Das Überleben der flachen Masse

Die Indie-Vorzeigeentwickler von Introversion haben in den letzten Jahren zwei Leuchtfeuer der einfachen aber guten und andersartigen Spielekunst abgeliefert. Während Darwinia noch Solisten ansprach, war DEFCON ein Mehrspieler-Spektakel. Der vereinende Schritt ist sozusagen Multiwinia.

Interessante Modi

Die abstrakten, polygonarmen Digitallandschaften von Darwinia dienen da wieder als Strategie-Schlachtfelder der flachen Männchen. In sechs verschiedenen, kurzweiligen Spielmodi machen wir das Internet unsicher. Zwei davon konnte ich in einer ersten Previewversion anspielen. “King of the Hill” und “Capture the Statue”.

Unter den verbleibenden finden sich neben den grundsätzlich nicht außergewöhnlichen “Domination” (Alle ausknippsen) und “Assault”(Angreifer vs. Verteidiger) auch das interessant klingende “Rocket Riot” (Darin sammelt man Solarzellen für den Start einer Rakete. Wer zuerst abhebt, gewinnt) und “Blitzkrieg (Noch nicht genauer definiert).

Beide ausprobierbaren Modi boten hingegen keine größeren Überraschungen: Im ersteren besetzen wir ganz wie in Kinf of the Hill-Modi gewohnt Stellen auf der Karte um Punkte zu sammeln, beim zweiten Modus lassen wir unsere Darwinianer riesige Statuen in unsere Basis schleppen. Eine sehenswerte Variante der ewig faden Fahnenschlepperei.

Kollektivgenies

Ab und zu sammeln die kleinen Kerle auf Befehl zur Hilfe einge Goodies ein (etwa stationäre Kanonen). Meistens konzentriert sich das Spiel aber voll auf die kleinen Kreaturen. Die eigentlich völlig seelenlos wirkenden Flachmänner (abgesehen von den auf den Schlachtfeldern übrigbleibenden Seelen) haben etwas grundsympathisch Menschliches: Für sich allein sind sie machtlos und schwach, gemeinsam aber stark.

Während die Darwinianer – wenn gerade kein Anführer in der Nähe ist – recht wirr über die Karte irren und sich leicht vom Gegner abknallen lassen, hieven sie im Kollektiv riesige Statuen herum. Beschützt von anderen befreundeten Massen zerren sie die Dinger langsam und mühsam in die Basis. Währenddessen müssen wir hektisch mit weiteren Truppenverbänden neuralgische Punkte auf der Karte erobern und beschützen. Mit der Kamera kann man weit genug nach oben, um jederzeit den Überblick behalten zu können. Null Problemo.

Verkrüppelte Steuerung mit viel Sinn

Die verschiedenen Gruppen können aber nicht zu groß sein, denn die Entwickler haben sich einen Steuerungs-Kniff einfallen lassen. Anstatt beim Auswählen einen Rahmen über die Darwinianer zu ziehen, müssen wir auf einen Kartenpunkt klicken woraufhin sich ein kreisförmiger Rahmen öffnet. Der wird aber nicht allzu groß.

Abgesehen von diesem kleinen, Massenvernichtung-verhinderten Trick ist das in den ausprobierten Modi keineswegs innovativ. Nichts desto trotz ist Multiwinia schon mit den kleinen Contentschnippseln aus dieser Version spannend. Da ist genug Tempo drin, man hat ständig etwas zu tun. Wer Darwinia oder aber Arena Wars mochte, sollte das Spiel unbedingt auf dem Radar behalten.

Wenn die britischen Entwickler bis dahin genügend Abwechslung in die Maps bringen, und noch den ein oder anderen außergewöhnlich Modus liefern, bahnt sich für September (unser Video liegt da mit August leider falsch) ein sehr feines Multiplayer-Action-Strategical für den kleinen Hunger zwischendurch an.

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