Ursprünglich sollte das Ein-Mann-Projekt Ragdoll Kung Fu nur über Steam käuflich sein. Doch dank dem berliner Publisher Frogster wird das Game bald auch in unseren Gefilden und komplett lokalisiert am 27. April erscheinen. Der Preis liegt bei 19,95 Euro. Die Demo fasst übrigens 60 Megabyte und beinhaltet Drei Levels und acht verschiedene Gegnertypen.
Ubisoft – Franzosen verzichten auf Starforce
Nach dem Skandal rund um eine von einem Starforce-Mitarbeiter verlinkte Galactic Civilizations 2-Rabkopie, wird es um den Kopierschutz nicht mehr still. Kürzlich hat dann Aspyr (US-Publisher von zum Beispiel Spellforce 2) die weitere Verwendung des umstrittenen Tools ausgeschlossen. Mit Ubisoft schließt sich diesem Abgang nun auch ein wichtiger Publisher an. Die Franzosen wollen Starforce künftig nicht verwenden.
City Life – Deutsche Demo läd zum Bauen ein
Jawoll! Nachdem die französische Demo bereits vor einigen Wochen ins Netz trudelte, darf nun auch der Rest der Welt in die Aufbau-Sim reinschnuppern. Die Demo bringt stattliche 500 Megabyte auf die Waage und enthält eine Karte im Baukastenmodus. Am 28. April soll die Vollversion in die Läden kommen.
Bone – Episode 2 veröffentlicht
Zum Preis von etwa 13$ bekommt man bei Telltale nun die zweite Episode von Bone (The Great Cowrace). Wer will, kann diesmal auch zu einer Box-Version greifen, die kostet nicht ganz 18$. Unser Test ist bereits in Arbeit.
WinSPMBT
Sie sind dran! Nutzen sie die dreifache Chance, wer weiß wie lange es noch geht! Nur noch eine Minute, dann ist das Spiel vorbei! Holen Sie sich Leitung 5, 10 oder 15! Es geht um 8300 Euro liebe Zuschauer, Sie schaffen das! Nur noch 45 Sekunden, nutzen Sie die Chance! Und noch ein Tipp für Sie, das Wort ist nicht WINSPMBT! Tun Sie die dreifache Chance nutzen! 10, 9, 8 … hallo? Oh Gott, aufgelegt! Tun Sie sich ein bisschen was gönnen, einer geht noch, rufen Sie an!!! Liebe Leute wenn Sie das jetzt nicht schaffen, dann weiß ich auch nicht…! Jaja, so lustig geht’s zu, beim nicht ganz ernst gemeinten Rebell.at Akronymeraten. Die Lösung: Windows Steel Panthers Main Battle Tank. Das hätte man aber doch erraten können…
Bei WinSPMBT ist der Name Programm und das gleich im mehrfachen Sinn: das Spiel ist komplex, schwer zugänglich, reichlich antiquiert. Wer sich noch an Steel Panthers erinnern kann, hat schnell eine Vorstellung worum es geht. WinSPMBT ist sozusagen ein Mod, der auf der Engine des Klassikers aus den frühen 90ern basiert. Der größte Unterschied liegt darin, dass es diesmal nicht um die Schlachten des Zweiten Weltkriegs, sondern um Konflikte im Zeitraum von 1946 bis 2020 geht. WinSPMBT ist rundenbasiert und nutzt Hexagonfelder. Dem Spieler fällt die Rolle zu, alle erdenklichen Typen von Streitkräften, vom Kampfpanzer bis zum Kommandotrupp, auf das Schlachtfeld zu führen und vordefinierte Ziele zu erreichen. Dass Erfolge bei weitem nicht so einfach erzielt werden können, wie in Pseudo-Kriegssimulationen à la Codename:Panzers macht den besonderen Reiz des Spiels aus.
Wer Steel Panthers nicht kennt und auch sonst selten als General Schlachten generalstabsmäßig im Sandkastenmodus ausgetragen hat, sollte erst einmal das Tutorial bewältigen. Im Tutorial kämpft man als US-Amerikaner gegen den Irak. Tipps und Anweisungen werden nicht direkt im Spiel gegeben, sondern müssen Zug für Zug im umfangreichen Handbuch nachgelesen werden. Dennoch führt für blutige Anfänger kein Weg am Tutorial vorbei, es ist der schnellste Weg möglichst viele Funktionen des Spiels kennen zu lernen.
Erst dann sollte man sich in den Kampf stürzen. Diverse Kampagnen, viele Szenarios und der ‚Battle’-Modus stehen zur Auswahl. In den Kampagnen können Einheiten von einer Mission zur nächsten mitgenommen werden. Es empfiehlt sich hierbei die erfahrenen Einheiten keinem unnötigen Risiko auszusetzen. Eine Panzercrew die schon fünfzig Abschüsse erzielt hat ist schwer zu ersetzen. In den Szenarios spielt man allerlei historische Konflikte nach, vom Koreakrieg bis zum Irakkonflikt. Außerdem gibt es eine Reihe fiktiver Schlachten. Die spannendsten Gefechte lassen sich jedoch im Battlemodus erstellen, hier sind der Phantasie kaum Grenzen gesetzt. Wer schon immer einmal wissen wollte was passiert wäre wenn Österreich in die Balkankrise 1990 miteinbezogen worden wäre, der kann es hier einfach ausprobieren und wird ein spannendes Gefecht erleben, dass dem österreichischen Feldherrn eine Menge taktisches Geschick abverlangt. Soviel vorweg: die überlegenen jugoslawischen Tanks russischer Bauart sind nur schwer zu stoppen, ohne vernünftige Luftunterstützung oder moderne Panzer…
Die vielen Einstellmöglichkeiten im Battlemodus erlauben es verschiedenste Gefechtssituationen zu simulieren. Wer es noch ein wenig detaillierter haben möchte kann sich im mitgelieferten Editor ordentlich austoben, hier bleiben kaum mehr Feintuningwünsche offen.
Die modernen Technologien die man als Spieler ins Feld führen kann sind das einzig moderne an WinSPMBT. Die Grafik ist spartanisch. Eine technisch machbare Auflösung von 1600×1200 kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Engine 15 Jahre alt ist. Die Soundkulisse ist auch nicht gerade bombastisch, sondern kann höchstens als hinterhältiger Angriff auf die beiden hörenden Gliedmaßen bezeichnet werden. Die ‚Musik’ besteht aus sich wiederholendem Gewehrfeuer und kann somit getrost abgestellt werden.
Wer sich von mangelnden optischen Reizen und eintöniger Soundkulisse nicht abschrecken lässt, muss sich noch durch einen Dschungel von Abkürzungen kämpfen, die es beim Einheitenkauf zu beherrschen gilt. Der WinSPMBT-General muss Kürzel wie AFVS, APCS, SPAA, MBT, ATGM, RPG,… enträtseln. Mangelnder Durchblick kann für die Pixel am Monitor fatale Folgen haben: nicht auszudenken was passieren mag, wenn AFVS auf ATGMs treffen und keine Artillerie mit HE Munition zur Verfügung steht um der Bedrohung wirkungsvoll zu begegnen! Damit es gar nicht so weit kommt gibt es zu fast jeder Einheit ein Bild, das macht das Zusammenstellen der Truppen anfangs etwas verständlicher.
Dieses Maß an Komplexität ist – wie beim Vorgänger Steel Panthers – ein großes Plus von WinSPMBT. Viele Faktoren müssen bedacht werden, die dicksten Kanonen nützen nichts, wenn sie nicht aufmunitioniert werden und die größten Panzer sind machtlos gegen ein gut verstecktes Bazookateam.
Sind Schlachtfeld und Truppen erst einmal gewählt, aufgestellt und ordentlich verschanzt, geht es auf ins Gefecht. Der Computergegner erweist sich dabei meist als harte Nuss, ein Gefecht zieht sich für gewöhnlich über mehrere Stunden. Das liegt nicht zuletzt daran, dass sich der Gegner gerne Zeit lässt. Es kann einige Minuten dauern, bis die unzähligen Einheiten am Spielfeld gefahren sind, geschossen haben oder beschossen wurden und die Artillerie, sowie Flugzeuge großflächige Bombardements ausgeführt haben. Wahlweise kann der Spieler auch eigene Einheiten vom Computer führen lassen und Marschbefehle für ganze Kompanien geben, um sich zeitraubendes Herumklicken zu ersparen. Wer sich lieber mit menschlichen Gegnern misst anstatt mit künstlicher Intelligenz, der darf sich über den Mehrspielermodus und die Hot Seat Variante freuen. Im Internet dürften sich einige Leute finden lassen die das Spiel beherrschen, für eine Hot Seat Partie ließ sich bis jetzt noch keiner von mir begeistern…
WinSPMBT ist ein Spiel für echte Freaks. Der Gelegenheitsstratege wird wenig Freude daran haben und Spieler die das Wort 2D-Grafik aus ihrem Wortschatz bereits verbannt haben ebensowenig. Wer gerne generalstabsmäßig Truppen verschiebt wird da schon eher Gefallen an WinSPMBT finden können. Das Spiel besticht durch große Komplexität, da vergisst man im Eifer des Gefechts schon mal die mehr als dürftige optische Kulisse. Persönlich hat mir Steel Panthers besser gefallen, das Spielszenario war nicht derart weitläufig und die Kampagnen spannender. Wer sich von WinSPMBT selbst ein Bild machen möchte kann sich das Spiel auf Shrapnel Games.com gratis herunterladen. Einziger Unterschied zur Kaufversion ist die niedrigere Auflösung – die stört aber nicht.
Desperados 2 – Demo veröffentlicht
333MB groß und eine Mission schwer ist die für mich etwas überraschend veröffentlichte deutsche Demo zu Desperados 2. Am 27.4. soll die Wildwest-Story dann vollständig weitergehen.
Call of Duty 2 – … wird gepatcht
Normalerweise findet ihr hier wenig News zu diversen Patches und Screenshots, heute doch einmal eine Ausnahme. Nach langem hin und her haben Activision und Infinity Ward endlich einen Patch für den 2. Weltkriegs-Shooter Call of Duty 2 ins Netz gestellt. Mit dem 32 Megabyte großen Update wurde die Anti-Cheat-Software Punkbuster sowie zwei neue Multiplayer-Maps ins Spiel integriert.
Das neue Spiel von Steve Ince
Als wir uns vor rund einem halben Jahr mit Steve Ince unterhalten haben, liefen die Arbeiten an ‚Mr. Smoozles Goes Nutso‘ gerade auf Hochtouren. Jetzt nähert sich das Spiel seiner Fertigstellung und wir hatten die Möglichkeit, einen näheren Blick auf den interessanten Mix aus Arcadespiel und Adventure zu werfen.
Ein Kater läuft Amok
‚Mr. Smoozles Goes Nutso‘ basiert auf den Comics von Steve Ince, die er in mehr oder weniger regelmäßigen Abständen auf seiner Website veröffentlicht. Ähnlich wie beispielsweise bei Penny-Arcade geht es vor allem um Spiele – nur sind die Charaktere bei Steve keine typischen Nerds, sondern Tiere, was den Comics eine etwas andere Note verleiht. Eines dieser Tiere ist der Kater Ed und dem wird in ‚Mr. Smoozles Goes Nutso‘ übel mitgespielt: Die fiesen Garagonen greifen die friedliche Welt an, sperren Eds Freunde ein und verwandeln den eigentlich harmlosen Mr. Smoozles in eine Killermaschine. Und da sag‘ noch einer, Spiele machen nicht aggressiv…
Ein Adventure von oben
Wie aber spielt sich eigentlich ein Arcade-Adventure? Nun, Steves erste Idee war es wohl, eine Art ‚Pacman‘-Klon zu entwickeln, wie er in unserem Interview auch eingestand. Doch dann kamen immer neue Ideen hinzu, so dass sich die aktuelle Version des Spiels tatsächlich so anfühlt wie ein Adventure: Ihr sammelt Gegenstände auf, holt euch in Gesprächen Tipps, müsst verschlossene Türen öffnen, anderen Charakteren Dienste erweisen und so weiter und so fort. Abgesehen davon, dass ihr ‚Mr. Smoozles Goes Nutso‘ direkt mit der Tastatur steuert und statt der Adventure-üblichen Seitenansicht eine klassische Draufsicht verwendet wird, sind die Unterschiede gering. Der Arcadeanteil beschränkt sich darauf, den Schüssen des durchgedrehten Mr. Smoozles auszuweichen und vereinzelt simple Geschicklichkeitspassagen zu bewältigen – etwa, indem ihr sich bewegende Minen umgehen müsst.
Die Entwicklung der Idee von ‚Pacman‘ zu einem Arcade-Adventure ist im Spiel klar erkenntlich: Während ihr in den ersten zwei, drei Räumen tatsächlich vor allem vor Mr. Smoozles flieht und dabei Diamanten als eine Art Währung aufsammelt, wird die Welt danach mit einem Mal erstaunlich groß und die Arcade-Elemente treten in den Hintergrund. Zahlreiche Schauplätze und Räume stehen euch offen, wollen untersucht und erkundet werden. Wenn es nicht vorangeht, bittet ihr eure eingesperrten Kameraden um Hilfe. Sowohl der Schwierigkeitsgrad der Rätsel als auch der Arcadeelemente lässt sich übrigens festlegen, damit auch die trägen Adventurespieler nicht verzweifeln.
Das ist nicht Baphomets Fluch!
‚Mr. Smoozles Goes Nutso‘ lebt nicht zuletzt von seinem Humor und den wirklich großartig geschriebenen Dialogen. Eine Szene, die wahrscheinlich jedem Adventure-Fan ein Lächeln auf die Lippen zaubern wird, findet in einem Raum mit Kisten statt. Ed schaut sich die Kisten an und kann dem spieletypischen Drang nicht widerstehen, sie herumschubsen zu wollen. Doch ein anderer Charakter widerspricht: „Das ist doch hier nicht Baphomets Fluch“ – ein wundervoller Seitenhieb auf die nervtötenden Kistenrätsel des letzten Teils, an dem Steve damals übrigens selbst noch bei Revolution mitgearbeitet hat.
Obwohl unsere Preview-Version technisch bereits einen guten Eindruck machte, sind bis zum Release noch ein paar Details zu verbessern: Die Geschwindigkeit, mit der Ed die bisweilen recht weiten Wege geht, ist ermüdend, die Kollisionsabfrage bei den Arcadeelementen nicht perfekt. Davon abgesehen hat mir ‚Mr. Smoozles Goes Nutso‘ wirklich Spaß gemacht, auch wenn man natürlich merkt, dass kein großes Entwicklerteam dahintersteckt. Für das Casual-Segment, über das wir vor kurzem erst geschrieben haben, könnte es dank des überdurchschnittlichen Anspruchs aber eine echte Bereicherung werden.
Evolution GT – Gold
Und die nächste Goldmeldung kommt direkt hinterher. Evolution GT wird von Milestone entwickelt und ist heute fertiggestellt worden. Am 12. Mai wird der europaweite Launch aller Voraussicht nach stattfinden
City Life – Goldene Häuserschluchten
Nach dem Ende der Sim City-Reihe schickt sich Koch Media an City Life in die Waagschale zu schmeißen. Das Spiel versucht das geniale Spielprinzip damaliger Zeit, mit schmucker Optik von heute zu verbinden. Damit der Release auch pünktlich am 28. April stattfinden kann, wurde heute der Goldstatus verkündet.
Rag Doll Kung Fu – Haaiiiijaaa
Nach der englischen Version (nur über Steam erhältlich) ist nun, ein halbes Jahr später, auch die deutsche Version der lustigen Prügelorgie fertig. Vor dem Release am 27. April soll auch noch eine Testversion erscheinen, die Aufschluss darüber geben wird, ob sich die 20€ wirklich lohnen.
Patches – Commandos und Stoked Rider
Der Grund warum wir noch keinen Commandos: Strike Force-Test haben, war ein Bug der das Weiterspielen unmöglich machte. Mit dem heute erschienenen Patch 1.2 wurde dieser und andere behoben. Auch zu Österreichs aktuellem Vorzeigespiel Stoked Rider ft. Tommy Brunner gibt es einen ersten Patch. Der verbessert die Balance und die optische Qualität auf langsameren Rechnern und wird über den Ingame Updater beim Spielstart automatisch heruntergeladen.
Vorschau: Die Kristallkugel spricht.
Es ist jedes Jahr das Gleiche mit der E3: Schon Wochen zuvor fiebere ich der Messe entgegen, hoffe auf spannende Ankündigungen und viel versprechende Spiele. Und wenn die E3 dann vorbei ist, bin ich enttäuscht, dass meine Hoffnungen nicht erfüllt wurden und in den nächsten Monaten doch wieder fast nur Spiele erscheinen, die mich langweilen. Aber das Spekulieren im Vorfeld macht einfach zu viel Spaß, als dass ich darauf verzichten könnte. Deshalb hier – rund vier Wochen vor der E3 – eine kleine Vorschau auf die weltgrößte Messe für PC- und Videospiele.
Microsofts Kampf um die Vorherrschaft
Unter anderen Voraussetzungen als Sony und Nintendo wird Microsoft die E3 2006 bestreiten: Da man als erster der drei Konsolenhersteller schon im vergangenen Herbst in die nächste Generation gestartet ist, steht in diesem Jahr nicht die Hard- sondern die Software im Mittelpunkt des Interesses. Das wichtigste Spiel für die Xbox 360 wird dabei zweifellos der neue Titel von Bungie werden – egal, ob es nun ‚Halo 3‘ oder doch etwas anderes ist. Da die meisten gut aussehenden Third-Party-Spiele auch für den PC und/oder die PlayStation 3 auf den Markt kommen, wird es interessant sein, zu beobachten, was Microsoft selbst auffährt. Ein neues ‚Fable‘ gilt nahezu als sicher, auch von Rare werden wir zweifellos etwas zu sehen bekommen. Ob es sich dabei aber um das ersehnte ‚Killer Instinct 3‘ handelt, darf bezweifelt werden. Zuviele Sequels? Nun, mit ‚Too Human‘ von Silicon Knights darf man sich zumindest auf ein vollkommen neues Spiel freuen.
Microsofts zweiter Schwerpunkt wird die Erweiterung von Xbox Live sein: Der Marketplace, über den bislang Demos und Trailer heruntergeladen werden, könnte im Herbst für den Download von Songs und Filmen ausgebaut werden – nach dem Vorbild von Apples iTunes. Des Weiteren gilt es als sicher, dass Microsoft Spiele der alten Xbox über den Marketplace zum kostenpflichtigen Download bereitstellen wird, vielleicht auch den ein oder anderen Dreamcast-Titel. Im Zuge dessen sollte im Herbst eine neue, größere Version der Xbox-360-Festplatte erscheinen. Dass eine Preissenkung der Xbox 360 schon auf der E3 bestätigt wird, ist hingegen unwahrscheinlich. Wir tippen auf die Games Convention.
Sonys Kampf um die Glaubwürdigkeit
Was Sony in Los Angeles zeigen wird, ist klar: Die PlayStation 3, die ab November weltweit in den Läden stehen soll, und ihre Spiele. Viele Fragen wollen beantwortet werden: Was ist die Konsole tatsächlich zu leisten im Stande? Wie sieht das finale Design des Controller aus? Wie stark wird sich Sonys Onlineangebot an dem von Microsoft orientieren? Und natürlich: Wie teuer wird die PlayStation 3 sein? Ob es tatsächlich auf jede dieser Fragen eine Antwort geben wird, wollen wir mal bezweifeln – zumindest die technischen Fähigkeiten werden wir nach der E3 aber einschätzen können. Titel wie ‚Metal Gear Solid 4‘, ‚Devil May Cry 4‘ und ‚Resistance‘ werden spielbar sein, Präsentationen von ‚Final Fantasy 13‘, ‚Killzone 2‘ oder auch ‚The Getaway 3‘ gelten als wahrscheinlich. Aber ob auch nur ansatzweise die Qualität erreichen wird, die im Vorjahr in Videoform präsentiert wurde?
Natürlich vernachlässigt Sony auch die PlayStation 2 nicht, für die das hauseigene ‚God of War 2‘ oder Segas ‚Yakuza‘ zu den meisterwarteten Spielen zählen. Schlechter sieht es für den PSP aus, dessen Software-Angebot weiterhin dürftig ist. Ob Sony daran etwas ändern will, weiß keiner so genau: Die neue PSP-Version, die in Los Angeles wohl angekündigt werden wird, soll eine Kamera sowie einen integrierten Speicher enthalten und somit noch mehr auf Multimedia-Features statt Spiele setzen. Zumal die kürzlich bestätigte Veröffentlichung von PSone-Spielen für den PSP schon vielsagend ist – auf ein neues ‚Final Fantasy‘ oder ‚Devil May Cry‘ für den PSP (also keine Umsetzung / Remake) würden wir jedenfalls kein Geld setzen.
Nintendos Kampf um das Image
Hach ja, Nintendo. Der DS. Die Revolution. Wenn ich an Nintendo denke, komme ich seit einer Weile immer ins Schwärmen – stellt das Unternehmen, das ich in meiner jugendlichen Dummheit vor Jahren oft als Kiddie-Entwickler bezeichnet haben, doch neuerdings fast durchweg Spiele und Hardware her, welche die Bezeichnungen „innovativ“ und „alternativ“ tatsächlich verdienen. Aufgrund des großen Erfolgs des Nintendo DS wird die neue Konsole bei Nintendo gar nicht mal so im Mittelpunkt stehen wie bei Sony und Microsoft. Auch wenn natürlich alle Welt gespannt darauf wartet, den Controller in Aktion erleben und die ersten Spiele sehen zu dürfen. Nintendo will sich noch mindestens eine große Überraschung bezüglich der Revolution für die E3 aufgesparrt haben – was das ist, kann man wirklich nur raten: Eine Art Force-Feedback für den Controller gilt als eine Möglichkeit. Zu den wichtigsten Revolution-Spielen werden ‚Super Smash Bros. 3‘, ‚Metroid Prime 3‘ und vielleicht auch ‚Mario 128‘ zählen, zudem ist die Vorstellung eines brandneuen Franchises geplant.
Bei dem DS geht es zum einem um den Launch des DS lite, der voraussichtlich Mitte Mai in Nordamerika und Ende Juni in Europa zusammen mit ‚New Super Mario Bros.‘ erscheinen wird, zum anderen um selbstverständlich Spiele: Neben dem besagten neuen ‚Mario‘-Abenteuer steht ‚The Legend of Zelda: The Phantom Hourglass‘ im Mittelpunkt des Geschehens. Spannend wird vor allem die Frage sein, ob Nintendo das großartige Line-Up des Vorjahres noch überbieten kann, in dem Spiele wie ‚Animal Crossing: Wild World‘, ‚Mario Kart DS‘ und ‚Nintendogs‘ veröffentlicht wurden. Ein neues ‚Nintendogs‘ gilt übrigens gar nicht als so unrealistisch, außerdem ist ein onlinefähiges ‚Mario Party‘ für den DS sehr wahrscheinlich.
PC und Multiplattform
War es auf der E3 2005 angesichts der neuen Konsolen noch sehr ruhig um den PC, könnte er in diesem Jahr ein kleines Comeback feiern: Mit Exklusivtiteln wie ‚Enemy Territory: Quake Wars‘, ‚Supreme Commander‘ oder auch ‚Hellgate: London‘ steht den großen Exklusivtiteln der Konsolen wieder etwas Schlagkräftiges gegenüber – auch wenn Electronic Arts mit ‚Die Schlacht um Mittelerde 2‘ nun auch die Echtzeit-Strategiespiele als letztes verbliebenes PC-only-Genre auf die Konsolen bringen will. Und dann gibt es da ja noch die zahlreichen Multiplattformtitel wie ‚Spore‘, ‚Alan Wake‘ oder ‚Prey‘, welche die Herzen der Spieler höherschlagen lassen. Was werden wir wohl von den noch auf der vergangenen Games Convention in Leipzig groß angekündigten neuen Rollenspielhoffnungen in Los Angeles sehen? Damit ist nicht ein neues Schnippselchen aus ‚Gothic 3‘ gemeint, sondern Titel wie ‚Elveon‘ oder ‚The Witcher‘. Es ist doch ziemlich still um diese überall zu neuen Genre-Hoffnungen hochgeschriebenen Spiele geworden.
Klingt sowieso alles viel zu gut? Nun, realistisch betrachtet, ist es kaum möglich, die E3 des Vorjahres noch zu unterbieten – was in der Breite an Einfallslosigkeit gezeigt wurde, war mehr als traurig. Aber natürlich werden wir auch in diesem Jahr um Sequels, Filmspiele, WW2- und Taktik-Shooter, zum Scheitern verurteilte MMORPGs und ideenlose Klone nicht herumkommen. ‚Tony Hawk‘, ‚Rainbow Six‘ und selbstverständlich große Teile von EAs Line-Up werden schon dafür sorgen. Turbine wird sich derweil anschicken, ’Lord of the Rings Online’ zu verhunzen, nachdem mit ’Dungeons & Dragons Online’ schon eine starke Lizenz versaut wurde. Vielleicht weiß Destination Games ja nun dieses Jahr endlich, was aus ’Tabula Rasa’ eigentlich werden soll? Codemasters wird es besser machen und uns bestimmt den nächsten billigen Schnarchimport aus Asien a la ’RF Online’ vollmundig präsentieren.
Geheimtipps…
Welche Spiele die E3 dominieren werden, ist nahezu klar. Aber sind es nicht die etwas anderen Titel, die uns viel mehr interessieren? Da gibt es zum Beispiel Segas ‚Yakuza‘ für die PlayStation 2, das die Detailliebe von ‚Shenmue‘ mit der Action eines ‚GTA‘ vereinen will. Und weil das Spiel in Japan unter dem Titel ‚Ryu Ga Gotoku‘ bereits veröffentlicht wurde, gibt es gleich vielleicht sogar auch das Sequel zu sehen, das für die PlayStation 3 entwickelt wird. Mit Spannung erwartet die Fachwelt auch EAs Projekte, die in Zusammenarbeit mit Steven Spielberg entstanden sind. Kann der Hollywood-Regisseur den Spielemarkt mit seinen Ideen bereichern? Noch bestehen Zweifel: Bei einem der Spiele soll es sich um eine Art ‚Splinter Cell‘ plus ‚Medal of Honor‘ im Zweiten Weltkrieg handeln…
Schon im Vorjahr sorgte ‚Metronome‘ für Aufsehen, ein Action-Adventure, in dem der Spieler nicht mit Pistolen und Gewehren, sondern mit Klängen kämpft. Angeblich haben die Entwickler endlich einen Publisher gefunden, so dass es auf der E3 endlich Neues von ‚Metronome‘ zu hören geben dürfte. Auch Quantic Dream, die mit ‚Fahrenheit‘ im Herbst ein großartiges Spiel hervorgebracht haben, wollen in Los Angeles etwas Neues zeigen: ‚Fahrenheit 2‘? Sony muss derweil beweisen, ob das im Vorjahr in Videoform präsentierte ‚Eyedentify‘ mehr ist als nur eine Techdemo: Kann sich der Spieler wirklich mit den Spielfiguren unterhalten? Oder gibt es ‚Eyedentify‘ überhaupt nicht? Ganz sicher gibt es ‚BioSource‘, das neue Spiel von Irrational Games, das in der Tradition der ‚System Shock‘-Reihe stehen soll – darauf bin ich besonders gespannt.
… und Gerüchte
Kommen wir zu den Gerüchten. Die gibt es wie immer zahlreich, einige sind aber besonders interessant. Etwa, dass Rockstar ‚GTA 7‘ für PlayStation 3 und Xbox 360 vorstellen wird. Ja, richtig, für beide Konsolen. Angeblich sind die Arbeiten schon weit fortgeschritten, so dass sogar ein Release im Herbst möglich wäre. EA soll mit ‚Lord of the Rings: The White Council‘ ein waschechtes MMORPG für PC, PlayStation 3 und Xbox 360 entwickeln, während Blizzard angeblich ‚StarCraft 2‘ vorstellt. Oder wird es doch ‚Diablo 3‘ sein? Vermutlich wird dann in Wahrheit doch wieder ein langweiliger, x-beliebiger neuer ’World of WarCraft’-Dungeon präsentiert. Aber wenn es Blizzard nicht kann, dann beglückt uns vielleicht NCSoft mit einem neuen ’Diablo’: ’Dungeon Runners’.
Nintendo wiederum lässt auf der Revolution erneut die ‚Pilotwings‘ fliegen und auf dem DS mit ‚Mario Paint‘ die Maler los. Dave Perry könnte mit Shiny nach zwei ‚Matrix‘-Flopps zu seinen Wurzeln zurückkehren und ein neues ‚Earthworm Jim‘ vorstellen. Auch ‚Shadowrun‘ soll auf der Xbox 360 wiederauferstehen. Square Enix wird angeblich ein nahezu fertiges ‚Final Fantasy 13‘ für die PlayStation 3 zeigen, Bethesda ‚Fallout 3‘ präsentieren. Und dann gibt es da ja noch ‚Duke Nukem Forever‘ – dass 3D Realms endlich wieder etwas zeigen wird, gilt als sehr wahrscheinlich. In rund einem Monat wissen wir mehr. Endlich…