Kategorie-Archiv: Spiele

Der Film zum Nachspielen?

Wer von euch erinnert sich noch an den Film Tron der vor fast genau 20 Jahren zum Ersten mal zu sehen war? Für alle die es nicht mehr tun: Ed Dillinger, der skrupellose Führer eines Medienimperiums, bestiehlt seine Programmierer, um sich ihre Software anzueignen. Als auch das Computer-Genie Flynn (Jeff Bridges) von ihm bestohlen wird, beschließt er in Dillingers Computernetzwerk einzudringen, um den Diebstahl zu beweisen. Doch Dillingers "Master Control Program" (MCP), eine emotionslose, künstliche Intelligenz die sich selbst weiter entwickelt, kontrolliert den Cyberspace und verhindert jedes Eindringen in geschützte Sektoren. Als Flynn und einige befreundete Programmierer erneut versuchen in das System zu hacken, transferiert ihn das immer mächtiger werdende MCP in die digitale Welt des Cyberspace. Hier regieren nicht die menschlichen User, sondern allein die Programme. Flynns einzige Chance dieser feindlichen Umgebung zu entkommen, ist das Programm TRON, mit dessen Hilfe er in das Herzstück des MCP vorstoßen muss …

Damals konnte man die Leute mit diesem Film sehr beeinflußen denn die meisten hatten keine Ahnung von der Materie Computer. Zum Beispiel dachten viele Leute das Programme kleine Wesen sind die in Arenen um ihre Recht kämpfen und durch die Kabel huschen. Aber genug vom Film denn wir sind ja ein GAMES-Magazin.

Im Spiel müsst ihr wie im Film gegen ein bösartiges Monsterprogramm kämpfen. Dieses heißt nun nicht mehr McA, sondern Ma3a. Eine Konkurrenzfirma hat in das Firmennetzwerk der Firma, wo ein gewisser Alan Bradley arbeitet, Viren und Trojaner eingeschlossen, die das System innerhalb kurzer Zeit zum Crash bringen könnten. So wird Alan Bradley von Ma3a mithilfe eines Laserscanners eingesaugt um zu helfen. Als dies sein Spiele süchtiger Sohn erfährt startet dieser eine Rettungsaktion.

Das Spielprinzip ist wie bei Unreal 2 oder ähnlichen Spielen – also is Tron 2.0 ein Egoshooter, nur ist die Grafik wie im Film, sodass alle Figuren im System diese Neonstreifen haben. Dies wird auch "Tron Glow" genant. Die Guten blaue und die Bösen rote. Monolith (NoLF 1 und 2) hat eng mit Nvidia zusammengearbeitet und so die LithTech-Engine weiterentwickelt. So können die Lichteffekte um so besser zur Geltung kommen. Aber im Gegensatz zu dem Film dürft ihr nicht nur in den Arenen kämpfen sondern auch in den Schaltkreisen (=Gängen). Andere Schauplätze werden Personal Computer, Power Router, Internet Hubs, Infizierte Server und Game Arenen sein.

Aber was wäre ein Tron Spiel ohne die bekannten Lightcycles? Dieses euch sicher bekannte Spiel wurde selbstverständlich auch eingebaut und ihr dürft euch dabei wie in Snake nicht in den Schwanz beißen. Nur das es nicht nur eine Schlange/Schwanz gibt. Übrigens die Motoräder dazu wurden von Syd Mead redesigned und erstrahlen in neuem Glanz. In einem Ego-Shooter sollte natürlich auch kein Multiplayer-Modus fehlen. In diesem Punkt scheint uns Tron 2.0 nicht zu enttäuschen. Ihr könnt gegen bis zu 16 andere Spieler antreten.

Im alten Tron gab es nur eine Waffe die nur in der Arena eingesetzt wurde – die Disc. Sie ist natürlich diesmal wieder vorhanden wird aber durch drei andere Waffen ergänzt von denen es verschieden Stufen gibt. Ich will jetzt nicht näher auf die Stufen eingehen aber die sogenannten Primitives will ich vorstellen:

Disc: Sie ist die einzige Waffe im Spiel die sowohl offensiv als auch defensiv genutzt werden kann.

The Rod: Das ist ein Energie Stab der im Nahkampf eingesetzt werden kann um den Gegnern Energie zu entziehen bis sie "abstürzen"

The Ball: Wie der Name schon sagt – ein Ball. Der kann mit einer Granate verglichen werden

The Mesh: Dies ist eine Art Dreick mit dem man schießen kann, das durch seine hohe Feuerrate im Grunde ein Maschinengewehr ist

Also ich denke Tron 2.0 wird eines der Top-Games dieses Jahres. Neues Spielekonzept mit altbewehrten Inhalten. Warten wir die ersten Betatests ab dann kann man schon mehr sagen wie die Coder gearbeitet haben und man kann auch den Spielspass bewerten. Ich kann natürlich keine Punkte für Kriterien vergeben, die ich in dieser Phase nicht testen kann. Hoffentlich schreckt das schräge Szenario niemanden ab.

Vulpine GmbH – Melden Insolvenz

Und eine weitere Firma geht den Bach runter. Diesmal trifft es die deutsche Entwicklerschmiede Vulpine. Diese hatte, wie aber erst kürzlich herauskam, schon am ersten diesen Monats Insolvenz angemeldet haben. Am 8. April findet dann auch schon die Gläubigerversammlung statt.

Die hauseigene Grafik-Engine, Vulpine Vision, konnte sich trotz einiger starker Partner, wie zum Beispiel CDV, ATI und auch Nvidia leider nicht behaupten. Da die Engine wirklich nicht schlecht war ist das sehr schade.

Der nächste Denton kommt

Nun sind schon drei Jahre ins Land gegangen, seit Deus Ex einen riesigen Erfolg feierte. Alle freuten sich schon damals auf einen Nachfolger des erstklassigen Shooters von Warren Spector. Auch heute noch ist er der Mann im Hintergrund bei der Entwicklung am Sequel, kümmert sich aber zur Zeit um Thief 3, und auch heute noch ist die Freude auf das Spiel ungebrochen. Neuerungen gibt es einige, welche? Lest einfach unsere Preview und ihr seid bestens informiert für den kommenden Superhit.

Vieles hat sich in den letzten Jahren getan und verändert, doch was sich nicht verändert hat, ist dass der Spieler immer noch die totale Freiheit in seinem Handeln haben wird. J.C. Denton hieß der Protagonist aus dem ersten Teil. Dieser wird nicht mehr euer Alter Ego im Nachfolger sein – ihr spielt Alex D. – seines Zeichens Klon von J.C. Ob dieser aber männlich oder weiblich sein soll, ist eure Entscheidung. Dieses Feature hat den Weg nicht ganz in den ersten Teil geschafft, aber nach einigen Fan-Anfragen haben sich die Entwickler ein Herz gefasst. Wie alles in Deus Ex soll auch das Geschlecht seinen Sinn haben. Wenn ihr als hübsche weibliche Person durch die Level schreitet, werden manche männliche Personen wohl netter auf euch reagieren.

Die Story ist 20 Jahre nach dem Vorgänger angelegt und bezeiht sich so wie es scheint auf eine der drei Endsequenzen. Ihr seid auf der Suche nach eurem „Vater“ da ihr durch die WTO (World Trade Organisation, eine etwas bösartige Welthandels-Organisation) und durch die Sekte The Order erst eine Ahnung bekommen habt, was in der Vergangenheit geschehen ist. Doch zuerst muss der Spieler einige Missionen für beide Lager bestreiten. Für welches ihr euch dann später entscheidet bleibt wiederum euch überlassen.

Aber nicht nur an der Story haben die Entwickler von Ion Storm gefeilt, sondern auch an der Optik. Diese war schon beim ersten Teil für damalige Verhältnisse ganz in Ordnung, jetzt soll sie allerdings umwerfend sein. Wir schreiben das Jahr 2003 und die Zeit der Unreal-Engine ist angebrochen, keinen öden Texturen mehr wie im ersten Teil. Deus Ex 2 wird auf der neusten Version dieser Engine laufen und mit zauberhafte Licht- und Schatteneffekte aufwarten. Dank der Grafikengine bricht sich das Licht an jedem Gegenstand und wirft einen realistischen und vor allem detaillierten Schatten. Doch dieser soll nicht nur nett anzuschauen zu sein. Ein wichtiges Spielelemente soll gerade die Dunkelheit sein. Alex wurde sogar ein Schatten-Messgerät à la Dark Project und Splinter Cell verpasst, damit ihr auch immer wisst, ob euch die Gegner sehen können. Schleichen in der sicheren Dunkelheit wäre ja nicht allzu schwer, wenn sich diese nicht bewegen würde. Dynamische Schatten heißt das Zauberwort. Ein wunderschönes aber natürlich auch erschwerendes Feature.

Zum Realismus trägt die Havoc-Physik-Engine ein großes Stück bei. Kisten fallen physikalisch korrekt Treppen herunter und locken damit Wachen an. Lampen schwenken herum wenn man sie anschießt und so entfaltet sich erst die ganze Grafik-Pracht des Spiels. Natürlich haben sich auch die Spielermodels um einiges verschönert, nicht nur das diese jetzt viel mehr Polygone besitzen, sondern hat jede Person auch viele kleine Details an sich und Kleidung.

Wie schon erwähnt hat sich an der Freiheit in Deus Ex 2 nichts geändert. Im Gegenteil. Es steht euch eigentlich völlig frei wie ihr vorgeht. Es wird sogar möglich sein ganz ohne Waffengewalt durch das Spiel zu schleichen – wenn man sich nur schlau genug anstellt. Dieses Vorhaben wird diesmal durch die ungemein schlaue KI immer schwieriger. Die soll sogar so gut sein, dass sie kleinste Details bemerkt und unterschiedlich darauf reagiert. Beispiel: Wenn Alex Lärm macht kommt eine Wache um die Ecke. Sieht sie aber nur eine Katze wird sich der Bewacher sagen: „Ach nur eine Katze.“. Anders wird es bei einem anderen Tier passieren. Die Aufgaben werden so vielfältig wie auch freigestellt sein. Die Story soll nicht linear verlaufen, aber den Spieler trotzdem in ihren Bann ziehen. Das wollen die Entwickler ebenfalls durch Sidequests (Nebenaufgaben) erreichen, die nicht unbedingt erfüllt werden müssen, aber von großem Nutzen sein können und auch tiefer in die Story einblicken lassen.

Auch die beliebten Biomod-Implantate sind wieder mit von der Partie. Doch in den 20 Jahren hat natürlich auch die Forschung nicht geschlafen. J.C. musste im Vorgängern die kleinen Teilchen zur Verbesserung der Fähigkeiten noch einbauen lassen, dem ist jetzt nicht mehr so. Alex hat nun die Möglichkeit sich die Teile selber einzusetzen und sogar wieder rauszunehmen. Doch das solltet ihr euch gut überlegen, denn einmal abgenommen, könnt ihr die Implantate nicht mehr benutzen, sie verschwinden einfach. Also bevor ihr ein Upgrade herausnehmt um ein neues einzusetzen überlegt euch dieses Vorhaben dreimal. Die Biomods findet man nicht allzu häufig. Zu den bekannten Einbauteilen gehören jene die euch schneller machen, höher springen lassen und andere relativ „normale“ Dinge tun lassen. Es gibt aber auch auf dem Schwarzmarkt dunkle Implantate. Diese kauft ihr dann bei unheimlichen Kerlen in heruntergekommenen Bruchbuden. Diese Biomods sollen noch mehr Macht beinhalten, aber auch Nebenwirkungen mit sich bringen.

Mein erster Eindruck von Deus Ex 2: Invisible War ist sehr gut. Ich freue mich schon wahnsinnig auf den zweiten Teil der Serie, besonders weil mich der erste schon begeistert hat. Die Veränderungen bringen das Spiel sogar noch ein ganzes Stückchen nach vorne und sorgen mit Sicherheit für eine Menge Abwechslung.
Die wird es auch in der Grafik geben. Böse Stimmen behaupteten das im ersten Teil die Texturen nach einiger Zeit langweilig wurden. Das wird hier nicht passieren. Die tolle Optik wird auf jedenfall einen großen Teil zum Erfolg beitragen. Die Unreal-Engine ist nicht nur optisch sondern auch spielerisch zusammen mit der Havoc-Physikengine die perfekte Mischung für das Spiel.

Ich freue mich schon unwahrscheinlich auf den Release der für das dritte Quartal diesen Jahres angesetzt ist. Ich kann eigentlich voller Hoffnung sagen, dass Deus Ex 2 wohl eines der besten PC-Spiele 2003 wird.

Ersteindruck: Sehr gut

Charts – KW08: Ö, D, UK, USA

Auch in der 8. Kurswoche hat sich in den deutschen und österreichischen Charts wieder ein wenig getan. Neben den US-Charts haben wir diese Woche auch die englischen Top Ten in unsere Meldung aufgenommen.

Deutschland: GfK
1. C&C: Generals
2. DAoC: Shrouded Isles
3. Battlefield 1942: Road to Rome
4. Stronghold
5. Unreal 2
6. Die Sims: Tierisch gut drauf
7. Sim City 4
8. Die Sims Deluxe
9. IGI 2: Covert Strike
10. Gold Games 5

Österreich: Saturn
1. C&C: Generals
2. Dark Age of Camelot
3. Mortal Kombat: Deadly Alliance (PS2, Xbox, GC)
4. Die Sims (PS2)
5. GTA: Vice City (PS2)
6. Unreal 2
7. Die Sims Deluxe
8. SimCity 4
9. BF1942: Road to Rome
10. Anno 1503

USA: NPD
1. C&C: Generals
2. BF 1942: Road to Rome
3. Unreal 2
4. SimCity 4
5. Die Sims Deluxe
6. Die Sims – Tierisch gut drauf
7. Zoo Tycoon
8. Battlefield 1942
9. Medal of Honor: Spearhead
10. Nascar Racing 2003

Großbritannien: ChartTrack
1. C&C: Generals
2. Die Sims
3. Die Sims – Tierisch gut drauf
4. IGI 2: Covert Strike
5. SimCity 4
6. Unreal 2
7. DAoC: Shrouded Isles
8. American Conquest
9. Die Sims – Urlaub total
10. Die Sims – Hot Date

AIAS – Awards für 2002 vergeben

Die Academy of Interactive Arts & Sciene hat auch im vergangenen Jahr wieder die Computerspiele des Jahres gewählt. In dreißig Kategorien wurden Auszeichnungen vergeben. Unglaubliche dreizehn davon gingen an Branchengiganten Electronic Arts. Allein vier heimste der Mutliplayer-Shooter Battlefield 1942 ein. Etwas überraschend aber dank der großen Fangemeinde wohl gerechtfertigt wurde das WK 2-Actionspiel sogar zum Titel des Jahres gewählt.

In die Hall of Fame nahm die Akademie in diesem Jahr für sein Lebenswerk Yu Suzuki von Sega auf.

Sega – Kurz vor der Übernahme?

Mitte 2002 spuckte der Vorstand von Sega große Töne. Das Unternehmen werde bis 2004 zum größten amerikanischen Publisher wachsen und schon ein Jahr davor ein Gigant am europäischen Markt sein. Zu diesem Zeitpunkt sei angeblich von allen Spielepublishern nur Electronic Arts vor einer Übernahme durch Sega sicher gewesen.

Da hat sich offensichtlich jemand getäuscht. Denn aktuellen Informationen zufolge will Sega nun ein Fünftel seiner weltweiten Belegschaft entlassen. Vermutlich will man so dem schwächelnden Aktienkurs entgegenwirken. Nach einem Rückzug auf dem Sportspiele-Segment für den GameCube und einer bei den Aktionären wenig beliebten geplanten Fusion mit dem Spieleautomaten-Hersteller Sammy Corp. waren die Aktien stark gefallen.

In so einer Situation muss man auf Übernahmegerüchte natürlich nicht lange warten und so melden diverse Seiten, dass Electroinc Arts und Gates-Konzern Microsoft interessiert an dem japanischen Unternehmen sind. Obwohl EA und MS diese Gerüchte dementiert haben ist der Kurs der Sega-Aktien durch diese Meldung um 16% gestiegen.

Sowohl für den Konzern aus Redmond als auch den kalifornischen Spielepublisher wäre eine Übernahme wohl kein großes Problem. Microsoft hat 40 Milliarden Dollar auf der hohen Kante, Electronic Arts eine – kann aber bis zu drei Milliarden US Dollar ausgeben. Sega’s Marktwert wird unterdessen auf 2,4 Milliarden Dollar geschätzt.

Ode an den Ex

Goodbye my friend, viel Spaß auf dem Friedhof für Auslaufmodelle! Jahrelang hast du mir treu gedient, das Spielen verschönert und beim Surfen die notwendige Rechenpower zur Verfügung gestellt. Tschüss mein Pentium 3! Du wurdest durch einen jüngeren AMD-Kollegen ausgetauscht, deine Taktfrequenz wurde mehr als verdreifacht, aber deine Beständigkeit wird mir in Erinnerung bleiben. Adios geliebte TNT, die du wirklich alles zum Laufen gebracht hast, was eigentlich laut der Verpackung gar nicht mehr hätte laufen dürfen. Auch von dir, meinem lieben SD-RAM, muss ich mich verabschieden. Schade, dass du kaputt gegangen bist und mich nach monatelangem Ringen mit der Geldbörse zum Kauf eines neuen Systems gezwungen hast. Dafür hast du deinen Fenstersturz ehrlich verdient!

Ja liebe Leser, diese Ode ist meinem alten Rechner gewidmet, der kurz vorm Jahreswechsel den Geist aufgegeben hat (hat wohl den Y2K-Bug ein klein wenig verschlafen). Immerhin hat er mir zu Lebzeiten bewiesen, dass – wenn man ein wenig abseits vom Grafikwahn bleibt – man nicht unbedingt jedes halbe Jahr eine neue Rechenkiste braucht. Es ist gar nicht notwendig immer die neueste Grafikkarte zu kaufen. Es muss gar nicht die schnellste CPU im Zentrum werkeln. Wenn man ein wenig auf sein Baby aufpasst, dann kann man auch nach dreieinhalb Jahren noch sehr schön spielen, gute Arbeiten der Spieleentwickler vorausgesetzt.

Denn wenn man aktuelle Spiele nicht in ihrer vollen Grafikpracht sieht, dann merkt man doch gleich viel besser, welches davon durch seine Optik blenden will, und welche wirklich durch das Spielprinzip überzeugen können. Und das ist dann auch schon der Grund, wegen dem ich einem eigentlich vollkommen hoffnungslos veralteten Rechner nachweine. Und erst wenn ich daran denke, wie ich bei UT 2003 gelangweilt durch detailarme Levels gerannt bin, dann danke ich meinem alten SD-RAM dafür, dass er Ende 2002 seinem Leben ein Ende gesetzt hat. Hoch lebe der technische Fortschritt! Er ermöglicht es den Spielspaß unter wunderschönen optischen Hüllen zu verstecken und erdrücken.

Geheimtipp für Strategie- und Actionfans

Es gibt Entscheidungen, die würde man im Nachhinein betrachtet bestimmt anders machen. Ede Stoiber würde heute nicht mehr verfrüht als „Wahlgewinner“ vor die Kameras treten, 3D Realms ein Spiel nicht schon 10 Jahre vor dem Release ankündigen und Wolfgang Schüssel sicher keine Koalition mit der FPÖ… – Nun ja, gut! – Es kann schließlich nicht jeder aus seinen Fehlern lernen. Major Greg D. Callahan wäre aber sicher in seiner gemütlichen Beton-Gefängniszelle geblieben, hätte er gewusst welche Nebenwirkungen die vermeintliche Freiheit mit sich bringt.

In The Gladiators tut er das aber nicht. Die Story beginnt ebenso schnell wie sie nebensächlich ist. Die US-Army hat in den letzten Jahren eine Methode entwickelt durch Schwarze Löcher zu reisen. Natürlich braucht man für das erste Mal immer ein erfahrenes Versuchskaninchen, in diesem Fall fällt die Wahl auf Callahan. An Bord eines Raumschiffs begibt er sich also mitsamt seiner Crew durch das Schwarze Loch. Auf der anderen Seite angekommen erwarten den ersten von den drei Helden des Spiels aber keine freunlichen Empfangskomitees sondern knallhart böse Aliens. Wieder landet der coole Callahan in einem Gefängnis, wenn auch die Gitterstäbe jetzt durch hübsche bläulich schimmernde Laserschranken ersetzt werden. Aber auch hier bekommt er wieder die Chance sich zu befreien. Dazu braucht er nichts anderes zu tun als für die fesche Prinzessin Lydia einige Gladiatorenkämpfe zu gewinnen. Wer würde angesichts der drohenden Todesstrafe nicht den Weg in den Kampf bevorzugen, wenn ihn auch noch ein hübsches Gesicht darum bittet?

Das ist der Beginn von The Gladiators, der euch in einem gewöhnungsbedürftigen Comic-Intro präsentiert wird. Die meisten Storysequenzen des Spiels sind aber direkt in der Spielgrafik vorzufinden. Diese hat auch insgesamt betrachtet einige Reize, obwohl sie nicht an die optischen Referenztitel des Genres heranreicht. Die zahlreichen Explosionen sind schön anzusehen, die Texturen bunt und ohne Schwächen und auch die Animationen der Figuren kann man durchaus als gelungen bezeichnen.

Das 3D-Terrain macht auch spielerisch Sinn, was ihr sofort nach dem ersten Start bemerken werdet. Ihr führt eine Gruppe von Soldaten über die insgesamt 18 Maps. Dabei solltet ihr genau auf Erhebungen in der Landschaft und Dickichte achten. In Letzteren könnt ihr euch nämlich dank der echtzeitberechneten Sichtlinien nicht nur selber kurzzeitig vor euren Feinden verstecken, auch diese lauern gerne hinter Bäumen und Büschen um euch ein wenig einzuheizen. Besonders schwerwiegend ist das, wenn sich die Kontrahenten auf einem Hügel oder Turm verschanzt haben. Von dort aus sieht man weiter und geniest auch eine erhöhte Reichweite. Zum Glück gibt es aber sehr oft mehrere Wege um eine Stellung auszuhebeln. Wenn ihr beim ersten Mal in einer Schlucht eiskalt erwischt werdet, dann solltet ihr im zweiten Anlauf vielleicht den etwas weiteren Weg auf euch nehmen und den Widersachern den Hintern aufreißen.

Dabei helfen zahlreiche Power-ups. Die heilen eure Soldaten, verstärken ihre Rüstung, lassen sie schneller rennen oder verbessern einfach die Durchschlagskraft ihrer Waffen. Der Einsatz jener Kurzzeit-Upgrades kostet Ressourcen, die man in Form von Joker-Cards auf dem Spielfeld verstreut findet. Manche von denen tauchen nach einigen Sekunden wieder auf. Ihr könnt sie dann erneut einsammeln. Meistens sind solche in der Nähe der sogenannten Spawn-Zonen zu finden, die es oftmals zu erobern gilt. Dort könnt ihr, ebenfalls im Eintausch gegen die Ressourcen, neue Einheiten erschaffen um eure Reihen wieder aufzufüllen.

Im Laufe der drei Kampagnen (zu Beginn ist nur die menschliche verfügbar, später wechselt man auch auf die Seite der fiesen Außerirdischen) bekommt ihr wirklich cool entworfene Kämpfer zu Gesicht. Einige von denen haben Spezialfähigkeiten und können beispielsweise kriechen oder werden für kurze Zeit unsichtbar. Auch Flugvehikel und Fahrzeuge stehen euch zur Verfügung. Insgesamt sind 24 verschiedene Einheiten (acht pro Partei) eingebaut worden.

Der Einsatz der Fähigkeiten eurer Recken und der euch zur Verfügung stehenden Upgrades ist durchaus empfehlenswert. Besonders wenn große Gegnerhorden auf euch zustürmen (und das wird sicher passieren) solltet ihr genügend Extras im Rucksack haben.

Eine tolle Atmosphäre bietet auch der Sound. Schon die Waffeneffekte sind nett umgesetzt worden, ein richtig großes Plus sind aber die Begeisterungsanfälle des Publikums. Für manche mag es jetzt etwas makaber klingen, wenn die Zuseher bei größeren Ballereien applaudieren und jubeln, dank der comichaften und niemals vollkommen ernsten Präsentation von The Gladiators kommt aber nie ein bedrückendes Gefühl auf wenn ihr einen Alien in die ewigen Jagdgründe seiner Vorfahren schickt. Der Spaß steht im ganzen Spielverlauf eindeutig im Vordergrund. Um noch mal auf den Sound zurück zu kommen: Musikalisch wird das Spiel von schnellen und harten Techno-Klängen begleitet. Die von uns getestete englische Version ist auch mit professionellen und soliden Sprechern ausgestattet.

Drei Varianten stehen im Multiplayer-Modus zur Verfügung. Während ihr mit dem Deathbowl-Mode eine Shootern ähnelnde Deathmatch-Variante findet, dürft ihr euch auch noch an einem netten Cooperative- und einem herkömmlichen „Eliminiere jeden“-Modus erfreuen.

Eigentlich habe ich im Vorfeld nie wirklich viel von The Gladiators gehört und auch als die Testversion in die Redaktion flatterte war ich dem Titel gegenüber noch skeptisch. Zahlreiche Spielstunden später hat mich Arxel Tribes’ Action-Strategiespiel aber eindrucksvoll eines Besseren belehrt. Die temporeichen Missionen machen wirklich viel Spaß, das Spielprinzip ist trotz der komplexen taktischen Möglichkeiten nach wenigen Sekunden in Fleisch und Blut übergegangen und auch die Steuerung macht keine Problem.

Schade, dass das Spiel an der breiten Masse wohl unbeachtet vorbeigeht. Freunde von actionreichen Strategiespielen sollten unbedingt zugreifen, denn auch nach dem Ende der Kampagnen ist The Gladiators noch öfters für kurze Matches zwischendurch geeignet und wird wohl noch eine Weile auf meiner Festplatte verweilen.

IsoNews – US-Regierung übernimmt Warez-S

Nein, George W. Bush ist nicht unter die Raubkopierer gegangen – auch wenn das bei seiner Biografie wohl das kleinste Übel wäre. Trotzdem hat die US-Regierung jetzt einen großen Schritt gegen die Warez-Szene unternommen. Man hat die große Warez-Newsseite IsoNews „beschlagnahmt“ und geschlossen.

Kurioserweise hat dies aber nichts mit dem Inhalt der Seite an sich zu tun. Viel mehr wird dem Macher von IsoNews vorgeworfen mit Modchips für die Xbox gehandelt zu haben. Für die ungefähr 450 vertriebenen Chips droht ihm nun eine Geldstrafe von bis zu 500 000 US Dollar. Die Website wird in diesem Zusammenhang nur beschlagnahmt, weil er die Kontakte für den Verkauf offensichtlich dort geknüpft hat.

IsoNews zählte zuletzte über 100 000 registrierte Benutzer und 140 000 Hits pro Tag.

Privateer II: The Darkening – nur besser!

Freeport 7 wird angegriffen, ich bin Trent – einer der wenigen Überlebenden – ich werde auf Manhatten gebracht, einen größeren Planet im New York System. Mein Schiff ist zerstört, ein guter Freund liegt im Krankenhaus – wohl oder übel werde ich eine Weile auf dem Planten bleiben – klingt jetzt vielleicht spannend, ist es aber nicht. Ich habe besseres vor – gesagt getan, ich schwinge also meinen Hintern in die nächste Bar um dort einen Job oder vielmehr einen flugtauglichen Untersatz zu finden. Juni ist so nett und stellt mir einen zur Verfügung – die Bedingung ist, dass ich einen kleinen Auftrag für sie erledige – 2000 Kröten bringt dieser ein. Wenn man bedenkt, dass ich gerade mal 500 Credits in der Tasche habe und das billigste Schiff auf dem Planeten ab 7000 zu haben ist – Tellerschrubben ist auch nicht so meine Sache.

Also nehme ich den Auftrag an – über Kurztipps und mein Logbuch erhalte ich laufend Infos zum Game und zur Steuerung. Intuitiv gehts dann gleich zu Begin in die erste kleinere Schlacht. Vom ersten Schock erholt, schließe ich mich meiner zugewiesenen Formation an und begleite die Jungs und Mädels um ein Frachschiff sicher zu seinem Bestimmungsort zu bringen. Danach wird noch ein bißchen Diebesgesindel geschrottet – ab hier bin ich auf mich allein gestellt. Nach dieser Tutorial Phase stehen alle Möglichkeiten offen – die Steuerung sollte klar sein und alle nötigen Funktionen sind freigeschaltet und stehen bereit.

Die Verbindung zwischen den einzelen Planten und äußeren Stationen läuft über sogenannte Trade Lanes – das sind mehr oder weniger interstellare Beschleunigugsstreifen – um von einer Seite zur andere des Systems zu fliegen bräuchte man sonst sicher sehr sehr lang. Die Sonnensysteme untereinander sind mit Hotspots verbunden – diese finden sich entweder irgendwo nicht verzeichnet im Niemandsland als blanke Wurmlöcher oder sie sind ans Trade Lane Netzwerk angeschlossen und mit einem Management System ausgestattet, um deren illegale Nutzung zu unterbinden – zweitere nennen sich Jump Gates.

Schnell gelange ich über die Trade Lanes überall und nirgendwo hin. Auf einem meiner Abstecher kommt mir ein Schlachtschiff, die Missouri, in die Quere. Dem wird natürlich sofort der bedingungslose Krieg erklärt … schlechte Idee! Schnell komme ich zu dem Schluss, dass Freelancer nicht viel mit anderen Spaceshootern gemeinsam hat – in Wing Commander war es ein Leichtes, mit einem Jäger und einer passend großen Rakete / Torpedo einem 10 km langen Schiff den gar auszumachen. Das war ‚damals in der Zunkuft‘ so. Aber heute ist das anders – Schlachtschiffe sind prinzipiell besser gepanzert, bewaffnet und ausgerüstet, als ein herkömmlicher Jäger mit zwei primitiven Energiewaffen. Langsam meldet mein Gehirn den Fingern: "Hey, ich glaube du hast’s dir gerade mit dem halben Sonnensystem verscherzt …" – Die Finger empfangen diesen Befehl und aktivieren die Cruise-Engines, eine Art Super-Nachbrenner. Vorteil: 3.5-fache Geschwindigkeit – der Haken: die Waffen werden deaktiviert.

Nun, da ich außerhalb der Gefahrenzone bin – in Regionen, in denen wohl noch keiner mitbekommen hat, dass ich der Liberty Navy gerade den Krieg erklärt habe – kann ich mich anderen Dingen widmen.

Kurzum, ich werde Händler – d.h. ich werden mehr oder weniger ‚indirekter Händler‘. Die Vorgehensweise beim indirekten Handeln ist ganz einfach: man sucht sich ein möglichst großes Schiff mit möglichst wenig Bewaffnung, möglichst großer, wertvoller Ladung und möglichst kleinem Begleitschutz – dazu sollte man vorher seinen Scanner aktivieren – dieser gibt Auskunft über Ladung, Bewaffung und Equipment des Zielobjekts – des weiteren wird ein kleiner Funkspruch zum potentiellen Opfer abgesetzt – die meisten Piloten verraten bereitwillig ihr Ziel – wenn das Ziel nur weit außerhalb bekannter Handelswege liegt und möglichst noch durch ein unkontrolliertes, illegales Wurmloch führt, fragt man freundlich nach, ob man den Frachter nicht etwas begleiten darf. […] (dieser Teil wird aus ethischen Gründen nicht erwähnt, sonst heißt es noch, Rebell.at stachelt zu Raubüberfällen an) – Jetzt wird erstmal der Laderaum befüllt – hierbei kommt der Traktorstrahl zum Einsatz – ein äußerst vielseitiges Gerät, wie ich meine. Ursprünglich dafür gedacht, Fluchtkapseln von abgeschossenen Piloten oder Mineralien und Metalle aus Trümmerfeldern einzusammeln, lässt er sich natürlich auch dafür verwenden, die Ladung von zerstörten Schiffen zu bergen.

Mit guten Verbinunden zum hiesigen Untergrund kann man die Handelswaren sehr gut absetzen. Dabei ist allerdings vorsicht geboten – Polizeischiffe haben auch einen Targetscanner, sollte die Jungs dahinter kommen, dass man ein kleiner, hinterhältiger Dieb ist, kann das schlimm enden. Jedem bleibt selbst überlassen, welcher Fraktion er sich zuwendet – und davon stehen einige zur Auswahl – allein die Liste in der Demo zählt an die 20 – angefangen von Diebesgilden, über Freibeuter, Handelskonzerne bishin zur Exekutive und Militär steht alles zur Auswahl. Je nachdem für wen man Aufträge erledigt, steigt das Ansehen bei dieser Gruppierung – im Gegenzug macht man sich natürlich unbeliebter bei den Konkurrenten. Das System erinnert an jenes von GTA 2 – es ist allerdings viel komplexer – die Übergänge sind fließend.

Mittlerweile hat sich auch die Gesinnung der Navy mir gegenüber ein bißchen geändert – die Missouri ist jetzt weder Feind noch Freund. Ein weißer Schriftzug im Zielfenster liest sich gleich viel entspannter als ein roter. Apropos weiss – die Sonne im New York System ist ein mittelgroßer, weißer Stern. Um euch gleich davon abzubringen – man kann nicht auf der Sonne landen – ich hab’s versucht … Die freundliche Frauenstimme meinens Schiffscomputers meint dazu folgendes: "Danger, entering sun-corona …" – blöderweise war gerade der Autopilot aktiv und ich war zurückgelehnt im "Cockpit" … bevor ich reagieren konnte, befand ich mich schon im Jenseits. – Neuer Eintrag im Anmerkheft: "Nicht in die Sonne fliegen!" – kommt übrigens gleich nach "Nicht in ein Minenfeld fliegen!" und "Nicht unkontrolliert in die Atmosphäre eines Planeten fliegen!" – für Letzteres gibt’s übrigens sogenannte Docking Rings – diese sind dafür da, dass auch ein Idiot auf einem Planeten landen kann, ohne gleich zu verglühen. Einfach das Docking-System ins Visir nehmen, F3 drücken – fertig. Die Zeiten von Falcon 4.0 sind vorbei, ein 450 Seitiges Handbuch auswendig zu lernen um starten zu können gibts auch nicht.

Weiter im Text, ein paar harte Fakten für den 2. Teil:

Freelancer ist eines der Spiele, die zeitweise irgendwo in der Versenkung verschwanden – so ähnlich wie Duke Nukem Forever. Ursprünglich wurde es vor ca. 5 Jahren angekündigt – ab und zu gab’s dann ein paar Infos – zwischendurch ein Game im selben Genre – Freespace 2, StarLancer – um nur ein paar zu nennen – alle waren nicht so wirklich das Non-Plus-Ultra. Irgendetwas ist schief gelaufen – der Releasetermin kam und kam nicht, aber Freelancer blieb immer das Must-Have-Game, obwohl keiner so genau wusste, ob man die Entwicklung überhaupt noch vorantreibt.

Die Qualität des Spiels scheint vor allem durch die Möglichkeiten geprägt zu sein – die Illusion, man bewege sich durch ein fühlendes, atmendes Universum. Auf dem Weg durch die Sonnensysteme und Galaxien kann man mit so ziemlich jedem Sprechen – unterschiedliche Fraktionen, Personen und Gebräuche. Ein kurzer Abstecher in eine Bar bringt zo manche Auskunft über die aktuellen Geschehnisse im Universum. Ob man jetzt den Barmann befragt oder seine persönlichen Informanten abklappert, bleibt jedem selbst überlassen.

Ein anderes Feature ist das Universum selbst – ein lebender Organismus. Es wirkt lebendig – Handelsschiffe, Piraten, Freibeuter – alles tummelt sich um die Knotenpunkte – der Funkverkehr ergibt Sinn – durch gezieltes Abhören kann man natürlich auch Vorteile daraus schlagen.

Jenachdem mit wem man verkehrt, welche Missionen man ausführt oder schlichtweg wen man auf die Zehen (oder eben nicht) tritt, verändern sich die Beziehungen zu den unterschiedlichen Fraktionen. Wenn man an einer Mission beteiligt ist, die als Hauptziel die Vernichtung eines Schiffes einer bestimmten Gruppierung hat, wird man sich sicher keinen guten Namen in den Kreisen der Ex-Besitzer machen. Dabei geht es freilich nicht nur nach dem Motto: "Der Feind meines Feindes ist mein Freund" – vor jedem Einsatz vielleicht einen kleinen Blick auf den Auftraggeber werfen … der Tag könnte damit gerettet sein.

Es gibt zwar eine Storyline, die diese Beziehungen übergeht, aber wie heißt es so schön: "Viele Wege führen nach Rom". Die Story wird im Laufe der Zeit immer anspruchsvoller – somit kommt man nicht darum herum kleinere Aufträge, Handelsgeschäfte oder Überfälle zu unternehmen – irgendwie muss man ja auch sein Schiff auf dem neuesten Stand halten – davon stehen immerhin über 50 verschiedene zur Auswahl. Es wird einem einfach die Freiheit überlassen, das Spiel so zu spielen wie man es für richtig hält. Freelancer ist somit nicht nur eine Simulation oder ein Space Shooter – vielmehr ist es ein komplexes Rollenspiel, bei dem die Verteilung zwischen Gut und Böse nicht vorher festgelegt wird, wie etwa bei einem herkömmlichen RPG.

Eine Unzahl an Upgrades und Waffen stehen bereit – viele davon sind nur an bestimmten Orten zu bekommen. Wenn das eigene Equipment einmal im teueren Bereich angelangt ist, ist es ein Leichtes durch die wogenden Wellen des Alls zu schweben, zu handeln und zu kämpfen – und es kommt überaschend oft zu diversen kleinen Konflikten.

Grafisch ist das Spiel auf jeden Fall sehr eindrucksvoll – besonders, wenn man bedenkt, dass die Entwicklung schon so lange andauert. Zwar sind die vordergründigen Details technisch eher etwas veraltet – aber auf modernen Rechnern mit höheren Auflösungen fällt das nicht mehr ins Gewicht – der Hintergrund ist außerdem ohne Zweifel bombastisch. Keine Spur von einem tiefschwarzen, leeren All.

Falls ihr euch bisher gescheut habt, die Demo zu saugen, weil ihr eine unübersichtliche Steuerung befürchtet habt – ich kann euch beruhigen – in ca. fünf bis zehn Minuten sind die Grundfunktionen dank Tutorial-Mission am Anfang erklärt.

Alles in allem erwarte ich ein großartiges Spiel. In der Demo hab‘ ich zwar fast nichts von der Hauptstory mitbekommen, aber das wird sich denke ich im richtigen Spiel ändern.

Zu bemängeln gibt’s eigentlich nur zwei Dinge: teilweise fehlen Soundeffekte – ohne irgend einen erklärbaren Grund (auf jedem meiner Rechner) – möglicherweise liegt das an der Demo – nach mehrmaligem Neustarten der Demo sind alle Dialoge und Effekte vollständig zu hören.

Das Zweite sind die verstümmelten Einstellungen im Menu – es ist z.B. nicht möglich den 3D Sound abzuschalten, zudem funktioniert die Cockpit-Ansicht nicht, man ist also gezungen in der 3rd-Person-Perspektive zu fliegen – und eben die Sonderfunktionen für Waffengruppierung und so weiter – diese beiden "Mankos" werden aber hoffentlich in der Vollversion behoben sein.

Was ich vielleicht noch als Rückschritt ansehe, sind die fehlenden Videos, wie man sie aus Wing Commander 3-5 und Privateer 2 kennt. Trotzdem sind die Zwischensequenzen gut vertont und druchaus ansehnlich.

Spielerisch ist "DER" Suchtfaktor auf jeden Fall vorhanden – nachdem ich die Demo auf dem Rechner hatte, hab ich ohne Pause ca. fünf Stunden am Stück gespielt …

UNO-Resolution 1441 fehlgeschlagen?

Soeben hat CNN live und in Farbe gemeldet, das die UNO-Resolution 1441 zur Entwaffnung des Irak fehlgeschlagen ist. Nachdem die U.N. Inspektoren herausgefunden haben, dass neben den Al-Samuhd Raketen auch die Al-Bundhjy und die Al-Ko’hol Raketen 154km Reichweite haben, anstatt der erlaubten 150km, stehen die U.S. Streitkräfte bereits knapp vor Bagdad und Saddam’s Paläste sind schon zu einem Haufen Schrott gebombt worden. Leider gab es gewaltige Verluste, weil eine Ladung Scud-Raketen mit Anthrax Sprengköpfen, ein sogenannter Scud-Storm, auf die anrückenden G.I.s abgefeuert wurde. Der Präsident ist ausser sich und tauscht die Führungsmannschaft in der Golfregion aus.

Nachdem außer mir eigentlich nur inkompetente Flachwurzler im Pentagon unterwegs sind, muss ich mal wieder die Drecksarbeit machen und begebe mich schnellstmöglich nach Kuwait in meinen Atombomben sicheren Bunker, wo ich gemütlich bei einer Flasche Bier vor dem Computer die U.S. Army in die Schlacht schicke.

Gleich nach dem Frühstück ist Bagdad befreit, Saddam entwaffnet, die ersten U.S. Tanker verladen Erdöl und ich bin wieder auf dem Weg nach Hause. C&C: Generals ist, zumindest in der ersten U.S. Mission, verdammt authentisch …

Nur das mit dem nach Hause fahren klappt leider doch nicht so ganz, eine Terror Zelle ist vielleicht ausradiert, aber die GLA (Abkürzung für Global Liberation Army), ist offensichtlich weltweit aktiv, weshalb wir den Kampf gegen den internationalen Terrorismus fortsetzen müssen. Zur gleichen Zeit haben die Chinesen ähnliche Probleme, GLA Terroristen sind überall am Vormarsch und kaum aufzuhalten.

Das Szenario von C&C: Generals ist schon fast eine True Story. Es gibt nur noch zwei Weltmächte, China und die USA, welche gewaltige Probleme mit einer im Untergrund operierenden, extrem schlägkräftigen, Organisation (die bereits genannte GLA) haben. Wer jetzt glaubt man, könnte diese Truppe mit der Bruderschaft von NOD aus den Vorgängern vergleichen, hat schon gewissermaßen recht, nur die Bewaffnung der Kerle ist wesentlich realistischer und somit auch vom moralischen Standpunkt gesehen, perverser.

Eine dieser drei Parteien könnt ihr in Generals zum Sieg führen. Sowohl die beiden Grössmächte als auch die Terroristen der GLA verfügen über jeweils unterschiedliche Bewaffnung, Optik, Sprachausgabe und Musik. Das Ressourcen Sammeln ist aber bei allen drei gleich: Es gibt Ressourcenlager die ihr mit GLA-Arbeitern, Chinesischen LKW’s oder US-Hubschraubern ausbeuten müsst, um zu Kohle zu kommen und eine Streitmacht bauen zu können. Es gibt auch noch einige alternative Methoden. Die Chinesen haben einen Hacker im Arsenal, der im Internet Bankkonten hacken und kleinere Beträge auf euer Konto verschieben kann. Einige Zivilgebäude geben bei Eroberung auch was her.

Die Amerikaner verfügen über sehr starke Aufklärungskapazitäten und eine schlagkräftige Airforce. Ihr werdet Stealth-Bomber, Hubschrauber die Marines in Gebäude abseilen, Partikelkanonen und noch so einiges mehr im US-Arsenal finden.

Die Sprüche der US-Army-Mannen sind in den meisten Fällen unheimlich cool und motivieren dazu mit einer Sonnenbrille nach "Michael-Knight-Art" und Kaugummi zu spielen.

Die große Stärke der Chinesen sind eher ihre Landstreitkräfte. Da gibt es zum Beispiel den Dragon Tank der gewaltige Flammenstöße ausstößt und jeden Infanteristen in kürzester Zeit zu einem Medium Steak grillen kann. Mit dem Gattling-Tank erreicht man bei Infanterie nicht ganz die selbe Wirkung aber dafür kann man auch ganz gut das gegnerische Fluggerät damit vom Himmel holen. Die stärkste Einheit der Chinesen ist der Overlord Tank der auch gleichzeitig die mit Abstand stärkste Land-Einheit im Spiel ist. Für läppische 2000 Credits könnt ihr ein doppelläufiges Riesenvieh aus der Kriegsfabrik loslassen, welches Wahlweise mit einer Gattling-Kanone, einem 4-fach Propaganda Lautsprecher – der kurioserweise die eigenen Einheiten in der Umgebung heilt – oder einem Bunker für ein paar Infanteristen aufrüsten könnt. Das Gerät kostet dann mit allen Finessen ausgestattet zwar ein Sümmchen mit dem man locker vier normale Kampfpanzer bauen kann, aber es hat eine Durchschlagskraft, welche die halbe Armee des Gegners in die Knie zwingen kann.

Bleibt noch die GLA, die von der Bewaffnung her sicher die schwächste Partei ist, aber dafür mit gewaltigen militärischen Massen und einem ordendlichen Schuss Fanatismus punkten kann. Alles was Räder hat wird mit Maschinengewehren und fanatischen Schützen ausgestattet. Traktoren werden anstatt mit Gülle mit Anthrax beladen und sorgen bei der feindlichen Infanterie für starke Kopfschmerzen. Natürlich gibt es auch die zu Beginn schon erwähnten SCUD Raketenwerfer und auch hier gibts wieder einen Giftgas Sprengkopf. Für den kleinen Palästinenser-Touch sorgen Selbstmordattentäter, die wild um sich fuchtelnd mit TNT-Gürteln rumlaufen und Kamikaze LKW’s sind natürlich auch noch unterwegs. Wen wundert es da noch, das C&C: Generals in Deutschland aufgrund enormer Kriegsverherrlichung indiziert wurde.

Die Levelgestaltung und die geskripteten Abläufe sind bei Generals wirklich sehr gut gelungen. Es ist auch immer wieder mal ein Einsatz dabei, der vom üblichen "Basis bauen, verteidigen, Einheiten produzieren bis man eine Übermacht hat und Vernichten des Gegners" abweicht, obwohl das natürlich die Hauptaufgabe ist. Erstmals in der C&C-Reihe kämpft man auch in Stadtgebieten und Wüstenlandschaften. Die Texturen wirken absolut überzeugend und die Explosionen sind bis jetzt noch bei keinem anderen Spiel besser dargestellt worden. Wenn zum Beispiel ein Fahrzeug der GLA getroffen wird überschlägt es sich, die Reifen fliegen in alle Richtungen davon und der Schütze macht eine grenzgeniale Bruchlandung, die fast schon Mitleid mit dem armen Terroristen erweckt.

Die wunderschöne Grafik ist jetzt komplett in 3D und extrem detailliert. Das Rad wurde aber hier offensichtlich nicht neu erfunden. Irgendwie sieht das Ganze ein wenig nach Emperor: Battle for Dune auf einer Exkursion am Planeten Erde aus. Trotzdem kann sich ein Stratege keine bessere 3D-Welt wünschen. Alles sieht gut aus und ist wunderbar einfach zu bedienen. An der Steuerung hat sich im Großen und Ganzen nicht viel getan, nur das Baumenü auf der rechten Seite ist verschwunden. Stattdessen muss man jetzt die entsprechenden Gebäude anklicken, um ins jeweilige Baumenü zu kommen. Das ist eher ein Rückschritt gegenüber den Vorgängern, da es in hektischen Situationen mitunter zu schweren Konfusionen führen kann. Positiv hervorheben kann man die Möglichkeit, auch Zivilgebäude mit Infanterie besetzen zu können was teilweise wirklich hart zu knacken ist wenn man keine Luftwaffe zur Verfügung hat.

Die Video-Sequenzen zwischen den Missionen wurden abgeschafft und durch einfache, vertonte Briefings während des Ladevorganges und auf der 3D-Engine basierenden Einleitungen ersetzt. Das sieht zwar im Ganzen gesehen nicht schlecht aus, aber es fehlt damit einfach ein gewisses Flair, welches bei Alarmstufe Rot durch die teilweise genialen Videos zwischen den Missionen vorhanden war.

Wo sich leider nichts getan hat, ist der unglaublich verbugte Multiplayer-Part und die teilweise wirklich lachhafte KI. Seit Dune 2 gibt es leider generell keine signifikanten Veränderungen in dieser Hinsicht und das ist jetzt 11 Jahre (!!!) her. Nachdem der Computer im Skirmish-Modus schon so dumm ist, wird hoffentlich der Multiplayerpart noch mit einigen Patches und ordendlichen Maps spielbar gemacht. Zum Zeitpunkt des Reviews war zwar schon der dritte Patch veröffentlicht, aber von einem MP-Spiel ohne Bugs kann man auch bei Version 1.3 noch lange nicht sprechen. Hier kann man nur auf die Zukunft hoffen. In den Kampagnen-Modi wird das Manko KI durch geskriptete Ereignisse oder einer gewaltigen Masse an Gegnern wieder wett gemacht – dies treibt den Schwierigkeitsgrad teilweise extrem hoch. Nicht selten steht man gewaltigen Großangriffen gegenüber, bei denen man leicht den Überblick verlieren kann.

Wer die offiziellen Skirmish-/MP-Karten benutzt, ist ebenfalls bestraft, da diese zu 95 Prozent symmetrisch und zu 97.6 Prozent stark langweilend sind. Hier schafft der Map-Editor (World Builder) Abhilfe. Der ist aber ohne Handbuch fast unbedienbar. Wer Interesse am Erstellen eigener Maps hat, kann sich eine detailierte Anleitung im PDF-Format von Electronic Arts herunterladen und sich ein wenig schlauer machen.

Bleibt nur noch der Sound zu erwähnen: Die Musik ist eine Mischung aus Metal mit symphonischen bzw. bei der GLA orientalischen Einflüssen und ergänzt sich perfekt mit dem Spielgeschehen. Leider passt sie sich aber nicht den Gegebenheiten an, wie es zum Beispiel bei Earth 2150 oder dem guten alten Dune 2 der Fall war. Die Effekte können auf ganzer Linie überzeugen, der Sound von fünf anrollenden Overlord-Panzern mit rotierenden Gattling-Kanonen ist bombastisch. Bei Generals macht es sich richtig bezahlt wenn man in ein ordendliches Soundsystem investiert hat, selbstverständlich gilt das auch für die Grafikkarte.

C&C: Generals ist spielerisch nicht wirklich innovativ aber trotzdem grundsolide. Maßstäbe setzen kann es in jedem Fall bei Grafik und Sound. Selten wurde ein Strategie Spiel technisch so gut umgesetzt, aber man merkt einfach das trotz der technischen Perfektion (außer im elendiglich verbugten Multiplayer-Modus) ein gewisser "Spirit" fehlt, um zur Referenz zu werden.

Für Diskussionen wird das Spiel auf jeden Fall sorgen. In meinen Augen ist es moralisch gesehen eine Frechheit, so etwas auf den Markt zu bringen. Wir leben in einer Zeit wo aus der Situation die in Generals beschrieben wird sehr schnell, vielleicht sogar schon in wenigen Wochen, ernst werden kann. Hier finde ich mich in einer Art PC-Game Abklatsch von Pearl Harbor wieder. Die Bösen sind unrasiert und tragen Turbane, passend zum vollkommenen Klischee darf auch der orientalische Akzent nicht fehlen! Die Guten sind wie immer Amerikaner und unglaublich cool. Sie schaukeln alles ganz locker und habens einfach drauf die Welt zu retten. Solche Szenarien halte ich für pervers, rassistisch und vorurteilsfördernd. Nicht einmal America’s Army ist ethnisch und moralisch dermaßen brutal, obwohl wir hier von einem Propaganda-Schinken erster Güte sprechen – der ist allerdings kostenlos.

Wenn man dieses Manko mal beiseite lässt, haben wir einen der besten Strategietitel, die man momentan bekommen kann, für Singleplayer-Fans meiner Meinung nach sogar der beste.

Logitech – Infos zum Z-560 Surroundsystem

Das Logitech Z-560 ist momentan wohl eines der genialsten PC-Surroundsysteme. Für alle die am PC gerne Musik hören oder wissen wollen woher sie abgeschossen werden ist es genau das Richtige. Dieses 4.1 System ist speziell für den PC entwickelt. Wer jetzt sagt: „Ich hab nur Stereo am PC“ – Kein Problem! Logitech hat dafür die M3D Technologie die aus Stereo, Dolby Surround macht. Mit seinen 400 Watt RMS hat es auch genug Power um zB. Schüsse zu „spüren“. Für alle die gerne ins Kino gehen aber zu faul sind oder denen es einfach zu kalt ist in dieser Jahreszeit gibt es damit natürlich auch einen Kinoklang. Es unterstützt aber auch das von Georg Lucas entwickelte THX Format. Im Lieferumfang sind enthalten: 4 Satelliten, ein Subwoofer, eine Fernbedienung, ein Handbuch und natürlich die erforderlichen Kabel in 2 verschiedenen Längen.
Hier noch ein paar Spezifikationen:

THX®-Zertifikat

Gesamtleistungsabgabe: 400 Watt RMS; Subwoofer: 188 Watts RMS

Satelliten: 212 Watts RMS (4 x 53 W)

Frequenzbereich: 35 Hz – 20 kHz

Störabstand: > 100 dB (A)

Eingangsimpedanz: 10.000 Ohm

Maximaler Schalldruck-Pegel: 114 dB

Kompatibel mit Stereo- und Multikanal-Soundkarten

Lautsprecher: leistungsstarke Antriebsspule mit extrem grosser
Bandbreite und einem Phase-Plug aus Aluminium

Subwoofer: große Verdrängungsantriebsspule mit 20 cm Durchmesser in massivem Holzgehäuse

Verstärker: linearer Vorverstärker mit massivem Toroid-Netzgerät

Anschlüsse: Audio-Multi-Junction-Lautsprecherdrahtanschlüsse; 3,5 mm-Kopfhörerbuchse; Eingänge für vorderen und hinteren Kanal

Der von Logitech empfohlene Verkaufspreis beträgt € 299.-

Fazit: Eine super Soundanlage zu einem fairen Preis.

Deutschland – C&C: Generals & UT 2003

Schlechte Nachrichten für die deutschen Fangemeinden von C&C: Generals und Unreal Tournament 2003. Wie die Newsseite von Yahoo heute meldet, sind diese beiden Spiele mit sofortiger Wirkung indiziert. Auf die Berichterstattung über diese Spiele von Rebell wird diese Entscheidung natürlich keinen Einfluss haben.

Als Begründung für die Indizierung von Generals (unser Test folgt demnächst) nennt die BPjS, dass das Spiel kriegsverherrlichend sei, und auch die Möglichkeit der Nutzung von Massenvernichtungswaffen gegen wehrlose Menschen schmeckt den Prüfern nicht. Das umstrittene Szenario ist Electronic Arts somit schon sehr früh auf den Kopf gefallen. Es wird sich zeigen wie sich dies auf die Verkäufe des Strategiespiels auswirken wird. UT 2003 dürfte im Gegensatz dazu von jedem Spieler der es wirklich haben wollte mittlerweile gekauft worden sein.