Kategorie-Archiv: Spiele

Goldi ZIIIIIIIIIIIIEEEEH!!!!

Bundesliga Manager Professional ’97 mit Andi Goldberger, Schwachsinn? Nein, ich bin im Vollbesitz meiner geistigen Kräfte, Skispringen Saison 2003/2004 hats mir einfach angegan. Fliegen wie Andi Goldberger kann jetzt Wirklichkeit werden, nur den Schnee wegschnupfen kann man noch nicht …

Winterzeit, Skisportzeit – pünklich zum Saisonstart gibt’s wieder zahlreiche Spiele rund ums Thema Skisport und natürlich auch über’s Skispringen. Sorgsam wie wir sind, haben wir für euch Skispringen Saison 2003/2004 herausgegriffen, hierzulande bekommt ihr das Game von Koch Media.

Kaum installiert, kann man sich sofort ins Getümmel stürzen – eigentlich braucht das Handbuch dank einfachem und schnell verständlichem Tutorial niemand so wirklich. In spätestens fünf Minuten hat man die Maus-Only Steuerung kapiert und kann schon los legen. Zu Beginn empfiehlt sich der Einzelsprungmodus, hier kann man nach Herzenslust so viele Sprünge wie nötig absolvieren, bis man letzendlich zur Perfektion gelangt ist. Für Spieler, die gern etwas mehr Zeit investieren wollen, steht auch ein Karrieremodus zur Verfügug. Nebem dem üblichen Schnick-Schnack wie eben Sponsorenwahl, Preisgelder einkassieren usw. lässt sich auch die Ausrüstung von einigen Fake-Herstellern kaufen. Natürlich lassen sich auch Weltmeisterschaftsbewerbe, 4-Schanzen-Tourneen oder simple Trainings springen.

Gesprungen wird auf 39 verschiedenen, originalgetreuen Schanzen und zwar immer gleich: von oben nach unten. Während der Anlaufphase, beim Absprung, während des Flugs und bei der Landung muss immer mit der Maus die Körpferhaltung korrigiert und im grünen Bereich gehalten werden.

Eigentlich hab ich mir nicht sehr viel erwartet. Zugegeben das Cover sieht etwas billig aus, insbesondere unser Andi Goldberger (nimm’s nicht persönlich, wir haben dich lieb). Trotzdem macht das Spiel unheimlichen Spaß, seit Winter Games damals in DOS-Zeiten gab’s kaum wirklich gute Skisprung Spiele mehr. Sofort überzeugt hat mich die einfache Steuerung, sollte man nicht gerade Probleme mit den Grundfunktionen, also X und Y-Achse oder klicken, der Maus haben (ich denk‘ da z.B. an meine Mutter) hat man sicher keine Probleme beim Zocken.

Vor allem im kleinen Kreise bei einem gemütlichen Klatsch-und-Tratsch-Abend empfiehlt sich Skispringen Saison 2003/2004 – durch die Hot-Seat Funktion kann man sogar mit mehreren Freunden auf einem PC eine Privatmeisterschaft austragen oder den Karrieremodus bestreiten.

Der Titel richtet sich mit Sicherheit nicht an den Hardcore-Gamer, eher der Gelegenheitsspieler oder Wintersport Fan wird Gefallen daran finden. Und mit knapp 20 Euro ist sicher nicht viel verloren…

Ubisoft – Rote Zahlen trotz Umsatzsteigerung

Die momentan schlechte wirtschaftliche Lage geht auch am Spielebusiness nicht spurlos vorbei. Neben einigen Entwicklerpleiten in diesem Jahr müssen auch die großen Konzerne mit Gewinnrückgang und sogar Verlusten rechnen.

So konnte der französiche Publisher Ubisoft zwar seinen Umsatz um 66,8 Prozent auf 128,8 Mio. Euro in der ersten Hälfte des Geschäftjahres 2003 steigern, musste aber dennoch einen Verlust von 31,6 Mio. Euro hinnehmen, was eine Verbessung gegenüber dem Vorjahreszeitraum ist, indem Ubisoft 52,5 Mio. Euro Verlust hinnehmen musste.

Dennoch verfolgt Ubisoft ergeizige Pläne und will in den nächsten Monaten wieder in die Gewinnzone fahren. Mit einem Portfolio vielversprechender Titel könnte dies auch durchaus gelingen.

oder Cinemaware: Defender of the Cash

England im tiefsten Mittelalter: Während König Richard irgendwo in Österreich in einer dunklen Bergfeste gefangen gehalten wird, nutzt sein kleiner Bruder Prinz John die Situation schamlos zu seinem eigenen Vorteil aus. Er verbreitet das Gerücht, der König wäre nicht mehr zu retten und setzt sich fast ohne Widerstand auf den Thron von England. Wäre eine tolle Sache für den kleinen Prinzen, wäre da nicht dieses ‚fast‚, welches in Gestalt von Robin Hood zu einem extremen Problem für den möchtegern König wird.
Während der nämlich gerade versucht, seine Position am Thron zu festigen, sägen Robin und seine geliebte Marian schon fleißig an seinem Ast um wieder Recht und Ordnung in England herzustellen.

Robin von Locksley wohnt in seinem kleinen Wald und will eigentlich nichts anderes, als dort den Reichen zu nehmen und den Armen zu geben. Natürlich gibt’s hin und wieder mal ein paar Probleme mit Sheriff Miffy (oder wie hieß der genau?), aber das ist halb so wild. Leider bekommt Miffy von Nottingham eines Tages ein wenig zuviel Verstärkung und wird zu einer Gefahr für den Konsumentenschutz des Mittelalters. Genau dadurch ergibt sich die Situation, dass Robin der einzige und echte Retter der Insel im Norden Europas ist.

Ihr beginnt im Wald von Sherwood, der ein kleines Tutorial im Spiel darstellen soll. Dort wird man mit den Möglichkeiten im Spiel vertraut gemacht und darf sich ein paar Videos ansehen, die erklären sollen wie das Spiel flutschen soll. Prinzipiell kann man sagen, das Tutorial ist nutzlos. Wichtig ist nur dass man sich sechs Tasten merkt: Linke und rechte Maustaste und die Pfeiltasten. Das reicht volkommen um das neue DotC durchzuspielen. Naja, vielleicht sollte noch erwähnt werden, dass man mit DEL sinnlose Videos oder Intros überspringen kann – nur ein kleiner Tip für die, die verzweifelt auf Escape hämmern und dabei Annehmen dass sich das pixelige Introvideo überspringen lässt.

Die Story wurde von Cinemaware zu 1:1 aus dem damaligen Klassiker übernommen, mit dem Unterschied, dass man die neue Version mit vielen Gesprochenen Dialogen und einigen Ingame Videos aufgemotzt hat. Zu Spielen ist alles eigentlich genauso, wie man es von früher kennt. Es gibt die Landkarte, ein paar Turniere zum drüberstreuen und natürlich dürfen auch der obligatorische Bogen Raid und die regelmässigen Edle-Maid-Befreiungsaktionen nicht fehlen.

Ich werde euch die einzelnen Modi jetzt noch kurz etwas näher beschreiben. Auf der Übersichtskarte könnt ihr euch Grossbrittannien (aber ohne Nordirland) ansehen. Von dort aus startet ihr alle Aktionen, dies ist sozusagen der Hauptkontrollraum. Links seht ihr Ritter Ivanhoe, der euch bei Turnieren vertreten wird oder mit dessen Hilfe ihr Burgen in Provinzen eurer Wahl bauen könnt. In der Mitte ist Robin von Locksley. Das ist euer Mann für versteckte Hinterhalte und die oben erwähnten Maid Befreiungsaktionen. Mit ihm könnt ihr in 3D Ansicht Schwertkämpfe fechten und in finstere Verliese vordringen. Ganz rechts ist Little John zu finden. Mit ihm könnt ihr Attacken mit eurer Armee auf feindliche Provinzen durchführen und Garnisonen mit Männern verstärken. Sobald Ihr eine Provinz angreift kommt man in einen Modus, der unglaublich dämlich aussieht. Eine nähere Beschreibung dazu möchte ich euch an dieser Stelle ersparen, es ist einfach eine Spur zu peinlich..

Die Grafik ist gutes Mittelmass. Teilweise, z.B. bei Turnieren sieht das Publikum mehr als lächerlich aus – wie in guten alten Zeiten fast. Bei Robin’s Pfeil und Bogen Hinterhalten sieht alles dann wieder aus wie aus dem Ei gepellt. Wenn ich etwas positiver eingestellt wäre könnte ich aber auch sagen, dass miese Grafik bei gerade diesem Titel vielleicht auch ein wenig den Nostalgiefaktor nach oben treiben kann. Für andere vielleicht ja aber ich erwarte mir einfach gute Grafik, weil es einfach dazugehört wie die Radeon 9800XT unter den Weihnachtsbaum – Schönen Gruss an meine Verwandschaft an dieser Stelle!

Frei von Tadel ist die musikalische Untermalung, welche in allen Belangen wirklich voll einschlägt und DotC trotz allen Schwächen noch eine ordendliche Portion Atmosphäre bringt. Ein Titel für Nostalgiker und Leute die vor ihren Freunden angeben möchten dass Sie ein Spiel aufgrund des peinlich leichten Schwierigkeitsgrades in 3 Stunden durchgezockt haben.

Positiv hervorzuheben ist dann aber doch noch einiges: Wie schon erwähnt hat die Grafik durchaus ihre Vorzüge, musikalisch wird man keinesfalls enttäuscht und die Storyline ist wirklich im Vergleich zum Vorgänger ordendlich aufgemotzt worden. Viele Dialoge in vom Sonnenlicht getränkten Waldwegen erwarten euch und auch ein paar überraschende Wendungen finden statt. Für Leute, die der alten Zeit nachweinen ist Robin Hood: Defender of the Crown durchaus einen Blick wert, für alle anderen gibt es wesentlich besseres am Spielemarkt.

Früher war alles anders. Wir haben damals sogar die Schule geschwänzt und uns an den Eltern vorbeigeschlichen, um am 8086er von Papa Defender of the Crown im vier Farben CGA Modus zu spielen. Lächerlich erscheinen mir die Zeiten, in denen eine Spielesammlung auf eine 720kb Floppy passten aber sogar vier Farben waren damals ein ultimatives Erlebnis für uns..

Die Betonung liegt auf waren. Defender of the Crown war einmal ein gutes Spiel. Der halbherzige Aufguss des Originals ist Cinemaware einfach nicht gelungen – oder doch? Es ist doch alles so wie früher vorhanden und die technische Seite wurde ordendlich aufgemotzt! Das Problem an der Sache ist einfach das wir uns nicht mehr auf einem Innovationsniveau von 1985 befinden sondern im 21. Jahrhundert und es nur noch eine Frage der Zeit ist bis wir eine neue Staffel von Supergran mit Warpantrieb sehen können.

Die alten Zeiten sind, so leid es mir tut vorbei. Der Titel ist meiner Meinung nach dazu da, um armen Spielern Geld für zwei Stunden Spielspass zu nehmen der es nicht wert ist, gekauft zu werden. Minesweeper ist komplexer und als Pausenfüller auch besser geeignet.

Wettergötter beim Boarde

Österreichische Entwickler zeigen nicht erst seit der PS2-Umsetzung von Max Payne (Neo/Rockstar Vienna) und Anno 1602 (Max Design), dass auch aus unserem schönen Alpenland große Software kommen kann. Mit Bongfish versucht sich ein Grazer Team am österreichischen Nationalstolz – dem Wintersport. Mit wunderschöner Cell Shading-Grafik schicken die Jungs uns über die Berge zum Freestyle-Boarden. Geholfen wird ihnen dabei mit der namensgebenden Snowboard-Größe Tommy Brunner – aber das haben wir euch alles schon mal erzählt.

Jetzt gibt es ein erstes Video, das die Grafik in Aktion zeigt. Zwar sieht man „nur“ das Intro und den Wetter Editor, das ist aber keinesfalls langweilig. Wer sich fürs PC-Boarden und Modden interessiert sollte unbedingt einen Download bei unseren Kollegen von 4Players wagen, da wir euch den aus Kostengründen nicht selber anbieten können.

Update:
Es gibt nun auch neue Screenshots zum Spiel. Zwei der vier Dinger haben wir für euch ergattern können!

Die Milch macht’s!

In der heutigen Zeit beherrschen vor allem Coke und diverse andere Zucker-Frucht-Mischungen die Getränkeregale in den Supermärkten. Aber das einzig Wahre ist doch die Milch, das haben auch die Jungs von Zuxxez erkannt. Wer nicht schon durch die Verpackung und das über 250-seitige Handbuch feuchte Hände und einen wässrigen Mund bekommen hat, sollte jetzt auf jeden Fall weiterlesen (sonst schick ich die Schwiegermutter vorbei) …

Wie schon gesagt, die Verpackung und das Handbuch sind unglaublich geil: überall
Bilder von halb-nackten Amazonen die im Spiel so nicht vorkommen. Nach der Installation kommt also in der Tat etwas Enttäuschung auf, weil die Verpackung etwas verspricht, was im Endeffekt nicht so geboten wird. Aber eigentlich ist das egal, dadurch wird in keinster Weise der Spielspaß geschmälert. Ob man das Spiel nun als Rollenspiel oder als Echtzeit-Strategiespiel nutzt, bleibt jedem selbst überlassen. Für meinen Teil: ich hab‘ mich zunächst eingehend mit dem Rollenspielpart beschäftigt, um mir den Strategiepart sozusagen "aufzuheben".

Vorweg aber vielleicht noch zum Sound: schon beim Intro-Track war ich begeistert. Zwar trifft die Musikrichtung nicht so ganz den Geschmack der breiten Masse, aber die Klangqualität ist enorm und passt in jedem Fall perfekt zum Geschehen. Selbriges gilt für die Sprachausgabe: während Prinz Siegfried, der Hauptcharakter der Singleplayer-Strategie-Kampagne, ein nahezu makelloses Deutsch spricht, begnügt sich das gemeine Volk mit Dialekten (Sächsisch, Schwäbisch, Bayrisch …). Zwar hätten sich bessere Synchronsprecher, insbesondere für das zuletzt genannte Bayrisch, finden können, aber allein die Idee und der Wortwitz können überzeugen. Dieses Prinzip funktioniert in Filmen wie Ice Age oder Findet Nemo auch, also wird es langsam Zeit, dass diese Strategie auch in der Spielebranche Einzug findet – obwohl mich der Gedanke an einen Cyber-Terroristen namens "Manni das mürrische Mammut" in Deus Ex 2 eher abschrecken würde ;).

Weil ich eben schon beim Sound war, kann ich eigentlich gleich die Grafik erwähnen: das Spiel ist enorm hardwarehungrig; wohin all die schöne Leistung verschwindet, ist mir allerdings gänzlich unklar. Zwar beanspruchen einige Effekte (z.B. spiegelnde Wasseroberflächen) einiges an Grafikpower, aber bei anderen Spielen sind deutlich bessere (oder gleichwertige) Ergebnisse mit weniger starken Rechenknechten möglich. Um die Einstellungen für die Details und Auflösung dennoch optimal hinzubiegen hat man für den Spieler sage und schreibe neun Seiten mit Konfigurationstabellen und Hardwareangaben ins Handbuch gepackt. Einige der Minimalkonfigurationen mit 500 MHz und GeForce 2MX erscheinen mir jedoch etwas utopisch (auch wenn das Spiel für deratige Systeme eine zweite Grafikengine bietet), für halbwegs akzeptablen Spielspass solltet ihr mindestens 1 GHz und eine GeForce 3 Ti unter der Haube haben.

Wer sich jetzt noch im Stande fühlt weiterzulesen (und nicht ständig auf das erste Bild lüstert) wird jetzt mit weniger technischen Dingen belohnt, Charaktererstellung leicht gemacht:

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Klasse auswählen, Namen definieren und los gehts – um die Verteilung der 5 Erfahrungspunkte sollte man sich beim ersten Spiel nicht so wirklich Gedanken machen – eigentlich fehlt mir auch jetzt im Nachhinein der richtige Druchblick was die Fähigkeiten im Einzelnen bewirken, aber einfach ein paar mehr Hitpoints kann nie verkehrt sein. Leider zieht sich dies durch den ganzen RPG Teil, dieser ist meiner Ansicht nach etwas verkümmert – insbesondere die Auswahl an Items hält sich in Grenzen. Unweigerlich führt das (wie in Baldur’s Gate) dazu, dass jeder am Schluss mit den selben Items herumläuft. Ein System, welches zufällige Gegenstände nach verschiedenen Gesichtspunkten generiert (ähnlich wie in Sierras inoffiziellem Diablo Add-On Hellfire), ist für Online Hack & Slay bzw. RPG Titel immer vorteilhaft. Dieses Problem bezieht sich natürlich rein auf den Langzeit-Multiplayerspaß – die Einzelspieler-Story bleibt davon unangetastet (Selbiges gilt eben auch für Baldur’s Gate).

Auch für den Echtzeit-Strategie-Part sind die vorhandenen Gegenstände bei weitem ausreichend – eigentlich dienen sie nur dazu, den Helden (als Prinz Siegfried) auszustatten. Besonders in der Kampagne hängt aber oft der RPG Teil durch: hat der Held ein gewisses Erfahrungsniveau erreicht, dient er viel zu oft als Einzelkämpfer an der Front, die restlichen Einheiten bleiben links liegen und stören das fröhliche Schachtfest des Avatars in den meisten Fällen.

Mit einfachen Aufträgen (orientiert an die WarCraft 3 Einführungskampagne) wird man in Form eines integrierten Tutorials mit den Gegebenheiten des Spiels vertraut gemacht – obwohl es nicht wirklich stört, den Rollenspiel Teil zuerst zu spielen, empfehle ich doch eher mit dem Strategieteil zu beginnen (irgendwie gewinnt dadurch alles mehr Sinn). Die Einweisung erfolgt durch Thadeus, einem alten, weisshaarigen Männlein mit Krückstock und zittriger Stimme. Eigentlich gilt es nur Siegfrieds Rüstung und den königlichen zu finden um schliesslich seine getreuen Mannen zu finden.

Neben Wölfen und Skeletten werdet ihr hauptsächlich auf sehr einfache Gegner treffen – auch der Bau eines Dorfs (eines Stuetzpunkts) kommt erst im späteren Verlauf dazu. Mit einfachen Mitteln wird auch die Wirtschaft dargestellt. Hier hat man wohl von Command & Conquer abgekupfert: nur statt Tiberium gibt’s Gras für die Kühe (Harvester) zu fressen, diese geben dann Milch im Stall, statt Credits in der Rafinierie. Mit Milch kann dann so ziemlich alles gekauft und gebaut werden. Ob Häuser, Brücken oder Einheiten: alle scheinen geil auf Milch zu sein.

Neben diesem Kuriosum finden sich noch zahlreiche andere witzige Einlagen – so können neben konventionellen Einheiten (Holzfäller, also herkömmliche Bauarbeiter, die sich zugleich als Axtkämpfer einsetzten lassen oder etwa Bogenschützen) auch Schwiegermütter anheuern. Mit einem Nudelholz bewaffnet sorgen sie einerseits für eine 100%ige Leistungssteigerung eigener Arbeitskräfte, andererseits sind sie in der Lage gegnerische Gebäude zu übernehmen – man kann sich ja denken, wie das von Statten geht.

Nochmal zurück zur Milchwirtschaft: die Entwickler haben sich etwas komplett Neues einfallen lassen: KD (Künstliche Dummheit), ok neu ist das sicher nicht, viele Spiele haben das schon, neu ist nur der bewusste Einsatz. Kühe kommen nicht von selbst auf die Idee, Gras zum Fressen zu suchen. Je öfter sie zu einer Weide dirigiert werden, desto höher steigt ihr Erfahrungslevel. Eine Kuh (bespielsweise Martha) mit großer Erfahrung kommt ab und an selbst auf die Idee neue Weiden zu suchen, wenn das Gras auf der zuletzt genutzten schon gänzlich abgefressen ist.

Eine kurze Erwähnung verdient vielleicht noch der mitgelieferte Editor: ob Strategie oder RPG Karten, beide können mit dem direkt ins Spiel integrierten Editor erstellt und nach freien Wünschen gestaltet werden. Alle Funktionen sind überschaubar im Handbuch erklärt und sollten für jedermann verständlich sein, der Reiz eigene Quests zu erstellen sollte vor allem für die Rollenspieler interessant sein – Abwechslung ist also vorprogrammiert.

Wie schon gesagt, das Handbuch hat mich von Anfang an begeistert: jetzt noch im Nachhinein finden sich immer wieder witzige Stellen und Kommentare, auch wenn vieles teilweise etwas kindisch wirkt hat zumindest die Strategie bei mir funktioniert.

Ein Fantasy-Spiel findet sich oft, aber ein Spiel das an den Wortwitz und den Spaß eines klassischen Adventures herankommt und dann noch als RPG/RTS vermarktet wird, gibt es sehr selten. Wem es also bei WarCraft 3 oder bei aktuellen Ego-Shootern etwas zu rabiat zugeht, sollte sich Knight Shift auf keinen Fall entgehen lassen. Durch den Konkurenten Spellforce und dessen oftmals bessere Wertungen sollte man sich aber nicht vom Kauf abhalten lassen, man versäumt etwas.

Eigentlich will ich nicht mehr allzu viel verraten, viele kleine, nett untergebrachte Details warten darauf entdeckt zu werden ;)

Black Isle Studios – Vor dem Aus!

Es zeichnete sich immer deutlicher ab, dass die Black Isle Studios (ein Tochterunternehmen von Interplay) Probleme bekamen. Zuerst die Absage des Rollenspiels Baldurs Gate 3 und dann heute die Bekanntgabe, dass die Produktion von Fallout 3 (wir berichteten)eingestellt wurde.

Das auf RPG bzw. AD&D spezialisierte Team, welches qualitativ hochwertige Spiele wie Baldurs Gate, Fallout oder Icewind Dale erschuf, wird es in Zukunft nicht mehr geben, da sich Interplay u.a. auf den Konsolenmarkt konzentrieren will.

Jedoch fehlt noch die offizielle Bestätigung von Interplay aber durch einen Forumpost wurde bereits Klarheit darüber geschaffen.

Zitat (übersetzt und übernommen von GBase.ch): Heute war sowohl für mich, als auch für mein Team der letzte Tag bei den (ehemaligen) BIS (Black Isle Studios). Ich möchte den besten Fans unserer Industrie schnell auf diesem Wege danken und mich auch für all die grossartigen Meinungen und Unterstützungen von eurer Seite bedanken. Ich weiss noch nicht, wo ich letztlich unterkommen werde, aber ihr wisst, dass wir alle begeisterte Spieler sind und PC Spiele erschaffen, die nicht nur wir gerne spielen, sondern auch unsere Fans. Aber das hier ist kein „Auf Wiedersehen“, Ich werde nach wie vor in verschiedenen Foren mein Unwesen treiben (auch in diesem, aber ohne das BIS-Logo) und ich werde auch weiterhin mit euch Ideen und Erfahrungen austauschen.

Passt auf euch auf und habt eine schöne Weihnachtszeit!

Damien Foletto.

Ein schwarzer Tag für RPG-Fans, dies bedeutet wohl das vorläufige Ende einiger RPG-Sagen.

Er ist klein, trägt Brille und ist unglaublich intelligent!

Wir Abenteurer: Unsere Helden heißen Guybrush Threepwood, Bernard Bernoulli oder Sam & Max. Doch nun kommt ein "neuer" Hero hinzu und der hat so einige überraschende Fähigkeiten. Zum Beispiel kann er das komplette Detektiven-Handbuch auswendig. Wenn das mal keine Leistung ist – fast so gut wie zehn Minuten die Luft anzuhalten! Worin Tony Tough sonst noch zwischen gut und genial steht verraten wir euch in unserer Review…

Wir befinden uns in einem kleinen, modrigen Büro eines erfahrenen Detektivens – wenn wir seinen eigenen Worten glauben. Am Schreibtisch sitzt ein völlig aufgelöster Mann. Er weint um seinen… pinken HUND! Der Typ heißt Tony Tough und trägt eine Brille, die jene von Buddy Holly locker in den Schatten stellt. Sein Köter Pantagruel wurde entführt und das auch noch an Halloween. Nun müssen erst einmal alle anderen Fälle bei Seite geschoben werden – wie z.B. der des geheimnisvollen Süßigkeiten-Diebes. Tony, Anthony C. Tough wie er richtig heißt, ist sich sicher, dass Aliens hinter diesen Diebstählen stecken und dadurch die Weltherrschaft an sich reißen wollen. Doch die sind erstmal schnell vergessen und unser kurzsichtiger Detektiv macht sich auf die Suche nach seinem Hund.

Gleich vor dem wirklichen Beginn von Tony Tough and the night of Roasted Moths fällt positiv auf, dass man sich zwischen zwei Schwierigkeitsgraden entscheiden kann. Wer erst einmal langsam beginnen will wird sich für den "Baby-Modus" entscheiden und es so um einiges leichter haben, da einige Gegenstände die ihr benötigt leichter zu finden sind, und generell vieles vereinfacht wird. Dann kann es auch schon losgehen. Sobald das etwas langatmige Intro geschafft ist, kommt sehr schnell richtiges Adventure-Feeling auf. Die Steuerung ist so unglaublich einfach und effektiv, dass sich die Konkurrenz eine Scheibe abschneiden kann. Per Point & Klick-Verfahren scrollt ihr euch durch die schön gezeichneten Hintergründe und löst auf diese Art auch die Rätsel. Mit einem einfachen Klick auf die rechte Maustaste öffnet sich das Aktions-Menü, wo ihr die Funktionen "Sprechen", "Untersuchen", "Benutzen" und "Nehmen" vorfindet. Mit einem Linksklick läuft Tony sofort und ohne große Umwege dahin wo ihr ihn haben wollt.

Natürlich gibt es auch ein Inventar, in dem ihr unter anderem Genre-typisch verschiedene Dinge miteinander kombinieren könnt und auch müsst. Als kleines Extra ist Tony dann noch mit einem Notizblock ausgestattet, auf dem er nicht nur sinnlose Kritzeleien verewigt, sondern auch einen Plan von dem Vergnügungspark zeichnet, der als Szenario den Kopf hinhält. So fällt euch die Orientierung wesentlich leichter.

Das Allerbeste an Tony Tough ist jedoch nicht die Steuerung oder das Detektiv-Handbuch. Nein! Der Humor macht’s! So herzhaft lachen konnte man seit der großen Lucas Arts-Ära nicht mehr. Mit unglaublich frechen und auch zynischen Kommentaren bringt er jeden der vielen ansprechbaren Charaktere fast um den Verstand – und uns Spieler zum "auf dem Boden rollen". Der kleine Sprücheklopfer muss aber auch oftmals zu etwas ungewöhnlicheren Methoden greifen, um seinen geliebten lila Freund zu retten, weshalb die Sprüche nur ein Teil seines Könnens zeigen. Ein wenig um die Ecke denken zu können ist bei den abgefahrenen aber fairen Rätseln Voraussetzung.

Soundtechnisch wurde bei Tony Tough ebenfalls groß aufgetrumpft. Viele bekannte Namen der deutschen Comedy-Szene verliehen den Charakteren ihre Stimme, womit auch schon auf der Verpackung mächtig angegeben wird.

So sprechen unter anderen Markus Maria Profitlich, den viele von "Mensch Markus" kennen sollten, Pro Sieben-Blödler Ino Appelt und Marco Rima, der ehemalige "Wochenshow"-Komiker aus der Schweiz. Die Investition von dtp in solch hochwertige Stimmen hat sich auch gelohnt, denn was dabei herausgekommen ist, ist Humor vom Feinsten mit genau den richtigen Stimmen. Gesprochen wird mit Tony übrigens per Multiple-Choice Auswahl. Dabei habt ihr dann die Alternative, ob ihr etwas zur Story beitragt oder einfach nur mal etwas dämlich vor euch hin brabbelt, wobei letzteres sich sehr lohnt, da euch witzige Komentare ohne Ende geboten werden..

Grafisch merkt man Tony Tough allerdings schon an, dass er vor Jahren schon einmal über die Bildschirme gehüpft ist. Damals aber leider nur in Italien. Eine etwas pixelige 640×480 Auflösung begleitet euch durch das ganze Spiel und macht wahrhaftig keinen besonders guten Eindruck. Zwar sind die Hintergründe liebevoll gestaltet und sind mit Details bis oben hin vollgestopft aber Auflösung und Animationen entsprechen nicht mehr den heutigen Standarts. In den Cutscenes gibt es auch die ein oder andere 3D-Animation, die allerdings ebenfalls nicht wirklich überzeugen kann. Dafür hat die Grafik auch ihre guten Seiten – denn immerhin benötigt ihr nicht mehr die allerneuste Hardware um spielen zu können. Als kleines Extrafeature bekommt man die Möglichkeit in einen Schwarz-Weiß-Modus zu schalten, der das ganze Spiel mit einem Gelblichen Grau Ton versieht, wodurch man das Gefühl bekommt in einem Kino einen richtig guten und unglaublich alten Krimi zu schauen.

Letztendlich darf man schon damit rechnen gute 15-25 Stunden zusammen mit Tony zu verbringen. Denn schon alleine das Ausprobieren verschiedener Sprüche, die immer dann auftauchen, wenn zwei Items zusammengefügt werden, nimmt sehr viel Zeit in Anspruch. Dank schwerem Modus hat Tony Tough auch noch einen guten Wiederspielbarkeitswert .

Ich kenne viele kleine Menschen die Brille tragen, aber keiner davon kommt so urkomisch rüber. Das was dtp mit Tony Tough auf meinen Bildschirm gezaubert hat, war mehr als ein einfaches 2D-Adventure. Es war ein lang ersehnter Traum, denn seit Monkey Island habe ich mich nicht mehr so amüsiert.

Grafisch ist Tony Tough sicher nicht mehr ganz auf dem Damm, dafür ist es aber richtig gute Adventurekost. Humor, gute Sounds, und eine Menge zynischer Kommentare machen es zu einem besseren Adventure als Runaway es war. Allerdings muss sich das ebenfalls von dtp vertriebene spanische Abenteuer nur sehr knapp geschlagen geben.

Also was sitzt ihr Adventure-Fans noch vor dem Bildschirm? Tut was für die Wirtschaft und kauft Tony Tough, es ist sein Geld alle mal wert. Ich hoffe jetzt auf einen zweiten Teil…

Solidarität und Brüderlichkeit

Die Sowjetunion zerfällt, Nostavira fällt in die Hände des machthungrigen Diktators Vasily Karasov. Demokratie wird verboten, das Versammlungsrecht von Parteien wird abgeschafft. Ich bin Vorsitzender einer Partei – genauer gesagt Untergrundbewegung und versuche möglichst viele Stimmen aus dem Volk auf meine Seite zu ziehen um dann eine Revolution auszurufen…

Alles begann vor vielen Jahren, meine Frau und mein Kind wurden vom KGB verschleppt und getötet, ich musste ins Exil. Mein darauffolgendes Leben, bis heute, lief etwas durcheinander ab. (Ähnlich wie in Jagged Alliance 2 wird die Karriere des Avatars durch ein Multiple-Choice Verfahren beschrieben, eine Art Psychotest. Je nach Beantwortung der Fragen ergeben sich so gewisse Stärken oder Schwächen). Schon am ersten Tag geht’s voll ins Geschehen, es gilt ein paar Parteiaktivisten anzuwerben und uns eine kleine Stammwählerschaft in meiner Heimatstadt Ekaterine zu sichern.

Jeder Tag teilt sich in Vormittag, Nachmittag und Nacht auf – in einem Kalender werden die Vorhaben festgelegt. Das Hauptgewicht liegt auf den Ressourcen (Macht, Einfluss und Wohlstand) und den Eigenschaften der Charaktere, diese teilen sich ebenfalls in diese 3 Kategorien. Je nach poltischer Ausrichtung (zu Anfang durch den Psychotest ermittelt) können verschiedene Aktionen durchgeführt werden: als Wohlstandsanhänger macht man sich primär die Finanzen zu Nutze, mit Pressemeldungen und Bestechungsaktionen sichert man sich seine Wählerschaft. Als Anhänger der Macht greift man mit eiserner Faust durch – mit Graffiti, Demostrationen und Diskreditition anderer Parteien sichert man sich so die Stimme des kleinen Mannes und Arbeiters.

In Echtzeit (wahlweise mit Zeitraffer-Funktion) kann man nun das Geschehen in der 3D Ansicht verfolgen – wie sich spätestens nach 30 Minuten spielen herausstellt, wird diese Ansicht nicht gebraucht. Bei einigen Zwischensequenzen wird Zwangsweise von der Satellitenansicht in die 3D-Ansicht gewechselt – diese Sequenzen dauern meist "ewig" und lassen sich nicht überspringen.

Die "abwechslungsreichen" Quests beschränken sich hauptsächlich auf "Gewinne 50% der Wähler in diesem Stadtteil" oder "Senke den Wählerstamm der Partei X auf 25%". Rundenbasierend und ohne 3D-Ansicht wäre das Spiel vermutlich besser aufgehoben gewesen – zwar ist sehr viel Content (zB gesprochene Dialoge) vorhanden, allerdings ist dieser für den Verlauf des Spiels nicht wirklich wichtig. Die Stadt ist riesig und lebt – Fahrzeuge und Menschen auf den Strassen – allerdings fühlt man sich eher wie ein Zuschauer, anstatt in einer Ego-Perspektive durch die Strassen und Gassen zu laufen, sieht man alles aus einer frei schwenkbaren Draufsicht. Mit vorgegebenen Personen kann man zwar sprechen, aber mit x-beliebigen Leuten nicht.

Republic ist der beste Beweis für leere Versprechungen. Satte 5 Jahre Entwicklungszeit für ein Spiel mit derartig schwacher Umsetzung ist schon heftig. Fast 5 Jahre haben wir Max Payne oder Deus Ex verzeihen können – es hat sich gelohnt zu warten. Ich selbst habe ewig auf Republic gewartet und bin sehr enttäuscht, ich kanns auch allen nachfühlen, die das selbe tun. Nach ca. 8 Stunden motivierter Politik hab‘ ich resigniert – offengestanden, ich habe das Spiel NICHT durchgespielt, also kann mein Eindruck unvollständig sein.

Gesagt sei noch, dass dieser Artikel keinen vollständigen Test sondern einen äußerst subjektiven Eindruck darstellt. Die großen Versprechungen sind sehr schlampig, mangelhaft und unvollständig umgesetzt – schade eigentlich, die Idee war großartig.

Wem also die 20 Euro für Republic: The Revolution nicht zu schade sind, kann ruhig zugreifen.

RIAA – Anti-Piraterie-Spiel in Planung

Ein Spiel das die Welt nicht braucht, ein Spiel mit absolutem Geek-Faktor – das Music Pirates Game, die neueste Kreation der RIAA (Recording Industry Association of America), soll auf spielerische Art und Weise Kindern ab 5 Jahren ein gewisses Rechtsbewusstsein vermitteln.

Der Spieler schlüpft dabei in die Rolle eines FBI-Agenten – aber halt, zu früh gefreut: man hat keine Knarre und darf auch keinen auf der Flucht befindlichen Musikpiraten erschiessen … FBI steht in diesem Fall für „Funny Bureau of Investigations“ also können wir wohl einen etwas verkümmerten Tony Tough erwarten. Man ist also auf der Jagd nach dem „Schatz“, also faktisch die unrechtmässig heruntergeladenen Musikfiles. Captain Bootleg und sein getreuer Hund Laptop verleiten ahnungslose Kinder zum Musik-Klau.

Captain Bootleg tanzt (hoffentlich singt er nicht) gemeinsam mit seinen fiesen Kinderpiraten ab 2004 über die Bildschirme von US-Amerikanern. Ob sich die deutsche GEMA für einen ähnlichen Schritt entscheidet, bleibt abzuwarten.

BPjM – Erste Spiele-Indizierung vorgenommen

Nachdem das Jugendschutzgesetz nicht nur wegen der Vorfälle in Erfurt im April diesen Jahres reformiert wurde, führte die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien (BPjM) am 29. November die erste Indizierung nach der Reformierung durch.

Getroffen hat es die engl. Version von Bloodrayne, welches von Vivendi Universal vertrieben wird. Als Grund gab die BPjM die übertriebene Gewaltdarstellung des Titels an. Bloodrayne wurde bereits im Mai 2003 international veröffentlicht, man verzichtete damals aber auf einen Release in Deutschland.

Da der Stein jetzt erstmal ins Rollen gekommen ist, werden sicherlich noch weitere Spiele ihren Platz auf dem Index einnehmen. Wir werden euch darüber natürlich möglichst aktuell informieren!

Nachfolger zu Anno 1503 in der Mache

Sunflowers will die Goldgrube Anno 1602 weiter ausschöpfen. Wie heute bekannt wurde, haben die Entwickler einen weiteren Teil der Anno-Serie mit dem Titel Anno War bei Related Designs (No Man´s Land) in Auftrag gegeben.

Wie der Titel schon vermuten lässt, wird der Schwerpunkt der Fortsetzung diesmal auf Schlachten liegen, um das Spiel angeblich besser im internationalen Markt platzieren zu können. Extra für diesen Titel wurde die Belegschaft von Related Designs von 10 auf 25 Mitarbeiter aufgestockt. Release wird Ende 2005 sein.

Über weitere Details werden wir euch natürlich auf dem Laufenden halten. Eine offizielle Bestätigung fehlt derzeit allerdings noch.

E3 2004 – Offizielle Webseite online

Vom 12. bis 14. Mai findet die E3 2004 statt. Erste Informationen findet ihr zu größten Gamesmesse der Welt auf der gestern gelaunchten Webseite.

Neben Informationen zur Anreise und die Möglichkeit sich über die Sponsoren zu informieren, könnt ihr euch auch über das derzeitige Lineup der E3 2004 informieren. Leider wirkt die Webseite noch relativ leer, sollte aber in Zukunft mit mehr Content gefüllt werden.

Die Langeweile hat einen Namen

Fast jeder Fan, des grandiosen Rollercoaster Tycoon’s war schwer enttäuscht, als er feststellen musste, dass der Nachfolger, Rollercoaster Tycoon 2, nicht viel Neues bot. Weder die Grafik, noch der Sound wurden wirklich überarbeitet und blieben nur zweitklassig. Nach dem erscheinen des ersten Addons Wacky Worlds, kam wieder etwas Hoffnung auf, die allerdings auch wieder schnell begraben werden musste. Nun wieder ein Licht am Ende des Tunnels, obs wirklich Hoffnung gibt, oder ob es nur eine Illusion ist, lest ihr in unserer Review…

Gleich als ich das Spiel hier liegen hatte und schon voller Vorfreude die komplette Schutzfolie zerrissen hatte folgte die erste Enttäuschung. Denn die zwar nett anzuschauende Verpackung enthält neben der CD nur ein kleines Heftchen, welches mit mageren Infos gespickt ist. Dann kam die Installation, die zumindest ohne Probleme ablief. Nachdem diese Prozesse vollendet waren, ging es dann ab auf die .exe Datei, worauf das Spiel auch sofort gestartet wurde.

Weil man ja sofort loslegen möchte, geht man gleich ins Szenarion-Auswahl-Menü, wo man dann immerhin 14 neue Szenarien vorfinden kann. Dabei müsst ihr immer verschiedene Vorgaben erfüllen. Diese unterscheiden sich jedoch kaum voneinander, sodass es im Endeffekt darauf hinausläuft, dass ihr immer das gleiche macht. Als kleines Beispiel sei hier angegeben, dass ihr eine bestimmte Zahl an Besuchern in euren Park locken sollt, oder aber eine bestimmte Anzahl von verschiedenen Achterbahnen baut. Solche Missionsziele gab es aber auch schon in der Vollversion, somit wurde auch hier an Innovation gespart. Die Missionen habt ihr auch so recht schnell durchgespielt, da sie kaum schwierig zu bewältigen sind. Einsteigerfreundlich ist das Addon also schon.

Neu in dem Addon sind allerdings die zahlreichen Themengestaltungen. So gibt es sechs neue Epochen, die insgesamt 20 neue Szenarien enthalten. Von Mittelalter bis Zukunft ist alles vertreten und wurde auch recht schick mit einer Menge Detailreichtum umgesetzt. So habt ihr die Möglichkeit, euren Park um Längen zu verschönern. Besonders Perfektionisten kommen voll und ganz auf ihre Kosten.

Leider scheinen die Entwickler vergessen zu haben, neue Attraktionen einzubauen. Wer eventuell einmal die Produktbeschreibung von Atari gelesen hat, wird festgestellt haben, dass dort etwas von 50 neuen Achterbahnen stand. Dies kann man nun aber auch ganz leicht missverstehen, denn ihr bekommt nicht total neue Achterbahnen spendiert. Lediglich von den alten Achterbahnen wurden neue Modelle erstellt, die schön mit den neuen Szenarien versehen wurden und auf die weiteren Epochen zugeschnitten sind.

Bis auf ein neues, zweistöckiges Karussell ist wirklich keine Attraktion in Time Twisters neu.
Allerdings bekommt ihr die Möglichkeit eure Attraktionen nocheinmal mit neuen Wagen oder ähnlichen Utensilien auszustatten. Z.B. kleine Dinowagen die dann, wie auch Old-Timer oder Rennwagen, über die eigens errichtete Strecke "donnern".

Das Spielprinzip ist ebenfalls gleich geblieben. Ihr müsst auch diesmal wieder einen möglichst guten und schönen Park aufbauen. Dabei stehen euch nun aber größere Flächen als bisher zur Verfügung, sodass zehn Kilometer lange Strecken mit einer Fahrzeit von über sechs Minuten keine Seltenheit mehr sind.

Die Technische Seite an Rollercoaster Tycoon 2: Time Twister gibt ebenfalls nicht viel her. Wo Rollercoaster Tycoon 2 damals gerade noch so überzeugen konnte, sieht Time Twister schon wirklich mehr schlecht als recht aus. Pixel wohin das Auge schaut, mehr nicht. Warum es nicht möglich war, lieber einen dritten Teil zu Entwickeln, statt eines minderwertigen Addons, bleibt mir ein Rätsel. Die Technik ist einfach nicht mehr zeitgemäß, was sich auch am Sound feststellen lässt. Immer noch sind die mickrigen Midis aus dem ersten Teil zu hören und gehen einem schon nach recht kurzer Zeit auf die Nerven.

Ich habe einen Traum, dass niemals mehr ein solches Addon den Weg in die Händlerregale findet. Warum stattet man dieses wirklich teure Addon – über 30€ – nicht mit mehr Features aus? Warum nicht mehr, neue Attraktionen? Anscheinend sind den Entwicklern die Ideen ausgegangen, oder sie haben es einfach nicht mehr nötig uns mit anständigen Games zu beglücken.

Allein, dass es bei Time Twister nur eine einzige wirklich neue Attraktion gibt, nämlich das zweistöckige Karussell, treibt mir die Wutröte ins Gesicht. Hier hätte man einiges besser machen können und auch müssen.

Ich rate jedem Hardcore-Fan sich das Addon vielleicht anzuschauen, andere schauen lieber weg. Es bietet einfach zu wenig als dass es sich lohnen würde.