Halo: Spartan Assault könnte gut sein, aber …

Halo: Spartan Assault
Halo: Spartan Assault wird auch für die Xbox One aufgewärmt. Inklusive kurzer Coop-Kampagne gegen die Flood.

Kürzlich haben wir unsere heiligen Redaktionshallen mit einer Xbox One ausstatten können. Hooray! Das erste Spielefutter, das bei uns dafür eingetroffen ist, war dann der Download-Titel Halo: Spartan Assault. Das wurde ursprünglich für mobile Windows-Plattformen entwickelt erschien auch für Windows 8. Nun nutzt Microsoft das Spin-off seiner Flagship-Marke natürlich auch auf seiner neuen Konsole.

Halo: Spartan Assault ist ein Top-Down-Shooter aus isometrischer 3D-Perspektive, der in der Halo-Timeline zwischen Teil 3 und 4 angesiedelt ist. In Person zweier anderer Spartaner – Palmer und Davis … ja vergesst die Story einfach, sie ist nicht von herausragender Relevanz für das Spiel und nur für extreme Halo-Nerds ein Kaufgrund, die jeden Winkelzug des Universums erleben wollen. Für alle anderen steht die kurzweilige Action ziemlich eindeutig im Vordergrund.

Alleine kurz, getrennt gemeinsam noch kürzer

Im Wesentlichen geht es in 25 Missionen darum, Gegner von oben wegzuballern. Halo-typisch ist man als Spartaner nicht nur zu fuß unterwegs, sondern darf auch in ziemlich mächtige Vehikel steigen und stationäre Geschütze erklimmen. Das Geschehen dauert pro Einsatz jeweils so fünf bis zehn Minuten. Vor jeder Mission könnt ihr den Schwierigkeitsgrad anpassen (schwierigere Bedingungen bedeuten mehr XP) und eure Ausrüstung und Bewaffnung festlegen. Die kauft ihr mit den Erfahrungspunkten (die rar sind und recht mühsam aus dem Spiel gegrindet werden müssen) oder echtem Geld – also ist das System in Wahrheit natürlich schon darauf ausgerichtet, dass so mancher echtes Geld rüberwachsen lässt. Es geht da nicht um Unsummen. Eine Bazooka kostet etwa 50 Cent. Aber einige Euro kann man da wohl schon lassen.

Das muss einem ein Singleplayerspiel halt erstmal wert sein – mir ist es das nicht. Ohne die Upgrades kann man das Spiel natürlich problemlos durchspielen, die besten Highscores sind aber nicht zu schaffen. Bei einem Free-to-Play-Titel wäre das ein legitimes Geschäftsmodell, das man gewohnt ist. Halo: Spartan Assault hat auf der XO aber einen Grundpreis von 15€. Das ist teurer als auf den bisherigen Plattformen (7$ im Windows App Store). Zusätzliche Ingame-Preistreiber sind da schon ein frecher Monetarisierungsversuch.

Als Mehrwert gegenüber der PC-Versionen bietet das Spiel auf den Konsolen statt nur einer schnöde Highscore-Liste auch einen Online-Coop-Modus. Der ist spaßig, umfasst allerdings nicht allzu viele Missionen. In einer Stunde hat man ihn ausgespielt. Ein himmelschreiender Unsinn hierbei: Am selben Bildschirm geht zu zweit gar nix. Gemeinsam spielt man nur auf getrennten Konsolen.

Die Steuerung mit dem XO-Controller ist an sich logisch aufgebaut. Man läuft mit dem linken, zielt mit dem rechten Stick und feuert mit der Schultertaste. Für Fahrzeuge ist das die wohl bisher beste Lösung. Trotzdem fand ich die Steuerung stellenweise etwas fitzelig. Bei Schnellfeuerwaffen lässt sich das Ziel noch leichter adaptieren, bei Waffen, die nur einzelne Schüsse abgeben, ist mir die Kontrolle ziemlich oft entfleucht.

Fazit: Nicht gut genug für diesen Preis

Halo: Spartan Assault ist im Kern ein solides, überdurchschnittliches, vielleicht sogar gutes Actionspiel, das aber keine echten Stärken entfaltet. Jedes potentielle Feature wird mit einem dicken “Aber” abgeschwächt wird. Die Grafik ist nett, aber weit vom Potential der neuen Konsole entfernt (als Mobile Game soll es wiederum sehr hübsch sein). Das Spielkonzept ist okay, aber die auf Ingame-Käufe abgestimmte Balance vermießt die Ausrüstungstüftelei und damit die zentrale Highscorejagd ziemlich. Der Multiplayermodus ist spaßig, aber viel zu kurz und auf online beschränkt. Der Singleplayermodus ist kurzweilig, aber auch selbst für ein 15 Euro-Spiel gar flott durch.

Kurz und knapp: Es ist angesichts des zweifellos vorhandenen Potentials zwar schade, aber solche Spiele zu einem derartigen Preis zu kaufen, hat man eigentlich auch mit einer neuen Konsole mit noch beschränktem Spieleangebot einfach nicht nötig. Verglichen mit wesentlichen spielenswerteren Indie-Bundles mit kurzweiligen Spielen am PC sind 15 Euro nämlich recht viel. Wer die Zeit bis Halo 5 (das wahrscheinlich 2015 erscheint) wirklich kaum noch erträgt, sollte deshalb zumindest auf eine Preisreduktion warten.

Erhältlich ist Halo: Spartan Assault für Windows 8, Windows Phone 8, Xbox One und Xbox 360.

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