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Liebes Kickstarter, reden wir über Glaubwürdigkeit

Comet Core

Crowdfunding ist eigentlich etwas sehr nettes, so in der Theorie. Leute, die spannende Ideen haben, aber von den üblichen Financiers kein oder zu wenig Geld bekommen, um sie zu verwirklichen, wenden sich an die Allgemeinheit im Web. Diese springt als Investor ein und bekommt dafür meist die Gelegenheit, ein kommendes Produkt günstiger zu erhalten oder zumindest das gute Gefühl, ein nettes Projekt unterstützt zu haben.

Risiko

Bleiben wir bei Waren. Hier ist das ganze mit einem gewissen Risiko verbunden. Egal ob Elektronik, Brettspiele oder Videogames – es besteht immer ein gewisses Risiko, dass etwas nicht klappt und das Investment dahin ist. Anspruch auf Rückerstattung gibt es nicht. Und neben vielen tollen verwirklichten Dingen gibt es auch eine beachtliche Liste an Projekten, die nie fertig gestellt wurden. Liebes Kickstarter, reden wir über Glaubwürdigkeit weiterlesen

Motorola Atrix – Mein Handy, Netbook, Mediaplayer …

Vor kurzem hat Kollege Schaffer hier über eine Studio von Mozilla gepostet – das Mozilla Seabird. Allem Anschein nach, hatten die Entwickler von Motorola da ähnliche Ideen.

Mit dem Atrix bringt Motorola ein Smartphone, das etwas mehr ist: per Docks kann es zum Laptop, Desktop oder Mediaplayer “verwandelt” werden.

Für die nötige Power sorgt ein Doppelkern Prozessor, wobei die restliche Hardware auch topaktuellzu sein scheint. Machbar wird es aber erst durch Android als OS. Ich kann mir, durch die Restriktionen, keines der anderen OS im Hintergrund vorstellen. Kommen soll es bald, auf dem MWC wurde es auch schon gezeigt, mal sehen was draus wirklich wird. Vor allem die Preise werden interessant. Ein Schnäpchen dürfte es sicher nicht werden und die Docks wird Motorola auch nicht verschenken. Trotzdem: die Idee ist brillant und wegweisend.

(Es gibt auch eine Playlist mit allen Atrix Videos)
Bemerkung zum Video: “First Dualcore Smartphone” stimmt nicht mehr – den Titel hat sich Samsung Nexus S geholt.

HTC Desire Z – Begehrte Tasten

Erwartungen sind ein zweischneidiges Schwert. Da freut man sich seit Wochen, ja sogar Monaten, auf etwas … und dann Plopp, alles nix. Eigentlich sollten wir als Erwachsene doch vor überhöhten Erwartungen gefeit sein. Oder wie oft habt ihr euch auf Weihnachten und ein bestimmtes Geschenk gefreut, dass das Blondchen dann erst wieder nicht gebracht hat? Von den nicht jugendfreien Themen ganz zu schweigen!

Aber erst mal von vorne,

und aller Anfang ist schwer, sagt man. Genau das dachte ich auch über das Desire Z. Mit 180g wiegt das Desire Z nicht gerade wenig. Doch dafür bringt es auch ordentlich Leistung: 9.4cm Multitouch Schirm, 800MHz CPU, 512MB und 1,5 GB interner Speicher sind die groben Eckdaten — genaueres findet ihr auf der Produktseite. Doch das Gewicht rechtfertigt sich erst durch die aufschiebbare Tastatur. Und damit ist die Positionierung des Gerätes auch klar: weniger Multimedia- als viel mehr Vielschreib-Profi. Vor allem die mageren 1,5 GB Speicher sind dem Gebrauch als Multimediaplayer im Wege. Zwar lässt sich das Desire Z leicht per microSD aufrüsten, bei den derzeitigen Preisen wäre etwas mehr Speicher aber angemessen. Vor allem auch, da einige der vorinstallierten Apps eine SD Karte oder mehr Speicher voraussetzen (z.B. die HTC gebrandete Navigationslösung)!

Der Tastatur merkt man die langjährige Erfahrung von HTC mit diesem Formfaktor an. Die Tasten haben einen sehr guten Druckpunkt, die Anordnung ist übersichtlich und die Abstände sind Wurschtfingertauglich. Das tippen ging, nach etwas Eingewöhnungszeit, auch gut von der Hand. Lediglich die Umlaute fehlten mir – statt extra Tasten muss der jeweilige Buchstabe länger gedrückt gehalten und dann per Touch bestätigt werden. Der Klapp- bzw. Schiebemechanismus funktioniert gut, wenn auch nicht sonderlich kackig, und wirkt auch durchaus stabil.

Stabil und gut verarbeitet ist auch der Rest vom Gerät. Durch die Bauform kann kein Unibody erwartet werden. Der untere Teil ist mit einer texturierten Oberfläche versehen, wodurch das Desire Z griffig in der Hand liegt. Die Tasten an den Seiten sind gut erreichbar. Statt mechanischen Richtungstasten oder eines Trackballs gibts eine optische Sensortaste. Auch die Navigationstasten nutzen Sensortechnologie, aber das Layout ist etwas unglücklich. Durch die schmale Anordnung erwischt man oft auch die Bildschirmelemente oder die Richtungstaste.

Gfrorenes Joghurt

Softwaretechnisch setzt man auf Android 2.2(.1). Allerdings mit dem bekannte HTC Sense als Benutzeroberfläche. Zudem ist das Desire Z eines der ersten Geräte, welches das erweiterte Sense Angebot nutzen kann. Besser gesagt nutzen könnte. Wie so oft in diesen Tagen ist das Cloud basierte Angebot stark lokationsabhängig. Theoretisch wären neben Backup-, Lokalisierungs- und Sperrfunktionen auch noch andere Dienste möglich. Zudem bietet HTC im HTC Hub einige Software vom Marktplatz gratis an. Hier in Österreich funktionierte nur wenig bis nichts. Die Hub Angebote waren stark eingeschränkt, die Cloud-Funktionen nicht vorhanden und den Lokalisierungsdienst konnte ich nicht zum laufen bringen.

Ansonsten lief das Gerät sehr flüssig und ohne Probleme. HTC typisch bietet das Desire Z eine große Auswahl an zusätzlichen Widgets für die Homescreens. Nicht so positiv sehe ich die Vorab-Installation diverser Software, vor allem da man sie nicht deinstallieren kann.

Also,

bis hier also wenig zu meckern. Warum also die negativen Worte zu Beginn? Hier muss ich Vorabresüme ziehen: das HTC Desire Z an sich hat mir wirklich gut gefallen. Wer statt Multimedia und anderen speicherintensiven Anwendungen viel schreibt, wird mit dem Desire Z einen guten Partner finden. Jedoch sollte man zusätzlich in eine schnelle und große microSD Karte investieren.

Obacht!

Was hier folgt, ist zum einen meine mir eigene Meinung, zum anderen auch einfach basierend auf einer, naja, Gefühlsregung. Zurück zum Anfang, also den überhöhten Erwartungen. Die betreffen nicht das Gerät sondern Android — das Desire Z war das erste Android Gerät das ich länger in Benutzung hatte. Um ehrlich zu sein, verstehe ich nicht ganz die Euphorie hinter dem Androiden. Ich will nicht sagen, dass es ein schlechtes System ist, allerdings finde ich die Bedienung zu umständlich, irgendwie zu mächtig. Mir fällt es gerade schwer zu verdeutlichen wie ich es meine, drum ein kleiner, aber naheliegender Vergleich: Desktop Betriebssysteme. Apple ist im Mobilmarkt das, was es auch bei den Desktop System ist – stylisch, beinahe religiös. Microsoft hat zwar den Trend bisher verschlafen, aber Windows Phone kann durchaus mit den neueren Desktop-Windows verglichen werden. Allerdings haben Apple und Microsoft bei der Verbreitung am Mobilmarkt die Rollen getauscht. Und Android … Linux. Tatsächlich werkelt ja auch wirklich der Linux Kern im Androiden. Es ist ein gutes System, schnell und mächtig. Aber eben wenig für Einsteiger geeignet und daher eher bei Technikern und, sorry, Nerds beliebt. Zwar zähle ich mich auch zu letzteren, allerdings bin ich auch ein sehr geradliniger, geordneter Typ. Android ist mir einfach zu wenig strukturiert und reglementiert.

Weiterführende Links:

Nokia N8 – Das Symbian-Flagschiff im Test

Das Nokia N8: Oberseite vorne: Der HOME-Knopf. Linke Seite: Verriegelte Slots für SIM- und SD-Karte und der MicroUSB-Steckplatz.

Eines hat mir der Test des Nokia N8 jedenfalls gleich zu Beginn vor Augen geführt. Man sollte Testgeräte wieder in den Ausgangszustand zurücksetzen, bevor man sie an die Agentur zurückschickt. (Keine Angst Fabian, ich hab deine Daten gelöscht ohne sie zu durchforsten. ;))

Mit dem N8 will Nokia seiner hauseigenen Plattform einen Boost verschaffen. Es ist das erste Gerät mit Symbian^3 (ein vermutlich nächstes Jahr kommendes Update auf die Version 4 soll gratis sein). Bei den technischen Daten kommt das N8 der Konkurrenz nicht ganz hinterher: Der ARM 11-Prozessor mit 680 MHz und die 256 MB RAM sind auf dem Stand von vor über einem Jahr. Das kapazitive AMOLED-Display zeigt kräftige Farben, ist aber mit 360*640 auf 3,5Zoll nicht besonders hoch aufgelöst.

Großzügige Ausstattung

In Ordnung ist die 16 Gigabyte große interner Speicher (zwei davon sind von Haus aus belegt), die per microSD-Karte um weitere 32 erweitert werden können. Das N8 ist ein etwas schwereres Handy, was aber dank der hervorragenden Verarbeitung eines Metallgehäuses mit Glas-Displays verschmerzbar ist. Die Maße der etwa 130 Gramm sind 114 x 58 x 16 Millimetern. Der Akku hielt im Test bei moderater Nutzung (einiges ausprobieren, kaum telefonieren) etwa 1,5 Tage. Damit muss sich Nokia nicht verstecken.

Bezüglich Empfangs- und Sendemöglichkeiten gibt es keine offen bleibenden Wünsche – alle aktuellen Standards werden unterstützt. Auch ein GPS-Chip ist inkludiert, das beiligende Nokia-Kartenprogramm dient als vollwertiges Navigationssystem in 70 Ländern und ist über jeden Zweifel erhaben. Nett ist ein integriertes Radio, weniger verständlich, warum es ausschließlich mit Kopfhörern funktioniert und man das Handy nicht einfach offen auf dem Tisch legen kann.

Das Gerät hat einen MicroUSB-Anschluss (mit abgespeckten Host-Funktionen – man kann so auch Daten von einem angehängten USB-Stick verwalten) und als Besonderheit einen HDMI-Ausgang. Per mitgeliefertem Adapter lässt es sich so an ein HDMI-Kabel anschließen und an den Fernseher anhängen – zum Beispiel um Videos und Fotos herzuzeigen. So funktioniert das Gerät als kleiner Media Player.

Das Nokia N8 von der anderen Seite. Fotoknopf, Tastensperre, Lautstärkeregler

Das N8 hat einen Lautsprecher an der Vorderseite, natürlich kein klangtechnischer Zungenschnalzer. Ein 3,5mm-Klinkenanschluss lässt euch jeden Kopfhörer einstecken, den ihr wollt. Allerdings erinnert euch das Gerät nervigerweise jedes Mal daran, den mitgelieferten zu benutzen – der zwar seinerseits praktische Tasten zum Switchen durch die Musik und Telefonieren bereithält, aber keine herausragende Tonqualität bietet – wobei der integrierte Musikchip ohnehin keine audiophilen Jauchzer provoziert.

Ein integriertes Carl Zeiss-Objektiv macht Bilder im 12 Megapixel-Format bzw. Videos in 720p. Die Qualität ist wie man es von Smartphones gewohnt ist nicht besonders berauschend, das N8 fällt da im Vergleich aber auch nicht hinter die Konkurrenz zurück. Bei Tageslicht im Freien sind die Bilder in Ordnung, wenn die Umwelt etwas diffuser ist, schafft man keine herzeigbaren Bilder mehr. Eine ähnliche Einschätzung gibt es bei der Gesprächsqualität: Es geht nicht ohne rauschen, aber die Stimmen bleiben verständlich.

Damit kommen wir zur eigentlich viel interessanteren Software und müssen attestieren: Das Interface des N8 kann in keinster Weise mit gängigen Android-Handys oder dem iPhone mithalten. Immer wieder ärgert man sich über eine nicht optimierte Menüführung oder viel zu kleine Buttons. Um einen Shorcut zu einem Programm auf einen der drei Startbildschirme zu legen, muss man sich durch zahlreiche Menüs ackern. Am Android bin ich es gewohnt, ein Icon einfach aus der Gesamtliste der Programme auf einen der (je nach Wunsch) drei bis neun Startbildschirme zu ziehen

Die Performance ist durchschnittlich – kommt selbst im Vergleich mit Konkurrenzhandys (wie meinem ein Jahr alten Motorola Milestone) ähnlicher Bauart nicht mit. Zeitweise reagiert das Gerät nicht auf Eingaben, friert kurz ein – auch bei den mitgelieferten Programmen wie dem OVI-Store. Da recht nette 3D-Spiele (wie das im Store promoteten Need for Speed Shift) keine Probleme verursachen stellt sich die Frage, ob hier die Programmierung schlampig war oder doch der Arbeitsspeicher zu klein ist.

Der Startbildschirm des N8. Es gibt drei davon, die mit rechteckigen Shortcuts und Widgets vollgepackt werden können.

Etwas zu schwach ist der Browser. Während er noch Daten von einer Webseite ladet, ruckelt er beim Scrollen. Bei Seiten mit Flash (was unterstützt wird) kam im Test auch keine rechte Freude auf – dafür zahlreiche Zuckler am Bildschirm. Das Surfen leidet auch unter dem Umstand, dass das Handy keinen verbauten Zurück-Knopf kennt, wie man ihn von Android-Geräten gewohnt ist (Ersatz ist eine recht komfortable Blätter-Funktion). Gerade das so wichtige Fenster ins Internet ist Nokia aber im Gesamtpaket einfach nicht gut genug gelungen.

Sieht man sich eine Seite an und möchte eine neue URL eingeben, muss man neben der Adresseingabe fünf Knöpfe drücken um diese Aktion durchzuführen. Das ist zu umständlich. Wer (wie ich) die Angewohnheit hat, sein Handy beim Surfen oft zu drehen, wird außerdem schnell von der ein- bis zwei-sekündigen Wartezeit genervt, bis das Bild nachkippt. Und dann kommt noch die Tatsache dazu, dass der Browser die Seiten (vor allem Schriften) eigenwillig interpretiert. Websites sehen einfach nicht aus wie sie ovn ihren Entwicklern gedacht waren.

Das Standard-Tastatur-Layout ist ebenfalls eigenwillig. Hält man das Handy quer, hat man eine vollständige Tastatur mit recht kleinen Tasten, die tabellarisch angeordnet sind (also nicht mit seitlich versetzten Reihen). Liegt das Gerät senkrecht in der Hand, zwingt Nokia einem das alte “alphanumerische” Handy-Layout auf (also ein Zahlenpanel, wo mehrmaliges Drücken auf 2 zwischen A, B und C auswählen lässt). Kann sein, dass der Oldschool-Handytastatur-Schnelltipp-Fraktion das gefällt, für mich sind das Komfortprobleme die schon seit Jahren besser gelöst sind.

Die Auswahl der Apps scheint verglichen mit der Konkurrenz dürftig. Während ich im Android-Store kein Problem habe, eine Gratis-App zu finden, die mir Live-Fußballergebnisse ansprechend aufbereitet anzeigt, finde ich im OVI-Store gerade einmal ein kostenfreies Programm – und dessen Menüführung wäre schon unter Windows 3.11 als Frechheit empfunden worden. Dazu kommt, dass ich im Web einst sehr schnell Seiten gefunden habe, die Apps für Android/iPhone empfehlen und testen, etwas das für Symbian 3 noch kaum zu finden ist.

Überhaupt scheint mir das Angebot an kostenfreier Apps geringer zu sein, auch wenn ich diesen Eindruck nur exemplarisch belegen kann. So ist zum Beispiel das Spiel Angry Birds unter Android gratis, kostet im Nokia-Store aber 3 Euro. Gezahlt wird mit Kreditkarte. Essentielle Apps wie Skype oder Tweetdeck stehen grundsätzlich ebenso wenig im Angebot, wie liebgewonnene Zeitvertreiber wie meine tägliche Comic-Portion bei Garfield, Calvin & Hobbes oder Peanuts (eine offizielle für Dilbert ist vorhanden) oder praktische Helferlein wie die Musikerkennungssoftware Shazam. Wie lange es dauert, bis diese Programme auch am neuen Symbian angeboten werden, wird sich zeigen.

Nokia N8, Vorderseite: Kamera, Blitz und Lautsprecher

Was was den OVI App-Store selbst anbelangt stellt sich die Frage, was ich als jemand mit deutschem Handy mit russischen, italienischen und chinesischen Beschreibungen und Rezensionen von Programmen anfangen soll? Wenn ich nach eindeutigen Begriffen wie “Twitter” suche, finde ich nicht nur wenig vernünftigen Alternativen zur Standard-Twitter-App (die wie jene zu Facebook ganz OK ist), sondern auch kuriose Dinge wie Apps für Sporttraining. (Am Ende habe ich mir übrigens mit SnapTü etwas gefunden, das abgesehen von einem altbacken aussehenden Interface eine recht gute Vereinigung mehrerer Social Media-Plattformen ist. Es kann Facebook, Twitter, RSS, Flickr und noch einiges mehr. Im Wesentlichen ist es weniger eine App mit einem simplen Zweck, als ein Mini-Sub-Betriebssystem.)

Der Ovi Music-Store bietet ein recht brauchbares Angebot an Musik, bei Preisen von 99 Cent pro Song. Besonders praktisch ist, dass man die Lieder vorher probehören kann. Die Auswahl an Podcasts kann man hingegen getrost vergessen.

Fazit: Nicht schlecht, nicht gut genug

Alles in allem befürchte ich, dass es dem Nokia N8 an einer Zielgruppe mangeln wird. Es ist technisch ein brauchbares Gerät, in der Bedienung aber nicht ausreichend perfektioniert. Auch das Symbian-Betriebssystem ist nicht prinzipiell unattraktiv, spielt aber sicher nicht in einer Liga mit Android 2+ und den neueren iOS-Versionen (ein neues Windows-Phone kenne ich nebenbei erwähnt noch nicht, darum kommt das hier nie vor). Das N8 schreit förmlich danach, sich an Smartphone-Einsteiger im niedrigeren und mittleren Preisbereich zu richten. Bei einem Richtpreis von 519 Euro (das N8 um 457 Euro bei Amazon) misst es sich aber mit den Großen und hinkt da gnadenlos hinterher. Für Nokia ist es ein Schritt in die Richtung und Hoffnungsschimmer am Horizont, aber der große Wurf ist es nicht. Man darf gespannt sein, was das finnische Unternehmen im kommenden Jahr zu bieten hat.

Galaxie mit Hindernissen

Samsung Galaxy

Zweich Wochen lang durfte ich das Samsung GT-I7500, genannt “Galaxy” testen. Das Ganze klang von Haus aus vielversprechend, denn mit UMTS, WLAN und GPS sind bei diesem Touchscreen-Smartphone alle zugkräftigen Features an Bord. Betrieben wird die Galaxie nicht mit Symbian oder Eigenentwicklungen, wie etwa beim Einsteiger-Smartphone Corby, sondern mit Googles offenem Android-System. Galaxie mit Hindernissen weiterlesen

Milestone Update auf Android 2.0.1 ist da

Motorola Milestone
Motorola hat nun das Update auf Android 2.0.1 für das Milestone freigegeben. Mit dem Update wird mein letzter Mangel am Gerät beseitigt: Der Market-Bug, wegen dem auf frei gekauften Telefonen manche Anwendungen nicht zu sehen waren, ist beseitigt. Auch ein mir nicht geläufiges Kameraproblem soll behoben werden. Das Update kann entweder über Einstellungen – System – Aktualisierungen oder über die Software installiert werden. Für Bastler: Berichten zufolge soll das Telefon in seiner deutschen Version weiter gerootet werden können.

Das gibt mir die Möglichkeit, ein bisschen mehr über mein Milestone zu sagen, das ich seit Weihnachten besitze: Ich liebe das Gerät (rein platonisch). Es ist schnell, die Android Plattform bietet so ziemlich alles, was mir wichtig erscheint (ein paar Games könntens mehr sein und wenn ScummVM endlich für Android 2 erschiene, wäre das dufte –  aber es gibt ein paar Perlen) – die meisten wichtigen Apps sind gratis oder existieren als unaufdringlich, werbefinanzierte Version.

Das Design ist schön und das Gerät gut verarbeitet. Auch die ausziehbare Tastatur gefällt, hätte aber etwas besser abgetrennte Tasten verkraften können.  Es ist etwas kantiger als die meisten anderen Smartphones (wirkt dadurch etwas männlicher habe ich irgendwo gelesen). Mir gefällts halt so einfach besser.

Der Touchscreen ist präzise und stellt die Bilder schöner dar als ein Diamant glitzert. Auch darauf zu lesen und Videos zu sehen macht Freude. Filme sollte man allerdings in die richtige Auflösung erst umwandeln – dafür ist dieses kleine Programm nützlich. Die meisten Formate werden unterstützt – mit DivX hat das Milestone aber keine Freude (es gibt eine recht teure App dafür). Mitgeliefert wird eine Speicherkarte (Micro-SDHC) mit 8GB.

Die Apps für Youtube, Facebook, Twitter & Co. ermöglichen meckerfreies Social Web überall wo Empfang herrscht. Auch zum Bloggen steht einiges zur Verfügung. Wenn man gerne Videos macht ist die integrierte Kamera durchaus brauchbar (Apps für zB uStream lassen mit einem Knopfdruck live ins Internet streamen), für Fotos kann man sie getrost vergessen. Etwas kurios: Manche Google-eigene Dienste wie Google Docs laufen am Android nicht. Dadurch muss man zum Schreiben auf andere Anwendungen zurückgreifen. Andere, wie Google Maps, sind dafür Killerapplikationen (mit Version 3.4 dann auch Multitouch-fähig).  Wiederum andere, sind im Moment noch coole Spielereien. Mit Google Goggles sucht man per geschossenem Foto im Internet nach Informationen. Das funktioniert natürlich noch nicht immer so, wie es soll. ;)

Das ganze gibt es für rund 450€ ohne Vertrag. Ich betreibe das Handy mit einem freien Telering-Vertrag und 1GB Datenguthaben. Trotz beachtlicher Nutzung komme ich kaum über 150MB Verbrauch im Monat hinaus. Ich würde also wenn möglich ein 300MB-Volumen empfehlen (nicht vergessen die E-Mails per IMAP zu empfangen, damit Anhänge das Volumen nicht belasten). Mit Telering und anderen Billiganbietern (z.B. bob) muss man Datenroaming aktivieren, weil es die Netze der Mutterunternehmen (also zB t-mobile und A1) als externe versteht. Das ist etwas, das man vor allem in grenznahmen Gebieten im Auge behalten sollte – im Inland gibt es damit aber kein Problem.

Telefonieren kann das gute Stück natürlich auch. Die Klangqualität ist durchschnittlich. Es gibt einen ganz normalen Kopfhöreranschluss (3,5mm), der dem entgegenwirken kann. Ein kleines Detail: SMS werden sehr Chat-ähnlich dargestellt, das verleitet auch zum Chat-ähnlichen Verhalten. Ein Vertrag mit SMS-Pauschale oder viele Frei-SMS empfiehlt sich.

Bei moderatem Internet- und W-LAN-Gebrauch nach dem man die Verbindung wieder deaktiviert hält der Akku knapp zwei Tage. Am meisten frisst das Display. Wenn man das Gerät von seinen Verbindungen kappt und unangetastet in der Hosentasche mitschleppt, könnte man vielleicht einen dritten herauskitzeln. Bei heftigem Gebraucht sollte man das Ladekabel (Handyseite: Micro USB, andere Seite USB 2.0 Highspeed) immer mit haben. Im Lieferumfang inbegriff ist ein passender Stromstecker mit USB-Eingang für Zeiten wo man keinen PC zur Verfügung hat.

Angesichts der Hässlichkeit des Nexus One und des sehr geschlossenen iPhone-Systems, kann ich mir im Moment kein besseres Smartphone vorstellen.

Helft mir, ich hol mir ein Motorola Milestone

Mein baldiges Baby
Mein baldiges Baby
Zu Weihnachten endet mein mittlerweile Jahre andauerndes Zaudern, mir endlich ein Smartphone zuzulegen. Da liegt nämlich ein Motorola Milestone (ohne Branding) unterm Baum. Jetzt brauche ich natürlich jeden wertvollen Tipp den man mir in Bezug auf nützliche Android-Applikationen geben kann. Neuer Modus also: Rebell fragt, die User antworten. Am Ende packe ich es vielleicht in einen schönen Sammelartikel für die Nachwelt. ;)

Muss sich Apple bald fürchten?

firstelseMan muss es ja zugeben: Das iPhone war der Durchbruch für Smartphones. Waren die meist sümdteuren Geräte vorher nur das Accessoir ernst dreinblickender Geschäftsleute in Anzügen, läuft heute (fast) ein jederman mit gerade ausreichendem Budget mit Apples Mobiltelefon oder einem seiner unzähligen Konkurrenten in der Hosentasche herum. Dass hier ein Trendprodukt geschaffen wurde ist nicht allein der Verdienst der Marketing Abteilung, sondern auch des flüssigen Bedienkonzepts. Ein Bereich, in dem Apple schon mit dem iPod Vorreiterqualitäten bewiesen hat.

Doch genug des Lobs. Fakt ist auch, dass sich an der Bedienung des iPhones seit der Erstausgabe nichts Wesentliches geändert hat. Vielleicht war man der Meinung, aus den aktuell verfügbaren Technologien das Optimum herausgeholt zu habe. Der Erfolg gab Steve Jobs und Co bisher Recht.

Nun bläst der israelische Hersteller Else Mobile mit dem “First Else” zum Angriff. Das Konzept: Neben edler Optik des mit einem eigenen OS (Else Intuition) auf Linux-Basis  sowie Java ausgestatteten Smartphones an sich, soll die Bedienung weitestgehend einhändig – nur über den Daumen – möglich sein. Wie das funktioniert ist in den folgenden 2 Videos zu sehen. Ob es dem bisher unbekannten Unternehmen gelingen wird, sich damit durchzusetzen, bleibt abzuwarten. Ich wünsche ihnen dabei schon mal viel Glück.

Auf den Markt kommen dürfte das First Else Anfang kommenden Jahres.