LCS-Portrait #3: H2K-Gaming

In unserer Serie über die europäischen LCS-Teams kommen wir heute zu einem Top-Team, das bei der letzten Weltmeisterschaft zum Stolz von Europa wurde: H2k-Gaming.

H2k-Gaming ist das dritte Team, das Europa 2016 bei der Weltmeisterschaft vertreten durfte. Die Organisation mit Sitz in Großbritannien ist auch im eSport „Call of Duty“ vertreten und sehr früh, nämlich schon 2003, in die Branche eingestiegen. H2k gehört generell zu den Teams, die immer liefern und seit Jahren in der Tabelle vorne zu finden sind – und es besteht kein akuter Verdacht, dass sich das 2017 ändern wird.

2016 nahm H2k nach G2 Esports und Splyce den dritten Platz im entscheidenden Sommer-Split ein. Im ersten Split konnten sie sich mit Star-AD Carry Forg1ven nach vorne spielen, im zweiten entschied man sich für den ebenso exzentrischen Freeze. Nachdem dieser dank einer Handverletzung für die Playoffs ausfiel – ja, auch im eSport gibt es solche Tragödien – kam Forg1ven zurück und ermöglichte das Weiterkommen über die „Championship Points“.

Bei der Weltmeisterschaft kam H2k als bestes westliches Team ins Halbfinale – allerdings als einziges Team, das bis dahin nicht gegen Koreaner spielen musste. Andere westliche Teams mussten alle schon zuvor gegen Koreaner ausscheiden. Auch H2k verabschiedete sich trotz aller Mühe mit 0:3 von der WM. Trotzdem war das Team für einige positive Überraschungen gut – zum Beispiel den Gruppensieg gegen das chinesische Favoritenteam Edward Gaming, bei dem Forg1ven am Ende noch ein sehr sehenswertes Play lieferte.

Spieler:

  • Top: Odoamne
  • Jungle: Jankos
  • Mid: Febiven
  • Adc: Nuclear
  • Support: Chei

Von letzter Saison übrig sind nur zwei bei H2k: Top Laner Odoamne und Jungler Jankos. Letzterer genießt hohe Beliebtheitswerte durch seine herausragenden Spiele bei der Weltmeisterschaft, auch im Halbfinale gegen die Koreaner von Samsung Galaxy machte er eine sehr gute Figur und machte den Europäern kurz Hoffnung. Odoamne ist ein sehr stabiler Top Laner, der laut Eigenaussage am liebsten Tanks spielt.

Auf der Bot Lane hat zwei Koreaner importiert. AD Carry Nuclear spielte bisher nicht in der höchsten Liga, konnte aber schon im koreanischen KESPA Cup Erfahrung sammeln, wo sein Team SBENU gegen den Weltmeister SKT verlor. Support Chei spielte in der höchsten koreanischen Liga und konnte beim Turnier „Intel Extreme Masters“ schon internationale Erfahrung sammeln. Die Fans belächeln diese Bot Lane noch etwas, da sie nicht sehr bekannt sind – aber koreanische Nobodys haben schon oft die Meinungen geändert.

Die große Unbekannte im Team von H2k ist Mid Laner Febiven. Nicht unbekannt im wörtlichen Sinne – die Frage ist, ob der niederländische Starspieler liefern wird. 2015 kam er mit Fnatic bis ins Halbfinale der Weltmeisterschaft und spielte die Gegner in der Mitte an die Wand – unter anderem gab es den berühmten Solo-Kill gegen Faker. 2016 war nicht sein Jahr – viele Fans geben ihm die Schuld an der verpassten Weltmeisterschaft. Nun ist es Zeit für eine neue Chance.

Was für sie spricht: Odoamne und Jankos haben ja schon bewiesen, auf Weltmeisterschaftsniveau spielen zu können – der Rest wird wohl entscheiden, wie diese Saison wird. Wenn sich die koreanische Bot Lane als top herausstellt und Febiven zu seiner Form von 2015 zurückfindet, könnte alles bis zum Titel drin sein.

Was gegen sie spricht: Dasselbe, eigentlich. Der Febiven von 2016 wird gegen starke andere Mid Laner wie PerkZ, Sencux oder NighT das Nachsehen haben, auch die restlichen Bot Lanes sind stark und konkurrenzfähig. Dazu kommt das Drama um die Trennung von Support VandeR – sein bester Freund Jankos kündigte zuerst an, das Team zu verlassen, wenn dieser gehen müsse. Hinter den Kulissen dürften unschöne Dinge passiert sein, wie aus mehreren Interviews hervorgeht. Außerdem spielt H2k in der Gruppe gegen Splyce, Unicorns of Love und Vitality – drei vergleichbar starke Gegner, von denen man mindestens einen hinter sich lassen muss. Leicht sieht anders aus.