines Zweiges vom andren macht es nötig so gut wie möglich alle Untertanen zufrieden zu stellen, denn wenn auch nur der Bäcker unzufrieden wird weil er zulange gehen muss um seinen Abendwein einzukaufen kann er streiken, was für die generelle Nahrungsversorgung der höheren Ämter katastrophal wäre.

Die Hardware Anforderungen sind sehr moderat und die 3D-Grafik dafür für das Genre durchaus ansehnlich bis teilweise sogar innovativ.. allein die Farbwahl der Hersteller macht es in der größeren Ansicht mitunter leicht unübersichtlich.

Die Steuerung gefiel mir sehr gut, da in einigen wenigen Menüs der Überblick über alle wichtigen Aspekte des Spiels enthalten ist, sicherlich ginge es noch etwas genauer (z.b. wird nur angezeigt dass ein Haushalt verärgert ist, aber nicht weswegen, da ist erst umständliches Klicken nötig) aber darüber kann man hinwegsehen finde ich.

Ein täglicher Frühstückskampf

Wir alle kennen sie, die Krisenherde dieser Erde. Aber während CNN, SkyNews und BBC nur aus dem lächerlich harmlosen Bagdad, Teheran und Washington berichten, haben wir Rebellen die wirklichen Gefahrenzonen für euch besucht. Mein Zimmer zum Beispiel, wo sich in letzter Zeit immer wieder Tragödien und Überlebenskämpfe abspielen. Ein Bericht aus erster Hand …

Donnerstag, 12:22
Guten Morgen und Mahlzeit liebe Leserinnen und Leser,
diesmal begrüßen wir sie live aus St. Lorenzen im Mürztal, aus dem Zimmer des großen, unübertrefflichen besux der gerade seit 25 Minuten wach ist und bereits einen Kilo Spagetti in sich reingestopft hat. Es spielen sich dramatische Szenen ab, nachdem gestern bereits eine Festplatte wegen akutem Knacksen und permanenter Nicht-Ansprechbarkeit ausgebaut wurde, setzt heute das Netzteil seine Lüfter-nicht-freiwillig-anstart-Phase fort. Ein herrlich verbrannter Geruch macht sich im Zimmer breit. Besux bemüht sich, mit einem feutchen Fetzen die Hitze des Netzteils zu mindern, während er durch ständiges Daraufklopfen den Lüfter zum Laufen bringt. Wir melden uns zu einem späteren Zeitpunkt wieder.

Donnerstag, 12:25
Der Lüfter rennt! Es besteht wieder Hoffnung für die Angehörigen. Meine sehr gehrten Damen und Herren wir haben es hier mit einem echten Drama-Suspense-Krimi-Thriller zu tun. Immer wieder verbünden sich Geräte des PCs miteinander um besux vor neue Aufgaben zu stellen, gerade eben hat der WLAN-Funkreceiver beschlossen wieder einmal nur noch wenn es ihm passt, Daten aus dem Internet zu empfangen. Das Spiel nimmt an Schwierigkeit zu, die Lage ist ernst.

Donnerstag, 12:27
Die Szenerie scheint sich zu beruhigen, nur noch vereinzelte Rauchschwaden sind im, wegen geöffneten Fenster, eiskalten Zimmer zu sehen, der schwefelige Geruch aber ist nicht mehr zu vernehmen. Auch die hysterischen Menschenmassen vor dem Refugium des besux beginnen sich langsam aufzulösen. Ein weiterer Tag beginnt mit einem spannenden Abenteuer. Guten Morgen!

Mad Max feat. the apocalypse Dudes

In naher Zukunft hat die Menschheit es so weit gebracht mittels riesiger CO² Generatoren den Mars aufzuheizen um ihn bewohnbar zu machen. Zumindest sind die Geräte schon einsatzbereit und warten darauf mit einer Trägerrakete auf besagten Planeten verschifft zu werden. Blöderweise durchkreuzt eine fanatische Sekte diese Pläne und klaut sich die Generatoren. Bevor irgendwelche Forderung bekannt wird haben die Wahnsinnigen die Generatoren bereits aktiviert und das führt zu einer starken globaler Erwärmung. Gewaltige Flutwellen spülen ganze Städte einfach von der Landkarte und Dürren kosten Millionen von Menschen das Leben.

In der Zeit nach dieser schrecklichen Katastrophe spielt auch The Fall – Last Days of Gaia von Silver Style Entertainment. Nach der Installation erwartet euch ein wahrhaft atemberaubendes Intro in dem von euch (als großen Anführer) erzählt wird. Danach gelangt ihr sofort ins Hauptmenü das ihr nach Beendigung des Intros auch sofort wieder verlassen solltet. Ja, ihr habt richtig gelesen: Jeder der sich vor Wut nicht alle Haare einzeln ausreißen möchte beendet The Fall auf der Stelle, nachdem er das Intro fertig gesehen hat. Und zwar um auf der Stelle den von Silver Style vor kurzem fertiggestellten Patch 1.65 herunterzuladen und zu installieren. Traurig aber wahr, The Fall ist in der Version die man im Laden kaufen kann für sehr viele Käufer einfach unspielbar und diverse Bugs machen Anfangs einen katastrophalen Eindruck. Dabei hatte Gamestar diesem Spiel in Version 1.0 schon eine Top Wertung beschert. Ich weiss bis heute nicht wie das möglich sein kann, nachdem The Fall in der Verkaufsversion nicht mehr als eine Preview-Beta ist. Doch nun genug genörgelt und einfach den Patch 1.65 von der Offiziellen Site gesaugt.

The Fall spielt, wie oben bereits ein wenig beschrieben, in einer Welt über die das Armageddon bereits hereingebrochen ist. Tote Landschaften, weitläufige Wüsten und Dörfer aus Zelten und vergammelten Häusern prägen das Landschaftsbild. In dieser Welt wächst auch der „Held“ des Spieles auf dessen Part ihr übernehmen werdet. Nach einem Überfall auf euer Dorf durch eine Gang namens Ratskulls sucht ihr eine neue Heimat und gelangt zu den Hauptquartieren der GNO – Government of the New Order. Dies ist eine Gruppierung, die versucht wieder Recht und Ordnung in die Welt zu bringen, und auch mittels militärischer Gewalt ihr Einflussgebiet auszudehnen. Kein einfaches Vorhaben, da das Land größtenteils von gesetzlosen Gangs beherrscht wird, welche sich nehmen was sie kriegen können, und welchen auch die ’normale‘ Bevölkerung schutzlos ausgeliefert ist. Genau deswegen seht ihr in der GNO den richtigen Weg um wieder etwas Frieden herstellen zu können.

Kaum seid ihr im GNO Hauptquartier angelangt, seht ihr auch schon was Sache ist. Verbrecher werden im Schnellverfahren einfach mittels einer mittelalterlich anmutenden Guillotine ihres Kopfes entledigt um auch sicher zu gehen das dieser Schurke nie wieder einen Zivilisten terrorisiert. Für ein Gerichtsverfahren gibt es wohl noch nicht die Mittel und die Zeit. Der Präsident der GNO heuert euch als Söldner an und gibt euch anschließend auch gleich den Auftrag die Ratskull Gang auszuschalten. Wie passend das der erste Auftrag gleich gegen die geht, die euer Leben durch die Auslöschung eures Dorfes ruiniert haben.

Ein Tutorial gibt es nicht wirklich, aber der Spielbeginn mit der RPG-üblichen Erstellung des Charakters ist nahtlos in das Spiel integriert. Im Hauptquartier der GNO lasst ihr euch einen Ausweis anfertigen im Zuge dessen ihr die benötigten Informationen, wie Stärke, Intelligenz und dergleichen, dann selbst eintragen könnt. Wenn ihr euch mit RPG’s nicht auskennt wird euch aber auch geholfen. Ihr könnt auch bestimmen ob euer Körper im Falle eueres Ablebens als Nahrung verwendet werden darf. :)

The Fall spielt sich in einer Echtzeit 3D Umgebung die Stufenlos dreh- schwenk- und zoombar ist. Die Steuerung ist einfach und intuitiv und mittels ein paar Mausklicks lässt sich fast alles bewerkstelligen. In einem Tagebuch könnt ihr nachlesen welche Aufträge ihr aktuell habt, welche erledigt und welche gescheitert sind. Leider fehlen bei den Auftragsinformationen öfter einige wichtige Details und so sollte man ein gutes Gedächtnis haben um zum Ziel zu kommen. Fast immer sind eure Aufträge mit vielen kleineren Nebenquests verbunden. So müsst ihr z.B. um ein Drogenlabor der Ratskulls auszuheben vorher eine Wanze bekommen. Die hat ein Dorfbewohner in der Gegend. Der aber rückt sie nur heraus, wenn ihr ihm helft die Frau seiner Träume zu kriegen. Dafür braucht ihr ein paar Items, für die die Personen, die sie haben, wieder irgendwas haben wollen. Oft gibt es alternative Lösungswege. Wollt ihr jemandem z.B. eine neue Designer Rattenfelljacke abluchsen könnt ihr das tun was er von euch verlangt, irgendetwas manipulieren um ihn dazu zu bringen die Jacke rauszurücken, ihn mit dem Skill Redegewandtheit überzeugen, ihn beklauen oder – wenn euch das alles zu anstrengend ist – ihn einfach niederschießen.

Bei den Quests hat sich Silver Style wirklich einiges einfallen lassen, und oft ist es nicht einfach den teilweise seltsamen Wegen der Quests zu folgen. Da die Welt von The Fall dermaßen gut in Szene gesetzt ist, dass sie wirklich zu leben scheint, findet man ständig Neues und stolpert auch immer wieder über neue Quests. So scheint der Auftrag ‚Vernichte die Ratskulls‘ anfangs recht simpel zu sein, doch bis ihr am Ziel angekommen seid, sind Stunden vergangen und ihr habt schon viele Gebiete durchwandert. Es gibt eigentlich immer irgendetwas zu erleben wenn man ein neugieriger Mensch ist. Wer nur dem Hauptteil der Story folgen will, kann auch dies ohne große Probleme tun, aber das Spiel hat wesentlich mehr zu bieten. The Fall bietet nahezu unbegrenzte Möglichkeiten, auch wenn es keine Riesenwelten und dergleichen gibt. Das Spiel ist, wie auch bei anderen RPG’s in Orte unterteilt, die ihr, vorausgesetzt sie sind bereits auf eurer Landkarte eingezeichnet, bereisen könnt. Wie und wann ihr irgendwo hin geht bleibt euch überlassen. So lohnt es sich auch öfter mal an Orten vorbeizuschauen wo ihr schon ward, da manche Aufträge nur zu bestimmten Uhrzeiten von bestimmten Personen vergeben werden und ihr vielleicht beim ersten Mal nicht einmal bemerkt habt, dass hier irgendwas passiert.

Die Story ist wirklich ausgefeilt und durchdacht und man merkt das sich Silver Style wirklich Mühe gegeben hat, dem Spiel Leben einzuhauchen. Derartiges hat es bis dato nur von sehr wenigen Titeln gegeben und ist wirklich außergewöhnlich.

Grafisch bietet The Fall einen Stil der irgendwie an die Mad Max-Filme erinnert. Viel Hitze und Sand dominieren das Erscheinungsbild. Flüsse oder Seen wird man keine Finden, jedoch kann man – den entsprechenden Skill vorausgesetzt – nach Wasserlöchern buddeln um wenigstens kleine Mengen an Wasser zu Heilung der Party zu gewinnen. Wenn man die Systemanforderung auf der Packung liest (1200Mhz / 32MB Grafik,…) geht man wohl davon aus das es recht anständig auf einem System wie meinem (3200+ / GF6600GT) laufen sollte. Dem ist aber nicht so. Eine Auflösung von 1280×1024 mit ca. 75% Sichtweite beschert mir zeitweise unerträgliche Ruckelorgien die auch nicht mit irgendwelchen Ereignissen zusammenhängen zu scheinen. Liegt vermutlich daran das ich nur ein Gigabyte RAM zur Verfügung habe? Fragt sich nur noch, was ein Spieler dessen PC den Mindestanforderungen entspricht dann wirklich noch spielen kann. Auch unser Chefredakteur Besux hatte kein ruckelfreies Spielvergnügen (1800+ / Radeon 9800SE) und das mit deutlich niedrigeren Qualitätseinstellungen als ich.

Nun, da wir nun wissen das sogar auf einem ‚High-End‘ PC noch Ruckler zu bemerken sind, gehen wir davon aus das die Grafik von The Fall unglaublich geil ist. Stimmt leider auch nicht. Sie ist zwar schön anzusehen, aber sobald man sich von z.B. einem Hügel weiter entfernt, verwandelt er sich in breiige Pixelpampe die an die Qualität von Mariokart auf dem Super NES erinnert. Die Engine scheint also Ressourcen schonen zu wollen. Die grafische Umsetzung des Spiels ist insgesamt zwar überdurchschnittlich, leider aber auch nicht mehr. Glücklicherweise lebt The Fall nicht wirklich davon, ein optischer Blender zu sein.

In Sachen Sound- und Musikuntermalung kann man Silver Style ein wirklich gutes Zeugnis ausstellen. Der Titelsong im Hauptmenü kommt im Industrial/Gothic Stil ist von Darkseed und rockt einfach. Wenn euch der gefällt solltet ihr auch mal die anderen Sachen von dieser Band anhören, die eigentlich alle durchwegs recht gut sind. Im Spiel habt ihr auch noch sehr gute Musik, die aber dann eher im Ethno Stil gehalten ist und mit dem Titelsong absolut Nichts gemein hat. Die Sprachausgabe wirkt etwas blechern, hier ist beispielsweise Gothic 2 wesentlich besser gelungen. Nach einiger Zeit fällt das aber nicht mehr auf und vielleicht liegt das auch an starker Kompression der Sprachausgabe, denn fast jeder Charakter der im Spiel herumläuft – und das sind wirklich viele – spricht.

Bleiben nur die Bugs im Spiel die noch stark zu bemängeln sind und eine Spitzenwertung nicht rechtfertigen lassen. Auch mit Version 1.65 gibt es einfach noch zu viele Probleme und obwohl bei mir jedes Spiel bis jetzt einigermaßen gut lief, hat es The Fall immer wieder in regelmäßigen Abständen geschafft mich durch plötzliche Abstürze zu verärgern. Das geht teilweise sogar so weit, dass sich mein Rechner komplett neu startet und solche Fehler sind nach dem x-ten Patch eigentlich nicht mehr akzeptabel. Zugute halten kann man Silver Style allerdings den super Kontakt zur Community, und dass die Spieleschmiede auf Beschwerden auch reagiert. Hier merkt man wenigstens, dass etwas getan wird. Andere Developer sind hier im Vergleich deutlich arroganter.

The Fall ist trotz seiner nicht unwesentlichen Schwächen für mich das eindeutig beste RPG der letzten Monate. Nur die – bei Version 1.65 immer noch sehr häufigen – Bugs hinderten mich daran eine wesentlich bessere Wertung zu geben. Ohne diese Probleme wäre das Spiel sogar ein Kandidat für den Rebell.at Award gewesen. Trotz allen Fehlern, die das Spiel hat kann man den Silver Style Jungs rund um Lead Designer Carsten Strehse nur gratulieren. Diese Schmiede hat Zukunft und Potential, welches sicher noch nicht ausgereizt ist. Derartige Liebe zum Detail sieht man nicht oft, und die Story und alles drumherum ist bis ins letzte Detail durchdacht.

Die Richtung stimmt auf jeden Fall. Die ganzen Ideen noch ohne Bugs und mit einer ordentlichen Grafikengine kombiniert ergeben für den nächsten Titel vielleicht Großartiges.

Storytechnische Bereicherung ?

Der Abspann des Hauptprogramms Painkiller ließ bereits erahnen, dass entweder ein zweiter Teil oder ein Add-On folgen würde. Letzteres ist in Form von Painkiller: Battle out of Hell (kurz BooH) nun veröffentlicht worden. Es handelt sich hierbei um ein nicht selbst lauffähiges Add-On das neben einigen technischen Verbesserungen, zehn neuen Singleplayerlevels, zwei neuen Waffen und einem ganzen Sack voll neuer Gegner auch zwei weitere Multiplayermodi mitbringt.

Was war und was wird sein?

Zur Erinnerung: Daniel und Kathrin Garner kamen bei einem Autounfall ums Leben. Während sie umgehend in den Himmel verfrachtet wurde, musste Daniel jedoch gut 30 Jahre in einer, von fiesen Dämonen bevölkerten, bizarren Zwischenwelt ausharren – solange bis der Erzengel Samael im Auftrag Gottes kam um ihm ein Angebot zu unterbreiten: Er könne in den Himmel zu seiner Frau und müsse dafür lediglich die vier Generäle Luzifers töten. Daniel überlegte nicht lange und nahm das Angebot an.
Nach einer beschwerlichen Reise an die dunkelsten und gefährlichsten Orte der Zwischenwelt gelang es Daniel, die Generäle einen nach dem anderen zu vernichten. Aber Daniel wäre nie soweit gekommen, hätte er unterwegs nicht die Unterstützung von zwei Freuden erhalten: vom abtrünnigen Dämon Asmodis und von Eva (genau – die aus dem Garten Eden). Als Alastor, der letzte der Generäle, nach anstrengendem Kampf endlich im Staub liegt, erscheinen die beiden ebenfalls am Ort des Geschehens. Dummerweise entpuppt sich der vermeintliche Freund Asmodis als Luzifer himself und verschleppt Eva schnurstracks in die Hölle. Da Daniel ihr jedoch viel zu verdanken hat ist er wild entschlossen, sie aus den Klauen des Höllenfürsten zu befreien und lässt dafür sogar die Rückkehr zu seiner Frau erst einmal links liegen. Nach kurzer Zeit findet Daniel in einem verfallenen Kloster dann auch das Tor zur Hölle. In einem infernalischen Kampf gelingt ihm das scheinbar unmögliche: die Vernichtung Luzifers.
Aber das Ende der Fahnenstange ist noch nicht erreicht: Plötzlich taucht Alastor samt zahlreicher Monster wieder auf – quicklebendig. Er ist nämlich nicht wirklich gestorben, sondern wurde nur in die Hölle zurückgeschickt – der einzige Ort an dem Dämonen wirklich sterben können. Und da Luzifer nun tot ist, nutzt Alastor die Situation aus, um sich selbst zum neuen Höllenfürsten auszurufen. Umringt von zahlreichen Dämonen glaubt sich Daniel seinem Ende nahe, als die halb bewusstlose Eva in letzter Sekunde ein Dimensionstor öffnen kann, durch das beide in die Zwischenwelt fliehen können.
Daniel kann jedoch jetzt erst recht nicht seinen wohlverdienten Platz im Himmel einnehmen. Jetzt wo Alastor auf dem Thron sitzt und die Gefahr eines Angriffs auf den Himmel akut ist wie nie zuvor, will er noch einmal in die Hölle, um Alastor endgültig den Rest zu geben.

Neues an der Front?

Da das Add-On nur zusammen mit dem Hauptprogramm lauffähig ist (und Käufer von BooH dieses demnach schon kennen), erspare ich dem Leser an dieser Stelle die Beschreibung der grundlegenden Spielprinzipien und beschränke mich auf die Neuerungen die das Add-On bringt. Für Käufer die das Hauptprogramm und Booh zusammen erwerben möchten, verweise ich zusätzlich auf den Test des Hauptprogramms.

Neue Orte des Schreckens: Battle out of Hell bringt insgesamt zehn neue Singleplayerlevels die von der Qualität her locker mit den Szenarien aus dem Hauptprogramm mithalten können und von denen jedes sich von Setting und Grafikstil vom anderen abhebt. Da gibt es u.a. ein im tiefsten Sumpf gelegenes Horrorkinderheim (das ein wenig an die Klapsmühle aus dem Hauptprogramm erinnert), einen morbiden Vergnügungspark samt Achterbahnfahrt und durchgedrehten Clowns, ein riesiges Kolosseum mit Gladiatoren und Hindernisparcours oder ein verlassenes Labor. Wer sich in letzterem ein wenig umsieht, kann sogar die eine oder andere Anspielung auf die Resident Evil-Serie entdecken. Auch das Level Die tote Stadt wirkt wie eine Hommage an den zweiten und dritten Teil der Serie bzw. an den Kinofilm Resident Evil: Nemesis. Hier geht es in einer zerstörten, brennenden Stadt gegen Zombiehorden und monströse Roboterspinnen zur Sache. Wieder ein anderes Level erinnert frappierend an diverse zweiter Weltriegs-Shooter a la Call of Duty: Im zerbombten Leningrad machen einem skellettierte Soldaten, Panzer und Bomberangriffe das Leben zur Hölle. Zwei der Level, Pentagon und Schattenland sind hingegen reine Endgegnerarenen in denen turmhohe Obermotze niedergerungen werden wollen.

Neue Höllenmaschinen: Für den Kampf gegen die Höllenbrut haben die Entwickler Daniel zwei brandneue, spaßige Waffen gebastelt. Jede der Waffen vereint zudem (wie aus dem Hauptprogramm schon üblich) zwei völlig unterschiedliche Schussmodi in sich, so das man eigentlich von vier neuen Waffen sprechen muss. Als erstes wäre da die Kombination aus Maschinenpistole und Flammenwerfer. Besonders letzterer ist gegen Gegnergrüppchen sehr effektiv.

Als zweites hätten wir noch die Kombi aus Metallbolzen/Sprengladungswerfer. Ersteres ist eine Weiterentwicklung der Pfahlkanone, mit dem Unterschied das jetzt fünf davon gleichzeitig verschossen werden, die Pflöcke aus Metall sind und eine absolut gerade Flugbahn haben. Für alle Freunde des Snipings verfügt diese Waffe zudem über eine Zoom-funktion. Der zweite Schussmodus verfeuert ein halbes Dutzend hüpfender Metallkugeln, die beim Aufprall auf Gegner explodieren.
Natürlich gibt es auch wieder einen brandneuen Satz goldener und silberner Karten, die Daniel zusätzliche Fähigkeiten verleihen – vorausgesetzt es werden wieder vorgegebene Bedingungen in den Levels erfüllt. Teilweise sind diese jetzt noch schwerer zu bekommen als im Vorgänger. Erfahrene Painkillerspieler werden sich angesichts dieser Herausforderung sicher freuen. Allgemein hat der Schwierigkeitsgrad etwas angezogen: vor allem das Leningradlevel ist recht schwierig – aber schaffbar.
Neue Massengräber – Multiplayermodi: Zwei neue (eigentlich ja eher alte) Multiplayermodi wurden ebenfalls mit BooH mitgeliefert: einmal das gute alte Capture the Flag (mit einem Totenschädel anstatt einer Flagge) und Last man standing. Bei letzterem bekommt jeder ein vorher festgelegtes Kontingent an Leben und dann folgt im Grunde Deathmatch. Wer als letzter übrig bleibt gewinnt. Alle vorher ausgeschiedenen dürfen sich das ganze im Spectator-Modus bis zum Ende anschauen.

Achtung Käfer!

Das AddOn lief zwar auf der Testkonfiguration fehlerfrei – verursachte jedoch im Hauptprogramm einige Fehler, wovon einer sogar das durchspielen verhindert, da ein Durchgang kurz vor dem Ende des Levels „Hafen/Docks“ trotz mehrmaliger Versuche nicht mehr aufgeht. Dieser und der in einigen Levels auftretende Script-Bug „Spiderjump.state“ lassen sich mit zwei Patches ausbügeln, die ein Fan im Dreamcatcher-Forum veröffentlicht hat und die man sich rechts bei den Links herunterladen kann. Ein weiteres Problem ist eine sich nicht öffnende Tür im Level Babel. Hier hat es geholfen, einfach entgegen dem Uhrzeigersinn um den Turm herumzulaufen.

BooH ist eigentlich ein gutes AddOn. Die Levels sind allesamt ähnlich stimmungsvoll in Szene gesetzt wie im Hauptprogramm. Wer Painkiller mochte, wird auch mit dem AddOn seinen (etwa 5-6 Stunden dauernden) Spaß haben. Grafisch wirken die Painkillerlevels dank verbesserter Lichteffekte, erweiterter Schattendarstellung und Bloomeffekten gleich noch ein Stück besser als sonst. Musikalisch hat man sich hingegen etwas weg bewegt von der fetzigen Rockmucke aus dem Hauptprogramm. Stattdessen gibt es jetzt mehr an die Umgebung angepasste Klangkulissen zu hören. Im Kinderheim sorgen Kinderpianoklänge für wohliges Gruseln, im Labor gibt es kickenden Industrialsound und in Leningrad schallt einem die russische Nationalhymne mit der typischen Volksempfängerqualität entgegen. Was mir jedoch nicht gefallen hat ist die schlecht gemachte Lippen-Synchronisation in den beiden FMV-Videos. Scheinbar hat diesmal auch ein anderes Team die Videosequenzen gemacht. Daniel und Alastor z.B. sehen jetzt deutlich anders aus.

Schade dass einige Bugs das Hauptprogramm fast unspielbar machen. Nur gut das einige engagierte Fans mit selbst erstellten Fixes aushelfen. Wer also den Gedanken hegt, vorher nochmal das Hauptprogramm durchspielen zu wollen – macht das BEVOR ihr Battle out of Hell installiert. Wegen dieser schweren Bugs gibt es auch einen Wertungsabzug von 5%. Ansonsten aber ein empfehlenswertes AddOn.

Auch was für Höhlenforscher

Wieder einmal gibt es Ärger in der Welten der Mythen und Sagen. Ein böser Magier hat es auf des Nachbarns Tochter abgesehen und versucht diese mit allen Mitteln für sich zu gewinnen. Sie will aber nicht und brennt kurzer Hand mit ihrem richtigen Liebsten durch. Als der Magier dann vor lauter Wut das gesamte Land mit Tot und Unheil überflutet und auch noch so weit geht, dass er ein uraltes Artefakt der Macht in seinen Besitz bringen will um das Tor zur Hölle zu öffnen, kommt der prophezeite Held in die Länder um alles wieder ins Lot zu bringen (irgendwie erinnert das ganze an Monkey Island).

Genretypisch müssen wir uns zu Anfang erstmal einen Charakter erstellen. Es besteht die Möglichkeit einen von acht verschiedenen Rassen zu wählen. Hier entscheidet sich bereits in welche Richtung des Kampfes man gehen wird. Die zierlichen Elfen sind wie immer sehr gut im Umgang mit dem Bogen unterwegs und verstärken sich und andere mit Heil- und Schutzzaubern.

Die etwas kräftigeren und robusteren Menschen sind da eher für den Nahkampf geschaffen. Aber nebst starken Schlägen verstehen sie sich auch gut mit Kampfmagie. Mächtige Elementarzauber werden zu starken Verbündeten.

Wer statt m (??????), sollte sich einen der zähen Zwerge als Zögling nehmen. Aufgrund ihrer starken Statur und der hohen Widerstandsfähigkeit sind sie ebenso wie der Mensch gut für den Kampf Mann gegen Mann geeignet. Zusätzlich verfügen sie über die sehr mächtige Runenmagie, die sie hilfreiche Spezialfertigkeiten für den Kampf zaubern lassen.

Als ganz neue Charakterklasse kommen die Demigoths ins Rennen. Diese Wesen sind die exotischen Wesen in der Welt von Dungeon Lords. Wahlweise zieht man als Bugbears, Gnoll, Ork oder als Echsenmensch in die Schlacht. Im Vergleich zu allen Andern Charakterklassen zeichnen sich die Demigoths durch sehr große und kräftige Statur aus. Durch die Unmengen an Kraft die in diesen Wesen schlummern sind sie die exzellenten Nahkämpfer, müssen sich aber mit geringer Magie zufrieden geben. Allzu helle sind sie nämlich nicht.
Bevor wir uns nun den Klassen widmen, können wir unserem lieben Kleinen noch ein individuelles Aussehen verpassen.

Nachdem nun die erste Hürde geschafft ist, ist es Zeit, sich für eine Klasse zu entscheiden. Ganze 15 verschiedene Klassen an Rassen gibt es. Hier erstmal vier von ihnen.

Als Ranger beherrscht man die Kunst des Bogenschießens und des Kundschaftens. Wie die Ranger halten sich die Diebe auch aus dem direktem Kampf fern und versuchen ihre Feinde hinterrücks mit gefährlichen Angriffen zu erwischen, oder locken sie in gelegte Fallen. Und wie es sich für einen richtigen Dieb gehört, bleiben selbst die stärksten Truhen und Schlösser dank seiner Schlösserknackfähigkeit nicht vor ihm verschlossen.

Wie der gute alte Xardas aus der Gothic Reihe kann man als Deathlord den Pakt mit der dunklen, bösen Magie eingehen. Und sollte dann trotzdem mal einer der Widersacher zu nahe kommen, so wird er mit ein paar heftigen Streichen zu Fall gebracht.

Letzte, und genau so eigenartig wie der Demigoht, ist die Ninja-Klasse. Diese flinken und schnellen Geschöpfe schleichen sich ähnlich wie der Dieb an seine Opfer heran und verpassen ihnen dann Schläge und Tritte. Das besondere an ihnen ist, dass Ninjas ganz ohne Waffen kämpfen können, da sie eine Art der Kung-Fu beherrschen.

Nachdem nun endlich unser Charakter steht, kann das Abenteuer losgehen. Schnell wird man sich an die Steuerung gewöhnen. Wie in einem Actionspiel lassen wir unseren Charakter mit den W,A,S,D-Tasten durch die wundervolle Welt laufen. Angriffe werden mit der linken Maustaste ausgeführt, mit der rechten werden Angriffe abgewehrt. Und das ist eine weitere der Neuerungen. Das Tragen eines Schildes bietet erst dann Schutz, wenn man ihn auch selber hochhebt. Aber hier sei trotzdem Vorsicht an den Mann gebracht. Schilder blocken nicht alles ab, was auf den Spieler zu kommt. So reicht es nicht einen kleinen hölzernen Rundschild gegen heranfliegende Feuerbälle einzusetzen, wohingegen das kleine Ding gegen Pfeile Wunder bewirken kann. Wichtig für den Kampf ist auch, wie sich der Kämpfer bewegt. Die Angriffstaste kombiniert mit den Bewegungstasten ergeben verschiedene Schlagrichtungen. Wer fleißig übt und alle Kombinationen ausprobiert, kann später starke Kombos durchführen. Dies ist für den weiteren Spielverlauf auch wichtig, da viele der Monster und Gegner gegen bestimmte Angriffe immun sind oder zusätzlichen Schaden nehmen. Je nach Waffe und Rüstung bewegt sich der Charakter mehr oder weniger elegant. Also ist es zu empfehlen, sich auf eine spezielle Art zu festzulegen.

Ansonsten bleibt die Steuerung wie gehabt; Mit dem kleinen Zusatz, dass das Spiel pausiert, wenn man ins Inventar wechselt. Es werden davor aber noch alle Aktionen durchgeführt, die vor dem Öffnen angefangen haben. Somit bringt es nicht allzu viel schnell zwischen der Rüstungen herum zu wechseln, um optimalen Schutz vor Angriffen zu haben.

Lernen wollen wir, damit wir stark werden

Unser Charakter ist nun mittlerweile nach den ersten Monstern ein Paar Stufen gestiegen und wir können nun die erhaltene Erfahrung in Fertigkeiten und Eigenschaften verteillen. Bei der Charakterentwicklung gibt es zwei verschiedene Arten für die man sich entscheiden kann. Einmal, dass man seine Erfahrungspunkte selber in die verschiedenen Attribute steckt oder, dass das Programm sie selber am sinnvollsten verteillt. Letzteres ist eher was für Rollenspieleinsteiger. Auch ganz neu dabei ist, dass man erhaltene Erfahrung direkt verteillen kann und nicht bis zum nächsten Level warten muss. So kann man dann Punkte in Fähigkeiten wie Rüstungen oder Schwerter verteillen und somit den Umgang verbessern. Zu den Fähigkeiten mit dem Umgang von Waffen und Rüstungen, usw. gibt es noch Fertigkeiten wie Athletik, Handeln und Reparieren. Der Level gibt nur an, welche Gegenstände (beinhaltene Fertigkeiten/Extras) vom Spieler sinnvoll genutzt werde können. So ist es für einen Level eins Charakter möglich eine der stärksten Waffen des Spiels zu tragen, mit dem Manko, dass es Straftpunkte auf Attribute gibt. So wird der Umgang mit solchen sehr erschwert. Die Chance, dass es damit jemanden trifft und verwundet wird daher so gering sein, dass es sich nicht lohnt die Waffe zu benutzen.

Magie kann jeder erlernen. Sei es durch das Benutzten von Schriftrollen oder Runensteine. Insgesammt gibt es 4 Magieschulen mit mehr als 90 Zaubersprüchen.

Die Welt von Dungeon Lords soll riesig werden. Es heißt, dass man von einem zum anderen Ende der Welt eineinhalb Stunden benötigt. So kann man im Osten in den Wäldern der Elfen starten und im Norden den Zwergen einen Besuch abstatten, während man eigentlich in die Mitte des Landes ins Reich der Menschen wollte. Aber wer das Alles in so kurzer Zeit schaffen will, wird die gesamte Grafikpracht verpassen. Die gesamte Welt und ihre Bewohnern sind hoch detailliert. Zauber, magische Waffe und alles was sonst noch so schöne Lichteffekte herbringen kann, leuchten und blinken in feinster Art und Weise. Man kann die verursachten Verletztungen an Gegnern sehen, Pfeile bleiben in Körperteilen und Rüstungen stecken.

Unterwegs finden wir immer wieder kleine oder große Türme, Ruinen und, und, und,… die alle nur darauf warten erkundet und erforscht zu werden. Die ganze Welt ist das reinste Paradies für Forscher, denn an fast jeder Ecke ist etwas Neues.

Und wer dann vom langen Laufen und Erkunden Ruhe und Frieden sucht, macht sich schnellstens auf den Weg in eine der sechs großen Städte um sich mit neuen Waren einzudecken.

Musikalisch wird das sehr vielfältig untermalt. Mal klingen laute, aggressive Töne aus den Boxen, dann wieder ruhige und besinnliche, wenn man gerade gemütlich durch die Länder zieht und nicht eine Horde von wütenden Skelleten oder Goblins hinter sich her hat.

Wer hat nicht schon mal davon geträumt Gothic oder ein anders tolles RPG mit dem besten Kumpel durchzuzocken? Ich behaupte an dieser Stelle einfach mal JEDER. (Sollte das jetzt nicht stimmen, möge mich auf der Stelle ein Blitz treffen……mhh, nicht passiert also Recht gehabt)

Zu zweit (oder lieber doch zu acht?) macht es halt doch mehr Spaß als im Alleingang. Und diese Möglichkeit gibt es in Dungeon Lords. Man kann das gesammte Spiel in einen Coop-Modus mit bis zu sieben weiteren Gefährten durchspielen.

Im April werden wir uns dann alle in dunkle Gemäuer und gefährliche Höhlen wagen, denn dann kann es endlich losgehn.

Freude. Da ich ja leider in den nächsten Tagen mein Zeugnis bekommen werde, hat sich World of WarCraft leider schon so gut wie erledigt. Aber ich vermute mal, dass ich mir meine Zeit mit Dungeon Lords auch sehr gut vertreiben können werde. So viele Neuerungen und dann auch noch einen Coop-Modus, das ist für mich einfach gesagt genial.

Auf jeden Fall könnte Dungeon Lords was für jeden werden, der sich gerne mal vier, fünf Stunden vor seine Kiste hängt und einfach nur Quests und Monster ohne Ende haben will. Auch wenn man es weniger mit Titeln wie Gothic oder Morrowind vergleichen kann, als Anfangs gedacht, weil es doch noch mehr Differenzen gibt, werden es die Leute lieben, die sich schon in anderen Rollenspielewelten wie zu Hause gefühlt haben. Zumindest wenn die Entwickler nicht heftig an bisher unbewertbaren Ecken patzen.

Ersteindruck: Gut

In die Wanten, Männer!

Wer hat nicht schon immer davon geträumt, auf einem Piratenschiff durch die Karibik zu segeln, sich die Sonne auf den Kopf knallen zu lassen und seine Mannschaft durch die Gegend zu scheuchen. Das Wasser besteht üblicherweise zu gleichen Teilen aus Süßwasser und Rum, zu essen gibt es den lieben langen Tag nur Bananen, man hat wochenlang die selben Klamotten an und hat keine Gelegenheit zu duschen – genauer gesagt: intensive Körperpflege war damals noch gar nicht erfunden. Wenn ihr also Lust auf ein Piratenabenteuer ohne die lästigen Nebeneffekte habt, solltet ihr meinen Review lesen …

Pirates! ist im Grunde genommen ein Remake des Klassikers aus C64-Zeiten, erdacht von Sid Meier (Civilisation, Alpha Centauri). Der Hauptdarsteller, das Alter-Ego des Spielers, versucht seine verschollene Familie zu finden, die offensichtlich vom bösen Baron Raymondo entführt und verschleppt wurde. Zu Beginn heuert man "ganz normal" auf einem französischen, spanischen, holländischen oder englischen Schiff an. Es kommt zur Meuterei und man setzt sich selbst als Kapitän der Schaluppe ein.

Fortan darf man als Spieler selbst entscheiden, welchen Kurs man einschlägt oder welcher Fraktion (sprich Nation) man angehören will. Ähnlich wie in GTA steigert sich das Ansehen bei einer Nation, wenn man die andere bekämpt. So kommt es im Spiel zB sehr oft vor, dass man die Seiten wechseln bzw. sich den Goodwill der Gouveneure erkaufen muss. Im Gegensatz zum geschichtlichen Verlauf scheint es aber in Sid Meier’s Karibik etwas drunter und drüber zu gehen: anstatt Spanien gegen den Rest der Welt wechseln oft die Stimmungen zueinander. Mal sind alle friedlich zueinander, mal kämpfen die Briten gegen die Franzosen, dann wieder die Spanier gegen die Franzosen und die Holländer und dann ist wieder alles ganz anders.

Man muss also höllisch aufpassen, dass man nicht gerade ein Schiff einer Nation kapert, die gerade einen Friedensvertrag mit einer befreundeten Nation unterzeichnet – Nachrichten haben sich damals zwar wirklich sehr langsam verbreitet, in Pirates! trifft das aber nicht zu.

Aber zurück zum eigentlichen Geschehen – natürlich will ich nicht immer mit einer kleinen, schimmligen Schaluppe herumgondeln. Eine Brigg oder vielleicht sogar eine Fregatte muss her. Wenn ich so in die Top 10 der gefürchtetsten Piraten blicke, hat eigentlich jeder der Piraten einen besseren Kahn als ich – ok, die haben ihre Schiffe offenbar auch "ehrlich" geentert. Mit etwas Geschick und Glück bekommt man so schon ganz am Anfang des Spiels einen richtig dicken Pott, trotzdem sollte man sich zumindest ein kleineres Schiff in der Flotte behalten – eine Brigg oder ein Kriegskanu der Indianer, diese eignen sich hervorragend zum entern großer, langsamer Schiffe. Die dicken braucht man vor allem um langsame Handelsschiffe oder dicke Kampfpotte zu kastrieren. Sobald man sich ein paar nette Schiffe geentert und ein bisschen Geld "verdient" (mehr dazu später) hat, kann man sich daran machen seine Familie zu finden (oder man macht alles gleichzeitig).

Die primäre Methode um an Geld zu kommen ist selbstredend die Piraterie – sprich der Protagonist begiebt sich auf die dunkle Seite der Macht und überfällt Goldschiffe, Handelsschiffe oder plündert Städte und Festungen.

Schiffe werden per Taste 5 in der Übersicht angewählt und angegriffen, man segelt auf sie zu und wartet was passiert. Ist das Opfer hoffnungslos unterlegen, kapituliert die Mannschaft sofort, sind sie etwa gleich stark, wird natürlich gekämpft – sprich gefochten.

Hierbei werden sieben Tasten (7, 4 und 1 für Angriffe, 8, 5 und 2 für Verteidigung und 6 für Täuschung) benötigt. Die 3 Verteidigungen kontern jeweils die drei Angriffe: 1, also der tiefe Schlag wird z.B. von 6 (Sprung) gekontert, 4 (gerader, kurzer Hieb) wird mit 5 (StandardVerteidigung) pariert. Für jeden Treffer taumelt der Gegner etwas zurück (und umgekehrt natürlich auch), ist dieser am Ende des Schiffes angelangt, hat man gewonnen – der Kapitän gibt auf, stürtzt ins Wasser oder beendet auf sonstige weise den Kampf – Blut vergossen wird keines, das Spiel ist also durchaus auch für jüngere Spieler sehr gut geeignet. Im Übrigen finden diese Kämpfe bei allen möglichen Gelegenheiten statt: eben beim Entern von Schiffen, bei Kneipenschlägerein oder wenn der Verlobte der Liebschaft gereitzt ist. Die Schlussanimationen (bei Aufgabe, Flucht, etc.) lassen sich übrigens mit der Escape-Taste abbrechen – allerdings sollte man dies bei den Top-10 Piraten tunlichst vermeiden, diese haben jeweils eine spezielle Animation.

Sollte man statt einem Schiff dann doch eine Stadt ausräumen wollen, hat man wieder zwei Möglichkeiten: die eine ist der "normale" Kampf gegen die Soldaten in der Stadt/Festung, die andere ist natürlich wieder ein Fechtkampf mit dem Oberbefehlshaber der Stadtwache (meist ein gut, vor allem aber schwarz gekleideter Mann mit Hut). Gefochten wird allerdings nur, wenn die Stadtwache hoffnungslos unterlegen ist – ansonsten, der "normale" Kampf, welcher sich in einem rundenbasierenden Ministrategiespiel präsentiert. Aus der Vogelperspektive werden Bukaniere, Piraten und Offiziere gegen die Verteidiger befehligt – das Prinzip entspricht etwa dem von Steel Panthers, allerdings spielen geographische Gegebenheiten wie etwa Anhöhen oder Felsformationen eine größere Rolle als bei konventionellen Titeln.

Des öfteren kommt es vor, dass man nicht so ohne weiteres in eine Stadt gelassen wird, obwohl man eigentlich nur friedlich Handeln will. In diesem Fall kann man sich immer noch Nachts in die Stadt schleichen, etwas unspektakulär, sorgt aber für Abwechlsung.

Eine weitere Möglichkeit, Geld zu verdienen, sind Schätze. Ausgerüstet mit einer Schatzkarte (diese bekommt man bei so ziemlich jedem zwielichtigen Typen in den örtlichen Tavernen) und ein paar Idioten die für den Chef schaufeln, kanns auch schon losgehen – ebenfalls sehr einfach gestrickt, bringt aber auf die Schnelle sehr viel Gold in die Kassen. Natürlich hat die Sache auch einen Haken: es gibt nur neun Piraten, die einen Schatz versteckt haben, also versiegt dieser Geldquell relativ schnell.

Die dritte Möglichkeit, seine finanziellen Mittel etwas aufzustöcken, ist letztendlich die ehrliche: ein kleines Tänzchen mit der Tochter des Stadthalters, dabei möglichst keine Fehler machen und schon bekommt man einen Kopfgeldauftrag zugesteckt. Im übrigen: Tanzen ist eine Sache, die stark an diese kleinen, bunten Kinderpianos erinnert … ihr wisst schon, diese Dinger mit den vier leuchtenden Tasten (rot, blau, gelb und grün), das Ziel ist es, einfach nur die richtige im richtigen Moment zu drücken. Die Lady gibt ein Handzeichen und der Spieler führt per Tastendruck eine entsprechende Aktion aus (4 und 6 für einen Schritt links oder rechts, 8 und 2 für vor und zurück, 1 und 3 für wenden). Das hört sich jetzt einfach an, ist es aber bei Leibe nicht. Je weniger Fehler beim Tanzen gemacht werden, desto mehr steigt das Ansehen bei der holden Weiblichkeit – bis eben, wie zuvor erwähnt, der Verlobte auftaucht und ein Duell verlangt.

Technisch gibt Pirates! nicht viel her – Standardgrafik, sehr guter Sound und konventionelle Steuerung – aber gerade das verhilft zu relativ angemessenen Hardwareanforderungen, somit dürfen sich auch Spieler mit einem einfacheren Rechner über den Titel freuen.

Böser Sid Meier! Ein dreiviertel Jahr nach Farcry sollten wir doch eigentlich wissen, wie eine Inselwelt auszusehen hat? Aber das sagte ich bereits, die grafische Aufmachung ist nicht so der Renner – aber der Spielspaß bleibt dadurch keineswegs auf der Strecke. In den ersten Stunden hat man Abwechslung pur. Immer wieder gibt’s neue Dinge zu entdecken und herauszufinden. Aber irgendwann wird’s dann doch langweilig.

Immer wieder die selben abgewrackten Typen, die selben Schiffsnamen, der selbe zwielichtige Händler in der Kneipe, das selbe Pfeifen beim Anheuern von neuen Piraten – mehr Abwechslung und ein paar mehr Modelle oder zumindest Skins für die gegnerischen Piraten wären nicht zu viel verlangt gewesen. Einzig bei den Top 10 Piraten hat man sich etwas angetan – eine etwas andere „Todesanimation“ (obwohl die Typen ja nur von Board gehen und nicht sterben), ein persönliches Design – das wars aber auch schon. Edward Teach (aka Blackbeard) hat mir übrigens recht gut gefallen, besonders der brennende Bart kommt gut rüber – allerdings wurde das Model (wie alle anderen) dann frevelhaft für andere Piraten „recycelt“, hier waren die Alternativskins ein Fehler …

Moral +2

Damals, als wir noch jung und leichtsinnig waren, glaubten wir ernsthaft, Steel Panthers wäre eins der besten Strategiespiele aller Zeiten … nichts und niemand würde dieses Spiel je übertreffen. Vielleicht hatten wir damals Recht, vielleicht liegt in diesem Genre die wahre Lebenensfreude, vielleicht … das selbe müssen sich die Jungs von Boku auch gedacht haben und jagen nun mit Dragoon: The Prussian War Machine jedem Menge Preußen auf uns arme Österreicher los …

Das Spielprinzip ist einfach, wenn nicht idiotensicher: Einheit anklicken und auf dem Hex-Grid (sechseckige Felder auf dem Spielplan) klicken, wohin sich die Einheitengruppe bewegen soll – Angriffe funktionieren übrigens genauso, hierbei muss einfach nur der Gegner angeklickt werden. Die üblichen Features wie graues hinterlegen des Aktionsradius oder verbleibende Actionpoints können selbstredend eingeblendet werden. Der Vorteil eines hexagonalen Systems gegenüber einem quadratischen (wie es in den meisten Spielen genutzt wird) liegt auf der Hand: man kann sich regelmäßig in sechs verschiedene Richtungen bewegen, also zwei mehr. Mit diesem einfachen, in ein paar Sätzen erklärten System, kann eigentlich jeder sofort spielen und sich durch die Kampagnen kämpen.

Neben einer Vielzahl an vorgegebenen Missionen (die alle auf die originalen Schlachten Friedrichs des Großen aufgebaut sind), kann man mit dem mitgelieferten Szenarioeditor selbst unzählige weitere erschaffen. Die Kampagnen lassen sich übrigens auf Seite der Preußen und auf der Seite der Gegner, also der Österreicher oder Sachsen, durchspielen.

Leider hat man sich optisch nicht sonderlich viel einfallen lassen – für heutige Zeiten enorm miese Grafik trübt den Spielspaß doch enorm. Allerdings finden sich wieder Features, die in den meisten Hype-Titeln einfach "vergessen" werden. Das beste Beispiel ist wohl der allseits beliebte Hot-Seat Mode – gut, ich weiss natürlich nicht, inwieweit wirklich ein Bedarf an derartigen Spielen besteht, aber ich für meinen Teil stehe einfach auf solche Features.

Mal Klartext: Dragoon ist gut gemeint, alles recht nostalgisch und durchweg interessant – es bietet wie bereits gesagt alle Modi, die ich mir von einem guten, rundenbasierenden Strategiespiel erwarte – aber das ist in der heutigen Zeit einfach nicht mehr genug. Das neue Pirates! hat selbst in den Minigames, z.B. beim Plündern von Städten, mehr Klasse als Dragoon.

Dragoon ist wohl eher ein Liebhaber Spiel – für Fans von Friedrich dem Großen, Fans von rundenbasierenden Hex-Strategiespielen oder einfach nur Leute mit einem etwas älteren Rechner. Mir persönlich ist das Spiel einfach zu langwierig – zu wenig Action, wenn ihr versteht.

Gesagt sei allerdings, das Dragoon recht gut ausbalanciert ist – davon könnte sich so manches Entwicklerteam eine Scheibe abschneiden. Trotz alledem ist meiner Meinung nach der Preis von knapp 45 USD nicht gerechtfertigt – die Hälfte wäre wohl auf OK gewesen.

Komplex dein Name ist, Everquest

Ganz Norrath ist dank vieler schrecklicher Katastrophen komplett verwüstet. Komplett – bis auf zwei riesige Städte mit den Namen Qeynos und Freihafen. Niemand weiß warum gerade die beiden Festungen unversehrt blieben, alle wollen nun aber genau dorthin. So auch ihr. Die Charaktererstellung ist, wie es bei neueren MMORPG’s in Mode zu sein scheint, nichts wirklich Spektakuläres. Man kann lediglich die Rasse und Klasse auswählen. Dann kommen allerdings noch ein Haufen an aussehensverändernden Faktoren hinzu, die ein individuelles Erscheinungsbild eures virtuellen Helden auf jeden Fall gewährleisten.

Die Reise eures Alter Egos beginnt nun also auf einem Schiff, welches Richtung „Insel der Zuflucht“ geht. Hier bekommt ihr vom Captain erste Einweisungen in die Spielmechanik, die im ersten Moment nicht wirklich komplexer wirkt als bei anderen MMORPG’s, allerdings werdet ihr im späteren Verlauf des Spiels und auch dieses Reviews merken, wie unglaublich komplex sich Everquest 2 darbietet.

Sind die ersten Aufgaben auf dem Kahn erledigt, landet ihr auch schon auf der Insel und geht gleich los um eure ersten Quests zu erledigen und bekommt auch durch einige Unterhaltungen mit den zahlreichen NPC’s schnell raus, wo ihr eigentlich seid und wozu das ganze. Von nun an müsst ihr alleine zurechtkommen, was sich auf dem Eiland noch nicht als Problem darstellt.

Habt ihr nun die ersten Aufgaben für die Leute auf der Insel erledigt und auch schon die ersten Levelaufstiege hinter euch, findet ihr heraus wie ihr euch von der Insel in die große weite Welt aufmachen könnt. Quest erledigt? Na dann ab aufs Schiff und auf geht’s nach Freihafen oder Qeynos. Nach Freihafen kommen zunächst alle bösen Charaktere wie Oger oder Dunkelelfen und nach Queynos demnach die Guten. Später werdet ihr aber die Möglichkeit haben die Stadt zu wechseln, indem ihr eine extrem lange Verräterquest besteht.

Angekommen in der Großstadt (glaubt mir, riesengroß) werdet ihr per Lichtstrahl zu eurer Wohnung geleitet. Dort dürft ihr dann auch Geschenke eures Vermieters entgegen nehmen und diese dann auch direkt in eurer Wohnung platzieren. Eure Wohnung hat aber nicht nur die Geldschlucker-Funktion, sondern könnt ihr wenn ihr daheim seid auch Sachen an andere Charaktere verkaufen. Homeshopping mal andersrum. Von nun an seid ihr wirklich auf euch allein gestellt. Jetzt geht es darum sich um Aufgaben zu kümmern, seinen Mentor zu finden und seine für den Berufswechsel benötigten Quests zu lösen. Diese heben sich gerade durch ihre Komplexität stark von den normalen „Töte die Monsterart zehnmal“- oder „Bring das Paket zu dem und dem“-Aufgaben ab. Natürlich muss man die Aufgaben nicht machen, aber wer gerne alle Quests im Spiel lösen will hat so einiges zu tun, weil es nämlich in jedem Abschnitt der Hauptstädte gleich mehrere Leute gibt, die euch gerne mit Aufträgen versorgen wollen. So kommt man dann schon gut auf 60 Aufgaben, die man so ziemlich zu Beginn seines Heldendaseins meistern könnte. Wie man sich vorstellen kann, wird sowas auf Dauer extrem öde und auch die Belohnungen sind den Aufwand des ständigen Hin- und Herlaufens nicht wirklich wert. Außer ein wenig Geld und einigen Erfahrungspunkten gibts es meist keine andere Belohnung.

Hat man aber mal Glück mit einer Quest gehabt, so kann man auch Waffen oder Rüstungsteile, die schon eher begeistern, als Dank erhalten. Am Questsystem muss man trotzdem noch ein wenig Kritik üben. Es ist einfach nicht wirklich eindeutig, welcher Computercharakter einen Auftrag für euch parat hat. Höchstens durch ein Winken kann man erkennen, dass man genau mit dem Händler, Schmied oder Bürger sprechen sollte. Manchmal bekommt man dies allerdings gar nicht mit, wenn man einfach nur schnell etwas einkaufen oder verkaufen möchte. Irgendwelche Zeichen über den Köpfen wären nicht zu aufwändig gewesen und hätten es dem Spieler etwas komfortabler gemacht.

Die Mentor-Quests allerdings geben nicht nur eine Menge Erfahrungspunkte, sondern eben auch die Möglichkeit bei dem jeweiligen Level (den ersten Wechsel mit Level 10) einen Berufswechsel einzugehen. Hier gibt es bei jeder am Anfang gewählten Klasse, vier an der Zahl, zunächst drei Auswahlmöglichkeiten, die dann beim zweiten Wechsel jeweils noch mal zwei Berufe anbieten. Aufträge erhält man aber nicht nur von Menschen, sondern auch von erst sonderbaren „?“ auf dem Boden. Klickt man diese an, bekommt man nach einer kurzen Zeit fürs Aufsammeln einen Gegenstand der in eine oder mehrere Sammlungen passt.

Die Aufgabe ist dann einfach nur alle Federn, Knochen, Fische, Muscheln oder was auch immer für diese Sammlung zu finden und diese dann zum Sammler zu bringen, der euch die komplette Kollektion für einen Haufen Kohle abkauft. Aufpassen müsst ihr allerdings, denn euer Tagebuch kann nur eine bestimmte Anzahl an Quests aufnehmen – habt ihr zu viele müsst ihr eben welche rauslöschen oder die alten zu Ende bringen.

Der Archetype eures Alter Egos ist aber nur die eine Seite bei der es sich in Everquest 2 dreht. Dieser Part ist eigentlich eure Kampf-Seite und bestimmt euren hauptsächlichen Rollenspiel-Teil. Zusätzlich hat man aber auch noch ein besonderes Augenmerk auf den Artisan-Part, also den Handwerker in euch gelegt. Was ihr euch nun hier aussucht, liegt wieder ganz an eurem Geschmack. Wollt ihr lieber Zauberbücher schreiben, Tränke brauen oder vielleicht Rüstungen und Waffen schmieden? Hierbei müssen zuerst Rohstoffe gesammelt werden, dann gilt es sich Rezeptbücher zu kaufen, für die ihr wiederum schon einen bestimmten Skill in einer Artisanfertigkeit braucht. Und dann kann das Forgen losgehen. Dies läuft, wenn man das überhaupt vergleichen kann, wie ein Kampf ab. Es gibt bei jedem Gegenstand, den ihr erstellen wollt, vier Stufen. Ein Balken zeigt hier die „Lebenspunkte“ an, diese werden mit jedem nicht sauber getätigten Handgriff, angefangen bei der letzten Stufe, immer weniger.

Wenn die Energie einer Stufe zu Ende geht, kann diese Stufe nicht mehr erreicht werden und der Gegenstand wird nicht mehr perfekt. Zudem könnt ihr während des Vorgangs beispielsweise mehr Kohle in den Ofen einlegen oder irgendwelche Hilfsmittel mit einschmieden. Geht das gut, beschleunigt sich der Vorgang, schlägt es fehl verliert nicht nur der Gegenstand Lebenspunkte, sondern auch euer Charakter. Dies kann sogar zum Tod führen. Apropos Tod. Ob ihr nun im Kampf oder beim Craften ins Gras beißt, ist egal. Die Aufgabe nach eurem Ableben besteht immer darin eure Seele wiederzubeschaffen. Ihr kommt mir voller Energie wieder auf die Welt, habt aber – bis ihr eure Seele wieder in euch habt – verringerte Talente. Zusätzlich gibt es noch eine Erfahrungspunktstrafe.

Wenn wir schon einmal beim Kämpfen sind, machen wir da einfach weiter. Natürlich steht das Leveln des Charakters immer noch im Vordergrund. Die Auto-Angriff-Funktion macht nach dem ersten ausgeführten Schlag seine Arbeit bis der Gegner Tod ist. Zusätzlich hat jeder Charakter natürlich massig Skills, die er während des Kampfes mit den Zahlentasten aus der Quickskillleiste direkt auswählen kann. Diese Fähigkeiten müsst ihr nicht etwa kaufen oder durch einen Skilltree auswählen, ihr bekommt einfach zu bestimmten Leveln neue Fertigkeiten. Erhöhen könnt ihr diese dann ab einem bestimmtem Attributswert, der durch die Benutzung des jeweiligen Skills erhöht wird. Die Bücher könnt ihr bei vielen Schriftgelehrten in den Städten erwerben. Zum Leveln gibt es noch zusagen, dass die Entwickler viel Wert auf ein Gruppenspiel legen wollten, da es erstens in einer Party immer mehr Spaß macht, Monster zu verdreschen, und zweitens eine gut eingespielte Gruppe mit verschiedensten Charakteren fast immer die beste Wahl ist um auch schwierigere Gegner zu meistern. Allerdings klappte das während der Testphase nicht immer so ganz, scheinbar gibt es da draußen zu viele Egoisten. Oft kam es nämlich vor, dass sich eine Party gebildet hat, die meisten aber nach dem Erledigen einer Quest, die man nur mit einigen Spielern zusammen lösen kann, die Gruppe verließen um weiter solo durch die mehr oder minder abwechslungsreiche Welt zu ziehen. Schade eigentlich.

Warum mehr oder minder? Sicherlich gibt es eine riesige Welt, die vor Abwechslung nur so strotzt, allerdings hat man nicht immer das Gefühl irgendwo anders zu sein, da es beispielsweise rund um Freihafen in den ersten Karten doch sehr sandig ist. Die späteren Karten, sind dann doch abwechslungsreicher und wenn man dann erstmal auf die jeweils andere Seite der Welt kommt, wird auch das Design immer verschiedener und damit auch besser.

Grafisch ist Everquest 2 derzeit wohl das Beste was es an MMORPG’s gibt. Der Stil ist natürlich immer subjektiv, auch mir persönlich hat dieser nicht unbedingt zugesagt, aber dazu später mehr. Von den reinen grafischen Augenschmankerln stellt das Onlinerollenspiel zum Beispiel World of WarCraft deutlich in den Schatten.

Die Charaktere protzen nur so mit Details und tollem Bump-Mapping. Die Animation sind nicht nur flüssig, sondern auch aufwändig gemacht. Die Umgebung und die gesamte Welt ist großartig aufgemacht worden, auch wenn sie ab und an ein wenig öde wirkt. Die Städte sind gewaltig, obwohl man hier in manchen Teilen etwas von der Einöde der Häuser genervt ist. Einen weiteren Pluspunkt gibt es allerdings für die extrem lebendige Darstellung in der Stadt. Einfache Bürger und Wachen laufen ständig herum, Schmieden schmieden wirklich und Händler unterhalten sich mit Kunden. Wenn man sich viel Zeit nimmt, kann man gerade in der Stadt viel Interaktion allein von NPC’s unter sich mitbekommen. Die Monster auf die ihr auf eurer Reise treffen werdet sind sehr abwechslungreich und detailliert gestaltet. Ihr müsst gegen Goblins, Untote, Orcs, Drachen und auch skurillere Widersacher bestehen, die je nach Gebiet verschiedene Level haben. Die Gegner sind entweder in Gruppen oder solo unterwegs. Manche Gruppen sind so groß, dass diese gerade für Partys auf dem Level ausgelegt sind. Soundtechnisch kann man nicht wirklich etwas bemängeln, aber muss man den Part auch nicht großartig loben.

Positiv anzusehen ist, dass jeder Charakter deutsche Sprachausgabe hat, oder zumindest haben sollte. Die Lokalisierung ist nämlich eher mäßig gelungen. Neben Rechtschreib- und Grammatikfehlern, bekommt der Spieler zum Teil englische Schrift und auch englische Sprachausgabe oder gar überhaupt keine geliefert. Diese Bugs nerven auf Dauer und klauen dem Ganzen auch noch ein gutes Stück an Atmosphäre. Die immer wieder einsetzende Musik allerdings pusht diesen Faktor wieder hoch. Die orchestralischen Klänge, die aus euren Boxen tönen, sind allesamt sehr gut gelungen und auch gut auf jeweilige Situationen abgestimmt.

Kommen wir nun nach den ganzen Fakten zum größten Kritikpunkt von Everquest 2. Beim Spielen fällt nach einigen Stunden auf, dass irgendwie keine richtige Atmosphäre aufkommen möchte. Es macht zwar Spaß mit seinem Charakter durch die riesige Welt zu laufen, hier und da eine Quest zu erledigen und Monster in der Gruppe oder alleine zu töten und immer weiter und weiter aufzusteigen.

Auch das Craften ist eine nette Abwechslung, um allerdings für sein Level gute Sachen herstellen zu können, bedarf auch dies einige Zeit. Klar ist das realistisch, es nimmt aber ein wenig das Tempo aus dem Spiel. Kann den einen stören den andern wiederum nicht. Trotz der wirklich schicken Grafik und der lebendigen Präsentation will aber irgendwie keine Stimmung bei mir aufsteigen. Man hat das Gefühl, als sei Everquest 2 ein gutes Spiel mit einem gewissen Spaßfaktor, aber irgendwie ohne wirkliches Innenleben. Eine hübsche Verpackung, der wohl das letzte Quentchen Tiefgang oder Atmosphäre fehlt, obwohl man anfangs von der Komplexität, den Möglichkeiten und der Größe erschlagen wird und sich viel Zeit nehmen muss um viel sehen zu können. Dieses Gefühl flacht leider mit der Zeit immer weiter ab.

Auf Dauer hat michEverquest 2 nicht wirklich weitermotiviert. Das kann aber von Spieler zu Spieler unterschiedlich sein. Eigentlich schade, weil die ersten Stunden wirklich ein Erlebnis waren. Die Grafik ist sehr gut gelungen, die Welt und besonders die Städte sind enorm. Nimmt man sich viel Zeit und macht einige Aufträge, die euer Alter Ego durch alle möglichen Gebiete bringt bekommt man viel geboten. Auch die Anreize nach einigen Stunden weiterzuspielen, durch die individuelle Charakterentwicklung in Form von Charakterzügen, die Kampkraft, Schnelligkeit oder den Schaden an einem bestimmten Monstertypus erhöhen geben dem Spieler für die ersten Tage der reinen Spielzeit genug Motivation zum Weiterspielen.

Mir persönliche fehlte ab dem zweiten Beruf irgendwie der Anreiz weiterzukommen. Es gibt zwar einen Haufen Dinge die man machen kann, beispielsweise euer Haus zu verschönern oder gar ein größeres in einem anderen Stadtteil zu beziehen, sich um seinen Handwerksberuf zu kümmern und in der jeweiligen Gewerkschaft mehr Ansehen gewinnen, aber scheinbar ist das nicht jedermanns Sache. Auch der optische Stil spielt da eine große Rolle. Angesprochen hat mich dieser nicht wirklich, aber das liegt ja an den persönlichen Vorlieben eines jeden Spielers, bei MMORPG’s kommt dies aber mehr und mehr zum tragen. Eine wirkliche Begründung finde ich wohl nicht und das ist schade, weil Everquest 2 mit Sicherheit kein schlechtes Spiel ist.

Meine Empfehlung gibt es für Leute die viel Zeit haben und sich richtig in ein Spiel hineinsteigern wollen und können. Solche Zocker unter euch sollten auf jeden Fall sich wenigstens den Freimonat zu Gemüte führen und ausgiebig spielen. Wenn ihr nach dem Freimonat immer noch so motiviert seid, dann habt ihr die richtige Wahl getroffen. Alle anderen könnten auch einen Blick riskieren. Das Setting ist zwar nicht jedermanns Sache, alledings kann man sich auf den Stil einlassen und auch großen Gefallen daran finden. Deshalb gibt es eine sehr gute Wertung, allerdings mit einigen Abzügen aufgrund von Bugs und meiner Meinung nach nicht genug Motivation zum Weitermachen.

Wow, es ist tatsächlich WoW!

Meine Damen und Herren, es ist soweit, wir, die Rebellen, haben uns in die Welt von WarCraft begeben und eine Menge Abenteuer erlebt. Nun wird es Zeit, noch vor dem Europa-Release, unser Review raus zu hauen. Vorweg sei schon einmal gesagt, dass für Blizzard’s Meisterwerk eine der höchsten Rebellenwertungen überhaupt herausspringen wird. Und nun taucht mit mir ein, in eine süchtig machende Welt, voller Gefahren, Action, Romanzen (nein, eigentlich nicht) und Rollenspielern…

Wo fängt man bei einem Spiel, das so viel Hype erfahren hat, nur ordentlich an? Nun, World of WarCraft ist so enorm riesig, dass man tatsächlich einige Minuten (in Wirklichkeit tagelang) darüber nach zu denken hat, wie mann denn die Review beginnen soll. Also beginnen wir am besten einmal mit dem Anfang. Die Ereignisse in WoW spielen relativ kurz nach den Geschehnissen in WarCraft 3. Eigentlich ist also alles im *pieps*. Gut nur, dass ausgerechnet jetzt die Helden aus dem Boden sprießen. Die Helden werden gesteuert von den Spielern. Je nachdem, welche Rasse und Klasse ihr spielt, startet ihr an einem anderen Punkt. Aber wollte ich nicht am Anfang beginnen? Genau und das ist das Intro.

Wer von euch kennt also dieses fantastische Intro nicht? Es war ja bereits vor dem Spiel im Internet verfügbar und wohl jeder Fan-Boy hat es bis zum Release gesehen. In traditioneller Blizzard-Manie ist es perfekt gerendert, mit bombastischer Musik unterlegt und enthält genau die richtigen Szenen. Ich würde jeden Jackie Chan Film für dieses Intro links liegen lassen. Selten, ja nicht mal in WarCraft 3, sah man ein solch perfektes Rendervideo. Nachdem ihr also den ersten Schock des Spiels überwunden habt (ich saß tatsächlich und ohne zu lügen eine Stunde mit offenem Mund da), gelangt ihr also ins Menü, in dem ihr als erstes den Server festlegt, auf dem ihr spielen wollt. Dort trefft ihr gleich die erste Entscheidung, darf es ein "PvP"-Server, ein "Non PvP"-Server, oder ein "Roleplay"-Server sein? Die unterscheiden sich allesamt durch das Benehmen der Spieler und dadurch, ob andere Mitspieler angegriffen werden können, oder nicht.

Dann allerdings doch erst einmal die kleine Ernüchterung, so könnt ihr nicht einfach sofort los legen, sondern müsst ein kleines Update herunter laden. Damit das reibungslos über die Bühne geht, nutzt Blizzard ein P2P-System. Teilweise sind die Verbindungen leider recht mau, nicht schlimm, schließlich haben wir ja noch die Verpackung zum bestaunen. Seid Ihr mit dem Sabbern fertig, dürfte auch das Update herunten sein und ihr könnt anfangen zu spielen.

Nein, ich hab euch nur verarscht, denn nach der Eingabe eures Accounts, müsst ihr euch ja erst einmal einen Charakter erstellen. Dabei gibt es eine ganze Menge zu beachten, denn was darf es denn sein? Soll euer Charakter einer der Guten, sprich der Allianz, sein? Oder verbündet ihr euch lieber mit den finsteren Mächten der Horde? Habt ihr diese Wahl einmal getroffen, werdet ihr gleich mit der nächsten Frage bombadiert. Denn welcher Rasse soll der zukünftige Held angehören?

Auf Allianz-Seite stehen euch Menschen, Nachtelfen, Zwerge und Gnome zur Verfügung (Welcher vernünftige Mensch spielt einen Gnom?). Die Horde unterteilt sich in Orcs, Tauren, Untote und Trolle. Also alles Rassen, die aufgrund ihres Aussehens, nicht spielbar sind, auch wenn unser Tauren-Schnech etwas anderes behauptet. Wie dem auch sei, ihr habt bis dahin also eine Menge schwieriger Fragen beantwortet und euch letztendlich also für eine Seite und eine Rasse entschieden. Doch welche Klasse nimmt man? Dort habt ihr nämlich ebenfalls eine riesen Auswahl. Dazu steht erstmal die Auswahl an, ob man mehr kriegerisch und ein Hau-Drauf-Mänchen ist, oder ob man eher zur Magie tendiert.

Zur Auswahl stehen unter anderem Druiden, Magier, Krieger, Jäger, Paladine, Diebe, Priester, Shamanen oder Warlocks. Auf alle Klassen werden wir in einem seperaten Special noch genauer eingehen, da dies hier den Rahmen sprengen würde.

Natürlich steht dann noch das Verändern und auf den eigenen Geschmack Anpassen des Aussehens an. Männlein oder Weiblein, blond oder dunkelblond, dick oder dünn, bärtig oder Babyface? All das dürft ihr selbst entscheiden. Nun kann es aber endlich losgehen. Ins Spiel selbst gelangt ihr durch eine kleine Intro-Kamerafahrt. Startet ihr z.B. als menschlicher Magier, fliegt die Kammera über die Hauptstadt Stormwind hinweg, durchläuft den Elwynn Forest um letztendlich in Northshire zu landen, einem kleinen Gebiet mitten im Elwynn Forest. Ohne noch ein Wort gesagt zu bekommen, steht ihr nun also da. In der riesigen Welt von World of WarCraft. Glücklicherweise steht gleich vor euch ein NPC mit einem großen, gelben Ausrufezeichen über dem Kopf. Selbst absolute Beginner wissen, dass es dort irgendwas gibt. Also kurz angesprochen und schon findet man heraus, dass gelbe Ausrufezeichen immer bedeuten, dass ein Quest vorhanden ist.

In den Anfängergegenden werdet ihr dann behutsam in das Spiel eingeführt. Einfache Quests wie "Töte 10 Arbeiter-Kobolde" werden so lange gespielt, bis ihr endlich ungefähr in die Nähe von Level 5 kommt. Der Levelaufstieg geht besonders am Anfang übrigens sehr schnell, so kommt niemals Langeweile auf. So gelangt ihr auch an eure ersten Gegenstände und sammelt die ersten Münzen ein. Wer allerdings vermutet innerhalb kürzester Zeit an einige Goldmünzen zu kommen, der wird enttäuscht. Ihr müsst euch nämlich vorerst mit einigen Bronzestücken zufrieden geben. Selbst ein Level 30 Spieler freut sich nämlich noch über jedes Stück Gold, dies ist nämlich 100 Silberstücke wert, ein Silberstück 100 Bronzestücke. Euro, Cent und Minicent sozusagen…

Sobald ihr die ersten Levels also erfolgreich gemeistert habt, schickt euch der bisherige Auftraggeber in die große, weite Welt. Ab da ist dann auch wirklich Ende der Mitleidszeit. Gegner werden härter und klüger und Quests anspruchsvoller. Doch auch ihr werdet stärker, erlernt neue Zaubersprüche oder kauft bessere Schwerter.

Langsam aber sicher warten dann auch die ersten kleineren Minen-Dungeons auf euch. Der Übergang in diese ist übrigens flüssig und braucht keine Ladezeit. Generell lädt World of WarCraft eigentlich nur zu Beginn des Spiels, es sei denn ihr wechselt den Kontinent, oder betretet eine sogenannte "Instance", eine Art riesiger Dungeon. Nun gillt es wieder ein bisschen Gegner verhauen und Quests zu lösen. Doch ein ganz wichtiger und süchtig machender Bestandteil des Spiels kommt nun dazu: der Forscherdrang. Ihr werdet euch immer öfter dabei ertappen, wie ihr nach und nach, Gebiet um Gebiet erkundet. Und ihr werdet auch feststellen, dass man dabei das ein oder andere mal selbst ins Gras beißt.

Das ist glücklicherweise nicht allzu schlimm, ersteht ihr doch sogleich als Geist auf dem nächsten Friedhof wieder auf. Nun habt ihr die Wahl. Lauft ihr zu eurer Leiche um direkt dort anzuknüpfen, wo ihr euer Leben lassen musstet, oder lasst ihr euch von einem sogenannten "Spirit-Healer" wiederbeleben? Tut ihr das, spawnt ihr sogleich auf dem Friedhof. Der Nachteil an der Sache ist jedoch, dass ihr für zehn Minuten 75% Armor, 75% der Attribute etc. abgesprochen bekommt. Zusätzlich geht eure Ausrüstung kaputt, was euch insbesondere in Kämpfer-Klassen teuer zu stehen kommen kann.

So ab dem zehnten Level, wenn ihr aus dem n00b-Status heraus seid (was ihr übrigens bei jedem Zehnersprung sagen werdet ;)), wird es auch Zeit Kontakte zu knüpfen, ebenfalls ein ziemlich wichtiger Bestandteil eines MMORPG’s. Das Geniale an World of WarCraft ist, dass es euch nicht zwingt mit anderen zusammen zu spielen. Seid ihr zäh genug und könnt es auch verschmerzen das ein oder andere Mal zu sterben, ist das alleinige Spielen durchaus möglich, wenn auch nicht so amüsant wie das Zocken in einer bis zu sechs Mann/Frau starken Party. Gutes Teamplay vorrausgessetzt lassen sich so sogar Gegner erledigen, die ein wesentlich höheren Level haben als ihr selbst. Habt ihr Gefallen an euren Mitspielern gefunden, ist es natürlich auch möglich eine Gilde zu gründen. Das hat einige Vorteile. Zum Beispiel bekommt ihr ein eigenes Chatsystem und könnt euch direkt mit den Mitgliedern unterhalten. Außerdem lassen sich Infos zu den Spielern eintragen, so erkennt jeder sofort, wo er für welches Problem Hilfe bekommt. Allerdings müsst ihr ganze zehn Goldstücke berappen und insgesamt zehn Mitspieler finden, die so blöd sind sich mit euch einzulassen.

Wesentlich stärkere Gegner, besonders "Elite"-Gegner, die nochmal eine ganze Spur härter werden, lassen dann auch dementsprechende Gegenstände fallen. Ist dies der Fall, während Ihr in einer Party spielt, wird um den Gegenstand gewürfelt. Spielt ihr grad allein, gehört er ganz euch. Wieder steht ihr vor einer Wahl: kann ich das Teil selbst gebrauchen? Vertick ich das Ganze bei einem NPC oder doch lieber im Auktionshaus? Meist ist das Letztere die klügste Lösung. Meistens bekommt ihr nämlich gleichwertige, oder bessere Gegenstände aus klassenspezifischen Quests heraus. Spielt ihr zum Beispiel einen Warrior, bekommt ihr ab Level 25 die Möglichkeit eine großartige Brustpanzerung zu bekommen. Dafür müsst ihr dann zwar einiges an harten Gegnern killen, doch der Aufwand lohnt sich mit Sicherheit.

Die Quests sind übrigens im Allgemeinen sowieso recht abwechslungsreich gestalltet. Zwar ist die Grundaufgabe fast immer gleich, so sollt ihr bestimmte Gegnertypen killen, oder spezielle Gegenstände auftreiben, doch die Locations in die ihr geführt werdet, gleichen das alles wieder aus.

Ab und an, meist dann, wenn ihr es am wenigsten erwartet, gibt es aber auch besondere Quests, mit gescripteten Ereignissen. So kämpft ihr z.b. gegen einen Tauren, der ständig neue Waffen aus seiner Kiste holt um euch zu besiegen, oder beschützt eine kleine Gnomin, die eigentlich nur Sprengsätze legen wollte, dann aber unverhofft Gegner aus der Wand brachen. All das zwingt euch quasi dazu, ständig weiter zu spielen. Das Suchtpotential ist enorm hoch. Es tut fast schon weh, wenn man sich ausloggen muss.

Dazu trägt auch die Atmosphäre stark bei. Von der ersten Minute an, habt Ihr das Gefühl wirklich ein Teil der Welt zu sein. Ihr fühlt euch zu keiner Zeit im Stich gelassen, oder gelangweilt. Denn jedesmal, wenn langsam Anzeichen der Spielmüdigkeit auftreten, haut Blizzard ein geniales Ding heraus, dass euch sofort wieder an den Monitor fesselt. Und wenn es einfach nur ein neues Schild ist, dass ihr entdeckt.

Auch die Soundkulisse ist einfach bombastisch. Es ist die Art von Musik, die euch eine Gänsehaut auf den Körper zaubert. Eine Musik, die sogar eure Großeltern begeistern würde. Es ist einfach unbeschreiblich, dass ihr in die Hauptstadt der Zwerge geht und aus dem Staunen nicht mehr heraus kommt.

Wo wir schon dabei sind, es wird Zeit für die Grafik. Ganz salopp gesagt, in Zeiten eines Everquest 2 ist das Grafikgerüst von World of WarCraft einfach nur scheiße. Keine Panik! Wenn ihr auf die Wertung schaut seht ihr dennoch einen 80’er und warum? Weil die Optik einfach in sich stimmig und stilistisch Weltklasse ist. Es lässt sich kaum beschreiben, aber grafisch wirkt das Ganze einfach aus einem Guss. Die Abschnittübergänge sind flüssig und versetzen euch immer wieder ins Staunen. Die Weitsicht ist einfach genial und sobald ihr einmal durch die Lande von Ionforge gestapft seid, wollt ihr nie wieder im echten Leben nach draußen. Ständig habt ihr das Gefühl der frische Wind des Elfenlandes ströhmt euch in Darnassus entgegen, oder die heiße Sonne von Westfall brät euer Gehirn.

Für das, was ich an künstlerischer Leistung im Grafikbereich bei World of WarCraft geboten bekomme, würde ich jedes Doom 3 dieser Welt liegen lassen.

Oh – mein – Gott! Blizzard ihr habt einen neuen Fan. Ganz ehrlich, bisher war ich kein großer Fan der Blizzard-Spiele. Doch nach über 120 Stunden in der Welt von WarCraft bin ich komplett überzeugt. Niemals konnte ich so etwas erleben. World of WarCraft enthält Features, die andere Entwickler groß auf der Verpackung ankündigen würden, einfach so als Beigabe. Es gab bisher wenige Spiele, die mich wirklich süchtig gemacht haben, aber eines ist nun auf dieser Liste dazu gekommen. Also komme ich einfach nicht drum herum, World of WarCraft eine Top-Wertung sowie einen Rebell-Award zu verleihen.

Und weil es einfach so genial ist, präsentieren wir euch die Tage noch das ein oder andere Special zum Thema, sowie eine kleine Überraschung. Der Test basiert übrigens auf der US-Version und nicht auf dem Beta-Test. Da Blizzard allerdings bisher niemals echte Probleme mit der „Eindeutschung“ hatte, dürfte unser Endergebnis auch ziemlich auf die EU-Version zutreffen.

Nun noch ein Tipp für all jene, die bisher noch nicht vorbestellt haben: In Amerika war das Spiel bereits nach wenigen Stunden komplett vergriffen, entweder schlagt ihr also Zelte auf, oder ihr reserviert euch fix ein Exemplar beim nächsten Händler vor. Hurtig hurtig, das Ding hat den Rebell-Award bekommen!

Mogelpackung?

Half-Life 2 ist sicherlich das Spiel, um das der meiste Rummel im vergangenen Jahr veranstaltet wurde. Kaum ein Tag verging, ohne irgendwelche kleinen Infoschnipsel. Nachdem sich dann irgendwann herausgestellt hatte, dass es als "Zugabe" bzw. Ersatz für den anfangs fehlenden reinen Deathmatchmodus Counter-Strike: Source geben würde, ging für viele Fans fast ein zweiter Stern auf. Doch Valve hatte anscheinend noch weitere, hochgesteckte Ziele. Nicht nur Counter-Strike sollte mit der Source-Engine in neuem Glanz erstrahlen, es wurde auch ein Remake von Half-Life angekündigt. An diese Half-Life: Source Version kommt man jedoch nur, wenn man entweder die Collectors Edition für etwa 60€ oder mindestens die "Silver"-Version von Half Life 2 über Steam bezieht. Ein einzelner Kauf von Half-Life: Source ist zum aktuellen Zeitpunkt nicht möglich.

Wer keine Kreditkarte hat bzw. diese nicht für Steam einsetzen will (immerhin war Valves Netzwerk so gut abgesichert, dass der Quellcode geklaut werden konnte, da will man lieber nicht wissen, wie gut die eigene Kreditkartennummer bei Valve aufgehoben ist), der greift zur Collectors Edition. Diese gibt es in zwei Varianten, die sich jedoch nur optisch voneinander unterscheiden. Die US-Fassung der Collectors Edition kommt in einer "normalen", übergroßen Pappschachtel und die europäische Collectors Edition wird in einer Metallbox ausgeliefert, allerdings erst seit Anfang Dezember 2004, also etwa zwei Wochen nach Release des Spiels. Hofft Valve hier vielleicht, dass es viele nicht erwarten konnten und so vielleicht das Game doppelt kaufen? Die Ausstattung der sogenannten CE-Version ist jedoch leider nicht so sehr das, was man sonst von Vorzeige-Sammlereditionen wie beispielsweise aus dem Hause Blizzard kennt. Auch in der CE gibt es außer einem Steamanleitungsfaltblatt kein Handbuch. Als Mogelpackung stellt sich auch der Strategieguide heraus. Hierbei handelt es sich lediglich um den Anfang des offiziellen Half-Life 2 Lösungsbuches im DIN A6-Format. Na wenigstens hier bekommt man so kleine Infos über Gegner und Waffen, die man ansonsten in jedem 08/15 Handbuch finden würde. Dazu gibt es noch schwarzes T-Shirt mit Half Life Logo in Größe L. Das Spiel befindet sich auf einer DVD, welche in einer schmucklosen schwarzen Slim-DVD Hülle liegt. Edel sieht es nicht aus. Was man dann als Collectors Edition-Käufer im Laden nicht bekommt sind die kleinen "Gimmicks", die der Steamkunde zusätzlich in Anspruch nehmen kann. Dieser kann sämtliche älteren Valve-Titel auch herunterladen (u.a. Half-Life, Condition Zero, etc.) Um nicht noch mal alle Probleme und Schwierigkeiten mit Steam zu wiederholen, sollten Interessenten einfach mal in unser Review zu Half-Life 2 schauen. Alles was dort über Steam und Half-Life 2 geschrieben steht (Installation, Aktivierung & Nutzung), findet genauso Gültigkeit bei Half-Life: Source, über das hier jetzt berichtet wird. Hat Valve sich hier ähnlich,wie bei Counter-Strike: Source, bemüht, das Spiel zu verbessern oder kann man gar darauf verzichten?

Same shit, different day

Am Spiel hat Valve recht wenig geändert. Auch in der Neuauflage beginnt Mr. Freemans Arbeitstag mit einer gemütlichen Bahnfahrt zum Forschungskomplex. Auf dem Weg zum Testraum erkundet man etwas die Anlage und dann passiert es wieder. Ein Dimensionstor wurde geöffnet und das Chaos bricht in der Forschungsanlage aus. Ehemals saubere Korridore sind stark in Mitleidenschaft gezogen, alle möglichen Anlagen sind ausgefallen, zerstört oder überflutet. Während nach und nach überall um einen herum die Monster aus den Wänden brechen, gilt es einen Weg aus der Anlage an die Oberfläche zu finden, um Hilfe zu holen. Doch bis dahin ist es nicht nur ein schwieriger Weg, sondern es kommt noch viel schlimmer. Die kompletten Level des Originals wurden 1 zu 1 von Valve von der Gestaltung und dem Design her übernommen. Man kriecht durch die gleichen Lüftungsschächte, kämpft sich durch Lagerhallen, Forschungskomplexe und an der Oberfläche entlang. Die KI der Gegner wurde aus dem alten Half-Life mit importiert und nicht durch die aus Half-Life 2 ersetzt, so kann man die spannenden und fordernden Kämpfe u.a. gegen Marines und Ninjas auch in der Source-Version erleben. Wenn auch die Gegner im Original stellenweise dennoch einen kleinen Tick besser und aggressiver erscheinen. Diese gehen in Deckung, flitzen umher, werfen Granaten und kommen aus allen möglichen Richtungen. So brechen sie durch eine Wand oder werden per Hubschrauber abgesetzt. Selbst Spieler, die Half-Life kennen, werden dennoch gut um die 10 Stunden zur Bewältigung der Source-Variante brauchen und dann rennt man schon wirklich durch die Level. Die präsentieren sich zu 99% so, wie im Original, fast ganz ohne Änderungen.

Was ist eigentlich anders ?

Diese Frage stellt man sich recht bald, wenn man die Source-Version von Half-Life spielt. Im Gegensatz zu Counter-Strike hat Valve hier fast nur eine eins zu eins Konvertierung erstellt und vermutlich alle Maps nur mal per Tool in die neue Engine portiert. Grafisch wurden die Level kaum verbessert, die inzwischen stellenweisen groberen und kantigen Abschnitte haben keinerlei weiteren Decos bekommen. Beim Wasser sind die größten Unterschiede sichtbar. Hier hat man nun alle grafischen Effekte, die man auch in Half-Life 2 hat. Viel Arbeit hat diese jedoch sicherlich nicht gemacht. Ansonsten sind einige Levelstellen leicht überarbeitet worden. Klettert man beispielsweise im Abschnitt "Surface Tension" an den Klippen herum, wurde der Bitmap Hintergrund entfernt und durch einige Felsformationen ersetzt, allerdings mit einem erschreckend geringen Detailgrad, so dass eine einfach High Quality-Version der Bitmaps sicherlich besser gewesen wäre. Ansonsten wurde teilweise das Lightning etwas verbessert bzw. sieht mit der Source-Engine besser aus, wie z. B. in "Interloper".

Durch die Physikengine purzelt nun auch die ein oder andere Kiste durch die Gegend, viele Sachen sind jedoch nach wie vor "fest". An einigen Wasserstellen wurden außerdem kleine Spielereien eingebaut und "stationäre Fässer" aus dem Vorgänger durch die neuen, blauen schwimmenden Fässer mit Physikeigenschaften ersetzt. Oder aber die hängenden Kisten am Anfang des Spiels wackeln nun, wenn man auf diese springt. Doch das sind alles recht geringe Änderungen und keine wirklich große Optimierung und Anpassung. Eine leichte grafische Verbesserung ist meist erkennbar, nur eben nicht vergleichbar mit Counter-Strike Source. Sehr unschön fällt dann auch noch auf, dass die Models im Spiel deutlich schlechter aussehen, als sie es eigentlich müssten. Mit dem AddOn Blue Shift gab es auch ein entsprechendes High-Detail-Pack. Charaktere und Waffen bekamen einen Polygon- und Detailschub verpasst. Diese "Update" wurde jedoch nicht in die Source-Variante integriert. Im Vergleich zum Vorgänger machten sich noch einige kleine Veränderungen bemerkbar. So scheint die Gauss-Waffe deutlich stärker gegenüber Fahrzeugen geworden zu sein und ein Heli ist damit auch auf "Schwer" mit einem Schuss beseitigt. Das typische Half-Life 1 Movement, welches auf Kisten und schmalen Vorsprüngen als etwas schwammig bezeichnet werden könnte, ist vorhanden, allerdings quietscht es nicht mehr laufend, wenn man auf Fliesenboden herumläuft, sondern lediglich ab und zu.

Was passiert eigentlich, wenn man die Collectors Edition, welche in der englischen Version vorliegt, mit der Sprache Deutsch bei Steam spielen will? In dem Fall werden über Steam deutsche Texte und Sprachfiles nachträglich geladen. Warum diese nicht gleich mit auf der Disk sind, weiß vermutlich nur Valve. Im Gegensatz zur hierzulande erhältlichen deutschen Fassung von Half-Life hat man dann zwar eine recht gelungene Sprachausgabe im Spiel, muss aber dennoch nicht gegen Roboter kämpfen und sich über auf dem Boden sitzende Leute wundern, welche den Kopf schütteln.
Das Menü ist ganz ähnlich wie in Half-Life 2 gestaltet. Zu einer Reihe animierter Hintergründe gibt es auch die Möglichkeit, den Trainingskurs zu absolvieren oder aber direkt aus dem Hauptmenü ein Kapitel des Spiels anzuwählen. Dabei sind alle 19 von Anfang an wählbar und müssen nicht erst freigeschaltet werden. Inzwischen braucht man endlich auch keine DVD mehr im Laufwerk, wenn man spielen will. Was jedoch fehlt in der Half-Life: Source Version ist der Mehrspielermodus vom Original.

Durch die Source Engine sind die Ladezeiten der einzelnen Abschnitte auch ein kleines Bisschen länger geworden, halten sich mit etwa 5-8 Sekunden aber noch in Grenzen im Vergleich zu Half-Life 2.

Ich würde Half-Life: Source als Mogelpackung bezeichnen. Sicherlich, es sind einige kleine grafische Verbesserungen vorhanden, wobei insbesondere das Wasser sehr positiv heraussticht. Zumindest an einigen Stellen hat sich Valve bemüht, so manchen Bitmap Hintergrund zu verbessern. Doch unterm Strich ist dieses Spiel nicht mehr als ein husch, husch konvertiertes Game. Da hätten sie es lieber einige Monate später veröffentlichen sollen, dann aber auch mit deutlicher Überarbeitung. Half-Life 2 bekommt man im Laden für etwa 40 €. Den Aufpreis von 20 € ist die Collectors Edition nicht wert. Der Strategieguide ist nur ein Werbeding für die 15€ Version des Buches und die DVD Hülle macht einen sehr billigen Eindruck. Da hätte Valve auch gleich Half-Life Source auf alle DVDs des Hauptspiels packen können. Platz wäre genug vorhanden gewesen. Das bedeutet jedoch nicht, dass Half-Life ein schlechtes Spiel wäre. Ganz im Gegenteil. Es hat auch nach all den Jahren viel Spaß gemacht, aus Black Mesa zu entkommen. Wer jedoch Half-Life schon hat, braucht die Source Variante nicht. Schöneres Wasser ist keine 20€ wert. Wer es jedoch noch nicht kennt, der sollte sich neben dem Nachfolger lieber das Generationpack 3 (vorzugsweise die englische, ungeschnittene) kaufen. Für etwa 20€ (bzw. 7 für Half-Life 1 allein) bekommt man zusätzlich beide Addons (Opposing Force & BlueShift) und dazu Counter-Strike und die Möglichkeit alle Mods aus dem Netz spielen zu können. Die Source Variante bekommt eine schlechtere Bewertung als die UR-Version. Am stimmigen Gameplay hat sich jedoch nichts geändert, aber die technische Umsetzung ist, im Hinblick auf die vorhandenen Möglichkeiten, ungenügend.

Ich bin ein Adventure

Filmspiele zu Spielfilmen sind momentan ja so ziemlich das Maß aller Dinge. Comicspiele blieben bislang jedoch weitesgehend aus. Witzig, dass ausgerechnet jetzt mit Clever & Smart ein solches auf den Markt dringt. Noch witziger ist, dass ich die Review verfassen darf und nicht unser leicht paranoider Chefredakteur. Und der nächste Witz ist, dass sich dieses Adventure doch tatsächlich mit Filmen befasst, ist das nicht unglaublich? Unfassbar, ich bin so begeistert …

Mr. Bond, hier haben Sie ihre neue Ausrüstung… ganz ehrlich "Q", in Clever & Smart Dr. Bakterius genannt, hat ordentlich Mist gebaut. Zwar erfindet er die tollsten Gegenstände, doch funktionieren diese allesamt entweder falsch, oder gar nicht. Allerdings finanziert er so unseren beiden Protagonisten Fred Clever und Jeff Smart den Job, denn die bringt er ständig in Schwierigkeiten. Auch dieses Mal geht nach der Erfindung des "Teledings" einiges schief. Denn es teledingst geradewegs die Mumie Impoteh in unsere Zeit. Der Tote ergreift sofort die Flucht und verkleidet sich dann auch noch als Mensch. Und was macht man, wenn man als Mumie in der Neuzeit strandet? Richtig, eigentlich macht man erstmal Urlaub, nur Impoteh nicht, denn diese Mumie ist ein kleiner Workoholic und versucht sogleich die Welt zu erobern, was Agent Clever und sein Kollege Smart natürlich nicht zulassen können. Also machen sich die beiden mit Hilfe des Teledings auf in die Welt der Filme, um ein Buch zu beschaffen, welches den gefährlichen Impoteh aufhalten kann.

Doch was hab ich eingangs gesagt? Richtig, die Erfindungen von Dr. Bakterius funktionieren niemals richtig und anstatt im Film Die Mumie zu landen, stolpern die Helden durch ein Filmepos nach dem anderen.

Tja und eure Aufgabe ist es, den beiden aus dem Schlamassel heraus zu helfen und somit gleich die Welt zu retten. Dabei dürft ihr das erste Mal sogar entscheiden, ob ihr allein oder im Multiplayer zu zweit herumrätselt. Spielt ihr allein, wechselt ihr per einfachem Mausklick auf den jeweils anderen Charakter, spielt ihr zu zweit, bekommt jeder von Euch einen Charakter. Zu zweit macht das Ganze übrigens wesentlich mehr Spaß. Erstens lacht man zu zweit eben doch lauter als allein und zweitens, lösen sich Rätsel so wesentlich schneller. Apropos Rätsel, die heben sich teilweise deutlichst von anderen Adventures ab. Das geschieht durch die Team-Work Komponente. Ein Beispiel: Ihr müsst etwas stibitzen um weiter zu kommen. Also mit Mr. Clever hin zum Opfer und so lang zuquasseln, bis Agent Smart heimlich den Gegenstand klauen konnte.

Leider begehen die Entwickler allerdings den wohl schlimmsten Gameplayfehler, den man in einem Adventure machen kann. So gibt es teilweise tatsächlich Aufgaben, die nur durch Glück oder ewiges rumtesten lösbar sind. Sowas muss nicht sein und löst nur Frust aus. Großartig ist hingegen der grandiose Humor, der beiden Bagaluten – immer mit der aus den Comics bekannten spritzigen Art. Es ist einfach fantastisch, wenn man sich minutenlang anhört, wie die Sekretärin des immer schreienden Mr. L beleidigt wird. Klar ist das ein wenig frauenfeindlich, aber einfach urkomisch. Sehr wichtig sind dabei vor allem die Synchronsprecher, die wieder einmal eine fantastische Arbeit abliefern. Genau so stell ich mir das vor. Es hätten lediglich mehr Dialoge, sowie Sounddatein gut getan. Sprüche die sich wiederholen gehen einem dann doch recht schnell auf die Nerven.

Grafisch befindet sich das Spiel durchaus im grünen Bereich. Die Szenen sind schön gezeichnet und bringen das richtige Comic-Flair rüber. Allerdings hätten die Animationen ein paar mehr Bilder gebrauchen können. So wirken die Figuren doch reichlich hölzern, doch soll ich euch was sagen? Das fällt kaum ins Gewicht. Insgesamt wirkt das Ganze nämlich stark comicmäßig und das macht das Spiel aus.

So, ich verpasse dem ganzen jetzt eine sehr gute Wertung und gehe gleich wieder spielen. Ganz ehrlich, besonders die Multiplay-Funktion hat es mir angetan. Sicher gibt es einige Kritik-Punkte, wie zum Beispiel die quantitativ etwas spartanischen Soundschnippsel, doch als Gesamtwerk ist Clever & Smart eines der besten Adventures der letzten Zeit. So bleibt für mich nur noch eine Frage: Wann zum Teufel kommt Teil 2? Gleichzeitig bin ich sehr bedrückt, bei den ganzen hochwertigen Sachen 2004, muss dieses Jahr ja der absolute Flop werden… Gott bewahre und lasse das Genre weiter wieder hochkommen…

Details zu Age of Empires 3

Die Ankündigung von Age of Empires 3 hat sich über Wochen hingezogen und die Spielerschaft ordentlich auf die Folter gespannt. Nun aber ist die Katze seit kurzem aus dem Sack und wir alle wollen wissen was Sache ist. Als erstes deutschsprachiges Magazin präsentieren wir euch eine kompakte Anhäufung der wichtigstens bisher zu bekommenden Informationen zum Spiel…

Nichts ist es mit The Age of Discovery! Age of Empires 3 hat laut Ensemble überhaupt keinen Untertitel. Grundlegend wird sich an der Spielmechanik nicht allzu viel ändern, obwohl bereits zahlreiche Erweiterungen und Umgestaltungen des Gameplays bekannt wurden. Man hat sich unter anderem deshalb für die Epoche der amerikanischen Geschichte zwischen 1500 und 1850 entschieden, weil sich hier zwar technologisch ein großer Fortschritt ereignete, andererseits aber militärisch die Kriegsführung nicht komplett über den Haufen geworfen wurde. Ohne Aufklärung geht im Kampf wieder gar nichts, und sogar im späteren Spielverlauf spielen Nahkämpfe, beispielsweise zwischen Kavallerie, trotz des Einsatzes von Schießpulver-Waffen und Kanonen eine Rolle. Auch ist es in dieser Epoche noch nicht unrealistisch, wenn man als Spieler neue Städte hochzieht. Eine spätere historische Einordnung wie etwa zur Zeit des Ersten Weltkriegs hätten im Gameplay gröbere Umwälzungen bewirken müssen.

So verspricht Ensemble eine breit gefächerte Auswahl an Truppen, was eine große Herausforderung für die Designer darstellen wird aber geschichtlich korrekt ist. Generell will man zwar, schon allein deshalb weil die meisten Spieler über die Moderne besser Bescheid wissen als frühere Age-Settings, auf eine Einhaltung der Historie achten, im Zweifelsfall sich aber eher für spaßbringendes Gameplay-Element als die Richtigkeit der Geschehnisse entscheiden.

Bei der Beschreibung der bisher angekündigten Nationen (drei von acht) tut sich so mancher kleiner Hinweis auf Änderungen auf. Die Briten beispielsweise (wirtschaftlich stark, können schnell Dorfbewohner produzieren) haben ihre legendären Rotröcke (Musketiere) als stärkste Einheit zur Verfügung. Will sich der Spieler allerdings lieber länger bis ins 18. Jahrhundert mit Langbogenschützen in die Schlachten stürzen, so kann er das auch tun. Ist das ein Hinweis darauf, dass es keine strengen epochalen Fortschritte mehr geben wird? (Anm.: Im Vorgänger musste man jeweils das nächste Zeitalter erforschen) Franzosen haben es leichter in Sachen Diplomatie und können sich mit den Ureinwohnern einfacher verbünden. Außerdem sind ihre Bürger schnell in leichte Infanterieeinheiten umwandelbar. Die Macht des Volkes eben. Spanier hingegen werden vom Heimatland ungleich besser subventioniert als andere Nationen, außerdem haben sie mehrere Spezialeinheiten. Durch die großen Unterschiede zwischen den Ländern sieht Ensemble beim Balancing der Zivilisationen eine deutlich größere Herausforderung als in bisherigen Age-Spielen. Nicht zuletzt auch deshalb, weil man den Spielern bei der Bestimmung der jeweiligen Stärken eine "beispiellose Menge an Kontrolle" geben will.

Wie sich schon abgezeichnet hat, wird die Kampagne nun eher an jene Charakter basierende aus Age of Mythology erinnern, als an die fünf voneinander unabhängigen aus Age of Kings. Es gibt eine große Geschichte die sich zwar an historische Ereignisse (wie zum Beispiel der Südamerikanischen Revolution, sie spielt auf beiden amerikanischen Kontinenten) anlehnt, grundsätzlich sind die Ereignisse aber fiktiv und sehr viel mehr auf Action ausgelegt. Für die Kampagne wird ein riesiger Aufwand betrieben. Während bei Age of Empires 2 noch ein einziger Designer für diesen Part verantwortlich war, sitzen jetzt sechs Fulltime-Angestellte an diesem Feature (Grafiker, Soundtechniker und Programmierer sind hierbei noch nicht einbezogen).

Wie schon in den Vorgängern spielt auch der wirtschaftliche Part eine entscheidende Rolle. Ensemble hat zwar angeblich jeden einzelnen Aspekt überarbeitet, will aber dafür sorgen, dass sich nach wie vor alles wie Empires-Reihe anfühlt. Einige Teile des ökonomischen Systems hat man allerdings (z.B.: Sammellager für Rohstoffe) gestrichen um Platz für neue Features zu schaffen. Genauer sind Greg Street (Lead Designer) und Dave Pottinger (Lead Programmer) in bisherigen Stellungnahmen leider nicht auf diesen Punkt eingegangen. Sie wunderten sich lediglich darüber, dass andere Echtzeit-Strategiespiele diesen Teil so drastisch gekürzt haben, was ihn für sie noch interessanter mache.

"Age of Empires 3 wird für die Schlachten selbst das tun, was Age of Kings und seine Formationen für die Truppenbewegungen getan hat" – große Worte die Ensemble für die Kämpfe von sich gibt. Schon allein durch die grafische Darstellung und physikalische Berechnung (die Havok-Physikengine kam schon in Half-Life 2 zum Einsatz) kann sich die Dynamik der Gemetzel ordentlich ändern. Kanoneneinschläge werfen Truppen von Klippen und zerschmettern Häuser, umherfliegende Gebäudebrocken können umherstehende Einheiten in den Tod reißen, umstürzende Türme zerquetschen Arbeiter auf dem naheliegenden Feld, Schiffe ballern sich gegenseitig Löcher in den Rumpf und die Segel und Musketiere knallen Gewehrsalven in geordnerter Formation auf die Feinde.

Es ist damit zu rechnen, dass damit ein großer Staun-Faktor erzielt wird. Während sich bei Schlacht um Mittelerde schon offene Mäuler um die Bildschirme versammelten, wenn ein Ent (=großes Baumwesen) seine Feinde durch die Luft schleuderte, könnte sich bei Age of Empires 3 das ganze Schlachtfeld derartig verhalten. Apropos Schlachtfeld: Es wird wieder zufällig generierte Maps geben. "Während andere RTS mehr und mehr auf Zufallskarten verzichten, verdoppeln wir unsere Anstrengungen um sie schöner und besser denn je zu machen.", so die Entwickler.

Fans forderten nach dem zweiten Teil ein höheres Bevölkerungslimit. Stürzten sich im Jahr 1999 noch höchstens 200 Einheiten in den Ressourcenabbau und die Kämpfe, wäre dies im Rahmen dieser Epoche nicht mehr besonders realistisch gewesen. Ohne konkrete Zahlen zu nennen, will Ensemble auf jeden Fall ein deutlich höheres Kontingent zulassen.

Age of Empires 3 ist bereits soweit fertig, dass über den Einbau aller Features und Technologien entschieden wurde. Man arbeitet bereits seit einigen Jahren an dem Titel und muss jetzt nur noch sämtliche Inhalte integrieren. Aus früheren Entwicklungen habe Ensemble gelernt, dass es für ein grandioses Spielerlebnis entscheidend sei, dass jeder einzelne Aspekt des Games bis zum Abwinken perfektioniert wird. So auch die Grafik: Zwar stammt das Grafik-Grundgerüst von Age of Mythology ab, aber es arbeiten mehr Leute an diesem Part des Spiels als insgesamt einst an Age of Kings – fast alles wurde umgeschrieben. Neueste Technologien (u.a. DX9, Shader 3.0) sollen für das "bestaussehende PC-Spiel aller Zeiten" sorgen. Ein Releasetermin wurde noch nicht festgelegt, aber es klingt wie eine panikbringende Kampfansage an die Konkurrenz, wenn die Entwickler ankündigen, dass sich niemand fragen müssen wird, was bei diesem Spiel so lange braucht…

Wie oft haben wir solche großspurigen Ankündigungen bereits gehört? Zwei bis drei Mal täglich? Von jedem Provinz-Entwickler dieses Planetens? Richtig! Und obwohl man mit Euphorie immer etwas vorsichtig sein sollte, ein wenig Glauben schenke ich den Ensemble-Mannen schon. Bewiesen haben sie ihr Talent ja zu Genüge, und die nötige Zeit will man sich auch nehmen. Auf einen Ersteindruck verzichten wir natürlich noch.

Angriff ist die einzige Verteidigung!

Der Zweite Weltkrieg ist gerade an einer entscheidenden Wende. Die Deutschen sind zwar immer noch im Besitz von fast ganz Europa aber die Ostfront und auch die Kriegserklärung an die Amerikaner fordern langsam ihren Tribut. Auch geniale Taktiker wie Rommel schaffen es nicht mehr die Schlacht zugunsten der Deutschen zu wenden und wie immer ist Hitler mal wieder der Meinung keinen Meter ohne Kampf zu weichen. Wie armselig dämlich er ist, hat er wohl nie verstanden aber wenigstens hat der alte Haudegen Patton durch diese Uneinsichtigkeit endlich die Möglichkeit sich zu bewähren…

Patton, ein amerikanischer Soldat der alten Schule, wusste schon lange vor Beginn des Krieges das sich die Taktiken des Militärs generell auf kurz oder lang ändern werden. Die Deutschen nutzten seiner Meinung nach wohl nur die Gunst der Stunde um Anfangs in einem beispiellosen Blitzkrieg Europa zu unterwerfen. Da außer Patton natürlich sonst keiner wusste wie der Hase läuft haben auch alle ordentlich auf’s Maul bekommen, aber als sich die Amerikaner schließlich daran wagten Afrika zu befreien wurde Patton zu einem wichtigem Faktor im Kriegsgeschehen.

Nachdem Blitzkrieg für CDV ein großer Erfolg war, schrie das Spiel natürlich nach einer Fortsetzung und nachdem auch diese sich gut verkaufte und Blitzkrieg 2 noch in einiger Ferne ist, wurde noch schnell Rolling Thunder als Stand-Alone Addon auf den Markt geworfen. Falls sich das für euch nach einer schnell dahingeschlampten Fortsetzung anhört liegt ihr falsch. Die historische Recherche ist einwandfrei und auf dieser aufgebaut ist eine spannende Kampagne in der ihr die U.S. Army in Afrika, Italien und noch einigen anderen Orten gegen die deutsche Wehrmacht und ihre Vasallen jagt.

Was die Blitzkrieg-Reihe herausragend macht, ist dass man mit reinem Drauf-los-Stürmen nicht wirklich weit kommt. Einheiten im Feld nachbauen könnt ihr nicht, ihr müsst euch mit Sanitäts- und Reparaturfahrzeugen zufrieden geben. Auch die Munition ist nicht unbegrenzt und die Bleispritzen eurer Infanteristen sind ziemlich schnell leer. Um im Feld gegen den Feind zu triumphieren ist also genaue Planung und Organisation der Truppenverbände und des Nachschubs nötig und Taktik spielt eine gewichtige Rolle. Der Standard C&C-Spieler wird sich wundern, wie schnell die deutsche Wehrmacht die Ardennenoffensive durchziehen wird, wenn man mit seinen Panzern einfach blind losfährt. Ohne Aufklärung geht nämlich auch nicht viel. Grafik und Präsentation sind hier eher zweitrangig, man kann Blitzkrieg fast schon eine Art Schach Charakter andichten.

Im Addon dürft ihr nur für eine Partei, die Amerikaner unter General Patton, kämpfen. Für den Abwechslungswütigen hat CDV aber glücklicherweise noch ein paar Einzelmissionen dazu gepackt in denen ihr zum Beispiel mit den Russen gegen die Japaner in Sibirien antreten könnt. Allzu viel Auswahl habt ihr also nicht, aber für die Taktiker unter euch dürfte Rolling Thunder ein gelungener Lückenfüller bis zum Erscheinen des Sequels sein.

In Sachen Grafik und Sound hat sich nichts getan, aber trotzdem ist es immer wieder amüsant die etwas hochtrabenden Sprüche der Amerikanischen G.I.’s zu hören. Schiessen sich gerade den Weg nach Palermo frei und tönen herum, dass sie Berlin schon fast sehen könnten :).

Irgendwie hat sich gegenüber den Vorgängern nicht viel verändert, und ich denke das ist auch in Ordnung so. Was erwartet man sich auch von einem Stand Alone Addon außer ein paar neuen Missionen? Und genau das bietet uns CDV mit Rolling Thunder. Man muss auch nicht immer alles verändern um ein gutes Spiel auf den Markt zu bringen. Manchmal reicht es für einen Haufen taktiksüchtiger Spieler ein wenig Nachschub zu liefern und schon ist die Welt in Ordnung. Für denjenigen der Innovation in Gameplay und Technik erwartet ist Rolling Thunder nichts, es sei denn er kennt das Original noch nicht. Aber auch in diesem Fall ist man mit dem Package Blitzkrieg + Burning Horizon, das momentan noch überall zu haben ist, besser bedient als mit dem zweiten Addon.

Der Rest möge sich gedulden und auf Blitzkrieg 2 warten. Eine neue Grafik Engine, neue Einheiten, selbststeuerbare Luftwaffe und ein ganzer Haufen anderer neuer Features erwarten euch. Lange dauert’s ja hoffentlich nicht mehr.