Kategorie-Archiv: Spiele

Nobody is perfect, but Jack is pretty fucking close..

Ein Haufen wunderschöner Inseln mitten im Pazifik. Die Luft dampft vor
Feuchtigkeit und der der salzige Geruch von Meerwasser bereichert sie. Ein Segelboot mit zwei Personen steuert gerade auf eine dieser tropischen Inseln zu. Der Besitzer des Bootes: Jack Carver – Captain Jack Carver. Mit dem typischen Adlerblick eines erfahrenen Kapitäns sucht er die Küste der Insel nach Besonderheiten ab, als er plötzlich sieht, dass sich am Strand etwas bewegt. Leider hat er nicht genug Zeit um den Strand länger zu observieren weil nämlich drei Sekunden nach seiner Entdeckung eine Rakete auf sein schönes Boot zufliegt. Holz splittert, die Masten bersten. Jack wird von Bord geschleudert und landet benommen im Wasser. Der Strand erwacht zum Leben. Bewaffnete Soldaten tauchen am Strand auf und ein Kugelhagel geht über die Position nieder, an der sie Jack im Wasser vermuten. In letzter Minute schafft es Jack, sich in eine Höhle nahe dem Strand zu retten und hat keine Ahnung wieso er überhaupt beschossen wurde. Er selbst ist sich keiner Schuld bewusst und wollte seinen ‚Lebensabend‘ mit seiner kleinen Bootsvermietung im Pazifik geniesen. Er hatte schon genug um die Ohren für drei Leben, darum ist er ausgestiegen. Um die Ruhe des Ozeans und die weiten Strände der Pazifikinseln zu geniesen.

Etwas benommen sieht er sich in der Höhle um und findet ein Funkgerät aus dem plötzlich eine Stimme ertönt. Eine ihm unbekannte Person beginnt plötzlich mit ihm zu sprechen als ob er ihn schon lange kennen würde. Offensichtlich wurden sie bei der Ankunft – oder vorher schon – beobachtet? Auf jeden Fall ist der Kerl der durch das Funkgerät spricht für den Anfang Jack’s bester Freund und der einzige Mensch der ihm in dieser tropischen Hölle freundlich gesinnt ist.

So viel zum Einstieg in Far Cry, aber fangen wir vielleicht mal von vorne an. Für alle ohne DVD Laufwerk eine schlechte Nachricht: So weit ich es bis jetzt gesehen habe gibt es Far Cry nur als PC-DVD Version. Für alle die ein solches Laufwerk haben ist das jedoch ein Segen. Kein Tennisarm Effekt bei der Installation, sondern einfach nur die EINZIGE DVD ins Laufwerk und schon pumpt euch das Installationsprogramm um die vier Gigabyte auf eure Festplatte. Danach dürft ihr noch eurer Hardware gemäß die Auflösung, Detailtiefe und Soundoptionen einstellen bevor ihr die Welt von Far Cry endlich betreten werdet.

Schon der erste Anblick des Startmenüs lässt jeden Normalsterblichen den Geifer aus den Mundwinkeln laufen. Eine kleine Videosequenz im Hintergrund, welche von bombastischer Musik untermalt wird, zeigt euch schon die ersten Schönheiten der tropishen Flora in der ihr gleich herumspazieren werdet. In der Demo war es noch ein Echtzeit-3D-Hintergrund, welcher aber wohl aus Performance Gründen auf vielen Rechnern einer Videosequenz weichen musste. Wie auch immer, sieht schonmal herrlich aus. Doch nichts gegen das, was euch im Spiel erwartet. Nach dem Start des Singleplayermodus erwartet euch eine Videosequenz die ungefähr das am Anfang beschriebene Szenario darstellen sollte. Leider ist das Intro irgendwie in die Hose gegangen und sieht aus wie eine krasse Vision unseres Chefredakteurs nach drei Litern Bier.

Nach dem Intro findet ihr euch in besagter Höhle wieder, in der ihr per Funkgerät von einem Mann namens Doyle eine Art Tutorial beginnt. Das Tutorial ist fest im Spiel verankert und lässt sich nicht überspringen, da es auch in die Story integriert ist. Im Gegensatz fast sämtlichen Shootern war das Tutorial bei Far Cry zumindest für mich wirklich eine Hilfe. Obwohl man bei fast allen Spielen kriechen, um die Ecke schauen und noch einiges mehr kann wird es eigentlich fast nie benötigt. Wer diese Features aber in der Tropenhölle nicht beherrscht ist so gut wie verloren, solange er einen angemessenen Schwierigkeitsgrad gewählt hat.

Die Story von Far Cry scheint auf den ersten Blick eher seicht zu sein, ist aber im Vergleich zu anderen Shootern nicht schlechter als der Durchschnitt. Ich möchte euch nicht zuviel verraten, da sie recht spannend aufgebaut ist und sich vieles erst nach und nach aufbaut aber ihr kriegt es mit ein paar wirklich kranken Viechern zu tun, die fast ein ganzes Magazin aus der P-90 vertragen bevor sie umfallen. Diese Viecher sind auch der Grund wieso das Boot von Jack anfangs beschossen wurde und die Inseln generell mit sehr vielen bewaffneten Übeltätern bevölkert sind. Ein gewisser Dr. Krieger missbraucht die tropischen Paradiese auf denen Jack gestrandet ist für krasse Experimente an Primaten, die ihm wohl auf keinem anderem Fleck Land der Erde einfach so durchgehen würden. Diese Viecher haben aber anfangs noch keine Priorität. Zuerst gilt es die verschollene Reporterin zu finden, die kurz vor der Explosion des Schiffs in Richtung Insel unterwegs war – Die Frau, die Jack in die Scheisse geritten hat indem sie sein Boot gemietet hatte.

Far Cry war schon bei den ersten Screenshots die im Netz aufgetaucht waren ein Hingucker. Oft tauchten schon ein halbes Jahr vor Release eines Spiels Screenshots bei denen einem die Lade runtergeklappt ist und danach war es wieder nur viel Lärm um nichts. Man denke zum Beispiel an die manipulierten Screenshots der Command & Conquer-Reihe. Far Cry ist eine löbliche Ausnahme. Wenn man die Grafik von Far Cry in kürzest möglicher Form beschreiben sollte würde man wohl folgende Wortwahl verwenden: GEIL. Noch nie gab es derart genialen visuellen Genuss auf unseren Bildschirmen, und ich denke es wird in nächster Zeit auch sehr schwer werden, die grafische Messlatte noch höher zu legen. Das Minus sind natürlich auch die entsprechende Hardwareanforderungen. Um, in perfektem Gras liegend, den Wellen am ultimativen Sandstrand zuzusehen braucht ihr ordendlich Power. Nach alter Tim Taylor Tradition würde ich sagen, dass mehr POWER für Far Cry immer eine gute Idee ist. Wenn ihr euren Südseeurlaub vor dem Bildschirm verbringen wollt – kein Problem! Aber für das echte Hawaii Feeling solltet ihr mindestens 2.5 GHz und eine Radeon 9500 Pro besitzen.

Wer ein Surroundsystem sein Eigen nennt, kommt auch auf seine Kosten und hat auch gewisse Vorteile gegenüber ‚Stereo-Gamern‘. Da Far Cry Dolby 5.1 unterstützt könnt ihr immer schön nachvollziehen aus welcher Richtung euch gerade eine Kugel um die Ohren pfeift ist und so auch besser auf Bedrohungen reagieren. Ähnlich wie bei der Grafik sind Musik und Sound sehr nahe an der Perfektion und es gibt – wie langweilig – nichts zu kritisieren.

Ein Multiplayer-Modus ist ebenfalls im Spiel integriert. Er bietet zwar nicht besonders viel Abwechslung, ist aber trotzdem auf jeden Fall einen Blick wert. Neben dem üblichen Deathmatch- gibt es noch einen Team Deathmatch- und einen Assault-Mode. In letzterem gibt es zwei Teams welche gegeinander antreten und versuchen müssen Stellungen zu verteidigen bzw. zu übernehmen. Hier könnt ihr auch aus verschiedenen Klassen, nämlich Scharfschütze, Ingenieur und Soldat wählen. Dieser Modus erinnert sehr stark an Team Fortress Classic, das allen Half-Life-Jüngern ein Begriff sein dürfte. Zwar gibt es weniger Einheitentypen als im "Original", aber dafür könnt ihr, wie übrigens auch im Singleplayer, mit diversen Gefährten auf Fahrzeugen durch die Gegend brettern.

Die K.I. ist, im Gegensatz zu Spielen wie Breed wirklich sehr solide geworden und kann in höheren Schwierigkeitsgraden wirklich fordern. Selten trifft man auf unterbelichtete Gegner die darauf warten eine Kugel in den Kopf zu kriegen – aber solche gibt es ja in Wirklichkeit auch :). Wenn ihr mehrere Söldner trefft werden sie in der Regel sogar versuchen zusammenzuarbeiten und euch einzukesseln. Oft zahlt sich verdecktes Vorgehen aus, da sonst in kurzer Zeit eine halbe Söldnerarmee inklusive Raketenbooten, Hubschraubern und mit MG bestückten Hummer Jeeps hinter euch her ist.

Ihr habt einen Athlon XP3200+ und vielleicht noch eine Radeon 9800XT in euerem Rechner und schreibt E-Mails damit? Diese Zeiten sind vorbei! Wenn ihr wissen wollt warum ihr tausende von Euro bei eurem PC-Händler ausgegeben habt dann besorgt euch Far Cry! Tropische Inseln, herrliches Wasser, ein paar komische Viecher und ein paar bewaffnete Psychos inklusive. Also das selbe was ihr im Reisebüro auch buchen könnt – nur mit weniger Risiko :).

Ernsthaft: Far Cry ist die Referenz des Shooter Genres. Etwas besseres gibt es zur Zeit nicht, auf keinem Sektor. Die Story mag seicht sein, doch die gebotene Action und der Nervenkitzel machen das locker wett. Wen interessiert ob Doom III wieder um zwei Jahre verschoben wurde oder Duke Nukem Forever die perfekte Grafik haben wird? Far Cry hat alles was ihr braucht und steht in den Regalen. Los! Kaufen!

Round Up – Bunt gemischt

Der Osterhase war mal wieder unterwegs: den Recken von Dungeon Siege 2 gab er ein neues Nest im Internet, Gearbox Software überbrachte er ein ganz besonderes Österei und für die Fans des Strategiespiels Black and White 2 hatte er heute auch noch eine ganz besondere Überraschung parat:

Offizielle Seite zu Dungeon Siege 2 online:
Microsoft stellte für das noch dieses Jahr erscheinende Rollenspiel Dungeon Siege 2 heute die offizielle Produktseite ins Netz. Diese bietet neben dem schon von der letztjährigen E3 bekannt Trailer leider nur recht weniger Informationen zum Rollenspiel von Gas Powered Games. Auch optisch vermag die Seite mit ihrem schlichten Design keinen Preis zu gewinnen.

Ubisoft veröffentlicht Warstory:
Kaum sickerten ersten Informationen zum WW2-Shooter von Gearbox Software durch, schon ist mit Ubisoft ein Publisher für das Spiel gefunden. Neue Details wurden über Warstory indes nicht weiter verraten, so dass wir uns auf die diesjährige E3 verlassen müssen.

5. Teil des Black and White 2 Tagebuchs erschienen
Die Kollegen von der PC Games führen mit den Entwicklern Lionhead Studios ein Tagebuch über Black and White 2. Im fünften Teil der Serie meldet sich Lionhead-Autor John McLean-Foreman
zu Worte und erklärt, wie die Story bei Black and White 2 entsteht und ins Spiel integriert wird.

Guild Wars – Neue Screens zum MMORPG

Schniecke, schniecke! So oder so ähnlich könnte man die ersten Screenshots vom kommenden kostenlos (keine monatliche Grundgebühr) MMORPG Guild Wars beschreiben.

Auch die neusten Bilder können sich wieder sehen lassen. Schön designete Charaktere und Monster, atmosphärisch hochwertige Landschaften und stimmungsvolle Lichteffekte machen die neusten Bilder zu einem richtigen Hingucker.

Wer noch gar keine Bilder von Guild Wars gesehen hat, der sollte sich jetzt vielleicht mal erbarmen und unseren Link klicken. Es lohnt sich wirklich!

Ente des Tages – Neue Half-Life 2 Movies!!!

„Hey George! Die Besucherzahlen gehen mal wieder runter, was können wir da machen?“ – „Mach dir keine Sorgen Bob, ich hab da eine wahnsinnig tolle Idee“, sprach der Webmaster eines anonymen Spielemagazins und verfasste kurz darauf eine sensationelle News-Meldung. In dieser steckte er die Half-Life 2-Videos von der E3 im Mai 2003 hinter das Wort „neu“ und schon verbreitete sich die Kunde im gesamten weltweiten Netz.

Um fair zu bleiben: ein „wenig neu“ scheinen die Videos laut unserem Half-Life-Geek „suit“ zu sein. Im Grunde bekommt man nämlich zwar die selben Szenen wie in den E3 Videos präsentiert, allerdings dürfte das Ganze mit einer aktuellen Version des Spiels neu verfilmt worden sein. Wer sich für die wirklich marginalen Verbesserungen noch einmal 100 MB an Videomaterial herunterladen will, muss zwar wahnsinnig gehyped sein, kann es aber unter dem nachfolgenden Link tun.

Die gravierenden Ähnlichkeiten untermauern übrigens die Vorwürfe an Valve, dass Half-Life 2 sehr viel scriptlastiger ist, als zu Beginn angegeben.

Etwas Kreatives hat auch unser Honk dazu zu sagen:

Round Up – Keine Macht der Newsflut

Von Zeit zu Zeit gibt es einfach zu viele Meldungen, die zwar nicht vollkommen uninteressant sind, welche aber trotzdem keine eigene News hier auf Rebell rechtfertigen. Wir haben wieder einmal einen kleinen Überblick zusammengesucht.

Wie zu hören ist, befindet sich das Fanadventure Baphomets Fluch 2.5 auf dem rechten Wege, und soll bereits zu 45% fertiggestellt sein. Die Entwickler brauchen noch Zeit für die Bereiche Programmierung und Präsentation, mit der Story und den Rätseln sind sie ebenso wie mit der Sprach-Synchro bereits fertig.

Ubisoft hingegen hat es mittlerweile geschafft, die etwas angestaubte Internet-Präsenz des Unternehmens zu erneuern. Seit heute steht eine neue Website zur Verfügung, die sich deutlich aufgeräumter und freundlicher zeigt, als ihr Vorgängermodell.

Wie aus einer Patentanmeldung von Microsoft hervorgeht, wollen die Redmonder in die Xbox 2 offensichtlich doch eine Festplatte einbauen. Offiziell angekündigt ist aber weiterhin rein gar nichts.

Noch eine interessante Meldung aus dem Konsolenbereich: GameCube, Playstation 2 und Xbox bekommen eine Portierung des PC-Knallers Far Cry spendiert. Die Entwicklung trägt den Namen Instincts und soll zwar im Grunde dasselbe Spiel sein, wird aber von UbiSoft-internen Teams von Grund auf neu programmiert. Crytek dürfte unterdessen wohl die Fortsetzung für den PC entwickeln.

Zu einem anderen deutschen Shooter, Psychotoxic, haben wir ein kleines Gewinnspiel ausgegraben. Wer sich kreativ betätigen möchte, hat die Chance irgendein Werk (Musik, Grafik, etc.) von sich im Spiel unter zu bringen. Dazu muss man „lediglich“ äußerst gut sein, und die Anweisungen auf der offiziellen nuclearvision-Website befolgen.

Wir stechen in See! Jo Ho!

"JoHo Piraten, JoHo!". Tschuldigung, aber wer wäre nicht gerne ein Pirat von uns? Auf einem großen Schiff mit vielen anderen "netten" Leuten, einem großzügigem Captain und einem herzallerliebstem Papageien. Dazu immer schönes Wetter, da man sich ja in der Karibik oder sonst wo auf einer schmucken Insel befindet. Hört sich doch gut an, oder? Naja ganz so ist es dann wahrscheinlich nicht gewesen. Wie es dann war, wird uns auch nicht Pirates! bis ins letzte Detail verraten, allerdings wird sich schnell zeigen, dass das Piratenleben kein Zuckerschlecken oder vielmehr Rumsaufen war. Allerdings wird viel Klischeehaftes aufgegriffen, da die Jungs von Firaxis nicht wirklich Wert auf ein authentisches und historisch wertvolles Szenario legen wollen, sondern mehr den Spaßfaktor hervorheben.

Fangen wir erstmal am Anfang an: Ihr schlüpft, wie sollte es auch anders sein, in die Rolle eines Piraten. Dieser wird zuerst, wie in einem Rollenspiel, erstellt. Ihr wählt das Aussehen und könnt zudem noch Fähigkeitspunkte verteilen. Ob ihr nun besser im Duell, Schiffkampf, Navigation oder sonst irgendetwas sein wollt ist ganz euch und eurer Spielweise überlassen. Dann noch schnell eine der vier Nationalitäten ausgesucht und schon könnt ihr in See stechen.

Wenn die Charaktergeneration abgeschlossen ist, wird der Spieler, nicht wie im ersten Teil völlig auf sich selbst gestellt sein, sondern erhält einige Ratschläge, sowie Vor- und Nachteile, für den jeweiligen Weg eines Piraten. In Pirates! werdet ihr nämlich einen Haufen Freiheit erleben. Ganz nach der Philosophie der Piraten, die waren ja schließlich auch frei. Dass ihr in kaum einer Hinsicht eingeschränkt seid, kann man schon an der Spielzeit, die eben nicht beschränkt ist, sehen. Wenn ihr euer Piratenleben nach 20 Minuten an den Nagel hängen wollt – bitte sehr! Wollt ihr in jahrelanger Arbeit euch ein Imperium mit einem Kapitän aufbauen – auch das ist möglich. Auch die Art und Weise, die Härte eures Vorgehens und gegen wen ihr euch richten wollt, ist völlig euch überlassen. Natürlich könnt ihr nicht den ganzen Tag schöne Frauen und Rum zu euch nehmen, ein bisschen was müssen auch die Piraten für ihren Spaß tun.

Und zwar: Plündern! Das hört sich nicht nur nach harter Arbeit an, das ist es auch. Ihr befindet euch also mit eurem Kahn auf hoher See und plötzlich kommt euch ein anderes Schiff entgegen.

An diesem erkennt ihr woher es kommt, wohin es fahren will und an den Fähnchen die Stärke des Schiffes, samt Besatzung. Ist Letzteres für euch kein Problem, geht es los zum Angriff. Schon bei den Schiffgefechten wurde einiges getan. Die neue Technik macht’s möglich. Ihr könnt eure Schüsse jetzt richtig gezielt platzieren. Ob ihr nun die Besatzung, die Steuerelemente, die Kanonen oder das Schiff selber mit den schweren Kugeln beschießen wollt, will gut überlegt sein. Ist es vollbracht und eure Mannschaft ist bereit zum Entern, kann es auch schon weitergehen mit der Plünderung. Ihr findet euch dann auf dem Deck des Gegners wieder und kämpft dort dann gegen den Kapitän des Schiffes. Mit vielen verschiedenen Attacken und Bewegungen setzt ihr dem Möchtegern-Piraten richtig zu. Zusätzlich ist auch fast die gesamte Umgebung nutzbar. Specialmoves könnt ihr mit Treppen, Seilen und Eimern ausführen, wenn ihr gerade neben einem benutzbaren Gegenstand steht.

Ziel der ganzen Säbelschwingerei ist es den anderen Captian von Bord zu stoßen. Aber nicht nur auf dem Schiff wird mit den scharfen Schwertern rumhantiert. Auch an Land kann es zu Auseinandersetzungen kommen. Da alle Inseln komplett betretbar sind, könnt ihr euch auch in deren Städten umschauen, wenn ihr diese nicht erst infiltrieren müsst. Beispielsweise könnt ihr an Land euch in eine Taverne setzen, welche vor allem als Informationspunkt dient. Hier bekommt ihr neben neuen Quests auch zum Teil Schatzkarten zugesteckt. Diese sind zu Anfang, bis auf die Umrisse der Insel, leer. Wenn ihr aber mit Leuten in Verbindung setzt bekommt ihr immer mehr Informationen, wo denn der Schatz liegen könnte. Die Inselumrisse von der Karte, müsst ihr dann nur noch mit denen von eurer Weltkarte abgleichen, sofern ihr schon sehr viel entdeckt habt, und der wertvolle Fund gehört schon bald euch. Zudem ist die Schenke der perfekte Anlaufpunkt für neue Crewmitglieder.

Allerdings ist die Taverne nicht der einzige interessante Platz für einen Piraten. Auch ein Schiffsshop steht euch zur Verfügung. Hier könnt ihr eure Schiffe reparieren und upgraden. Bei einer Flotte mit bis zu acht Schiffen ist es sehr wichtig die richtige Abstimmung zwischen schnellen und starken Booten zu schaffen, um Erfolg zu haben. Upgrades für nahezu alle Teile des Schiffes stehen euch dann zur Verfügung, die aber alle sehr viele Goldmünzen kosten werden. Was also tun? Den Mist, den ihr von anderen Schiffen erbeutet habt, beim nächsten Händler so schnell es geht loswerden.

So ganz ohne Politik geht es auch bei den Piraten nicht. Das zeigt uns, dass es im Spiel eine wichtige Person, den Gouverneur, gibt. Bei diesem holt ihr euch die neuesten weltlichen Informationen darüber ein, wer gerade wieder mit wem im Krieg ist und so weiter und so fort. Ihr könnt aber auch euer Prestige bei dieser politischen Instanz durch einige "Gefallen" steigern. Nicht nur, dass ihr dann mehr Informationen und bessere Aufträge bekommt, wer sagt denn, dass es schlecht ist einen Militär- Oberbefehlshaber als Freund zu haben?

Frauen werden bei all dieser Action fragen, wo da die Liebe bleibt? Alle Männer die jetzt in lautes Gelächter ausbrechen, können sich wieder gepflegt hinsetzen und nichts mehr sagen. Ja auch Liebe spielt eine Rolle in Pirates!. Aber statt Macho-Sprüchen oder Geschenken müsst ihr doch nur tanzen. Und wir alle lieben doch tanzen oder? (Reite ich mich gerade noch weiter rein?) Mal im Ernst: Wenn ihr euch langsam mit der Gouverneurs Tochter angefreundet habt, werdet ihr irgendwann auf einen Ball eingeladen. Hier müsst ihr all euer Können auf die Tanzfläche bringen. Die Abfolge hört sich erstmal gar nicht so schwer an, da ihr der Frau alles nachtanzen müsst. Allerdings gibt sie nur kleine Hinweise vor, welcher ihr nächster Schritt sein wird und ihr müsst prompt darauf reagieren. Tut ihr dies nicht, seid ihr nicht, wie gewünscht, John Travolta, sondern hampelt ziellos durch die Gegend, wahrscheinlich wie die meisten an einem Samstagabend betrunken in der Disco. Witzig ist das schon, aber leider uneffektiv. Aus der großen Liebe wird dann erstmal nichts.

So, jetzt aber mal wieder ein bisschen Action! Das Infiltrieren einer Stadt, wurde zwar angesprochen, aber noch nicht ganz ausgeführt. Wollt ihr also in eine befeindete Stadt rein, müsst ihr das entweder leise machen oder gleich die ganze Stadt umhauen. Ersterer Weg ist nicht einfacher als der Zweite. Ihr schafft es irgendwie durch die Tormauern, müsst euch dann aber gut von allen Lichtern in der Stadt fern halten, und irgendwie unbemerkt zu euren Kontaktmännern kommen. Diese geben euch dann weitere Instruktionen. Alle Kontaktmänner gefunden und alles ausgeführt, kann schon bald die Stadt euch gehören. Müsst ihr allerdings zu härteren Mitteln greifen, holt ihr eure Kanonen und Musketen und… Attacke! Aber warum alleine wenn es auch zusammen geht? Auf jeder Insel gibt es natürlich auch die guten, alten, unverstandenen und nicht respektierten Eingeborenen. Aber auch die wissen sich zu wehren. Also schlagt ihr euch kurzer Hand auf deren Seite und ein, zwei "Gefallen" später seid ihr auch schon dicke Freunde. Dann müsst ihr nur noch kurz anklopfen und sagen, dass ihr mal gerade eben diese und jene Stadt auf der Insel dem Erdboden gleich machen wollt und schon kann der Spaß losgehen. Mit den Eingeborenen im Rücken ist das ganze Prozedere gleich viel einfacher zu meistern.

Aber es gibt auch die Kehrseite der Medaille, die bei der ihr euch aus der Stadt rausschleichen müsst. Verliert ihr nämlich mal einen Kampf, ob auf See oder Land, seid ihr nicht etwa Game Over, nein so etwas gibt es bei einem freien Spiel nicht. Allerdings wird euch für 6 Spielmonate kurzer Hand die Freiheit genommen. Ab in den Kerker heißt es dann. Wenn ihr kein Lust habt ein halbes Jahr in einem verdreckten, siffigen, kleinen Loch zu wohnen und es wahrscheinlich noch mit drei anderen Verbrechern zu teilen, dann müsst ihr einfach ausbüchsen. Das läuft genauso ab wie das Infiltrieren nur eben anders herum. Ihr müsst auch hier Lichtern, Wachen und Bewohnern ausweichen und heil aus der Stadt entfliehen. Gelingt euch dies, geht das Spiel fast von neuem los. Ihr müsst euch ein neues Schiff organisieren und auch eine neue Crew zusammenbasteln. Ja das klingt nicht nur lästig, das ist es auch, deshalb lieber aufpassen, mit wem ihr euch anlegt.

Durch das ganze Spiel zieht sich ein herrlich detaillierter 3D-Comicstil, der durch die hübschen Animationen und sehr schicken Texturen noch jeden in seinen Bann reißen wird. Auch das wichtigste Element, das Wasser, auf dem ihr euch einen Großteil des Spiels befinden werdet, ist durch neue Effekte und realistische Physik sehr glaubwürdig dargestellt. Die Wetterumschwünge, wie ein Gewitter kombiniert mit einem Sturm oder Sonneschein mit sehr ruhiger See, sind nicht nur spielerische zu unterscheiden, sondern verwöhnen eure Augen mit tollen Licht- und Wassereffekten. Die Charaktere sehen auf den ersten Blick direkt sympathisch aus und vor allem so wie man sich Fantasy-Piraten vorstellen würde.

Das Charakterdesign passt also auch schon. Die Kampfsequenzen werden durch die tollen Animationen zu einen packenden Kampferlebnis, gerade wenn ihr zu einem Specialmove ansetzt. Viel Abwechslung an Farben und Texturen können wir uns allerdings nicht vorstellen, da wir uns in der Karibik befinden und Wasser sieht nun mal aus wie Wasser und Inseln können farblich auch nicht großartig variieren. Aber man wird sehen, was Firaxis sich noch alles überlegen wird.

Zusammengefasst kann ich nur sagen, dass ich mich schon sehr auf Pirates freue. Die Features hören sich alle schlüssig und vor allem motivierend an. Da die Spielzeit in keinster Weise begrenzt ist, ist eigentlich jeder Spielertyp angesprochen. Ob das Spiel allerdings nach 100 Stunden Spielzeit immer noch motivierend ist, wird man sehen. Die zahlreichen Minispielchen, Schatzsuchen und Kämpfe wirken allerdings schon sehr interessant. Dazu kommt noch, dass mir persönlich der Comicstil sehr zusagt und mich sogar ein wenig an Monkey Island erinnert, fragt mich aber nicht warum. Ein abschließender Satz: Pirates! wird den Fakten nach hoffentlich ein würdiger Nachfolger für den ersten Teil. Jo Ho Piraten! Jo Ho!

Mnemonic Studios – Neues Gamestudio aus Dänemark

Mit Hans F. Olsen hat das neu gegründete Gamesstudio Mnemonic Studios einen erfahrenen Mann als Gründervater mit an Bord, denn Hans F. Olsen sammelte seine Erfahrung u.a. bei Commodore, Creative Labs, JoWooD, Vivendi Universal Games und Running with Scissors.

Hans F. Olsen, zuletzt Geschäftsführer der PR-Agentur United Coders, will dabei mit seinem Studio neue und innovative Spielkonzepte entwickeln. Dabei sollen alle Plattformen, also PC, PS2, Xbox und GameCube, abgedeckt werden. Für Olsen ist es dabei laut eigener Aussage eine Rückkehr zu seinen 8- und 16Bit-Zeiten, in denen er schon damals seine ersten Spiele programmierte und immer davon träumte ein eigenes Studio zu leiten.

Sobald die ersten Projekte der Mnemonic Studios bekannt werden, lest ihr es natürlich zuerst bei Rebell.at!…;)

Marktlage – Ist der PC out?

So wie es aussieht, gerät der PC als Spielgerät immer mehr aus der Mode. Zumindest wenn man den Worten der Eidos-Marktforschungsabteilung glaubt. Diese glauben nämlich aus dutzenden Zahlen herausgelesen zu haben, dass Konsolen boomen und der PC stirbt.

So wird der Umsatz an PC-Spielen und Gamecube-Spielen nicht weiter steigen, während der PS2 und Xbox ein zumindest durchschnittliches Wachstum zugesprochen wird. In den USA soll der Absatz an Xbox Titeln sogar um satte 15% steigen.

Besux, ich mach dich platt!

Was muss passieren, damit unser Chefredakteur nicht mehr ansprechbar ist? Wird Rebell.at von gamigo aufgekauft? Hat Besux ein Computer Bild Spiele-Abo von seiner Omi geschenkt bekommen? Stinkt Sh4ft doch nach Lulu? Keineswegs! All diese Probleme sind ein Furz gegen das, was momentan bei unserem Liebsten *hüstel* auf dem Bildschirm abgeht. Das Übel hat eine neue Form angenommen. Wir wollen es im nun folgenden, streng geheimen Bericht zur Lage der Nation einfach als Trackmania bezeichnen.

Was ist also bezeichnend für dieses Spiel des Grauens? Nun, im Grunde handelt es sich bei Trackmania bzw. dessen getesteter Multiplayer Demoversion "nur" um ein weiteres multiplayerfähiges Rennspiel. Nur was ist daran denn bitteschön besonders? Sicherlich trägt die Einfachheit dieses Objekts eine Menge zu seinem großen Suchtpotenzial bei. Bremsen braucht man nicht, lenken auch nur recht selten und an solch aberwitzige Sachen wie realistische Fahrphysik und Schadensmodel sollte erst gar nicht gedacht werden. Denn sowas gibt es bei Trackmania erst gar nicht. Auch eine große Streckenauswahl sucht man bei Trackmania vergebens. Die Demoversion bietet ganze sechs Strecken und einen Streckeneditor, bei dem man aus sage und schreibe zehn (!!!) verschiedenen Blöcken eine komplett neue Strecke entwerfen darf. Aufgrund dieser Einfachheit liegt der Reiz bei Trackmania darin, dass man auf den wenigen Strecken eine möglichst gute Zeit innerhalb eines vorgegeben Zeitlimits erfahren muss. Zwar gibt es auch noch die Spielmodi Teamwettkampf, indem zwei Teams gegeneinander antreten, und Rennen, wobei man je nachdem mit welcher Platzierug man ins Ziel kommt Punkte für diese erhält, diese bieten jedoch nicht das Suchtpotenzial das der Zeitwettkampf bietet.

Kommen wir aber wieder zur finalen Frage: Was ist so schlimm an Trackmania? Es macht abhängig und der ahnungslose Spieler vereinsamt. Seine sozialen Kontakte beschränken sich auf die 30 Sekunden zwischen den einzelnen Partien, in denen er mit anderen Leidensgenossen über neue "Taktiken" (Gib Gas, Alter!) philosophiert. Zudem könnte Trackmania blind und taub machen. Denn die Grafik sieht heute einfach nicht mehr zeitgemäß aus und geht mit ihrem verschwommenen Texturen und ihrem Legostil höchsten als zweckmäßig durch, obwohl sie ein paar Nette Pixel- und Vertex-Shader Spielereien bietet. Auch die Musik nervt mit ihrem ewigen Technogedödel so sehr, dass man sie komplett ausstellt und neben dem Spielen seine Winamp-Playlist rauf und runter laufen lässt. Denn sowas wie Systemressourcen wird dieses Spiel auf aktuellen Systemen wohl nie verschlingen. Da man nebenbei ja sogar MP3-Dateien hören kann, stiftet das Spiel zudem zum Nutzen illegaler Tauschbörsen an. Also liebe Musikverlage dieser Welt, klagt gegen die Entwickler von Trackmania, denn sie sind an all dem Übel schuld…

Sollte jetzt noch jemand dieses Review lesen und noch nicht gebannt vor seinem Monitor sitzen und Trackmania spielen, sei ihm nur eins gesagt: Hallo Junge, wach endlich auf! Freunde treffen kannst du auch noch in zehn Jahren. Trackmania will und braucht dich jetzt. Also, log dich auf einen der Server ein und spiel was das Zeug hält, denn solo macht Trackmania keinen Spaß. Wie beim Sex halt, ohne reale Mitspieler wirds schnell langweilig. (Anm. d. Chefr.: Als würde unser Konni wissen können, wie das mit echten Menschen abläuft.)

Alle ISDN-Nutzer sind an dieser Stelle übrigens entschuldigt. Der knapp 125 MB große Download macht mit einer ISDN-Leitung relativ wenig Sinn und ob ihr dann wirklich Freude am Spielen habt, sei mal dahin gestellt, da viele Server von Privatpersonen gehostet werden und selbst mit einer ADSL-Verbindung sehr laggy sind.

Dasselbe gilt übrigens auch für Personen mit einem leichten Magen, denn die ganzen Loopings und Schrauben auf den verschiedenen Strecken sind nichts für schwache Nerven bzw. Mägen. ;)

Trackmania macht süchtig. Ich bin mit diesem Virus infiziert. Heilung: aussichtslos! Gegenmittel: bis jetzt noch keines bekannt, außer ein Stromausfall und Windows natürlich. ;)

Auf den ersten Blick mag Trackmania ein mittelmäßiges Autorennspiel sein, was sich jeglichem Realismus entsagt. Doch wer einmal in den Genuss einer zünftigen Multiplayerpartie gekommen ist, den wird Trackmania so schnell nicht mehr los lassen. Der Kampf um Bestzeiten und die unkomplizierte Steuerung sowie das leicht zu lernende aber schwer zu meisternde Gameplay machen einfach Lust auf mehr. Hoffen wir, dass die Vollversion bald in die Läden schippern wird. Ein Publisher ist mit Deep Silver ja schonmal gefunden.

Sollte übrigens jemand in der Zwischenzeit Besux gesehen haben, sagt ihm mal, dass Honk mehr Geld oder Gummibärchen haben will, sonst wechselt er zu Daddelnews.de ;)

Eidos – Fortsetzungen: Deus Ex & Commandos

Das Ausschlachten altbewährter und erfolgreicher Konzepte ist nicht nur in Hollywood Gang und Gebe, auch unsere lieben Spielepublisher setzen lieber auf etablierte Spielekonzepte, als sich an innovativen Neuentwicklungen zu interessieren. Was bei EA Sports mit deren Fifa-, NHL– und NBA Live-Serie schon wahnwitzige Ausmaße angenommen hat, wird bei Eidos Interactive mit deren Tomb Raider– Serie, Ion Storms Deus Ex- und Pyro Interactives Commandos-Serie langsam in diese Regionen gefahren.

So sind laut dem Finanzbericht von Eidos Interactive für das Geschäftsjahr 2005, welches im Juli 2004 beginnt, Fortsetzungen für eben diese Titel vorgesehen. Des Weiteren wird bei Eidos Interactive auch noch fest mit Hitman: Contracts und einer Forsetzung von Freedom Fighters, beide IO Interactive, gerechnet. Wer sich nun noch einmal vergewissern will, kann dies gerne unter unten stehendem Link machen, denn dort findet sich der Finanzbericht für das Jahr 2005 von Eidos Interactive.

Spiel mir das Lied von der Möhre

Offensichtlich tot, und trotzdem ziemlich lebendig: Das Adventure-Genre. In spanischen Gefilden ist es offensichtlich noch ganz besonders populär und so kommt aus Madrid nach Runaway nun ein weiterer Kandidat für den Genrethron. The Westerner wurde im Vorfeld mit Lobhudeleien und einer Hype-ähnlichen Berichterstattung beschenkt, warum das nicht voll gerechtfertigt war, klärt unser Test…

Man würde meinen, dass ein einfacher Kaktus für das Schicksal eines Menschen nicht wesentlich entscheidend sein dürfte. Im Falle von Fenimore Filmore ist das allerdings anders. Der Cowboy sieht gerade aus einem sicheren Versteck beim Überfall auf einen Bauernhof zu, als er einen Fehltritt tut, der seinen Hintern Mitten in besagten Kaktus führt, und ihn zum Held wider Willen macht. Vor Schreck springt er nämlich direkt in das Geschehen und vereitelt relativ unbeabsichtigt das Machwerk der Halunken.

Als ihm die Farmer später erklären, die Banditen seien vom Großgrundbesitzer Starek geschickt worden, der sämtliches Land in der Nähe "seiner Stadt", Starek City, aufkaufen will, kann er gar nicht anders als den friedliebenden Leuten zu helfen.

Er macht sich also per Point & Click-Steuerung auf, um die notwendigen Gerätschaften für einen Abwehrkampf zu beschaffen. Doch schon früh wird er mit einigen Schwierigkeiten konfrontiert: der Bauernsohn hat seine Revolver gegen Spielzeugcolts ausgetauscht und sein Pferd verbraucht mehr Möhren als Bugs Bunny. Also macht er sich an einen nervigen Part des Spiels – er setzt das orange Gemüse im Garten an. Das funktioniert über die immer wieder gleiche Prozedur, Wasser mit dem Eimer aus dem Brunner zu holen, das Feld einige Male zu gießen, die Möhren zu ernten, und wieder von vorne zu beginnen. Über das ganze Spiel hinweg bleibt einem diese Vorgehensweise leider nicht erspart. Sehr lustig. Möge der Spieldesign-Gott die Mannen von Revistronic dafür vom Blitz erschlagen lassen.

Überhaupt fehlen nämlich außerdem ein bisschen die wirklichen Rätsel. Die meiste Zeit verbringt man damit Gespräche über ein Multiple-Choice Menü zu führen, herumliegende Geldscheine einzusammeln und Karotten zu züchten. Einen Großteil der benötigten Gegenstände kauft man einfach im Laden der Stadt, anstatt sie über ausgefallene Rätsel zu erarbeiten.

Wer die Hoffnung hegt, es würde keine Action-Einlagen geben, liegt leider falsch. Ein paar muss man im Verlauf des Spiels sehr wohl bewältigen. Glücklicherweise darf man aber sagen, dass sie wesentlich lustiger als in Baphomets Fluch 3 ausgefallen sind. In Sachen Story ist Revolution den spanischen Kollegen aber wieder weit voraus. Der uralte Western-Klichee-Schinken "Böser Mann bedroht und kauft arme Stadt" ist bei Gott nicht kreativ.

Auch Fenimore versprüht bei weitem nicht so viel Charme wie ein George Stobbard, Tony Tough, Guybrush Threepwood oder Zak McKracken. Man ist sich nicht sicher ob er ein Taugenichts oder gemachter Mann ist bzw. sein soll. Er lässt auch viel zu selten mal einen guten Spruch los – der Humor blitzt zwar hin und wieder auf, wirkliche Brüller fehlen aber. Und ein wenig fatal ist auch seine Ähnlichkeit mit Toy Story-Helden Woody, die natürlich eine gewisse Erwartungshaltung bezüglich seines Charakters weckt.

Ebenso durchwachsen ist die Steuerung. Wie bereits erwähnt erledigt man alles mit der Maus. Das funktioniert auch sehr gut – solange die Kamera nicht irgendwelche unvorhersehbaren Manöver startet, was sie aber leider recht oft tut. Außerdem fehlen Komfortfunktionen wie ein schnelles Wechseln zu anderen Lokalitäten oder eine Möglichkeit, Fenimores Trab-Schritt in ein Laufen zu verwandeln.

Grafisch präsentiert sich das Spiel recht schön, leider aber nicht mehr. Alles sieht ein wenig zu pixelig aus und zerstört so etwas den grundsätzlich netten Comic-Look. Außerdem sieht man an manchen Stellen einfach, dass 3D-Engines in Sachen Detailreichtum gegen das gute alte 2D bisher noch nicht ankommen. Weltklasse sind hingegen die Animationen und die Mimik der Charaktere – wenn Woody, äh… Fenimore die Kinnlade runterklappen lässt, sieht das so gut wie nie zuvor in 3D-Spielen aus. Leider bemerkt man das im Spielverlauf nur in den Cutscenes wirklich, ansonsten fehlen die Emotionen oft ein bisschen.

Sound und Musik befinden sich auf einem sehr guten Niveau und lassen außer der etwas dürftigen Vielfalt wenig zu wünschen übrig. Toll gelungen ist auch die deutsche Synchronisation. Sie stammt – wie könnte es auch anders sein? – von toneworx.

Gut, aber nicht gut genug. Fenimore schrammt durch einige blöde Designfehler an wirklich guten Wertungsregionen vorbei. Hat denn im Betatest keiner bemerkt, dass die Kameraführung nicht funktioniert? Eine 3rd-Person-Perspektive wäre besser gewesen. Macht den Spaniern das Anpflanzen von Karotten wirklich beim 4000. Mal auch noch Spaß?

Abgesehen davon springt der Funke zwischen Fenimore und mir leider einfach nicht ganz über. Versteht mich bitte nicht falsch: The Westerner ist ein gutes Spiel, das seinen 40€-Kaufpreis für Adventure-Fans durchaus rechtfertigt (außerdem ist da das ebenfalls gute 3 Skulls of the Toltecs dabei), aber ein echter Knaller ist es leider nicht – das schmerzt einen Genre-Fanboy wie mich doch sehr. Meine Hoffnungen ruhen dieses Jahr auf dem diese Tage erscheinenden Black Mirror. Übrigens: Nach etwa 12 bis 15 Stunden ist der ganze Spaß vorbei – „I am a poor lonesome Cowboy“ singt da aber keiner…

PC Games – Oh Wunder! Sie lebt weiter!

Wie wir soeben in einer Dankesrede des PC Games-Teams erfahren haben, hat unser gestriger Aufruf, sich die letzte Magazinausgabe zu kaufen, so viele Käufer angelockt, dass das Magazin doch nicht eingestellt wird.

Pech für den Gamestar, die nun doch weiter einen gleichwertigen Konkurrenten bekämpfen muss. Aufgrund dieser Ereignisse haben wir übrigens auch unsere Kooperation mit Daddelnews wieder in den Wind geschossen. Wie haben bemerkt, dass die Jungs einfach zu wenig Ahnung haben, und werden deswegen weiter ohne sie für das perfekte Online-Magazin sorgen… ;)

Falls es jemand immer noch nicht kapiert hat: Gestern war der 1. April… hihihi!

PC Games – Magazin wird eingestellt

Schock für alle Freunde seichter Lesekost! Das größere der beiden Computec-Magazine (PC Games und PC Action) wird ab der Ausgabe 06/04 eingestellt – so eine aktuelle Pressemeldung. Großteile der Redaktion wechseln zum stilverwandten Gamestar von IDG, lediglich Chefredakteurin Petra Fröhlich wandert zum deutlich niveauvolleren Schwesternmagazin PC Action ab.


Gründe für diesen Schritt werden mit der schwierigen, wirtschaftlichen Lage, dem Niveausturz im Vergleich zu früheren Ausgaben und der zu extremen Ähnlichkeit mit dem zweitgrößten, deutschen Spielemagazin – dem Gamestar – angegeben. Auch die rückläufigen Verkaufszahlen dürften ausschlaggebend gewesen sein. Ob auch das langjährige Maskottchen Rainer Rosshirt irgendwo wieder auftaucht ist leider derzeit ungewiss.

Wer noch einmal in das scheidende Magazin blicken möchte, kann die aktuelle Ausgabe (5/05) derzeit am Kiosk erstehen. Als Titelstory hält unter anderem die Ankündigung von Die Siedler 5 den Kopf hin.