BenQ W1110

BenQ W1110 im Test: Schöner Einstieg in die Beamer-Welt

Beamer sind mittlerweile in vielen Haushalten keine exotischen Accessoires mehr. Es ist erschwinglich geworden, auch zuhause in hoher Qualität auf der großen Leinwand Videos zu sehen oder zu gamen. Wir wollten uns selbst vom aktuellen Können leistbarer Projektoren überzeugen und haben uns dafür erstmal den neuen BenQ W1110 angesehen.

Der W1110 ist ein DLP-Beamer, wird als Einsteigermodell bezeichnet und kommt mit einer unverbindlichen Preisempfehlung von 1.100 Euro daher. Es gibt ihn aber billiger – bei Amazon derzeit um 885 Euro (Partnerlink). Damit liegt er zwar doch noch deutlich über durchaus guten TV-Geräten, liefert aber eben auch Full-HD-Bilder, die auf bis zu 7,6 Meter aufgedreht werden können (Throw Ratio 1,15-1,5:1, Zoom 1,3:1, Datenblatt als PDF). Schon ab einem Abstand von 3 Metern zur Wand kann man damit 2,5 Meter Bilddiagonale erreichen, was auch meiner Testkonfiguration entsprach. Wer sich die Situation in seinem Zimmer vor dem Kauf durchrechnen will, kann das mit diesem Tool tun.

Bild

Mithilfe von mechanischen und digitalen Hilfsmitteln können Verzerrungen beim Setup schnell ausgeglichen werden. Ein analoger, vertikaler Lens Shift korrigiert bis zu 10%, was das verstellbare Vorderstandbein am hübschen und etwas großen Gehäuse nicht zu heben vermag. Das Bild ist einigermaßen detailliert kalibrierbar, was sich auch lohnt. Als reinem Plug & Play-Genießer gefielen schon die voreingestellten Standard-Profil gut.

Kontraste (10.000:1) sowie helle und dunkle Bilder werden sehr schön dargestellt, das Bild ist bei HD-Material gestochen scharf. Nur bei schnellem Blickwechseln von der Leinwand weg und zu ihr hin gab es den bekannten “Regenbogeneffekt” zu beobachten, wo für einen Sekundenbruchteil die Rot-Blau-Grün-Elemente des “6X-Speed RGBRGB-Farbrad” einzeln erkennbar scheinen. Das musste man aber schon eher absichtlich herbeiführen.

Vorbedingung für gute Optik ist wie bei allen mir je untergekommenen Projektoren ein ordentlich abgedunkelter Raum. Für den BenQ W1110 muss es aber immerhin nicht Kinoraum-Qualität sein. Zugezogene Vorhänge tun es völlig. Erst bei relativ viel natürlichem oder direktem Lichteinfall geht die Faszination verloren. Als Leinwand genügte meine weiße Zimmerwand vollkommen für Sportübertragungen, Games und Videos aller Art.


BenQ W1110

Sound

Der Geräuschpegel des W1110 wird offiziell mit minimalen 27dB angegeben, was etwa zwischen dem Ticken einer Armbanduhr und leisem Flüstern liegt und deutlich weniger ist, als moderne Kühlschränke beim Kühlen verursachen (~40dB). Tatsächlich bleibt das Gerät dank seiner großzügigen Belüftung im Betrieb wahrnehmbar aber nicht störend.

Die beabsichtigten Töne wussten hingegen zu gefallen, das verbaute Soundsystem ist bis in mittlere Lautstärke-Regionen durchaus herzeigbar. Es stößt erst in höherer Lautstärke an merkbare Grenzen, für ruhigere Vorstellungen muss man kein externes System anschließen – obwohl ein solches zu einem anständigen Heimkino weiterhin dazugehört.

Die 240-Watt-Lampe lebt laut Herstellerangaben zwischen 3500 und 6000 Stunden (Letzteres im Eco-Mode) und schafft einen Output von maximalen 2.200 Lumen. Alle Anschlüsse könnt ihr am Bild der Rückseite erkennen. Entscheidend sind für die meisten Nutzer wohl die zwei regulären HDMI-Anschlüsse. Der USB-Anschluss liefert auch Energie für Dongles wie z.B. einen Chromecast.

BenQ W1110: Rückseite mit Anschlüssen

 

Der BenQ W1110 und Games

Uns ist es naturgemäß immer ein wichtiges Anliegen, dass Hardware auch zum Gamen taugt und hier ist der BenQ W1110 ein wirklich guter Begleiter. Er kommt auch mit dynamischen Bildszenen gut zurecht, eine wahrnehmbare Bildverzögerung oder Ghosting wären mir nicht aufgefallen und dank der riesigen Bilddiagonale konnte ich nun auch endlich das verflucht kleine GUI von Elite: Dangerous einigermaßen entziffern.

Das Gerät hat auch einen 3D-Modus, in Ermangelung einer passenden 3D-Brille (Active Shutter) konnte ich diesen aber bedauerlicherweise nicht testen. Eine solche Brille ist ebenso wenig im Lieferumfang enthalten wie der (erhältliche) kabellose HDMI-Empfänger, mit dem man das Kabelwerk für gutes Geld reduzieren kann.


Fazit

Alles in allem erschien mir der BenQ W1110 als ein tolles Modell um in die Welt der Beamer einzutauchen, wenn man vor allem große und trotzdem noch schöne Bilder ohne offensichtliche Schwächen erleben möchte, ohne riesige cineastische Ansprüche mitzubringen. Seine großen Brüder, wie der W2000 (Partnerlink), haben zwar ein paar Vorzüge mehr (insbesondere verweist der Hersteller auf das Farbabstimmungsfeature “CinematicColors”), kosten aber doch auch merkbar gleich etwas mehr.

  • littlerespect

    Tom hast du den W2000 auch getestet? Ich spiele mit dem Gedanken mir einen Projektor zu holen und vA Farbdarstellung und Schwarzwerte sollen beim W2000 doch in einer anderen Liga sein. Ich stell mir nun die Frage, ob 200€ Aufpreis es wert sind.

    • Nein, konnte ich leider nicht. Und ein Freund, der sich erst kürzlich mit Beamern beschäftigt hat, ist leider grad drei Wochen weg.