All posts by Sigfried Arnold

Bram Stoker wäre stolz auf seine Kinder

‚Troika Games Makes Uber Cool Games‘ – das kann man zumindest von der Troika Website entnehmen. Natürlich haben die Jungs der Fallout Reihe das Leben geschenkt, aber das ist schon etwas länger her. Ob sie ihren Kick über die Jahre beibehalten haben und dieses gewisse Etwas auch in Vampire: Bloodlines einbringen können, bleibt abzuwarten. Im Vorfeld schafft unser Preview ein wenig Klarheit …

Vorweg: das Game basiert auf Valve’s Source Engine – Spekulationen über den Releasetermin bleiben euch also selbst überlassen.

Los Angeles, die Stadt der Engel, ist offenbar noch nicht blutig genug – das moderne Leben in der zweitgrößten Metropole der Vereinigten Staaten zieht sicher einiges an Kriminalität nach sich, aber Activision will offenbar noch ein gutes Pfund drauflegen. Man fühlt sich hier im wahrsten Sinn des Wortes wie beim Metzger. Das Motto lautet eigentlich immer "Töte oder getötet werden", also es zählt schlichtweg das Recht des Stärkeren.

Die Idee selbst stammt allerdings nicht von Troika, das Spieluniversum wurde von World of Darkness, einem Pen&Paper RPG vonWhite Wolf übernommen. Im Spiel werdet ihr einen vorerst namenlosen, gerade erschaffenen/gebissenen, Vampir verkörpern. Der Vampir, der den Charakter erschuf, wird kurz darauf dafür beschraft und von Sebastian La Croix (dem Herrscher bzw dem Prinz von L.A.) hingerichtet, von hier an beginnt das eigentliche Spiel – unter dem Druck des Prinzen. Eine Art Selbstfindungsodyssee mit ungewissen Ziel beginnt …

Freilich bietet Vampires: Bloodlines verschiedene Fraktionen – in diesem Fall sieben Vampir-Clans, die dem Spieler alle mehr oder weniger gut gesonnen sind. In den 4 verschiedenen Gebieten (Downtown, Santa Monica, Hollywood und Chinatown) werdet ihr natürlich auf verschiedene Konzentrationen der Machthaber treffen.

Ausgestattet ist man übrigens mit 4 verschiedenen Skills: Auspex (um die Aura der Gegner zu sehen), Obfuscate (ermöglicht es, die eigene Aura zu verstecken), Dementation (hiermit kann der Spieler gegnerischen Charaktere verwirren) und Protean (erlaubt es dem Vampir, seine phsikalische Form zu ändern). Was diese jetzt faktisch bewirken und ob es noch die üblichen Standardskills wie Stärke, Geschicklichkeit usw gibt, ist zur Zeit nicht bekannt.

Auch über die Waffen schweigt man sich noch aus – aber wie aus den Screenshots und Videos zu entnehmen ist, gibt es doch einige Nahkampf- und Schusswaffen im Arsenal.

Technisch macht das Spiel einen sehr guten Eindruck und könnte dieses Jahr im Oktober wohl schon in den Läden stehen. Besonders interessant wird sein, ob es vor Valve’s eigenem spiel erscheint und damit das erste Spiel auf der Source-Engine sein wird.

Trotz der Engine wird das Spiel sicher kein zweites Half-Life 2, wohl eher eines der interessantesten Rollenspiele der letzten Jahre. Die nervigen und ausgelutschten Mittelalter-RPG’s (Neverwinter Nights, Diablo II oder Knight Shift) haben wohl bald ausgedient. Mit Blade-Atmosphäre werden wir wohl bald mit zwei Ingram MAC-10 durch die Strassen laufen und Vampire schlachten.

Ersteindruck: Sehr Gut

Fisherman’s Friend im Zug nach Nizza

Sam Fisher soll im Zug von Paris nach Nizza einen Mann namens Norman Soth finden. Ob er nun ein Freund von Sam ist, wissen wir eigentlich auch nicht so genau – jedenfalls wird er ausgepresst wie eine reife Zitrone. Wehklagen im Stil von "Hey, ich hab Rechte!" ignorieren wir ganz einfach, mit ‚Fifth Freedom‘ (dem Recht zu spionieren, stehlen, zerstören und töten um sein Land zu schützen) ausgestattet, sollte das eigentlich kein gröberes Problem verursachen …

Die erste der beiden Demo-Missionen spielt sich (wie eingangs erwähnt) in einem Zug von Paris nach Nizza ab, Sam startet quasi als U-Bahn-Surfer (in diesem Fall eher Schnellzug) auf dem Dach des letzten Waggons. Flugs klettert er duch die erstbeste Luke im Dach (Züge haben passenderweise immer an solchen Stellen eine Luke) in den Gepäckwaggon. Auf leisen Sohlen geht es erstmal ein Stück nach vorne, im nächsten Waggon angelangt trifft Sam auf die erste "knifflige" Situation: jemand vom Zugbegleitpersonal versperrt den Weg und somit das ungehinderte Voranschreiten der Mission. Klar, die Lizenz zum Töten hat Mr. Fisher ja eingesteckt, aber in dieser Mission ist bis dato der Waffengebrauch strikt untersagt. Also entweder unbemerkt vorbeischleichen oder den Typen einfach von hinten überwältigen und ausknocken.

Gesagt getan geht’s weiter auf die Reise bzw. auf den Weg durch die Eisenbahn, diesmal aber auf etwas unkonventioneller Art und Weise: nämlich hängend, nur wenige Zentimeter über den Gleisen, bis zur nächsten Klappe nach oben. Immer wieder empfielt es sich, die flexible Optik (ein hilfreicher Gadget) durch Schlüssellöcher und Türspalten zu stecken, um Übeltäter auf der anderen Seite schon im Vorfeld zu erkennen – so auch in diesem Fall, nach wenigen Sekunden verzieht sich der Bösewicht und Sam kann trockenen Fusses auf die andere Seite, sprich wieder ins ein warmes Abteil.

Auf diese Weise bewältigt man als Spieler die komplette Map – in jedem Fall ist Timing die beste Waffe, lieber ein bisschen länger warten als entdeckt zu werden und somit die Mission zu gefährden.

Sofort sticht die Tatsache ins Auge, dass Splinter Cell 2 nur noch mit 100%igem DirectX 8.1 Support läuft, natürlich ist das auch bei der Demo so. Ihr müsst dafür also mindestens eine ATi Radeon 8500 oder eine nVidia GeForce 3 Grafikkarte euer eigen nennen, damit ihr überhaupt in den Spielgenuss kommt (eine GeForce 4 MX unterstützt übrigens nur DX7 vollständig, mit der teilweisen DX8.1 Unterstützung ist das Spiel also nicht lauffähig).

Leider ist man etwas zu konzentriert auf’s Lösen der Rätsel, sprich das Timining und den sehr linearen Ablauf der Mission, sodass die schönen Umgebungseffekte und phsikalischen Details (Abteilvorhänge, die sich im Wind bewegen usw) erst beim zweiten Durchlauf bemerkt und bewundert werden können. Nachdem die Zug-Mission beendet ist, könnt ihr noch eine zweite in Angriff nehmen. Leider sind beide sehr linear: Sam kommt zur Tür, blickt durch, dahinter steht ein Gegner – es dauert nicht lange und er geht weg – immer das selbe Spiel überall alles von vorne bis hinten durchgescriptet. Folgedessen gibt es auch nur einen Lösungsweg (bis jetzt hab‘ ich zumindest keinen zweiten gefunden), dennoch ist dieser meist sehr spannend, interessant und kurzweilig zugleich.

Herunterladen sollte man sich die Demo auf alle Fälle, auch wenn die Server zeitweise etwas überlastet sind.

Wing Commander – Mark Vearrier versteigert seinen Kram

Der ehemalige Grafiker bei den letzten drei Teilen der Wing Commander Reihe, Mark Vearrier, arbeitet nun bei Ion Storm und war an der Entwicklung von Deus Ex und Deus Ex: Invisible War beteiligt. Ob er nun seinen Bezug zu Origin und Maverick aka Luke Skywalker verloren hat oder ob er einfach nur die Kohle braucht, wissen wir auch nicht so genau. Jedenfalls verkauft er 3 seiner Exponate bei eBay:


  • Kilrathi Saga
    eine von Chris Roberts signierte Ausgabe der Kilrathi Saga. Diese beinhaltet die ersten drei Wing Commander Teile + allem was sonst noch im Package enthalten ist, sogar die Registrierungs Karte ist noch vorhanden.


  • Sternenkarte
    eine ca. 62 x 96 cm grosse Karte des kompletten Wing Commander Universums. Dieses spezielle Poster (eine gerolle, nicht gefaltete) war eigentlich nur für Origin Mitarbeiter bestimmt, nun habt ihr die wahrscheinlich einmalige Chance auch eins zu ergattern.


  • Prophecy Poster
    ein ca. 91 x 61 cm grosse Poster, das nur an Origin Mitarbeiter ausgegeben wurde und zu Promotionzwecken gedruckt wurde. Laut wcnews.com ist dies das zweite mal, dass ein solches Poster in den USA angeboten wird.




  • Wenn ihr mitsteigern wollt: etwas über 4 1/2 Tage habt ihr noch Zeit euch eins (oder alle) Produkte zu sichern.

    Pariah – Was kommt nach Unreal?

    Mit neuem Publisher (Groove Games, Canada) und neuem Konzept verpasst Digital Extremes der ausgelutschten Unreal-Reihe nun einen Schlussstrich. Zwar basiert Pariah auf der neuesten Generation der Unreal Engine, dennoch wird das Projekt quasi ein Sprung über den eigenen Schatten. Das uralte Prinzip der direkten Zusammenarbeit zwischen Publisher und Developer soll wieder mehr in der Vordergrund genommen werden, um dem Konsumenten ein nahezu perfektes Produkt zu liefern.

    Seit mittlerweile fast 2 Jahren wird nun an dem Projekt (vorerst für den PC und die XBox) gearbeitet und gefeilt. Dieses Jahr soll der Titel auch erstmals auf der E3 vorgestellt werden. Wir konnten allerdings schon jetzt 4 Screenshots ergattern:

    Panem et circenses feat. Tamagotchi

    Römer, Gladiatioren, der Circus Maximus – wenn ihr auf seichte, unkomplizierte Unterhaltung und das Altrömertum steht, solltet ihr diesem Review ein paar Blicke schenken. Auch Freunde des althergebrachten Tamagotchi dürften mit Stormclouds neuester Kreation wohl auf ihre Kosten kommen…

    Prinzipiell ist Coliseum ein Gladiatoren-Tamagotchi, sehr einfach zu begreifen und vorwiegend textbasierend. Gleich am Anfang geht’s zum Shopping und zwar beim Sklavenhändler um die Ecke: neue Gladiatoren hat er gerade im Angebot. Hat man seine Kämpfer (maximal 3) gekauft, kann man diese nun in 5 verschiedenen Bereichen trainieren lassen. Hier geht es im Besonderen um die Kombination dieser Fähigkeiten. Ein geschickter Schwachling ist genauso sinnlos wie ein Kraftpaket mit der Geschwindigkeit eines Faultiers.

    Selbstverständlich werden die Gladiatoren auch durch Kämpfe mit anderen kräftiger und stärker. Die Kehrseite sind allerdings permanente Verletzungen, die sofort den Marktwert eines Sklaven drücken.

    Neben den Standard-Aktionen wie eben hochzüchten und gegeneinander kämpfen lassen, kann man sein Geld auch für Werbeaktionen oder Wetten auf die eigenen (oder andere) Kämpfer einsetzen.

    Leider hat mich Coliseum nicht überzeugt, allein die Grafik und die Spieltiefe lassen schon sehr zu wünschen übirg.

    Trotzdem dürfte das Spiel vor allem für Besitzer alterer Rechnergenerationen interessant sein, die Systemanforderungen sind sehr niedrig angesetzt. Auch zum Spielen im Büro könnte sich wohl der ein oder andere durchringen, immerhin ist man nicht darauf angewiesen immer konzentriert bei der Sache zu sein.

    Einen Blick ist die Demo (ca 15 MB) allemal wert, bevor man sich entscheidet, das komplette Spiel zu kaufen – oder auch nicht. Dann aber muss man sich den erst kürzlich erschienenen Patch auf jeden Fall installieren.

    Also ein kleiner Tipp für Gladiatorenfans mit alten Rechnern – alle anderen sollten besser die Finger davon lassen.

    Devolo – dLAN geht in die nächste Generation

    Die beliebten dLAN-Produkte (direct Local Area Network, also RJ-45 Netzwerkverbindung über die Steckdose) des Aachener Telekommunikationsanbieters Devolo kennt wahrscheinlich jeder. Erst vor kurzem wurde der neue dLAN-Accesspoint vorgestellt, er ermöglicht es ein herkömmliches 802.11b Wireless LAN mit dem dLAN zu verbinden.

    Aber jetzt zur eigentlichen Neuerung: Devolo erweitert die dLAN-Produktfamilie um den MicroLink dLAN Audio Adapter. Er ermöglicht es, alle gängigen Audiogeräte mit 3.5mm Klinken Anschluss (also der herkömmliche Kopfhöhrer/Lautsprecher Stecker) über die Hauseigene Elektroinstallation zu verbinden, nebenbei werden noch Geräte mit Chinch- oder Micro-Buchsen unterstützt.

    „Viele Kunden haben Ihre Musikanlage im Wohnzimmer stehen, möchten aber auch morgens im Badezimmer Musik hören, hierzu braucht man nichts anderes als 2 MicroLink dLAN Audio-Adapter und ein Paar Aktivboxen“, so Heiko Harbers, Vorstand der Devolo AG.

    Wahlweise lassen sich die Geräte allein (also nur dLAN Audio zu dLAN Audio) oder mit dem PC (dLAN Ethernet und dLAN USB) betreiben. Die Variante über den PC läuft hierbei über eine eigene Software, mit wahlweise bis zu vier unterschiedlichen Kanälen.

    Mit 149,90 Euro sind die Geräte sicher nicht billig, aber immerhin eine echte Alternative zum Elektroinstallateur, der an den Wänden herumstemmt und meterlange Kabel verlegt. dLAN Audio erlaubt immerhin eine qualitativ hochwertige Übertragung (44.1 kHz, also CD-Qualität) bis zu 200 Metern.

    In einiger Zeit will man auch mit „dLAN Video“ (nicht bestätigter Produkt-Name) nachziehen. Hierbei sollen dann alle gängigen S-VHS oder Video Chinch Kabel überbrückt werden können.

    I am become death, the destroyer of worlds!

    Wer wollte nicht schon immer ein Gott sein? Eine riesige, bösartige Hydra oder ein weiser, alter roter Drache – ein Monolith oder ein Magier, eine Gottheit kann viele Gestalten haben. Solltet ihr euch für rundenbasierende Strategiespiele interessieren UND einen kleinen, aber nicht zu verleugnenden Gott-Komplex haben, könnte Dominions 2: The Ascension Wars genau das Richtige für euch sein …

    Um keine großen Umschweife zu machen, begeben wir uns gleich ins Geschehen: zu allererst muss ein Gott erstellt werden, zugleich werden natürlich dessen Eigenschaften und seine Auswirkungen auf die beherrschten Provizen eingestellt. Zur Auswahl stehen 17 verschiedene Fraktionen mit unterschiedlichen Vorzügen, Nachteilen und Neigungen. Ob ihr nun Ermor’s Ashen Empire nehmt, ein Untotes Volk, das sich wie eine Seuche über dem Erdenrund ausbreitet oder lieber Jotunheim, die Giganten aus dem Norden oder eben eine der anderen 15 verfügbaren Spezies, bleibt natürlich euch überlassen. Eine kleine Einschränkung gibt’s natürlich schon: jede Nation kann nur einmal an einem Spiel teilnehmen und natürlich auch nur einen Gott haben. Jede Partei verfügt über 6 Gewichtungen, über die der Einfluss des Gottes auf die Gläubigen bemessen wird. Diese wirken sich sowohl positiv als auch negativ aus: Order (Ordnung) ist zB das Gegenteil von Turmoil (Tumult), Groth (Wachstum) von Death (Tod) usw. Natürlich bekommt man diese Dinge nicht geschenkt – insgesammt stehen bei der Erstellung des Gottes 500 Punkte zur Verfügung, eine negative Eigenschaft bringt Punkte, eine positive kostet wiederum welche.

    Selbstredend darf man sich auch die phsikalische Form seines Heuchlers aussuchen: nicht vergessen, wir befinden uns in einer Fantasywelt, der Gott den der Spieler verkörpert mag zwar mächtig sein oder sich der Magie bedienen, aber am Anfang ist er noch kein Gott. Also zurück zum Erscheinungsbild, dieses kann je nach Fraktion aus einer großen Liste gewählt werden und kostet je nach Eigenschaften des Avatars bis zu 150 der zu verteilenden Punkte – entscheidet ihr euch für ein "billige" Form (von 0 bis 25 Punkten), wie zB einen einfachen Steinaltar, müsst ihr auf gewisse Komfortelemente verzeichten. Altäre können sich nicht bewegen, keine großen Armeen befehligen – eigentlich stehen sie einfach nur da, um angebetet zu werden. Mit einem Frost-Wyrm sieht die Sache schon etwas anders aus, dieser lässt sich natürlich auch als Befehlshaber der eigenen Streitmacht einsetzten. Der Gott sollte allerdings schon auf seine Untertanen abgestimmt sein, ein Vampir-Lord als Herrscher einer Unterwasserspezies hilft genauso wenig wie ein Baum-des-Lebens als Symbol einer untoten Plage.

    Selbriges kann man für die dritte wichtige Sparte als Grundlage verwenden: die Magie, in Summe stehen hier 8 verschiedene Schulen mit ca. 500 Sprüchen zur Auswahl. Neben dem klassischen Erde, Wind, Wasser und Feuer Schrott kommt noch Astral-, Todes-, Natur- und Blutmagie dazu (für letztere werden vorwiegend jungfräuliche Blutsklaven benötigt, mehr dazu aber später).

    Neben ein paar Kleinigkeiten sollte der Gott und sein Gefolge jetzt fertig sein. Diesen Schritt muss nun jeder der am Spiel teilnehmen möchte wiederholen, also werken im schlimmsten Fall 17 Leute an einem PC herum.

    Bevor ich’s vergessen, man kann natürlich auch über’s Internet spielen. Das funktioniert dann so ähnlich wie Post-Schach: jeder Spieler macht seinen Zug und schickt die Spieldaten per Mail an den Host – von dort aus gehen dann die neu berechneten Daten zurück an die User. Mit einer großen Spielerzahl ist das sicher recht umständlich, aber mit 3 oder 4 Leuten hat das zugegeben einen gewissen Reiz. Jeden Abend nach Hause kommen und seinen Zug fertig machen, dann die entsprechenden Spieldaten an seinen Spielpartner schicken und auf den nächsten Tag warten – man kann sich Zeit lassen, in Ruhe seine Schritte überdenken, wo hat man das denn noch in der heutigen Stressgesellschaft?

    Übrigens sind wir nicht an Windows gebunden, auch Linux, Mac OS oder Solaris Nutzer wurden von den Illwinter Programmierern nicht aus der Welt von Dominions 2 ausgeschlossen. Somit sprechen wir hier von einem echten Multi-Plattform Spiel (davon gibt’s zugegeben recht wenige). Wer jetzt mit dem Argument kommt "Hey, Quake 3 gibt’s schon lange auch für die DreamCast …" wird sicher zugeben müssen, dass es keine Möglichkeit gibt, die Plattformen untereinander zu verknüpfen – und wenn, hätten wohl alle Gamer mit einem Joypad das Nachsehen.

    Civilisation 2 Gold war übrigens vor Jahren schon auf Linux-Plattformen lauffähig – es ist sicher gut, dass wieder Zeichen gesetzt werden und möglicherweise künftig mehr und mehr Spiele für viele Plattformen auf den Markt kommen (und ich meine damit NICHT Konsolen). So jetzt aber zurück zum eigentlichen Thema, also Dominions 2 im Multiplayer:

    Eigentlich kann man schlecht von Singeplayer sprechen, die Spielweise ist immer die selbe – es gibt keine wirkliche Kampagne sondern eben nur ein paar fertige Szenarien (und den Karteneditor) die sich sowohl mit computergesteuerten Gegnern als auch mit menschlichten Opponenten (oder auch gemischt).

    Hat man sich also für seinen Gott, seine Kultur, kurz: sein Dominion entschieden und Geschichte mit den Mitspielern (wer sitzt auf welchem Stuhl usw) abgeklärt, kanns auch schon los gehen. Bei den meisten Dominion-Formen bekommt ihr am Anfang euren Avatar (also den zuvor erstellten Gott), einen Spion und einen Kämpfer – das kann wie gesagt bei den unterschiedlichen Völkern und Götterkulten etwas abweichen. In der ersten Runde sollte man eigentlich nur Forschen und neue Einheiten produzieren, der Spion wird bis zum Anfang der nächsten Runde alle umliegenden Provinzen erkundet haben und euch deren Armeestärken aufzeigen. Je höher der Skill des betreffenden Agenten, desto genauer sind natürlich die entsprechenden Informationen.

    Wagemutige und Geisteskranke können natürlich auf gut Glück irgend eine der angrenzenden Provinzen angreifen – man erwischt aber fast immer die am stärksten befestigte (wie soll’s auch anders sein?).

    Übrigens: am Anfang sind alle freien Gebiete von neutralen Nationen besetzt, die alle für sich und nur für sich Kämpfen – man muss sich also keine Gedanken über einen Gegenschlag machen, wenn man eine Provinz übernimmt. Richtige Gegner, also Nationen die von Göttern gelenkt werden, reagieren meistens recht unangenehm auf die Verkleinerung ihres Imperiums. Aber irgendwann, wenn alle neutralen Resourcen ausgeschöpft sind, muss man schließlich "Krieg machen", jeder will immerhin der einzige und alleinige Gott sein. Um sein Angriffsziel zu bestimmen muss man eigentlich immer einen Spion voraus schicken (außer man zählt sich selbst zu den vorher angesprochenen "verwegenen" Personenkreisen), erst wenn man sich über die Truppenstärke im Klaren ist, sollte man zuschlagen. Auch das "Dominion" spielt hierbei eine entscheidende Rolle – auf der Karte wird dieses duch eine Kerze dargestellt: je höher die Kerze, desto stärker ist der Einfluss eines Gottes (eine weiße Kerze entspricht dem eigenen Gott, eine schwarze einem fremden). Es ist also klug, von vorne herein eine stark beinflusste Provinz einzunehmen.

    Die Kämpfe sind übrigens sehr unspektakulär, zwar ist alles recht übersichtlich dargestellt, aber es ist nicht wirklich notwendig, dass man sich die 3D-Kämpfe reinzieht. Genaugenommen definiert man bei jeder Truppe, was welche Einheit wann tut. Während des Kampfes selbst kann man nicht mehr eingreifen – einerseits ist das gut für E-Mail Spiele, da sich diese durch das verwendete Prinzip nicht unnötig in die Länge ziehen. Andererseits ist es irgendwie Schade, ein bißchen eingreifen sollte man schon können (etwa wie in Heroes of Might and Magic).

    Aber eben genau dieses "Feature" oder diese Eigenart macht Dominions 2 zu einem echten rundenbasiereden Spiel – man fühlt sich genau wie in alten Steel Panthers (SSI) Zeiten. Sogar die billigen Soundeffekte erinnern stark an diese Retro-Zeit. Der Theme-Song wäre ansich nicht schlecht (Mittelalterliche Musik), allerdings ist die Tonqualität derartig schlecht, dass jedem das blanke Grauen begegnen dürfte.

    Die restlichen Soundeffekte wirken wie in Rage of Mages und hätte wohl mit dem PC-Speaker besser geklungen. Hab ich übrigens schon erwähnt, wie agressiv man von dem ewigen Gedudel wird? Aber dafür gibt’s die Option, die Musik abzuschalten. Wahlweise kann man auch statt Medival Music (Mittelalterlicher Musik) auf Metal Music umschalten – wer sich jetzt gute skandinavische Metal Tracks erwartet, irrt gewaltig: es ertönt das selbe billige Gedudel, aber es etwas mehr in Richtung Black Sabbath von Schallplatte ;)

    Schon letztes Jahr ist das Testmuster von Shrapnel Games bei uns in der Redaktion eingetrudelt, aber jetzt erst gibt’s ein Review dazu -wie kann das sein? Die Frage ist einfach beantwortet: Dominions 2 ist einfach genial und das in vielerlei Hinsicht.

    Vor allem das E-Mail Feature hat mich begeistert, ich spiele seit etwa drei Wochen an einer Partie gegen einen Bekannten in Wien, täglich ein bis zwei Züge ziehen das Unterfangen zwar enorm in die Länge, aber man hat so keinen Zeitdruck wie etwa bei einem Echtzeit Strategiespiel. Ich hab’s im Review schon erwähnt, irgendwie erinnert mich das Spielgefühl stark an die alten SSI (Strategy Simulation, Inc.) Spiele. Panzer General dürfte jedem ein Begriff sein. Die taktischen Elemente sind vergleichbar mit dem Brettspiel Risiko.

    Für den Durchschnittsgamer dürfte das Spiel uninteressant sein, allerdings für hartgesottene Genreenthusiasten ist Dominions 2 ein absolutes Muss und gehört in jeder Sammlung direkt zwischen Civ 2 und Heroes 2 eingereiht.

    In diesem Sinne: Wie fühlt es sich an, ein Gott zu sein?

    Microsoft – Doch wieder Win98/ME Support

    Mitte des letzten Jahres hatten die Jungs aus Redmond schon den Support für Windows 98 gestrichen, im Dezember 2003 sollte nun auch Windows ME in die ewigen Jagdgründe eingehen und den Weg für die NT-Schiene ab Version 5.x (Windows 2000 und XP) ebnen.

    Allgemeine Kritik bewegte Microsoft nun doch, den Support bis Juni 2006 zu verlängern – also ca. 3 Jahre länger als ursprünglich geplant (immerhin noch 2 1/2 Jahre Gnadenfrist für Windows ME).

    Ich betrachte diesen Schritt eher skeptisch: 2006 hat das ursprüngliche Kernel dieser Betriebssystem-Schiene schon mehr als 10 Jahre auf dem Buckel (wir erinnern uns, Windows 98/ME basieren letztendlich der völlig veralteten Windows 95 Technologie).

    Voller Ehrgeiz ins neue Jahr

    In den letzten zwei Wochen haben wir euch wohl etwas vernachlässigt, aber das haben wir uns auch verdient – immerhin hat auch uns der Weihnachtsstess und die damit verbundene Spieleflut erfasst. Ein paar von uns waren sogar durch kleinere Krankheiten (Lepra, Pest usw) ausser Gefecht gesetzt – aber jetzt sind wir wieder alle voll einsatzfähig und werden euch in der nächsten Zeit wieder einige interessante und lehrreiche Artikel präsentieren.

    Ganz untätig waren wir in der Ferienzeit natürlich auch nicht (dafür haben wir auch von unserem Chefredakteur ein paar blutige Striemen am Rücken einkassiert), folgende neue Artikel erwarten euch seit kurzem:

    Reviews

  • HdR: War of the Ring – Frodo in den Fussstapfen von WarCraft 3?
  • Judge Dredd – Doppelwummer!
  • Railroad Tycoon 3 – PopTop Software lebt!
  • Against Rome – Die spinnen, die Gallier!
  • NFS: Underground – EA lässt die Reifen qualmen
  • XIII – Z wie Zuperman!
  • Previews

  • Joint Operations – Novalogic’s DeltaForce im neuen Kleid?
  • Wie schon eingangs erwähnt haben wir auch künftig wieder einige interessante Specials, Reviews oder Interviews für euch auf Lager – darunter zB ein exklusives Dominions 2 Review und ein ausführlicher Test zu Empires: Dawn of the Modern World.

    In diesem Sinne: ein erfolgreiches Jahr 2004, bleibt uns treu, empfehlt uns weiter!

    Gib Gummi Alder!

    Kurz vor Mitternacht, vier Kontrahenten in ihren aufgemotzten Boliden maltretieren Kupplung und Gaspedal. Noch wenige Sekunden, bis die Turmuhr schlägt … jetzt endlich fällt das Startsignal: mein linker Nachbar überdreht, sein Motor geht in Flammen auf, beim Rechten siehts auch nicht besser aus, er würgt ab. Auf den ersten 400 Metern bin ich mit meinem verbleibenden Gegner gleich auf … ca. 200 Meter vor der Ziellinie bin ich eine halbe Wagenlänge vorne, die letzte Kuppe … GEGENVERKEHR!

    Jetzt, nachdem ich meine Eingeweide von der Frontscheibe und dem Amaturenbrett gekratzt habe, kann ich das Rennen ja neu starten und nochmal in den sicheren Tod rasen. Irgendwie hört sich das ganze ja wie eine schlechte "The Fast and the Furious" Umsetzung für den PC an, aber wer das glaubt irrt gewaltig. Need For Speed Underground ist rein spielerisch und vom Umfang das beste NFS überhaupt. Zwar gibt’s einige, ach was sag ich, Unmengen an zu bemängelnden Dingen, aber die vorhandenen Features sind phänomenal.

    Im Karrieremodus (Go Underground) darf man zu Beginn ein kleines Rennen mit Sponsoren-Autos fahren, eine Bewährungsprobe sozusagen, hat man dies geschafft, geht’s ans Eingemachte (Oma’s Apfelkompott und dergleichen). Nach einem kleinen Video darf man sich dann seine erste Karre aussuchen, die 10.000$ darf man in z.B. in einen Golf 4 oder einen Dodge Neon investieren. Die Preise sind nicht wirklichkeitsgetreu, das beeinträchtigt zwar den Fahrspaß nicht, aber trotzdem find‘ ich es etwas schade, der Aufwand wäre ja nicht so groß gewesen.

    Hat man nun seine Karre käuflich erworben, darf man noch ein bisschen zusätzlichen Schnick-Schnack kaufen: Front-, Heck- und Seitenschürzen, getönte Scheiben oder einfach nur ein paar Vinylaufkleber. Selbstverständlich stehen auch einige verschiedene Lacke zur Auswahl – vorerst nur Glanzlack – später bekommt man Metallic oder Perleffekt Lacke zur Auswahl – ob ihr nun ein kitschiges Schweinchenrosa oder einen dezenten Blauton wählt, bleibt euch überlassen. Nach dem einmaligen Kauf eines Lacks kann dessen Farbton frei nach Belieben immer wieder kostenlos geändert werden.

    Mittlerweile sollte man die restliche Kohle (etwa 1500$) in Upgrades verbraten haben, also los zum ersten Rennen. Zum Einstimmen darf man sich einen der 5 Modi (Rundkurs, Sprint, K.O., Drag oder Drift) auswählen. Der einfachste ist wohl der Rundkurs, hier gilt es einfach im "Kreis" zu fahren, für den Anfang stehen meisten zwei Runden auf dem Programm. Je nach Schwierigkeitsgrad stehen unterschiedliche Preisgelder zum Einkassieren bereit, für den Anfang bewegen sich diese vermehrt zwischen 150 und 300$. Spielmodus gewählt, Schwierigkeitsgrad auch? Dann kann’s losgehen: zu Lostprophets, Static-X oder Rob Zombie als Hintergrundmusik glüht man durch das Nachtgeschen einer fiktiven Stadt.

    Neben diesen drei Interpreten haben natürlich auch ein paar andere ihre Stimme hergegeben, insgesamt stehen 26 Tracks zur Auswahl, hauptsächlich aber in Richtung Alternative oder Indie. Leider muss man die Wettkämpfe gewinnen – und zwar zwangsweise – ein zweiter oder gar dritter Platz kommt nicht in Frage, nur für den ersten kann man ein paar Moneten abgreifen (und in der Karriereleiter aufsteigen).

    Vielleicht noch kurz die anderen beiden klassischen Spielvarianten erklärt: Sprint ist ein simples Rennen von A nach B, der Schnellste gewinnt (alternativ wird diese Variante auch als "Zeitfahren" gehandhabt, hier fährt man nicht gegen andere, sondern eben gegen die Uhr). Zuletzt, im K.o. Modus, scheidet jede Runde der jeweils Letztplatzierte aus, es werden folgedessen bei drei Leuten auch vier Runden gefahren. Eine für die NFS-Reihe neue Geschichte ist das Drag-Rennen, eigentlich muss man hier nur Gas geben – ok, so einfach ist es nicht, dem Verkehr ausweichen und möglichst optimal schalten ist sicher auch nicht verkehrt, wir wollen doch schließlich den Motor nicht überdrehen! Zu guter Letzt bleiben noch die Drift Wettbewerbe: Traktionskontrolle aus, die Reifen qualmen lassen und möglichst oft, lange und viel, um die Kurven rutschen ohne gegen die Wände zu knallen – hört sich einfach an, ist es aber durchaus nicht.

    Selbstverständlich bekommt man alle fünf Modi auch in Turnierform zu Gesicht, also einfach zum Bespiel drei Mal in Folge ein Drag-Rennen. Die anfangs erwähnten Videos bzw. Zwischensequenzen nehmen im Laufe des Spiels deutlich ab, eigentlich heißt das, man bekommt gar keine mehr zu sehen. Dafür werden die Upgrades für die eigene Karre immer spektakulärer und natürlich auch teurer: ob nun optische Details wie vergoldete Felgen, verchromte Bremssattel oder eher technische Schmankerl wie Lachgaseinspritzung oder ein neues Getriebe – jedem bleibt selbst überlassen, was er wo in seinen Boliden reintuned. Neben den schon angesprochenen, zahlreichen und natürlich auch "preiswerten" Aufrüstungsmöglichkeiten bekommt man auch Uniqe-Tuningteile – meistens durch’s Absolvieren besonderer Aufträge (sprich Rennen).

    Seltsam ist nur die fast 100%ige Kompatiblität verschiedener Autoteil, so passt z.B. ein Satz Golf Seitenschürzen ohne Probleme auch auf einen Honda Civic, einen Toyota Celica oder einen Acura RSX – naja, eigentlich passt jedes Teil auf jede Karre (mit ein paar kleinen, sehr seltenen Ausnahmen). Autos wechseln kann man auch wie die Socken, durch simple Umtauschaktionen ohne Preisreduktion kann man vor jedem Rennen ein entsprechendes Auto "kaufen". Selbst vor Schrottwagen schreckt der EA-Händler nicht zurück: im Drag-Modus mit 300 Sachen frontal in den Gegenverkehr? Kein Problem – das wort "TOTALSCHADEN" stört eigentlich weniger, im nächsten Rennen ist der fahrbare Untersatz wieder Tip-Top in Ordnung.

    Meiner Meinung nach fehlt hier eine Art Hardcore Modus (wie es ihn z.B. in Diablo II gibt – wenn der Charakter tot ist, d.h. das Auto Schrott ist, ist es Schrott). Überhaupt gibt es keinerlei Arten von Beschädigungen, es ist teilweise sogar sinnvoller im 45° Winkel eine Wand zu rammen (Eintrittswinkel ist gleich Austrittswinkel), als vor der Kurve in die Eisen zu steigen. Reparaturen am Wagen fallen also unter den Tisch …

    Genaugenommen ist der der Karriere-Modus, also "Go Underground", bis auf die Videos (die wie schon gesagt eher dürftig vorkommen) nur dafür da, die Fahrzeuge und deren Upgrades freizuschalten. Diese Boliden kann man dann gleichermaßen im Quickrace oder im Online-Multiplayer verwenden. Apropos Online-Multiplayer: es gibt nur diese eine einzige Möglichkeit, gegen andere menschliche Spieler anzutreten. Ein Turnier auf einer LAN Party könnt ihr euch schon mal in die Haare schmieren. Überhaupt wurde viel am Multiplayer Part gepatzt, zwar funktioniert alles einwandfrei und ist weitgehend bedienerfreundlich, aber trotzdem wurden viele kleine, augenscheinlich nebensächliche Dinge einfach vergessen.

    Ist man beispielsweise in einem Channel (diese sind übrigens auf 50 User beschränkt, die selbst erstellten gar auf 25 User) mit mehreren Leuten, muss man um ein Spiel zu erstellen oder bereits erstellte Spiele zu sehen eine Seite "umblättern". Es gibt keine "xxx has formed a new game" Meldung oder ähnliches, ausserdem wird man nach Beendigung eines Matches automatisch aus dem Channel gekickt und muss erst 3x klicken, bis man wieder drin ist (außer natürlich er ist dann voll). Die Zensur ist auch recht hart ausgefallen, zwar werden die üblichen Wörter wie "fuck" oder "shit" zensiert, aber auch einige ganz harmlose Wörter fallen dem Sternchenreplacement zum Opfer. "bin", ein nicht allzu ungebröchliches deutsches Verb, wird gnadenlos zensiert – leider fallen auch viele andere harmlose Wörter ins Nichts. Abgesehen davon hat man sich auch bei der Chatfunktion einen kleinen Schnitzer erlaubt: erstens dürfen die Nachrichten nur wenige Zeichen umfassen, 32 um genau zu sein und zweitens muss man nach jeder Eingabe erneut in die Textzeile klicken um eine neue Nachricht schreiben zu können – also höflich gesagt eine Frechheit. Die Kommunikation zwischen den Spielern bleibt somit fast völlig aus, zwar hat man sich mittlerweile schon ein Patch aus den Fingern gesogen, aber das hat diese Macken auch nicht behoben.

    Interressant finde ich allerdings die Grafikengine, sie lässt sich fast völlig frei konfigurieren, das heißt die Details lassen sich frei einstellen. Bei langsameren Rechner müssen hierbei zwangsweise einige Features abgeschalten werden, bei neuen Rechnern mit modernen Grafikkarten ist’s zwar möglich alles einzuschalten, aber einige Dinge nerven schon ziemlich.

    Eines dieser Features ist die bewusste Monitorunschärfe (viele kennen den Effekt vielleicht von GTA3 oder Vice City), beim Fahren mit Geschwindigkeiten an die 300 km/h stören die verschwömmenen Lichtquellen in der nächtlichen Skyline zunehmend und führen eher zu Karambolagen als zu höheren graphischen Genüssen. Ähnlich kann man die Spiegeleffekte an Fahrzeug und Strasse betrachten, irgendwie stören die mehr als sie helfen – sieht zwar toll aus, aber doch etwas überzogen und unrealistisch: trockener Asphalt spiegelt einfach nicht so toll und alle Umgebungsdetails im Lack zu sehen bedarf auch schon ziemlich grossem Fanatismus, jeden Tag 3x mit dem Poliertuch übers Auto ist schon ziemlich krank. Aber solche Leute gibt’s auch …

    Steinigt mich nicht gleich! Aber nach all den AON-Speed Netgaming Werbespots hab ich NFS: Underground schon als potentiellen Versagertitel abgestempelt gehabt, irgendwie nerven die doch auch? „Hey, wo bleibt eigentlich Rob?“ – „Sorry, i’m late“ – „… ok, let’s do it!“ – irgendwie muss man sich bei den ultrageschminkten Sunnyboys schon ziemlich zusammenreißen, um sich nicht gleich zu übergeben.

    Nein, mal im Ernst: ich hab mir das Spiel auf Anraten eines Freundes gekauft (Electronic Arts stellt uns ja keine Testmuster zur Verfügung) und ich muss echt sagen, ich bin nicht enttäuscht. Eins muss man aber dazu sagen: NFSU wurde von EA Blackbox(ehemals Blackbox Games) entwickelt, also einem adaptierten Entwicklerstudio (wie es einst Origin oder Westwood erging), das erklärt dann auch die herrausragenden Eigenschaften des Spiels.

    Nichts desto Trotz ist NFSU sein Geld wert, zwar wurde viel gepatzt (insbesonde eben in Punkto Multiplayer), aber daran ist vermutlichEA als Publisher schuld. Eigentlich kann jeder getrost zugreifen, allerdings sollte man direkt nach dem Zocken nicht unbedingt Auto fahren – man wird doch sehr stark beinflusst, nachdem die Geschwindigkeitsdarstellung sehr realistisch wirkt.

    Marty, wirf noch ein Super-Zündie rein!

    Railroad Tycoon 2 in 3D und ohne andauernde Crashes? Ihr kennt Flucht aus LA, mit Kurt Russel als Snake Plissken in der Hauptrolle? Ich leide übrigens nicht an geistigen Verwirrungen oder schlimmer Fernsehabhängigkeit – aber was wirklich wichtig ist: ein jeder Mann steht auf Eisenbahnen, jeder hat doch irgendwo eine N oder H0 Eisenbahn zu Hause oder zumindest hattet ihr eine Playmobil Eisenbahn? Egal zu welcher Gruppe ihr gehört, in jedem Fall wird jetzt weitergelesen …

    Schon im Introvideo wird diese Affinität zu Eisenbahnen dargelegt. Ein junger Bursche lässt eine Münze von der Eisenbahn plattfahren (nicht daheim nachmachen übrigens, das ist illegal), später bekommt er eine Trillerpfeife vom Schaffner geschenkt und wird Jahre später selbst zum Railroad Tycoon. Wie das Kind im Video ist auch das Spiel erwachsen geworden – im Vergleich zu seinem Vorgänger hat sich zwar nicht viel geändert, aber den Sprung in die dritte Dimension hat man nun endlich geschafft. Die Optik kann sich mit anderen Spielen im Genre (Schiene & Strasse) auf alle Fälle messen.

    Wie schon gesagt, spielerisch ist die Entwicklung eher stecken geblieben – eigentlich wurden alle Funktionen 1:1 aus Railroad Tycoon 2 übernommen. Bedingt durch die 3D Engine können jetzt allerdings Bahnstrecken fast überall in allen möglichen Formen gebaut werden, hierbei wurde das Streckenbausystem weitgehend automatisiert: Häufigkeit der Brücken und Tunnel, Anfangspunkt setzen und am gewünschten Endpunkt wieder loslassen – das funktioniert fast immer und wenn’s mal wirklich nicht so geworden ist, wie man wollte, hat man immer noch eine praktische Undo-Funktion.

    Die "Bedienbarkeit" der Wirtschaft wurde auch vereinfacht, anstatt zwischen vielen verschiedenen Schwierigkeitsgraden in punkto Aktienhandel usw zu wählen, gibt’s einfach keine Konfigurationsmöglichkeit mehr. Ob man nun mehrere Firmen mit unterschiedlichen Beteiligungen gründet oder nur eine, bei anderen Unternehmen einsteigt oder nicht, lokale Betriebe fördet oder aufkauft, spielt eigentlich keine Rolle. In jedem Fall hat man die Möglichkeit, das Spielziel in einem der 25 Szenarien zu erreichen.

    Natürlich sind insbesondere die Wirtschaftsgeschichten im Multiplayer Part interessant, mit einer 75%igen Beteiligung im Konzern eines euer Mitsteiter braucht ihr euch nicht mehr wirklich Gedanken um’s Geld zu machen (selbriges geht übrigens auch mit den K.I. Gegnern). Aber hier kommen auch wieder reale Elemente zum Tragen: wenn man so viel Geld hat, dass man es nicht mehr ausgeben kann oder nicht mehr wirklich dafür arbeiten muss, wird man schnell trübsinnig und fadisiert sich – also lieber mit konventionellen Mitteln gegen eure menschlichen Mitspieler antreten: MEHR ZÜGE!!! (Hiervon stehen übrigens mehr als genug zur Auswahl. Über 40 verschiedene Lokomotiven bzw Zuggarnituren stehen sind inkludiert.)

    Das Frachtsystem würde übrigens auch weitgehend beibehalten, die Waggons müssen nicht gekauft oder gemietet werden, sonderen werden automatisch an den Zug gekoppelt (hierfür gibt’s jetzt auch eine Funktion, die jeweils die besten der 35 verschiedenen Güter aus dem jeweiligen Bahnhof auswählt und an den Zug pappt).

    Hab ich übrigens die krasse Musikuntermalung schon erwähnt? Zwar ist mir völlig unklar, wie diese Musikrichtung genannt wird, aber irgendwie ist’s angenehm und entspannend – so wie bei "The Duke’s Wild Hazard" nur langsamer. Was noch viel wichtiger ist: man wird auf Dauer nicht dumm davon. Damit’s nicht langweilig wird, haben sich die PopTop-Jungs eine zweite Tageszeit einfallen lassen, nämlich "Nacht"! Nacht? Für die Kampfsüchtler unter euch: die gängigere Tageszeit ist "Tag" … das ist, wenn draußen die Sonne scheint …

    Eigentlich kann man nicht viel über Railroad Tycoon 2 meckern, das Spiel hat auch ohne Dritter Dimension unheimlichen Spass gemacht, aber die ewigen „Out of Sync“-Meldungen im Multiplayer und die andauernden Crashes haben schon unheimlich genervt. Das hat man nun endlich beim Nachfolger ausgebügelt. Insbesondere durch die vielen Erleichterungen und Vereinfachungen in punkto Bedinbarkeit dürft das Spiel auch für Nicht-Tycoons interessant sein. Ein bisschen stört mich die Sache mit den Waggons, damals in den Transport Tycoon Zeiten musste man noch für jedes Gut einen eigenen Waggon kaufen (Kohlewaggons, Postwaggons, …), hier sind sie einfach „da“.

    Mit RT3 bekommt man übrigens ein zweites Spiel dazu: das Railroad Tycoon Mini-Game, eigentlich ein Pipeline Clone, aber mit ein paar Extras. Bevor ich das Spiel (übrigens 2 CD’s schwer) installiert hab‘, hat mich dieses primitive < 1 MB große Spiel mindesten 45 Minuten gefesselt (68200 Punkte). Während dem Installationsvorgang ist das natürlich auch eine schöne Abwechslung zum üblichen Screenshot-Slideshow-Dschungel. Wie man and der Pro/Contra Aufstellung sehen kann, hatte ich eigentlich recht wenig zu bemängeln – irgendwie zu wenig wie mir scheint. Mich haben halt nur ein paar Kleinigkeiten gestört, die man vielleicht einbauen hätte können – aber das kann man wohl schlecht als Grund für einen Wertungsabzug verwenden.

    Weihnachten, was tun?

    Für viele von euch wird Weihnachten so aussehen:
    Prasselndes Kaminfeuer, Lebkuchen und Geschenke, ein leuchtender Christbaum, stille Nacht … also ganz einfach nicht wissen, was man bis zur Bescherung machen soll!

    Lieber unweihnachtlich?
    Das Mündungsfeuer der P-08 gepaart mit melodischen Death Metal Klängen, irgendwo auf einem Battlefield 1942 Server im fernen Osten wo man kein Weihnachten kennt.

    … oder weihnachtlich?
    Wolfenstein 3D X-Mas Edition auf dem Uralten DOS-PC im Keller oder eine Half-Life Weihnachts-Map von vorne bis hinten durchzocken!

    Eigentlich gibt es viele Möglichkeiten an Weihnachten, auch viele Wünsche – unter anderem auch an die Spieleindustrie. Was sie die Rebell.at Redaktion zu Weihnachten wünscht, könnt ihr in unserem Special nachlesen:

  • Rebell Weihnachts-Wunschliste

    In diesem Sinne: fröhliche Weihnachten (oder Y-Nachten, wie der Neudeutsche sagt) und geruhsame Feiertage, auch an jene die religiös bedingt kein Weihnachten feiern, wünsche das Rebell.at Team.

    PS: natürlich haben wir auch über die Weihnachtsfeiertage durchgehend geöffnet und werden euch so gut es geht mit News und Artikel versorgen, aber: auch wir Rebellen brauchen ein bisschen Freizeit und Erhohlung.

  • Siedler – Gewinnspiel von Devolo

    Fans von Devolo Kommunikationshardware wissen’s schon länger: bei jedem gekauften externen Analog-Modem findet sich eine Kopie der Siedler IV mit in der Verpackung.

    Für die Weihnachtszeit hat man sich nun wieder ein neues Goodie ausgedacht, ein Siedler Gewinnspiel! Wie’s genau funktioniert lässt sich aus dem aktuellen Newsletter entnehmen:


    * Neues Gewinnspiel: Wir verlosen 20 Schilder fuer Siedler-Fans

    Fuer alle Spieler und Fans des Computerspiels Siedler verlosen wir 20 Mal je ein Schild mit dem Aufdruck „GESCHLOSSEN! WIR SIEDELN WIEDER“ (ca 20,5cm x 34 cm) Um an der Verlosung teilzunehmen, schreiben Sie uns bitte eine E-Mail mit dem Stichwort „siedeln mit devolo“ an vertriebsinfo@devolo.de. Einsendeschluss ist der 31.01.2004, der Rechtsweg ist ausgeschlossen.


    Natürlich bitte ich hier im Namen der Rebell.at Redaktion darum, dass ihr möglichst nicht daran teilnehmt, wir wollen möglichst viele der Schilder für uns einsacken! :D