Archiv der Kategorie: Browser

Mammoth

The Mammoth: Bei einem Sidescroller den Tränen nahe

Viele kleine Perlen kommen immer wieder aus Ludum Dare-Wettbewerben hervor. Das sind wenige Tage dauernde Events, bei denen Spieleentwickler kurze Spiele um kleine spannende Ideen entwickeln und veröffentlichen. Ein solches ist The Mammoth: A Cave Painting vom neuen Berliner Team inbetween games (hier als Download für Windows, Mac oder Linux oder im Browser spielbar, oder auch im Android und iOS-Store zu finden), in dem ihr für ein paar Minuten in die Rolle eines Mammuts schlüpft, das mitsamt seinen Kindern von der Herde getrennt wird. Die darauffolgende Kurzgeschichte von Trauer und Rache ist dramatisch inszeniert, mit wenigen Worten in einer Stimmlage die an den großartigen David Sedaris erinnert gut erzählt und erinnert auch dank der Visualisierung an eine traurige Szene aus Ice Age. Spielen! The Mammoth: Bei einem Sidescroller den Tränen nahe weiterlesen

Yehaw! Cowboy-Shooter Westerado: Double Barreled im Test

In Westerado: Double Barreled – der aufgebohrten Kaufversion eines Flashspiels der Ostrich Banditos – schlüpft ihr in die Rolle eines Cowboys auf Rachefeldzug. Der 2D-Retro-Pixel-Shooter schickt euch auf die unterhaltsame Suche nach dem Mörder eurer Familie.

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Super Mario Lego: Das Remake, das Nintendo nicht verhindern konnte

Super Mario 64 Level in Lego nachgebaut

Lego ist so fantastisch. Irgendjemand baut damit schonmal den ersten Level von Super Mario 64 (“Bob-omb Battlefield”) nach. Erst vor wenigen Tagen hatte ja jemand Aufsehen damit erregt, in Unity ein HD-Remake dieses Levels gebastelt und veröffentlicht zu haben. Nicht-kommerziell und ohne Absicht, das weiter zu verfolgen. Für Nintendo war es trotzdem zu viel, seine Anwälte haben das Projekt abgewürgt und aus dem Web geschossen. Ein Video davon gibts aber noch.

Tuper Tario Tros ist ein Crossover aus Tetris und Super Mario

Keine Ahnung, wie wir das bisher verpasst haben, schließlich gibt es das Gratis-Browser-Spiel schon fast halt so lange wie uns. Aber jetzt sind spät aber doch schon noch zur Party gestoßen. In Tuper Tario Tros waren die Entwickler faul und haben die Levels nicht fertig gebaut. Also müsst ihr aushelfen. Indem ihr eure aus Tetris und Super Mario Bros. gelernten Geschicke miteinander kombiniert, geht es voran in der Welt. Allein der Idee wegen ist es eine Erwähnung wert. Spielbar ist es hinter diesem Link. (via)

Soccer Physics: Das wohl dämlichste Fußballspiel der Welt

Zwei Teams, zwei Spieler, eine Taste. Das vermutlich simpelste und zugleich wohl dämlichste Fußballspiel der Welt ist hiermit erklärt. Soccer Physics heißt der Spaß, der sich kostenlos im Web und demnächst auch als iOS-App spielen lässt.

One-Button-Fußball

Für alle, die es doch genauer wissen wollen: Drückt man die “auf” Taste, hüpfen die eigenen Spieler entsprechend ihrer aktuellen Neigungsrichtung und schwingen mit den Füßen. Ziel ist es, den Ball (mitunter auch ein Football oder Wasserball) irgendwie ins gegnerische Tor zu bugsieren. Das geht wahlweise gegen einen computergesteuerten oder menschlichen Gegner und auch mit kopflosen Kickern. Möglich ist vom herrlichen Fallrückzieher bis zum unabsichtlichen Eigentor alles, vor allem aber Letzteres. Untermalt in herrlicher 8-Bit-Musik.

Zu viele verpassen A Dark Room, weil sie diesen einen Spoiler nicht kennen

“awake. head throbbing. vision blurry. come light the fire.”

So beginnt das Textadventure mit Rollen- und Aufbauspiel-Elementen A Dark Room, das Michael Townsend und Amirali Rajan (Double Speak Games) für den Browser konzipiert haben und das nun in einer optimierten Version auch für iOS verfügbar ist. Vor allem am Timing haben die Entwickler für das Smartphone gearbeitet, es deutlich beschleunigt. Zu viele verpassen A Dark Room, weil sie diesen einen Spoiler nicht kennen weiterlesen

Video Games: The Movie – Scrubs-Star Zach Braff veröffentlicht Videospiel-Doku

Wenn sich Cliff Bleszinski (Unreal, Unreal Tournament, Gears of War und vor allem Jazz Jackrabbit) und Zach Braff (Scrubs, Garden State,…) zusammentun, um eine Dokumentation über den “meteorhaften Aufstieg der Videospiele” zu machen, … Ich kann diesen Satz gerade nicht vollenden, keine Ahnung, was ich mir dabei gedacht habe – diese Hitze macht mich fertig. Jedenfalls wird dieses Szenario Realität und der Film mit dem poetischen Namen Video Games: The Movie erscheint in einer Woche am 15. Juli – in Nordamerika kommt er in die Kinos, bei uns erscheint er immerhin als Download. Ihr könnt ihn auf der offiziellen Webseite bereits vorbestellen. Video Games: The Movie kostet 13$ bzw 10€ und wird wahrscheinlich gut. Den Trailer gibt es nach dem Klick

Star Wars: Attack Squadrons ist schon wieder gestorben

Viele Leute hatten sich nach der Ankündigung vergangenen Dezember eine neue X-Wing vs. TIE-Fighter-Erfahrung davon versprochen, ein Anspruch dem der Arcade-Shooter wohl nie gerecht geworden wäre. Wie auch immer, es sich entpuppt hätte, aus gemütlichen Raumschiff-Dogfights nach Feierabend wird nun jedenfalls nichts. Star Wars: Attack Squadrons wurde während seiner Closed Beta gestoppt und eingestampft. Planmäßig hätte es als Free-to-Play-Browserspiel die Herzen der heutigen Spieler erobern sollen.

Twitch Plays Pokemon: Die zuckelnde Weisheit der Masse

Twitch Plays Pokemon
Twitch Plays Pokemon

Erklären wir es ganz langsam: Twitch ist ein Live-Videodienst, auf dem man anderen Menschen beim Gamen zusehen und mit ihnen chatten kann. Menschen sind eine erfinderische Spezies, die großartige Ideen hat. Und Pokemon ist ein Spiel, dass man durchaus als Klassiker unter den Gameboy-Games bezeichnen kann. Wirft man alle drei Dinge zusammen, erhält man Twitch Plays Pokemon. Das ist ein Experiment, wo jemand grob gesagt den Twitch-Chat mit den Tasten des Gameboys verbunden hat. Hunderttausende Menschen spielen nun gemeinsam über die Texteingabe Pokemon. Heraus kommt ein wirres Gezuckle von einem Spiel, das an diesen einen Abend erinnert, als man seinen Eltern zum ersten Mal ein Gamepad in die Hand gedrückt hat und dabei fast wahnsinnig wurde.

Derzeit startet gerade die zweite Runde. Denn man glaubt es kaum: Das Spiel wurde auf diese Weise nach lediglich 17 Tagen Spielzeit bereits einmal durchgespielt.

Watch live video from TwitchPlaysPokemon on www.twitch.tv

Indie-Perlen: Diese 12 kostenlosen Kurz-Spiele aus 2013 solltet ihr spielen

2013 ist – ihr werdet es schon bemerkt haben – vorbei und 2014 wird ein super Gamingjahr. Das aber heißt ja nicht, dass ihr schon alles gespielt habt, was man im vergangenen Jahr gespielt haben sollte. Wir haben eine kleine Sammlung feinster Indie-Ware für euch zusammengestellt. Für alle Spiele gilt: Ihr habt sie in unter einer Stunde durchgespielt und sie kosten nix. Indie-Perlen: Diese 12 kostenlosen Kurz-Spiele aus 2013 solltet ihr spielen weiterlesen

Die besten Alternativen zum toten Fussball Manager von EA

Wer am Computer beim Fußballern nicht immer nur der Spielerstar in FIFA oder Pro Evo, sondern auch mal der Stratege sein will, hat in seriner Zockerkarriere bestimmt schon den ein oder anderen Fußballmanager gespielt. Nun gibt es schlechte Nachrichten für alle Fans von EAs Fussball Manager. Die Serie hat ihr zuletzt wenig glamoröses Dasein hinter sich. Nach 13 Ausgaben ist der heuer erschienene FM 14 der letzte der Reihe. Entwicklerchef Gerald Köhler nannte als Begründung einen zu eingeschränkten Markt, zu großen technischen Neuerungsbedarf und den Trend zu Mobile- und Onlinegames. Doch verzaget nicht – es gibt Alternativen! Die besten Alternativen zum toten Fussball Manager von EA weiterlesen

The Slaying of Sandy Hook Elementary – Kontroverses Anti-Waffen-Spiel zu Amoklauf

The Slaying of Sandy Hook Elementary

Mechanisch folgt ihr den Anweisungen am Bildschirm. “Nimm die Waffe”, “Erschieße deine Mutter, “Schieß nochmal”. Anschließend geht man wie der Amokläufer von Sandy Hook vor fast genau einem Jahr in die Grundschule und dort auf Lehrer und Kinder los. The Slaying of Sandy Hook Elementary ist ein Anti-Waffen-Spiel, bei dem man schießen kann. Man kann es nur schwer “Spiel” nennen, weil Spiel zu sehr nach Unterhaltung und Spaß klingt. Aber das war ja sicher auch bei Filmen mal so, und trotzdem gibt es heute Anti-Kriegs-Filme. Was auch immer man von diesem Projekt halten mag, Unterhaltung und Spaß ist jedenfalls nicht, was Ryan Lambourn mit seinem Flash-Programm vermitteln will.

Schon die Aufmachung des Mörders gibt Aufschluss darüber. Der stark reduzierte Grafikstil lässt gerade genug erkennen, um den Wahnsinn zu vermitteln, der den Amokläufer getreiben haben muss. Die komplette emotionale Gleichgültigkeit gegenüber anderen Menschen, auch Kindern. Die Figur schlurft, langsam und deprimierend über den Bildschirm, wie durch einen Sumpf. Keine Sekunde lang ist das lustig. Der “Highscore” macht beim Spielen richtiggehend krank, denn er misst sich an den realen Ergebnissen in der US-Grundschule am 14. Dezember 2012. Man muss übrigens “nur” die Mutter des Mörders und diesen selbst töten. Der Teil mit den Lehrerinnen und Kindern lässt sich überspringen.

Was wäre wenn … ?

Dann werden weitere Modi freigeschalten. Erst einer, in dem Lambourn sich eine Welt vorstellt, in der der Killer keine Pistole und Maschinengewehre gehabt hätte, weil sie in seinem Haushalt gut verwahrt (er scheitert am Waffensafe) oder nicht verfügbar gewesen sind. Mit seinem stattdessen besorgten Samurai-Schwert kann er, also könnt ihr, immer noch Schaden anrichten, aber es wird schwieriger. Am Ende versagt der Täter nur in dieser Version beim Selbstmord und muss sich der Justiz stellen. Im dritten Modus wird das Argument vieler Waffenbefürworter aufgegriffen: Eine Welt in der Lehrerinnen plötzlich zurückschießen – dabei allerdings nicht sehr effektiv sind.

Die politische Botschaft hinter dem Antigame ist klar, pointiert, etwas polemisch und sie polarisiert dementsprechend. Die Sprecher der Waffenlobbying-Organisation NRA (selbst viel dümmerer Polemiken nur allzu zugetan) schimpfen Lambourn dafür ein “armseliges Exemplar eines Menschens”.

Gerade in der Frage von Waffenkontrollen sind die Vereinigten Staaten ein zutiefst uneiniges Land. Und gespaltene politische Verhältnisse befördern den Stillstand. Deshalb hat sich nach einem Amoklauf in der High School von Columbine in den 90ern genausowenig verändert, wie in dem Jahr seit dem Sandy Hook-Drama. Darauf will der Künstler Lambourn hinweisen, eine ins Programm integrierte Audiobotschaft unterstreicht das. Lambourn ruft auch zur Kontaktaufnahme mit den Kongressabgeordneten auf. Interviews gibt er nicht, aber auf Twitter beantwortet er manchmal Fragen.

TSOSHE wurde von Spieleplattform gelöscht

Lambourn, ein ins Heimatland seines Vaters Australien ausgewandert Amerikaner, zieht seine neue Heimat zum Vergleich heran: Drastisch veränderte Gesetze nach einem Amoklauf in den 90er-Jahren haben die Zahl der Tragödien in Down Under massiv reduziert. In den USA gehört Waffengewalt an vielen Orten immer noch zum Alltag, auch Amokläufe sind fast schon regelmäßige Ereignisse geworden. Harvard-Studien weisen übrigens darauf hin (PDF), dass die Zahl der Waffen in einem Land nicht entscheidend für die Gewaltauswüchse ist. Bei Waffenkontrollen geht es aber vor allem darum, welche Waffen weit verbreitet sind und in welche Hände sie gelangen.

Die von Lambourn wieder ins Leben gerufene Debatte, wird mittlerweile auch in den Medien aufgegriffen. Es ist ein grauenhafter Anlass, um das zu verdeutlichen, aber sogenannte “Spiele” haben eben durchaus politisches und kulturelles Potential. Dem Betreiber der Gaming-Plattform Newgrounds.com ist das zu happig. Sie haben Lambourns Spiel “wegmoderiert”. An anderen Orten könnt ihr euch noch selbst davon überzeugen, dass es wirklich keinen Spaß macht und keinen Spaß machen soll.

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