Kategorie-Archiv: Spiele

In die Wanten, Männer!

Wer hat nicht schon immer davon geträumt, auf einem Piratenschiff durch die Karibik zu segeln, sich die Sonne auf den Kopf knallen zu lassen und seine Mannschaft durch die Gegend zu scheuchen. Das Wasser besteht üblicherweise zu gleichen Teilen aus Süßwasser und Rum, zu essen gibt es den lieben langen Tag nur Bananen, man hat wochenlang die selben Klamotten an und hat keine Gelegenheit zu duschen – genauer gesagt: intensive Körperpflege war damals noch gar nicht erfunden. Wenn ihr also Lust auf ein Piratenabenteuer ohne die lästigen Nebeneffekte habt, solltet ihr meinen Review lesen …

Pirates! ist im Grunde genommen ein Remake des Klassikers aus C64-Zeiten, erdacht von Sid Meier (Civilisation, Alpha Centauri). Der Hauptdarsteller, das Alter-Ego des Spielers, versucht seine verschollene Familie zu finden, die offensichtlich vom bösen Baron Raymondo entführt und verschleppt wurde. Zu Beginn heuert man "ganz normal" auf einem französischen, spanischen, holländischen oder englischen Schiff an. Es kommt zur Meuterei und man setzt sich selbst als Kapitän der Schaluppe ein.

Fortan darf man als Spieler selbst entscheiden, welchen Kurs man einschlägt oder welcher Fraktion (sprich Nation) man angehören will. Ähnlich wie in GTA steigert sich das Ansehen bei einer Nation, wenn man die andere bekämpt. So kommt es im Spiel zB sehr oft vor, dass man die Seiten wechseln bzw. sich den Goodwill der Gouveneure erkaufen muss. Im Gegensatz zum geschichtlichen Verlauf scheint es aber in Sid Meier’s Karibik etwas drunter und drüber zu gehen: anstatt Spanien gegen den Rest der Welt wechseln oft die Stimmungen zueinander. Mal sind alle friedlich zueinander, mal kämpfen die Briten gegen die Franzosen, dann wieder die Spanier gegen die Franzosen und die Holländer und dann ist wieder alles ganz anders.

Man muss also höllisch aufpassen, dass man nicht gerade ein Schiff einer Nation kapert, die gerade einen Friedensvertrag mit einer befreundeten Nation unterzeichnet – Nachrichten haben sich damals zwar wirklich sehr langsam verbreitet, in Pirates! trifft das aber nicht zu.

Aber zurück zum eigentlichen Geschehen – natürlich will ich nicht immer mit einer kleinen, schimmligen Schaluppe herumgondeln. Eine Brigg oder vielleicht sogar eine Fregatte muss her. Wenn ich so in die Top 10 der gefürchtetsten Piraten blicke, hat eigentlich jeder der Piraten einen besseren Kahn als ich – ok, die haben ihre Schiffe offenbar auch "ehrlich" geentert. Mit etwas Geschick und Glück bekommt man so schon ganz am Anfang des Spiels einen richtig dicken Pott, trotzdem sollte man sich zumindest ein kleineres Schiff in der Flotte behalten – eine Brigg oder ein Kriegskanu der Indianer, diese eignen sich hervorragend zum entern großer, langsamer Schiffe. Die dicken braucht man vor allem um langsame Handelsschiffe oder dicke Kampfpotte zu kastrieren. Sobald man sich ein paar nette Schiffe geentert und ein bisschen Geld "verdient" (mehr dazu später) hat, kann man sich daran machen seine Familie zu finden (oder man macht alles gleichzeitig).

Die primäre Methode um an Geld zu kommen ist selbstredend die Piraterie – sprich der Protagonist begiebt sich auf die dunkle Seite der Macht und überfällt Goldschiffe, Handelsschiffe oder plündert Städte und Festungen.

Schiffe werden per Taste 5 in der Übersicht angewählt und angegriffen, man segelt auf sie zu und wartet was passiert. Ist das Opfer hoffnungslos unterlegen, kapituliert die Mannschaft sofort, sind sie etwa gleich stark, wird natürlich gekämpft – sprich gefochten.

Hierbei werden sieben Tasten (7, 4 und 1 für Angriffe, 8, 5 und 2 für Verteidigung und 6 für Täuschung) benötigt. Die 3 Verteidigungen kontern jeweils die drei Angriffe: 1, also der tiefe Schlag wird z.B. von 6 (Sprung) gekontert, 4 (gerader, kurzer Hieb) wird mit 5 (StandardVerteidigung) pariert. Für jeden Treffer taumelt der Gegner etwas zurück (und umgekehrt natürlich auch), ist dieser am Ende des Schiffes angelangt, hat man gewonnen – der Kapitän gibt auf, stürtzt ins Wasser oder beendet auf sonstige weise den Kampf – Blut vergossen wird keines, das Spiel ist also durchaus auch für jüngere Spieler sehr gut geeignet. Im Übrigen finden diese Kämpfe bei allen möglichen Gelegenheiten statt: eben beim Entern von Schiffen, bei Kneipenschlägerein oder wenn der Verlobte der Liebschaft gereitzt ist. Die Schlussanimationen (bei Aufgabe, Flucht, etc.) lassen sich übrigens mit der Escape-Taste abbrechen – allerdings sollte man dies bei den Top-10 Piraten tunlichst vermeiden, diese haben jeweils eine spezielle Animation.

Sollte man statt einem Schiff dann doch eine Stadt ausräumen wollen, hat man wieder zwei Möglichkeiten: die eine ist der "normale" Kampf gegen die Soldaten in der Stadt/Festung, die andere ist natürlich wieder ein Fechtkampf mit dem Oberbefehlshaber der Stadtwache (meist ein gut, vor allem aber schwarz gekleideter Mann mit Hut). Gefochten wird allerdings nur, wenn die Stadtwache hoffnungslos unterlegen ist – ansonsten, der "normale" Kampf, welcher sich in einem rundenbasierenden Ministrategiespiel präsentiert. Aus der Vogelperspektive werden Bukaniere, Piraten und Offiziere gegen die Verteidiger befehligt – das Prinzip entspricht etwa dem von Steel Panthers, allerdings spielen geographische Gegebenheiten wie etwa Anhöhen oder Felsformationen eine größere Rolle als bei konventionellen Titeln.

Des öfteren kommt es vor, dass man nicht so ohne weiteres in eine Stadt gelassen wird, obwohl man eigentlich nur friedlich Handeln will. In diesem Fall kann man sich immer noch Nachts in die Stadt schleichen, etwas unspektakulär, sorgt aber für Abwechlsung.

Eine weitere Möglichkeit, Geld zu verdienen, sind Schätze. Ausgerüstet mit einer Schatzkarte (diese bekommt man bei so ziemlich jedem zwielichtigen Typen in den örtlichen Tavernen) und ein paar Idioten die für den Chef schaufeln, kanns auch schon losgehen – ebenfalls sehr einfach gestrickt, bringt aber auf die Schnelle sehr viel Gold in die Kassen. Natürlich hat die Sache auch einen Haken: es gibt nur neun Piraten, die einen Schatz versteckt haben, also versiegt dieser Geldquell relativ schnell.

Die dritte Möglichkeit, seine finanziellen Mittel etwas aufzustöcken, ist letztendlich die ehrliche: ein kleines Tänzchen mit der Tochter des Stadthalters, dabei möglichst keine Fehler machen und schon bekommt man einen Kopfgeldauftrag zugesteckt. Im übrigen: Tanzen ist eine Sache, die stark an diese kleinen, bunten Kinderpianos erinnert … ihr wisst schon, diese Dinger mit den vier leuchtenden Tasten (rot, blau, gelb und grün), das Ziel ist es, einfach nur die richtige im richtigen Moment zu drücken. Die Lady gibt ein Handzeichen und der Spieler führt per Tastendruck eine entsprechende Aktion aus (4 und 6 für einen Schritt links oder rechts, 8 und 2 für vor und zurück, 1 und 3 für wenden). Das hört sich jetzt einfach an, ist es aber bei Leibe nicht. Je weniger Fehler beim Tanzen gemacht werden, desto mehr steigt das Ansehen bei der holden Weiblichkeit – bis eben, wie zuvor erwähnt, der Verlobte auftaucht und ein Duell verlangt.

Technisch gibt Pirates! nicht viel her – Standardgrafik, sehr guter Sound und konventionelle Steuerung – aber gerade das verhilft zu relativ angemessenen Hardwareanforderungen, somit dürfen sich auch Spieler mit einem einfacheren Rechner über den Titel freuen.

Böser Sid Meier! Ein dreiviertel Jahr nach Farcry sollten wir doch eigentlich wissen, wie eine Inselwelt auszusehen hat? Aber das sagte ich bereits, die grafische Aufmachung ist nicht so der Renner – aber der Spielspaß bleibt dadurch keineswegs auf der Strecke. In den ersten Stunden hat man Abwechslung pur. Immer wieder gibt’s neue Dinge zu entdecken und herauszufinden. Aber irgendwann wird’s dann doch langweilig.

Immer wieder die selben abgewrackten Typen, die selben Schiffsnamen, der selbe zwielichtige Händler in der Kneipe, das selbe Pfeifen beim Anheuern von neuen Piraten – mehr Abwechslung und ein paar mehr Modelle oder zumindest Skins für die gegnerischen Piraten wären nicht zu viel verlangt gewesen. Einzig bei den Top 10 Piraten hat man sich etwas angetan – eine etwas andere „Todesanimation“ (obwohl die Typen ja nur von Board gehen und nicht sterben), ein persönliches Design – das wars aber auch schon. Edward Teach (aka Blackbeard) hat mir übrigens recht gut gefallen, besonders der brennende Bart kommt gut rüber – allerdings wurde das Model (wie alle anderen) dann frevelhaft für andere Piraten „recycelt“, hier waren die Alternativskins ein Fehler …

JoWooD – Schließt zwei Studios & Gründer geht

Nachdem JoWooD in den lezten Wochen dank Ski Racing 2005 endlich wieder in positive Schlagzeilen gekommen ist, hat der größte österreichische Publisher heute wieder für zwei unerfreuliche Meldungen gesorgt. Da wäre zum einen der offensichtlich „gegangene Abgang“ von Mitbegründer Andreas Tobler, der das Unternehmen mit 28.1. verlässt, und zum anderen die Schließung zweier Studios.

Wie soeben auf dem Radiosender FM4 verlautbart wurde, werden die Studios in Ebensee (Transportgigant) und im deutschen Offenbach (Wings Simulations – Söldner) geschlossen. Begründet wird der Schritt mit Einsparungsmaßnahmen des angeschlagenen Spielepublishers. Rund vierzig Entwickler stehen auf der Straße. Angeblich soll die Produktpipeline von JoWooD sich aber nicht verändern. Kommt also trotzdem ein Söldner-Addon?

World Cyber Games – Das wird gezockt

Die Weltmeisterschaften der ESportler. So kann man die weltbekannten World Cyber Games wohl bezeichnen. Dieses Jahr im November geht es für die Profis ab nach Singapur und schon jetzt wissen wir was dort gespielt werden wird.

  • StarCraft: Brood War
  • Halo 2
  • Warhammer 40K: Dawn of War
  • WarCraft 3: The Frozen Throne
  • Counterstrike: Source
  • Need for Speed Underground 2
  • FIFA 2005
  • Dead or Alive: Ultimate

    Auffälig hierbei ist, dass ersten das derzeit in der ESports-Szene sehr beliebt gewordene Painkiller nicht dabei ist. Neu in der Liste sind zum einen das hier noch nicht erschienene Dead of Alive: Ultimate und Warhammer 40k: Dawn of War.

  • Round Up – It’s Patch Time!

    Nein heute gibt es mal keine Bilder in unserem Round-Up. Vielmehr werden heute euren Spiele ein wenig getunt oder es gibt erste Infos zu den kommenden Patches.

    StarCraft:

    Viele haben es nicht mehr für möglich gehalten, aber Blizzard scheint die Fan-Gemeinde rund um StarCraft noch ziemlich wichtig zu sein. Zwar ist diese nicht so riesig, wie im fernen Osten, allerdings wissen eingefleischte Progamer, dass Blizzard’s Erfolgs-RTS noch einen sehr hohen Stellenwert im ESports-Bereich hat. Hier sind die wesentlichen Veränderungen auf einen Blick.

  • The multiplayer chat screen will now show a preview of the map you will play on.
  • The creator of a private Battle.net game can now make the game public under the creator’s name in the multiplayer chat screen.
  • A Friends List will be added to the game to keep track of your friends on Battle.net.
  • Friend mail will be added to the game to let you email members of your Friends List.
  • A password-recovery and email-registration function will be added to allow you to recover your password via email.
  • A minimap ping will be added to the game to allow you to ping a location on the map.
  • It will now be easier to set building rally points.
  • We will include updated versions of three of the most popular ladder maps – Lost Temple, Dire Straits, and Rivalry – in order to better suit the newer style of ladder play.

    Anstoss 2005:

    Ein Reihe, die man ebenfalls schon als Urgestein ansehen könnte, bekommt in ihrer neusten Auflage auch einen Patch geliefert. Anstoss 2005 muss seinen Mann im Kampf gegen andere Fussballmanager stehen, deshalb wirft Ascaron nun auch einen weiteren Patch auf ihren Server.
    Kleine Information: Bevor ihr den 1.2 Patch installieren könnt, müsst ihr den Vorherigen der Version 1.1 installiert haben. Die Veränderungen seht ihr hier.

  • Absturz im Gruppentraining Screen.
  • Absturz im Jugendbereich nach Vereinswechsel.
  • „Spielstand konnte nicht geladen werden“ Fehler wurde behoben.
  • Absturz im Multiplayer bei gleichzeitigem Pokalspiel und Termin an einem Tag wurde behoben.
  • Problem mit den „Geisterspielern“ im Profikader wurde behoben.
  • Absturz im Multiplayer im Spielberichtsscreen nach einem Freundschaftsspiel wurde behoben.

    Fifa 2005:

    Passen zum Rückrundenbeginn der Fussball Bundesliga gibt es dann heute noch eine weitere Meldung zu einem Fussball-Spiel. Auch die neuste Ausgabe der Fifa-Reihe wird mit einem Verbesserungs Paket versorgt werden. Wann dieser erscheinen wird ist noch nicht sicher, allerdings könnt ihr euch unter unseren Links schon mal zu den Informationen klicken.

  • Hip Games – Die Zombies kommen nun auch auf den PC!

    Hip Games bringt eine „George A Romero presents“ Serie!

    Nachdem mit 28days later und Dawn of the Dead 2004 sowie nicht zu vergessen dem Zombiespaß Shaun of the Dead die Kinos schon ein Zombie Revival erleben, welches mit der Aussicht auf Romeros neuestes Werk „Land of the Dead“ noch eine Steigerung erfahren dürfte, erklärte Hip Games von der Hip Interactive Corporation nun auch die Untoten zu den PC- Spielern zu bringen, und zwar mit des Meisters Hilfe.

    Damit hat die Spielewerkstätte bisher unter anderem durch Marine Sharpshooter II, Beyond Divinity, oder auch Western Desperado und Dead to Rights auf dem PC-Actionmarkt vertreten, neben Street Racing Syndicate und Stolen einen weiteren möglichen kommenden Blockbuster.

    Romero als auch die Verantwortlichen der Firma Living Dead Productions Limited mit welchen Hip Games
    zusammenarbeitet äußerten sich begeistert über die Möglichkeit nun auch den PC spielenden Zombiefans ihre Lieblingsmonster auf die Monitore zu bringen.

    Wir dürfen gespannt sein wie sich die Umsetzung qualitativ als auch atmosphärisch ergeben wird!

    Take 2 – Nimmt den Kampf auf

    Gestern berichteten wir euch noch von dem Millionen-Deal von EA mit dem amerikanischen Sportsender ESPN. Gut dass es noch andere Publisher gibt, die ein Monopol an Sportlizensen verhindern.

    So kam heute ans Licht, dass sich der Publisher von sämtlichen GTA-Teilen großes Interesse an der offiziellen Lizens der MBL (Major Baseball League) hat. Dieses Recht an allen Namen der ersten Baseballliga in Amerika würde Electronic Arts einen großen Teil in den USA streitig machen, denn dort ist wie man weiß, Baseball quasi Volkssport.

    Natürlich wird dies nicht wirklich jucken, da man sich eigentlich nahezu alle anderen Lizensen unter den Nagel gerissen hat. Wir sind gespannt, was sich aus der Meldung entwickeln wird.

    Publisherkampf – EA bald so groß wie Disney?

    Kaum verkündet Rupert Murdoch, dass er in die Gamesbranche einsteigen will und dafür Firmen wie Electronic Arts aufkaufen will, da zeigt sich der potentielle Übernahmekandidat optimistisch, was seine Zukunft angeht. Mit Superlativen wird dabei natürlich nicht gespart und so will Electronic Arts nach einem Bericht von BBC News bis 2009 seinen Umsatz von derzeit 3 Milliarden USD verdoppeln und will auf diesem Weg nach und nach mit Mediengiganten wie Disney (Umsatz: 30 Milliarden USD) gleich ziehen.

    Dies versucht man bei Electronic Arts ausschließlich dadurch zu erreichen, indem man den Gamesmarkt für die breite Masse interessant gestaltet. Momentan sei man dabei auf dem richtigen Wege, da die Spielebranche schon wichtiger und umsatzstärker als die Musikbranche geworden ist. Die höhere Massentauglichkeit will man bei Electronic Arts schlussendlich dadurch erreichen, dass man die technischen Möglichkeiten der neuen Konsolengeneration ausschöpft und so noch realitätsnahere und somit emotionalere Spiele zu entwickeln. Auch Stars und Sternchen sollen in Zukunft mehr in Zusammenhang mit Computer- und Videospielen gebracht werden.

    Um die Popularität von Computer- und Videospielen weiter zu steigern plant man bei Electronic Arts sogar die Kombination von Computer- und Videospielen mit anderen massentauglichen Medien. So plane man eine Die Sims Reality Show, indem der Zuschauer den Bewohnern eines Hauses, ähnlich wie im Spiel, Befehle erteilt, was sie zu tun haben.

    Obwohl Electronic Arts mit diesem Schritt eher eine Zusammenarbeit mit verschiedenen Medien plant, sieht man den Gamesmarkt als wichtigsten Zukunftsmarkt an. Schließlich treibt es viele Spieler, so Electronic Arts, selbst um Mitternacht noch in die Geschäfte, um einen potentielles Top-Spiel zu kaufen. Durch die Kombination von Top-Spielen mit der Popularität von diversen Stars wie Christina Aguliera könnte man mit dem Medium Computer- und Videospiele eine ernsthafte Konkurrenz zum alteingesessenen Abend vor dem Fernseher erschaffen.

    Noch sind solche Vision Zukunftsmusik und die Prognosen von Electronic Arts scheinen bei ihrer, im Vergleich zu Medienriesen wie Disney oder Warner, eher winzigen Größe doch ein klein wenig größenwahnsinnig und naiv, aber das dachte man von Disney vor gut einem halben Jahrhundert auch…

    Moral +2

    Damals, als wir noch jung und leichtsinnig waren, glaubten wir ernsthaft, Steel Panthers wäre eins der besten Strategiespiele aller Zeiten … nichts und niemand würde dieses Spiel je übertreffen. Vielleicht hatten wir damals Recht, vielleicht liegt in diesem Genre die wahre Lebenensfreude, vielleicht … das selbe müssen sich die Jungs von Boku auch gedacht haben und jagen nun mit Dragoon: The Prussian War Machine jedem Menge Preußen auf uns arme Österreicher los …

    Das Spielprinzip ist einfach, wenn nicht idiotensicher: Einheit anklicken und auf dem Hex-Grid (sechseckige Felder auf dem Spielplan) klicken, wohin sich die Einheitengruppe bewegen soll – Angriffe funktionieren übrigens genauso, hierbei muss einfach nur der Gegner angeklickt werden. Die üblichen Features wie graues hinterlegen des Aktionsradius oder verbleibende Actionpoints können selbstredend eingeblendet werden. Der Vorteil eines hexagonalen Systems gegenüber einem quadratischen (wie es in den meisten Spielen genutzt wird) liegt auf der Hand: man kann sich regelmäßig in sechs verschiedene Richtungen bewegen, also zwei mehr. Mit diesem einfachen, in ein paar Sätzen erklärten System, kann eigentlich jeder sofort spielen und sich durch die Kampagnen kämpen.

    Neben einer Vielzahl an vorgegebenen Missionen (die alle auf die originalen Schlachten Friedrichs des Großen aufgebaut sind), kann man mit dem mitgelieferten Szenarioeditor selbst unzählige weitere erschaffen. Die Kampagnen lassen sich übrigens auf Seite der Preußen und auf der Seite der Gegner, also der Österreicher oder Sachsen, durchspielen.

    Leider hat man sich optisch nicht sonderlich viel einfallen lassen – für heutige Zeiten enorm miese Grafik trübt den Spielspaß doch enorm. Allerdings finden sich wieder Features, die in den meisten Hype-Titeln einfach "vergessen" werden. Das beste Beispiel ist wohl der allseits beliebte Hot-Seat Mode – gut, ich weiss natürlich nicht, inwieweit wirklich ein Bedarf an derartigen Spielen besteht, aber ich für meinen Teil stehe einfach auf solche Features.

    Mal Klartext: Dragoon ist gut gemeint, alles recht nostalgisch und durchweg interessant – es bietet wie bereits gesagt alle Modi, die ich mir von einem guten, rundenbasierenden Strategiespiel erwarte – aber das ist in der heutigen Zeit einfach nicht mehr genug. Das neue Pirates! hat selbst in den Minigames, z.B. beim Plündern von Städten, mehr Klasse als Dragoon.

    Dragoon ist wohl eher ein Liebhaber Spiel – für Fans von Friedrich dem Großen, Fans von rundenbasierenden Hex-Strategiespielen oder einfach nur Leute mit einem etwas älteren Rechner. Mir persönlich ist das Spiel einfach zu langwierig – zu wenig Action, wenn ihr versteht.

    Gesagt sei allerdings, das Dragoon recht gut ausbalanciert ist – davon könnte sich so manches Entwicklerteam eine Scheibe abschneiden. Trotz alledem ist meiner Meinung nach der Preis von knapp 45 USD nicht gerechtfertigt – die Hälfte wäre wohl auf OK gewesen.

    Publisherkampf – Fox plant Einstieg in die Gamesbranche

    Wie Peter Chernin auf der diesjährigen 15th Annual Smith Barney Citigroup Entertainment, Media & Telecommunications Conference in Phoenix laut einer Meldung der amerikanischen Webseite computerandvideogames.com bekannt gab, plane Rupert Murdochs News Corporation sich in die Spieleindustrie einzukaufen.

    Murdochs Finanzkraft entsprechen kommt dafür nur einer der Großen der Branche wie Activision oder Electronic Arts in Frage. Letztere sei aber laut Chernin anscheinend zu teuer, wobei andere Publisher nicht breit genug am Markt aufgestellt seien und sich nur auf ein bis zwei ertragsträchtige Produktserien konzentrieren würden. Einen genauen Kandidaten wollte Cernin also noch nicht nennen. Es dürfte jedoch sehr wahrscheinlich sein, dass sich bald der ein oder andere Publisher unter Murdochs Fittichen befinden sollte.

    Zur News Corporation gehören untere anderem das Boulevard-Blatt The Sun, die Tageszeitung The Times und der Nachrichtensender Fox News. Letzterer wurde in der Vergangenheit durch seine stark einseitige Berichterstattung zu Gunsten des US-Präsidenten George W. Bush sowohl im Irak-Krieg als auch während der letzten beiden Wahlen im Jahr 2000 und 2004 bekannt. Allgemein sind die Geschäftsgebaren der News Corporation stark auf Expansion ausgerichtet, wobei einige Akquisitionen in der Vergangenheit angeblich mit unlauteren Mitteln durchgeführt worden sein sollen.

    WWCL – Regeländerungen für CS und WC3:TFT

    Nach einem Bericht unserer Kollegen von justgamers.de hat die Online-Liga WWCL ihr Regelwerk zu den beiden Top-Spielen WarCraft 3: The Frozen Throne und CounterStrike einigen umfangreichen Änderungen unterzogen.

    So wurden neben einigen wichtigen Änderungen bezüglicher der Mapwahl bei WarCraft 3: The Frozen Throne auch neue Regelungen bei CounterStrike zum Thema Overtime getroffen. Wer sich über die umfangreichen Regeländerungen informieren will, der kann dies auf der Seite der WWCL tun. Dort findet ihr das neue Reglement auch als HTML- oder PDF-Datei zum Download..

    Während die Neuerungen bei WarCraft 3: The Frozen Throne schon seit einigen Tagen bekannt sind und schon den Einzug in den Liga-Alltag gefunden haben, sind die Regeländerungen für CounterStrike-Spiele erst seit heute bekannt und werden somit erst nächstes Wochenende zum ersten Mal in der Praxis umgesetzt werden. Ihre Gültigkeit haben die Regeln jedoch schon seit heute.

    Aktuell befindet sich die WWCL in ihrer siebten Saison, wobei noch vier Wochen zu spielen sind. Die Finals der WWCl werden im April diesen Jahres stattfinden.

    Round Up – Splinter Cell 3, WoW & Gothic 3

    Es wäre ein einfaches aus diesen drei Mini-Meldungen drei Klicks eurerseits für uns zu machen, aber wir sind keine Page Impression-geilen Säcke. Also gibt es wie immer alle irgendwie relevanten aber nicht allzu umfangreichen News des Tages in einem Paket.

    World of WarCraft im Februar
    Wie schon fast zu erwarten wird WoW nicht mehr im Januar erscheinen. Vivendi hat sich für das mit Spannung erwartete MMORPG auf den 11. Februar festgelegt. Was wird von Blizzard’s neuestem Werk halten verrät euch bisher exklusiv für den deutschsprachigen Raum nur unser Test, zu finden bei den Links unten.

    JoWooD negativ aber Gothic 3 im vierten Quartal
    Während JoWooD leider nicht eingehaltene Umsatzprognosen zugestehen muss, hat der österreichische Publisher vermutlich noch dieses einen kräftigen Rettungsanker im Petto. Der nach wie vor nicht ganz erholte Hersteller gab bekannt, dass Gothic 3, einer der meisterwarteten Titel im deutschen Raum, im vierten Quartal 2005 erscheinen soll. Damit will man wohl das Weihnachtsgeschäft voll vereinahmen. Hoffentlich gerät Piranha Bytes so nicht unter qualitätsschädigenden Zeitdruck.

    Splinter Cell 3 nur auf PC und Xbox online spielbar

    Der Release des dritten Abenteuers von Super-Agent Sam Fisher rückt immer näher und ein Multiplayer-Betatest soll demnächst starten. Online wird man übrigens nur auf PC und Xbox spielen können, die Versionen für die PlayStation 2 und den GameCube bleiben ohne die Unterstützung des Internet-Features. Während man auf der PS2 noch gegeneinander auf einem Gerät spielen können soll, dürfen GC-Benutzer vermutlich nur kooperativ miteinander antreten – so diverse Quellen. Splinter Cell: Chaos Theory erscheint laut Plan am 26. März.

    Komplex dein Name ist, Everquest

    Ganz Norrath ist dank vieler schrecklicher Katastrophen komplett verwüstet. Komplett – bis auf zwei riesige Städte mit den Namen Qeynos und Freihafen. Niemand weiß warum gerade die beiden Festungen unversehrt blieben, alle wollen nun aber genau dorthin. So auch ihr. Die Charaktererstellung ist, wie es bei neueren MMORPG’s in Mode zu sein scheint, nichts wirklich Spektakuläres. Man kann lediglich die Rasse und Klasse auswählen. Dann kommen allerdings noch ein Haufen an aussehensverändernden Faktoren hinzu, die ein individuelles Erscheinungsbild eures virtuellen Helden auf jeden Fall gewährleisten.

    Die Reise eures Alter Egos beginnt nun also auf einem Schiff, welches Richtung „Insel der Zuflucht“ geht. Hier bekommt ihr vom Captain erste Einweisungen in die Spielmechanik, die im ersten Moment nicht wirklich komplexer wirkt als bei anderen MMORPG’s, allerdings werdet ihr im späteren Verlauf des Spiels und auch dieses Reviews merken, wie unglaublich komplex sich Everquest 2 darbietet.

    Sind die ersten Aufgaben auf dem Kahn erledigt, landet ihr auch schon auf der Insel und geht gleich los um eure ersten Quests zu erledigen und bekommt auch durch einige Unterhaltungen mit den zahlreichen NPC’s schnell raus, wo ihr eigentlich seid und wozu das ganze. Von nun an müsst ihr alleine zurechtkommen, was sich auf dem Eiland noch nicht als Problem darstellt.

    Habt ihr nun die ersten Aufgaben für die Leute auf der Insel erledigt und auch schon die ersten Levelaufstiege hinter euch, findet ihr heraus wie ihr euch von der Insel in die große weite Welt aufmachen könnt. Quest erledigt? Na dann ab aufs Schiff und auf geht’s nach Freihafen oder Qeynos. Nach Freihafen kommen zunächst alle bösen Charaktere wie Oger oder Dunkelelfen und nach Queynos demnach die Guten. Später werdet ihr aber die Möglichkeit haben die Stadt zu wechseln, indem ihr eine extrem lange Verräterquest besteht.

    Angekommen in der Großstadt (glaubt mir, riesengroß) werdet ihr per Lichtstrahl zu eurer Wohnung geleitet. Dort dürft ihr dann auch Geschenke eures Vermieters entgegen nehmen und diese dann auch direkt in eurer Wohnung platzieren. Eure Wohnung hat aber nicht nur die Geldschlucker-Funktion, sondern könnt ihr wenn ihr daheim seid auch Sachen an andere Charaktere verkaufen. Homeshopping mal andersrum. Von nun an seid ihr wirklich auf euch allein gestellt. Jetzt geht es darum sich um Aufgaben zu kümmern, seinen Mentor zu finden und seine für den Berufswechsel benötigten Quests zu lösen. Diese heben sich gerade durch ihre Komplexität stark von den normalen „Töte die Monsterart zehnmal“- oder „Bring das Paket zu dem und dem“-Aufgaben ab. Natürlich muss man die Aufgaben nicht machen, aber wer gerne alle Quests im Spiel lösen will hat so einiges zu tun, weil es nämlich in jedem Abschnitt der Hauptstädte gleich mehrere Leute gibt, die euch gerne mit Aufträgen versorgen wollen. So kommt man dann schon gut auf 60 Aufgaben, die man so ziemlich zu Beginn seines Heldendaseins meistern könnte. Wie man sich vorstellen kann, wird sowas auf Dauer extrem öde und auch die Belohnungen sind den Aufwand des ständigen Hin- und Herlaufens nicht wirklich wert. Außer ein wenig Geld und einigen Erfahrungspunkten gibts es meist keine andere Belohnung.

    Hat man aber mal Glück mit einer Quest gehabt, so kann man auch Waffen oder Rüstungsteile, die schon eher begeistern, als Dank erhalten. Am Questsystem muss man trotzdem noch ein wenig Kritik üben. Es ist einfach nicht wirklich eindeutig, welcher Computercharakter einen Auftrag für euch parat hat. Höchstens durch ein Winken kann man erkennen, dass man genau mit dem Händler, Schmied oder Bürger sprechen sollte. Manchmal bekommt man dies allerdings gar nicht mit, wenn man einfach nur schnell etwas einkaufen oder verkaufen möchte. Irgendwelche Zeichen über den Köpfen wären nicht zu aufwändig gewesen und hätten es dem Spieler etwas komfortabler gemacht.

    Die Mentor-Quests allerdings geben nicht nur eine Menge Erfahrungspunkte, sondern eben auch die Möglichkeit bei dem jeweiligen Level (den ersten Wechsel mit Level 10) einen Berufswechsel einzugehen. Hier gibt es bei jeder am Anfang gewählten Klasse, vier an der Zahl, zunächst drei Auswahlmöglichkeiten, die dann beim zweiten Wechsel jeweils noch mal zwei Berufe anbieten. Aufträge erhält man aber nicht nur von Menschen, sondern auch von erst sonderbaren „?“ auf dem Boden. Klickt man diese an, bekommt man nach einer kurzen Zeit fürs Aufsammeln einen Gegenstand der in eine oder mehrere Sammlungen passt.

    Die Aufgabe ist dann einfach nur alle Federn, Knochen, Fische, Muscheln oder was auch immer für diese Sammlung zu finden und diese dann zum Sammler zu bringen, der euch die komplette Kollektion für einen Haufen Kohle abkauft. Aufpassen müsst ihr allerdings, denn euer Tagebuch kann nur eine bestimmte Anzahl an Quests aufnehmen – habt ihr zu viele müsst ihr eben welche rauslöschen oder die alten zu Ende bringen.

    Der Archetype eures Alter Egos ist aber nur die eine Seite bei der es sich in Everquest 2 dreht. Dieser Part ist eigentlich eure Kampf-Seite und bestimmt euren hauptsächlichen Rollenspiel-Teil. Zusätzlich hat man aber auch noch ein besonderes Augenmerk auf den Artisan-Part, also den Handwerker in euch gelegt. Was ihr euch nun hier aussucht, liegt wieder ganz an eurem Geschmack. Wollt ihr lieber Zauberbücher schreiben, Tränke brauen oder vielleicht Rüstungen und Waffen schmieden? Hierbei müssen zuerst Rohstoffe gesammelt werden, dann gilt es sich Rezeptbücher zu kaufen, für die ihr wiederum schon einen bestimmten Skill in einer Artisanfertigkeit braucht. Und dann kann das Forgen losgehen. Dies läuft, wenn man das überhaupt vergleichen kann, wie ein Kampf ab. Es gibt bei jedem Gegenstand, den ihr erstellen wollt, vier Stufen. Ein Balken zeigt hier die „Lebenspunkte“ an, diese werden mit jedem nicht sauber getätigten Handgriff, angefangen bei der letzten Stufe, immer weniger.

    Wenn die Energie einer Stufe zu Ende geht, kann diese Stufe nicht mehr erreicht werden und der Gegenstand wird nicht mehr perfekt. Zudem könnt ihr während des Vorgangs beispielsweise mehr Kohle in den Ofen einlegen oder irgendwelche Hilfsmittel mit einschmieden. Geht das gut, beschleunigt sich der Vorgang, schlägt es fehl verliert nicht nur der Gegenstand Lebenspunkte, sondern auch euer Charakter. Dies kann sogar zum Tod führen. Apropos Tod. Ob ihr nun im Kampf oder beim Craften ins Gras beißt, ist egal. Die Aufgabe nach eurem Ableben besteht immer darin eure Seele wiederzubeschaffen. Ihr kommt mir voller Energie wieder auf die Welt, habt aber – bis ihr eure Seele wieder in euch habt – verringerte Talente. Zusätzlich gibt es noch eine Erfahrungspunktstrafe.

    Wenn wir schon einmal beim Kämpfen sind, machen wir da einfach weiter. Natürlich steht das Leveln des Charakters immer noch im Vordergrund. Die Auto-Angriff-Funktion macht nach dem ersten ausgeführten Schlag seine Arbeit bis der Gegner Tod ist. Zusätzlich hat jeder Charakter natürlich massig Skills, die er während des Kampfes mit den Zahlentasten aus der Quickskillleiste direkt auswählen kann. Diese Fähigkeiten müsst ihr nicht etwa kaufen oder durch einen Skilltree auswählen, ihr bekommt einfach zu bestimmten Leveln neue Fertigkeiten. Erhöhen könnt ihr diese dann ab einem bestimmtem Attributswert, der durch die Benutzung des jeweiligen Skills erhöht wird. Die Bücher könnt ihr bei vielen Schriftgelehrten in den Städten erwerben. Zum Leveln gibt es noch zusagen, dass die Entwickler viel Wert auf ein Gruppenspiel legen wollten, da es erstens in einer Party immer mehr Spaß macht, Monster zu verdreschen, und zweitens eine gut eingespielte Gruppe mit verschiedensten Charakteren fast immer die beste Wahl ist um auch schwierigere Gegner zu meistern. Allerdings klappte das während der Testphase nicht immer so ganz, scheinbar gibt es da draußen zu viele Egoisten. Oft kam es nämlich vor, dass sich eine Party gebildet hat, die meisten aber nach dem Erledigen einer Quest, die man nur mit einigen Spielern zusammen lösen kann, die Gruppe verließen um weiter solo durch die mehr oder minder abwechslungsreiche Welt zu ziehen. Schade eigentlich.

    Warum mehr oder minder? Sicherlich gibt es eine riesige Welt, die vor Abwechslung nur so strotzt, allerdings hat man nicht immer das Gefühl irgendwo anders zu sein, da es beispielsweise rund um Freihafen in den ersten Karten doch sehr sandig ist. Die späteren Karten, sind dann doch abwechslungsreicher und wenn man dann erstmal auf die jeweils andere Seite der Welt kommt, wird auch das Design immer verschiedener und damit auch besser.

    Grafisch ist Everquest 2 derzeit wohl das Beste was es an MMORPG’s gibt. Der Stil ist natürlich immer subjektiv, auch mir persönlich hat dieser nicht unbedingt zugesagt, aber dazu später mehr. Von den reinen grafischen Augenschmankerln stellt das Onlinerollenspiel zum Beispiel World of WarCraft deutlich in den Schatten.

    Die Charaktere protzen nur so mit Details und tollem Bump-Mapping. Die Animation sind nicht nur flüssig, sondern auch aufwändig gemacht. Die Umgebung und die gesamte Welt ist großartig aufgemacht worden, auch wenn sie ab und an ein wenig öde wirkt. Die Städte sind gewaltig, obwohl man hier in manchen Teilen etwas von der Einöde der Häuser genervt ist. Einen weiteren Pluspunkt gibt es allerdings für die extrem lebendige Darstellung in der Stadt. Einfache Bürger und Wachen laufen ständig herum, Schmieden schmieden wirklich und Händler unterhalten sich mit Kunden. Wenn man sich viel Zeit nimmt, kann man gerade in der Stadt viel Interaktion allein von NPC’s unter sich mitbekommen. Die Monster auf die ihr auf eurer Reise treffen werdet sind sehr abwechslungreich und detailliert gestaltet. Ihr müsst gegen Goblins, Untote, Orcs, Drachen und auch skurillere Widersacher bestehen, die je nach Gebiet verschiedene Level haben. Die Gegner sind entweder in Gruppen oder solo unterwegs. Manche Gruppen sind so groß, dass diese gerade für Partys auf dem Level ausgelegt sind. Soundtechnisch kann man nicht wirklich etwas bemängeln, aber muss man den Part auch nicht großartig loben.

    Positiv anzusehen ist, dass jeder Charakter deutsche Sprachausgabe hat, oder zumindest haben sollte. Die Lokalisierung ist nämlich eher mäßig gelungen. Neben Rechtschreib- und Grammatikfehlern, bekommt der Spieler zum Teil englische Schrift und auch englische Sprachausgabe oder gar überhaupt keine geliefert. Diese Bugs nerven auf Dauer und klauen dem Ganzen auch noch ein gutes Stück an Atmosphäre. Die immer wieder einsetzende Musik allerdings pusht diesen Faktor wieder hoch. Die orchestralischen Klänge, die aus euren Boxen tönen, sind allesamt sehr gut gelungen und auch gut auf jeweilige Situationen abgestimmt.

    Kommen wir nun nach den ganzen Fakten zum größten Kritikpunkt von Everquest 2. Beim Spielen fällt nach einigen Stunden auf, dass irgendwie keine richtige Atmosphäre aufkommen möchte. Es macht zwar Spaß mit seinem Charakter durch die riesige Welt zu laufen, hier und da eine Quest zu erledigen und Monster in der Gruppe oder alleine zu töten und immer weiter und weiter aufzusteigen.

    Auch das Craften ist eine nette Abwechslung, um allerdings für sein Level gute Sachen herstellen zu können, bedarf auch dies einige Zeit. Klar ist das realistisch, es nimmt aber ein wenig das Tempo aus dem Spiel. Kann den einen stören den andern wiederum nicht. Trotz der wirklich schicken Grafik und der lebendigen Präsentation will aber irgendwie keine Stimmung bei mir aufsteigen. Man hat das Gefühl, als sei Everquest 2 ein gutes Spiel mit einem gewissen Spaßfaktor, aber irgendwie ohne wirkliches Innenleben. Eine hübsche Verpackung, der wohl das letzte Quentchen Tiefgang oder Atmosphäre fehlt, obwohl man anfangs von der Komplexität, den Möglichkeiten und der Größe erschlagen wird und sich viel Zeit nehmen muss um viel sehen zu können. Dieses Gefühl flacht leider mit der Zeit immer weiter ab.

    Auf Dauer hat michEverquest 2 nicht wirklich weitermotiviert. Das kann aber von Spieler zu Spieler unterschiedlich sein. Eigentlich schade, weil die ersten Stunden wirklich ein Erlebnis waren. Die Grafik ist sehr gut gelungen, die Welt und besonders die Städte sind enorm. Nimmt man sich viel Zeit und macht einige Aufträge, die euer Alter Ego durch alle möglichen Gebiete bringt bekommt man viel geboten. Auch die Anreize nach einigen Stunden weiterzuspielen, durch die individuelle Charakterentwicklung in Form von Charakterzügen, die Kampkraft, Schnelligkeit oder den Schaden an einem bestimmten Monstertypus erhöhen geben dem Spieler für die ersten Tage der reinen Spielzeit genug Motivation zum Weiterspielen.

    Mir persönliche fehlte ab dem zweiten Beruf irgendwie der Anreiz weiterzukommen. Es gibt zwar einen Haufen Dinge die man machen kann, beispielsweise euer Haus zu verschönern oder gar ein größeres in einem anderen Stadtteil zu beziehen, sich um seinen Handwerksberuf zu kümmern und in der jeweiligen Gewerkschaft mehr Ansehen gewinnen, aber scheinbar ist das nicht jedermanns Sache. Auch der optische Stil spielt da eine große Rolle. Angesprochen hat mich dieser nicht wirklich, aber das liegt ja an den persönlichen Vorlieben eines jeden Spielers, bei MMORPG’s kommt dies aber mehr und mehr zum tragen. Eine wirkliche Begründung finde ich wohl nicht und das ist schade, weil Everquest 2 mit Sicherheit kein schlechtes Spiel ist.

    Meine Empfehlung gibt es für Leute die viel Zeit haben und sich richtig in ein Spiel hineinsteigern wollen und können. Solche Zocker unter euch sollten auf jeden Fall sich wenigstens den Freimonat zu Gemüte führen und ausgiebig spielen. Wenn ihr nach dem Freimonat immer noch so motiviert seid, dann habt ihr die richtige Wahl getroffen. Alle anderen könnten auch einen Blick riskieren. Das Setting ist zwar nicht jedermanns Sache, alledings kann man sich auf den Stil einlassen und auch großen Gefallen daran finden. Deshalb gibt es eine sehr gute Wertung, allerdings mit einigen Abzügen aufgrund von Bugs und meiner Meinung nach nicht genug Motivation zum Weitermachen.

    UbiSoft – Der Wirtschaftstango geht weiter

    Wie wir bereits berichteten, will der französische Entwickler und Publisher Ubi Soft – zusammen mit Vertretern der heimischen Videospielbranche – eine Übernahme durch den Marktriesen Electronic Arts verhindern.

    Große Ubi Soft-Aktienpakete sind derzeit im Besitz diverser Großauktionäre; ein Umstand der EA für eine Erhöhung des eigenen Anteils an dem Unternehmen (derzeit 20%) sehr nützlich sein könnte. Laut Yves Guillemot, seines Zeichens CEO von Ubi Soft, befindet sich das Unternehmen in Gesprächen und Verhandlungen mit Anteilseignern, um sie von der Leistungsfähigkeit und guten Zukunfts der Firma zu überzeugen.

    Währenddessen kam von Dr. Gerhard Florin, Managing Director European Publishing von EA, eine Klarstellung:
    „Es heißt, wir hätten nie mit Ubisoft gesprochen. Wir haben mit vielen Konkurrenten geredet, darunter auch Ubisoft, Eidos und Activision“.


    Zudem betonte er, dass es lediglich um Partnerschaften gegangen und von Feindseligkeiten keine Rede sei.
    Wie es in dieser Angelegenheit künftig weitergehen solle, konnte aber auch er nicht verraten.