Die Produzentin von Ryzom

Wir: Hallo Jessica. Würdest du dich unseren Lesern bitte vorstellen und uns etwas über deine Aufgaben bei Nevrax verraten?

Jessica: Ich bin die ausführende Produzentin und Beraterin bei Nevrax für ’The Saga of ‘Ryzom’.

Wer steckt hinter Nevrax und welche Leute arbeiten bei euch und an ‘Ryzom’?

Nevrax ist zugleich Entwickler und Betreiber von MMOGs, speziell von ’The Saga of ‘Ryzom’. Welche Art von Leuten hier arbeiten? Nun, hier gibt es Entwickler und für den Betrieb zuständige Leute: Programmierer, Künstler, Netzwerk-Administratoren, Tester für die Qualitätssicherung, Kundendienstmitarbeiter usw. Es ist also die ganze Bandbreite von Fähigkeiten vertreten, die man für die Entwicklung und den Betrieb eines Online-Spiels benötigt.

War ‘Ryzom’ euer erstes Projekt?

‘Ryzom’ war für Nevrax das erste Spiel, ja. Obwohl wir natürlich hoffen, dass wir in Zukunft noch andere Spiele machen werden …

… und für dich?

… für mich persönlich ist dies beileibe nicht mein erstes Projekt (lacht). Ich bin schon seit über 20 Jahren in der Branche und habe an über einem Dutzend MMOGs gearbeitet, einschließlich Ultima Online und die beiden Teile von ’Ascheron’s Call’.

Steckt hinter ‘Ryzom’ eigentlich eine Botschaft?

Tatsächlich gibt es mehr als eine Botschaft in ‘Ryzom’. Der Gründer und kreative, visionäre Kopf hinter ‘Ryzom’, David Cohen-Corval, hat eine Hintergrundgeschichte erschaffen, die sich über tausende von Jahren erstreckt. Sie trägt dabei in sich die Warnungen über ungezügelte Umweltverschmutzung, Machtkonzentration in den Händen einiger Weniger. Nicht zuletzt handelt sie auch von den Gefahren – aber auch den Möglichkeiten – des Herumspielens an unserer eigenen DNA.

Zusammenfassend habe ich in den 20 Jahren, die ich schon in der Branche bin, noch nie eine so in sich geschlossene Hintergrundstory und Botschaft gesehen, auf die ein Spiel aufbaute.

Hätte aus ‘Ryzom’ auch ein Offline-Rollenspiel werden können?

Die Intention ging immer in Richtung MMORPG …

… oder habt ihr keine Eignung für dieses Genre gesehen?

Ich sehe keinen Grund, warum es zum Beispiel nicht in ein Pen & Pencil-Rollenspiel hätte umgewandelt werden können. Alle Elemente, die es dazu gebraucht hätte, sind vorhanden.

Was steckt eigentlich hinter der magischen Formel NeL (Nevrax Library)?

Es handelt sich dabei um ein Open-Source-Werkzeug. Die magische Formel von NeL besteht darin, was wir über das Programmieren der Hilfsmittel gelernt haben, um das Spiel zu betreiben und es der Spielergemeinschaft zur Verfügung zu stellen. Gleichzeitig erlaubt es der Community an diesen Tools mitzuarbeiten. Wir haben NeL seit dem Start sehr interessiert beobachtet. Irgendwann in der Zukunft werden wir es vielleicht als eine Art Bindeglied für andere Firmen umwandeln – in Verbinung mit ’Ryzom Ring’, unserer Content-Tool-Erweiterung.

An welchen Spieler-Typ richtet sich ‘Ryzom’ besonders?

Ich denke, ‘Ryzom’ reizt besonders den Rollenspieler und den Entdecker. Unser Erzählbogen wird direkt von den Aktionen der Spieler beeinflusst. Was sie tun, steuert den Fortschritt der Geschichte. Das bedeutet, dass wir uns nicht linear zum Ende bewegen. Wir sehen uns an, was die Spieler anstellen und passen die Events für die Weiterführung der Story an diese Aktionen an. Das ist stark, denn die Spieler selbst beschließen den Ausgang der Geschichten. Wir ärgern uns beim Design [der Events] jedoch oft grün und blau, um diese an ihre Handlungen anzupassen (lacht).

‘Ryzom’ ist außerdem eine riesige Welt mit vielen Gegenden und Kreaturen. Diejenigen, die auf das Erkunden virtueller Welten stehen, haben hier eine große Aufgabe – die Welt ist gewaltig … und gefährlich.

Kommen wir zu möglicherweise etwas Unangenehmeren. Seid ihr mit der Entwicklung in geschäftlichen Dingen wie der Zahl der Spieler eigentlich zufrieden?

Ist eine Firma jemals mit dem eigenen Erfolg zufrieden? (lacht) Natürlich würden wir gerne hinsichtlich der Abonnenten größere Zahlen sehen: Je mehr Spieler, desto mehr können wir wieder in ‘Ryzom’ stecken, in unsere Add-ons und in neue Titel.

Die kommende erste Erweiterung ‘The ‘Ryzom Ring’ scheint eine beachtliche Vergrößerung für das Spiel zu bedeuten. Welche Intention steckt hinter diesem neuartigen System?

Die Intention, die dahinter steckt ist einfach: Wir geben den Spielern Zugang zu einigen unserer Weltbau- und Missions-Tools. Mit Hilfe dieser Werkzeuge können die Spieler neue Gebiete und neue Abenteuer für sich selbst, ihre Bekannten oder für jedermann im Spiel erzeugen; oder gar einen privaten Lebensraum für sich oder ihre Gilden erschaffen. Vieles ist vorstellbar. Es handelt sich dabei um private Instanzen, in die man einige, jeden einladen kann oder für niemanden zugänglich macht – die Entscheidung liegt ganz beim Spieler.

Wir möchten denjenigen, die an der Story und der Welt mitwirken wollen, eine Chance bieten, das zu tun. Geeignete Missionen oder neue Maps [der Spieler], die den Geist der ‘Ryzom’-Story und -Geschichte widerspiegeln, werden wir permanent zur Spielwelt [von ‘Ryzom’] ergänzen. Dies ist das erste Mal in der über zwanzigjährigen Geschichte der MMORPGs, dass den Spielern eine Möglichkeit gegeben wird, auf diese Art einen dauerhaften Einfluss auf die Spielwelt nehmen zu können. Wir glauben, dass dies einen Wendepunkt in der Entwicklung von Online-Games darstellt.

Dürfen wir zum Schluss noch erfahren, ob es neben ‘Ryzom’ eigentlich zur Zeit noch andere Projete gibt?

Oh, wir haben allerdings einige Pläne (lacht). Aber zur Zeit wollen wir uns jedoch nur darauf konzentrieren, ’The ‘Ryzom Ring’ im ersten Quartal 2006 zu veröffentlichen.

Jessica, vielen Dank für das Gespräch.

Kro – kro – Krokoko – Handtaschen

HAUSARREST? Da werd ich mit einem Todesfluch belegt und mein Vater gibt mir Hausarrest? Verdammt! Dabei wollte ich doch nur eine kleine Grusel-Partie mit meinen Freunden feiern. Wer kann auch ahnen, dass Mumien so schrecklich lebendig werden können?! Gestatten? Mein Name ist Assil, ich bin Ägypter. Ob es sich angesichts meines baldigen potentiellen Totseins lohnt, mit mir durch dick und dünn zu wandern? Lest den Rebell-Test, denn keiner weiß es besser als die Jungs hier.

Ich bedanke mich bei Assil für diese freundliche Einleitung und will gleich zum Punkt kommen: Ankh ist eines der besten Adventures der letzten Jahre. Obwohl es noch einige nicht zu verachtende Schwächen hat, ist es wahrscheinlich sogar das Beste seit Monkey Island 4, wenn es um humorvolle Genrevertreter geht.

Beginnen wir mit dem Lob, und beginnen wir mit dem Ungewöhnlichen: An anderen Stellen habe ich Kritik über die Grafik von Ankh gelesen, was ich zum größten Teil gar nicht nachvollziehen kann. Von einem klassischen Adventure erwarte ich mir nicht mehr, als das was Deck 13 mit Hilfe einer Open Source-Engine gebastelt hat. Detaillierte Hintergründe, tolle Charaktermimik, ordentliche Animationen und Kameraführung der feineren Art. Klar! Einen Tick schärfer hätten manche Texturen sein können. Auch ist Assil nicht vor Enginefehlern gefeiht. Und vielleicht hat man es bei der Belichtung ein wenig übertrieben. Doch hässlich oder unansehnlich wird das Abenteuer nie. Dass extreme Grafikfetischisten Adventures spielen, kann ich sowieso nicht glauben.

Kommen wir zu den wesentlicheren Teilen: Was Ankh zu Beginn an Rätselkost bietet, kann einem echten Abenteuer schon mal die Freudentränen in die Augen treiben. Die ersten vier bis fünf der insgesamt knapp acht bis neun Stunden Spielzeit fühlt man sich in eine Zeit zurückversetzt, in der Logik und Witz sich noch nicht völlig ausgeschlossen haben. Leider leidet in der zweiten Hälfte des Spiels alles ein wenig unter dem Mangel an Szenerienvielfalt. Es kommen ab der Mitte nicht mehr wirklich viele Locations hinzu. Und jene die neu sind, sind zu klein und eingeschränkt um wirklich packende Rätsel zu bieten.

Die nette Story wird ganz traditionell in Szene gesetzt und über famos vertonte Dialoge weitergesponnen. Hier fehlt auch der nötige Witz nicht, wenn man auch manchmal merkt, dass die Entwickler sich zu sehr in lustige Gefilde gezwungen haben. Einige Gags wirken aufgesetzt.

Neben den prominent besetzten Sprecherlisten, trägt ein toller Soundtrack zu einem sehr guten akustischen Gesamtbild von Ankh bei. Nicht zu unrecht ist das Spiel mit dem Deutschen Entwicklerpreis für den besten Soundtrack ausgezeichnet worden (wie übrigens auch mit dem zum besten Spiel und zur besten Spielwelt).

Zur Steuerung gibt es wenig zu sagen. Ankh lässt sich mit der Maus problemlos spielen. Auch haben die Entwickler versucht zahlreiche Komfortfunktionen zu implementieren. Leider gibt es aber das ein oder andere Mal Macken. Die Charaktere bleiben hängen oder ein schneller Bildschirmwechsel funktioniert nicht – ich will das nicht schönreden, weil es natürlich ärgerlich ist – aber wir alle haben im Laufe unserer Computerspielkarriere sicher schon schlimmeres gesehen.

Verdammt! Ich muss mir endlich abgewöhnen schon am Artikelanfang mein Fazit vorwegzunehmen. Aus Mangel an Zwiegespaltenheit meiner eigenen Person, gibts am Ende des Artikels natürlich kein anderes Urteil, darum hier noch einmal das Wesentliche aus dem zweiten Absatz: "Ankh ist eines der besten Adventures der letzten Jahre. Obwohl es noch einige nicht zu verachtende Schwächen hat, ist es wahrscheinlich sogar das Beste seit Monkey Island 4, wenn es um humorvolle Genrevertreter geht. ".

Wir beleuchten das Nischen-MMORPG.

Fast anderthalb Jahre schon reist der Planet Atys mit seinen Bewohnern durch das Online-Universum. Kaum ein anderes MMORPG als ‚Ryzom‘ hatte bisher einen schwereren Stand, seine Existenz im Kampf um das tägliche Überleben gegen seine Mainstream-Konkurrenten zu verteidigen. Doch während gerade im vergangenen Jahr eine fast nicht mehr zu überschauende Zahl an neuen Projekten bereits in der Entwicklungsphase eingestampft wurde, scheint ’Ryzom’ seine Nische gefunden zu haben. In unserem mehrteiligen Feature möchten wir das interessante Online-Rollenspiel von mehreren Seiten beleuchten. Den Anfang macht der im Folgenden zu lesende Artikel über den aktuellen Stand der Dinge. Besonders MMORPGs sind nichts ohne ihre Spieler, weswegen wir uns mit einigen Veteranen unterhalten haben.

2005: Zeit der unbegrenzten Möglichkeiten
Das Online-Universum im Jahr 2005. Noch vor wenigen Jahren lebte der passionierte Spieler von MMORPGs eher von der Hand in den Mund, als dass ihm eine Auswahl an Titeln präsentiert wurde, die scheinbar jeder Vorliebe gerecht wird. Harte Kompromisse mangels Alternativen scheinen der Vergangenheit anzugehören. Der Rollenspieler kann – ganz basisdemokratisch – allein durch die Wahl, welchen Titel er mit monatlichen Gebühren unterstützen will, schlechten Angeboten ganz einfach die rote Karte zeigen. Vielleicht liegt ja hierin ein Hauptgrund für die schon während der Entwicklung eingestampften einstigen MMORPG-Hoffnungen der Industrie in diesem Jahr begründet. Es scheint nicht mehr ganz so leicht zu sein, an das verlockende Geld der Kunden zu kommen.<br /><br />
Aktuell bietet sich ein Bild, in dem gigantische Mainstream-Titel wie ’World of WarCraft’ oder ’EverQuest 2’ den Großteil der potentiellen Spieler sowie den Nachwuchs in der westlichen Hemisphäre abschöpfen, während in Asien, dem Kontinent der unbegrenzten Online-Möglichkeiten, Spiele wie ’Lineage’ ein Millionenpublikum fesseln.

Was ist anders an Ryzom?
Offensichtlich bedeutet auch in diesem Genre Masse nicht zwangsläufig Klasse. Sonst hätten sich nicht interessante Nischen gebildet, die von ebenso interessanten MMORPGs besetzt werden und auf eine treue Anhängerschaft zählen können. Das ’Ryzom’-Universum, das eine nahezu künstlerisch anmutende Kombination aus Science-Fiction und Fantasy bietet, zählt zweifellos dazu. Aber was kann nun einen Spieler gerade an ’Ryzom’ reizen und ihn nicht in die Fänge der großen Verführer von Blizzard oder Sony Online Entertainment treiben?

Die meisten der Spieler, welche wir befragten, führen vor allem den nicht alltäglichen Hintergrund an. Christian zum Beispiel, der einen männlichen Matis Namens Carfesch durch die virtuelle Welt führt, begeistert sich für die unverbrauchte Spielwelt, die eben “nicht zum x-ten mal das Herr der Ringe, Ork/Elfen- bzw. Mittelalter-Thema“ behandelt. Der Spieler Damor fügt treffend hinzu: “Wenn ’WoW’ Coca-Cola ist, dann ist ’Ryzom’ Fritz-Cola! Weniger Geld im Hintergrund, weniger ’perfekt’, kleinere Anhängerschaft aber innovativer, frischer, ’intimer’, fesselnder“. Doch ’Ryzom’ erweist sich nicht nur wegen seines alternativen Wegs fernab eines Tolkien-Universums attraktiv.

Die Freiheit, seine Figur zu entwickeln, ohne sich auf eine Ausrichtung unwiderruflich festzulegen, wird von vielen Fans als äußerst motivierend und nicht als das Rollenspiel störend empfunden. Wer sich bereits das eine oder andere Mal durch die Leveltretmühlen gängiger Online-Rollenspiele gequält hat, wird dies nachvollziehen können.

Take it or leave it
Interessant sind auch die verschiedenen Umstände, wie man zu ’Ryzom’ findet, da der Titel bekanntlich nicht den Popularitätsgrad oder den Werbeetat vergleichbarer MMORPGs aus dem Mainstream-Bereich genießt. Stieß man nicht bereits seinerzeit während des offenen Beta-Tests dazu und blieb dem Spiel treu, sprach sich das ungewöhnliche Online-Rollenspiel sehr schnell im Bekannten- und Arbeitskreis herum. Trotzdem scheint ’Ryzom’ stark zu polarisieren, was sich schon nach relativ kurzer Zeit bemerkbar macht, wie die Spielerin Lidia bemerkt: “Entweder man liebt es und will nichts anderes mehr, oder man sagt gleich: Nee, danke. Die, die es lieben, kommen alle wieder, weil sie eh merken, es gibt nichts Vergleichbares."

Welche Wesen trifft man in Atys?
Während böse Zungen wohl teilweise zu Recht behaupten, dass vor allem der jugendliche Spieler von ’World of WarCraft’ & Co. magnetisch angezogen wird, scheint sich ’Ryzom’ als Rückzugsgebiet genervter und gereifter Rollenspieler etabliert zu haben. Allein der Vergleich der Inhalte in den öffentlichen Chat-Kanälen macht den Eindruck, als achte man hier besonders auf ein gutes Auskommen mit seinen Spielgefährten. Dies scheint die von vielen Spielern bemerkte Auffälligkeit zu bestätigen, dass in ’Ryzom’ die Teilnehmer viel mehr auf sich selbst bzw. auf die Mithilfe erfahrener Spieler angewiesen sind. Anders als in anderen MMORPGs, die sich zwar einerseits als sehr viel einsteigerfreundlicher erweisen, da sie den roten Faden nie vermissen lassen und die Spieler von einer Quest zur nächsten weiterreichen, müssen andererseits die Spieler von ’Ryzom’ laut Carfesch „eigenständig agieren und viel selber machen.“

Der Mangel an Content-Nachschub wie am Fließband, wie es beispielsweise ’World of WarCraft’ im Abstand von wenigen Wochen vormacht, oder Quests bzw. Instanzen zu jeder Lebenslage, wie man sie von den Giganten der Branche gewohnt ist, könnte vor allem an den begrenzten Ressourcen und dem unabhängigen Status von Entwickler Nevrax liegen. Dies wird von der Community zwar ausgesprochen tolerant gesehen, doch würde man sich auf neue Inhalte nach langer Zeit sowie kürzere Abstände zwischen den Events, die der Fortführung der Story dienen, sehr freuen.

Würden rein biologisch gesehen MMORPGs endlich gleichermaßen Männer wie Frauen ansprechen, hätte das Genre in den vergangenen Jahren ein wohl noch größeres Wachstum als ohnehin schon erlebt. Auch hier scheint ’The Saga of Ryzom’ etwas anders zu sein, da sich offensichtlich auch verstärkt Frauen dafür begeistern können – wenn auch hier wie üblich nicht hinter jedem weiblichen Charakter in Wirklichkeit eine Frau steckt, wie die Spielerin Lidia ergänzt. Trotzdem glaubt Dieter, der auch In-Game mit seinem Avatar Tanis seinen männlichen Erbanlagen treu geblieben ist, “dass Ryzom eher als andere Spiele für Frauen geeignet ist.“

Zuhause und Geborgenheit
Die Gilden haben zum Überleben des Titels einen großen Beitrag geleistet, denn sie halten die Community zusammen und gestalten für ihre Mitglieder den Alltag in Atys interessant. So ist es auch nicht verwunderlich, dass ein Großteil der Teilnehmer sich in den verschiedenen Gilden organisiert. Gerade für MMORPGs scheinen diese Vereinigungen wie geschaffen zu sein, da dort laut Damor eine gute Gilde mehr auszeichnet, als einfach nur dabei zu helfen, mit dem virtuellen Ich voranzukommen: “Man gewinnt die Charaktere lieb, kennt ihre Eigenheiten, Stärken und Schwächen.“ Es ist also genau der Punkt, den besonders Liebhaber von Rollenspielen zu schätzen wissen: “Gildenspiel bedeutet Kommunikation und Teamplay. Genau die Dinge, warum ich ein MMORPG spiele und keine Shooter“, so der Kami-gläubige Daniel.

Die Wünsche der Spieler
Würde in ’Ryzom’ alles perfekt laufen, dann bräuchte man sich sicher keine Gedanken um die Zukunft des MMORPGs gerade in Hinblick auf die stetig wachsende, knallharte Konkurrenz aus dem Mainstream-Bereich zu machen. Seit kurzem ist die neue Episode auf den Live-Servern online, die vor allem das PvP und die Kämpfe um die Außenposten eingeführt hat.

Etwas verwirrt reagiert da der eine oder andere Spieler auf den Weg, den ’Ryzom’ nun eingeschlagen hat. So auch der Veteran Tanis: „Das Spiel sollte wieder zum Anfang zurückfinden. Der Spielspaß war im Vordergrund. Heute wird auf Zweikampf (Kami/Karavan) oder PvP oder Outposts (Gilde gegen Gilde) gesetzt. Die ehemalige, fast ’unschuldige’ Spielfreude ohne Begrenzung und Parteizugehörigkeit, hat mir viel besser gefallen.“

Befindet sich ’Ryzom’ also auf falschem Kurs? Jemand, der mit PvP absolut nichts anfangen kann, steht da natürlich außen vor. Glaubt man, dass mit der Einführung eines Systems, das auf Konkurrenz zwischen den Spielern aufbaut, mehr „mehr junge, an Action interessierte Spieler“ begeistert werden können? Denkt Nevrax etwa, die Gruppe der alteingesessenen treuen Spieler dann vernachlässigen zu können, weil diese einfach zu wenig Geld in die Kassen spülen?

Wohin steuert Raumschiff Ryzom?
Jedoch sollte man Nevrax nicht völlige Tatenlosigkeit besonders beim Nachschub an neuen PvE-Inhalten vorwerfen. Zumindest beim anstehenden ersten kostenlosen Add-on ’The Ryzom Ring’ dürfte viel neues Spielzeug bereit gestellt werden. Nämlich dann, wenn die Spieler ihre eigenen Welten und Events für die ’Ryzom’-Community erschaffen können. Doch gerade beim Thema ’The Ryzom Ring’ und unter Einbeziehung der bisherigen Entwicklung des Online-Rollenspiels sollte sich Entwickler Nevrax schon einmal genau fragen, wohin man eigentlich will.

Die Intention scheint sich, wie schon angerissen, seit der Einführung der Outposts spürbar geändert zu haben. Ein großer Teil der Community, der seit langem dürstend auf neue Inhalte wartet, kann mit diesem neuen Kapitel nur ansatzweise befriedigt werden. Setzt man hier also in Wahrheit auf die Eigeninitiative der Spieler, die sich gefälligst mit dem ’Ryzom Ring’ ihre Abenteuer in Zukunft selbst zusammenbasteln sollen? Trotz des selbstverständlich zu begrüßenden Konzepts, dass Spieler zum ersten Mal überhaupt aktiv an der Gestaltung ihrer Spielwelt beteiligt werden, wissen wir zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht, wie die Möglichkeiten des ’Ryzom Rings’ überhaupt angenommen werden.

Ein mögliches Worst-Case-Szenario
Es erscheint ziemlich offensichtlich, dass man hinsichtlich der Gilden-vs.-Gilden-Kämpfe bei den Outposts an das sehr erfolgreiche ’Guild Wars’-Konzept anknüpfen will. Doch was passiert, wenn die damit angesprochene neue Zielgruppe den Köder nicht schluckt und im schlimmsten Fall außerdem noch die alteingesessenen Spieler vergrätzt werden? Nevrax jedenfalls täte gut daran, sich sehr ernsthaft zu überlegen, wohin ’Ryzom’ in der Zukunft steuern soll. Die mit Abstand größte Stärke von ’The Saga of Ryzom’ ist seine unverkennbare Identität, die zu erhalten mit Sicherheit langfristig mehr zum Erfolg beiträgt, als das Einflicken erfolgreicher aber wahrscheinlich nur kurzfristig attraktiver Konzepte mit ungewissem Haltbarkeitsdatum.

Konsolenkrieg – MS und Sony zu früh, Nintendo richtig?

Ein Artikel auf About.com könnte den Nintendo-Fans nicht besser in die Hände spielen. Er besagt, dass Microsoft und Sony sich mit ihren Technologie-Features (HDTV und Blu-Ray) verschätzt haben.

Zum Untermauern dieser Aussage führt der Autor Studien ins Feld, die besagen, dass bis 2010 (wenn die Lebensspanne der neuen Konsole abläuft) erst 55% aller Haushalte HDTVs haben werden (andere Studien sprechen von 63% bzw 82%). Anfang 2005 waren es überhaupt nur 10%. Das führt in jedem Fall zu der Annahme, dass – selbst in der positivsten Schätzung – über die meiste Zeit mehr als die Hälfte aller Spieler die groß angepriesene (und teure) hohe Auflösung nicht erleben können wird. Der HDTV-Einsatz kommt laut dem Autor zu früh. Nintendo dagegen könnte mit der Strategie, lieber die Konsole billig zu halten und auf dieses Feature zu verzichten, genau richtig liegen.

Beim Blu-Ray-Datenträgerformat, das ja nur in der PlayStation 3 zum Einsatz kommt, bezweifelt der Autor ebenso den Riecher von Sony. Anders als bei der DVD, welche die PS2 ebenso wie Video-CDs direkt vom Start weg abspielen konnte, wäre Blu-Ray zum Beispiel für die Filmbranche eigentlich ziemlich uninteressant, da diese selbst auf DVDs noch genug Platz finden würde, um ihre Produkte unter zu bringen..

Wer mehr wissen will, klickt sich am Besten gleich selbst in den Artikel.

Nintendo – Die besten Spiele ever!

Das britische Spielemagazin Nintendo Power hat mit den letzten Ausgaben nach und nach eine Top 200-Liste mit den besten Spielen für die Nintendo-Konsolen veröffentlicht. Nun ist man endlich bei den zehn höchstplatzierten Titeln angekommen. Wie man schnell merkt, dominieren zwei Serien das Bild deutlich und nur ein Third-Party-Entwickler konnte die Dominanz von Nintendo brechen.

1. The Legend of Zelda: Ocarina of Time
2. Resident Evil 4
3. The Legend of Zelda: A Link to the Past
4. The Legend of Zelda: The Wind Waker
5. Super Mario 64
6. Super Mario Bros. 3
7. The Legend of Zelda
8. Super Mario World
9. Super Mario Bros.
10. Metroid Prime

Auf Platz 2 ist also ein Nicht-Nintendo-Spiel gelandet. Mario, Link und Co. werden sich gegen die Protagonisten von Resident Evil 4 aber wohl kaum durchsetzen können, denn die Motorsäge macht sonst schnell aus einem dicken Klempner zwei…

NHL – Take 2 hat die Teams, EA die Spieler?

Ein interessanter Streit zwischen der NHL (Liga) und der NHLPA (Spielervereinigung) tut sich in Amerika auf. Während die NHL die Rechte an Lizenz-Computerspielen an Take 2 abgetreten hat, besteht die NHLPA auf einem Exklusivdeal mit EA. Die beiden Publisher sind somit in einem Dilemma, wonach sie beide kein vollständiges Eishockeyspiel über die amerikanische Liga machen können (bzw. nur mit Fake-Namen bei Spielern bzw. Teams).

Die NHL wäre laut Bericht von 1up.com zwar bereit mehrere Lizenzen zu vergeben, allerdings die NHLPA nicht, weshalb auch die NHL ihrem Vertragspartner treu bleibt. Eine Lösung ist momentan nicht absehbar.

Die Verlierer in diesem Lizenzhickhack, der an Lächerlichkeit kaum zu überbieten ist, sind die Spieler. Was die genauen Motive der beteiligten Parteien – vor allem der NHLPA – sind, lässt sich nur schwer abschätzen.

Mich würde interessieren, welche Lizenz euch im Falle der absehbaren Nicht-Einigung wichtiger wäre: Originalspieler oder Originalteams?

Tribal Trouble – Gewinnspiel beendet

Die Gewinner der Tribal Trouble-Gewinnspiels stehen fest.

Je ein Exemplar des lustigen Strategiespiels von Oddlabs geht an:

  • Martin Riefler (Salzburg)
  • Julia Dambauer (Vöcklabruck)
  • Klaus Bleymaier (Graz)
  • Die Holzkiste mit einem Tribal Trouble-Spiel, einer Flasche feinstem Met und einem echten Tribal Trouble-Wikingerkrug geht an Manuel Stumpf aus Kapfenberg. Er gewann mit der folgenden Geschichte:

    „Logbuch des Erik Onkböken – Beginn der Aufzeichnungen



    Dies hier sind die Aufzeichnungen von Erik Onkböken, gestrandet auf einer Insel mitten im… ach verdammte Scheiße, ich habe keine Ahnung wo ich hier überhaupt bin!
    Weit und breit nichts außer Meer, Strand und Palmen. Vom Rest der Mannschaft ist keine Spur. Ich denke es ist besser, wenn ich mich aufmache und die Gegend ein wenig erkunde.

    – Tag 2 –

    Bei Thor, habe ich einen Kopf heute Morgen! Dazu noch die trockene Kehle und Sand in allen nur erdenklichen Körperöffnungen.

    Alles nur, weil ich gestern auf meiner Erkundungstour alte Bekannte gefunden habe: eine Kiste voll Met. Die ein oder andere Flasche hat mir wenigstens für kurze Zeit Ausflucht von diesem trostlosen Ort geboten. An sich wäre es hier gar nicht so übel. Es fehlen nur die Weiber, das Essen und auch die Met-Vorräte werden wohl bald mal verbraucht sein.

    Jetzt werde ich mich erstmal ein paar Stunden aufs Ohr hauen und mir dann eine Unterkunft suchen.

    – Tag 3 –

    Viel steht noch nicht von meiner Unterkunft, doch ist mir gestern noch eine viel prächtigere Idee gekommen. Ich habe mir eine kleine Grube ausgegraben, mir eine Art Sitz aus ein paar Planken gezimmert und fertig war er, der perfekte Ort um die tägliche Notdurft zu verrichten.

    Der Met sei gepriesen für diese rattengeile Idee!
    Und rate mal Logbuch von wo aus ich diese Zeilen gerade verfasse…

    – Tag 4 –

    Die Hütte steht nahezu, aber dieses feine Örtchen hier, ich habe es liebevoll „Flitze-Thron“ genannt, erfreut sich regen Verkehrs. Vor allem seit ich mich von diesen seltsamen Früchten die es hier gibt ernähre.

    Da es sich hier so wunderbar schreiben lässt, möchte ich die Gelegenheit nutzen um festzuhalten, wie es überhaupt zu all dem gekommen ist.

    Wir befanden uns auf der Suche nach dem legendären Tribal Trouble Teddybären, einem Schatz von angeblich unvorstellbarer Größe. Unser Schiff geriet in einen gewaltigen Sturm…tja und nun bin ich hier an diesem Ort. Angeblich soll es in dieser Gegend Eingeborene geben, Abstrusianer, ein seltsames Volk habe ich mir sagen lassen.

    Doch bei Thor! Sollte ich einen dieser Kerle hier erwischen wird er erstmal Bekanntschaft mit meinem „Flitze-Thron“ machen und zwar mit dem Kopf voraus!“

    Wir bedanken uns bei allen Teilnehmern und bei Halycon bzw. der Agentur Wineberger Projektmanagment für die Zur-Verfügung-Stellung der Preise. Und allen die nichts gewonnen haben wünschen wir viel Glück auch beim nächsten Gewinnspiel (zur Anmerkung: eines zu Deluxe Ski Jumping 3 läuft bereits)

    Intel – Bald kein Pentium mehr?

    Intel plant, ab 2006 den Markennamen Pentium verschwinden zu lassen. Nahezu unglaublich, hat diese Marke doch schon fast einen Bekanntheitsgrad wie Coca-Cola oder Rebell.at. In Zukunft soll der Name dann durch Solo oder Duo ersetzt werden. Dies geschieht, damit der Kunde sofort weiss, für welchen Anwendungszweck die CPU am besten geeignet ist und ob es ein Single- oder Dualcore CPU ist.

    Wie die angekündigten Vier- und Achtkern-CPUs dann heissen sollen, steht in den Sternen. Sollte Intel schon mit dem namen Quattro spekulieren, bin ich mal auf den Streit um die Markenrechte mit Audi gespannt :).

    Stoked Rider ft. Tommy Brunner – Alien Invasion und Betatest beginnen!

    Die Alien Invasion hat begonnen. Auf der Seite Alien-Observer.com findet ihr neben einer haarsträubenden Aufdeckerstory über das FBI und seine Vertuschungsmethoden auch acht neue Screenshots zu Stoked Rider ft. Tommy Brunner, dem Snowboardspiel des österreichischen Indie-Entwicklers Bongfish Interactive Entertainment. Auf den Bildern ist erstmals auch der kleine und gemeine Alien zu sehen, der im Spiel vorkommen wird.

    Den Ungeduldigen unter euch sei geraten, sich im offiziellen Stoked Rider-Forum zu registrieren und mal ganz dezent um einen Beta-Platz nachzufragen. Zwar ist der heute gestartete Betatest eigentlich noch ausgewählten Leuten vorbehalten, nett fragende Communitymember werden aber auch gerne aufgenommen. Demnächst folgt dann auch der offene Betatest.

    Stoked Rider ft. Tommy Brunner wird im ersten Quartal 2006 erscheinen.

    Seagate – Übernimmt Maxtor

    Ein völlig unerwarteter Schritt, den wohl fast niemand vorausgesehen hat, ist real geworden. Seagate, der größte Festplattenhersteller der Welt, kauft seinen Erz-Konkurrenten Maxtor auf. Obwohl bekannt war, dass Maxtor seit geraumer Zeit in der Verlustzone operieren musste, war doch nur schwerlich davon auszugehen, dass es so weit kommt.

    Ein Hersteller weniger im Kampf um die Gunst des Kunden. Gleichzeitig leider auch ein Grund weniger, sich mit Qualitätsprodukten gegen Mitbewerber zu behaupten.

    Nintendo DS – Der DS-Zilla überrennt Japan

    Was hat Nintendo, was Sony in Japan nicht hat? Richtig. Verdammt gute Verkaufszahlen. Das diesjährige Weihnachtsgeschäft konnten die innovationsfreudigen Nintendo-Leutchen für sich entscheiden. Im Zeitraum vom 12. Dezember bis zum 18. Dezember wurden 408.770 Exemplare des Nintendo DS an den Japaner und die Japanerinnen gebracht. Die PlayStation-Macher konnten im selben Zeitraum nur 95.689 Stück ihres eigenen Handhelds verkaufen.

    Das Jahr 2005 ist damit fast abgeschlossen. Der Nintendo DS schaffte es auf einen Gesamtvorsprung von über eine Millionen verkaufte Exemplare. Die Xbox 360 konnte übrigens den guten Verkaufsstart nicht halten und stürzte auf 8.623 Exemplare ab. Die Japaner haben also entschieden…und das gar nicht mal so schlecht.

    The Legend of Zelda: Twilight Princess – Kommt mit Revolution-Features

    An diesem Titel hängt Nintendo viel auf. Nicht nur für die eher dürstende GameCube-Spielerschaft wird Zelda: Twilight Princess vermutlich noch einmal ein Must Have, auch für die Revolution scheint es ein wichtiges Launchspiel zu werden. Nachdem zuletzt bestätigt wurde, dass es ein Mario Kart Revolution geben wird, hat das britische NGC-Magazin nun einen Bericht gebracht, wonach der kommende Zelda-Titel auch mit dem Revolution-Controller spielbar sein wird.

    Über die genauere Funktion des innovativen Eingabegeräts schweigt man sich noch aus. Es bietet sich unserer Meinung aber einfach an, die Waffe mit dem Stick zu schwingen. Wir werden euch auf dem Laufenden halten.

    Bezüglich des Launch-Termins der Revolution scheinen sich die Gerüchte nun langsam rund um Ende 2006 verdichten. Das mag angesichts der viel früheren Veröffentlichung von Xbox 360 und PS 3 spät erscheinen, in der Tat dürfte die Nintendo’sche Wunderkonsole aber nicht mehr im direkten Konkurrenzkampf mit den Technikschleudern der anderen Herstellern stehen. Eines ist sicher: 2006 wird spannend.

    Paraworld – Website Update

    Obwohl mich mein Chefredakteur vermutlich töten wird, weil ich über Website-Updates eine News schreibe, habe ich dieses Risiko heldenhaft auf mich genommen, um euch mit ein paar interessanten Neuigkeiten zu versorgen.

    Die Paraworld-Website hat ein paar dicke Contenterweiterungen spendiert bekommen. Darunter die geniale Titelmelodie des Spiels sowohl in der miesen Synthie- als auch in der gloriosen Orchesterversion, sowie eine Reihe neuer Einheitenvorstellungen.