Tales of Monkey Island – Weihnachten, Ostern und Geburtstag an einem Tag

Tales of Monkey Island: Launch of the Screaming Narwhal
Tales of Monkey Island: Launch of the Screaming Narwhal

Es haben so viele Adventures versucht uns einen neuen zu schenken, aber Telltale hat uns den alten wieder gebracht: Guybrush ist wie er immer war: Wunderbar doof und lustig.

In dem Moment als mir die E-Mail “Tales of Monkey Island Premiere Episode Now Available” ins Postfach flatterte, hatte ich gerade meine Vorabversion durchgespielt. Bald 7 Jahre mache ich nun schon dieses Spielemagazin. Das war und ist viel Arbeit. Doch für diesen kleinen Vorsprung hat sich das alles gelohnt.

Die erste Episode (“Launch of the Screaming Narwhal”) ist recht lang, steuert sich mit der Tastatur und Maus kombiniert, die Rätsel sind eigentlich durchwegs logisch und doch so abgedreht wie eh und je. Man merkt, dass die Telltale-Belegschaft früher Mal bei LucasArts gearbeitet hat. Von vorne bis hinten ist das Ding ein echtes Monkey Island.

Leute, das werde ich euch nicht vergessen. Ich hatte die Hoffnung schon fast aufgegeben, dass uns LucasArts jemals wieder einen mächtigen Piraten spielen lässt – es sei denn, sie hätten sich noch einen für das Star Wars-Franchise ausgedacht. Aber sind diese Sorgen vorbei: Weihnachten, Ostern und Geburtstag sind an einem Tag gefallen, eine neue Serie von Adventures mit Guybrush startet. 2009 ist das Jahr in dem die Welt gerettet wurde. Und das mitten in der Krise.

Krisenfest auch der Preis: Für 35$ bekommt ihr alle fünf, monatlich erscheinenden Episoden dieser ersten Staffel frei Haus geliefert (Was ist das bei dem schwachen Dollar-Kurs mittlerweile in Euro? 3, 4?) – zuerst als Download, am Ende als DVD.

Wenn ich den bisherigen Plot richtig interpretiere, wird uns die Story anders als bei der tollen Sam & Max-Serie in immer neue und größere Gefielde führen (übrigens in den kommenden Wochen auch auf WiiWare).

Ich habe in den letzten Monaten das erschreckende Erlebnis gehabt, dass eine ganze Generation von Spielern nicht mehr weiß, wer Guybrush Threepwood ist. An diese Leute: Das ist eure Chance die coolste Serie der Welt kennen zu lernen. (Ihr könnt übrigens die alten Teile von Monkey Island- für euer Android Smartphone fit machen) Alles hier ist bis ins letzte Detail charmant. Ihr dürft zwar niemanden umbringen, aber abknallen schon. Und was viel wichtiger ist: Hier ist Lachen kein Sahnehäubchen, sondern das Spielprinzip.

Well done Telltale! Thank you!

  • M___K

    Zuerst war ich ja skeptisch, da ich diese Serien-Download-Spiele nicht sonderlich mag. Ich habe lieber eine Box in der Hand und lege eine DVD ins Laufwerk.
    Ich habe es dennoch gewagt, die $35 bezahlt, gedownloadet (blödes Wort) und das Spiel gestartet.

    Und ich muss sagen: Es ist ein würdiger Nachfolger. Grafikstil, Witz, Rätsel – es stimmt einfach alles.

    Was mich wundert ist, dass Lucas Arts das Spiel nicht selbst gemacht hat sondern stattdessen eine Neuauflage von MI1 macht. Und die brauch ich nun wirklich nicht (dank ScummVM).

  • Ich denke LA hat die In House Kapazitäten nicht mehr um ein würdiges Adventure zu gestalten. Die Leute die das können sind alle längst von der Firma geflüchtet. Es ist schon ganz gut, dass sie das ausgelagert haben.

    Ob das Remake jetzt so dringend benötigt wird ist natürlich eine andere Frage. Andererseits: Wie schon im Text geschrieben kennen viele das Spiel gar nicht mehr und es jetzt nochmal in schön auf PC/Xbox spielen zu können, kann schon sinnvoll sein.

    Was mich auch überrascht hat war, dass Telltale meine hohen Erwartungen echt voll erfüllt hat. Nach so vielen Jahren nostalgischer Schwärmerei über Monkey Island hätte das neue Spiel ja eigentlich eine volle Enttäuschung werden müssen. ;)

  • M___K

    Jetzt warten wir erstmal ab ob die weiteren Teile des Spiels auch so überzeugen wie der erste.

    Zum Remake von Teil 1:
    Ich kann mir nicht vorstellen, dass es sich bei Spielern durchsetzen wird, die MI nicht kennen. Heutzutage sind Adventures ja eher ein Nischengenre. Es gibt zwar einige erfolgreiche Reihen (Still Life, Tunguska…) aber ich denke, dass diese sich eher an Spieler richten, die schon die “alten” Adventures kennen. Die ganzen Konsolenspieler wollen lieber Action (XBOX, PS) oder stehen auf Casual (Wii, DS, PSP). Adventures sind sehr komplex, man muss oft nachdenken, rumprobieren etc. Die jüngeren wollen das denke ich nicht mehr so sehr. Adventures können auch nicht punkten in Sachen Grafik udn Bombasteffekte wie etwa Action Titel.

    Wir “alte” Hasen freuen uns natürlich über Nachfolger (oder auch Remakes) unserer “Helden” von früher: DotT, Monkey Island, Sam&Max, usw. Und wir kennen auch die “Tricks” diese Titel auf modernen Systemen zum laufen zu bewegen. Deshalb denke ich, dass ein MI Remake eher wenig Anklang findet.
    Soll es denn überhaupt Neuerungen geben (abgesehen von der Grafik)? Als Spieler, der MI1 zig mal durchgespielt hat wäre das Remake eine sehr leichte Übung, da man jedes Rätsel, jeden Dialog, jedes Gimmick ja schon kennt.

  • Für mich ist das Remake nicht zu gebrauchen. Aber ich glaube nicht, dass du mit deiner Einschätzung recht hast, dass niemand von den Jungen mehr gute Adventures spielen möchte. Die Behauptung gabs ja vor Baldurs Gate schon über Rollenspiele. Vor WoW wollte niemand online spielen. Vor … Ein erfolgreiches und gutes Spiel kann da viel ausmachen.

    Die Runaway-Teile haben sich mittlerweile eine Millione mal verbreitet, Tunguska war ein ziemlicher Erfolg und Telltale fährt anscheinend auch schon seit einigen Jahren sehr gut mit der Advenutre-Schiene. Auch Deck 13 macht nach den Ankh-Teilen und Jack Keane weiterhin welche. Silver Style scheint mit dem neuen Simon-Teil auch zufrieden gewesen zu sein. Ich halte das Genre für ziemlich lebendig und glaube nicht, dass das nur auf die alten Spieler zurückzuführen ist. Gerade dass vermehrt Familien, Frauen und Mädchen zu spielen beginnen, wird dem Genre wahrscheinlich auch eher einen Boost verleihen,

  • MI 5 E1 is schon ganz ordentlich bisher. Ich muss dir eigentlich in allem beipflichten, ausser bei der Steuerung. Die war zwar in MI4 deutlich umständlich, ist im neuen MI aber auch eher suboptimal. Reines Point’n’Click hätte mir mehr zugesagt.

  • M___K

    @Tom:
    Frauen und Mädchen spielen glaub ausschließlich Sims :D

    Vor WoW wollten viele online spielen: Ultima Online, CS, Starcraft etc. gab es ja schon (wobei natürlich nur das erste MMORPG ist).
    Trotzdem denke ich, dass Adventures eine eher ältere Zielgruppe ansprechen. Zumal immer mehr (vor allem die jungen) Spieler Konsolen besitzen und sich auf diesen Adventures (bisher) nie durchsetzen konnten.

    P.S. Teil 1 wäre durchgespielt. Wieso muss ich nun so elendig lange (bis August) auf Teil 2 warten? Man hätte die Teile von mir aus auch im Wochentakt rausbringen können ;)

  • @Georg mit der Steuerung hatte ich eigentlich nur zu Beginn am Schiff etwas Probleme. Nach kurzer Gewönungsphase klappte es problemlos mit der Tastatur zu laufen und der Maus Dinge anzuklicken (bzw. Doppelzuklicken und mir das laufen zu ersparen).

  • Phil

    Hi!

    Ich kenne diese Seite und somit auch keine anderen Reviews von dir… weis deshalb nicht ob wir in etwa die selbe Meinung teilen (kenn MI5 ja noch nicht).

    Nur eine kurze Frage: Hat dir MI 4 gefallen?

  • Gefallen ja, aber es war das schwächste MI. Ich reihe MI2 vor 1, 5_1, 3 und 4 ;)

  • M___K

    Da wir Teil 1 ja schon alle durchgespielt haben:

    Wie empfandet ihr den Schwierigkeitsgrad?
    Ich fand die Rätsel etwas lasch. Ich hatte nur einen einzigen Hänger und musste bisschen rumprobieren um auf die Lösung zu kommen.

  • nicht schwierig, sehr flüssig zu spielen. könnte ruhig einen tick schwieriger sein.

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