Pokemon Go

Was mir an Pokemon Go am Arsch geht

Es ist ja so: Ich spiele Pokemon Go nicht. Nicht, weil ich irgendwie das Bedürfnis habe, die Nase zu rümpfen und über Kinderkram zu lästern. Nein, derlei ignorante Hater (siehe Stefans Beitrag dazu) gehen sogar mir auf den Keks, obwohl ich mit dem Spiel nichts anfangen kann.

Ich versteh schon, warum Leute sich gern mit dem Spiel beschäftigen. Einerseits verstehe ich die Macht von nostalgischen Gefühlen und andererseits kann ich den Reiz des Quasi-Vorgängerspiels Ingress durchaus nachvollziehen (obwohl mir persönlich auch das bald zu langweilig wurde). Dass mich Pokemon Go nicht reizt, liegt vielmehr einfach daran, dass ich halt keine nostalgischen Gefühle dafür habe. Als Pokemon damals gerade groß wurde, war ich als Jugendlicher grob erklärt zu alt dafür (oder fühlte mich halt zu alt dafür).

Was mir an Pokemon Go am Arsch geht ist also weder das Spielprinzip, noch das Universum noch der schon recht penetrante Hype von Fans und Medien. Es sind vielleicht ein bisserl die sinnlosen Antis. Aber was es viel mehr ist, ist das kommerzielle Hijacking des Spiels. Ich hab langsam genug davon, dass alles was zumindest kurzzeitig populär ist, sofort von allen möglichen Unternehmen vereinnahmt wird, statt einfach mal eine unschuldige Freude zu bleiben. Nix gegen den ein oder anderen Gag auf Kosten des Spiels um Likes für eine Social Media-Seite zu sammeln. Aber ich finde es zum Beispiel nicht cool, wenn Fast Food-Ketten die Leute mit Lockmodulen in Restaurants locken.

Doch genau sowas wird vermutlich noch schlimmer. Denn anstatt sich auf Mikrotransaktionen bei der Monetarisierung (oder die Nutzung der hereinprasselnden, bedenklichen Datenflut (und ja, das zipft mich auch an)) zu beschränken, wird Niantic genau derlei Umtriebe künftig noch verstärken. Gesponserte “Pokestops” gehören zum künftigen Geschäftsmodell. Seltene Pokémons werden dann der Honigtopf sein, der Spieler an Konsumtempel aller Art lockt.

Lasst die Leute doch einfach mal spielen, verdammt.