One Life

One Life: Einmal Sterben und das Spiel zerstört sich

“Stell dir vor, du besiegst einen anderen Spieler. Er liegt am Boden. Du hast jetzt die Macht über ihn. Du bist sein Meister”, sagt Yuri Lyashenko über das wichtigste Prinzip seines kommenden Multiplayer-Survival-Shooters One Life. Man entscheidet nun, ob er stirbt, freigelassen ausgeraubt oder versklavt wird. Und diese Macht ist sehr groß, denn im Spiel von Kefir wird es eine radikale Form des Permadeaths geben. Wird ein unterlegener Spieler getötet, kann er One Life nie wieder spielen. Dann gebe es “keine Mikrotransaktionen. Einfach Ende”, sagt Lyashenko. Dass man das (in der Vorbestellung) 10 Dollar teure Spiel mehrmals kaufen wird können, scheint mir aber wahrscheinlich.

One Life könnte ein Raum für ein interessantes soziales Experiment sein. Wie wird die Community sich angesichts solch gravierender Konsequenzen entwickeln? Wird sie ein Ort für asoziale Trolle und machtgeile Faschos oder entwickelt sich eine Form von Respekt für das virtuelle Leben? Einerseits ist das reizvoll. Andererseits macht mich das kokettieren der Entwickler mit dieser Machtfantasie unruhig. Im “echten Leben” wäre das Verhalten eine Schweinerei. Und durch soziale Beziehungen im Spiel und die Verknüpfung des Lebens an “echtes Geld” ist kein Spiel gänzlich von diesem “echten Leben” entkoppelt.

One Life

Aber natürlich: Die Teilnahme an einem Spiel basiert auf Freiwilligkeit und man weiß, worauf man sich hier einlässt. Und wer sagt schon, dass Spiele nicht unrund machen dürfen? Es wird ein schmaler Grat für One Life sein, ob es ein Verstärker für faschistoide Tendenzen wird, oder ein nachdenkliches Statement. Zur Entscheidung darüber gehört auch die Frage, wie viel Einfluss man auch als schwächerer Spieler auf die Regeln in der Spielwelt haben wird.

Was haltet ihr von der Idee? Wir freuen uns auf eure Kommentare!

Rund um diese zentrale Spielidee ist One Life ein Survival-Game, in dem der Spieler Hunger, Durst und andere Bedürfnisse erfüllen muss und sich im Team mit anderen Spielern gemeinsam auch Ruckzugsorte aufbauen kann.

Einer meiner größten Einwände gegen diese Form von Permadeath, ist die Fehleranfälligkeit von praktisch jedem Spiel. Immerhin sollte kein Glitch der Grund sein, weshalb man seinen mühsam aufgepimpten Charakter dann plötzlich verliert. Von einer Vorbestellung würde ich vor seriösen Tests gerade bei so gravierenden Konsequenzen deshalb eher abzuraten. Wer es trotzdem tun möchte (man bekommt immerhin Beta-Zutritt): Hier lang.