Schlagwort-Archiv: Valve

Der Diebstahl von Half-Life 2

Da haben die Kollegen von Eurogamer einen feinen, lesenswerten Text aus ihrem Archiv ausgegraben:

At 6am on 7th May 2004, Axel Gembe awoke in the small German town of Schönau im Schwarzwald to find his bed surrounded by police officers. Automatic weapons were pointing at his head and the words, “Get out of bed. Do not touch the keyboard,” were ringing in his ears.”

Steam-Controller irritiert Tester auf GDC

Valve bastelt die Prototypen immer noch selbst im 3D-Drucker
Valve bastelt die Prototypen immer noch selbst im 3D-Drucker

Auf der Game Developers Conference konnten sich Besucher in den vergangenen Tagen eine neue Version des Steam-Controllers ansehen, der für Valve ein wichtiges Element beim Erfolg der Steam-Expansion sein dürfte. Die Prototypen sorgten dabei bei vielen Testern offensichtlich für Zweifel. Weiterlesen

Valve erlaubt, Black Mesa auf Steam zu verkaufen

Black Mesa: Gordon Freemans Anfänge sind ein Dauerbrenner.
Black Mesa: Gordon Freemans Anfänge sind ein Dauerbrenner.

Black Mesa ist ein Fan-Remake von Half-Life auf Basis einer neuen Version der Source-Engine von Valve. Während Half-Life vorgestern seinen 15. Geburtstag feiert (Happy Birthday, Mr. Freeman!), ist das Remake erst ziemlich genau ein Jahr alt. Das letzte Kapitel der Originalstory harrt noch immer seiner Umsetzung und soll auch noch einige Zeit entfernt sein. Im vergangenen Jahr hat das Mod-Projekt hauptsächlich daran gearbeitet, ihr Game auf die neueste Version der Source-Engine anuzpassen.

Nun, da das fast gelungen ist, hat Valve, der Hersteller des Originals und Betreiber von Steam, den Moddern erlaubt, ihr Herzstück auch kommerziell zu vertreiben. Das kann man nur als einen herausragender Umgang mit der eigenen Community betrachten, wenn man bedenkt, wie viele Fanprojekte zu anderen Marken in der Vergangenheit von den geistigen Eigentümern abgeschossen wurden (oft auch ohne, dass die je wieder was mit der Marke gemacht hätten).

Die Entwickler sehen es auch als Gütesiegel dafür, wie gut ihr Projekt wirklich ist. Für Fans von Black Mesa bedeutet das primär, dass sie die Möglichkeit bekommen werden, das Entwicklerteam finanziell zu unterstützen. Dieses verspricht, dass eine Gratis-Version auch in Zukunft verfügbar bleiben und weiterhin Updates erhalten soll. Denn: “Wir haben Black Mesa nie mit dem Hintergedanken an Geld gemacht”. Gewisse Features werde man allerdings der Version vorbehalten, die “zu einem relativ niedrigen Preis” angeboten werden soll.

Soon you’ll see Black Mesa available on Steam for a relatively low price. But we aren’t dropping all support for the free version. In fact shortly after the Steam release there will be a completely new free version of the game. We also plan to open source our maps and some game assets to the modding community!

Purchasing the Steam version of Black Mesa is more about supporting the team and our efforts than anything else. However, the Steam version will include features that the free version simply can not have. We will be paying careful attention to feedback, and you’ll have a very real say in how the final game turns out.

Wie sich das im Endeffekt ausgestaltet, bleibt abzuwarten. Die Qualität von Black Mesa rechtfertigt im Prinzip, als kommerzielles Remake gesehen zu werden. Gleichzeitig ist nicht zu erwarten, dass die Entwickler sich mit der Kommerzialisierung zu weit aus dem Fenster lehnen – selbst wenn sie es insgeheim wollten.

Valve launcht STEAM Big Picture als Angriff auf Couch-Gaming

Valve hat gerade vorhin den offiziellen Launch von “Big Picture” für STEAM angekündigt. Was dieses unglaublich nichtssagende Feature tut? Ihr könnt künftig euren Computer an einen Fernseher anschließen und die entsprechenden Eingabegeräte vorausgesetzt von der Couch aus Gamen. Das konnte man schon immer, aber mit Big Picture lässt sich das STEAM-Interface nun auch halbwegs komfortabel per Gamepad steuern. Ob Valve damit der große Clou auf der Couch – dem Reich der Konsolen – gelingt, ist zwar zu bezweifeln, aber sicher findet so mancher unter euch eine Verwendung für das Feature. Zum Start des Dienstes gibt es auf Steam 75 Prozent Ermäßigung auf die “Gamepad-freundlichsten” Games. Sagt nachher nicht, ihr hättet es nicht von uns erfahren.

Ist Steam ein Problem für Adventures?

Knuddelhase Harvey von "Edna bricht aus" und "Harveys Neue Augen" ist zum Brüllen komisch. Auf Steam darf er nicht.

Während Tim Schafer und Double Fine mittlerweile bereits zwei Millionen Dollar an Fan-Investitionen in ein neues Adventure gesammelt haben, sieht der weltweite Markt für andere Spiele dieser Art eher düster aus. Nur wenige Studios können sich mit dem Genre einen Namen machen und erfolgreich sein. “These days it seems adventure games are almost like a lost art form. They exist in our dreams. Our memories… and in Germany.”, spielt das Mastermind hinter vielen Perlen des Genres auf den außerordentlichen Erfolg von Adventures im deutschsprachigen Raum an. Für hiesige Hersteller entpuppt sich diese Sonderstellung aber als Problem, wie ein Foreneintrag von Daedalics Carsten Fichtelmann nun durchscheinen lässt. Schuld daran soll Valve’s strenge Politik mit STEAM sein. Weiterlesen

Portal 2 – Das Glück ist, ein Spieler zu sein

Ich erinnere mich an einen der ersten Texte, die ich hier für Rebell geschrieben habe. Ein Interview mit dem Großmeister des schlüpfrigen Adventures: Al Lowe. Wir haben dieses Gespräch damals über E-Mail geführt, aber bei einer Antwort konnte ich die Melancholie von Al durch den Text durchfühlen. Angesprochen auf eine Rückkehr seiner Larry-Adventures (vom schrecklichen Nicht-Aventure Larry 8 war damals noch keine Rede und Al hatte damit ja auch nichts zu tun) meinte er.

“Was ich nicht verstehe ist, wie populär Comedy in Filmen oder dem Fernsehen ist aber nicht auf Computern. Es erscheint mir unglaublich, dass das Publikum so unterschiedlich ist. Meine Vermutung ist, dass es das eben nicht ist, und dass es dieses Publikum auch auf Computern gibt. Die Spielepublisher sehen es einfach nur nicht.”

Das ist nun über acht Jahre her. Aber Al könnte es auch gestern gesagt haben. Habt ihr euch eigentlich schon mal selbst beim Gamen gefilmt? Klingt komisch, aber ihr solltet es mal tun. Man sitzt eigentlich wahnsinnig stupdie da, verzieht kaum ein Gesicht. Manchmal kriegt man einen Anfall, weil das Spiel so frustrierend ist. Manchmal beißt man die Lippen zusammen, weil es so spannend ist. Aber lachen? Lachen tut man selten.

Bei Portal 2 ist das schon nach wenigen Sekunden anders. Portal 2 ist vom Grundprinzip her das unlustigste Spiel der Welt – wie sein Vorgänger. Als zum Testobjekt einer Militäreinrichtung degradierter Mensch muss man sich durch eine halsbrecherisches Rätselkammer nach der anderen knobeln. Aber schon in den ersten Minuten wird man darauf vorbereitet, dass man in den kommenden Spielstunden öfters lachen wird. Nicht verschmitzt grinsen, wohlgemerkt, sondern lauthals lachen.

Der Grund dafür ist, dass Valves Meisterwerk aus dieser absurden Situation einfach alles rauskitzelt. Da ist dieser nervöse Bot-Sidekick, der vorlaut und verwirrt Anweisungen gibt, die er eigentlich besser wissen müsste. Und da ist der nachtragende Mastercomputer, der euch mit fiesen Sprüchen piesackt und provoziert. Das sind Gemütszustände, die man bei einer künstlichen Intelligenz einfach nicht erwartet – selbst wenn man es täte, wäre man noch von der Cleverness ihrer Sätze entzückt. Es ist erwachsene Comedy, die euch bei eurem Run von einem Test zum anderen begleitet. Sie vermittelt euch die Geschichte der Anlage, durch deren sterile Räume, industriellen Eingeweide oder verfallene Ruinen früherer Testgelände ihr rennt – sie nähert euch dem “Warum?” an. All dies wird immer noch prächtig und pfeilschnell von der Source-Engine in Szene gesetzt, die nur durch die regelmäßigen kurzen Ladephasen mittlerweile ihr Alter andeutet.

Die Rätsel basieren natürlich immer auf eurem Umgang mit der Portalkanone. An bestimmten Stellen, die man dank dem durchdachten Leveldesign sofort erkennt, könnt ihr bis zu zwei Portale in die Wände schießen. Schlüpft man ins eine, kommt man beim anderen raus. Aber mit zahlreichen Objekten und Besonderheiten kitzelt das Spiel dir das letzte aus dem räumlichen Vorstellungsvermögen raus. Mal gilt es Laserstrahlen umzuleiten, mal Geschwindigkeit durch Fall-Kombinationen aufzunehmen, dann mit einer experimentellen Farbe bestimmte Stellen markieren an denen man schneller laufen oder höher springen kann. Ihr lernt schrittweise mit diesen Werkzeugen zu denken. Immer wieder führt das Spiel sachte ein neues Objekt ein um euch dann mit kniffligen Kombinationen aller Möglichkeiten herauszufordern.

Dabei – und vielleicht ist es auch das, was mich an Portal 2 so begeistert – nimmt es den Spieler absolut ernst. Es hält uns nicht für Vollidioten. Es gibt kein Interface, keine wichtige Stelle wird euch penetrant offensichtlich vor die Nase gesetzt, keine Leiter die man erklimmen muss mit einem leuchtenden Rahmen verraten. Sowas ist n00b-Stuff! Alle Informationen die ihr benötigt, sind in die Levels glaubwürdig integriert. Im Prinzip ist immer klar, was das Ziel des aktuellen Rätsels ist. Das ist Gamedesign, Baby!

HIER spielt IHR! Ihr müsst hier herausfinden, was zu tun ist. Manchmal ist das eben, einen hohen Punkt im Raum mit dem Zoom auszumachen, dort ein Portal hinzufetzen, dort rauszustüzen um unter sich das nächste Portal anzubringen, mit mehr Schwung oben wieder rauszukommen und gegen eine blau angemalte Gummiwand zu knallen, um so in den Lift zur nächsten Aufgabe zu gelangen. Und wenn ihr das geschafft habt und euch gerade darüber freut, ertönt der nächste sarkastische Spruch des Supercomputers. Und ihr lacht. Und ihr seht, dass das gut ist.

The Ball – Hol das Bällchen

Im Werbetext heißt es: The Ball ist der First-Person-Puzzler, mit dem größten Ball und dem gefährlichsten Affen. Keine Kunst, denn neben Portal ist The Ball tatsächlich der erste nennenswerte Ableger seit langem, der mir unter die Fittiche gekommen ist – entsprechend gespannt war ich natürlich. Die Vorgeschichte des Titels ist dabei ein wenig kurios: Ursprünglich sollte das Ganze eine Total-Conversion zu Unreal Tournament 3 werden. Dann aber haben sich die drei klugen Köpfe dahinter entschieden, das Indie-Studio Teotl Studios zu gründen und das Spiel Standalone zu einem fairen Preis auf den Markt zu bringen. Was dabei herumgekommen ist, habe ich mir angeschaut!

Im Story-Modus schlüpfen wir in die Rolle eines namenlosen Archäologen, der bei einer Ausgrabung in Mexiko in einen Schacht fällt und so von seinen Kameraden abgeschnitten wird. Anstatt aber tatenlos herumzustehen und auf Hilfe zu warten, erkunden wir ganz in Indiana Jones-Manier natürlich die ersten Gänge und Höhlen im Spiel und erfreuen uns an der schönen Ausleuchtung und Atmosphäre. Da kommt richtig Stimmung auf! Schon bald stolpern wir über einen Gegenstand, der sich einfallsreicher Weise “Ancient Weapon” nennt. Mit diesem können wir unser baldiges Anhängsel wegstoßen oder transportieren. Das Anhängsel ist natürlich kein geringerer als DER BALL, über den wir einige Gänge weiter hinter einer Tür stolpern.

Der Ball wird uns von nun an das gesamte weitere Spiel begleiten und ein wertvoller Weggefährte zur Lösung der Rätsel und Levels sein. Generell gibt es für jedes Level eigentlich nur jeweils eines von zwei Zielen: Den Weg zur Tür mit Hilfe unseres Balles zu finden und zu öffnen – das ist oftmals schwer genug. Oder den dann simplen Weg zur Tür unbeschadet zu überstehen. Dafür benötigen wir ebenfalls den Ball. Einige Spielabschnitte sind hierbei eine wahre Monstergrube. Verrücktgewordene Affen, Riesenwürmer und Mumien wollen uns dabei an den Kragen. Glücklicherweise ist der Ball ein schlagkräftiges Argument, um solcher Probleme habhaft zu werden. Kurzerhand überrollen wir ganze Gegnermassen, nutzen den Ball um über Fallgruben hinwegzusteigen und betätigen Schalter, um Giftgas in bestimmten Gebieten zu deaktivieren, um diese passierbar zu machen.

The Ball 2Wenn keine Monster involviert sind, widmen wir uns den knackigen, aber immer logischen Physikrätseln. Die Lernkurve im Spiel ist dabei wirklich angenehm. Die ersten Level sind so einfach, dass sie ein Tutorial unnötig machen. Später im Spiel tauchen dann Ancient Symbols auf, auf die ihr dringend achten solltet, wenn wir den Abspann zu Gesicht bekommen wollt. Ich hatte diese Symbole Anfangs wohlwollend übersehen und endete irgendwann in endlosen Kreiseln, die ich durch die Ruinen drehte. Erwähnenswert ist übrigens auch noch der zweite Spielmodus “Survival”. Hier geht es darum, gegen neun Gegnerhorden zu bestehen. Diesen können wir unter anderem mit Minen, Gravitationsbomben, Fallen oder natürlich dem Ball zu Leibe rücken. Um einen Eindruck von der Schwierigkeit dieser Spielvariante zu bekommen oder einfach davon, wie erbärmlich ich bin: Ich bin bislang an Gegnerwelle 1 gescheitert – Beweisfotos für bessere Leistungen sind erwünscht :)

Unterm Strich ist The Ball ein wahnsinnig motivierender, spannender und suchtfördernder Ableger seiner dünn gesähten Zunft. Vom Spielablauf erinnert es am ehesten an Portal mit einer guten Portion Serious Sam. Allen Puzzlern und Shooter-Fans, die bislang vor Indie-Games zurückgeschreckt sind, sei dieses schöne Machwerk also ans Herz gelegt, denn selbst die technische Seite ist gut gelungen. Bei Steam oder als Box-Version gibt es das Spiel für günstige 19,99.

Wirklich bemerkenswert, welch schönes Spiel Teotl Studios mit nur drei Entwicklern geschaffen hat. Ich bin jedenfalls auf weitere Titel aus diesem Hause gespannt!

26.000 Spieler boykottieren Left 4 Dead 2

Left 4 Dead 2
Left 4 Dead 2

Die Ankündigung, Left 4 Dead 2 würde noch dieses Jahr (am 17. November 2009) erscheinen, hat unter den Anhängern des am 18. November 2008 erschienenen Left 4 Dead großen Unmut ausgelöst. Promt wurde am 1. Juni 2009 die Steam Gruppe L4D2boycott ins Leben gerufen. Am 9. Juni waren der offenen Gruppe bereits über 21.000 Spieler beigetreten – nur zwei Tage später sind es schon über 26.000, das sind über 20% der Mitglieder der offiziellen Left-4-Dead-Gruppe.

Auf der Gruppenstartseite ist zu lesen, dass sich die Initiatoren im Klaren sind, dass Valve ein umsatzorientiertes Wirtschaftsunternehmen ist und vom Verkauf der Spiele lebt. Allerdings hat man bei der Veröffentlichung von Left 4 Dead versprochen, periodisch kostenlosen weiteren Inhalt nachzuliefern und ist diesem Versprechen bisher nur sehr dürftig nachgekommen. Dies schürt natürlich die Angst, Valve könnte die Inhaltsupdates komplett einstellen oder eben weiterhin nur sehr bemessen weiterführen. Ebenso fürchtet man eine Teilung der Community, geringere Spielerzahlen auf den Servern beider Spiele und somit eine Einschränkung des Spielerlebnisses. Man fordert, dass Valve den gegebenenVersprechen nachkommt oder den zweiten Titel der Reihe als Add-On herrausgibt oder zumindest einen Preisnachlass für Besitzer des ersten Teils anbietet. Das entsprechende Manifest mit Feststellungen, Befürchtungen und Forderungen ist auf der Steamgruppen-Seite zu finden.

In den Steam-Foren bringen die Spieler ebenfalls vielerlei Vorwürfe vor. Dass Valve dieses überhaupt nicht gerne sieht, merkt man vor allem am raschen verschwinden diverser Postings. Allein während dem Schreiben dieses Artikels sind wieder einige Einträge kommentarlos verschwunden. Dieser Screenshot einer privaten Nachricht zeigt deutlich, wie harsch gegenüber den Fans vorgegangen wird.

Valve war bisher immer sehr communityorientiert und hat stark von den äußerst langlebigen Titeln wie etwa Counter-Strike gelebt. Hoffen wir, dass man nicht zu einer Electronic-Arts-Strategie wechselt um jährlich einen zum Vorgänger inkompatiblen Nachfolgetitel (selbstredend zum Vollpreis) auf den Markt zu spammen.