Shure SE215: In-Ear Kopfhörer im Review

Mir sind kürzlich meine bisher bevorzugten Kopfhörer von Sennheiser (zuletzt die CX 200) mal wieder nach insgesamt zu wenigen Monaten draufgegangen, deshalb habe ich beschlossen mich auf der Suche nach besseren Alternativen zu machen, die – wenn sie länger halten – vielleicht auch etwas mehr kosten dürfen als die bisherigen 20-35 Euro. In den nächsten Monaten will ich deshalb immer wieder neue Modelle testen, die mir einige unsere Leser empfohlen haben. Den Anfang machen die SHURE SE215 bzw. die Wireless Bluetooth-Edition desselben Kopfhörers, die ich jetzt einige Wochen testen durfte.

Die SHURE SE215 kosten offiziell 109 Euro (auch bei Amazon [Partnerlink]), die Wireless-Version 139 Euro (bei Amazon [PL] derzeit 118€).

Beginnen wir mit dem Tragekomfort. Wer einfache In-Ear-Kopfhörer gewohnt ist, wird die Shure-Geräte etwas ungewöhnlich finden. Tatsächlich habe ich die Geräte zu Beginn einige Tage falsch verwendet. Statt einfach die Ohrstücke einfach ins Ohr zu stecken und herabhängen zu lassen, setzt man sie fast wie ein Hörgerät in die Ohrmuschel und dreht das Kabel (in den Ansätzen ist es etwas drahtiger und lässt sich gut um das Ohr formen) dann über das eigene Ohr.

Unterschiedliche Aufsätze

Mitgeliefert sind Ohrenstöpsel-artige Schaumgummi-Aufsätze und Silikon-Aufsätze in jeweils drei Größen. Was man bevorzugt ist Geschmackssache. Ich bevorzuge den Tragekomfort der Schaumgummi-Aufsätze, die allerdings auch schmutzanfälliger und schwieriger zu reinigen sind.

So sitzen die Stücke dann perfekt, auch beim bei Sport mit ruckartigeren Bewegungen. Was mir persönlich auch wichtig ist: Wenn man seitlich etwa auf einem Polster liegt, soll ein Kopfhörer immer noch angenehm zu tragen sein. Da ist der klobige, gut abgerundete Körper des SE215 ein Vorteil, weil er an der Ohrmuschel anliegt und es die die In-Ear-Stücke deshalb nicht unangenehm weit in den Gehörgang drückt.

Richtig eingesetzt liefert das SE215 dann auch einen vollen Sound. Der ließ für mich weder bei Musik noch Podcasts in Sachen Sprachklarheit, Höhe, Tiefen und großteils auch Bass zu wünschen übrig. Es gab kein Rauschen, kein zu schrilles Säuseln, die dynamischen Treiber finden eigentlich immer die richtige Mischung. Soundtechniker und -enthusiasten werden in teureren Modellen wahrscheinlich noch einen Vorteil erkennen, ich als Alltagsnutzer nicht. Darüber hinaus schirmen die Aufsätze Umgebungslärm auch gut ab. Selbst bei ausgeschaltetem Ton bekommt man von der Welt weniger mit, bei entsprechender Lautstärke ist man quasi für sich allein.

Modulares System

Die Ohrstücke sind vom Kabel abtrennbar. Dadurch werden die Kabel an sich zwar noch nicht haltbarer (im Rahmen eines einmonatigen Tests ist es leider nicht möglich, die Langzeit-Haltbarkeit direkt zu testen, die Kabel wirken aber stabiler als bei günstigeren Produkten). Zumindest muss man aber auch im Fall eines Defekts nicht immer das komplette Produkt nachkaufen, denn alle Einzelteile – Kabel und Ohrstücke – sind austausch- und nachkaufbar. Ein zweiter Vorteil des modularen Systems: Man kann sich zwar das verkabelte Produkt kaufen, später aber auch auf die Bluetooth-Version umrüsten (und umgekehrt).

In der Kabelversion hat das SHURE SE215 ein 127cm langes RMCE UNI-Kabel mit Fernbedienung für Smartphones (zwischen Apple- und Android-Geräten umschaltbar), das man für offiziell 35 Euro nachkaufen kann. Am Klinken-Ende ist der Stecker gerade (eine abgewinkelte Variante ist separat und ohne Fernbedienung um 30 Euro erhältlich) und mit Gummi verstärkt. Das scheint mir am mitgelieferten Kabel die empfindlichste Stelle des SE215 zu sein. Sehr gut mit Plastik verstärkt wirkt hingegen der Teil, an dem die Kabel zu den Ohrstücken sich trennen. Das war bei meinen bisherigen Kopfhörern meistens die Problemstelle. Interessanterweise funktioniert das Gerät zwar mit klinkentauglichen Apple- und Android-Geräten, hatte aber Probleme mit meinem PC. Der Sound kommt durch, aber nur verzerrt. Absurderweise funktionierte es komplett, wenn man einen Knopf drückt, was diese technische Limitierung nötig oder unumgänglich macht, kann ich also schwer nachvollziehen.

Wireless … mit Kabel

Das Label “Wireless” ist für die Bluetooth-Variante etwas irreführend. Das Gerät ist eigentlich nicht Kabel- sondern lediglich Steckerlos. Die Buds hängen nämlich auch hier an einem etwa 60cm langen Kabel (das “Wireless”-Label ist möglicherweise etwas irreführend), das mit einem etwa 4x2x0,5cm großen Akku verbunden ist. Der hielt im Test knapp unter 8 Stunden lang. Beim Einschalten sagt euch eine Stimme, wie lange noch. Aufgeladen wird über einen Standard-Micro-USB-Anschluss. Die leeren Akkus sind nach etwa 15 Minuten Ladezeit wieder für über zwei Stunden zu gebrauchen. Die Funk-Reichweite beträgt abhängig von Mauern und anderen Hindernissen bis zu etwa. Im Nahbetrieb waren so gut wie keine Aussetzer zu bemerken. Der Nachkauf fällt hier mir 99 Euro aber heftiger ins Gewicht. Wer gerne beide Varianten hätte, kauft also besser die Wireless-Variante als Set und dann ein zusätzliches Kabel dazu, als umgekehrt.

Die Fernbedienung ist bei beiden Geräten nicht ident. In der Wireless-Version ist es kompakter, in der verkabelten wirkt es etwas filigraner. Die Fernbeienung hat neben dem Android-Apple-Switch (Kabel-Version) und dem Ladeanschluss (Wireless-Version) drei Buttons: Damit kann man lauter und leiser drehen sowie Musik und Telefonate bedienen. Damit letzteres Sinn ergibt, hat die Fernbedienung auch ein integriertes Mikrofon (Wireless: ein Loch an der Rückseite; Kabel: offenbar rund um die Buttons versenkt) . Die eigene Sprachqualität war im Test für das Gegenüber gut verständlich, allerdings rieb sich die Fernbedienung der Kabelversion teilweise an der Kleidung, was für das Gegenüber unangenehme Raschelgeräusche verursachte.

Im Lieferumfang ist auch ein Tascherl, das man mit einem kleinen Karabiner etwa an die Gürtelschlaufen der eigenen Hose hängen kann. Die Tasche mag für die Langlebigkeit der Kabel gut sein, besonders modisch ist sie aber nicht. Dafür erlaubt sie es es, auch Ladekabel und Ersatz-Aufsätze mitzunehmen – auch ein kleiner Stick um Dreck zu entfernen, ist mit dabei.

Fazit

Die Suche nach neuen In-Ear-Kopfhörer hat mit einem starken Bewerber begonnen. Neben dem sehr guten Sound wird an diversen Stellen auch Wert auf Haltbarkeit gelegt. Die modulare Bauweise ist dabei neben einigen verstärkten Schwachstellen das wichtigste Element. Das Shure SE215 gefiel mir – obwohl das ungewöhnliche Design mich anfangs etwas skeptisch machte – im Test wirklich gut und ist für mich in beiden Varianten eine echte Überlegung wert.

Über Partnerlinks: Das Amazon-Partnerprogramm ermöglicht uns, bei Verlinkungen ein paar Prozent des Verkaufspreises zu bekommen. Wir decken damit so gut es geht unsere Kosten (Server, Domain etc.). Das Produkt wird für euch deshalb nicht teurer.

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