Alle Beiträge von Sigfried Arnold

Dreistigkeit ist (k)ein Konzept

Mit großer Sorge betrachte ich die Entwicklung der letzten Jahre: große Elektrofachhandelsketten mit qualitativ mittelprächtigen Produkten dominieren den Markt, vollig überhohte Preise welche oft sogar an der Tagesordnung stehen, werden als „kleine Versehen“ eines niederen Mitarbeiters deklariert – aber das kennen wir schon und können es umgehen, in dem wir die Preise selbst vergleichen.

Was aber äußerst wichtig sind, sind Quellen meine lieben Damen und Herren – ohne eine fundierte Quelle ist eine Information nicht viel wert, nicht mehr als eine Urbane Legende. Es ist nur ein Nebel, den der Freund eines Freundes von einem Bekannten flüchtig mitbekommen hat, der mal in Indonesion war …

Ums auf den Punkt zu bringen, ein konkretes Beispiel:

Sonntag 18. Februar 2007, 19:53 Uhr

Julian Pohl, veröffentlicht auf Rebell.at ein Gerücht, welches er während seiner harten, unbezahlten Arbeit bei intensiver Recherchen wohl eher zufällig gefunden hat.

Montag, 01:04 Uhr

PC Action, ein deutsches Printmagazin, veröffentlicht auf deren Website eine entsprechende Meldung, mit einigen interessanten Erweiterungen und unter Nennung beider Quellen.

Montag, 11:01 Uhr

GameStar, ein sehr großes deutsches Printmagazin, veröffentlicht ebenfalls eine entsprechende Meldung. Der werte GameStar-Redakteur gibt natürlich den Link zu „seiner“ Quelle an, es soll ja nicht er Schuld sein, wenn etwas nicht stimmt. Leider muss ihm aber beim Übernehmen der Informationen entfallen sein, dass wir am Ende des Links ein extrem markantes „&r=Quelle“ positioniert haben …

Montag, 13:02 Uhr

PC Games, wieder ein deutsches Printmagazin, veröffentlicht eine entsprechende Meldung. Fairerweise muss man hier sagen, dass PC Games normalerweise recht sorgfältig mit Quellenangaben umgeht. Aber auch hier hat man wohl vergessen, sämtliche Quellen aufzuzeigen, denn hier ist unsere Markierung ebenfalls zu entdecken.

Montag, 17:20 Uhr

Gamigo.de, ein sehr großes deutsches Online-Portal ist offenbar ebenfalls bei intensiven Netzsuchen über diesen Foren-Eintrag gestoplert – es erweckt zumindest den Anschein, als hätte man den Beitrag selbst gefunden, unser Brandmal fehlt immerhin. Aber NEIN, denn deren wie auch unsere Dreistigkeit kennt keine Grenzen: wir haben nämlich, verschlagen wie wir Österreicher sind, eine zweite Markierung innerhalb des URL platziert, passenderweise &r=at.

Montag, 17.30 Uhr

gamona.de hat sich nun ebenfalls dazu entscheiden, diese Meldung selbst zu finden. An dieser Stelle lässt sich nunmehr schwer sagen, wer welche Information von wem bezieht, aber Fakt ist: unsere Backup-Markierung ist immer noch im URL enthalten.

Meine lieben Leser und indirekte Leser – wir haben einen ähnlichen Artikel bereits vor etwa 1 ½ Jahren geschrieben und seither in regelmäßigen Abständen verfolgt, welches Gerücht sich wie schnell und vor allem durch wen verbreitet. Wir sind Schuld an zahlreichen Falschinformationen und arbeiten verdeckt mit 3D Realms zusammen, um den Erscheinungstermin von Duke Nukem Forever bis in alle Ewigkeit zu verzögern…

Spass beiseite, kommen wir zum ernsten Teil der Sache – natürlich stört es mich, nein es stört uns – diejenigen, die wir an diesem Projekt seit fast 4 ½ Jahren arbeiten – dass permanent andere unsere Lorbeeren ernten. Wenigstens haben unsere Kollegen mittlerweile gelernt, nicht einfach nur unsere Meldung umzuschreiben, sondern selbst Spekulationen aufzustellen. Was mich persönlich aber besonders schockiert, ist die gestiegene Dreistigkeit, dieses unkollegiale Verhalten mit allen Mitteln weiterzuverfolgen. Wie ein weiser Mann bereits sagte: „In 25 Jahren wird es Nassrasierer mit 10 Klingen und Tintenstrahldrucker mit 16 Tintentanks geben„.

An dieser Stelle kann ich nur noch eins hinzufügen: in 10 Jahren werden wir zum Zwecke der Informationsnachverfolgung sehr viele Parameter im Querystring mitgeben müssen …

PS: Nein, wir verbreiten keine Falschmeldungen. Den Schwarzen Peter werdet ihr bei uns nicht los …

PPS: Ja, der Foren-Eintrag bez. StarCraft 2 ist „echt“ und wurde nicht von uns erstellt – ob die Information korrekt ist, wissen wir nicht, aber das sagten wir bereits.

Nachtrag:

Gamigo.de hat sich dazu geäußert, aber während sich die Schäflein von Gamgio mit unterschiedlichsten Grautönen schmücken, sind wir grün ;)

Worte zum Geburtstag

Es kommt der Tag im Leben eines Projektleiters, an dem er einfach tun muss, was zu tun ist. Auch Fabian Walden, der ehemalige Initiator von working-title.de musste diese Entscheidung im letzten Jahr für sich treffen. Er, seine Mitarbeiter und sein Magazin haben gezeigt, dass unser Weg der richtige ist und frischen Wind in unsere Segel geblasen – und auch wenn deren Pforten längst geschlossen sind, hält uns dieser Wind immer noch auf Kurs.

Seit nunmehr vier Jahren kämpft Rebell nun schon gegen die Stürme des Mainstream und auch der selbsternannten Alternativen. Wir, die Alternative zu diesen Alternativen, werden aber weiter standhalten und unsere subjektive Meinung kundtun – wir werden auch dafür sorgen, dass das Erbe von working-title.de nicht in in Vergessenheit gerät.

Als diesjähriges Geburtstagsgeschenk für unsere Leser haben wir das komplette Archiv (rund 125 Artikel) unserer ehemaligen Kollegen aufbereitet und stellen dies nun zur Verfügung. Sämtliche Inhalte sind vollständig in unser System integriert und können über unsere Suchfunktion gefunden werden.

Übrigens, keine sorge: Rebell.at Games wird euch auch weiterhin mit kritischen Inhalten zu Blockbustern, Nischen- und Indie-Titeln, sowie Infos zu Alternativen und Open-Source-Spielen versorgen.

Ums frei mit den Worten von Ranga Yogeshwar, dessen Magazin Quarks & Co verglichen mit Galileo oder Welt der Wunder auch eher ein Randgruppendasein führt, zu sagen: „Bleibt uns treu, empfehlt uns weiter. Bis zum nächsten Mal. Tschüs!“

Simon the Sorcerer – Chaos ist das halbe Leben – Releasetermin gerät ins Wanken?

SCHOCK! Der vierte Teil der Simon the Sorcerer Reihe „Chaos ist das halbe Leben“ wird entgegen der Überschrift planmäßig am 23. Februar ausgeliefert werden.

Das Spiel ist bereits im Presswerk angekommen und wird bald mit einer hochwertigen Faltschachtel mit Prägedruck zu haben sein. Wir begrüßen das, mal ehrlich eine DVD-Box mit buntem Inlay lässt micht nicht mehr vom Sessel springen, aber richtiger Karton lässt doch Nostalgiegefühle aufkommen. Wir sind guter Dinge, dass Silver Style einen Titel fabriziert hat, der dem Simon-Kult gerecht wird. Holger Strecker, Geschäftsführer von RTL Enterprises, scheint davon ebenfalls überzeugt zu sein:

„Mit Simon gelang es uns, eine der hochkarätigsten Adventure-Lizenzen zu gewinnen. Fast eine Million Mal verkauften sich die Vorgänger-Titel bisher, und die Erwartungen der riesigen Fangemeinde sind entsprechend hoch. Ich bin davon überzeugt, dass wir mit Simons neuestem Abenteuer, gemeinsam mit dem Entwicklerteam von Silver Style, den hohen Ansprüchen der Simon-Freunde mehr als genügen werden.“

Gewalt in Spielen – Wiener ÖVP vs. Killerspiele

Franz Ferdinand Wolf, der Mediensprecher der Wiener ÖVP, leitete letzte Woche eine Diskussionsrunde zum Thema gewaltverherrlichende Spiele. Laut dem ORF konnte die von ihm zusammengestellte Runde zu keinem objektiven Ergebnis kommen.

Auf die Frage des ORF, ob er selbst einmal solche „Gewaltspiele“ ausprobiert habe, antwortete Wolf:
„Ich brauche solche Spiele nicht zu spielen, um zu wissen, dass sie gefährlich sind.“

Diesen Worten ist wohl nichts mehr hinzuzufügen, Herr Wolf, wir sind voll und ganz ihrer Meinung, bei uns hier läuft es nicht anders – wir bewerten Spiele auch nach Gutdünken ohne sie jemals gespielt zu haben – daran ist doch nichts verwerfliches? (Anm.: Das war gelogen, die gängige Redaktionspraxis von Rebell.at sieht natürlich ganz anders aus: wir spielen das Zeug schon, bewerten aber diejenigen mit den höchsten Geboten besser …)

Abschließend möchte ich noch einen Kommentar des Benuzters pc104 aus dem ORF-Forum zitieren:

„Papa, ich will computerspielen“
Gusch bua, des is schlecht für Dei‘ Entwicklung! Jetzt nimm des G’wehr und schiaß den Hirsch um!

Happy Birthday – Besux: endlich alt genug für Ultra-Porn?

Nach zahlreichen Upgrades und kosmetischen Operationen kann auch unser Chefredakteur Thomas Schaffer (aka. Besux) sein Alter nicht mehr leugnen.

1518 in Schottland geboren … nein falscher Film, aber eins hat unser steirischer Flachland-Indianer dennoch mit dem Highlander gemeinsam – nein, es ist bestimmt nicht sein gutes Aussehen, sein wallendes Haar, seine überlegenen Schwertkampfkünste oder die Unsterblichkeit – eigentlich hat er rein garnichts gemeinsam mit dem Highlander, er wurde lediglich 1985 geboren, das selbe Jahr in dem der erste Highlander-Film spielt.

Ihr seid verwirrt? Macht nichts, im Namen der Redaktion wünschen wir unserem Leithammel dennoch alles Gute, alsdenn: Prost!

Studie – Unreal Tournament besser als Tetris?

Eigentlich wurde in der Studie festgestellt, dass actionreiche Spiele das Sehvermögen des Spielers erheblich verbessern.

An der University of Rochester in New York hat man erkannt, dass Personen, die einen Monat lang täglich ein paar Stunden Unreal Tournament spielen, um 20 Prozent besser Buchstaben bei einem Sehtest identifizieren konnten als die Kontrollgruppe, die Tetris vorgesetzt bekam.

Geträumt wird schon von Rehabilitationssoftware für Schwachsichtige (nein, Schwachsinnige – wie etwa die Kollegen von Daddelnews – diese lassen sich nicht behandeln), die damit eine entsprechende Verbesserung der Sehfähigkeit erzielen könnten. Hier stellt sich allerdings die Frage: wenn UT schon seinen Zweck erfüllt, warum nicht einfach das spielen und einen PC auf mit Chefarztbewilligung verschreiben?

Manaschwert! Ach nein, lass‘ stecken …

Seit dem 12. Jänner 2007 kann man nun endlich Children of Mana in Europa käuflich erwerben und als guter Christ, nein eigentlich bin ich aus der Kirche ausgetreten, ich glaube sowieso nur an die Mana-Göttin und an Guybrush Threepwood – aber das tut jetzt nichts zur Sache – naja, jedenfalls habe ich mir das Spiel vorbestellt und Dank Amazon ist das gute Stück auch rechtzeitig bei mir eingetroffen.

Der Spaß konnte also gleich losgehen: Einschalten, Charakter wählen (mehr dazu später) und Intro ansehen, perfekte Klang-Untermalung (ein Lob an den Komponisten an dieser Stelle) und eine recht gelungene Zusammenfassung für Einsteiger. Auch die visuelle Aufbereitung kann sich durchaus sehen lassen.

Die Handlung selbst findet etwa 10 Jahre nach den Geschehnissen des in Europa nie erschienenen Seiken Densetsu 3 (landläufig als „Secret of Mana 2“ bekannt) und somit eben etwa ein Jahrtausend vor Secret of Mana statt. Die Kernelemente der Geschichte werden einem Fan der Reihe schnell ins Auge springen: Mana am bröckeln, Bösewicht versucht Welt ins Ungleichgewicht zu stürzen, Manaschwert fällt dem Helden in die Hände, acht mutierte Super-Monster erwachen aus ihrem Jahrtausende währenden (naja, irgendwie halt) Schlaf und müssen vom Held gestoppt werden – das Übliche halt.

Der Spieler kann diesmal aus vier spielbaren Helden wählen: Flick ist der ausgeglichene Typ – aber dennoch eher ein Kämpfer. Tumble hält die Waage zwischen Magie und Kampf. Pop stellt die klassische Magierin dar und Wanderer (eine Katze, wie Raffi oder Nikita) letztendlich ist ein reiner Kämpfer, der Magie nur sehr grundlegend nutzen kann. Im übrigen ist nicht 100%ig klar, ob Wanderer und Nikita ein und dieselbe Person sind, fakt ist aber, dass er im „Handel“ tätig war, was aber bei den Händler-Katzen nicht ungewöhnlich ist.

In den ersten 20 Minuten ist Children of Mana äußerst spannend. Ein ins Spiel eingebundenes (optionales) Tutorial erklärt dem Spieler das Kampfsystem und die Handhabung der restlichen Dinge (wie etwa den Einsatz von Magie) – aber hier tut sich auch schon der erste Haken auf: Das Kampfsystem ist schlecht, es ist ganz anders als man es von irgendeinem anderen Spiel dieser Art (mit Ausnahme der Zelda-Titel) gewohnt ist, ein Button-Masher, ohne dass sich hier jemand wirklich etwas dabei gedacht zu haben scheint.

In Secret of Mana konnte man seine Waffen durch halten der Angriffstaste aufladen und durch loslassen wieder zuschlagen oder durch einmaliges Drücken der Angriffstaste einen normalen Schlag abgeben. Auf die Angriffstaste hämmern hatte wenig Sinn, es war sogar schlecht, da die Schläge dann sehr wenig Schaden verursachten.

In Seiken Densetsu 3 musste man ebenfalls nach einem durchgeführten Schlag warten, bis man erneut zuschlagen konnte. Spezialschläge schaffte man durch das Sammeln von „Lämpchen“ mit normalen Treffern, erst nach vier normalen Treffern konnte man so den ersten Spezialschlag ausführen – für die beiden weiteren mussten man einerseits seinen Charakter aufleveln und andererseits den Gegner weiter mit normalen Schlägen treffen.

Jetzt ist das Ganze ganz anders: man kann ohne Pause auf den Gegner einhämmern und das ist nicht mal schlecht, man wird sogar dafür belohnt. Bei dreimaligem Drücken der Angriffstaste führt Wanderer mit dem Schwert z.B. schon einen Combo aus, aber nur diese eine – keine andere. Auf die Taste hämmern hilft also. Durch Treffer wird wieder eine Anzeige aufgefüllt, allerdings ist diese so lange, dass man doch „einige Male“ treffen muss, schätzungsweise so zwischen 50 und 100 Treffer werden’s schon sein. Im Gegenzug darf man dann, durch drücken der Select-Taste (Hallo? Die Taste ist derart ungelegen, dass man sie im aktiven Kampf nicht sonderlich gut erreicht …), den Wut-Modus aktivieren und Spezialschläge am laufenden Band austeilen, so etwa 30 Sekunden lang.

Unschlüssig ist auch die Geschichte selbst, zwar dürfte das einen Neueinsteiger nicht stören, aber im Vergleich zu den anderen Mana-Titeln treten schon einige arge Inkonsistenzen auf: Innerhalb von 10 Jahren gibt es derart massive Kontinentalverschiebungen, dass aus Wendel, einer kleinen Stadt, plötzlich ein halber Kontinent wird. Reisen selbst werden von Anfang an mit einem Fluggerät (einem weißen Drachen, wie ihr ihn sicher schon kennt) durchgeführt, also keine Kanoni-Reisebüros, den vor 10 Jahren (Spielgeschichte) aufstrebenden Bon-Voyage-Kanonen-Service.

Man kann nicht einmal mehr frei zwischen den einzelnen Locations herumlaufen. Nein alles spielt sich in Dungeons ab, bei denen man direkt vor der Haustüre abgesetzt wird. Auch das Seil, welches den Spieler aus dem Dungeon rettet, wird von Anfang an zur Verfügung gestellt – überhaupt bekommt man sehr viel geschenkt und muss kaum etwas kaufen – äußerst langweilig wie ich finde. Um dennoch mehr Erfahrung für den Spieler zu erzeugen, kann man Aufträge der sogenannten Mausbär-GmbH annehmen, ein Unternehmen, das den Stil der überaus schlechten Söldneragentur M.E.R.C. (Jagged Alliance 2) noch stark unterbietet. Hier erhält man von äußerst sprachschwachen Mausbären mit Sätzen wie „Kann ich dir hilfen?“ lächerliche Aufträge. Zu allem Übel sind 90% der Aufträge identisch und beziehen sich auf das Ausrotten aller Gegner im zuletzt besuchten Dungeon, immer wieder und wieder. Mehrer Aufträge gleichzeitig annehmen klappt übrigens auch nicht. Das Questlog selbst ist übrigens auch lächerlich, ok die Vorgängerspiele hatte gar keines – aber Hinweise im Sinne von „Rede einfach mit jedem, der dir in die Quere kommt, irgendwer wird schon der Richtige sein …“ sind mindestens genauso unnütz wie ein nicht vorhandenes Missionslogbuch.

Bevor ich’s vergesse: der Superbösewicht sieht aus wie Bill von Tokio Hotel. Er droht Welt zu vernichten – wohl bekomms. Zusammenfassend kann man sagen: passables Spiel für Einsteiger und Leute die noch nie etwas von Secret of Mana gehört haben, aber Liebhaber der Reihe werden herb enttäuscht sein.

Webview – Vorschau zu Sacred 2

Ein geiles Spiel war Sacred ja schon, aber zum Nachfolger konnte man bisher nur wenig Infos und wenn überhaupt nur ein paar hässliche Screenshots auch diversen Kommerz-Webseiten „bestaunen“. ciSacred.de, eine Sacred-Fansite, hat gestern eine meterlange bebilderte Vorschau gepostet.

Zwar ist die Wurst doch etwas unübersichtlich geraten, aber der Informationsgehalt ist enorm. Wer den Artikel trotz der layouttechnischen Schindluder trotzdem zu Ende liest, wird sicher etwas schlauer sein.

Eins müssen müssen wir allerdings noch klarstellen:
Das am Ende des Artikels verdeutlichte heliozentrische Weltbild ist gänzlich falsch! Die Erde dreht sich nicht um die Sonne – das Universum rotiert um Rebell …

Nackte Tatsachen … Tatsache?

Zugegeben, ich bin schlampig: mittlerweile sind zwei Monate vergangen und jetzt konnte ich mich endlich durchringen, einen Test zu diesem glorreichen Titel zu verfassen. Erwartet euch vom Text nicht zu viel, bei diesem Artikel sind wahrscheinlich eher die Bilder interessant. Alles in allem ist Girls at Work – Strip Poker nicht anders als andere Spiele in diesem Genre. Überhaupt: es hat sich seit Jahrhunderten nichts an Strip Poker geändert.

Es wurde nur einfacher. Statt mit dem kompletten Kartenspektrum zu spielen, hantiert man in diesem Spiel nur mit sechs verschiedenen (9, 10, Bube, Dame, König und Ass). Zudem hat man so gut wie immer mindestens ein fast perfektes Blatt auf der Hand – es gilt eigentlich immer nur, die Karte zu finden, die nicht dazugehört. Bluffs gibts ebenfalls nicht, es wird erhöht und dann gezeigt – die Chance zu gewinnen, hängt einzig und allein von der Tante ab, die man ausziehen will (von denen gibts übrigens fünf).

Wer sich ein frivol-lustiges Spiel wie seinerseits Biing, erwartet, irrt. Da hatte man noch seine Freude, wenn man eine Krankenschwester ausziehen konnte – aber zurück zum Thema. Jede FSK16-Erotik-DVD bringt mindestens genausoviel mit sich. Die 20 Euro kann man durchaus besser anlegen. Das Nachtprogramm im DSF bietet in etwa genausviel Unterhaltung und Erotik. Also: Finger weg und spielt lieber was Ordentliches! Ok, um nicht unfair zu sein: die Bildqualität ist sehr gut – also keine pixeligen 256-Farben-Bilder. Die DVD ist mit ca 2,8 GigaByte Filmmaterial gefüllt und man kann sämtliche Bilder (nachdem man sie freigespielt hat) als Desktop-Hintergrund verwenden – wem’s gefällt.

Im Übrigen muss man sich nicht schämen, dieses Spiel zu spielen. Sogar meine Schwester (!!!) konnte sich dafür begeistern. So schlimm kanns also nicht sein – aus meiner Sicht taugt der Titel allerdings überhaupt nix.

Kampf gegen den Absturz-Terror

Dass die Terrorist Takedown-Reihe nicht grade eine Perle unter den First-Person-Shootern ist, sollte eigentlich jeder wissen – wenn ihr nichts darüber wisst, ist das aber auch nicht so schlimm, aber um euch fortzubilden könnt ihr ja wie gewohnt Artikel bei Rebell.at lesen.

Lesen bildet, sagt ein Sprichwort, aber wir möchen dennoch davon abraten, das Handbuch (bzw. das Heftchen) von Covert Operations zu lesen. Die deutsche Sprache wird hier derart verstümmelt, dass selbst Legastheniker danach in Tränen zusammenbrechen. Ein Beispiel gefällig? Unter anderem wird bei den Features "Fortgeschrittene AI Benehmen" angeführt – die Sprachausgabe ist übrigens um keinen Deut besser. All das ist einfach eine Schande für dtp, die sonst bei der Sprachausgabe immer herrausragende Glanzstücke abliefern – man denke nur an Runaway.

Aber genug der Schlechtrederei, es gibt schlechtere Spiele – oder zumindest Spiele die visuell nicht so viel hermachen und schlecht sind und überhaupt keine Handlung haben. Sollte ich verdächtig oft das Wort "schlecht" verwenden, mag das daran liegen, dass ich diesem Titel unter anderem auch duch die frequentierten Abstürze nicht besonders gut finde. Kaum ist man in Kolumbien angekommen und hat einen äußerst vorhersagbaren Angriff der – naja, wer auch immer angegriffen hat – abgewehrt, wird das Spiel auch schon wieder beendet – die einzige Hilfe scheint permanentes Speichern zu sein, allerdings ärgert man sich dann wieder über die langen Ladezeiten.

Sollte man mit Perioden flüssigen Spielens gesegnet sein, trifft man auf Schema F: Kisten die zufällig im Dschungel stehen oder Fässer, die explodieren, wenn man auf sie schießt. Prinzipiell gehts darum, einen bösen Drogenbaron zur Strecke zu bringen – auch irgendwo klar Kolumnbien, Drogenbaron. Tempelruinen gibts übrigens auch – die sind zur Abwechslung relativ interessant – aber nur am Anfang, später nervt auch das.

An der Künstlichen Intelligenz (pardon, ich meinte "Fortgeschrittene AI Benehmen") hat man übrigens auch nicht gespart. City Interactive hat hier aus dem Vollen geschöpft – von Präzisionsschützen bishin zu Guerillas, die einen Elefanten auf 2 Meter verfehlen ist alles dabei – das sehr taktische Vorgehen scheint allerdings mehr durch kluge eingesetzte Scripte als durch "echtes" Denken beeinflußt zu werden.

Systemabstürze und Ladezeiten nicht mitgerechnet, hat man als erfahrener Shooter-Spieler in 5 Stunden alles gesehen und erlebt. Man ist mit Fahrzeugen gefahren, hat Hubschrauber abgeschossen und hat etwa 20 Mal die selben faden Sprüche des Helden gehört.

Wer das Spiel nicht spielen möchte und keine Schwierigkeiten mit der deutschen Sprache hat (oder noch besser: wer sie hat findet Texte von Gleichgesinnten) , kann das Handbuch lesen – dort wird die vollständige Handlung in mit den Worten eines Neunjährigen haarklein erzählt. Ok, man muss fair bleiben – wenn ich so gut polnisch könnte, wie die Jungs von City Interactive deutsch wäre ich schon ziemlich stolz. Aber ich verlange ja nicht, dass man das Spiel komplett neu synchronisiert, aber über das "Handbuch" hätte man wenigstens drüberlesen können. Dann wäre vielleicht jemandem aufgefallen, dass man "strafe left" bzw "strafe right" (also den Seitwärtschritt links und rechts) nicht mit "Schieße links" bzw "rechts" übersetzen kann, aber sei’s drum.

Wer FarCry schon gesehen hat, den Zwang verspürt unbedingt einen Dschungel-Shooter wegen der Handlung spielen zu müssen und 20 Euro übrig hat, kann diese gerne auf eigene Gefahr investieren – aber seid gewarnt: Covert Operations ist zwar der bisher beste Teil der Terrorist Takedown-Reihe, nur trotzdem furchtbar schlecht. Nicht vergessen: blos nicht das Handbuch vor dem Spielen lesen, sonst verderbt ihr euch die Spannung an der Story …

Von Eichhörnchen und Immersion

Ihr kennt das: ihr seid gerade im Wald und gemütlich hinter einem Busch damit beschäftigt, das gestrige Mittagessen wieder aus dem Verdauungstrakt zu befördern aber es sind keine Eichhörnchen mehr zum Abwischen da!

Das ist wohl einer der Gründe, warum man in Crysis, dem geistigen Nachfolger von FarCry, niemals einen Guerilla auf frischer "Tat" ertappen wird. Worauf ich hinaus will? Ganz einfach: überall wird man von Marketinggewäsch eingelullt. Crytek entwickelt im Auftrag von Electronic Arts das realistischste Spiel überhaupt. Jedes Blatt und jeder Ast wird absolut realitätsgetreu dargestellt – man kann sogar den Schweiß beobachten, wie er aus den Hautporen kriecht. Versteht mich nicht falsch, ich mochte FarCry und ich bin auch echt beeindruckt von bisher veröffentlichen Bild und Filmaterial zu Crysis aber man sollte sich davon nicht blenden lassen – und die Fachpresse lässt sich leider allzuoft von einem Grafikblender die Sicht trüben.

Nehmen wir als Beispiel Doom 3, der Grafikbringer schlechthin und weiss der Teufel aus wievielen Polygonen jedes 3D-Model besteht aber mal ehrlich: selbst mit maximaler Detailstufe sieht das Spiel grottig aus. Auch bei der ominösen du brauchst 512 MB Grafikspeicher-Einstellung sind die Texturen denoch verwaschen und wenn man näher an irgendwelche Objekte rangeht siehts noch schlimmer aus als in manch älterem Spiel.

FarCry hingegen war bereis etwa sechs Monate früher zu haben als Doom 3 und konnte mich visuell vollends überzeugen – ok auch bei FarCry hat man von vorne herein einen kleinen Hype produziert, aber es hat niemand dermaßen übertrieben wie bei Doom 3. Es gibt nur wenige Titel bei denen Hypes klappen: Half-Life 2 z.B. aber da gabs wie wir alle wissen wieder andere Probleme – egal jedenfalls hat das Endergebnis gestimmt und ich weiche schon wieder vom Thema ab…

Zurück zu der Sache mit den Eichhörnchen – das Stichwort ist "Immersion" und es war von Anfang an das Ziel des First-Person-Shooter-Genres einen hohen Grad an Immersion zu erreichen. Alleine die Perspektive aus der man die Spielwelt betrachet, ist schon die halbe Miete – was ist also naheliegender als dann den Rest noch mit schöner Grafik zu verblenden? Das Problem dabei ist, dass die Sache schnell langweilig wird – viele Spiele haben gezeigt, dass die technischen Möglichkeiten mittlerweile breit gefächert sind und bieten immer wieder recht gute Ansätze in verschiedene Richtungen. Vielleicht liegt es auch daran, dass ich gerne Rollenspiele spiele – nein, ihr Ferkel ich denke in Richtung Baldur’s Gate oder dessen Nachfolger – da wird ein hoher Grad Immersion durch die Dichte der Geschichte erreicht. Und obwohl es für die Handlung keinen Unterschied macht, gibts in den Städten und Dörfern an so mancher Ecke eine Ratte oder ein Hühnchen und im Wald trifft man auf Eichhörnchen – und das macht für mich enorm viel aus, weil es die Welt glaubwürdiger macht (obwohl es zugegeben etwas unrealistisch ist, dass ein Eichhörnchen still sitzen bleibt, wenn ein mit Feuerbällen um sich schleudernder Magier vorbeistapft).

Also zurück zu Crysis: das Bildmaterial ist beeindruckend, aber das macht ein Spiel nicht aus – aus diesem Grund finde ich es anmaßend, wenn alle Welt dieses noch nicht veröffentlichte Spiel in den Himmel lobt. Ich bilde mir vor Erscheinen erst einen Eindruck, wenn ich eine Demo oder eine Preview-Version in Händen habe – was nutzt die beste Grafik wenn die Spielwelt nicht glaubwürdig ist?

Ich hoffe Crytek vergisst nicht, dass zu einem Spiel mehr gehört als nur gute (zugegeben wirklich sehr beeindruckende) Grafik, denn die Verantwortlichen bei Electronic Arts scheinen dieses wichtige Faktum zu gerne verdrängen zu wollen.

Gewalt in Spielen – ORF: Offen Gesagt, heute 21.55

Nachdem sich mit derartigen Themen offenbar vermehrt der ZDF mit Frontal 21 beschäftigt, aber der ORF in nichts nachstehen will, gibts heute um 21.55 Uhr eine 1-stündige „Offen Gesagt“-Sendung auf ORF 2 Europe mit dem Thema „Jugend zur Gewalt erzogen?“.

Zu Gast ist auch Hans Solar, seines Zeichens Journalist und tätig für die wcm/consol.at/gamers.at-Familie – mal sehen, ob ihn die anderen 5 Gesprächsteilnehmer zu Wort kommen lassen.

Eine Wiederholung ist übrigens für den 27. November (also Morgen) um 5.15 Uhr angesetzt.