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Habt ihr schon für den ECDL gelernt?

Der Kampf um den Orion-Sektor geht also mal wieder weiter. Im vermeintlich neuen Gewand präsentiert uns Quicksilver das lang ersehnte Sequel zu Master of Orion 2. Natürlich war ich als Stratege der ersten Stunde schon gespannt auf das Ergebnis. Voller Enthusiasmus bemerke ich beim Öffnen der Verpackung schon mal – WOW – wir haben sogar zwei CD’s ! Das Spiel muss ordendlich zugelegt haben, ich frage mich, wie man mit diesem Spielprinzip solche Massen an Speicherplatz verbrauchen kann? Weiss ich nicht, also sofort das Spiel installiert um dem Rätsel auf den Grund zu gehen.

Was sieht das geschulte Auge auf den ersten Blick? Oh Graus – auf meinem 19 Zoll Bildschirm wurde die Auflösung soeben vollautomatisch auf 800×600 geschalten. Das lässt sich im Spiel doch sicher wieder auf 1280×1024 umstellen? Leider nicht, die Auflösung bleibt immer so wie sie ist – nicht unbedingt auf der Höhe der Zeit aber die MoO-Games hatten schon immer andere Qualitäten als die grafische Gestaltung. Nach einem Intro das vermutlich (zumindest in der englischen Version) von einem Drogenjunkie der seit 36 Stunden nicht geschlafen hat gesprochen wurde, kommen wir auch schon zum Hauptmenü wo man zwischen Single- und Multiplayer, Optionen die nicht wirklich der Rede wert sind und Credits wählen kann. Ich entscheide mich für Single Player, wo ich aus 16 Rassen mit unterschiedlichen Qualitäten wählen kann. Wenn mir keine der gebotenen Völker zusagt, ist mir auch das Erschaffen einer eigenen Rasse möglich. Dann gibt es noch einige Einstellungsmöglichkeiten bezüglich Menge der Gegner, Größe des Sektors und noch etliches an anderem Kleinkram. Sobald man dann den Mut aufbringen konnte auf START GAME zu klicken, nimmt das Grauen seinen Lauf.

Ich lande auf einer Sternenkarte (die aber diesmal in 3D gehalten ist – dreh und schwenkbar) und unten sieht man eine recht ansehnliche Menge an Buttons. In meiner unendlichen Naivität versuche ich mal einen dieser Buttons und lande in einem Haufen von Menüs und Untermenüs die mich sofort dazu nötigen die nächsten zwei Stunden das 148 Seiten starke Handbuch zu lesen, um den Nebel der Konfusion ein wenig lichten zu können …

Schliesslich gelingt es mir die gnadenlosen Menüverschachtelungen zumindest teilweise zu verstehen und ich beginne mit dem Aufbau meines Reiches. Hier gibt es ein paar recht interessante Features: Alle Schiffe die gebaut werden landen in einer Art Reservetopf, aus dem man dann Flotten zusammenstellen kann, bei denen aber die Grösse, Formation und Aufgabe berücksichtigt werden muss. Eine Runde darauf steht die Flotte dann bereit und man kann damit herumfliegen oder sie auch stehen lassen, was animationstechnisch bzw. visuell ungefähr das Selbe ist. Natürlich sei an dieser Stelle noch gesagt: Grafik ist nicht alles – aber nur ein ganz klein wenig mehr hätten sich die Entwickler schon Mühe geben können? Master of Orion 2 hatte bessere Grafiken und die Menüführung war um Welten besser – natürlich hatte man auch nicht diese gewaltige Masse an Möglichkeiten, aber zuviel des Guten sorgt nur mehr für Verwirrung.

Dann gibt es noch die altbekannten Features. Diplomatie, Bauen, Forschen und dergleichen. Wenn man die Geduld hat, sich durch die ganzen Menü’s zu klicken, kann man den Planeten sogar eigene Bauaufträge zuteilen, die sonst vollautomatisch von der KI erledigt werden.

Von den Möglichkeiten her bietet Master of Orion 3 so viel wie noch kein Strategiespiel zuvor. So unglaublich viel, dass man sich nur mehr als absoluter hardcore-turnbased-Gamer zurecht finden wird oder besser gesagt will. Wer sich eine gewisse visuelle und akustische Reife erwartet hat wird wohl gewaltig entäuscht sein. Die Grafik ist teils schlechter als im Vorgänger, die Musik ist lächerlich und die Soundeffekte sind armselig. Der neu dazu gekommene Kampfmodus ist mit Abstand das Schlimmste was ich an grafischen Verbrechen jemals gesehen habe und sollte bei der zuständigen Staatsanwaltschaft angezeigt werden. Man hätte ihn wohl besser ganz weglassen sollen.

Übrigens: Wer mit der Tastenkombination Alt+Tab ins Windows wechseln will wird mit Grafikfehlern bestraft. Der Multiplayerpart ist den Umständen entsprechend ok, aber leider gibt es immer wieder ein paar DirectX Probleme. Nun macht nichts, dafür gibt’s ja Patches, aber das Spiel massentauglich zu patchen wird Quicksilver nicht gelingen.

Was soll ich sagen, es wird sicher Leute geben, die mich für diesen Review hassen werden aber es ist nunmal meine Meinung und mein Eindruck von diesem Spiel. Quicksilver hat einen stinklangweiligen Regierungssimulator abgeliefert, der an die Österreichische Regierungsapparatur erinnert: Unglaublich aufwendig und gross und so wenig wurde erreicht. Viele werden auch sagen: "Mann, spiel doch erst mal zehn Stunden lang, dann überleg dich deine Wertung und Meinung noch mal!" Aber ist es nicht so, dass ein gutes Spiel leicht verständlich sein und ausserdem sofort in seinen Bann ziehen soll? Wenn ich mich mit einem PC-Spiel unterhalte, will ich nicht vorher einen WIFI-Kurs besuchen müssen, sondern sofort loslegen und Spass haben! Ich möchte an dieser Stelle auch keine Kaufempfehlung abgeben. Irgendwo da draussen gibt es eine Spieler Spezies denen Master of Orion 3 gefallen wird ( wer auf MS Access steht, der wird mit diesem Spiel seine helle Freude haben!), dessen bin ich mir ganz sicher. Leider gehöre ich nicht dazu und ich denke, dabei wirds auch bleiben ..

Vielleicht habe ich auch etwas übersehen oder einfach nur einen schlechten Tag gehabt?

Freiheiiit!

Wer kann sich noch an William Wallace in Braveheart erinnern? Der grosse, blau bemalte, Claymore schwingende Hühne, der den Engländern das Fürchten gelehrt hat! Und wer hatte nicht auch mal den Gedanken, es wäre toll mal so was in PC-Spielform zu haben?

Ich gehöre zu dieser Gruppe (möglicherweise eine Minderheit) und habe mich schon seit langem auf Highland Warriors gefreut. Endlich kann ich den Engländern mal zeigen, das man sich nicht so einfach mit den schottischen Clans anlegen kann ohne kräftig „Fresse dick“ zu kriegen!

Ein wenig verunsichert war ich dann aber doch – Data Becker ist der Publisher? Machen die normalerweise nicht Bücher à la 387 Tips für ein stabiles Windows 95 ?

Nun gut, Vorurteile mal beiseite geschoben und das Spiel installiert. Erste Überaschungen lassen nicht lange auf sich warten: die Grafik ist sehr gut gelungen und für ein 3D-Strategiespiel schon fast Ausnahmequalität. Einige ganz gut gemachte Tutorials, die auch schon in die Story eingebunden sind, führen in das Spiel und dessen Möglichkeiten ein. Interessant wirds dann bei den Campaign Modi. Es geht nicht wie erwartet gegen die Engländer zu Felde, erstmal müssen die Probleme unter den schottischen Clans bereinigt werden. Highland Warriors ist hier recht geschichtstreu. Es gibt auch einige Orte, die historisch große Rollen gespielt haben wie – später im Spiel – die Schlacht bei Bannockburn, wo die Schotten mit eins zu drei in der Unterzahl und Robert the Bruce als Anführer ein englisches Heer schlagen konnten.

In insgesamt vier Kampagnen kann man für die schottischen Clans McKay, McDonald und Cameron oder für die Engländer kämpfen. Jede dieser Parteien hat eigene Specials: Jeweils zwei individuelle Helden, eigene Einheiten und jeweils ein spezielles Gebäude stehen pro Volk bereit. Der Rest der Gebäude ist zwar von der Bauweise her anders, erfüllt aber bei allen die selben Funktionen.

Unter den Helden wird man einige bekannte Namen wie William Wallace, Robert the Bruce oder König Edward von England finden. Diese haben individuelle Spezialfähigkeiten, wobei jeweils eine permanent auf einen gewissen Umkreis wirkt wo sich der Held befindet und eine bei Bedarf aktiv eingesetzt werden kann. So kann William Wallace seine Einheiten motivieren während Robert the Bruce seinen Mannen zu mehr Speed verhilft.

Um überhaupt mal in den Genuss dieser netten Helden und Gebäude zu kommen muss man erst mal Rohstoffe abbauen, ein Dorf errichten und entsprechend verteidigen. Das geht relativ unspektakulär vonstatten. Arbeiter werden zum Holzfällen, Gold-, Erz- und Steinabbau und zur Nahrungsbeschaffung eingesetzt. Mit diesen Ressourcen wird dann das Dorf errichtet und eine Armee aufgestellt, die alsdann dem Feind ordendlich einheizen soll.

Was Highland Warriors hier zu anderen Spielen klar unterscheidet, ist der Jahreszeiten Wechsel der auch einige versorgungstechnische Probleme mit sich bringt. Wenn man im Sommer keine Nahrungsmittel gehamstert hat und nicht über Rinderfarmen oder Beerensträucher verfügt, wird der Winter in einer Hungersnot enden weil man die Felder bei Schnee und Eis natürlich nicht bestellen kann. Einen Markt an dem man andere Ressourcen gegen Nahrung oder umgekehrt Tauschen könnte gibt es auch nicht und Pizza Mann hatte damals noch nicht bis Schottland expandiert. Auch wenn man mit Realismus nicht gespart hat, rennen doch die Axtkämpfer bei Minusgraden halbnackt durch die Gegend. Vielleicht sind sie aber auch nur eingebildet und wollen, dass jeder diese tollen Tatoos auf ihrer Brust sehen kann obwohl sie entsetzlich frieren?

Bald strömen, je nach Volk, Hammerträger, Bogenschützen und Claymore-Kämpfer aus den Kasernen. Aus den Ställen kommen schwere gepanzerte Reiter und berittene Bogenschützen. Belagerungsgerät, Katapulte und ähnliches wird man allerdings vergeblich suchen. Vor einer befestigten Anlage müssen die Soldaten wie wild auf die Palisaden einprügeln, die sich dann auch langsam aber sicher in Schutt und Asche legen lassen. Machmal hilft auch ein kleiner Zauber um den Abriss zu beschleunigen aber das wars auch schon. Einige Katapulte und schweres Gerät wie Belagerungstürme und Rammböcke hätten die Entwickler hier auf jeden Fall implementieren sollen.

Aber egal, trotz allen Problemen stürmen wir mit unserer Armee, die leider auf 200 Einheiten Maximum beschränkt ist, in Richtung feindliches Dorf. Beim ersten Versuch wird schon alles kurz und klein gehauen .. oder doch nicht ? Nicht traurig sein, ist kein Problem. Einfach wieder aufbauen, diesmal halt ein wenig mehr und nochmal probieren! Ressourcen sind zwar nicht unerschöpflich aber meistens findet man alternative Abbaustellen mit denen man dieses Spielchen locker noch drei bis viermal weitermachen kann. Die K.I. lässt einem hier auch ordendlich Zeit. Das ist ansich nichts ungewöhnliches: Jedes normale Strategiespiel ist hier eigendlich ident, trotzdem erwarte ich mir ein wenig mehr von den neueren Titeln. Wenn man noch ein wenig an der KI gefeilt hätte wäre noch ein ordendliches Spielzeitplus herauszuholen gewesen, so spielt ein Hardcore Gamer Highland Warrios in spätestens einer Woche durch (wenn er nur, so wie ich, abends Zeit hat. Arbeitslose Hardcore-Gamer müssten es in zwei Tagen schaffen) . Immerhin kann man sich dann noch eine Zeit lang mit dem über Gamespy laufendem Multiplayer Modus vergnügen, aber die GS-Lobby ist, zumindest jetzt noch, recht leer.

Für’s Auge hat Highland Warriors einiges zu bieten. Alle Landschaften und Einheiten sind komplett in 3D gehalten, die Karte ist nach Belieben zoom- und schwenkbar. Anders als zum Beispiel bei C&C: Generals sind die Einheiten auch bei der maximalsten Zoomstufe noch immer extrem detailliert. So kann man die schon angesprochenen Tattoos der Axtträger oder die roten Rauschebärte der Berserker auch aus nächster Nähe bewundern ohne sich über Pixelhaufen ärgern zu müssen. Die ganze Grafik Engine wirkt ausgereift und sauber obwohl bei Release noch einige (teilweise ganz lustige) Bugs vorhanden waren, wobei aber ein bereits erschienener Patch Abhilfe schaffen sollte.

Was den Sound angeht wurde leider nicht so gut gearbeitet wie bei der Grafik. Die Kampfeffekte sind etwas lau und hören sich eher nach Buttermesser VS. Teelöffel an, als nach Schwertkampf. Besonders viel Auswahl wurde auch nicht eingebaut, also bekommt man fast immer das selbe zu hören. Irgendwann wirds dann mal nervig und zumindest ich konnte dieses Problem nur noch dadurch lösen dass ich die Musik auf 100% und den Sound auf 50% gestellt habe. In Sachen Musik siehts wieder anders aus. Die ist nämlich sehr gut gelungen. Natürlich mit Dudelsack begleitet gibt es einen stimmigen, sich den Umständen anpassenden, Soundtrack der zu überzeugen weiss.

Mit sehr guter Sprachausgabe wird die Story auf Basis der 3D-Engine vorangetrieben. Mehr ist hier auch absolut nicht nötig, wie schon erwähnt geizt die Engine nicht mit Reizen und macht Video-Zwischensequenzen unnötig. Ich weiss nicht wie es bei der Englischen Version aussieht, aber in Deutsch klingt das Ganze verdammt gut – die Sprecher haben hier ordentliche Arbeit geleistet.

Highland Warriors ist seit langem wieder mal ein gutes und glaubwürdiges im Mittelalter spielendes 3D-RTS und wird keinen Hobby-Strategen entäuschen. Wie fast immer gibt es aber auch hier einige KI-Probleme. Nicht immer machen die eigenen Mannen das was sie sollten und oft muss man sich über die Aktionen des Computer Gegners etwas wundern. Bei der Auslieferungsversion gibts auch ein paar lustige Beam-Effekte (eine Einheit verschwindet und taucht anderswo wieder auf) und streckenweise Probleme mit Sound und Musik. Nachdem es aber mittlerweile schon üblich ist, halbfertige Produkte auf den Markt zu werfen, bleibt nur die Hoffnung auf Patches, die das beheben…

Von den Hardwareanforderungen her gliedert sich Highland Warriors in den etwas gehobenen Standard ein. Im Klartext: Ein Rechner mit 1.5 GHZ und Geforce 3 / Radeon 8500 Grafikkarte sollte vorhanden sein um ein ordendliches Spielen mit guten Detaileinstellungen zu ermöglichen. Jeder der unterhalb dieser Spezifikationen liegt verliert einiges an Spielspaß, da dieser auch zu einem Großteil auf die gute Grafik aufbaut. Die vom Hersteller angegebenen 128 MB RAM als Mindestanforderung kann ich nicht nachvollziehen. Vielleicht bekomme ich ja von euch, den Rebell.at-Lesern, Feedback wie es damit läuft ?

Ob es einen zweiten Teil geben wird bei dem meine Kritikpunkte bereinigt werden steht in den Sternen. Soft-Enterprises, der Entwickler, ist insolvent und es sieht momentan leider nicht nach einer Weiterführung des Unternehmens aus. Trotzdem hoffen wir das Beste und wünschen allen SE-Mitarbeitern viel Glück – vielleicht klappts ja doch noch.

Für mich als Braveheart Fan ist Highland Warriors was ganz Besonderes. Ich war schon lange scharf darauf, mit William Wallace und seinem mächtigen Claymore mal den Engländern nahezulegen das Schottland frei ist und es auch in nächster Zeit bleiben wird. Dazu ist Highland Warriors allerbestens geeignet. Vor allem der Singleplayer Modus macht Lust auf mehr, hier ist endlich mal eine gute Story vorhanden, die auch auf wahren historischen Ereignissen aufbaut – ein großer Vorteil gegenüber C&C: Generals, wo immer nur dürftige Mini-Einsatzbesprechungen stattfinden.

Ein gutes Spiel mit ein paar Patzern, die aber den Spielspass nicht schmälern können. Trotzdem kriegt Highland Warriors nur eine eingeschränkte Empfehlung von mir: Anfänger können bedenkenlos zugreifen, wer sich aber schon länger in RTS-Gefilden rumtreibt wird bemerken, dass sich nicht viel getan hat im Vergleich zu anderen Spielen und man HW relativ schnell, trotz vier umfangreichen Kampagnen, durchgespielt haben wird.

Geheimtipp für Strategie- und Actionfans

Es gibt Entscheidungen, die würde man im Nachhinein betrachtet bestimmt anders machen. Ede Stoiber würde heute nicht mehr verfrüht als „Wahlgewinner“ vor die Kameras treten, 3D Realms ein Spiel nicht schon 10 Jahre vor dem Release ankündigen und Wolfgang Schüssel sicher keine Koalition mit der FPÖ… – Nun ja, gut! – Es kann schließlich nicht jeder aus seinen Fehlern lernen. Major Greg D. Callahan wäre aber sicher in seiner gemütlichen Beton-Gefängniszelle geblieben, hätte er gewusst welche Nebenwirkungen die vermeintliche Freiheit mit sich bringt.

In The Gladiators tut er das aber nicht. Die Story beginnt ebenso schnell wie sie nebensächlich ist. Die US-Army hat in den letzten Jahren eine Methode entwickelt durch Schwarze Löcher zu reisen. Natürlich braucht man für das erste Mal immer ein erfahrenes Versuchskaninchen, in diesem Fall fällt die Wahl auf Callahan. An Bord eines Raumschiffs begibt er sich also mitsamt seiner Crew durch das Schwarze Loch. Auf der anderen Seite angekommen erwarten den ersten von den drei Helden des Spiels aber keine freunlichen Empfangskomitees sondern knallhart böse Aliens. Wieder landet der coole Callahan in einem Gefängnis, wenn auch die Gitterstäbe jetzt durch hübsche bläulich schimmernde Laserschranken ersetzt werden. Aber auch hier bekommt er wieder die Chance sich zu befreien. Dazu braucht er nichts anderes zu tun als für die fesche Prinzessin Lydia einige Gladiatorenkämpfe zu gewinnen. Wer würde angesichts der drohenden Todesstrafe nicht den Weg in den Kampf bevorzugen, wenn ihn auch noch ein hübsches Gesicht darum bittet?

Das ist der Beginn von The Gladiators, der euch in einem gewöhnungsbedürftigen Comic-Intro präsentiert wird. Die meisten Storysequenzen des Spiels sind aber direkt in der Spielgrafik vorzufinden. Diese hat auch insgesamt betrachtet einige Reize, obwohl sie nicht an die optischen Referenztitel des Genres heranreicht. Die zahlreichen Explosionen sind schön anzusehen, die Texturen bunt und ohne Schwächen und auch die Animationen der Figuren kann man durchaus als gelungen bezeichnen.

Das 3D-Terrain macht auch spielerisch Sinn, was ihr sofort nach dem ersten Start bemerken werdet. Ihr führt eine Gruppe von Soldaten über die insgesamt 18 Maps. Dabei solltet ihr genau auf Erhebungen in der Landschaft und Dickichte achten. In Letzteren könnt ihr euch nämlich dank der echtzeitberechneten Sichtlinien nicht nur selber kurzzeitig vor euren Feinden verstecken, auch diese lauern gerne hinter Bäumen und Büschen um euch ein wenig einzuheizen. Besonders schwerwiegend ist das, wenn sich die Kontrahenten auf einem Hügel oder Turm verschanzt haben. Von dort aus sieht man weiter und geniest auch eine erhöhte Reichweite. Zum Glück gibt es aber sehr oft mehrere Wege um eine Stellung auszuhebeln. Wenn ihr beim ersten Mal in einer Schlucht eiskalt erwischt werdet, dann solltet ihr im zweiten Anlauf vielleicht den etwas weiteren Weg auf euch nehmen und den Widersachern den Hintern aufreißen.

Dabei helfen zahlreiche Power-ups. Die heilen eure Soldaten, verstärken ihre Rüstung, lassen sie schneller rennen oder verbessern einfach die Durchschlagskraft ihrer Waffen. Der Einsatz jener Kurzzeit-Upgrades kostet Ressourcen, die man in Form von Joker-Cards auf dem Spielfeld verstreut findet. Manche von denen tauchen nach einigen Sekunden wieder auf. Ihr könnt sie dann erneut einsammeln. Meistens sind solche in der Nähe der sogenannten Spawn-Zonen zu finden, die es oftmals zu erobern gilt. Dort könnt ihr, ebenfalls im Eintausch gegen die Ressourcen, neue Einheiten erschaffen um eure Reihen wieder aufzufüllen.

Im Laufe der drei Kampagnen (zu Beginn ist nur die menschliche verfügbar, später wechselt man auch auf die Seite der fiesen Außerirdischen) bekommt ihr wirklich cool entworfene Kämpfer zu Gesicht. Einige von denen haben Spezialfähigkeiten und können beispielsweise kriechen oder werden für kurze Zeit unsichtbar. Auch Flugvehikel und Fahrzeuge stehen euch zur Verfügung. Insgesamt sind 24 verschiedene Einheiten (acht pro Partei) eingebaut worden.

Der Einsatz der Fähigkeiten eurer Recken und der euch zur Verfügung stehenden Upgrades ist durchaus empfehlenswert. Besonders wenn große Gegnerhorden auf euch zustürmen (und das wird sicher passieren) solltet ihr genügend Extras im Rucksack haben.

Eine tolle Atmosphäre bietet auch der Sound. Schon die Waffeneffekte sind nett umgesetzt worden, ein richtig großes Plus sind aber die Begeisterungsanfälle des Publikums. Für manche mag es jetzt etwas makaber klingen, wenn die Zuseher bei größeren Ballereien applaudieren und jubeln, dank der comichaften und niemals vollkommen ernsten Präsentation von The Gladiators kommt aber nie ein bedrückendes Gefühl auf wenn ihr einen Alien in die ewigen Jagdgründe seiner Vorfahren schickt. Der Spaß steht im ganzen Spielverlauf eindeutig im Vordergrund. Um noch mal auf den Sound zurück zu kommen: Musikalisch wird das Spiel von schnellen und harten Techno-Klängen begleitet. Die von uns getestete englische Version ist auch mit professionellen und soliden Sprechern ausgestattet.

Drei Varianten stehen im Multiplayer-Modus zur Verfügung. Während ihr mit dem Deathbowl-Mode eine Shootern ähnelnde Deathmatch-Variante findet, dürft ihr euch auch noch an einem netten Cooperative- und einem herkömmlichen „Eliminiere jeden“-Modus erfreuen.

Eigentlich habe ich im Vorfeld nie wirklich viel von The Gladiators gehört und auch als die Testversion in die Redaktion flatterte war ich dem Titel gegenüber noch skeptisch. Zahlreiche Spielstunden später hat mich Arxel Tribes’ Action-Strategiespiel aber eindrucksvoll eines Besseren belehrt. Die temporeichen Missionen machen wirklich viel Spaß, das Spielprinzip ist trotz der komplexen taktischen Möglichkeiten nach wenigen Sekunden in Fleisch und Blut übergegangen und auch die Steuerung macht keine Problem.

Schade, dass das Spiel an der breiten Masse wohl unbeachtet vorbeigeht. Freunde von actionreichen Strategiespielen sollten unbedingt zugreifen, denn auch nach dem Ende der Kampagnen ist The Gladiators noch öfters für kurze Matches zwischendurch geeignet und wird wohl noch eine Weile auf meiner Festplatte verweilen.

UNO-Resolution 1441 fehlgeschlagen?

Soeben hat CNN live und in Farbe gemeldet, das die UNO-Resolution 1441 zur Entwaffnung des Irak fehlgeschlagen ist. Nachdem die U.N. Inspektoren herausgefunden haben, dass neben den Al-Samuhd Raketen auch die Al-Bundhjy und die Al-Ko’hol Raketen 154km Reichweite haben, anstatt der erlaubten 150km, stehen die U.S. Streitkräfte bereits knapp vor Bagdad und Saddam’s Paläste sind schon zu einem Haufen Schrott gebombt worden. Leider gab es gewaltige Verluste, weil eine Ladung Scud-Raketen mit Anthrax Sprengköpfen, ein sogenannter Scud-Storm, auf die anrückenden G.I.s abgefeuert wurde. Der Präsident ist ausser sich und tauscht die Führungsmannschaft in der Golfregion aus.

Nachdem außer mir eigentlich nur inkompetente Flachwurzler im Pentagon unterwegs sind, muss ich mal wieder die Drecksarbeit machen und begebe mich schnellstmöglich nach Kuwait in meinen Atombomben sicheren Bunker, wo ich gemütlich bei einer Flasche Bier vor dem Computer die U.S. Army in die Schlacht schicke.

Gleich nach dem Frühstück ist Bagdad befreit, Saddam entwaffnet, die ersten U.S. Tanker verladen Erdöl und ich bin wieder auf dem Weg nach Hause. C&C: Generals ist, zumindest in der ersten U.S. Mission, verdammt authentisch …

Nur das mit dem nach Hause fahren klappt leider doch nicht so ganz, eine Terror Zelle ist vielleicht ausradiert, aber die GLA (Abkürzung für Global Liberation Army), ist offensichtlich weltweit aktiv, weshalb wir den Kampf gegen den internationalen Terrorismus fortsetzen müssen. Zur gleichen Zeit haben die Chinesen ähnliche Probleme, GLA Terroristen sind überall am Vormarsch und kaum aufzuhalten.

Das Szenario von C&C: Generals ist schon fast eine True Story. Es gibt nur noch zwei Weltmächte, China und die USA, welche gewaltige Probleme mit einer im Untergrund operierenden, extrem schlägkräftigen, Organisation (die bereits genannte GLA) haben. Wer jetzt glaubt man, könnte diese Truppe mit der Bruderschaft von NOD aus den Vorgängern vergleichen, hat schon gewissermaßen recht, nur die Bewaffnung der Kerle ist wesentlich realistischer und somit auch vom moralischen Standpunkt gesehen, perverser.

Eine dieser drei Parteien könnt ihr in Generals zum Sieg führen. Sowohl die beiden Grössmächte als auch die Terroristen der GLA verfügen über jeweils unterschiedliche Bewaffnung, Optik, Sprachausgabe und Musik. Das Ressourcen Sammeln ist aber bei allen drei gleich: Es gibt Ressourcenlager die ihr mit GLA-Arbeitern, Chinesischen LKW’s oder US-Hubschraubern ausbeuten müsst, um zu Kohle zu kommen und eine Streitmacht bauen zu können. Es gibt auch noch einige alternative Methoden. Die Chinesen haben einen Hacker im Arsenal, der im Internet Bankkonten hacken und kleinere Beträge auf euer Konto verschieben kann. Einige Zivilgebäude geben bei Eroberung auch was her.

Die Amerikaner verfügen über sehr starke Aufklärungskapazitäten und eine schlagkräftige Airforce. Ihr werdet Stealth-Bomber, Hubschrauber die Marines in Gebäude abseilen, Partikelkanonen und noch so einiges mehr im US-Arsenal finden.

Die Sprüche der US-Army-Mannen sind in den meisten Fällen unheimlich cool und motivieren dazu mit einer Sonnenbrille nach "Michael-Knight-Art" und Kaugummi zu spielen.

Die große Stärke der Chinesen sind eher ihre Landstreitkräfte. Da gibt es zum Beispiel den Dragon Tank der gewaltige Flammenstöße ausstößt und jeden Infanteristen in kürzester Zeit zu einem Medium Steak grillen kann. Mit dem Gattling-Tank erreicht man bei Infanterie nicht ganz die selbe Wirkung aber dafür kann man auch ganz gut das gegnerische Fluggerät damit vom Himmel holen. Die stärkste Einheit der Chinesen ist der Overlord Tank der auch gleichzeitig die mit Abstand stärkste Land-Einheit im Spiel ist. Für läppische 2000 Credits könnt ihr ein doppelläufiges Riesenvieh aus der Kriegsfabrik loslassen, welches Wahlweise mit einer Gattling-Kanone, einem 4-fach Propaganda Lautsprecher – der kurioserweise die eigenen Einheiten in der Umgebung heilt – oder einem Bunker für ein paar Infanteristen aufrüsten könnt. Das Gerät kostet dann mit allen Finessen ausgestattet zwar ein Sümmchen mit dem man locker vier normale Kampfpanzer bauen kann, aber es hat eine Durchschlagskraft, welche die halbe Armee des Gegners in die Knie zwingen kann.

Bleibt noch die GLA, die von der Bewaffnung her sicher die schwächste Partei ist, aber dafür mit gewaltigen militärischen Massen und einem ordendlichen Schuss Fanatismus punkten kann. Alles was Räder hat wird mit Maschinengewehren und fanatischen Schützen ausgestattet. Traktoren werden anstatt mit Gülle mit Anthrax beladen und sorgen bei der feindlichen Infanterie für starke Kopfschmerzen. Natürlich gibt es auch die zu Beginn schon erwähnten SCUD Raketenwerfer und auch hier gibts wieder einen Giftgas Sprengkopf. Für den kleinen Palästinenser-Touch sorgen Selbstmordattentäter, die wild um sich fuchtelnd mit TNT-Gürteln rumlaufen und Kamikaze LKW’s sind natürlich auch noch unterwegs. Wen wundert es da noch, das C&C: Generals in Deutschland aufgrund enormer Kriegsverherrlichung indiziert wurde.

Die Levelgestaltung und die geskripteten Abläufe sind bei Generals wirklich sehr gut gelungen. Es ist auch immer wieder mal ein Einsatz dabei, der vom üblichen "Basis bauen, verteidigen, Einheiten produzieren bis man eine Übermacht hat und Vernichten des Gegners" abweicht, obwohl das natürlich die Hauptaufgabe ist. Erstmals in der C&C-Reihe kämpft man auch in Stadtgebieten und Wüstenlandschaften. Die Texturen wirken absolut überzeugend und die Explosionen sind bis jetzt noch bei keinem anderen Spiel besser dargestellt worden. Wenn zum Beispiel ein Fahrzeug der GLA getroffen wird überschlägt es sich, die Reifen fliegen in alle Richtungen davon und der Schütze macht eine grenzgeniale Bruchlandung, die fast schon Mitleid mit dem armen Terroristen erweckt.

Die wunderschöne Grafik ist jetzt komplett in 3D und extrem detailliert. Das Rad wurde aber hier offensichtlich nicht neu erfunden. Irgendwie sieht das Ganze ein wenig nach Emperor: Battle for Dune auf einer Exkursion am Planeten Erde aus. Trotzdem kann sich ein Stratege keine bessere 3D-Welt wünschen. Alles sieht gut aus und ist wunderbar einfach zu bedienen. An der Steuerung hat sich im Großen und Ganzen nicht viel getan, nur das Baumenü auf der rechten Seite ist verschwunden. Stattdessen muss man jetzt die entsprechenden Gebäude anklicken, um ins jeweilige Baumenü zu kommen. Das ist eher ein Rückschritt gegenüber den Vorgängern, da es in hektischen Situationen mitunter zu schweren Konfusionen führen kann. Positiv hervorheben kann man die Möglichkeit, auch Zivilgebäude mit Infanterie besetzen zu können was teilweise wirklich hart zu knacken ist wenn man keine Luftwaffe zur Verfügung hat.

Die Video-Sequenzen zwischen den Missionen wurden abgeschafft und durch einfache, vertonte Briefings während des Ladevorganges und auf der 3D-Engine basierenden Einleitungen ersetzt. Das sieht zwar im Ganzen gesehen nicht schlecht aus, aber es fehlt damit einfach ein gewisses Flair, welches bei Alarmstufe Rot durch die teilweise genialen Videos zwischen den Missionen vorhanden war.

Wo sich leider nichts getan hat, ist der unglaublich verbugte Multiplayer-Part und die teilweise wirklich lachhafte KI. Seit Dune 2 gibt es leider generell keine signifikanten Veränderungen in dieser Hinsicht und das ist jetzt 11 Jahre (!!!) her. Nachdem der Computer im Skirmish-Modus schon so dumm ist, wird hoffentlich der Multiplayerpart noch mit einigen Patches und ordendlichen Maps spielbar gemacht. Zum Zeitpunkt des Reviews war zwar schon der dritte Patch veröffentlicht, aber von einem MP-Spiel ohne Bugs kann man auch bei Version 1.3 noch lange nicht sprechen. Hier kann man nur auf die Zukunft hoffen. In den Kampagnen-Modi wird das Manko KI durch geskriptete Ereignisse oder einer gewaltigen Masse an Gegnern wieder wett gemacht – dies treibt den Schwierigkeitsgrad teilweise extrem hoch. Nicht selten steht man gewaltigen Großangriffen gegenüber, bei denen man leicht den Überblick verlieren kann.

Wer die offiziellen Skirmish-/MP-Karten benutzt, ist ebenfalls bestraft, da diese zu 95 Prozent symmetrisch und zu 97.6 Prozent stark langweilend sind. Hier schafft der Map-Editor (World Builder) Abhilfe. Der ist aber ohne Handbuch fast unbedienbar. Wer Interesse am Erstellen eigener Maps hat, kann sich eine detailierte Anleitung im PDF-Format von Electronic Arts herunterladen und sich ein wenig schlauer machen.

Bleibt nur noch der Sound zu erwähnen: Die Musik ist eine Mischung aus Metal mit symphonischen bzw. bei der GLA orientalischen Einflüssen und ergänzt sich perfekt mit dem Spielgeschehen. Leider passt sie sich aber nicht den Gegebenheiten an, wie es zum Beispiel bei Earth 2150 oder dem guten alten Dune 2 der Fall war. Die Effekte können auf ganzer Linie überzeugen, der Sound von fünf anrollenden Overlord-Panzern mit rotierenden Gattling-Kanonen ist bombastisch. Bei Generals macht es sich richtig bezahlt wenn man in ein ordendliches Soundsystem investiert hat, selbstverständlich gilt das auch für die Grafikkarte.

C&C: Generals ist spielerisch nicht wirklich innovativ aber trotzdem grundsolide. Maßstäbe setzen kann es in jedem Fall bei Grafik und Sound. Selten wurde ein Strategie Spiel technisch so gut umgesetzt, aber man merkt einfach das trotz der technischen Perfektion (außer im elendiglich verbugten Multiplayer-Modus) ein gewisser "Spirit" fehlt, um zur Referenz zu werden.

Für Diskussionen wird das Spiel auf jeden Fall sorgen. In meinen Augen ist es moralisch gesehen eine Frechheit, so etwas auf den Markt zu bringen. Wir leben in einer Zeit wo aus der Situation die in Generals beschrieben wird sehr schnell, vielleicht sogar schon in wenigen Wochen, ernst werden kann. Hier finde ich mich in einer Art PC-Game Abklatsch von Pearl Harbor wieder. Die Bösen sind unrasiert und tragen Turbane, passend zum vollkommenen Klischee darf auch der orientalische Akzent nicht fehlen! Die Guten sind wie immer Amerikaner und unglaublich cool. Sie schaukeln alles ganz locker und habens einfach drauf die Welt zu retten. Solche Szenarien halte ich für pervers, rassistisch und vorurteilsfördernd. Nicht einmal America’s Army ist ethnisch und moralisch dermaßen brutal, obwohl wir hier von einem Propaganda-Schinken erster Güte sprechen – der ist allerdings kostenlos.

Wenn man dieses Manko mal beiseite lässt, haben wir einen der besten Strategietitel, die man momentan bekommen kann, für Singleplayer-Fans meiner Meinung nach sogar der beste.

Ein-Mann-Armee beim Amoklauf

Vor ein paar Tagen schau ich mich, wie fast jeden Abend, auf einigen Spieleseiten um und siehe da, ich finde raus, Unreal 2 – The Awakening ist doch wirklich termingerecht released worden …

Ein wenig verwundert nehme ich bei Spielstart gleich zur Kenntnis, dass ich kein Sträfling oder ähnliches bin, sondern ein Ex-Marine, der in den Dienst der terranischen Kolonialverwaltung degradiert wurde. Mit einer abgebrühten, frigiden Frau namens Aida und einem kettenrauchenden Waffenfanatiker namens Isak kreuze ich auf meinem schrottreifen Raumschiff Atlantis durch die unendlichen weiten des Weltalls.

Ein Austausch-Offizier, Ne’Ban, ist auch noch mit von der Partie. Ein äusserst hilfreicher und höflicher Alien, der aussieht wie eine Pfütze mit Raumanzug. Leider ist dieser der Sprache der Erdlinge nicht so recht mächtig ist, dies führt mitunter zu Verwirrung und kleineren Pannen.

Das Raumschiff ist der Ausgangspunkt für fast alle Missionen. Hier gibt es Einsatzbesprechungen bei Aida und Isak wird euch eure Bewaffnungen näher erklären. Durch kleine Gespräche mit Ne’Ban werden die Hintergründe des Unreal Universums auch für Neueinsteiger auf durchaus interessante Weise im Spielverlauf indirekt erklärt.

Jetzt kommt ein Anfang wie man ihn erwartet hat: gleich beim Anflug kommen mir ein paar Salven gegnerischer Shock-Lances entgegen. Unmittelbar nach der Landung ist allerdings keine Spur vom Feind zu finden. Mit Ausnahme einiger Leichen und zurückgelassenen Ausrüstungsgegenständen findet sich der leere Innenhof eines Versorgungsgebäudes vor. Beim Erkunden des Gebäudekomplexes wird die Spannung schrittweise durch kleinere skurile Begegnungen mit Aliens oder Überresten von Menschen gesteigert.

Nach einem schweren Feuergefecht mit einigen Aliens wird die Lage klarer. Über ein Überwachungssystem nimmt ein Überlebender Kontakt mit mir auf. Dieser lotst mich mehr oder weniger gekonnt durch die Gefahren des ersten Einsatzes. Oft übersieht er aber einige Details oder ist duch mangelnde Videoüberwachung in seinem Job ein wenig eingeschränkt.

Sobald man den Gebäudekomplex des Aussenpostens verlassen hat, wird man erst mal von der wunderschönen Grafik der neuen Unreal Engine erschlagen. Die Texturen sind erwartungsgemäss erstklassig und gehören momentan zur Oberklasse bei Ego Shootern. In den Außenarealen der ersten Mission trifft man auch auf einige alte Bekannte, die Skaarj, die einem am Anfang mit ihren kleinen Kunststückchen ganz schön die Hölle heiss machen. Sollte man diese Biester überleben, wird man etwas später noch ein Artefakt finden, welches der unachtsame Kameralotse, der mittlerweile von den Skaarj gefunden und – wie sollte es anders sein – gekillt wurde, in einen Kraftwerksgenerator fallen hat lassen.

Aber Moment – ein Artefakt? Ein einzelnes Artefakt ist viel zu wenig für ein Spiel in dieser Größenordnung und so ist es der Wille der Leveldesigner, dass man auf die Jagd nach sieben rätselhaften Reliquien geht. Leider ist das Problem an diesen Artefakten, dass mehrere Großkonzerne, einige Banditen und die Skaarj inklusive ihrer Sklaven-Aliens auch archeologische Ausgrabungen durchführen. Die Artefakte lassen sich für einige interessante Experimente einsetzen – Testserien an genmanipulierten Tieren sind nur ein Beispiel für die Möglichkeiten mit den Reliquien. Die Folge dieser Tests sind absolut sehenswert, aber Sightseeing Tours in diese Regionen sind generell nur mit Flammenwerfer und Brandgranaten zu empfehlen. Die Gegnerscharen die man in vielen Bereichen antrifft sind fast schon auf Serious Sam-Niveau – man sollte sehr schnell den richtigen Umgang mit Granatwerfer, Raketengeschütz und Flammenwerfer lernen sonst ist man später hoffnungslos verloren.

Dunkle Industriekomplexe wechseln sich mit wunderschön texturierten Außenwelten ab, die von Eis bis grüne Seenlandschaft mit Wasserfall (natürlich inklusive einiger fieser Sniper) und Wüsten mit Tiergerippen in der Größe eines Einfamilienhauses gehen. Das Leveldesign ist gut durchdacht, grafisch ansprechend und reizt die vorhandene Hardware auf jeden Fall aus. Spielbar ist es zwar auch mit GeForce 2 MX und dergleichen, aber die gesamte grafische Pracht ist erst ab GeForce 4 Ti oder Radeon 9500+ kombiniert mit 1800+ Mhz CPU zu bewundern. Das Spiel als solches ändert sich bei reduzierten Einstellungen zwar nicht, aber ein Hauptargument für den Kauf von Unreal 2 ist die fantastische Grafik. Wer Gameplay und Story will findet sicher bessere Anschaffungsalternativen.

Die musikalische Begleitung ist fast schon einen eigenen Soundtrack wert und sehr gut auf die momentane Situation abgestimmt. Sobald man auf Gegner trifft, ändert sich die Musik und wird den Umständen entsprechend hektischer oder ruhiger, was eine sehr dichte Atmosphäre erzeugt und teilweise Schockeffekte verursacht, die frühzeitigen Haarausfall fördern. Gepatzt wurde bei der deutschen Synchonisation, die Übersetzung und Zensur des Spieles macht sehr viel Atmösphare kaputt. Auf ein lustlos gestammeltes "Aber klar doch, Schätzchen!" und einige grauenvoll verstümmelte Marine-Kommentare hätte man getrost verzichten können. Vielleicht ist hier auch vom Publisher zuviel Druck auf die Entwickler ausgeübt worden. Es hört sich alles halbfertig an, es gibt sogar einige Passagen, in denen sich die original Sprachausgabe mit der synchonisierten Deutschen Version vermischt.

Grafisch und vor allem musikalisch hat Legend hier ein sehr gutes Spiel abgeliefert, leider ist die Storyline ein wenig kurz geraten und teilweise etwas eintönig. Hardcore Spieler werden Unreal 2 in ca. zehn Stunden durchgespielt haben. Da die Story vollkommen linear verläuft ist die Wiederspielbarkeit denkbar gering. Ein wirklich böser Patzer ist das Fehlen eines Multiplayer Co-Op Modi, was Unreal Classic (dank Patch) sicher ausgezeichnet hat (Von vorne herein war zwar klar, dass es diesmal keinen geben wird, aber trotzdem …). Was nicht ist, kann ja noch werden: <a href="http://www.planetnapali.com/" target="_blank">PlanetNaPali</a> ist schon dabei eine Mod für Co-Op-Fans zu fabrizieren. Da es allerdings mehr oder weniger ein privates Projekt ist, bleibt der Erfolg dieser Anstrengungen noch abzuwarten.

Das größte Manko ist allerdings, dass Unreal 2 als Referenzklasse mit revolutionärer Grafik angepriesen wurde, und das waren auf jeden Fall leere Versprechungen. Die Grafik ist zwar sehr gut, aber auf keinen Fall den Anforderungen (die Legend hier selbst gestellt hat) entsprechend.

Zurück bleibt ein guter Shooter mit sehr vielen spannenden Momenten, der aber leider wegen der momentan genreüblichen Innovationslosigkeit nicht so aus der Masse herausragen kann, wie die Entwickler und auch die Spieler das wollten…
Trotz allem – wer gerne solide Singleplayer-Kampagnen spielt sollte sich Unreal 2 – The Awakening nicht entgehen lassen.

Was ich in Shootern seit Half Life und Unreal vermisst habe, ist wenigstens teilweise in Unreal 2 enthalten. Die plötzlichen Schockmomente, die meinen Puls auf 180 treiben und teilweise dazu führen, dass ich wirklich überlege ob ich jetzt noch weiterspielen oder aus Gründen der persönlichen Vorsicht lieber speichern und wieder zu SimCity wechseln soll.

Nach drei Tagen war der Spuk vorüber, was einen Preis von bis zu 55 Euro nicht rechtfertigt. Wenn der Hersteller schon derartige Summen für ein Spiel verlangt, dann verlange ich auch ein Spiel das mir mehr als zehn Stunden Unterhaltung bringt. Leider landet der Titel, nachdem man ihn durch hat, dann auch irgendwo in der Ecke und verstaubt – es gibt keinen alternativen Lösungsweg, es gibt nur einen vorgegebene Verlauf der Story und keine Möglichkeit eine andere Mission als die vorgegebenen zu erreichen. Und irgendwie hat man alles schon einmal gesehen. Ein wenig eintönig für ein Spiel das derartig hoch gelobt wurde.

Student überfährt Schönheit

Genau wie ein guter Actionfilm aus Hollywood, genauso ist auch das Adventure Runaway aufgebaut. Es zeigt auch noch, dass Adventures nicht ausgestorben sind, sondern immer noch eine Berechtigung weiter zu leben haben. Und vor allem, dass es richtig gute Spiele sind, selbst wenn die Grafik nicht mit den neuen 3D-Knallern mithalten kann. Aber lest selbst …

Eine schöne Frau wird von der Mafia verfolgt und ein intelligenter junger Mann, der erst etwas schüchtern und ängstlich wirkt, soll ihr aus dem ganzen Schlamassel raushelfen. Die Story ähnelt wirklich guten Actionfilmen und diesen Eindruck vermittelt auch das Intro. Eine geniale Kamerafahrt durch die Hochhäuser von Manhattan. Lange Zeit hat man kein so schönes wie auch stimmungsvolles Intro gesehen. Brian Basco ist der Mann im Spiel, welcher der schönen Gina, einer Nachtclub-Tänzerin helfen soll. Um nicht zuviel zu verraten werde ich nicht auf den Werdegang der Story eingehen, damit die Spannung nicht verloren geht.

Point and Click – das ist die Devise. Wer kennt dieses Spielprinzip eigentlich nicht? Ihr geht in Räume und müsst dort alles kleinlichst untersuchen, alles mitnehmen und richtig kombinieren um die Rätsel zu lösen und damit zur nächsten Aufgabe zu kommen. Das ist auch in Runaway das Prinzip. Die Rätsel sind abwechslungsreich und manchmal auch sehr witzig, wie auch absurd. Zum Beispiel müsst ihr ein MG schussbereit machen. Ihr findet einen Munitionsgurt, der aber leer ist. Also besorgt ihr euch Lippenstifte und Schiesspulver und schon habt ihr 1A Patronen. Zwar war das Beispiel jetzt stark gekürzt, da die meisten Rätsel ziemlich komplex sind. Doch leider sind sie manchmal etwas zu linear. Es gibt immer nur einen Weg ein Rätsel zu lösen. Normalerweise muss man erst noch ein anderes bewältigen, damit man an einen anderen benötigten Gegenstand herankommt, den man theoretisch aber eigentlich schon vorher hätte bekommen können. Durch das zu lineare Rätseldesign kann man den Gegenstand aber erst zum dafür vorgesehenen Zeitpunkt an sich nehmen. Aber das tut dem Knobelspaß keinen allzu großen Abbruch.

In Runaway trefft ihr auf viele verschiedene Personen, die allesamt eine ganz andere Mentalität haben. Da gibt es einen faulen Hausmeister, drei Transvestiten die auf Tour sind, sowie auf eine Frau die E-Gitarre spielt und eine leidenschaftliche Hackerin ist. Die Nebencharaktere helfen aber meist nicht direkt bei der Lösung von Rätseln. Sie dienen dazu Informationen über das Areal zu geben, wo ihr euch befindet und um befragt zu werden, ob man diesen oder jenen Gegenstand haben kann. Sonst sitzen sie nur rum und machen eigentlich nichts, halten aber manchmal für den ein oder anderen Witz her.

Ab Kapitel 3 gibt es eine aus klassischen Adventures bekannte Übersichtskarte. Dort müsst ihr nur auf den Ort klicken zu dem ihr wollt. Kurze Ladezeit und schon seid ihr da. Das macht dann natürlich auch die Rätsel um einiges komplexer, da man nun bei mehreren Schauplätzen Sachen findet die man benutzen, untersuchen und kombinieren muss.

Die Grafik ist ein Mix aus 2D- und 3D-Elementen. Die Hintergründe sind allesamt zweidimensional und ist somit nicht dreh- oder zoombar. Da sie aber wunderschön gezeichnet sind, und auch die vielen Farben keines Wegs stören, sorgt die Grafik für eine richtig gute Atmosphäre. Die Charaktere wiederum sind gerenderte 3D-Figuren und liebevoll modelliert worden. Die Bewegungen hätten teilweise einige Animationsphasen mehr vertragen, machen insgesamt aber trotzdem einen guten Eindruck. Ähnlich ist es bei den Zwischensequenzen. Diese sind schön gerendert und sorgen, wie auch der Rest, für ordentlich Spannung und Stimmung. Es gibt sogar relativ viele der kleinen Filmchen, die eigentlich alle einen Oscar verdient hätten, da die Kameraführung sehr gut gelungen ist. Immer wenn ein wichtiges Rätsel gelöst ist oder etwas Wichtiges im Umfeld passiert ist, kommt ihr in den Genuss einer der kinoreifen Zwischenszenen.

Der Soundtrack von Runaway ist sehr gut gelungen und passt mit seinem rockigen und auch popigen Stil fantastisch in die gesamte Szenerie. Leider kommt die Musik im Spiel etwas zu kurz, aber die Synchronstimmen können dafür glänzen. Es kommt nie vor, dass man eine Stimme zweimal hört und jede passt auch wirklich zu dem Aussehen und der Stimmung der jeweiligen Personen. Ein ums andere mal kommt man auch ins schmunzeln, wenn man die Stimmen hört. Was nicht so gut gelungen ist, aber mehr mit den Animationen zu tun hat, sind die Lippenbewegungen.

Das liegt aber wohl eher daran, dass diese anscheinend nicht mehr von der spanischen Originalversion geändert wurden. Darum sieht es ein wenig komisch aus, wenn die Lippen sich ganz anders zu dem Gesprochenen bewegen. Aber nicht nur wegen den Stimmen muss man lachen. Auch in Gesprächen oder während des Spielverlaufs im Allgemeinen kommen immer wieder mal Witze von irgendwelchen Personen oder von Brian selbst. Es gibt eigentlich immer etwas zu lachen … und das macht wohl auch ein gutes Adventure aus.

Runaway ist nach langer Zeit endlich mal wieder ein richtig gelungenes Point & Click-Abenteuer. Leider weisen die Rätsel teilweise kleine Schwächen auf, sie sind zu geradlinig und zu einfach zu Lösen. Schade eigentlich, sonst wäre das Spiel ein richtiger Knaller geworden.

So ist es aber immer noch eine Kaufempfehlung für Adventurefans und auch für die, die es noch werden wollen. Das Spiel überzeugt in Sachen Sound und auch die Zwischensequenzen sind herrlich anzuschauen. Der Spieler fühlt sich wie in einem Film. Freut euch auf jeden Fall schon mal auf die Endsequenz, zwar ist dann ein grandioses Spiel zu Ende, aber die letzten Szenen setzt dem ganzen Spiel noch das I-Tüpfelchen auf.

Also wenn ihr es noch nicht gespielt haben solltet, dann holt es euch noch und genießt ein stimmiges und schönes Point and Click Adventure aus spanischem Lande.