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ELEX: Neues Action-RPG der Gothic-Macher kommt zur Gamescom

Die beste und zielgruppenverkennendste Zeile aus einer Pressemitteilung seit langem: “Dieses eklektische, leidenschaftliche, energetische, xenophile Open-World-Rollenspiel soll im Winter 2016/17 für PC und Konsolen der aktuellen Generation erscheinen”.

Soll heißen: ELEX wird ein arg großes Rollenspiel von Piranha Bytes (Gothic, Risen). What can go wrong? Auf der Gamescom (ab 5. August) soll es erstmals gezeigt werden.

Nur ein Spiel

Nur ein Spiel ist ein Dokumentarfilm der das Rollenspiel in all seinen Aspekten zeigt. Computerrollenspiele, Live-Action-Rollenspiele (LARP) und auch Pen-&-Paper-Rollenspiele werden behandelt. Die Computerspiele werden natürlich in klassische Rollenspiele und MMORPGs geteilt.

Der Film wurde vom Autor in Eigenregie produziert, da offenbar kein Sender Interesse daran zeigte, einen seriösen Film zum Thema zu produzieren.

Die Gespräche verliefen abgekürzt immer so: “Ah sie wollen was über Computerspieler machen. Wollen sie es mehr unter dem Suchtaspekt betrachten, oder mehr unter dem Gewaltaspekt?” – “Ähm – Nein, ich wollte die zunehmende Popularität und Faszination des Spielens erklären.” “Achso, also, wenn das nicht unter dem Thema Amok oder Sucht läuft, weiß ich nicht, ob das wer sehen will.”

Im Film sind neben Interviews mit LARP- und P&P-Spielern (Das Schwarze Auge) auch Interviews mit Piranha Bytes und Szenen aus den  Arbeiten zu Gothic III zu sehen.

Das Wunderbare and dem Film ist, dass die Rollenspieler selbst sprechen und man sich an spezifischen Beispielen selbst ein Bild machen kann, wie die “Sache” so abläuft. Es gibt keine “Experten” die nur gscheit daherreden, über Spiele die sie nie gespielt haben, man Sieht normale Menschen die Spielen und man sieht Interview mit Menschen die diese Spiele spielen und erklären was vorsich geht. Der Film dauert gut eine Stunde und ist ein MUSS für jeden Rebellen.

Übrigens: Gratulation an die erste Minute des Films, die ist wirklich genial.

Nur ein Spiel von Michael Schilhansl auf Vimeo.

Weitere Hintergrundinformationen gibt es auf Stigma Videospiele im Artikel Was das Fernsehen nicht zeigt.

Demo zu Gothic 4 ist kein schöner Vorgeschmack

Gerade eben habe ich die Demo zu Arcania – Gothic 4 durchgespielt. Das 1,7 Gigabyte schwere Teil habt ihr in etwa einer Stunde durch. Der Einblick in die von Spellbound produzierte Serienwelt, die einst als deutsches Weltklassespiel gestartet und in der jüngsten Ausgabe einen schweren Imageknacks erlebte, lässt ein mulmiges Gefühl zurück: Wie ein Spiel für Gothic-Fans sieht das sicher nicht aus. Demo zu Gothic 4 ist kein schöner Vorgeschmack weiterlesen

Gothic 1.5

Risen: Die Hafenstadt
Risen: Die Hafenstadt

Wer die ersten beiden Gothic-Teile nicht mochte, der kann Risen gleich vergessen. Die beachtliche Fangemeinde der Serie sehnte sich nach dem Debakel des dritten Teils wieder zurück in die alten Tage. Und genau das hat Piranha Bytes ihr auch vorgesetzt. Ich werde das Gefühl nicht los, dass es eher an mir liegt, dass ich das Spiel sehr mag, als am Spiel selbst. Bei jedem “objektiven” Testsystem müsste das Ding eigentlich durchfallen. Es gibt einige Gründe es nicht zu mögen.

Das Kampfsystem ist zwar recht gut gelungen, aber ein falscher Schlag in einem wilden Kampf bei dem du einen NPC triffst und schon schlägt der dich nieder, klaut dir dein Zeug und redet fortan nicht mehr mit dir. Frustalarm.

Andere Baustelle: Oft wird man etwas ratslos über das weitere Vorgehen über die Insel laufen. Die Quests sind abgeklappert, keiner redet an einem Ort noch sinnvoll mit dir und du musst einfach mal losrennen und woanders weitermachen.

Auch atmosphärische Fehler werden euch auffallen: Wenn Figuren tagein, tagaus am selben Fleck stehen, hat das etwas Tragischkomisches. Ein Beispiel für einen besonders netten Blödsinn: Ein Wächter will als Gegenleistung für den Zugang zu einem Gefangenen von einer Prostituierten besucht werden. Nachdem ihr ihm die riesen-starrbrüstige Dirne (ich behaupte die Charakterdesigner haben noch nie eine nackte Frau gesehen) besorgt habt, stellen sich die beiden hinter die Hütte und bleiben dort für den Rest des Spiels nebeneinander. DAFÜR hab ich nun wirklich nicht meine (nur anfangs raren) Goldstücke ausgegeben, du Knalltüte!

Aber wenn man mich fragt, ist das egal. Das spezielle Flair der frühen Gothic-Serie ist nämlich sofort wieder da – und wenn man das mochte, ist Risen keine Enttäuschung. Der Grafikstil lässt von Beginn an nichts anderes zu, als sich daheim zu fühlen. Etwas kantig, schön verwaschen und trotzdem reizvoll (und im Vergleich zu G3 sogar sehr performant) bietet sich uns die Insel auf der wir mal wieder vom Nobody zum Superhero mutieren.

Auch sonst ist alles beim Alten. Anfangs darf man nicht allzu weit vom Weg abkommen, später metzelt man durch furchterregende Monsterhorden. Die gesammelten Lernpunkte wollen mit Bedacht für neue Fähigkeiten ausgegeben werden. Für frohmutige Verschwender wirds im Endspiel happiger.

Mit dem was das spieltechnisch abgeliefert wird, gibt man sich ja gerne zufrieden. Größer muss die Welt nicht sein. Anders brauchen sich die Kämpfe nicht zu spielen. Selbst manche Frusterlebnisse gehören für den geneigten GothicRisen-Fan irgendwie dazu und spornen halt zur Vorsicht an. Wie sehr ein “Größer, größer, GRÖßER!” da eher in die Hose geht, hat eh Gothic 3 gezeigt.

Beim Charaktersdesign und Storytelling sparte Piranha aber zu sehr. Etwas mehr Leben und Überraschung darf die Spielwelt beim nächsten Mal ruhig bieten, sonst wird das alles irgendwann zu wenig. Wenn die Geschichte dermaßen 08/15 daher kommt und damit in den Hintergrund gerät, kann ich in Zukunft gleich wieder G2: Nacht des Raben spielen – das bleibt übrigens immer noch Piranhas bestes Spiel. Risen ist wohl einfach dazu gedacht, die alten Fans gefahrlos in ein neues Universum rüber zu führen, da die Rechte für Gothic ja nun woandes liegen. Und das macht es erfolgreich.

Gothic 4 wird von Spellbound entwickelt

Die Zweckbeziehung zwischen Publisher JoWooD und Entwickler Piranha Bytes wurde nach Veröffentlichung des dritten Gothic-Teils beendet und die Mannen von JoWooD begaben sich auf die Suche nach einem neuen Entwicklerteam für den vierten Teil der Serie. Nun ist man fündig geworden: Gothic 4 wird von Spellbound entwickelt, die schon das hervorragende Airline Tycoon machten. Details zum Spiel stehen noch aus.

Namenloser mit Riesenschwert Vol. 3

Man nehme einen namenlosen Helden, eine epische Geschichte, packe eine riesige Spielewelt hinzu, nehme eine Priese Entscheidungsfreiheit und zu guter Letzt noch ein wenig grandiose Atmosphäre und fertig ist der Rollenspielknaller. Gothic legte 2001 den Grundstein des Erfolgs. Der zweite Teil heimste weltweit Preise ein. Und jetzt ist es endlich soweit. Der langersehnte Nachfolger ist fast fertig und wurde auf der Games Convention präsentiert.

Khorinis ist mittlerweile komplett von uns gereinigt worden. Darum geht es jetzt auch auf das Festland nach Myrtana. Die mittlerweile zivilisierten Orks haben hier ziemlich jeden Winkel des Landes besetzt und die Menschen („Morrer“, Menschensklave auf Orkisch) versklavt. Wo Sklaverei ist, gibt es auch Rebellen. Diese versuchen selbstverständlich das Reich Myrtana wieder fest in Menschenhand zu bringen, aber ob ihr da mitspielen wollt ist eine andere Sache. Denn zum ersten Mal in der Gothic-Reihe ist es möglich zu den Orks zu wechseln. Eigentlich ist es egal, wem ihr euch anschliessen wollt. Denn auch Teil 3 bietet die Freiheiten der Vorgänger. Neben den Orks und den Menschen, gibt es da aber auch noch die Assassinen. Die ebenfalls neu eingeführte Fraktion steht eher so im Zwispalt, eigentlich mögen sie die Orks nicht, aber die Menschen sind auch nicht ganz ihr Fall. Vielleicht kann man sie etwas mit dem Sektenvolk aus Teil 1 vergleichen. Wo genau die Geschichte der Assassinen hinführen soll, wurde noch nicht verraten. Fakt aber ist, dass der erbitterte Krieg zwischen Menschen und Orks durch eure Hand entschieden werden soll.

Auf dem Festland, dass so groß ist, wie die Gebiete der ersten beiden Teile zusammen, gibt es drei große Städte. In der südlichen Wüste die Stadt Varrant, in der sich hauptsächlich Assassinen tummeln, im hohen Norden Nordmar und in der Mitte Myrtana. Jede dieser Städte hat andere Einwohnern und damit auch andere Quests und Lehrer. Die Aufträge funktionieren in Gothic 3 mit einem Ruf-System. Ihr bekommt für jede erledigte Quests Anerkennung bei den verschiedenen Fraktionen. Zum Beispiel geht ihr für Orks auf Sklavenjagd, könnt euch aber auch dagegeb entscheiden. Wie ihr handelt beeinflusst entweder die Beliebtheit bei den Orks oder Rebellen. Je nachdem, wie sehr die Leute euch mögen, bekommt ihr immer mehr Aufträge von dieser Seite. Die Andere feindet sich dagegen mit euch an, bis es dann soweit kommt, dass ihr in deren Städte nicht einmal mehr eintreten dürft. Es gibt in Gothic 3 über 500 verschiedene Quests, die ihr natürlich nicht alle in einem Durchlauf machen könnt. Den Wiederspielwert erhöht sich dadurch ungemein. Lassen euch kleine Nebenquests kalt, warten trotzdem 40 Stunden auf den Spieler. Aber wer will schon eine ganze Menge Atmosphäre und Belohnungen sausen lassen?

Die schon kurz angesprochenen Lehrer kennt man noch aus den vorherigen Teilen. Auch in Gothic 3 gibt es das Skillsystem mit Fertigkeitspunkten bei jedem Aufstieg. Diese löst man dann bei Trainern für Verbesserungen von bereits bekannten Fähigkeiten oder für komplett neue ein. Neu ist etwa der Kampf mit zwei Schwertern. Diese Spezialität des Assassinenvolks könnt ihr aber auch nur lernen, wenn ihr euch diesem anschliesst. Zudem gibt es noch den Kampf mit Zweihandwaffen, Pfeil und Bogen, Schwertern und auch zum ersten Mal mit dem Schild. Ein ordentlicher Feuerregen oder Bltzschlag darf natürlich im Repertoir der Waffen nicht fehlen. Bis zu 50 Sprüche könnt ihr im Verlauf des Spiels lernen. Hat man einen Spruch noch nicht gelernt, bleibt noch der Weg über eine Schriftrolle. Neben Standardsprüchen fehlt auch die Gothic typische Verwandlung in Scavenger oder andere Tiere nicht. Neu ist außerdem die Seelenwanderung, die es ermöglicht den leiblichen Körper zu verlassen und als nicht sichbarer Geist durch die Gegend zu streifen. So könnt ihr wunderbar Städte oder Höhlen auskundschaften und Kisten öffnen. Euer Körper bleibt aber zurück und ist immernoch verwundbar.

Gekämpft wird immer noch ähnlich, aber mit vielen Erweiterungen. Mit der linken Maustaste lasst ihr einen Hieb ab und mit der Rechten könnt ihr die gegnerischen Angriffe blocken. Haltet ihr die rechte Maustaste gedrückt und drückt dann die Linke führt euer Alter Ego eine Stichattacke aus die sehr starken Schaden macht. Außerdem gibt es noch einen Fechtstil, den ihr mit beiden Maustasten gleichzeitig gedrückt ausführen könnt. Zauber werden ausgeführt, indem man sie auswählt (praktisch über Quickslots) und mit gedrückter linker Maustaste dann ausspricht. Durch die neuen Kampffertigkeiten gerade im Nahkampf, sollen auch Arenakämpfe jetzt viel interessanter sein. So braucht ihr für jeden nicht nur bestimmte Fähigkeiten, sondern müsst euch auch selber Taktitken überlegen – etwa wann ihr blocken und wann angreifen müsst. Auch die Arenakarriere ist eine Queststrang für sich. Fangt ihr zunächst in kleinen durch Fackeln abgegrenzten Kreisen mit dem Kämpfen an, müsst ihr euch später in riesigen Arenen beweisen. Ist bei einer Kampfstelle kein Gegner mehr für euch übrig, seid ihr dort Arenameister und werdet direkt weiter zur Nächsten geschickt. Eure Kontrahenten bringt ihr übrigens nicht um, sie fallen einfach bewusstlos nur zu Boden. In der Zeit könnt ihr fröhlich deren Taschen plündern und so noch ein kleines Trinkgeld neben den Belohnungen für den Sieg einheimsen. Auch in den Kämpfen außerhalb oder in den Städten müsst ihr eure Gegner, wenn ihr sie denn wirklich umbringen wollt, mit einem Finishingmove ins Jenseits schicken.

Kleines Schmankerl am Rande: Die Gesinnungen der Völker spielen bei solchen Vorfällen eine gewichtige Rolle. Tötet ihr beispielsweise in der Assasinenstadt jemanden, reagieren die anderen Bewohner nicht unbedingt darauf. Sie gucken verdutzt, gehen aber dann weiter. Im rechtschaffenderen Städten würden die Wachen aber reagieren. Aufpassen müsst ihr immer, wen ihr umbringt. Denn eure Morde sprechen sich in den Nachbarstädten rum und können euch dort die ein oder andere Quest verderben.
Gerade kleinere Fehler aber sollen nicht den Spielspass verderben. Wenn es doch einmal dazu kommen sollten, dass euch (zum Beispiel durch Bugs) ein Weg verbaut wurde und wirklich kein anderer Ausweg mehr besteht, haben die Programmierer etwas geschummelt. So sind beispielsweise Gegenstände die aus Versehen irgendwo unerreichbar hinfallen in der gleichen Truhe nochmal zu finden oder ein Questgeber sagt euch: „Hey ich hab da noch was für dich!“. Flüssiger ist sowas auf jeden Fall als neuladen oder gar ganz neu anfangen zu müssen.

Gothic 3 sieht wirklich fantastisch aus. Die Weitsicht war schon immer die ganz große Stärke und das ist sie heute immer noch. Alles aber was weiter im Hintergrund ist, wird nur mit wenigen Polygonen ausgestattet sein. Wenn man sich der Szenerie nähert lädt die Engine nebenbei die restlichen Grafikteilchen. Der Übergang sah in der gezeigten Version noch etwas unsauber aus, allerdings wurde uns versichert, dass dies im fertigen Spiel sehr viel sanfter ausfallen wird und sozusagen kaum noch auffällt. Somit ist es den Entwicklern auch möglich die komplette Welt ohne irgendwelche Ladezeiten auskommt. Einzig friert das Spiel sehr kurz ein, wenn man sich beispielsweise in eine Höhle begibt. Wie kurz, wird erst ein Test zeigen. Die Charaktere waren noch nie so schön. Die Details die sich in jeder Stadt, an jedem Menschen oder Ork und in den Wäldern oder anderen Gebieten verstecken sind umwerfend. Dank Normalmappings wird dem ganzen ein sehr viel realistischerer Look verpasst. Bemerkenswert ist, dass die Jungs von Piranha Bytes jedes kleine Polygon gesetzt haben und nicht durch irgendeinen Baukasten die Karten und Städte erstellt haben. So bekommt wirklich alles in Gothic 3 einen individuellen Look. Leveldesign auf höchsten Niveau.

Bei den Effekten stockt einem fast der Atem. Der Feuerregen sieht dermaßen beeindruckend aus. Vor allem sieht der Zauber nach sehr viel Feuer und extrem viel Regen aus. Mindestens genauso schick war beispielsweise der „Matrixzauber“. Hier beschwört der Held eine riesige, hübsche, blaue Kugel, die alles verlangsamt was durch sie läuft. Ordentliche Schatten gehören ja heutzutage zu jedem Spiel, aber dass wirklich der kleinste Stein einen realistischen Schatten abwirft, ist kein Standard. Und auch die Spiegelungen auf eurer Rüstung sind vom allerfeinsten und wechseln natürlich bei verschiedenen Lichtverhältnissen. Kleine Spielereien mit Fackeln in der Nacht oder in Höhlen bleiben dann auch nicht mehr aus, wenn gerade auch die Ausleuchtung funktioniert.

Vom Tag-Nacht-Wechsel brauch ich gar nicht mehr sprechen. Sieht toll aus. Das man aber für diese ganze Grafikpower auch mindestens 1GB Arbeitsspeicher haben sollte, ist die Kehrseite der Medaillie. Dennoch: Hinsetzen, der Musik lauschen und sich den Sonnenaufgang auf einem Berg ansehen – ein wahrer Genuß für Romantiker. Bei der Musikuntermalung wurde nicht gespart. Ganz im Gegenteil. Die Bochumer Phillarmoniker und Kai Rosenkranz wollen, dass sich die orchestralen Stücke schön in die Umgebung anpassen und nicht Fehl am Platz wirken. Wie sich das dann im fertigen Spiel anhört, wird man hören, aber wir sind überzeugt, dass es da keinen Beinbruch geben wird. Auch die schon immer gute Synchronisation ist auch diesmal wieder sehr gut gelungen. Der Namenlose hat immernoch den selben Sprecher.

So jetzt mal Schluss mit dem Gelobe. Also… warum eigentlich Schluss? Gothic 1 war ganz große Klasse. Gothic 2 war nicht zu Unrecht bestes deutsches Rollenspiel Und Gothic 3 wird alle beide Spiele nochmals toppen. Was die Entwickler da auf die Beine gestellt haben ist unfassbar und sieht so dermaßen gut aus, dass ich gar nicht mehr aus dem Präsentationsraum raus wollte. Das Einzige Manko könnten eventuell zu viele Fehlerchen in der fertigen Version sein, was wir aber wirklich nicht hoffen und niemandem wünschen. Uns wurde zwar versichert, dass alle rund um die Uhr arbeiten, aber die Zeit ist nun doch schon ein wenig knapp. Das Spiel soll doch schon in einem Monat in den Ladenregalen stehen. Aber wir sind uns sicher, dass auch der dritte Teil dem Erfolg der Serie keinen Abbruch bringen wird. Ich freue mich schon wie ein kleines Kind auf den 13.10. Wer hier nicht zugreift, ist selber schuld. Wenn ich Unrecht haben sollte und Gothic 3 nicht der Oberknaller 2006 wird, dann gehöre ich an den Pranger gestellt und gesteinigt. Besux wird das mit Freuden übernehmen.

Gothic-3-E3-Trailer für alle!

Hinter verschlossenen Türen wurde auf der diesjährigen E3 auch ein brandneuer Gothic 3-Teaser der “Fachpresse” (Anm. Wieso Fachpresse wenn wir nicht kostenfrei eingeflogen wurden?) vorgeführt. Dank des fünfjährigen Geburtstages der größten Gothic-Fansite worldofgothic.de, hat JoWooD den Trailer nun auch für Fans freigegeben.

Leider gibt es wieder keine Spielszenen, trotzdem wird die Vorfreude auf das 2006 erscheindende Spiel so sehr geschürt, dass man aus allen Krankenhäusern Kapfenbergs hört, zusammengebrochene Fans aufsammeln zu müssen. Lange Rede, kurzer Sinn: ladet jetzt fix den 17 Megabyte großen Trailer runter. Zum anschauen wird übrigens der Divx-Codec benötigt.

Zurück in die Rote Laterne!

Mit der höchsten Wertung der langen Geschichte von Rebell wurde, vor gar nicht allzu langer Zeit, Gothic 2 beschenkt. Aufgrund dieses Erfolges (und nur deswegen!) hat JoWooD auch noch ein Add-On drangehängt, um die Wartezeit auf Gothic 3 zu verkürzen. Wie gut uns Die Nacht des Raben gefallen hat, das verrät euch unser Review. Ach was, wir sagen es euch vorweg: Es ist ein Meisterwerk!

Die deutschen Entwickler von Piranha Bytes haben erkannt, dass es wohl sinnlos ist, ein Addon zu veröffentlichen, welches die Story des Hauptprogramms mit einem bereits bestehenden Charakter weiterzuführen vermag. Zu vielfältig sind die Möglichkeiten in Gothic 2 gewesen, und so mancher hätte mit seinem Alter Ego wohl Schwierigkeiten gehabt, Die Nacht des Raben durchzuspielen.

Also beginnt das Expansionsset genau dort, wo ihr auch das Hauptprogramm gestartet habt – im Turm von Dämonenbeschwörer Xardas. Schon am Anfang gibt es aber gleich die ersten Unterschiede. Eine neue Gilde – die Wassermagier bzw. ihre Beschützergarde, der Ring des Wasser – steht nun bereit um euch in neue Abenteuer zu entsenden.

Dass viele im Hauptprogramm leblose Stellen nun von NPCs besiedelt sind, bringt uns ebenfalls schon zu Beginn vom Gedanken ab, dass hier mit einem wieder verwerteten Spiel Geld gemacht werden will. Wo einst nur ein lausiges Monster seine Runden gedreht hat, sitzt nun ein neuer NPC und hilft euch, euren Auftrag zu erledigen.

Klar! Es ist wahr, dass das ein oder andere Quest erneut erledigt werden muss, allerdings gibt es fast immer neue Lösungsmöglichkeiten die es beispielsweise auch belohnen, noch einmal der Miliz oder den Söldnern beizutreten.

Nachdem die Insel Khoronis im Norden bislang sowieso nicht erforscht war, dürft ihr euch auf haufenweise neue Aufgaben freuen – in einer komplett neuen Gegend, die sich weder größenmäßig noch grafisch zu verstecken braucht. Apropos erweitert, auch die ursprüngliche Gegend um Khorinis Stadt und das Minental expandierte leicht. Insgesamt dürfte sich die Welt um geschätzte 40-50% vergrößert haben.

Wie gesagt gibt es mit den Wassermagiern, den Hütern des Gleichgewichts zwischen Ordnung und Zerstörung, eine neue Gilde, der man beitreten kann. Im Verlauf des Spiels kann man aber (kurzfristig) auch den Banditen “beitreten”. Für Abwechslung ist also auch in diesem Punkt gesorgt.

Die Welt von Gothic 2 wurde aber nicht nur um über 100 Non-Player-Characters bereichert, auch frische Monster, Waffen, Rüstungen und Zaubersprüche wurden integriert. Nämlich jene, die es bei den Wassermagiern zu erlernen gilt und Sprüche der schwarze Magie.

All das benötigt man aber auch um die Vielzahl an Monstern zu erledigen. Sumpfgasdrohnen, Blattcrawler, Keiler, Sumpfgolems und haufenweise anderes unsympathisches Getier wartet nur darauf, sich mit euch zu messen. Erschwerend hinzu kommt, dass Piranha das Game Balancing komplett erneuert hat, fast alle Monster sind nun schwerer zu besiegen.

Aber nicht nur das, generell wird das Spiel nach dem Installieren von Die Nacht des Raben schwerer. Talente kosten mehr Lernpunkte, starke Waffen mehr Geld und Stärkepunkte. Attribute kann man übrigens auf eine neue Weise bekommen. Anstatt die mühsam erarbeiteten Lernpunkte zu verschleudern, reicht es nun oft schon eine Steintafel zu lesen, oder man nutzt die altmodische Methode, nämlich ein Quest zu lösen.

Die angesprochenen steinernen Schriftstücke findet ihr überall im Land, könnt sie aber nicht sofort lesen. Dazu müsst ihr erst die Schriften lernen, in welchen sie geschrieben wurden. Die sogenannte Sprache der Erbauer gilt es in drei Stufen zu erlernen: die Sprache der Bauern dient als Basis, Krieger- und Priester liegen vom linguistischen Niveau her auf Khoronis allerdings höher.

Wer aber- oder auch erstmals den Berufsweg als Schmied einschlägt, der darf sich ebenfalls über einige Neuerungen freuen. Selbst geschmiedete Waffen sind oft mit Trefferboni von bis zu 10% bestückt und haben immer zumindest den Vorteil, dass sie weniger Stärkepunkte benötigen um benutzt werden zu können.

Der wunderbare Soundtrack des Hauptprogramms wurde ebenfalls erweitert – und hat an Qualität kein bißchen eingebüst. Auch grafisch gibt es zwar einige neue Staunmomente, Schwächen findet man allerdings noch immer nicht, was uns Kritikern das Bemängeln natürlich schwer macht. Wie schon im Hauptprogramm hat Piranha auch die neuen Orte mit einem derartigen Detailreichtum ausgestattet, dass die technisch nicht mehr ganz frische Engine trotzdem noch grandiose Bilder auf den Monitor zaubert.

Auch der neue Storystrang passt in die Welt von Khoronis und beinhaltet eigentlich keine “unrealistischen” oder aufgesetzt wirkenden Szenen. Dadurch wird die ansehnliche Spielzeit (verändert sich je nach Spielweise) zu einem vollkommenen Genuss! Mindestens 30 Spielstunden sollte man einrechnen.

It’s Addon-Time! Nachdem schon WC3: Throzen Throne und NWN: Schatten von Underznit Fans von Zusatzpaketen begeisterten, stellen wir euch nun das Meisterwerk schlechthin vor.

Gothic 2: Die Nacht des Raben verbessert unser bisher bestbewertetes Spiel noch weiter. Man kann Addon und Hauptprogramm leider(?) nicht wirklich trennen, weshalb wir hier eine Gesamtwertung für ein im Grunde neues Spiel aussprechen.

Wer Gothic 2 aller Jubelwertungen zum Trotz noch immer nicht besitzt, sollte es sich spätestens jetzt zulegen und Die Nacht des Raben gleich dazupacken. Und, wenn ihr auch nur irgendwie atmosphärische Games mit hoher Spieltiefe mögt, dann ist das ein Befehl!

Gothic 2: Neue Informationen zum Add-On

Wo die deutschen Spieler schon seit Ende 2002 vor dem PC sitzen und kräftig Gothic 2 spielen dürfen, müssen sich die Amerikaner noch etwas gedulden.

Während das Spiel für das Land der unbegrenzten Möglichkeiten umgeschrieben wird, wird schon an einem Add-On gewerkelt. Dies teilte Kai Rosenkranz heute in Form eines neuen Tagebucheintrages auf rpgdot.com mit.

Bei der Entwicklung dieser Erweiterung wird man versuchen, einen großen Teil der Spielerwünsche und Verbesserungsvorschläge mit einzuarbeiten.