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Crytek-Vorstand sagt, Singleplayer-Spiele müssen verschwinden

Warface, Cryteks derzeitiges Projekt, ist ein Free-to-Play-Multiplayershooter

Warface, Cryteks derzeitiges Projekt, ist ein Free-to-Play-Multiplayershooter

In einem Feature von IGN über die zukünftigen Pläne von Crysis-Entwickler Crytek (unser Test zu Teil 3) sagt Studio-Vorstand Cevat Yerli ein paar diskutierenswerte Dinge. Besonders sticht seine Meinung über die Zukunft von Singleplayer-Spielen heraus: “Ich denke, der Gedanke einer Einzelspieler-Erfahrung muss verschwinden.”

Dies heiße nicht, dass es keine Singleplayer-Spiele mehr geben würde, allerdings sollten diese in Online-Umgebungen eingebunden werden. “Das ergibt natürlich keinen Sinn, wenn die Technologie dich zwingt, traditionelle Einzelspieler-Games online zu spielen“, stellt Yerli klar, der neue Kontext müsse natürlich zur Erfahrung beitragen. Ich musste zuerst einmal mehr an Diablo 3 denken, als ich diese Zeilen gelesen habe. Zwar muss man das Ärgernis von Always-On ertragen, ist aber dafür auch stets mit neuartigen Features ausgestattet, verstärkt mit anderen gemeinsam zu spielen. Ähnliches will ja auch Bungies Destiny anvisieren.

Die Mainstream-Gaming-Industrie scheint also weiter nach neuen Geschäftsmodellen zu angeln. Schon vor einigen Jahren wurde prognostiziert, Downloadable-Content und Mikrokäufe würden das gängige Prinzip des einmal kaufens und dann nie wieder zahlen versenken. Ganz so ist es bisher natürlich noch nicht gekommen – zum Glück, bin ich geneigt zu sagen. Nun scheint die Entwicklung sich aber ein wenig weiter zu drehen und konstanter mit Always-On-Elementen verbunden zu werden. Große Player wie EA und Crytek (oder teilweise auch Sony mit der PS3) haben bereits den kompletten Schwenk auf Free-to-Play-Modelle angekündigt. Cryteks nächster Shooter, Warface, wird das bereits verwirklichen.

Zweischneidig

All das hat für Spieler natürlich nicht nur zusätzlichen Nutzen (wie besser gemeinsam spielen zu können und ein massives Revival von Coop-Kampagnen oder die Möglichkeit viele Spiele ausführlicher anzuspielen und gegebenenfalls nichts zu zahlen) und Ärgernisse (wie an Profitmöglichkeiten angepasstes Gamedesign oder die Abhängigkeit von Provider, Server und anderem), sondern ist aus Entwicklersicht auch ein zusätzlicher Schutz gegen Raubkopien.

Es steht wohl außer Zweifel, dass wir all das in Zukunft viel stärker sehen werden. Dass das traditionelle Einzelspielererlebnis komplett stirbt, würde ich aber – zumindest am PC – nicht erwarten. Vielleicht ist es eine weitere Chance für die Indie-Szene, Spielerinnen und Spieler für ihre Produkte aufzusammeln, die sich diese neuen Abhängigkeiten und Kompromisse zumindst nicht immer antun wollen.

   
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2 Kommentare

  1. Ohne mich, ihr Säcke!

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