Sind die todgeweihten Konsolen schuld am schlechten Gamer-Image?

Nachdem ich mich gestern nacht auf Twitter dazu bemüßigt gefühlt habe, das edle Hobby des Spielens gegen eine etwas schiefe Darstellung im (ansonsten hörenswerten) Ö1 Nachtquartier mit dem Glamgeekgirl zu verteidigen, habe ich mich heute ein wenig mit den Verkaufszahlen von Spielen beschäftigt. Einige davon in eine kleine Grafik gepackt.

Ausgewählte Spieleverkaufszahlen
Ausgewählte Spieleverkaufszahlen (ihr könnt diese Grafik auch auf Facebook teilen)

Zugegeben, das ist weniger aussagekräftig über die Branche und mehr ein amüsantes Trivia (die Zahlen stammen aus der Wikipedia und sicher wird mancher darüber streiten wollen ;)). Aber so alles in allem haben mich die Zahlen durchaus ins Grübeln gebracht. Das Folgende ist – das sage ich vorab – aber keine strukturierte lange durchdachte Analyse, sondern eine Art Gedankendurchfall mit vielen gefühlten Tatsachen und intuitiven Aussagen.

Wenn man sich ansieht, wie sich die Branche als Ganzes entwickelt hat, nämlich vom Nerd- zum absoluten Mainstreamphänomen mit einer riesigen Industrie dahinter, ist die Entwicklung der Verbreitung von Spielen nicht besonders beeindruckend. Nintendo hat für NES in den 80ern und Gameboy in den 90ern je 500 Millionen Spiele verkauft, für dem Nintendo DS später eine Milliarde. Die Sony PlayStation erreichte in den 90ern auch eine Milliarde, die PS2 setzte nochmal einen drauf. Die aktuellen Generationen werden diese Zahlen kaum steigern können – und ihre Nachfolger werden auch aufgrund des kippenden Trends nach die letzten Konsolen auf absehbare Zeit sein. Natürlich: Es gibt nicht den einen, alles erklärenden Grund und das will ich auch nicht vorgaukeln.

Mehr Spieler, weniger Vielfalt in den Charts

Aber einer von den Gründen ist glaube ich dieser: Spiele – obwohl die Branche und Zahl der Konsumenten stark gewachsen ist – werden inhaltlich heute verengt wahrgenommen, haben das Image als stupide Gewaltorgien. Neben einer Menge an ahnungsloser und klischeebelasteter Medienberichterstattung in den letzten Jahrzehnten hat es natürlich auch selbstgemachte Gründe. Etwa die Art wie Spiele vermarktet werden (häufig mit möglichst spektakulärer Gewalt oder stupiden Sujets) oder welche Spiele vor allem viel Marketingbudget bekommen (gefühlt: Shooter, Shooter, Shooter und dazwischen ab und zu ein Renn- oder Sportspiel, die Sims und World of Warcraft). Selbst Spiele aus bekannten Serien, die den Klischees der intellektuellen Geisterbahn nicht entsprechen, müssen anscheinend am Cover Explosionen und dicke Waffen haben.

Das war nicht immer so. Beim Blick auf die Verkaufszahlen ist ein historischer Wandel zu erkennen. Mit der zunehmenden Grafikleistung der PCs und der letzten beiden Konsolengenerationen wurden plötzlich andere Spiele verkauft. Vor dem Jahrtausendwechsel dominierten auf PC und den Konsolen vom NES über N64, Mega Drive, Dreamcast und Playstation die Jump & Runs, Adventures, Sport-, Strategie- und Rollenspiele die Charts – und damit auch die öffentliche Wahrnehmung von Spielen. Mit der Etablierung von Playstation 2 und Xbox und noch stärker mit PS3 und Xbox 360 standen plötzlich vor allem Call of Dutys, God of Wars, GTAs und Halos in den Charts und den Covers der Magazine.

Nur Nintendo konnte am Konsolenmarkt mit dem DS und der Wii noch dagegen halten und hielt Mario, Wii-spezifische Spiele und Zelda im Rennen – beide Geräte sind auch die erfolgreichsten ihrer Generationen (dass die WiiU und der 3DS das mit ihrem etwas komplizierten Appeal noch einmal schaffen, denke ich nicht). Sie haben an die Nicht-Actionspieler gedacht und neue Käuferschichten erschlossen (enttäuschten aber andererseits fatalerweise die Core-Gamer). Etwas das Microsoft und Sony erst verspätet mit Kinect, Move und vereinzelten Spielen eingefallen ist (obwohl der Erfolg des Eye Toys die Strategie rückblickend nahegelegt hätte).

Xbox und PlayStation pushen das Bild

Ich behaupte: Der Trend zur (nur dem Anschein nach!) immer provokanter und gewaltfixierten Spielekultur kommt von diesen Konsolen. Dort sind derartige Spiele besonders erfolgreich und vor allem: Sehr wenig andere Spiele neben ihnen. Mit ihrer darauf ausgerichteten, enormen Vermarktungsmaschinerie (die es so für den PC nicht gibt), überdecken die Konsolenhersteller außerdem, dass die Branche eben kein monothematischer Haufen von Dödeln ist, sondern ein reichhaltiges Angebot für alle Bedürfnisse anbietet.

Natürlich: Auch der PC konnte sich diesem Trend zum Actionspiel bei den Top-Sellern nicht komplett entziehen (und das will ja auch niemand erzwingend). Aber er hat doch nebenbei neue Gebiete erschlossen und ein viel breiteres Angebot. Hier gibt es in den Charts nicht nur Call of Duty, Battlefield und Doom, sondern auch die Sims, Civilizations, Portals, Annos, Guild Wars und World of Warcrafts. Diese Spiele (allesamt Millionenseller) und Serien entstammen der PC-Kultur und wären ohne diese Plattform nicht denkbar. Ähnliches gilt auch die aufblühende Indie-Branche an, deren Speerspitze etwa Minecraft mit über 10 Mio. verkauften PC-Exemplaren steht und das es erst darauf aufbauend auch unter die erfolgreichsten Xbox- und Portable-Games geschafft hat.

Außenwirkung? Fatal

Nur zur Klarstellung: Ich will nicht sagen, dass Shooter und Actionspiele verachtenswert oder schlecht wären. Ich spiele selbst ab und zu gerne welche. Aber gerade die Chart-Stürmer sind meistens auch keine narrativen Highlights der Menschheitsgeschichte. Man ist oft schon positiv überrascht, wenn die Geschichten und Charaktere nicht brunzblöd sind, sondern eh ganz ok. (Und mit der Vertunnelung und Ver-Quick-Time-Eventung verlieren sie für mich gegenüber originären PC-Shootern traditionellerer Prägung auch spielerisch an Reiz. Hat jemand von euch mal die Gameplaykatastrophen gespielt, die aktuelle Call of Dutys darstellen und das länger als eine halbe Stunde ertragen?)

Von außen und zum Teil auch bei detaillierter Betrachtung sehen die am größten gepushten Spiele erschreckend aus. Selbst eine einst so gefeierte Serie wie Tomb Raider kommt nicht mehr ohne umstrittene Gewaltdarstellung aus (wenn die Sexismusdebatte manche auch anders sehen). Dass sie auf spielferne Gesellschaftsteile und damit deren Bild von der Branche irritierend und abstoßend wirken, kann niemanden wirklich überraschend.

Natürlich: Die Ignoranz von Ahnungslosen ist nicht allein den Spielen anzulasten. Dass zum Beispiel der satirische Ton von Grand Theft Auto im Kluturfeuilleton, den Nachrichtenredaktionen und bei politischen Entscheidungsträgern kaum ankommt, ist deren schuld, weil sie sich einer seriösen Auseinandersetzung verweigern. Dass Call of Duty für geschmackslose Dinge verantwortlich gemacht werden, die schon vor ihm da waren, ist ähnlich zu beurteilen.

Aber so richtig clever daran arbeiten, dass sich daran etwas ändert, tun die entscheidenden Stellen auch nicht. Zu wertvoll ist die strunzdumme Provokation und falsche Aufmerksamkeit als Verkaufsantrieb. Zu einfach und vielfach erprobt ist es, erfolgreiche Spiele für provokationsheischende Pubertierendenhorden zu machen. Zu wenig Anspruch ist in den Vorstandsebenen da, inhaltlich relevantere Spiele nicht nur als Feigenblätter zu machen (oder wenn sie gesicherte Cash Cows sind), sondern sie auch als Risikoprojekt ins Rampenlicht zu stellen. Die Situation ist so verfahren, dass sich sogar Hersteller von derartigen Spielen bereits darüber lustig machen.

Unser schönes Hobby ist natürlich gar nicht so blöd, wie es für andere Leute scheint. Aber es muss seine Vielfältigkeit selbstbewusster verkaufen. Und dazu braucht es klügeres Marketing.

  • Mani

    Interessanter Artikel und aus dem Bauchgefühl heraus, ohne mich jetzt am Konsolenmarkt auszukennen, würde ich diesem Bereich auch eher actionlastigere (und damit meist auch mit mehr Gewaltdarstellungen verbundene) Titel zuordnen. Ich glaube aber dennoch, dass vor allem im Bereich der Coop-Games hier der ein oder andere Klassiker auch heutzutage noch zu verorten wäre. Aber da kenne ich mich zu wenig aus und will mich jetzt auch nicht mit den Verkaufszahlen herumschlagen. Ist einfach der Eindruck den ich als reiner PC-Gamer vom Konsolenmarkt habe.

    Was allerdings meiner Meinung nach in der ganzen Darstellung noch zu berücksichtigen wäre, ist der gesamte iOS und Android Markt. Hier ist denke ich, alleine schon aufgrund der Hardware/Displaygrößen, noch ein differenzierteres Bild zu verorten (Vermutung). Ich spiele selbst nicht auf meinem Smartphone, denke aber bei Games hier auch eher an Verkaufsschlager wie Angry Birds oder Temple Run, die ja nicht wirklich in der Liga von COD, GoW (und wie sie alle heißen mögen) spielen ;)

    Eventuell wäre das ja was für einen Follow-Up Artikel zu diesem Thema. Würde mich nämlich schon interessieren, vor allem da das Smartphone für viele ja mittlerweile der Einstieg in die Gamingwelt ist, behaupte ich jetzt mal so.

    • Den Markt hab ich bewusst außen vor gelassen, weil er als Low-Price-Segement halt gerade von Relevanz und Verkaufszahlen sehr schwer vergleichbar ist. Es ist sicher ein Casual-dominierter Markt der Hardcore-Gamern nicht diese AAA-Titel bietet. Weil das Gameplay wegen der Steuerung recht beschränkt sein muss und gerade sehr schnelle komplexe Reaktionen nicht so leicht verwirklichbar sind, sind Actiontitel da vermutlich eher nicht so bedeutend, sondern eher langsamere, kreativere oder einfachere Spielkonzepte bzw. narrative Elemente.

  • 307GThreepwood

    Ich denke, dass nicht die Konsolen die Schuld tragen für die Entwicklung sondern einfach der Markt an sich. Beziehungsweise die Nachfrage von Kundenseite. Wenn sich der mieseste Kriegsshooter(Medal of Honor) besser verkauft als ein tolles Adventure(Edna, Harvey) ist das schon sehr bezeichnend.
    Sicher, die Konsolen sind der Grund warum Videospiele heute diese Verbreitung haben und daher wiederum am “Mainstream”. Das kann man ihnen aber nicht vorwerfen.

    Perlen gibt es dort wie da. Wo der PC Minecraft und Indie im Allgemeinen hervorgebracht hat brachten uns die Konsolen Journey, LBP und genug was mir jetzt nicht einfällt. Spiele wie Bioshock: Infinite würden heute sicher ganz anders aussehen ohne Konsolen, wenn überhaupt jemand das Geld in die Entwicklung investiert hätte.

    Imho muss man akzeptieren, dass die Videospielindustrie eben eine Zielgruppe ansprechen will auf die wir vielleicht nicht alle stolz sind. Meiner Erfahrung nach die pubertierenden Jugendlichen(bzw. Erwachsene die nie über diese Phase hinauskamen) die “Boah geil” schreien wenn irgendwo ein Kopf explodiert.

    Die Außendarstellung leidet vielleicht darunter allerdings kam ich mir vor 10-15 Jahren weit dämlicher als Gamer vor als heute. Videospiele wanderten in dieser Konsolengeneration doch etwas mehr in die Mitte der Gesellschaft. Und ich denke das muss man ihnen zugute halten.

    • “Ich denke, dass nicht die Konsolen die Schuld tragen für die Entwicklung sondern einfach der Markt an sich. Beziehungsweise die Nachfrage von Kundenseite.”

      Bis zu einem gewissen Grad logischerweise ja, aber in dieser extremen Form nicht (folgende Zahlen aus den VGChartz):

      Unter den Top 20 der meistverkauften Xbox 360 Spiele sind 16 Actionspiele & Shooter. (6x CoD)
      Unter den Top 20 der meistverkauften PS 3 Spiele sind 14 Actionspiele & Shooter (6 x CoD).
      Unter den Top 20 der PS2 waren noch 5, bei der Xbox 1 warens 8.

      Das sind wohlgemerkt auch nicht irgendwelche harmlosen Actionspiele, sondern vor allem auf martialischen, narrativ anspruchslosen Realismus getrimmte Spiele. Es sind Call of Duty und Gears of War, Halo, Battlefield und dazwischen mischt sich ab und zu ein GTA, dem man ein paar tiefere Werte nachsagen kann.

      Unter den Top 50 der meistverkauften Wii Spiele sind genau 0 Actionspiele und Shooter!
      Am PC ist das Actiongenre eines von vielen (globale Zahlen sind da etwas schwieriger zu kriegen und digitale Verkäufe im Vollpreissegment wichtiger, aber die Top 15-20 haben normalerweilse so 2-3 Actionspiele darunter, die ich zudem zT als anspruchsvoller klassifizieren würde – etwa Half-Life 2. CoD ist nicht dabei, obwohl es ursprünglich von der Plattform stammt (das war freilich bevor die Serie von der Inszenierung und dem Gameplay her komplett vertrottelt wurde.).

      Wie kann es sein, dass zwei Konsolen so völlig andere Käuferbedürfnisse ansprechen als alle anderen erfolgreichen Spieleplattformen davor und daneben? Das ist natürlich kein Zufall und es so darzustellen nimmt die Hersteller aus der Verantwortung, die sie nunmal haben. Solche Diskrepanzen kann man nicht auf eine natürliche, unbeeinflusste Nachfrage zurückzuführen. Sie sind das Ergebnis von gezieltem Marketing.

      “Sicher, die Konsolen sind der Grund warum Videospiele heute diese Verbreitung haben und daher wiederum am “Mainstream”. Das kann man ihnen aber nicht vorwerfen.”

      Dass Konsolen dieser Grund sind, halte ich für ein Gerücht. Laut den Zahlen haben sich in den vergangenen Jahren PC-Spiele jedenfalls nicht schlechter verkauft.

      “Die Außendarstellung leidet vielleicht darunter allerdings kam ich mir vor 10-15 Jahren weit dämlicher als Gamer vor als heute. Videospiele wanderten in dieser Konsolengeneration doch etwas mehr in die Mitte der Gesellschaft. Und ich denke das muss man ihnen zugute halten.”

      Spiele wandern seit immer weiter in die Mitte der Gesellschaft und dank dem PC und Nintendo taten sie das weiterhin. Auch der PS1 und PS2 würde ich da besondere Verdienste anrechnen. Diese aktuelle Konsolengeneration von MS und Sony hat aber vor allem die Nerds befriedigt und keine neuen Käuferschichten erschlossen.

      Es wurden bis heute genausoviele Xbox 360- und Playstation 3-Geräte zusammen verkauft, wie damals von der PS 2 allein. Es ist die Wii, die neue Schichten angesprochen hat – und zwar weil sie Super Mario statt Call of Duty und Halo in den Vordergrund gerückt hat.

      Und das wohlgemerkt unter den Bedingungen, dass MS und Sony sowieso mit jeder verkauften Konsole Verlust machen, sie sich also mit der Macht von Weltkonzernen Marktanteile erboxen.

      “Imho muss man akzeptieren, dass die Videospielindustrie eben eine Zielgruppe ansprechen will auf die wir vielleicht nicht alle stolz sind.”

      Mir ist es im Prinzip voll egal, was die Leute spielen und ab und zu spiele ich selbst gern diverse Shooter. Mir gehts hier nicht um den Geschmack oder eine pure Moralkeule, sondern um das Problem, dass die zwei meistsubventionierten Plattformen, der zwei größten Spielekonzerne NUR NOCH darauf ausgerichtet sind, diese EINE Zielgruppe monothematisch zu befriedigen und mit ihren Millionen-Werbetats alles andere in den Schatten stellen, was genauso seine Zielgruppen hat. Und genau das passiert auf PS3 und Xbox 360. Und genau das prägt das Bilder dieses Hobbys zu unrecht mehr als alles andere.

      • 307GThreepwood

        Ich pick mir jetzt zu später Stunde nur ein paar Punkte heraus:

        @Top20
        Die sind insofern mit Vorsicht zu genießen als eben 6 Spiele bei PS3 und Xbox360 aus EINER extrem erfolgreichen Spielereihe sind.
        Zusätzlich hat Square schlicht Final Fantasy vergeigt was auch noch 3 Top20 PS2 Spiele ausmacht. Für Need for Speed gilt das Gleiche.
        Weiters sind auch die grafischen Möglichkeiten heute anders als bei PS2 und Xbox was meines Erachtens nach die Zunahme an Shootern mit realistischer Grafik erklärt. Die neue Konsolengeneration wird fürcht ich noch weiter in diese Richtung gehen.

        @Wii
        Schwächere Grafik erklärt zusammen mit der Einstellung von Nintendo und der Fuchtelsteuerung die Top50 der Wii.
        Das diese sich gut verkauft hat wundert mich auch nicht. Niedriger Preis, anderes Steuerungskonzept und Partyspiele.
        Allerdings kenn ich in meinem Bekanntenkreis keinen der die Wii regelmäßig verwendet.
        Außerdem gab’s für die Wii Softmods. Möglichkeit zu Raubkopien pusht Konsolenverkäufe immer.

        @Verkäufe PC – Konsolen
        Multiplattformtitel(also die meisten AAA PC Titel sind) verkaufen sich meines Wissens nach am PC immer um ein Vielfaches schlechter als auf den Konsolen. Ja, auch Minecraft. Weiß nicht wie es sich bei den Gesamtverkaufszahlen verhält. Möglicherweise reißen uns da die komische Simulatoren raus.
        Quelle für die Zahlen?

        @Mitte der Gesellschaft
        Die Rockbands, Singstars und wie sie alle heißen haben meiner Erfahrung nach viel dazu beigetragen. Das dies nicht erst mit PS3, 360 und Wii angefangen hat stimmt. Ob Nintendo hier global gesehen wirklich eine Vorreiterrolle eingenommen hat weiß ich nicht. In meinem Bekanntenkreis definitiv nicht. Da wurden viele erst durch die Grafik der aktuellen Generation zum Spielen bewegt.

        Genug für heute.

      • @ps3/x360
        Die bessere Grafik gäbe es auch am PC und für ihre Zeit waren auch PS3 und Xbox weit vorne und shooter gibts nicht erst seit ein paar jahren als erfolgreiches genre. Wo du aber recht hast: auf der PS3 ist das alles noch ein bisserl vielfältiger, auf der xbox 360 gibts eigentlich nur noch CoD, Halo und Gears of War.

        @wii
        du wunderst dich nicht, warum die wii sich gut verkauft hat, erklärt dann aber eh gut, warum sie andere käuferschichten angesprochen hat und damit spiele eben in die mitte gerückt haben. ich habe großeltern gesehen, die wii bowling gespielt haben. die wii ist btw zwar billiger gewesen, aber preisecht und eben nicht subventioniert. mit hunderten euro verlust pro konsole kann nintendo halt im gegensatz zu ms und sony nicht mit, deshalb die umorientierung.

        und ja die völlige actionabwesenheit dort ist natürlich ein zeichen davon, dass man die core-gamer komplett vergrault hat. das ist eben leider das andere extrem. liegt aber weniger an der hardware als am mangelnden spielenachschub. am anfang hat man sich noch drum bemührt, irgendwann ist der nachschub an spannenden core games einfach versiegt und nur noch schlecht portierte, abgespeckte multiplattformtitel erschienen.

        @pc
        die quellen für die zahlen muss man sich da ein bisserl zusammendichten. ein paar globale bestenlisten (wie in der wiki) gibts, aber die sind nicht topaktuell. bei vgchartz gibts wiederum nur die US zahlen. und die digitalverkäufe über steam sind meistens auch nicht eingerechnet. (aber du musst ja nur mal schauen, was da gerade top-seller ist, da sind shooter einfach nicht so dominant.
        multiplattformer sind auf den konsolen stärker das stimmt. weil sie aber auch für konsolen entwickelt und für den pc meist nur portiert werden.
        für minecraft stimmt das nicht. pc 10 mio, xbox 6 mio, pocket version 7,5 mio.

        @mitte der gesellschaft:
        die guitar heros, rockbands, singstars, eyetoys, wiimotes, kinects, balance boards, ps moves sind da eben tatsächlich wichtig. aber die waren gerade bei sony eben in der vorgeneration. kinect adventures ist das mit abstand meistverkaufte xbox 360 spiel. nur kam danach leider nix nach. das blieb ein zubehör für partyspiele, das erst 5 jahre nach konsolenrelease auf den markt kam als ms merkte, dass sie dieses segment komplett verpennt hatten (und dafür ist es nicht besonders billig). auch sony hat diese generation mit diesen sachen komplett verschlafen – nichtmal das eyetoy gabs am konsolenstart, move kam auch erst 4-5 jahre nach dem konsolenrelease als plumper wiimote-klon daher. nintendo hat die markterweiterung in dieser generation eben zum konzept erhoben, ms und sony nicht.

        aber wir gehen eigentlich viel zu sehr ins detail: fakt ist, dass auf diesen beiden generationen hauptsächlich actionspiele gespielt werden und das dafür enormes marketing betrieben wird und das eben genau das das bild von games in der öffentlichkeit prägt.

      • 307GThreepwood

        @Minecraft
        Dann hat sich das seit Jänner offenbar wieder gedreht: http://www.onlinewelten.com/games/minecraft/news/verkaufszahlen-uebersteigen-alleine-im-jahr-2012-marke-15-millionen-118722/
        Finde auf die Schnelle keine aktuelleren Zahlen, die auf der HP dürften mit Vorsicht zu genießen sein. Wird einmal als PC/MAC Verkaufszahl tituliert und an anderer Stelle als verkaufte Einheiten.
        Natürlich durchaus möglich, dass die Zielgruppe auf der X360 irgendwann versorgt war und die Verkäufe seither stagnieren.

        @PC
        Dann fehlt uns hier leider die Vergleichbarkeit der Zahlen. Außerdem sind dort mittlerweile auch andere Bezahlkonzepte unterwegs die Vergleiche zusätzliche erschweren.
        Außer Frage steht, dass der PC breiter aufgestellt ist was nicht zuletzt an Maus+Keyboad liegt.
        Aber wie würden die Bestenlisten ausschauen wenn die Actionspiele die jetzt exklusiv für Konsolen, Sony oder MS auch sauber portiert auf den PC kämen? Würden die Gear/God of War, Halos, RDR und wie sie alle heißen auch auf dem PC das Gewicht Richtung Action kippen lassen?

        Schön langsam versteh ich aber besser worauf du hinaus willst. Vor allem wenn man die erfolgreichen Exklusivtitel betrachtet. Bei X360 gibt es mit Gears und Halo 2 erfolgreiche und exklusive Serien die deiner Kritik natürlich in die Hände spielen.

        Auch Sony hat bei den exklusiven Titeln viele Shooter und Gewaltorgien(GoW, Resistance, Killzone)
        Allerdings sieht da die Top20 bei Sony exklusiven Titeln etwas besser aus. Uncharted, Metal Gear und LBP legen den Schwerpunkt nicht primär auf Gewalt wobei die Kill Counts bei ersteren natürlich hoch sind.

        Aber kannst du den Konsolen die “Schuld” an CoD geben? War immerhin auf allen Plattformen extrem erfolgreich.
        Und wenn ich im TV Werbung mit (z.T. nur angedeuteten) Gewaltszenen sehe dann für AC, CoD und BF. Und da sitzen doch eher die Publisher dahinter als die Konsolenhersteller, oder?(Aussage über TV Werbung nur beschränkt interessant da Entwicklungsland Ö nicht vergleichbar mit großen Ländern/Märkten)

        Mein Gefühl sagt mir einfach, dass die Nachfrage nach diesen Titeln die Entwicklung der Spieleindustrie in diese Richtung getrieben hat. Die pumpen wiederum Geld ins Marketing und das lockt mehr Publikum an. Teufelskreis, der auf den Konsolen durch hohe Entwicklungs- und Lizenzkosten schwerer zu durchbrechen ist als auf dem PC.
        Jetzt kann man natürlich wieder über die Verwechslung zwischen Ursache und Wirkung diskutieren. Ob dabei aber ein beweisbares Ergebnis rauskommt wage ich einmal zu bezweifeln.

        Nintendo hat sich mit starken Marken ein kleines Paralleluniversum aufgebaut und lebte davon bisher recht gut. Wird sich weisen wie es sich mit der WiiU entwickelt.