Spiele des Jahres 2006

Hände zitterten, die Nervosität war kaum noch zu überbieten und der Schweiss stand den Teilnehmern tropfendick auf der Stirn, als sie an die Wahlurne traten und ihre Zettel abgaben. Je drei Namen von Spielen standen darauf, nach Wichtigkeit geordnet. Der Rebell.at Redaktionsaward 2006 – die wichtigste, jährliche Auszeichnung der Spielewelt – wurde vergeben.

Yannick "schnech" Lott, Redakteur: "Es war unglaublich. Meine Knie versagten nur Momente nachdem ich meine Wahl getroffen hatte.". Ja, ja! Hier ging es um viel. Und Yannick sollte nicht der Letzte sein, der zusammensackte. Diejenigen, die knapp gescheitert waren kippten gleich nach ihm. <a href="http://www.rebell.at/index.php?site=r5&cnt=artikel&id=642" target="_blank">Mr. Snoozles goes Nutso</a>, <a href="http://www.rebell.at/index.php?site=r5&cnt=artikel&id=627" target="_blank">Geheimakte Tunguska</a>, The Ship – hier war die Enttäuschung am Größten. Nur ein Punkt fehlte den Kandidaten zum großen Glück – zu den Top 5 der Rebellen. Andere scheiterten klarer, aber waren immerhin auch nominiert: Paraworld, Gothic 3, Half-Life 2: Episode 1, Space Empires V.

Auch die meisten Juroren wussten zu diesem Zeitpunkt noch nicht, wer das Rennen gemacht hatte. Konrad "king_erni" Kelch dazu: "Eine geheime Wahl bei einer so wichtigen Sache. Das ist doch Kinderkacke! Die Leute sollen doch zu ihrem Wort stehen!". Die harten Worte des Konrads blieben unerhört, doch hinter den Kulissen machte das Gerücht die Runde: es gab gewaltige Überraschungen.

Die Lichter im Saal gingen aus, die 2000 geladenen Gäste verstummten. Vor der Halle lagerten 40.000 Menschen und sahen den Video-Livestream. Der Moderator betrat die Bühne: Chuck Norris. Er schritt ans Podium als ihn plötzlich Jack Bauer von hinten niederknüppelte und selbst ans Pult trat. Einige harte Worte, darüber wer der coolste Actionheld sei, später stand die erste Platzierung fest:

Platz 5: The Elders Scroll: Oblivion
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Obwohl man wegen des doch recht großen Releaseabstandes nicht von einem direkten Duell sprechen kann: Oblivion hat das Rennen gegen Gothic 3 knapp für sich entschieden. Unfassbar viele Möglichkeiten mit fesselnder Rollenspielathmosphäre. So macht das Welterkunden Spaß. Die paar Macken im Detail werden wir wohl hoffentlich im nächsten Jahr nicht mehr sehen.

Jack Bauer zerrte den immer noch bewusstlosen Chuck Norris von der Bühne. Der Saal wartete auf die nächsten Szenen…

Ötzi betrat die Bühne (nicht der DJ). Ein Raunen ging durch die Menge. Was hatte das zu bedeuten? Rebell.at hatte keine Kosten und Mühen gescheut, um den Mann aus dem Eis wieder zum Leben zu erwecken. Man brauchte einen stilechten Österreicher für den nächsten Preis, denn dieser sorgte für die erste echte Überraschung. "Als ich vor tausenden Jahren am Gletscher herumspatziert bin, hätte ich auch gerne ein Snowboard gehabt", sagte Ötzi – und den Anwesenden ging ein Licht auf.

Platz 4: Stoked Rider – Alaska Alien
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Es freut uns sehr, dass der vierte Platz tatsächlich nach Österreich vergeben werden kann. Die Jungs von Bongfish haben sich die Auszeichnung redlich verdient – und das obwohl Chefredakteur Tom Schaffer sich aus ethischen Gründen extra nicht zu einer Stimme hinreissen lassen konnte (er arbeitet ja mit dem Entwicklerteam zusammen). Kein Wunder: Stoked Rider – Alaska Alien hat sich zu einem echten Must Have für PC-Boarder entwickelt

Sigfrid "suit" Arnold, stellv. Chefredakteur, dazu: "Gerüchteweise haben in diesem Moment die Redaktionstelefone geklingelt. Schon zwei Preise waren vergeben und noch kein EA-Spiel war dabei. Das hat einigen Herren wohl nicht so gut gefallen.". Das sollte sich auch nicht ändern, aber am dritten Platz (schimpfend, verlautbart von Al Bundy höchstpersönlich) nistete sich zumindest ein Spiel ein, bei dessen Vorgänger das EA-Logo auf der Packung stand.

Platz 3: Anno 1701
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Ursprünglich stammt die Anno-Serie ja auch aus Österreich, insofern wäre es ja fast notwendig gewesen, den anderen Ötzi (den DJ) als Moderator einzuladen. In diesem Sinne ist es ein Glück, dass es es Max Design aber längst nicht mehr gibt und so hat sich das deutsche TeamRelated Designs auf vorbildliche Weise um den neusten Ableger der Reihe gekümmert. Trotz hammerblöder TV-Werbung – auch im 18. Jahrhundert rockt das Spielprinzip noch ziemlich.

Julian Pohl, Redakteur, erkannte es messerscharf: "Mannoman, das neue Anno, Mann!"

Die ersten Veranstaltungsbesucher brachen nun in Tränen aus. Einerseits sicher, weil sie die Spannung nicht mehr ertrugen, andererseits aber wohl vor allem, weil Honk aus Rache für sein Verschwinden aus dem Seitenheader einige mörderische Körperdüfte in den Raum stellte. Bertold "gray" Schauer, Redakteur: "Es war schlimmer als mein Nahtoderlebnis im Kuhmist-Silo eines salzburger Bauerns!".

Nachdem sich die Nebelschwaden gelegt hatten, trat Michael Jackson auf die Bühne (er schien noch bleicher als sonst). Redakteur Raphael "spider" Seidl war nie ein großer Fan von Jacko und bewarf ihn mit Schneebällen. Der King of Pop hielt sich dementsprechend kurz:

Platz 2: Sam & Max: Episode 1
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Man hätte sich kein besseres Revival der beiden Comic-Helden wünschen können. Mit Scharm und Witz, leichter Rätselkost und durchdachtem Episodenkonzept kommen Hund und Hase per Internet angebraust um die Welt mit Gewalt vom Bösen zu säubern. So muss das in einem humorlastigen Adventure sein, davon wollen wir unbedingt noch mehr sehen. Und tatsächlich: In wenigen Tagen erscheint die zweite Episode, zu der wir noch vor dem Release einen Test präsentieren werden.

Chefredakteur Tom "besux" Schaffer trat auf die Bühne – klar, was hätte nach all den Berühmtheiten denn sonst noch als Steigerung kommen können? "Wir haben uns nicht dafür entschieden, diese Awards mit einem größeren Magazin gemeinsam auszutragen, weil wir nicht wollten, dass ein größeres Magazin damit herumfickt!", schrie er mit hochrotem Gesicht ins Mikrophon. Und spätestens jetzt war für aufmerskame Rebell-Leser der Groschen gefallen. Das Rebell.at Spiel des Jahres 2006 heißt….

Platz 1: DEFCON
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Millionen Tote, mächtige Wummen und superstilvolle Grafik: Das ist es worauf Rebellen stehen. Der thermonukleare Krieg ist in den Redaktionsräumen seit dem Release von DEFCON immer wieder ausgebrochen, und das wird er wohl auch in Zukunft noch öfters tun. Der Mut, den man bei Introversion hat scheint sich auszuzahlen, denn die Briten arbeiten auch schon wieder an ihrem nächsten Projekt. Gut so, denn die Engländer und selbsternannten, letzten Schlafzimmerprogrammierer (die Firma hat auch nach drei erfolgreichen Spielen noch kein festes Büro) formen das wichtigste Entwicklerteam der Welt.