Hearthstone – Heroes of Warcraft im Test: Blizzards Kartenspiel für Zwischendurch

“Heut Nacht ist mächtig was los, aber ein Plätzchen lässt sich immer finden!”

Wenn eine Zwergenstimme dich zu Beginn mit “Kommt herein und setzt euch ans gemütliche Feuer!” in sein virtuelles Gasthaus auf ein kurzes Kartenspiel einlädt, dann bist du bei Blizzards neusten virtuellen Online-Multiplayer-Kartenspiel gelandet: Hearthstone – Heroes of Warcraft. Und so ist man gleich zu Beginn in einer zweidimensionalen, stark stilisierten Warcraft Umgebung angekommen. An vielen Details wie virtuellen Vertiefungen im Spielbrett aber auch an klassischen Elementen wie den Kartenavataren mit passenden Namen wie Jaina Prachtmeer oder Valeera Sanguinar kann man sich als WoW-Spieler gleich orientieren und heimisch fühlen.

Das mag vielleicht auch der Grund sein, warum ich nach dem ersten Start des Spieles und dem ersten Blick auf die Uhr 3,5 Stunden gebraucht hab.

Vom Magier zum Schurken

Virtuelle Kartenspiele gibt es viele, man erinnere sich nur an das legendäre Yu-Gi-Oh!. Was Hearthstone einzigartig macht, ist die Möglichkeit verschiedene Charakterklassen zu wählen, welche alle aus einem gemeinsamen Deck aber auch aus Spezialkarten wählen dürfen. Und um den Unterschied noch stärker zu unterstreichen, hat jeder Charakter eine eigene Spezialattacke. So kann die Zauberin einen Feuerball werfen um Schaden zu verursachen, der Hexenmeister eine zusätzliche Karte ziehen indem er eigenen Schaden nimmt oder der Priester sich selbst heilen.

Das ganze gibt dem Spiel einen Rollenspiel-Charakter, welcher noch damit unterstrichen wird, dass es entsprechende Tages- und Hauptquests gibt, die man erfüllen kann jedoch nicht muss.

Und wie spielt man es?

Zu Beginn einer jeden Runde bekommt jeder Spieler vier Karten, wobei er sich aussuchen darf, ob er sie behalten will oder nicht. Danach gibt es rechts im Spielfeld eine kleine Anzeige mit Kristallen, welche sich jede Runde neu auflädt. Für jede Runde kommt ein Kristall hinzu. Um Karten oder Spezialattacken auszuspielen benötigt es nun eine entsprechende Anzahl von Kristallen. So kann in der ersten Runde von beiden Spielern nur eine Karte ausgespielt werden, die einen Kristall benötigt. Wohingegen in der vierten Runde bereits vier Karten mit einem Kristall oder eine Karte mit vier Kristallen ausgespielt werden kann.

Jede Karte hat ihre eigenen Angriffs- und Verteidigungswerte sowie Spezialattacken. Wann welche Karte wie ausgespielt wird hängt vom Spielverlauf und der Taktik des Spielers ab. Ziel ist es, die 30 Lebenspunkte, die jeder Spieler zu Beginn erhält durch Angriffe mit charaktereigenen Spezialattacken oder durch Angriffe mit denen eigenen ausgespielten Karten, den sogenannten Dienern, auf 0 zu setzen. Ist das geschafft hat man gewonnen und der Gegner zerstört sich auf dem Spielbrett in einer spektakulären Explosion.

Kostenlos oder Pay-to-win?

Einen neuen Schritt ist Blizzard dieses Mal bei den Kosten gegangen: Hearthstone ist kostenlos. Die einzige Möglichkeit in dem Spiel Geld auszugeben ist, es sich virtuelle Kartendecks zu kaufen um neue/bessere/seltenere Karten zu bekommen. Erspielen kann man sich die aber auch: Jeder Quest der erfüllt wird und jeder Sieg gegen einen Gegner bringt virtuelles Gold. Und mit diesem Gold kann man sich dann ab 100 Stück wieder ein neues Deck mit sechs Karten kaufen, wobei Blizzard verspricht, dass immer eine seltene Karte dabei ist.

Meistens gibt es auch gegen Gegner mit guten, seltenen Karten einen Weg, mit “normalen” Karten zu siegen. Blizzard hat das Balancing also gut hinzubekommen und die Langzeitmotivation nicht vergessen.

Fazit

Erstaunlich was Blizzard da auf den Markt geworfen hat. Ich war am Anfang so skeptisch dieses Spiel zu spielen, dass ich mich einen Monat geweigert habe, es überhaupt herunter zu laden. Erst mehrmalige Aufforderungen von Freunden haben mich dazu gebracht. Seitdem sitze ich fast jeden Abend 2-3 kurze Partien am Computer. Es ist das perfekte Spiel für zwischendurch. Einfach mal den Kopf abschalten und wieder in die Welt von Warcraft eintauchen, wo mächtige Magier gegen totembeschwörende Druiden kämpfen. Meine Empfehlung hat es.

Und wer sich gegen mich duellieren will – Einfach „Hathawulf“ adden ;)

Danke an Matthias Jax für diesen Beitrag!