Rebell.at

Nur 0,9% Fett!

Game Over – Ehm… das war’s?

Der Titel könnte fehlleiten. Ich will mich hier nicht über das allgemein bekannte Spieldauerproblem auslassen. Das ist gar nicht das Problem. Das Problem ist, dass viele Spiele derzeit einfach viel zu unspektakulär aufhören.

Da wird man als Spieler nach mehreren Stunden „harter Arbeit“ mit einer etwas ausgedehnten Zwischensequenz um seinen Lohn gebracht, gefolgt von den drölfmal so langen Credits. Nichts gegen die Entwickler – ihr habt euren Namen am Ende des Programms wirklich verdient – aber wo sind die ganzen epischen Endsequenzen hin?

In letzter Zeit bin auch ich immer wieder Opfer von schlechten Endsequenzen geworden. Da lehnt man sich genüsslich zurück und hofft auf eine halbstündige Huldigung seines Alter Egos wie toll man doch ist und das die virtuelle Welt gar nicht mehr ohne mich bestehen würde. Am Ende noch ein kleiner Kniff in Richtung „Huch wir denken da wohl noch über eine Fortsetzung nach, aber verraten dir halt einfach mal nicht zu viel“ und man sitzt als Spieler zufrieden und aufgeregt zugleich vor dem Bildschirm.

Bioshock ist so ein Beispiel. Das Spiel ein Beispiel an Atmosphäre, Ideen und Dramaturgie. Aber die Endsequenz? Also bitte. Ok zugegeben es gibt drei Endings, aber zwei Unterscheiden sich quasi gar nicht und knapp über eine Minute Endsequenz?

Derzeit nehmen viele Entwickler einfach das Wörtchen „Sequenz“ zu genau und bauen dann eben auch nur eine Sequenz. Wir wollen doch nicht nur eine kurze „Werbeunterbrechung“, wir wollen einen Kurzfilm am Ende. Chips und Cola inklusive – und alles muss am bei den Credits leer sein.

Es gibt genug Beispiele wie man es richtig macht. Wer kennt nicht das Final Fantasy VII Ending?

8:42… Mehr muss man nicht sagen, denn die Dramatik und Schönheit des Endes ist kaum zu überbieten.

Nur von meinem absoluten Highlight! Terranigma. Ich weiß nicht wer es gespielt hat, aber diese zehnminütige Huldigung hat einfach alles. Tiefe, Emotion, kein Happy End – jedenfalls nicht wirklich. Einfach zurücklehnen und genießen (und ja ich könnte schon wieder weinen… ^^)

Was sind eure Lieblings-Endsequenzen und warum? Postet sie hier in die Comments oder in unsere Facebook-Fanpage!

Schlagworte: , , ,

7 Kommentare

  1. Ich versteh deine Kritik nur zu gut.

    Hab die letzten Tage F.E.A.R. nebst Extraction Point und Perseus Mandate ausgespielt.
    Die Traumsequenzen und Psychospielchen im Game sind ein Wahnsinn und täuschen im Hauptspiel sogar drüber weg, dass sich die Gegner nicht abwechseln.

    Jetzt könnte man natürlich sagen: “Hey, der letzte Abschnitt heisst ja ‘Epilogue’, der is quasi die spielbare Endsequenz. Aber das ist Blödsinn. Wenn ich mich in einem letzten, “epilogischen” Kraftakt nochmal durch eine übermächtige Gegnerhorde kämpfe, dann will ich danach verdammt nochmal belohnt werden und nicht nur eine 20-Sekunden-Sequenz sehen.

    Bei F.E.A.R. ist das noch verzeihbar, weil es das vergleichsweise längste Outro hat und den Storyfortgang anteasert. Bei den Addons ist es aber unverzeihlich, weil da die Schlusssequenzen wirklich kurz und belanglos sind. Super, jetzt muss ich Teil 2 spielen und hoffen, dass es da besser aussieht am Ende.

  2. Meine schlimmste “wie, schon vorbei?”-Erfahrung musste ich vorgestern bei Mass Effect 2 machen.
    Nicht nur dass man während des Spiels gefühlte tausendmal darauf hingewiesen wird, dass man seinen Charakter nach Teil 3 importieren kann und seine Entscheidungen in einem dritten Teil womöglich schlimme Konsequenzen nach sich ziehen, nein, auch das Ende ist fatal:
    (ACHTUNG SPOILER!!!!!)

    Ich kämpfe mich fröhlich schnetzelnd durch das Raumschiff der Gegner um zum Schluss den Menschenhgestalt-Reaper zu zerhacken und BUMMS tauchen hundert Feindschiffe auf und steuern auf die Erde(?) zu. Hab’ mich schon gefreut, dass es doch noch weitergeht und ZACK Credits laufen ab.

    (SPOILER ENDE)

    Vielen herzlichen Dank liebe Entwickler. Ich habe gerade das derzeit großartigste Spiel durchgespielt, mich an der wirklichen grandiosen Atmosphäre und der guten Geschichte erfreut, und dann gönnt ihr mir nach diesem Mammutakt noch nichtmal ein anständiges Finale.

  3. Danke für die Spoiler-Warnung! :) Mass Effect 2 steht nämlich jetzt auf meiner Liste. ^^

  4. Hier ein Beispiel wo die Relation Spiel-zu-Abspann definitiv stimmt, i love it:
    http://www.kongregate.com/games/Mazapan/you-have-to-burn-the-rope

    Übrigens fände ich es NOCH geiler, wenn man bei Games nicht nur einen Abspann bekommen würde, sondern noch ein wenig durch die gerettete Welt laufen könnte. Damals, als ich noch jung und naiv war, hab ich davon geträumt nach dem ich bei Zelda Ganon platt gemacht habe, könnte ich noch durch Hyrule laufen und überall feiern sie und gratulieren mir…
    Gibt es überhaupt ein Spiel, bei dem das so ist?

  5. Fällt mir spontan eigentlich nichts ein. Fände ich persönlich aber auch super. Nochmal komplett durch Hyrule und alle jubeln einem zu. Sehr schön.

    Kenne nur gegenteilige (Fast-)Beispiele: Gothic. Ich meine wer hatte kein Savegame vor dem Schläfer und ist dann nochmal in alle Dörfer gerannt und hat da kurzer Hand “aufgeräumt” und sich auf den Thron im Alten Lager gesetzt. Super… :)

  6. Das Wild-West Spektakel GUN bietet etwas in die Richtung. Nachdem du die Hauptstory darfst du weiter durch die Gegend reiten und dich an von Banditen befreiten Gebieten oder neu erbauten Städten erfreuen :) Ist nebenbei auch ein richtig gutes Spiel.

  7. was, da gabs neu erbaute Städte? DAMN!

Kommentar schreiben