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Test zu Omerta: City of Gangsters – Don Tom umarmt seine Feinde

Unser kleines Versteck ist hübsch, sonst spielt es keine größere Rolle im Spiel

Unser kleines Versteck ist hübsch, sonst spielt es keine größere Rolle im Spiel

Natürlich muss ich zum Mafiaboss werden, wenn der Staat den Booze zu verbieten wagt. Die Prohibition hat mir als Thema von Spielen und Filmen schon immer gut gefallen. Rundenstrategie mag ich auch und vor Wirtschaftssimulationen laufe ich zumindest nicht schreiend davon. Klar, dass ich mir Omerta: City of Gangsters ansehen wollte.

Omerta ließe es zu, zum gefürchteten, skrupellosen Schläger- und Mörderdirigenten zu werden. Aber ich bin natürlich einer dieser noblen Paten. Ich bin beliebt in der Bevölkerung, weil ich das Verbrechen in einem geregelten Rahmen belasse und die Menschen mit guten Diensten und billigen Schnapps versorge. Gewalt geht – wenn möglich – nur gegen Schuldige (und zur gelegentlichen Erinnerung, dass man nicht bescheissen sollte). Und natürlich gegen Staatsbedienstete, die sich nicht bestechen lassen – aber haben die vielleicht nicht verdient? Die wollen uns den Schnapps wegnehmen, bitteschön!

Rund um meinen Unterschlupf sorge ich für Ruhe, verscheuche die Rassistenschweine vom Ku-Klux-Klan aus Nachbarschaften. Ich kaufe Geschäfte lieber auf, als ihre Besitzer mit Drive-Bys zu verscheuchen. So manchem Ganoven der mir in die Quere kommt, gebe ich eine zweite Chance. Kurz: Ich bin einer dieser filmromantisierten Soft Power-Mafiosi.

Aufbau ohne Lohn

Das Problem daran: Auf diese Weise ist Omerta eine ziemlich beschränkte Wirtschaftssimulation. Man eröffnet eine Brauerei und dann eine Kneipe, eine Distillerie und dann eine Apotheke, eine Box-Arena und dann eine Anwaltskanzlei. Es ist im Prinzip für das Erelebnis des Spiels völlig egal ob man eine Suppenküche oder Bordelle baut. Man kann das Geschehen im Inneren der Häuser nämlich leider nicht beobachten. Ich finde aber, dass das für die Spielwelt für Aufbauspiele/Wirtschaftssimulationen ein wichtiges Element wäre.

So lugt man halt einfach auf die wenigen Ressourcenwerte, erhöht sein Einkommen und schaut, dass der Fahndungslevel nicht allzu hoch klettert. Tut er es doch, lässt man ihn durch Bestechung, das Opfern eines Strohmanns oder das Töten von Kronzeugen in einem Kampf wieder sinken. Die Aufbauarbeit zu Beginn eines Levels ist etwas langweilig, weil das Geld knapp ist und man immer wieder nur darauf wartet, dass es hochklettert um sich die nächste Anschaffung leisten zu können. Im Kampagnenmodus wird das durch Storyevents noch ganz gut kompensiert, im Sanboxmodus fehlt auf den gar nicht allzu großen Stadtgebieten von Atlantic City der Pepp. Zeitweise ging ich mir währenddessen etwas kochen.

Blutleere Kämpfe

In den rundenbasierenden Kämpfen ist eher Masse als Klasse gefragt.

In den rundenbasierenden Kämpfen ist eher Masse als Klasse gefragt.

Kämpfe gegen andere Gangs sind zu selten. Zudem fighten die Rivalen nicht wirklich aktiv um ihre Nachbarschaften, sondern warten vor allem, bis ihr deren Warenhäuser und Läden angreift. Die Kampfkarten werden nicht zufallsgeneriert. Stattdessen wird immer wieder in denselben Grundrissen gekämpft, derer es nicht schrecklich viele gibt. Wenn Konfrontationen stattfinden, sind sie einfache Rundenstrategie. Jeder Charakter eurer Gang hat Aktions- und Bewegungspunkte gemäß seinen Eigenschaften, drei Kampfmodi und eine eher passive Spezialaktion.

Man sucht sich also Deckung und feuert oder drischt auf die Gegner ein. Die können allerdings jederzeit an euch vorbeilaufen und eure Deckung damit sinnlos machen. Ein wenig mehr Initiativeinfluss hätte dem Kampfsystem vielleicht geholfen, taktische Entscheidungen einflussreicher zu machen. So sind sie zwar auch nicht komplett sinnlos, aber das entscheidende Element über den Ausgang der Kämpfe ist doch wie viele Gangster beide Seiten haben. Und das macht sie auch im Multiplayermodus leider ein wenig witzlos.

Alles in allem kann man in Omerta zwar ein paar Entdeckungsstunden lang ordentlich unterhalten werden. Das mechanische Grundgerüst des Spiels ist nämlich in Ordnung. Für das wirkliche Aha-Erlebnis fehlt aber an allen Ecken und Enden der Tiefgang. Die Gut/Böse-Entscheidungen wären spannend, sind aber zu belanglos, das Wirtschaftsleben ist zu steril und fordert nicht, den Kämpfen fehlt die taktische Herausforderung. Einen Nachfolger, der an all diesen Schrauben deutlich dreht, würde ich spielen wollen. So verpasst ihr nicht viel.

Omerta: City of Gangsters erscheint in der von uns getesteten Windows-Version und auf Xbox 360.

   
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2 Kommentare

  1. Also wie Gangsters in neu?

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