Dieses Jahr war ich mit dem Prusa CORE One Mini zu Gast auf der Maker Faire Salzburg, der einzigen offiziellen Maker Faire in Österreich – und was soll ich sagen: es war wieder ein Erlebnis. Jede Menge Gespräche mit interessierten Besuchern, die das Projekt noch nicht kannten – aber erstaunlich viele, die es schon einmal auf Reddit, auf Printables oder im Standard gesehen haben und deshalb extra zur Maker Faire gekommen sind. Von Crashkursen zu FDM und 3D-Druck im Allgemeinen bis zum Fachsimpeln mit Enthusiasten gab es eine breite Palette an Gesprächsthemen.
Danke hier auch an Prusa Reseach, die meinen kleinen und bescheidenen Stand mit etwas Merch aufgefettet haben.

Auch wenn ich durch die vielen Fragen und Besucher an meinem Stand ziemlich gebunden war, hatte ich trotzdem genug Zeit, mich ein wenig umzusehen – hier meine Top 3:
#3 Flex.Node
Ein echtes Upcycling-Projekt: alte HDPE-Waschmittelflaschen werden zusammen mit 3D-Druck-Teilen und Elektroinstallationsrohren zu einem kompletten Bausatz umfunktioniert. Beweis genug, dass man für spannende Maker-Projekte nicht zwingend teures Material oder Werkzeug braucht – ein bisschen Erfindergeist und ein Blick auf den Recyclinghof tun es auch. Geboren an der Universität für Angewandte Kunst Wien, ist laut den Machern die größte Herausforderung aber tatsächlich das Sammeln der Ressourcen – hier war langes Dumpster-Diving in Wien angesagt, um genügend gleichartige, ausgediente Waschmittelflaschen zusammenzutragen. Das bisschen Mathematik bzw. Geometrie dahinter dagegen ist eine Fingerübung.



#2 Herr Leibnitz rechnet binär
Jürgen Weigert vom Fablab Region Nürnberg e.V. baut mechanische Rechenmaschinen, um Kindern das Binärsystem näherzubringen und begreifbar zu machen. Statt abstrakter Nullen und Einsen zum Auswendiglernen setzt er auf das, was Kinder am besten können: anfassen, ausprobieren und verstehen, was passiert. Mit Kugeln, Kippelementen und rein mechanischen Überträgen lassen sich auf seinen Maschinen Bits setzen, addieren und Überträge beobachten – man sieht der Rechnung quasi dabei zu, wie sie passiert. Dabei kommt ganz unterschiedliches Material zum Einsatz: lasergeschnittenes Holz, 3D-Druckteile und vieles mehr. Das Schöne daran: Wer einmal verstanden hat, wie eine 1 zum Übertrag wird, vergisst das nicht mehr so schnell – ganz im Gegensatz zum auswendig gelernten Pauschalkalkül. Pädagogisch wertvoll, handwerklich beeindruckend – und ein Publikumsmagnet für junge Maker. Die Pläne und Bauanleitungen dazu teilt er übrigens frei auf Thingiverse, sodass Lehrer, Eltern und Maker die Maschinen selbst nachbauen können.


#1 LaserBrewer
Mein Highlight! Massimo Capello ist aus Udine angereist – seine Passion sind Laser aller Art. Anders als viele andere baut er Laserquellen nicht einfach aus ausgedienten Maschinen aus, nein: Er baut sie aus Schrott, aus Teilen, die er irgendwo zusammensucht – oder er fertigt sie komplett selbst. Dadurch sind seine Laser so gebaut, dass man die „Inneren“ im Detail sehen kann.
Das Spektrum reicht von einfachen Aufbauten bis zu meinem persönlichen Highlight: ein gepulster Neodym-YAG-Laser mit 6 Megawatt – und das Beste: er leuchtet blau.
Für ihn persönlich ist sein Helium-Selen-Laser sein Meisterstück – ein sehr seltener und technisch anspruchsvoll zu bauender Laser, der in der Industrie längst du billige Halbleiter-Laser ersetzt wurde.
Damit es nicht zu langweilig wird, werden regelmäßig Luftballons geplatzt und Würstchen gegrillt. Ganz Mutige dürfen sogar mit den Fingern hingreifen: Dafür nutzt er einen gepulsten Festkörperlaser mit 5 kW. Bei einer Pulslänge von nur 100 µs ergeben sich dabei gefahrlose 500 mJ – genug, um einen schwarzen Textmarker von der Haut zu entfernen, ohne die Haut zu verbrennen. Coole Sache!







„Ehrenplätze“
Bei über 60 Ausstellern mit 200 Makern und 1.600 Besuchern, die sich dieses Jahr in der HTBLuVA Salzburg in Itzling eingefunden haben, gäbe es noch viel zu berichten – daher hier ein paar Honorary Mentions:
eHaJo
Hannes und Ines bringen Kindern mit Lötbausätzen das Löten näher – interessierte Kinder können „Penny“, eine Fledermaus mit RGB-LEDs, herstellen.

eHaJo – Elektronische Bausätze
tmw roadLAB
Das roadLAB des Technischen Museums Wien ist ein mobiler Makerspace, der durch Österreich tourt und Schulen sowie anderen Bildungseinrichtungen MINT-Kompetenzen vermittelt. Alles Notwendige ist in einem Elektrobus verbaut und verstaut.

C2H6O – The Cocktail Machine
Eine kompakte Maschine zum Mischen von Cocktails: beleuchtet, 3D-gedruckt, mit eigener Elektronik und App. Der RFID-Reader am Glas trackt dabei die Vorlieben und das Trinkverhalten der Gäste – und dazu noch deutlich kompakter als andere die ich bisher gesehen habe.

c2h6o_thecocktailmachine auf Instagram
Harald & Irmi
Zwei Maker aus Leidenschaft, die mit allerhand Tech-Gadgets aufwarten: eine Installation, bei der fallende und miteinander kollidierende Wassertropfen fotografiert werden können – oder einfach nur eine Wetterstation mit Geigerzähler, warum nicht? Mein Highlight: eine ringförmige Uhr.

Resin Gremlins
Lee Fotheringham stammt aus Schottland und lebt in Salzburg; im Hauptberuf ist er Englischlehrer. Auf der Maker Faire Salzburg stellt er Spielwürfel her – aus gefärbtem Gips oder aus Gießharz.

Phrechdax
Paul Schwarz, mein Standnachbar, ist selbsternannter „Marketing-Stuntman“. Er macht nach eigenen Aussagen „innovative Produktentwicklung & DIY-Wahnsinn“ – der Name ist Programm: ein Tisch voller Nerdstuff, Ideen und Gesprächsthemen ohne Ende.

Eine vollständige Liste der Aussteller und Infos zur Maker Faire Salzburg 2026 findet ihr im Austellerverzeichnis 2026.