Alle Beiträge von Tom Schaffer

E3-Konferenz 2006

Hier ein ungeschnittener Verlauf meiner Eindrücke von der Nintendo Pre-E3-Pressekonferenz 2006.

18:37: Die Show beginnt. Miyamoto dirigiert mit dem Controller eine virtuelle Konzerthalle zum Sound von Zelda. Nintendo hat gewonnen. ;) Gleich darauf wird ein Autorennspiel angespielt, danach gibt es erste Szenen zu Red Steel. Es zeigt sich schon jetzt, dass bei DIESER Präsentation die Spiele im Mittelpunkt stehen.
18:39: Miyamoto hält den Kontroller in die Höhe. Auftritt von Reggie Fils-Aime: "If all you want is next generation, you’re in the wrong place."; "Playing is no longer just about looks, it’s about feel"; "For Nintendo [the next gen] is about playing".
18:41: Ein Wii Commercial wird gespielt. Er erinnert an den letztjährigen Werbespot. Menschen spielen gemeinsam vor dem Fernseher. Ein neues Super Mario wird im Commercial gezeigt – es sieht toll aus.

18:44: Ein neues Metroid Prime ist dran – der Spieler in der Werbung springt in seiner Wohnung umher. Übertrieben oder tatsächlich wichtig für das Spiel?
Einige Minigames und ein Baseballspiel folgen als Nächstes.
18:45: Red Steel macht kurz neugierig, doch dann kommt Zelda. Keine Worte notwendig? Doch. Es sieht großartig aus.
18:46: Der Trailer ist vorbei und der NDS wird gezeigt. Er dient als Beispiel, dass Nintendo mit außergewöhnlichen Konzepten Erfolg hat. Auf der E3 werden nicht alle Geheimnisse zum Wii gelüftet. Reggie: "Kennt ihr jemanden, der nie ein Buch las oder ferngesehen hat? Zweite Frage: Und kennt ihr Leute, vielleicht sogar in eurer Familie, die nie Spiele gespielt haben? – Wenn Spiele Massenmedien sein wollen, muss sich das ändern."

18:49: Warum ist der Wii so anders? – Nintendo hat ihn entworfen um Dinge nicht nur anders sondern besser zu machen. Reggie wirft "anderen Firmen" vor, immer dasselbe "ein bisschen besser" zu machen. Das könne auf Dauer nicht funktionieren. Er betont, dass man diese Woche fühlen wird, wie Nintendo die Games verändern wird. Im letzten Quartal 2006 wird der Wii erscheinen.
Was kostet er? Kein genauer Preis ist zu hören. Billiger als die anderen soll er sein. Und was ist mit dem Namen? – Reggie dankt scherzhaft "allen beiden Menschen", die gute Dinge über Wii schreiben, als sie ihn das erste Mal hörten. Aber Veränderung sei gut. Wieder wird das Wir-Gefühl betont. Die Menschen hätten sich an viele große Namen gewöhnen müssen. Google und iPod (oder IBM, ich konnte es nicht genau hören) werden als Beispiele genannt…
18:52: Welche Spiele gibt es? Ein Trailer zeigt Ausschnitte von Metroid Prime 3, Dragonball, Dragon Quest Swords, Day of Disaster, Fire Emblem, Sponge Bob, ein Racer von THQ dessen Namen ich nicht erkennen kann, Super Mario Galaxy (!), Gundam, Tony Hawks Downhill, Xenosaga (?), Necro Nesia, Excite Truck, Elebits, Red Steel, Rayman, ein Golf-Spiel, Sonic Wheel, Project H.A.M.M.E.R., ein Reitspiel, One Piece, Madden, Final Fantasy Crystal Chronicles, Zelda…

18:54: Zelda rückt in den Mittelpunkt. Es ist das schönste und beste Spiel das Big N je gemacht hat, so Reggie, und wird ein Launchtitel sein! Zwei Nintendo-Mitarbeiter spielen Twilight Princess am Wii. Ein Tutorial zeigt einige Möglichkeiten.
Überraschung: Ein Lautsprecher ist im Wii um dem allem ein besseres Gefühl zu geben! Man hört den Pfeil in Zelda wenn er abgefeuert wird. Jubel – daraufhin die Bemerkung, dass TP viele Rätsel haben wird.
19:00: Der kleine Controller hat einen eigenen Bewegungssensor der in Zelda massiv eingesetzt wird, um zum Beispiel einen Pfeilbogen zu imitieren.
19:03: Reggie ist wieder da und erklärt, dass Zelda auch am GC läuft. Es erscheint eine eigene Version. Sie wird ebenso wie die Wii-Version am Wii-Launchtag in den Läden stehen. Er stellt wieder Spiele vor: Metroid Prime 3 und Super Mario Galaxy. Alte Serien seien wichtig, doch auch neue werden ausgearbeitet. 3 frühe Previewversionen werden gezeigt:
Excite Truck, ein Rennspiel in dem man den Kontroller wie ein Lenkrad nutzt. Project H.A.M.M.E.R., ein Hack & Slay Action Adventure. Desaster: Day of Crisis. Eine großartig aussehende Szene aus einem Katastrophenszenario wird gezeigt. Der Spieler kämpft wohl ums Überleben bei einer gigantischen Naturkatastrophe. Ob das Spielgrafik ist, bleibt unerwähnt.

19:06: Der 3rd-Party Support wird angesprochen. Es soll viel davon geben. Hyper Sonic wird unter Applaus gezeigt, Final Fantasy: Crystal Chronicles, Madden, Tony Hawks, Rayman und Spongebob folgen. "Nintendo nimmt Altbekanntes und erfindet es neu." Es gibt heute keine Zahl zu Launchspielen. Ab morgen gibt es 27 spielbare und mehr als Video auf der E3 zu sehen. Keines von der Virtual Console wird dabei sein.
19:08: Red Steel wird von zwei Mitarbeitern von Ubisoft Paris gezeigt. Es handelt in Japan. Der Spieler hat mit Feuer- und Nahkampfwaffen zu tun. Wieder sind BEIDE Controller wichtig. Es sieht sehr schick aus, sofern ich das mit der Qualität des Streams sagen kann. Ein hoher grafischer Detailgrad mit Real Time Physics wird gezeigt. Mir scheint ich höre ein positiv überraschtes Publikum. Aber es steht fest: Der Wii ist zumindest ganz sicher kein hässliches Entlein. Eine gute KI, die Feinde an sich selbst denken lässt, und temporeiche Action werden für RS versprochen.

19:15: Reggie geht zum NDS über und begrüßt George Harrison von Nintendo America: "Nintendo wird alles für alle besser machen".
Einige statistische Daten werden genannt: 16 Mio. verkaufte NDS in den ersten 18 Monaten, 6 Mio. Nintendogs exemplare, 1.3 Mio. Benutzer des Wi-fi Services, über 40 Mio. Spielsessions dort. Brainage – 5 Mio. verkaufte Exemplrae in Japan und in den ersten 3 Wochen über 120.000 in den USA (mehr als in Japan). Der Lite kommt in wenigen Wochen nach Amerika. Yoshi, Starfox, Diddy Kong und Final Fantasy 3 kommen – Applaus im Publikum. Tony Hawks Downhill wird mit Echtzeit Voicechat und Onlinemodus ausgestattet. 100 neue Spiele für den NDS bis zum Ende des Jahres! Mario Hoops 3 on 3, Star Fox DS, New Super Mario Bros., Elite Beat Agents, Yoshis Island 2, Pokemon Mystery Dungeon, Diddy Kong Racing, Zelda: Phantom Hourglass, Big Brain Academy, Mario vs. Donkey Kong werden kurz gezeigt…

19:25. Satoru Iwata wird unter großen Jubel begrüßt. Zwei neue Gruppen werden in Angriff genommen: die, die das Interesse am Spielen irgendwann verloren haben und die, die nie spielten. Aber "Core gamers always represent our most important audience." – Ein Bekenntnis das mich doch erleichtert und ich höre es gerne. Wie wird die mit dem NDS begonnene Strategie beim Wii fortgesetzt? Der Kontroller ist komfortabel, und die Virtual Console bedient auch mit kleinen Spielen. Iwata verzögert die Antwort. Er spielt seit langem und immer noch gerne. Seit man den NDS einfach auf und zu klappen kann zum Pausieren und Weiterspielen, ist das lange Warten mit der Ladezeit vorbei. Sogar Gamer finden solche Dinge frustrierend, was denkt da erst der Nichtspieler? Die Virtual Console ist am Wii in Sekunden geladen. Er schweift noch einmal kurz zur Hardware ab: WiiConnect24 funktioniert immer mit wenig Energie und ermöglicht, dass die Konsole permanent mit dem Internet verbunden ist – das Gerät wird zum virtuellen Postkasten, ein akustisch etwas schwer verständliches Beispiel wie sich das auf Spiele auswirkt, wird anhand von Animal Crossing gebracht. Die Networking Software ist in der Hardware integriert, die Entwickler müssen nichts selbst entwickeln und können darauf jederzeit zugreifen. "What we are inventing, is a system that is new every day".

Wie man Spieler erreichen will, die nie spielten? Controller und Virtual Console sind eine Sache, aber entscheidend ist Software, die diese Gruppe spielen will. Etwas wo Hardcore und Nichtspieler sich zusammen versuchen können. WiiSports ist ein solcher Titel und wird beim Launch erhältlich sein. Es beinhaltet niedliche Tennis-, Golf- und Baseball-Games. Spiele sollen Familiensache, die Mauern zwischen Spielern und Nichtspielern entfernt werden. Jeden Tag für jeden etwas Neues, das ist Nintendos Antwort (auf die Frage, wie man die beiden neuen Schichten erreichen will).

19:34. Reggie kündigt einen Spieler an, der auf die Bühne darf, weil er bei einer Verlosung gewonnen hat. Er wird der erste Spieler zu sein, der am Wii spielen darf. Miyamoto kommt und beginnt Tennis zu spielen. Leider bricht mein Stream hier ab. In einem sehr positiv gesinnten Chat wird noch von einem spaßigen Tennisspiel von Reggie, Miyamoto, Iwata und dem glücklichen Spieler gesprochen. Dannach ist die Konferenz vorbei. Mein Gedanke: Schlecht für Microsoft, dass die jetzt erst kommen.

<li><a href="http://forum.rebell.at/viewtopic.php?t=3855" target="_blank">Zur Rebell-Forendiskussion</a></li>

Al Lowe – Bringt die E3 uns eine Rückkehr?

Eine mysteriöse Presseaussendung zur Ecstasy Island Mystery Week wirbelt derzeit viel Staub auf. Die deutet nämlich in ihrer Formulierung darauf hin, dass Al Lowe (Leisure Suit Larry) doch noch ein Comeback in der Spielebranche feiert. Ein Spiel mit „hi-Larry-ous characters“ wird uns auf der E3 präsentiert. Als Anhänger von dreckigem Humor hoffen wir, dass sich hier niemand einen üblen Scherz erlaubt.

Oblivion – John Romero relativiert

In einem weiteren Blogeintrag hat John Romero seine kontroverse Meinung zur neuen Oblivion-Einstufung relativiert. Er wäre natürlich der Meinung, dass diese Praxis idiotisch ist, aber solange sie stattfindet, läge die Verantwortung bei den Moddern. Klingt doch schon etwas anders… Fragt sich nur was die Konsequenz daraus sein soll. Nur noch authorisierte Mods?

Oblivion – Die USA spinnt & John Romero macht mit

Nach einer Oben-Ohne-Mod hat die ESRB in den USA die Einstufung von Oblivion von 13 auf 17 Jahre erhöht. Grundsätzlich ist das lächerlich genug, schlimmer jedoch ist die autoritätshörige Reaktion der Entwickler und Industrie, die im Wesentlichen ein „Ja, Amen!“ war. John Romero, Designerheld der 90er, treibt es nun auf die Spitze. Er unterstellt den Moddern, die Spielendustrie massiv zu schädigen, und sieht aufwändige Verschlüsselungsmethoden und Gerichtsprozesse auf die Entwickler zukommen. Eine äußerst idiotische Sicht der Dinge, wie ich meine.

Mehr Einstein für alle!

Die werten Kollegen von Working-Title haben kürzlich einen Artikel mit Hinblick (<a href="http://www.working-title.de/artikel.php?artikel_id=87&page=1" target=“_blank“>hier zu finden</a>) auf die kommenden Physikbeschleuniger von AGEIA veröffentlicht. Ihem Urteil gehen wir im Folgendenen auf die Spur.

Natalie Maertens schreibt in ihrem Artikel "Das Spiel mit der Physik" folgendes Fazit: "Die Einsatzmöglichkeiten von Physik sind begrenzt und ein Spiel nur um ein paar Physikeffekte herumzubauen, dürfte unmöglich sein. Und so mag auch ein PhysX zwar hübschere Explosionen hervorbringen, bei einer realistischeren Darstellung von Nebel und Rauch mitwirken – aber zu einer Verbesserung der Spiele, zu neuen Möglichkeiten wird es nicht führen. ‚Oblivion‘ oder ‚GTA‘ zeigen, was virtuellen Welten Tiefe und Glaubwürdigkeit verleiht. Physik zählt nicht dazu."

Ich bin geneigt – ohne es böse zu meinen – ganz einfach "Falsch!" zu schreien. Die gute Frau Maertens sitzt einer zu engen Sichtweise auf. Die Physik ist für Spielwelten keineswegs nur eine nette Spielerei. Es ist viel mehr neben der KI einer der vielleicht letzten großen Bereiche in Spielen, die noch deutlich verbessert werden können und müssen.

Half-Life 2 mit seiner Phys-Gun, die fast alles in den Levels aufheben und realistisch umherschießen konnte, war doch nur ein kleiner, nahezu belangloser Ansatz für das, was wir in Zukunft noch erwarten dürfen. Gerade die positiven Beispiele, die meine Kollegin nennt, zeigen kurioserweise, was Spielen von heute noch abgeht. Und das ist in einem Wort "Interaktivität", die nunmal mit bisherigen Methoden nicht so einfach zu erreichen ist. Wie cool könnten die Welten von GTA noch werden, wenn man nicht nur ein paar Autos verschrotten und Passanten verdreschen könnte, sondern mit einem Sattelschlepper ganze Gebäude umreissen könnte? Heute endet die Reise von weltrettenden Helden und städtebeherrschenden Gangstern oft noch an simplen Holzzäunen, wenn die Entwickler nicht mühsam ein paar Planken mit eigenen Scripts versehen haben.

Zu behaupten, die Physik als Grundlage unseres täglichen Lebens würde nicht zur Verbesserung der Glaubwürdigkeit von Spielwelten beitragen, stößt bei mir auf Verwunderung. Tun zu können, was uns gerade einfällt, ist eine der größten Freuden die wir in Spielen erleben. Niemand kann mir erklären, er würde es nicht genießen, wenn man in Strategiespielen gegnerische Festungen mit mächtigen Steinschlägen vom nahestehenden Berg auslöschen könnte. Und bin ich der Einzige, dem bei der Vorstellung, dass virtuelles Wasser nicht nur toll aussehen, sondern sich auch realistisch verhalten könnte, ganze MMORPG-Konzepte einfallen, die darauf aufbauen?

Die Physik wird überall an Bedeutung gewinnen. Bei neuen Adventure-Rätseln, bei interaktiven Welten und der taktische Nutzung der Umwelt in Strategiespielen, Simulationen, MMORPGs, Sportspielen oder Shootern bis hin zu den kleinen Feinheiten realistischer Explosionen oder beschneite Berge hinabrollender Schneebrocken. Wenn der Minimalismus aus den Köpfen der Entwickler sich erstmal den großen, neuen Möglichkeiten geöffnet hat dürfen wir uns daran erfreuen. Und angesichts der breiten Unterstützung AGEIAs und anderer Konzepte durch Projekte wie der Unreal Engine 3 bis hin zu <a href="http://www.stokedrider.com" target="_blank">Stoked Rider</a>, ist das bereits absehbar.

Insgesamt lautet die Frage nicht, OB wir künftig mehr Physik in Spielwelten brauchen. Es würde von Kleingeist zeugen, sich darüber Gedanken zu machen. Entscheidend ist, WIE wir diese Verbesserung erreichen. Das kann zum Beispiel über Multicore-CPUs, Zusatz-Chips auf Grafikkarten oder eben eigene Physikkarten geschehen. Eigentlich ist völlig egal was sich durchsetzt. Niemand wird uns diese Leistungen schenken – die Spieler müssen zahlen. Aber dabei wie viel er zu zahlen bereit ist, müssen sich die Hersteller immer orientieren. Kein Grund zur Panik also. AGEIA ist einer der Pioniere auf diesem Hardwaregebiet. Als solcher kann man zerschmetternd scheitern oder famos triumphieren. Die Idee an sich hat längst gewonnen. Freuen wir uns auf das Neue.

<li>Link: <a href="http://forum.rebell.at/viewtopic.php?t=3839" target="_blank">Umfrage & Diskussion (keine Registrierung notwendig)</a></li>

Electronic Arts – Weitere 8 Jahre mit FIFA-Lizenz

Die FIFA hat ihre Lizenzvereinbahrung mit EA Sports bis 2014 verlängert. Diese Nachricht dürfte ein Dämpfer für all jene sein, die irgendwo in naiver Hoffnung gelebt haben, Konami könnte ihre spielerisch bessere Pro Evolution Soccer-Serie auch mit der offiziellen Lizenz ausstatten. Unterdessen meldet die FAZ in ihrer Freitags-Ausgabe, dass der Bundesgerichtshof Karlsruhe (GER) in einem Streit um den Namensschutz der Marke „Fußball WM 2006“ zu Ungunsten der FIFA entschieden hat.

Command & Conquer 3 – Wird demnächst angekündigt

Mit der Coverstory Command & Conquer 3 sorgt der PC Gamer in seiner nächsten Ausgabe für Furore. Obwohl diverse Quelle berichten, es drehe sich um einen neuen Tiberium-Konflikt, ist für mich wegen dem Story-Untertitel „Neue Rasse, neue Geschichte, neuer Krieg“ nicht ganz ersichtlich, ob es nicht nach der Generals, Tiberium und Red Alert-Reihe noch eine vierte C&C-Auskoppelung geben könnte. Mehr Informationen und erste Bilder erwarten wir spätestens zur E3 in einem knappen Monat.