Wir beteiligen uns an dem Hype

Letztes Jahr sah es beinahe danach aus, als sei das Rollenspiel-Genre in ein ’Oblivion’-Loch gefallen und hoffnungslos der Bedeutungslosigkeit ausgeliefert. Zu viele missratene Gurken machten es den Fans reichlich schwer. Als Krönung dazu die erst nach mehrmonatigen Patch-Orgien gereiften Titel und die ziemlich dünne Auswahl wirklich zu empfehlender Rollenspiele. Dank des Erscheinens von Bethesdas grandiosem ’The Elder Scrolls 4: Oblivion’ wird diese schlechte Zeit nur noch einen Hauch der Erinnerung im Gedächtnis hinterlassen. Vorweg: Ich beziehe mich im folgenden ausschließlich auf die PC-Version. Mit der zickigen Xbox 360 muss sich bekanntlich Frl. Maertens abmühen.

Gigantischer Umfang
’The Elder Scrolls 4: Oblivion’ ist groß. Sehr groß. Doch im Gegensatz zum Vorgänger ’Morrowind’ bezieht sich hier Größe nicht nur auf die Spielwelt, sondern auch auf die verschiedenen, gehaltvollen Inhalte des Rollenspiels. Sage und schreibe 10 Rassen, 21 vorbestimmte und 7 selbstdefinierte Klassen geben darauf einen Vorgeschmack. Und dabei handelt es sich nicht um ein MMORPG, bei dem sich die Teilnehmer unterscheiden wollen. An den sich dadurch bietenden Individualisierungsmöglichkeiten darf sich so mancher Vertreter dieses Genres ein Beispiel nehmen. Hinzu kommt eine neue Ausgabe der ’The Elder Scrolls’-Welt, in welcher sich der Spieler wieder grenzenlos austoben kann. Unzählige Variationsmöglichkeiten der Charaktererstellung, eine packende Hauptstory, Nebenhandlungen und das unterschiedliche Gameplay verschiedener Klassen bieten unzählige Möglichkeiten. Vor allem aber gibt es eine Eigenschaft, die modernen Spielen beinahe schon gar nicht mehr zugetraut werden konnte: Wiederspielbarkeit.

Endlich bin ich Teil der Handlung
Glaubwürdige Charaktere tragen die Story von der Verschwörung gegen das Königreich, in die der Spieler exzellent eingebunden wird. Überall tauchen Oblivion-Tore auf, aus dessen Parallelwelt schreckliche Kreaturen hervortreten. Wer hat da seine Hände im Spiel? Die Normalsterblichen sind ziemlich aufgeschmissen, sich dagegen zu verteidigen.

Nur der Held kann gegen den drohenden Untergang wirklich etwas ausrichten. Das sind keine Phrasen aus der Hintergrundgeschichte, sondern entsprechen dem tatsächlichen Stellenwert des eigenen Avatars in der Welt und den Handlungsabläufen während der Quests. Dank eines vorbildlich automatisch geführten Tagebuchs sind einzelne Schritte der Aufträge ausnahmslos verständlich gehalten. Hinzu kommt ein tadellos umgesetztes Auto-Mapping-System, welches den Spieler durch die Markierung der Schlüsselörtlichkeiten niemals im Stich lässt. Sehr komfortabel ist das neue Reisesystem: Einmal entdeckte Orte lassen sich danach bequem per Mausklick auf der Übersichtskarte erreichen.

Die NPCs gehen in ’Oblivion’ endlich einer Beschäftigung nach. Im Gegensatz zu ’Morrowind’ stehen sie nicht einfach nur herum, sondern haben einen geregelten Tagesablauf und eine Beschäftigung. Deswegen sollte man sich nicht wundern, wenn man um Mitternacht vor den verschlossenen Türen der Händler steht oder die Gräfin schon in ihren Gemächern schlummert. Während die deutsche Version von ’The Elder Scrolls 4’ wie üblich etwas hölzern wirkt, ist die Sprachausgabe der US-Version zweifellos gelungen. Der gewohnten Interaktion mit den NPCs wurde das umständliche Einstellungs-Minigame hinzugefügt, mit Hilfe dessen man sich auf Wunsch bei der jeweiligen Person beliebter machen kann.

Probieren geht über Studieren
Das gesamte Fertigkeitensystem beugt sich realen Vorgaben, die auch in unserer Welt nicht anders sind. Nur durch Übung und Wiederholung erhöht sich der Wert eines Talents bzw. werden höhere Stufen erreicht. Ein Schwertkämpfer kann nicht mit der Klinge besser werden, wenn er nur Keulen einsetzt. Ein angelegter Schild wird niemals so gekonnt zum Einsatz kommen, wenn man ihn nicht wirklich benutzt. Gleiches gilt für Zauber ebenso wie für die jeweiligen Sekundärskills der verschiedenen Klassen. Dazu passt wunderbar, dass jede der drei Hauptrichtungen Kampf, Magie und Schleichen im Prinzip alle zur Verfügung stehenden Fertigkeiten anwenden kann – die Frage ist nur, wie gut.

Technikmaßstäbe
Natürlich wurde im Vorfeld sehr viel über die Optik und Technik spekuliert. Der grafische Eindruck stellt in der Praxis neben den eigentlich schon so zahlreichen Highlights ein weiteres dar.

Die Umgebung und ganz besonders die zahllosen Dungeons mit ihren jeweiligen Settings und Beleuchtungsmethoden wirken sehr plastisch und fesselnd. Berge bieten einen wunderbaren Überblick über verspielt gestaltete Landschaften. Raschelnde Blätter an Bäumen und sich durch den Wind bewegendes Gras lassen wegen der allgemeinen Detailverliebtheit nicht selten an Wahnsinnige in Bethesdas Grafikabteilung denken. Bis auf die Wachen ist jeder NPC einzigartig in der Spielwelt. Zwar kann ’Oblivion’ hinsichtlich der hölzernen Gesprächsanimation nicht den ersten Preis gewinnen. Dafür bietet die Einzigartigkeit der künstlichen Bevölkerung immer wieder einen Anreiz, diese anzusprechen. Eine lohnende Nebenquest könnte nach einem kleinen Smalltalk durchaus drin sein.

Verbeulte Schilde
Bethesda hat auch bei der Gestaltung der Kämpfe den Mund nicht zu voll genommen. Verschiedene Angriffsarten unter Einbeziehung erweiterter Techniken durch die Meisterung von Waffen und Zaubern, das Blocken oder tödliche Schleichangriffe lassen die Kämpfe plastisch erscheinen. Das geschickte Wechselspiel von Angriffsbewegungen und Abblocken bereitet grenzenlosen Spaß. Darüber hinaus sorgen Physik-Engine und Soundeffekte als Abrundung für ein fast reales Kampferlebnis, wie ich es zuvor noch nicht erlebt habe.

Fantasy ist wieder in!
Die Zeiten sind vorbei, in denen ich mich über die nächste schlechte Fantasy-Umsetzung aufregen konnte. ’The Elder Scrolls 4’ setzt unter den Rollenspielen hinsichtlich Ideen und Technik neue Maßstäbe, und schafft es sogar, dass Fantasy ab sofort wieder angesagt sein dürfte. Die gebotene grenzenlose Freiheit, eine glaubwürdig präsentierte Haupthandlung, das durchdachte Skillsystem und nicht zuletzt die grandiose Optik machen ’Oblivion’ zum Spielerlebnis der besonderen Art. Mit jedem weiteren verbrachten Tag in Cyrodiil entdeckt der Spieler neue Geheimnisse und lernt ein Stück mehr des Gameplays und der Möglichkeiten kennen, die ihm das Spiel bieten. Die Wiederspielbarkeit gibt es somit noch als i-Tüpfelchen oben drauf. Die Zeit bis zum Release von ’Gothic 3’ kann dank ’The Elder Scrolls 4’ nun eigentlich gar nicht lang genug sein. Wer sich dieses Rollenspiel nicht gönnt, gehört in ein Oblivion-Tor geschmissen.

Star Heritage 0: Ship of Ages – Neue Screenshots

Ein wirklich gut aussehendes Spiel hat das russische Team von Stepgames mit Ship of Ages in der Mache, sofern man den Screenshots auf der offiziellen Website vertrauen schenkt. Seit heute gibt es wieder fünf neue zu bestaunen. Die Screenshots sind aber nicht unbedingt das, was die Neugier in euch wecken sollte. Es ist eher der interessante Hintergrund des Spiels, der einiges zu bieten hat und nicht unbedingt dem Standard-RPG-Szenario entspricht. Ein Blick auf die Website lohnt sich auf jeden Fall und ist euch hiermit wärmstens empfohlen.

Wenn der PC nur noch in der 2. Liga spielt…

Wenn der PC nur noch in der 2. Liga spielt dann haben wir für euch ein paar Spieleempfehlungen. Garantiert lauffähig ohne Shader 3.0 und 3 Gigahertz Warmbrüter. Mag sein, dass ihr die Spiele teilweise schon kennt, aber den Tod aus Langeweile werdet ihr nicht sterben. Höchstens der Rechner des einen oder anderen mag die Hälfte der Zeit im Idle-Modus verbringen und geruhsam Däumchen drehen, ähhh… Lüfterchen drehen.

Comanche 4 – Preis: 10 Euro – Publisher: ElectronicArts

Die jüngsten unter euch dürften mit Comanche und Comanche vs. Hokum kaum noch etwas anfangen dürfen. Comanche gab es damals auf CD-Rom. Aber wer hatte da schon die nötige Rechenleistung von einem Pentium um die rechenintensiven Voxel auf dem Bildschirm darzustellen. Voxel sind leider aus der Mode gekommen, obwohl sie dem Aufbau der Welt näher kommen als Polygone, deshalb hört man nichts mehr von ihnen. Bevor ihr jetzt aber einen dieser Klassiker antesten wollt, probiert lieber erstmal Comanche 3 aus. Ihr werdet sicher davon schon Augenkrebs bekommen und liebend gern zu Comanche 4 greifen. Halbwegs zeitgemäße Grafik, Maus und Tastatursteuerung und spaßige Shooter-Action im dreidimensionalen Raum werden euch heute noch unterhalten. Vor allem im Multiplayer-Modus kommt es zu kurzweiligem Katz-und-Maus-Spiel. Spielspass: Minimum 15 Stunden.

Zwei Spiele im Schnellticker:

Beyond Good & Evil – Preis: 10 Euro – Publisher: Ubisoft
Innovativer Mix aus Action- und Adventure-Elementen. Unser Spiel des Jahres 2003. Mehr in unserem <a href="http://www.rebell.at/?site=r4&cnt=article&post_id=229" target="_blank">Review</a>.

Deus Ex 1 und 2 – Preis: 10 bzw. 15 Euro – Publisher: Eidos
Reinkarnation der Innovation. Mäßiger Erfolg. Mehr zu Teil 2 in unserem <a href="http://www.rebell.at/?site=r4&cnt=article&post_id=256" target="_blank">Review</a>.

Command and Conquer: Alarmstufe Rot 2 und das Add-On Yuris Rache – Preis: 10 Euro – Publisher: ElectronicArts

Wer kennt ihn nicht, den Nachfolger vom Strategie-Urgestein Alarmstufe Rot. Haufenweise Missionen, nette Zwischensequenzen mit echten Schauspielern und vorgerenderten Videos. Ja, ihr habt richtig gehört. Es gab mal Spiele mit vorgerenderten Videos in SVGA-Auflösung in denen echte Schauspieler aus Fleisch und Blut mitspielten. Gut, meistens mehr laienhaft, aber was soll’s, mit irgendwas musste das heute lächerlich kleine Medium CD-Rom ja damals aufgefüllt werden. Die Render-Videos würde heute jeder Heimcomputer der Oberklasse besser hinbekommen, aber wer erinnert sich nicht an das Intro von Alarmstufe Rot 2? Arm senken und ab zur nächsten Spiele-Pyramide. Dank beigelegtem Add-On sind euch 20 Stunden Spielspass garantiert. Ebensoviele sind locker im Multiplay-Modus drin. Auch mit dem betagten Bürorechner von vor einer halben Dekade.

Mafia – Preis: 7 Euro – Publisher: Take 2

In Mafia übernehmt ihr Aufträge für den gefürchteten Paten Don Salieri. Die Story spielt zur Zeit der 30er-Jahre in der detailverliebt gestalteten Stadt Lost Heaven. Es steht euch frei, ob ihr im Story-Modus einen der 20 Aufträgen übernehmt, oder ob ihr als Taxifahrer im freien Modus euren Tagesablauf unabhängig gestaltet. In den Aufträgen ist so ziemlich alles zwischen Mord, Alkoholschmuggel und Autorennen dabei, was man von einem Gangster-Spiel über die 30er-Jahre erwartet. Das Spiel ist Kult. Abwechslung, Ideenreichtum, Detailverliebtheit, das sind Dinge, die dieses Spiel bis heute auszeichnen. Insgeheim warte ich bis heute auf einen Nachfolger. Ob Der Pate als gebührender Nachfolger zu bezeichnen ist bleibt abzuwarten. Bis dahin, spielt 25 Stunden Mafia und entscheidet euch dann in ein paar Monaten, ob eine Filmlizenz Wunder bewirkt, oder nicht.

Battle Realms – Preis: 5 Euro – Publisher: Koch Media

Wieder ein Opfer von gehypten Spielen. Der ebenbürtige Gegner von Empire Earth ging unter, weil Vivendi Empire Earth erfolgreich gehyped bekam.
In Battle Realms finden sich Echtzeit-Strategie-Fans problemlos zurecht, wurde dieses kleine Meisterwerk doch von Ed Del Castillo, einem der Mitarbeiter von Westwood entwickelt.

Operation Flashpoint Gold – Preis: 15 Euro – Publisher: Vivendi

Klar, Operation Flashpoint bleibt ein Klassiker und hat selbst heute noch eine recht anschauliche Fangemeinde, sowie eine sehr lebendige Mod-Gemeinde. Leider fristete das Spiel neben Counterstrike immer nur ein Schattendasein. Lediglich denjenigen von euch, denen das Wort Noob zum Halse raushängt, dürften die Vorzüge dies Spiels bekannt sein.
Neben dem Multiplayermodus hat das Spiel aber auch einen netten Einzelspielermodus, mit abwechslungsreicher Story. Zugreifen lohnt sich. Abwarten auf den Nachfolger könnte noch eine langwierige Geschichte werden.

System Shock 2 – Preis: 10 Euro – Publisher: ElectronicArts

Kaum fehlen darf dieser Klassiker der leider viel zu selten den Weg an die Kassa fand. Eine Atmosphäre wie dieses Spiel kann Doom 3 an keiner Stelle bieten.

Man darf gespannt sein, ob es jemals einen Nachfolger geben wird. Den Markenschutz hat EA jedenfalls erstmal verlängern lassen. Als letzte Hoffnung bleibt uns aber immer noch der inoffizielle Nachfolger BioShock.

No One Lives Forever 1 und 2 – Preis: je 10 Euro – Publisher: Vivendi

Eines meiner absoluten Lieblingsspiele ist und bleibt No One Lives Forever. Ein Genuss für Augen und Ohren ist die Abwechslung die einem diese Spiel bietet. Von kitschig bunt bis ernst stellt die Grafik die 60er-Jahre angemessen dar und ist mit einer klasse Musik unterlegt. Abwechslungsreiche Aufträge mit der Hauptperson Cate Archer im Kampf gegen H.A.R.M. sind auch heute noch eine tolle Unterhaltung, nicht nur der tollen Dialoge wegen. Kleinigkeiten wie Münzen, Lippenstifte, aber auch Pudel, Affen und Asiatinnen werden euch nicht nur einmal zum Schmunzeln bringen. Die Fortsetzung ist die gelungene Fortführung vom ersten Teil, mit leicht verbesserter Grafik und altem Humor.
Prädikat: Agentenfeeling fast geschenkt und das Spiel gibt es sogar für den Mac.

Viele schöne Spiele wurden viel zu wenig gespielt. Holt es jetzt nach, ihr werdet es nicht bereuen! Ihr bekommt fünf ältere Titel zum Preis von einer Neuerscheinung. Selbst wenn euch drei nicht überzeugen habt ihr noch einen guten Schnitt gemacht.

Das gute an Spielen mit einem Erscheinungsdatum von vor einigen Jahren ist zudem, dass ihr keinesfalls aktuelle Hardware braucht. Jeder gebrauchte Rechner für 300 Euro wird euch einen maximalen Spielspaß generieren. Das gesparte Geld könnt ihr dann bedenkenlos in Spiele investieren.

Ein kleiner Hinweis zum Schluss: Die Spiele kommen nahezu immer ungepatcht, meist auch ohne beiligende Patch-CD. Deshalb sucht im Internet erstmal die neuste Version und patcht brav auf die aktuellste Version, sonst bleibt der Spielspaß allzu leicht auf der Strecke!

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Sega – Obsidian werkelt an neuem Multi RPG

Laut eigener Aussage Obsidian soll sich das Spielestudio, welches zuletzt hauptsächlich an Fortsetzungen arbeitete, mit Sega eine Zusammenarbeit eingegangen sein, um ein großes Rollenspielprojekt zu starten, welches sich für alle Next Generation Konsolen (PS3 sowie XBox 360) als auch für den PC bahnbrechend erweisen wird. Jedoch wurde bisher weder über Spielinhalt, Name oder sonstiges mehr preisgegeben.

Lionhead Studios – Von Microsoft geschluckt ?

Nachdem Peter Molyneux, Entwickler von Klassikern wie Populus und Black & White schon im letzten Monat einen offiziellen Termin absagte, woraufhin sich die Gerüchte verdichteten dass ein Preiskampf um seine Spieleschmiede entstanden sei, wiederholte sich diese Art der Absage nun auch für die Game Developers Conference.

Diverse Medien spekulieren nun darüber, dass Molyneux schon in den letzten Verhandlungen mit Microsoft stehe.. aber wie immer bei MS ist bis zuletzt nichts offiziell bekannt.

DTM Race Driver 3

Die Räder krallen sich in den Asphalt, es stinkt nach verbrannten Gummi, mit 250 Sachen rasen wir auf die erste Kurve zu. Die Konkurrenz ist hart, beim Anbremsen wird gedrängelt als gäbe es keinen Morgen mehr. Unsere Bremsen glühen, schreien um Gnade, wir schalten runter. Zehnter, Neunter, Achter, Siebter, Sechster, langsam holen wir auf. Hinter uns wird weiter um jeden Platz gekämpft. Das interessiert uns jetzt jedoch wenig, wir haben den momentan auf Platz Nummer fünf fahrenden Gegner schon anvisiert. In der nächsten Schikane ist er dran. Wir versuchen ihn auszubremsen, doch anstatt uns fairer Weise Platz zu machen, rauscht er uns ins Heck. Wenige Sekunden später versuchen wir verzweifelt dem Kiesbett zu entkommen. Unsere Stoßdämpfer haben Schaden genommen, ebenso unsere Karosserie. Das Adrenalin steigt, wir müssen uns erneut vom zehnten Platz nach vorne kämpfen. Doch unser Unterfangen wird jäh von einer 20 Sekunden langen Zeitstrafe für unseren Ausflug ins Kiesbett unterbrochen. Das wir in Wirklichkeit das Opfer waren scheint egal zu sein. Wir müssen in die Box, wenn wir nicht gänzlich vom Renngeschehen disqualifiziert werden wollen.

Symptomatisch stellt diese Situation den Rennspielalltag in DTM Race Driver 3 dar, zeigt sie doch prägnant sowohl die Vor- als auch die Nachteile der dritten Rennspiel-Seifenoper aus dem Hause Codemasters. Wobei die Bezeichnung Seifenoper auf den dritten Teil nicht mehr zutrifft. Die kitschigen und oftmals nervtötenden Zwischensequenzen, welche die eher unwichtige Hintergrundgeschichte vorantreiben sollten, vielen nämlich der Schere zum Opfer. Gut so, denn das Gebrabbel eures Chefmechanikers, das in Form von Rendervideos mehr oder weniger willkürlich beim Erreichen einer neuen Klasse erscheint, nervt schon genügend. Außerdem: Wer braucht schon eine öde und unwichtige Handlung, wenn die Rennen spannender als manch ein Krimi sind?

Hier liegen dann auch klar die Stärken von DTM Race Dirver 3. Wie auch schon im Vorgänger müsst ihr dabei entweder während einer Welttournee oder im klassischen Karrieremodus die einzelnen Klassen erst einmal frei spielen. Dank der enormen Vielfalt an Modi, wird es hinterm virtuellen Lenkrad dabei nur selten langweilig. Zu unterschiedlich fahren sich die einzelnen Wagentypen. Vom kleinwüchsigen Renault Clio über ein bulliges V8-Muscle-Car bis hin zu den Flitzern aus der aktuellen DTM-Saison findet sich so ziemlich alles im Spiel wieder, was vier Räder und einen Verbrennungsmotor hat. Dabei darf sogar am Steuer von Exoten wie Dirt-Cars und Monstertrucks Platz genommen werden. Leider gibt es bei der schieren Anzahl von Klassen (gut 60 Stück haben ihren Weg ins Spiel gefunden) meisten nur ein Wagen zur Auswahl. Von diesem Manko einmal abgesehen, ist aber für ordentlich Abwechslung gesorgt.

Sitzt ihr dann erst einmal hinterm Steuer, packt euch schon bald das Rennfieber. Die Motoren heulen auf – bei manch einer Klasse kommt dies eher einem Piepen gleich – die Ampel schlägt auf grün um, die Räder fressen sich in den Asphalt und auf geht’s in die erste Runde.

Wer will kann seine Startposition hierfür selbst herausfahren oder einfach das Feld von hinten aufrollen. Die Fahrphysik bleibt dabei selbst für Anfänger noch gut beherrschbar. So reicht es aus, die Strecken ein bis zwei Mal abzufahren und sich dabei den Verlauf und besonders schwierige Kurven einzuprägen. Wenn dann der richtige Anbremspunkt für die Schikanen gefunden ist und man der Ideallinie einigermaßen loyal gegenüber steht, sollte einem ersten Platz auch schon nichts mehr im Wege stehen.

Okay, ein wenig Konkurrenz fährt auch noch mit und hier liegt dann auch der Hund begraben. Die Jungs und Mädel legen nämlich eine Aggressivität aufs Parkett, das selbst einem Mike Tyson Angst und Bange wird. Klar, vor Schikanen wird schon mal gedrängelt, doch wer in gefährlichen Situationen darauf hofft, dass die Kontrahenten schon fair Platz machen würden, der irrt gewaltig. Da wird mit vollem Tempo hinten aufs Auto gezimmert oder in die Seite gefahren. Der Ausflug ins Kiesbett ist somit vorprogrammiert. Dumm zudem, dass nicht eure Gegner, sondern ihr(!) für solche Manöver bestraft werdet. Neben den durch den Unfall verlorenen Plätzen bekommt ihr so auch noch eine ordentliche Zeitstrafe aufgebrummt. Dramatisiert könnte man glatt behaupten, das eine Kollision mit einem anderen Fahrzeug fast schon das Rennende bedeuten könnte.

Von dieser Schwäche einmal abgesehen verhalten sich die Gegner sonst recht clever. Für anspruchsvolle Piloten gibt es zudem einen Simulationsmodus. Hier greift die Traktionskontrolle nicht mehr ein und auch sonst steuern sich die Wagen etwas realitätsnäher. Mit einem GTR kann DTM Race Driver 3 aber dennoch nicht mithalten. Dafür steuern sich die Wagen dann doch zu sehr wie auf Schienen.

Kommen wir aber mal wieder aufs Renngeschehen zurück. Dies präsentiert sich nämlich durchaus opulent. Da splittert Glas, fetzen Autos nach einem Massencrash in ihre Bestandteile auseinander oder es verabschiedet sich gerade eure Radaufhängung. Kurz: das Schadensmodell von DTM Race Driver 3 macht schon was her, auch wenn es nicht mehr so eindrucksvoll wie auf den ersten Screenshots aussieht. Leider präsentiert sich das übrige Renngeschehen optisch so steril und rein wie der Lack der frisch gebohnerten Autos im Sonnenlicht glänzt. Gerade in den Offroad-Rennen fällt auf, dass die Autos zwar einstauben, Wasser und Schlamm aber leider nicht durch die Luft fliegen. Schade, denn mit ein paar mehr Partikeleffekten würde DTM Race Driver 3 um einiges authentischer aussehen.

Da heutzutage wohl kaum noch ein Rennspiel ohne Tuningpart auszukommen scheint, bleibt zum Schluss noch zu erwähnen, dass ihr nun auch in DTM Race Driver 3 die Möglichkeit habt, mit freigespielten Punkten euren fahrbaren Untersatz aufzumotzen. Fraglich bleibt, ob diese Trendhascherei überhaupt zum Szenario passt. Wenigstens haben die verschiedenen Tuningteile spürbare Auswirkungen auf das Fahrzeug, doch man kann auch ohne sie Rennen gewinnen. Indes hätte dem Multiplayerpart etwas mehr Hang zur Moderne gut getan. Zwar kann man zusätzlich zum Lan- und Onlinepart auch mit zwei Spielern im Splitscreen an einem PC um die Wette fahren, neue Modi sucht man sonst aber vergebens.

Irgendwie beschleicht mich das Gefühl, die Mannen von Codemasters wollten mit dem dritten Teil ein Gran Turismo für den PC entwickeln: Tuningpart sowie unendlich viele Rennklassen, da fehlen eigentlich nur noch die obligatorische Garage und die Fahrlizenzen und schwupps, wir haben ein neues Gran Turismo.

Pech für Codemasters jedoch, dass man sich bei diesem Unterfangen etwas verrannt hat. So ist die Brandbreite an Rennklasse zwar episch, die Menge der zur Verfügung stehenden Autos jedoch eher auf B-Movie-Niveau. Etwas mehr als ein Auto pro Klasse hätte es schon sein dürfen. Aber Lizenzen kosten halt Geld.

Klar, was DTM Race Driver 2 schon ausgemacht hat, findet man auch im dritten Spross der Serie wieder. Aber gerade die Neuerung sind entweder nervend (Regelsystem) oder einfach unnütz (Tuningpart). Würde DTM Race Driver 3 sich nicht durch das profilieren können, was ein Rennspiel ausmacht, nämlich die Rennen, die Acht vorm Komma würde arg wackeln. Aber dank spannender Rennen und der enormen Abwechslung kann ich DTM Race Driver 3 all denjenigen empfehlen, denen NFS: MW zu simpel und GTR zu anspruchsvoll ist.

Doxan – Exklusive Explosionen bei Rebell.at

Für Anfang März versprochen, nun endlich online. Passend zu unserem Special haben die Jungs von Z-Software keine Mühen gescheut und knapp drei Minuten geballte Weltraumaction in den aktuellen Trailer gepackt. Das gut 24 MB große Stück bietet dabei ausschließlich Ingame-Szenen aus der aktuellen Alpha-Version und das exklusiv nur bei uns. Wer mehr über Doxan wissen möchte, sollte sich unser ausführliches Special samt Interview noch einmal zur Gemüte führen.

Gothic 3 – Kein MMORPG in Planung

Oft gab es Gerüchte darüber, dass die JoWood-Jungs an einem Onlinerollenspiel-Ableger ihrer erfolgreichen Gothic-Reihe arbeiten. Dies wurde aber jetzt definitiv von Tamara Berger (Pressesprecherin) dementiert. Angeblich aber soll die Möglichkeit für ein Gothic Episodes bestehen.
Außerdem gibt es auch noch fünf neue Bilder zu sehen.