Motivation auf dem Silbertablett

Man nehme zwei Rassen, packt eine Menge neuer Gebiete und Instanzen hinzu und kürt das ganze mit vielen Quests und Gegenständen. Schon hat man eine Erweiterung auf die acht Millionen Spieler weltweit ungeduldig gewartet hatten. Blizzard hat mit Burning Crusade ein Riesenpaket geschnürt. Aber gibt es neben "mehr vom klassichen World of WarCraft" noch mehr zu sehen?

Blutelfen und Dreanei. Gerade auf die beiden neuen Rassen freuten sich alteingesessen Spieler. Nicht nur, dass auch Hordler nun Paladine und die Allianz Schamanen spielen können, auch die beiden neuen Gebiete bringen eine Menge Abwechslung mit sich. Im Gegensatz zu den älteren Startgebieten haben die Entwickler gerade mit den Aufträgen geglänzt. So gibt es auch schon in den frühen Phasen des Spiels neben den Standard-Quests sehr motivierende Aufgaben für zwischendurch. Dreanei können beispielsweise sehr früh im Spiel auf einem Elek, dem Reittier ihrer Rasse, zum nächsten Auftraggeber reiten. Zusätzlich wurden die Wege der einzelnen Quests stark verkürzt. Lange Laufphasen, die gerade am Anfang sehr nervig sein können, gehören der Vergangenheit an. Sobald der Spieler alles in den beiden ersten Gebieten erledigt hat, geht es allerdings in den alten Gebiete des Hauptprogramms. Hier muss noch ein wenig Überarbeitung passieren, denn sieht man anfangs fast ausschließlich Blutelfen und Dreanei durch die Gegend laufen, fehlen die neuen Rassen in der Folge fast völlig. Außer ein paar neuen Quests ist hier leider kaum etwas passiert.
Die Motivation kommt spätestens ab Level 55 wieder. Denn dann geht es ab durch das Dunkle Portal in die Scherbenwelt. Sieben brandneue Gebiete warten nur so da drauf durchforscht zu werden. Questmangel gibt es hier nicht. Ob auf der Höllenfeuerhalbinsel, in den Zangarmarschen oder dem Schattenmondtal, überall warten gleich mehrere Städte oder Außenposten. Auch hier macht Burning Crusade so ziemlich alles richtig. Schon sehr früh gibt es eine Menge neuer Gegenstände, die gerade für all die, die im Hauptprogramm niemals in der bisher höchsten Instanz Naxxramas waren, extrem interessant sein dürften.

Auch die ersten Aufgaben sind leicht erledigt und Folgeaufträge sind die Regel. Gerade für Orks, Tauren, Menschen, Gnome und ist das sogenannte Questen eine gelungene und extrem motivierende Abwechslung zum monatelangen 60er-dasein im Hauptprogramm. Ein Highlight: Auf einem Drachen fliegt ihr auf der Höllenfeuerhalbinsel über ein Camp, welches ihr mit Bomben fast komplett auslöschen müsst. Das ist eben die etwas andere Art der „Kill-Quest“.
Ein Mangel bleibt: In vielen Auftragsbeschreibungen gibt es oft nur ungenaue Angaben über den Ort, wo man die Quests erledigen kann.

Rollenspieler sind bekanntermaßen sehr neugierige Menschen. Gerade die neuen Gebiete sind ein großer Designsprung gegenüber dem alten World of WarCraft. Eine herrliche Vielfalt breitet sich vor dem Spieler aus. Die Zangarmarschen, eine Art Sumpfgebiet im zauberhaften blau, die Schwertwindklippe in deren spitzen Steindornen riesige Drachen hängen und auch das fabelhafte Nagrand mit den grünen Wiesen und den vielen kleinen fliegenden Inseln. Die Biokuppeln in Nethersturm sind nicht nur ein Kontrast zum Rest des Gebietes, sondern hinter ihrer magischen Kuppel sieht der Jungel einfach nur fantastisch aus. Auch die Instanzen, die jetzt meist drei verschiedene Flügel für jeweils ein anderen Levelabschnitt geeignet sind, sehen nicht nur großartig aus, sondern spielen sich außerdem noch ganz anders als alles was bisher da war. Mehr Taktik ist schon in den ersten kleineren Dungeons gefordert. Außerdem wurde auch der Aufbau geändert. So muss man nun am Ende der Instanz nicht lange Wege zurück zum Eingang machen. Abkürzungen zurück oder eben Ausgänge sind jetzt normal.

World of WarCraft erfindet sich mit dem Add-On nicht neu, sondern macht ziemlich viel genauso gut wie im Hauptprogramm. Den Rest macht das Spiel mit Burning Crusade aber noch viel besser. Wem das Spiel langweilig geworden ist, wird jetzt mit der großen Auswahl von neuen Quests, Instanzen, Gebieten und den neuen Rassen neue Motivation eingehaucht. Das Design ist immernoch hervorragend und mit der Scherbenwelt hat sich Blizzard fast selbst übertroffen. Einzig die kleineren Bugs in Quests und anfangs sehr nervigen Abstürzen der Scherbenwelt-Server lassen meckern. Wem allerdings schon das Hauptprogramm nicht wirklich Spaß gemacht hat, der sollte auch nicht hoffen, dass er nun ein komplett anderes Spiel serviert bekommt. Doch den meisten der acht Millionen wird das Menü sehr gut schmecken. Also: Guten Appetit!

Guitar Hero – Kommt auf Wii!

Guitar Hero wird für Wii erscheinen. Das hat Activision diese Woche auf einer Pressekonferenz bekannt gegeben. Man wolle seine starken Marken (auch die weniger aufregenden Transformers, Shrek und Spider Man wurden genannt) im kommenden Finanzjahr auch auf die beiden Plattformen für Big-N bringen.

Damit hat also einer der größten Publisher erneut die verstärkte Oritentierung an Nintendo-Produkten angekündigt. Man will die Angebote für beide wachsenden Plattformen verdoppeln.

Guitar Hero ist eines der stärksten Playstation-Brands der vergangenen Jahre. Jetzt darf auch auf anderen Geräten gerockt werden – wohl zum Unbehagen Sony’s wird auch die Xbox 360 ein Spiel der Reihe spendiert bekommen.

Happy Birthday – Geschichte lernen unnötig, fragt suit!

Es hat sich durch zahlreiche körperliche Gebrechen bereits seit einigen Monaten abgezeichnet: unser zweiter Chefredakteur suit hat den Zenit überschritten. Mit dem heutigen 25. Geburtstag wird auch eine symbolische Grenze erreicht, denn besonders fiese Zeitgenossen würden also sagen, dass Sigi jetzt auf die 30 zu geht und das Leben so gut wie vorbei ist.

Wir freuen uns natürlich, wenn in der Rebell-Statistik das Durchschnittsalter steigt. Das hilft unserer statistischen Seriösität, auch wenn das Geburtstagskind natürlich immer noch derselbe kindische Hund ist. Ich gratuliere im Namen der gesamten Redaktion. :)

Half-Life 2: Episode Two – Verschiebung auf Herbst

Eigentlich war es doch von vornhinein klar, dass es Valve nicht schaffen würde, ihr kommendes Standalone-Addon nicht pünktlich auf den Markt zu bringen. Stattdessen wird das Spiel nun auf den Herbst diesen Jahres verschoben.

Immerhin hat man die Wahl zwischen zwei Editionen. Die Black Box beinhaltet Das Spiel sowie Team-Fortress 2 und Portal. Die Orange Box legt zusätzlich noch den Vorgänger Half-Life 2: Episode One und das eigentliche Hauptprogramm Half-Life 2 obendrauf.

Gewalt in Spielen – Bayern stellt Gesetzesentwurf vor

Demokratie kann sowohl Fluch als auch Segen sein. Segen, weil jeder seine Meinung frei und ohne Furcht kundtun darf, Fluch, weil es eben auch Menschen tun, die von dem, was sie da gerade erzählen, leider keinerlei Ahnung haben. Letzteres wird besonders dann gefährlich, wenn man damit auch noch ein Forum findet. Ergo ist es auch kein Wunder, dass nach all den populistischen Angriffen auf die bösen Killerspiele seitens der Politik nun auch Taten folgen.

Gemeint ist damit die Drucksache 76/07, welche eine „Verbesserung des Jugendschutzes“ anstrebt, natürlich herausgegeben vom freiesten aller Freistaaten, besser als Bayern bekannt. Nun ist freiesten nicht nur eine Hyperbel, sondern auch eine Antithese, freier als frei geht nun einmal nicht. Genau das ist die Drucksache 76/06 ihrer Wesensart nach aber auch, denn von „Verbesserung“ kann hier wahrlich nicht die Rede sein.

Nachdem man den üblichen Rattenschwanz an Scheinargumenten hervorgebracht hat, warum man „Kinder und Jugendliche vor Gewaltexzessen in Form menschenverachtender Gewaltspiele […] schützen“ muss, geht es recht schnell zum Eingemachten. „Das vorliegende Gesetz sieht deshalb ein Verbot von virtuellen Gewaltspielen vor“, so die einleitenden Worte des Kapitels „Lösung“. Das alleine mag schon harter Tobak sein, wird aber durch die Neureglung des Paragraphen 131a noch übertroffen: hier wird klar gestellt, dass jeder mit Bußgeldern in Höhe von maximal 500.000 Euro oder bis zu einem Jahr Haft zu rechnen hat, der „Killerspiele“:

1. verbreitet,
2. öffentlich zugänglich macht,
3. einer Person unter achtzehn Jahren anbietet, überlässt oder zugänglich macht oder
4. herstellt, bezieht, liefert, vorrätig hält, anbietet, ankündigt, anpreist, einzuführen oder auszuführen unternimmt, um sie im Sinne der Nummern 1 bis 3 zu verwenden oder einem anderen eine solche Verwendung zu ermöglichen.“

Das mag sich schon verheerend anhören und natürlich wird auch wieder die Verschärfung der Indizierungsrichtlinien gefordert und auch die Arbeit der USK angezweifelt. Doch die Spitze der Entmündigung des verantwortungsbewussten Konsumenten ist schon vorher zu finden. So soll das so genannte „Erzieherprivileg“ gestrichen werden. D.h. Eltern dürfen nun nicht mehr darüber entscheiden, ob sie ihr 17-jährigen Kind nicht doch eine Runde Quake 3 spielen lassen.

Wer auch immer sich diesen harten Tobak ausgedacht hat, wurde vorher jedweden Realitätssinns beraubt und sitzt jetzt in seinem kleinen Kämmerlein und beobachtet die Welt aus seinem eindimensionalen Blickwinkel. Schließlich sind nur die bösen, bösen Computerspiele an der zunehmenden Jugendkriminalität schuld und nicht etwa die ineffiziente Jugendförderung oder das völlig überforderte Schulsystem. Scheuklappen waren wohl mal wieder im Sonderangebot zu erwerben, der Einsatz des gesunden Menschenverstandes muss dagegen für einige Politiker eine wahre Folter sein.

Gewalt in Spielen – Wiener ÖVP vs. Killerspiele

Franz Ferdinand Wolf, der Mediensprecher der Wiener ÖVP, leitete letzte Woche eine Diskussionsrunde zum Thema gewaltverherrlichende Spiele. Laut dem ORF konnte die von ihm zusammengestellte Runde zu keinem objektiven Ergebnis kommen.

Auf die Frage des ORF, ob er selbst einmal solche „Gewaltspiele“ ausprobiert habe, antwortete Wolf:
„Ich brauche solche Spiele nicht zu spielen, um zu wissen, dass sie gefährlich sind.“

Diesen Worten ist wohl nichts mehr hinzuzufügen, Herr Wolf, wir sind voll und ganz ihrer Meinung, bei uns hier läuft es nicht anders – wir bewerten Spiele auch nach Gutdünken ohne sie jemals gespielt zu haben – daran ist doch nichts verwerfliches? (Anm.: Das war gelogen, die gängige Redaktionspraxis von Rebell.at sieht natürlich ganz anders aus: wir spielen das Zeug schon, bewerten aber diejenigen mit den höchsten Geboten besser …)

Abschließend möchte ich noch einen Kommentar des Benuzters pc104 aus dem ORF-Forum zitieren:

„Papa, ich will computerspielen“
Gusch bua, des is schlecht für Dei‘ Entwicklung! Jetzt nimm des G’wehr und schiaß den Hirsch um!

Happy Birthday – Besux: endlich alt genug für Ultra-Porn?

Nach zahlreichen Upgrades und kosmetischen Operationen kann auch unser Chefredakteur Thomas Schaffer (aka. Besux) sein Alter nicht mehr leugnen.

1518 in Schottland geboren … nein falscher Film, aber eins hat unser steirischer Flachland-Indianer dennoch mit dem Highlander gemeinsam – nein, es ist bestimmt nicht sein gutes Aussehen, sein wallendes Haar, seine überlegenen Schwertkampfkünste oder die Unsterblichkeit – eigentlich hat er rein garnichts gemeinsam mit dem Highlander, er wurde lediglich 1985 geboren, das selbe Jahr in dem der erste Highlander-Film spielt.

Ihr seid verwirrt? Macht nichts, im Namen der Redaktion wünschen wir unserem Leithammel dennoch alles Gute, alsdenn: Prost!

Boxsport Manager – Ebenfalls Gold

Wir wissen doch wie es um euch bestellt ist. Ihr seid zu feige selber in den Ring zu steigen und sucht deshalb verzweifelt nach einem Managerberuf in der Boxsparte. Dann könnte Boxsport Manager genau euer Ding sein. In Don King-Manier zieht ihr eure Schützlinge im hauseigenen Boxstall hoch, promoted- und trainiert sie.

Die Kämpfe selbst sollen im schmucken 3D-Gewand daherkommen. Per Motion-Capturing sollen entscheidende Bewegungen eigens einstudiert worden sein. Ab dem 23. Februar diesen Jahres dürfen wir loslegen.

Silverfall – Gold

Ja ich weiß: Der Titel des Spiels würde einige totwitzige Wortspiele mit dem Thema zulassen, aber darüber setze ich mich hinweg und konzentriere mich auf das Wesentliche: Das Spiel hat den Goldstatus erreicht und wird am 9. März in die Läden kommen. Dann wird man sich zwischen Technik oder Natur entscheiden müssen, um auf spezifische Fähigkeiten der jeweiligen Seite zurückgreifen zu können.

Supreme Commander – Demo & Entwickler-Tour durch Wien

Schlappe 1051 Megabyte trennen euch von der Demo des kommenden Strategiespiels Supreme Commander, wenn ihr dem untenstehenden Link folgt. Zwar waren die ersten Reviews zum Game nicht mit besonders prickelnden Wertungen ausgestattet, bevor ich es aber nicht selbst gespielt hab, glaub ich den Dreckssäcken von der Konkurrenz sowieso nicht.

Was ich allerdings cool finde ist, dass Publisher THQ den Chefentwickler Chris Taylor (früher u.a. Total Anihilation, Dungeon Siege) auf PR-Tour durch Österreich und Deutschland schickt. Wer sich ein Autogramm holen oder einige Worte mit Chris wechseln möchte, sollte sich an den folgenden Terminen frei nehmen:

Österreich
Wien: Montag, den 19.02.2007
14 bis 16 Uhr im Saturn (Einkaufscenter Gerngross, Mariahilfer Str. 42-48)

Piefkistan
Nürnberg: Mittwoch, den 21.02.2007
16 bis 17 Uhr, Saturn (Vordere Ledergasse 30)

Hamburg: Donnerstag, den 22.02.2007
16 bis 17 Uhr, Saturn (Mönckebergstraße 1)

Oberhausen: Freitag, den 23.02.2007
16 bis 17 Uhr, GameStop (Centroallee 1000)

Studie – Unreal Tournament besser als Tetris?

Eigentlich wurde in der Studie festgestellt, dass actionreiche Spiele das Sehvermögen des Spielers erheblich verbessern.

An der University of Rochester in New York hat man erkannt, dass Personen, die einen Monat lang täglich ein paar Stunden Unreal Tournament spielen, um 20 Prozent besser Buchstaben bei einem Sehtest identifizieren konnten als die Kontrollgruppe, die Tetris vorgesetzt bekam.

Geträumt wird schon von Rehabilitationssoftware für Schwachsichtige (nein, Schwachsinnige – wie etwa die Kollegen von Daddelnews – diese lassen sich nicht behandeln), die damit eine entsprechende Verbesserung der Sehfähigkeit erzielen könnten. Hier stellt sich allerdings die Frage: wenn UT schon seinen Zweck erfüllt, warum nicht einfach das spielen und einen PC auf mit Chefarztbewilligung verschreiben?

Oh nein! Keine Unreal Engine 3 am Wii!

Jetzt sagt bloß…! Eine Welle des Erstaunens überschwappt mich. Mark Rein hat doch tatsächlich erklärt, dass die Unreal Eninge 3 nicht mit dem Wii kompatibel sein wird. Sensation! Der Seitenhieb des Jahrhunderts wird da auf so mancher Seite gefeiert.

Mich stören solche Nicht-News eigentlich im Grunde eher.

  1. Wen interessierts? Wir haben es mittlerweile alle kapiert, dass der Wii keine High End-Maschine ist. Wer das Gerät kauft oder mag, wird sich auch daran nicht stören lassen.
  2. Es gibt genug andere gute Engines, die es für den Wii gibt (unter anderem auch frühere andere Unreal-Technologien), die das Potential der Konsole zukünftig bestimmt voll ausreizen werden.
  3. Und was die Unreal-Spiele anbelangt: Alles nach Unreal Tournament war sowieso uninteressanter Standard-Krimskrams. Sowas braucht echt niemand.

[/Grantscherben Ende]