Schlagwort-Archiv: Jump & Run

Ori and the Blind Forest

Angespielt: Ori and the Blind Forest im Preview

Auf der Game City in Wien konnten wir Ende letzter Woche Ori and the Blind Forest anspielen. Das ist der Debüt-Titel der Moon Studios, die der Österreicher früher bei Blizzard engagierte Österreicher Thomas Mahler gegründet hat. Ganz ehrlich: Das Spiel war uns vor dieser Gelegenheit ziemlich unter dem Radar durchgerutscht. Wir sind froh, dass sich das geändert hat, denn das Metroidvania war eines der besten, vielleicht sogar das beste Spiel auf der Game City. Weiterlesen

Child of Light

Test: Child of Light ist bezaubernd

Manchmal setzen auch große Publisher noch auf liebliche, außergewöhnliche Spiele. Wenn man vorab darauf wetten wollte, welcher Hersteller sich mit derlei schmückt, ist Ubisoft stets eine gute Wahl. Mit Child of Light bestätigt das Unternehmen diesen Ruf einmal mehr. Der Puzzle-Plattformer mit JRPG-Elementen weiß auf ganzer Linie zu erfreuen.

Das liegt in erster Linie an der märchenhaften Inszenierung der – nona – ebenso märchenhaften Geschichte. Dass die Engine malerische Optik erlaubt, hat sie ja schon bei Rayman (zum Rayman Legends-Test) bewiesen. Bei Child of Light legt man fast noch ein Schäufchen nach, was vor allem der Detailarbeit und dem grandiosen Zeichenstil zu verdanken ist. Ein Gemälde in Bewegung, in dem man durch stets interessante, abwechslungsreiche Zonen hüpft und fliegt – bevölkert von netten Charakteren, die sich ihrer Party auch gelegentlich anschließen. Für vertonte Dialoge hat es leider nur bei Zwischensequenzen gereicht.

Hauptfigur Prinzessin Aurora von Austria (das an das Österreich-Ungarn des 19. Jahrhunderts angelehnt ist) wird eines Tages krank und erwacht in einer fremden Märchenwelt namens Lemuria , wo sie als Heilsbringerin gegen die dunkle Königin gilt. Die nach Inspiration durch Österreich-Ungarn gestaltet wurde und dementsprechend “Austria” heißt. Aurora lernt auf ihrer Reise neue Fähigkeiten nicht durch die übliche Tutorialflut-für-Volldorks, sondern wird durch dezente Mechanik geleitet – was man auch gutes Gamedesign nennen könnte.

Sie hat einen Begleiter namens Igniculus zur Seite, den man wahlweise mit dem rechten Stick selbst steuern oder zum gemütlichen Coop-Spielen einem zweiten Spieler überlassen kann. Der Sidekick ist durchaus ein hilfreicher Geselle in Kämpfen und Puzzles. Die zeitbasierenden Rundenkämpfe sind besagte Referenz an klassische japanische Rollenspiele. Sie sind (wie die Rätsel) alles in allem nicht allzu fordernd, aber da auch hier ein gut durchdachtes Grundsystem erdacht wurde, werden sie auch nicht zum nervenden Unterbrecher. Trotzdem empfiehlt es sich, nicht scheu zu sein und Child of Light auch als Neuling gleich auf der Schwierigkeitsstufe “schwer” zu beginnen.

Wer kann und der Sprache gut mächtig ist, sollte sich die englische Fassung besorgen. Logischerweise geht in der Übersetzung doch manches verloren. So oder so wird man mit einem zauberhaft inszenierten, makellos umgesetzten und flüssig spielbaren Abenteuer belohnt.

Getestet auf Xbox One. Erhältlich auch auf PC, Xbox 360, PS3, PS4 und PS Vita. Kauft ihr über diesen Partnerlink auf Amazon, bekommen wir eine kleine Provision

The Last Tinker: Ein Erstlingswerk aus München braucht Tempo [Hands On]

The Last Tinker
The Last Tinker

Das Action-Adventure The Last Tinker: City of Colors der Mimimi Productions soll nach jahrelanger Entwicklung demnächst tatsächlich das Licht der Welt erblicken. Wir konnten eine Preview-Version des PC- (Win/Mac/Linux) und Konsolentitels (Xbox One/PS 4) anspielen. um eure diesbezüglichen Erwartungen zu wecken und zu formen. Weiterlesen

Spate: Spielbarer Absturz im Absinthrausch

Die Reise in Bluths Innenleben führt durch surreale Umgebungen.
Die Reise in Bluths Innenleben führt durch surreale Umgebungen.

Mitte 2012 wollte Eric Provan auf Kickstarter 12.000 Dollar haben, um einen “2,5D-Platformer” mit Steampunk-Szenario fertig zu entwickeln Mit etwas 14.430 Dollar wurde die Angelegenheit eine eher knappe Sache. Nach über einem Jahr Verzögerung ist Spate nun fertig. Weiterlesen

Tearaway im Test: Alle Kraft der PS Vita

Tearaway
Gestatten? Das ist Iota.

Oben am Himmel, da lacht ihr herab. “Das Wesen”, nennen die Figuren in Tearaway euch, dessen Gesicht die PS Vita per Video-Livestream in die Sonne projeziert. Das was das Jump & Run da mit euch macht, ist etwas Neues und dementsprechend Gewöhnungsbedürftiges. Es zeigt etwas Seltsames: Nämlich dass man beim Gamen meist recht emotionslos dreinschaut. Zumindest ist das die Beobachtung, die ich an mir selbst schon öfters gemacht habe und die mir auch an anderen Leuten aufgefallen ist. Ja, wenn die Spielfigur einen Witz macht, lacht und lächelt man schonmal. Ja, wenn eine Stelle uns frustriert, schauen wir verärgert drein. Und wenn dann eine Storywendung uns die Kinnlade nach unten fallen lässt, lässt sich das auch schonmal erkennen. Aber das sind kurze, isolierte Momente. Und sonst? Der Blick purer Gleichgültigkeit – und das während wir unser liebes Hobby ausüben. Schon seltsam.

In der enorm liebevollen und charmanten Welt von Tearaway wirkt dieser emotionslose oder künstlich aufgehellte (schließlich fühlt man sich ja beobachtet) besonders unagebracht. Allein die Grundidee ist ein kleiner Geniestreich von Entwickler Media Molecule (LittleBigPlanet). In einer von “Schnippseln” bedrohten Spielwelt, die sich aus gefaltetem Papier zusammensetzt, seid ihr gleich zwei Mal präsent. Einmal in der Form der Spielfigur: Iota. Ein kleiner Bote, der eine dringende Nachricht für das “Wesen” hat – also für eure zweite Präsenz, die nicht nur aus der Sonne herausstarrt, sondern auch immer wieder von den Figuren in der Welt angesprochen wird. Die Geschichte von Tearaway erzählt gänzlich von guter Laune durchdrungen von Iotas Reise zu euch.

Tearaway
Lächeln. :)

Integration

All das ergibt eine seltene, vielleicht komplett neue Form der Integration von Spiel- und Echtwelt. Und das Gefühl, dass der Bildschirm uns vom Geschehen nicht ganz so abgrenzt, wie wir das sonst kennen, wird durch viele andere Interaktionsmöglichkeiten verstärkt. Etwa durch Stellen, an denen ihr das Touchpad an der Hinterseite der Vita nutzen könnt. Da trommelt ihr Iota schonmal in ungeahnte Höhen, wenn er auf einer passenden Stelle steht. Anderswo besteht der Boden aus einer Membran, durch die ihr euren Finger reinstecken könnt. So müsst ihr Iota vor Schnippseln schützen, Schalter umlegen oder Hindernisse aus dem Weg räumen.

Mit dem Touch-Bildschirm reißt ihr auch schon mal Papier von den Wänden, um versteckte Objekte freizulegen oder baut dem kleinen Iota Rampen auf höhere Ebenen. Und dann gibt es ja noch die Möglichkeit, die Spielwelt in kleinen Details umzugestalten, indem ihr Elemente daraus neu zuschneidet oder anmalt. Da schneit es plötzlich pinke Herzen vom Himmel, wenn ihr das wollt. Diese Elemente heben das Gameplay von Tearaway von anderen 3D-Jum-&-Runs immer wieder wohltuend ab.

Tearaway
Dieser Finger ist weniger unanständig, als es scheint

Manchmal wird die Vita fast zum Virtual Reality-Objekt. Wenn ihr in der Spielwelt etwas fotografieren sollt, verhält sich der Bildschirm gemäß eurer Bewegungen in der Echtwelt. Ihr könnt also jederzeit den schräg versetzten Top Down-Blick verlassen und euch in den herrlich modellierten Umgebungen mit ihrem großartigen Art Style umsehen. Dazu verpflichten tut euch das Spiel nur selten, aber an manchen Stellen ist es Teil eines lohnenswerten Minigames. Manche Figuren haben ihre Farbe verloren, per Foto könnt ihr sie ihnen wieder zurückgeben. Als Dank schaltet euch das Programm eine von insgesamt 60 Schablonen frei, aus der ihr später mit einer echten Schere und mit echtem Papier ein Modell basteln könnt.

Medial Molecule nutzt die ganze Palette der Möglichkeiten, die in der PS Vita stecken, um eine ganz zauberhaft fantasievolle und ebenso verspielte Welt zu erschaffen. Man spielt nicht nur ein Spiel, sondern eben auch mit dem Spiel, und das Spiel ein bisschen mit euch. Dieses Erlebnis sollte man sich als Vita-Besitzer nicht entgehen lassen.

Test: “Stick It To The Man!” ist ein schräges Comedy-Abenteuer

Stick It To The Man!
Stick It To The Man!” erinnert an eine Mischung aus Psychonauts und The Cave.

Wenn man schon als Helmtester arbeitet, sollte man eigentlich darauf vorbereitet sein, dass einem früher oder später etwas auf den Kopf knallt. Ray wird allerdings davon überrascht, dass es ein intergalaktischer Gedankenlese-Greifarm ist, der sich in seiner Birne einnistet. Dass ein intergalaktischer Bösewicht dieses Dinge gerne wiederhaben würde, klingt da fast logisch. Davon überzeugt, dass er einfach nur einen gewissen Knall hat, rutscht Ray in ein besonders schräges Abenteuer, das die Entwickler von Zoink! Stick It To The Man! genannt haben.

Das ist ein hübscher und einzigartig gestylter 2D/3D-Hybride, der auch spielerisch eine Kombination aus Jump & Run und Adventure ist. Der Name des Spiels ist ein Wortspiel, das irgendwas zwischen “Kleb es an den Mann!” und “Zeig es dem Establishment!” bedeuten kann. Als solches ist es auch ein Hinweis darauf, dass man einigermaßen fortgeschrittenes Englisch verstehen sollte, um die Gags zu verstehen, die Ray in seiner komplett abgedrehten Welt zwischen Irrenhaus, Draumlevels und Raumstationen am laufenden Band spricht und zu hören bekommt. Eine Vor- und Zurückspulfunktion für die stets vertonten Aussagen der verrückten Charaktere hilft beim besseren Verstehen oder Überspringen von Passagen. Musikalisch ist das Spiel unauffällig untermalt. Den Trailersong (“I Just Dropped In (To See What Condition My Condition Was In)” – siehe unten) bekommt ihr nur im Startmenü zu hören.

Die Rätsel sind (meist) in ihrer eigenen abgedrehten Art logisch. Sie haben damit zu tun, dass die Gedanken von Menschen als Sticker visualisiert werden und dann an eine passende andere Stelle geklebt werden müssen. Das bleibt in einem überschaubaren Rahmen. Mehr als vier bis fünf Gegenstände hat man selten im Inventar. Wer nicht immer genau zuhört, verpasst vielleicht den ein oder anderen Hinweis. Dann kann es schon einmal passieren, dass man in den mit Fortdauer des Spiels zunehmend großen Level-Abschnitten kurz etwas ratlos umher irrt. Jeder Level auch eine Art Labyrinth ist. Vage Maps helfen zwar, die Übersicht zu wahren, zeigen aber bewusst nicht jeden Weg präzise an. Die Welt muss also erst au eigene Faust erkundet werden.

Gags, Gags, Gags

Für Abwechslung sorgen einige Actionsequenzen, in denen Ray von Agenten des Bösewichts gejagt wird. Auch das erfordert meist ein wenig logische Denkarbeit. Mit seiner Mischung aus Rätseln, Temposequenzen und Humor hält Stick It To The Man! während seiner 4-5 Stunden Spielzeit durchaus bei Laune. Jede Menge Sarkasmus und absurder Humor warten auf Unterhaltungssüchtige. Das Spiel nimmt sich selbst, Spiele im Allgemeinen und andere Themen auf die Schaufel. Die Inspiration bei Double Fine und insbesondere Psychonauts wird Zoink! wohl weder leugnen können noch wollen. Ein viel schöneres Kompliment kann man einem komödiantischen Spiel ja kaum machen.

Zwischendurch hätte Autor Ryan North (der das Comic-Buch zur TV-Serie Adventure Time geschrieben hat) aber ruhig etwas auf die Bremse steigen können. Gerade in der zweiten Spielhälfte ufern die Monologe aus und hätten oft auch ein, zwei Späße und Absurditäten weniger vertragen. Die Klasse der besten Produktionen von Tim Schafer erreicht Stick It To The Man! deshalb nur an wenigen Stellen. Zum Kulthit fehlt der letzte Touch im Skript – da geht das Amusement zu selten über einen anerkennenden Grinser hinaus. Aber es ist ein ziemlich gutes Spiel und hat Momente, in denen man eine inhaltliche Kooperation mit dem Großmeister nicht mit voller Überzeugung ausschließen könnte. Es ist sogar der bessere Rätsel-Plattformer als The Cave – Ron Gilbert verzeih.

Stick It To The Man! ist auf Windows-PC, PlayStation 3 und PS Vita erhältlich. Auf Steam kostet es in den nächsten 40 Stunden 8,4€ – ansonsten 14€.

Contrast – Schattenspiele Noir

Contrast: Ihr spielt die imaginäre Dawn
Contrast: Ihr spielt die imaginäre Dawn

Mitte November erscheint Contrast, ein Spiel von dem ich gerade in einem Newsletter das erste Mal gehört habe. Wer hätte gedacht, dass Newsletter tatsächlich noch eine Funktion haben?! Contrast ist ein 3D- UND 2D-Jump-&-Run in einem europäischen Film-Noir-artigen Setting. Das besondere Gimmick ist die Möglichkeit, sich in einen Schatten zu verwandeln und so die Schatten der Objekte in der 3D-Welt zu benutzen, die ihr auch manipulieren könnt.

Klingt vielleicht komplizierter als es wirklich ist. Seht euch einfach die Trailer an, um einen besseren Eindruck zu bekommen. Ihr spielt jedenfalls als Dawn, der imaginären Freundin des abenteuerlustigen, kleinen Mädchens Didi. Didi wächst im Jahr 1920 mit ihrer alleinerziehenden Mutter auf. Die Geschichte dreht sich um ihren Wunsch, dass ihr Vater doch wieder heimkomme.

Das Ganze sieht vorab ziemlich rund und stimmungsvoll aus. Contrast wird man in Kürze auf PC, Xbox und Playstation spielen können.

CONTRAST is a charming 2D/3D puzzle platformer where you can shift from a fantastic 3D world to a mysterious shadowy universe in 2D in the blink of an eye. Initially scheduled to release on PC, Contrast will also be available on the PlayStation®Network and Xbox LIVE® Arcade in late 2013.
In CONTRAST, you will explore a dreamlike, vaudevillian world of the 1920s. In this universe, where the boundaries between showmanship, magic, intrigue and deception are blurred, you play as Dawn, the imaginary friend of a young girl named Didi.

Papo & Yo – Brutal gut

Papo & Yo - Indie-Perle mit geglücktem, künstlerischem Anspruch
Papo & Yo – Indie-Perle mit geglücktem, künstlerischem Anspruch

Bis kurz vor seiner PC-Veröffentlichung habe ich von Papo & Yo nie gehört. Ich weiß auch nicht genau, was mich daran interessiert hat. Vermutlich der optische Stil der Screenshots. Ein Rätsel-Jump & Run das ein bisschen so aussieht als würde es in brasilianischen Slums spielen? Das geht doch. Jedenfalls war mein Interesse ein Glücksfall für mich, denn Papo & Yo entpuppte sich als echte Perle. Weiterlesen

Grimnid – Demo zum Indie-Psychoplattformer

Grimnid – Rote Augen in der Dunkelheit? Selten ein gutes Zeichen.

Kürzlich erreichte uns eine E-Mail aus Polen von Pawel Mogila, ob wir sein One-Man-Indie-Game Grimnid nicht mal bei uns vorstellen möchten? Und tatsächlich, das wollen wir. Grimnid habe nämlich zumindest ich schon ein wenig länger auf dem Radar, bisher aber nie die Zeit gefunden, es hier zu erwähnen.

Das Spiel ist von der Aufmachung her ein düsteres Jump & Run, New-Neudeutsch “Plattformer” genannt. Das Besondere an dem Spiel ist weniger die physikalisch korrekt reagierende und dynamisch ausgeleuchtete Spielwelt im düsteren Art-Design, sondern der Erzählstil. In Grimnid erzählt euch der seltsame Hauptcharakter, der auf der Suche nach sich selbst durch dunkle Höhlen wandert, immer wieder, wie es ihm gerade geht und was er denkt. Passend untermalt mit einem gruseligen Sounddesign soll eine furchterregende Stimmung aufkommen. Pawel verspricht außerdem eine skill- und Logikpuzzle-basierte Spielweise. “Grimnid ist kein einfaches Spiel”, warnt der Entwickler, “euer Hirn wird herausgefordert”

Der Vorbestellpreis liegt bei schlappen 10 Dollar. Einen vagen Eindruck kann man sich im folgenden Video holen, mehr verrät euch dann vielleicht die gerade erschienene Demo, und man kann Grimnid bei STEAM Greenlight raufwählen. Ende 2012 soll es erscheinen.

The Cave – Ron Gilbert und Double Fine basteln ein schräges “Adventure”

The Cave: Ein Abenteuerspiel von Ron Gilbert und Double Fine erscheint Anfang 2013

Neben dem Kickstarter-Projekt läuft bei Double Fine unter der Leitung von Ron Gilbert noch ein zweites Projekt: Das als “Adventure Game” bezeichnete The Cave sieht im ersten Moment vor allem aus wie ein undefinierbares Jump & Run. Es soll Anfang 2013 für Konsolen und PC als digitaler Download erscheinen.

“Schon seit vielen, vielen Jahren denke ich über das Konzept von The Cave nach. Und eines Tages meinten die Stimmen in meinem Kopf, die mir immer sagen, was ich zu tun habe, es wäre an der Zeit, endlich dieses Spiel zu entwickeln”, meint Ron Gilbert. “Ich bin begeistert, dass ich mit dem unglaublich talentierten Team von Double Fine zusammenarbeiten kann, und es freut mich riesig, dass SEGA auf Adventures und schräge Ideen setzt”, sprach die Entwickler-Ikone das Engagement von SEGA für das Spiel an. An der Pressemeldung kann man möglicher schon ablesen, wie schräg und merkwürdig The Cave werden könnte. Dort heißt es zum Beispiel:

Als das Spiel um seine Meinung gebeten wurde, sagte The Cave: „Manche behaupten, ich wäre nicht für jeden gemacht, der seinen Weg hier hinunter findet, aber das ist nicht wahr. Das stimmt ganz und gar nicht.“ Es ergänzte diese Aussage allerdings noch mit: „Aber ich muss durchaus lachen, wenn jemand in Lava fällt.“ Woraufhin The Cave tatsächlich leise zu lachen begann.

Womit wohl fürs Erste alles gesagt werde. Einen ersten Teaser mit Work in Progress-Material aus dem Spiel gibt es bereits auf unserem Youtube-Channel “Rebelltube“, und natürlich auch hier:

NightSky – Ein wunderschönes Ballspiel

NightSky

Eine seltsame Kugel am Strand, die von Lebensenergie beseelt scheint. Ein ungenannter Erzähler, der sie mitnimmt. Und wirre Träume. Das Intro ist kurz und wirkt, als wäre es aus einem alten LucasArts Adventure. Ein wenig erinnert es mich an Loom. NightSky selbst hat mit Point and Click nichts zu tun, bietet aber wunderschöne Kniffligkeit. Weiterlesen

World of Gogs? Mitnichten!

Goose Gogs

World of Goo, das geniale Indie-Denkspiel, hatten wir vor einiger Zeit im Test. Sieht man ein Video von Goose Gogs (“Stachelbeersamen”), könnte man auf die Idee kommen, es handle sich um einen Nachfolger oder ein Spin-Off. Beides ist aber nicht der Fall und der 17-jährige Wiesbadener Frederic Schimmelpfennig – der Kopf hinter dem Spiel – schwört, dass auch die grafischen Ähnlichkeiten reiner Zufall sind.

Ob das nun stimmt oder nicht ist eigentlich egal, denn wir bei Rebell wissen ja, dass nur die inneren Werte zählen. Und so hüpfte und rollte ich meinen Gog durch alle 9 Level der Build 143 Beta. Das Spielprinzip ist einfach und trotzdem potentiell vielseitig. Mit seinem runden Ball muss man ans andere Ende des Levels und dort eine Flagge berühren. Hinderlich dabei sind Abgründe, ein Punkteziel und natürlich feindliche Gogs, die mir entgegenrollen oder auch mal von Bäumen fliegen. Nein, das Spiel ist kein Klon von World of Goo.

Weil Goose Gogs auch nicht Super Mario Land ist, endet munteres Draufhüpfen auf die Gegner tödlich. Stattdessen zieht man mit seinem Schweif eine rote “Wutlinie”, die Bösewichte bei Kontakt erzürnt – mit dem Ergebnis, dass sie platzen. Zu viel auf einmal eingesetzt führt aber auch zum eigenen Ableben, daher braucht es kluge Dosierung.

Bis zum Ende jeder Landschaft gilt s eine gewisse Anzahl Punkte zu erreichen. Diese kombiniert sich aus todgewüteten Gog-Gegnern und einem vom Start an verfügbaren Konto, dass sich mit fortschreitender Zeit leert. Das wars eigentlich schon zum Spielprinzip.

Mich durch schnell herumrollende Gegner zu manövrieren und gleichzeitig das Limit und das Ziel zu erreich war nicht immer eine leichte Aufgabe für. Denn: nicht selten sind Gegner sehr gehässig platziert oder kreuzen überraschend wie rasend schnell meinen Weg und verlangen nach einer anderen Zerstörungstaktik. Das ist durchaus fordernd, zwingt aber dazu so manche Station mehrmals spielen zu müssen, bis man alle gefährlichen Stellen kennt und entsprechend vorbereitet ist.

Neben dem Beginner-Gog und dem normalen Gog, die beide sehr einträglich zu steuern waren, standen mir auch noch ein luftiger Gog und ein Fels-Gog zur Verfügung. Beide sind schwer zu manövrieren, werfen aber bei der Eliminierung von Feinden mehr Punkte ab. 4 weitere Typen sollen in der Finalen Version hinzukommen – ich muss aber gestehen, dass einige der Betalevels mit den zwei exotischen Gog-Arten nicht sinnvoll zu bewältigen sind. Ich hoffe, da wird noch entsprechend am Leveldesign gefeilt oder die anderen Gogs erhalten eigene Abschnitte.

Im derzeitigen Zustand ist Goose Gogs weitgehend, aber nicht komplett bugfrei. Sehr nervig ist das Holpern auf scheinbar ebenem Boden, das mich manchesmal unvermittelt in einen Abgrund geführt hat. Auch hier gilt: Das Spiel ist eben noch nicht fertig.

Und dann: Doch eine Anmerkung zur Grafik. Schon in der kurzen Beta bietet das Spiel eine gelungene Abwechslung aus verschiedenen Grafikstilen, die auf den zwei Screenshots nur sehr unzureichend repräsentiert sind (siehe Video).

Zum Sound: Effekte gibt es noch keine, Musik schon. Die wird zwar die Epik eines World of Goo-Soundtracks nicht erreichen, klingt aber trotzdem sehr atmosphärisch.

Fazit: Wenn sich Goose Gogs weiter nach Plan entwickelt, sehen wir einer Indie-Perle entgegen. Bis dahin muss aber noch ein bisschen gefeilt und designed werden, damit am Ende wirklich die geplanten 40-50 Level fertig sind und auch Spaß machen. Reinspielen könnt ihr euch noch nicht, Frederic hat aber zugesichert eine Demo zu veröffentlichen, wenn der LAN-Modus implementiert ist.

Richtig gelesen: Goose Gogs wird multiplayertauglich.  Wie das funktionieren wird, weiß ich nicht.  Wir dürfen gespannt sein.