“War, the Game” im Test: Simpel geht die Welt zugrunde

War, the Game lässt schon über seine Namenswahl keine großen Spekulationen zu, womit wir es zu tun haben. Das Echtzeit-Strategiespiel von Gabber Games, das im wesentlichen ein Ein-Mann-Studio des Niederländers Obbe Vermeij ist, der früher für Rockstar an mehreren GTA-Ports gearbeitet hat. Nun probiert er es mit einem günstigen kleinen Strategical auf eigene Faust.

WtG ist kein hochkomplexes Spiel. Alle der sieben Einheiten sind im Prinzip gleich stark – nur Atomraketen sind stärker. Es sind die sekundären Eigenschaften, die dem Spiel die Würze verleihen. Infanterie verteidigt Städte besser, Panzerbrigaden bewegen sich schneller fort, Flugzeuge werden erst angegriffen, wenn die Bodentruppen zerstört sind und können sich aus Schlachten auch als einzige Einheiten wieder zurückziehen, Schiffe sind nunmal Schiffe und Atomraketen -> Bämm! Um eure Kriegsinstrumente herstellen zu können, braucht ihr die einzige Ressource im Spiel: Geld. Das wird in Städten generiert, die ihr dementsprechend einnehmen und verteidigen müsst.

Es gilt nicht wie in vielen anderen Echtzeit-Strategiespielen möglichst schnell bestimmte Tastenabfolgen zu hämmern und KI-Schwächen auszunutzen, sondern in gemächlichem Tempo stets die richtige Einheitenmischung im Auge zu behalten. Das macht die Missionen eigentlich fast eher zu einem Puzzle- als einem Strategiespiel. Wann gibt man Geld wofür aus? Wann schicke ich meine Transportschiffe am besten weg? Welche Einheiten brauche ich, um eine Stadt einzunehmen und zu halten? Das abwechslungsreiche Missionsdesign sorgt für erstaunlich viel Kurzweil. Missionen, in denen es darum geht weit entlegene und über den Globus verstreute Stützpunkte des Gegners innerhalb einer vorgegebenen Zeit einzunehmen, sind zum Beispiel eher logistische Probleme als eine strategische Herausforderung. In anderen Fällen ist schon die Wahl eurer Nation und eurer Partner von größerer Bedeutung.

Das Spiel ist nicht sehr dynamisch in dem Sinn, dass die recht brauchbare KI euch jedes Mal komplett anders begegnet. Auch der Gegner hat immerhin nur beschränkte Ressourcen und Optionen zur Verfügung. Eher gilt – im Zweifelsfall durch mehrmaliges Spielen – es den richtigen Lösungsweg zu knacken. War, the Game ist dementsprechend ein reines Kampagnenspiel. Einen Multiplayermodus gibt es nicht. Die allerletzte der etwa 25 Missionen könnte man dafür als Skirmishmode mit Potential zur Langzeitmotivation bezeichnen. Fast schon ein Spiel für sich selbst als Belohnung für das Gewinnen der Kampagne.

War, the Game

Vermeij hat sich für all das eine etwas eigenwillige, aber doch recht flott verständliche Steuerung ausgedacht, die klassisch mit Tastatur und Maus oder einem Xbox-Controller funktioniert. Im Wesentlichen stapelt ihr Einheiten meist zu größeren Gruppierungen, anstatt sie einzeln über die Karte zu befehligen. Diese wiederum erinnert vom Prinzip her ein wenig an Defcon, mit seinem reduzierten Radar-Look. Optisch ist Vermeij aber etwas andere Wege gegangen. Die Atmosphäre eines Kommandozentralen-Kriegs wird jedenfalls gut eingefangen.

War, the Game kostet schlappe 3,5 Euro und ist dementsprechend kein Blockbuster-Game. Aber es unterhält euch mit einem etwas anderen Zugang für mindestens ein paar Stunden gut.

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