Stöpsel, Stecker, Strahlen

Das AKG K930 in schwarzer Farbe
Das AKG K930 in schwarzer Farbe

Ich sitze am Klo, lasse der Natur ihren Lauf und höre dabei meinen liebsten Podcast. Allerdings habe ich weder einen MP3-Player dabei noch besonders laute Computerboxen. Wie ich das mache? Mit dem K930 Funk-Headset von AKG. Die österreichische Firma hat uns drei Exemplare ihres Produktsortiments zum Testen geschickt, auch ein neues Headset von Ideazon kommt unter unsere Lupe.

Das coolste Modell ist dabei sicher das AKG K930 (ab ca. 100€), eben jenes besagte Funk-Headset. Es sitzt entweder in elegantem Schwarz oder edlem Weiss auf euren Rüben und kann theoretisch bis zu 100 Meter weit senden. Ob es ganz so weit reicht, lässt sich schwer sagen. Im Test habe ich es bei Windstille auf jeden Fall bis zum Nachbargarten geschafft, bevor das Rauschen unterträglich wurde – geschätzte 75 Meter. Freilich kommt das auch auf die Umgebungsgeräusche und ich vermute auch auf die Beschaffenheit der dazwischenliegenden Wände an. Der Tragekomfort des Geräts gehört zum Besten, was ich bei Headsets bisher erlebt habe. Es ist relativ leicht und passt sich sehr schön an die Ohren an. Zwar spürt man nach längerem Tragen, dass die Lauscher irgendwo eingeklemmt werden, das hält sich aber vergleichsweise in Grenzen. Die Klangqualität des K930 ist sehr gut, vielleicht aber einen Tick zu Bass-arm. Wer mag, kann die Lautstärke bis ins Unerträgliche drehen. Seine Mitmenschen hört man aber schon in den unteren Bereichen kaum noch, da die Klangabschirmung äußerst gut funktioniert. Ein Mikrofon ist leider nicht ankoppelbar. Skype-Sessions im Garten könnt ihr mit dem Gerät also nicht abhalten, dafür kann man bei abgedrehter Funkstation (ist gleichzeitig die Ladestation für die integrierten Akkus und lässt sich freilich auch an Fernseher oder Musikanlage anschließen) schon mal ein Radioprogramm empfangen. Die Akku-Lebensdauer beträgt 15-20 Stunden.

Fazit: Eine bequeme, schicke Lösung für Leute die in ihren vier Wänden gerne mobil sind. Für alle anderen immerhin eine coole Spielerei. Der Sound ist absolut in Ordnung, wenn man nicht gerade fanatisch-pedantisch audiophil ist.

Mit dem Banshee (ab ca. 70€) von Ideazon wird zwar ein ordentliches seperates Mikrofon mitgeliefert, dafür ist es allerdings kein Funk-Headset. Seine Hörer sind etwas größer und weicher ausgepolstert. Das führt dazu, dass es beim längeren Tragen zwar ebenfalls kaum Ohrenschmerzen auslöst, dafür allerdings doch ziemlich warm wird. In den kommenden Sommermonaten vielleicht nicht optimal. Das Design ist sehr konventionell und für ein PC-Headset völlig hinreichend. Als alternatives Hörgerät für euren MP3-Player ist das Gerät aber nicht unbedingt zu empfehlen, außer ihr habt nichts dagegen, mit einem ziemlich mächtigen grauen, Plastik-Ohrenwärmer durch die Stadt zu laufen. Auch die Kabel sind etwas dick geraten, dafür aber lang genug um auf einem Bett oder Sofa neben dem PC Platz nehmen zu können (3 Meter). Der Klang des Banshee ist hervorragend. Spielen und Musik-Hören macht mit dem Teil richtig Spaß – auch hier gibt es über die Abschirmung nichts zu meckern.

Fazit: Wer das Design vernachlässigbar findet und rein auf guten Klang achtet, macht mit dem Ideazon Banshee nichts falsch. Ein kühler Kopf vorausgesetzt.

Ohne aufwändige Polsterung kommt das AKG K 414 P (ab ca. 35€) aus. Das Headset ist ein Kompromiss aus den “schweren” Heimcomputer-Lösungen und Geräten für den MP3-Player. Es ist nicht so bequem wie die beiden anderen bisher vorgestellten Produkte, einem Ohrenstöpsel-System aber doch deutlich überlegen und dafür extrem leicht und faltbar. In der mitgelieferten Stofftasche lässt es es ich ganz einfach und stilgerecht transportieren. Die Klangqualität ist nicht anders zu beschreiben als mit dem Wort großartig. Beim ersten Klangtest war eiine Stimme an einem Liedanfang zu hören, ich dachte da steht jemand hinter mir im Raum.

Fazit: Fehlerlose, platzsparende Lösung für Mehrzweck-Nutzer.

Wer ein Paar neuer Ohrenstöpsel für seinen MP3-Player sucht, wird sich nach deb AKG K 310 P (ab ca. 7€) umsehen. Während das Tragen der Hörer dank Stoffüberzug überraschend komfortabel ausfällt, ist das Design mit seiner Mischung aus difus-transparentem Weiss und kräftigem Blau nicht besonders neutral. Im Allgemeinen kann man sich über den Klang nicht beschweren: Hier kommt es zwar zu keinen Aha-Erlebnissen, das Gerät ist aber gut beim Bass und gut im “Normalbereich”. In extremeren Höhen zischelt das K 310 P aber doch unangenehm in den Ohren.

Fazit: Ein unspektakuläre, angenehm zu tragendes, befriedigendes Gerät zu einem nicht allzu hohen Preis. Mode-Freaks sollten ihren Kleiderschrank auf farbtaugliche Accesoires überprüfen.

Das war es von unserem ersten größeren Headset-Test. Wenn wir mal wieder an Geräte kommen, gibt es mehr von der Sorte. Für uns war die ganze Sache freilich etwas neu, deshalb sind wir über Kritik in den Kommentaren dankbar. Wo haben wir uns grob verschätzt? Welche Informationen fehlen euch? Zu den hier vorgestellten AKG-Geräten werden wir in den kommenden Tagen übrigens ein sehr leckeres Gewinnspiel für euch starten.

  • Pontifex Maximus

    Mich hätte noch das Gewicht intressiert, mein derzeitiges Headset ist da nämlich sehr unlustig… Nach ein, zwei Stunden wird es wirklich unangenehm schwer.

  • majin

    wow wow, ein hardware-test! :) ned schlecht. leider kommen die headsets ohne mikrofone – des geht gar ned, ansteckbares mikro is imo ein muss.
    zur gewicht-forderung: da tom beschreibt ja eh, wie sie zu tragen sind, und geht auf komfort und gewicht ein, oda ned? oda magst details haben, also in gramm? :)

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